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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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  • March 17 · 14 min

    Mythos St. Patrick: Vom Sklaven zu Irlands Nationalheiligem

    Am 17. März wird in den Pubs weltweit auf St. Patrick angestoßen. Doch was ist dran an den vielen Legenden um den irischen Nationalhelden, der am 17.3.461 gestorben sein soll? In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz: über Patricks Zeit als Sklave in Irland, wie er dort zu Gott gefunden hat, warum Patrick von der Katholischen Kirche mit Skepsis beobachtet wird, dass der irische Nationalheilige nie offiziell heiliggesprochen wurde. Nach sechs Jahren irischer Gefangenschaft gelingt Patrick die Flucht zurück in seine britische Heimat. Als die Eltern sterben, reist er 432 zurück, um die Iren zu missionieren – so hält er es zumindest in seiner Schrift Confessio fest. Ob er tatsächlich die Iren im Alleingang getauft hat oder ein vom Papst gesandter Missionar eine größere Reichweite hatte, verliert sich in der frühen Überlieferung. Doch als Jahrhunderte später aus den zersplitterten Königtümern und Sippen eine irische Nation werden soll, kommt Patricks Stunde. Er wird zum Nationalhelden auserkoren und sein Leben mit Legenden ausgeschmückt. So die Geschichte, dass er alle Schlangen von der Insel vertrieben hat - dabei hat es nie Schlangen auf der Insel gegeben. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Terry O'Hagan, Archäologe am University College in Dublin Elva Johnston, Historikerin am University College in Dublin Ludwig Bieler: The Patrician Texts in the Book of Armagh. Dublin: 1979 Thomas O’Loughlin: Discovering Saint Patrick Darton. Croydon. 2005 Weiterführende Links: Forschungs-Blog zur christlichen Geschichte Irlands: vox hiberionacum Confessio Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uwe Schulz Redaktion: Matti Hesse

  • March 16 · 14 min

    Sie wollte nie Schokolade: Das tragische Leben der Trude Herr

    Trude Herr lässt die Nachkriegszeit lachen. Derb, kölsch und stolz auf ihre Wurzeln, hat sie die "kleinen Leute" im Blick. Am 16. März 1991 stirbt die Kölnerin in Südfrankreich. In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer: an welchem außergewöhnlichen Ort Trude Herr lernt, schlagfertig, spontan und witzig zu sein, wie Trude Herr mit dem Kölner Volksschauspieler Willy Millowitsch auskommt, warum der WDR Trude Herrs Dokumentarfilme über Afrika nicht senden will, mit welchem Lied sich die Sängerin 1987 auf die Fidschi-Inseln verabschiedet, wie Trude Herr nach Köln zurückkommt und schließlich in Südfrankreich stirbt. Trude Herr hat es nie leicht im Leben. Ihre Familie ist arm und wohnt Ende der 1920er-Jahre in Köln-Mülheim. Der Vater arbeitet als Lokführer in der Chemischen Fabrik Kalk. Er ist Kommunist und aktiv bei den Arbeiteraufständen, später im Naziregime kommt er ins Konzentrationslager. Im Beruf fühlt sie sich oft von Produzenten und Regisseuren zurückgesetzt. Trude Herr ist gerne mal laut und fährt den Leuten über den Mund. Immer mit dem Gefühl: Ich darf mich nicht unterkriegen lassen. 1977 pachtet sie ein Theater in der Kölner Südstadt. Das Haus ist oft ausverkauft. Ihre wenigen ernsten Stücke werden beachtet, erfolgreicher bleibt sie aber als Ulknudel. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Marina Barth (Buchautorin und Chefin des Kabarett-Theaters Klüngelpütz in Köln) Uli Kievernagel (Stadtführer und Trauerredner in Köln) Marina Barth: Am Kronleuchter hängen wir nicht immer. Köln 2024 Heike Beutel und Anna B. Hagin: Trude Herr. Ein Leben. Köln 2021 Weiterführende Links: WDR Retro: Interview mit Trude Herr (1964) WDR: Scheidung auf Kölsch - Schwank von und mit Trude Herr (1981) WDR: Die Millionärin - Volksstück von und mit Trude Herr (1984) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Geuer Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • March 15 · 14 min

    Koffein und Kunst: Karl Flach erfindet Afri Cola

    Eine Cola aus Köln wird Kult: Mit radikalen Bildern, Pop-Art und viel Provokation wird die Afri Cola zur Legende. 1931 wird sie von dem Kölner Karl Flach "erfunden". In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner: warum das von Karl Flach erfundene Getränk "Afri Cola" heißt, welches Alleinstellungsmerkmal die Kölner Cola hat, welcher bekannte Künstler eine Werbekampagne für "Afri Cola" gestaltet, wie ein "Afri Cola"-Werbespot mit drei Nonnen 1968 schockiert und provoziert, wie der Lieblingsspruch von Karl Flach lautet. 1931 übernimmt der damals 25-jährige Karl Flach die Geschäftsführung eines Unternehmens mit dem etwas sperrigen Namen "F. Blumhoffer Nachfolger GmbH". Die Firma produziert Essenzen für die Getränkeherstellung. Um sich einen eigenen Namen zu machen, mischt der Kölner den Getränkemarkt auf - mit einer neuen Koffein-Limonade. Mit dem Cola-Hersteller aus Köln geht es auf und ab. 1988 zieht sich Karl Flach aus dem Geschäft zurück und übergibt es an seinen Sohn Alexander. Mit den Produktionsmengen der großen Cola-Hersteller kann er nicht mithalten. Deshalb sucht er sich eine Nische: Er beliefert in Berlin, Hamburg und Köln die Szene-Gastronomie. Inzwischen gehört "Afri Cola" einem Getränkehersteller in Baden-Württemberg. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Alexander Flach (Sohn des Erfinders Karl Flach) Weiterführende Links: Zeitzeichen 16.11.1915: Die klassische Cola-Flasche wird patentiert Planet Wissen: Schadet Cola den Knochen? ARD-Marktcheck: "Afri Cola" im Check (2015) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Nicolas Dohle

  • March 14 · 14 min

    16 Jahre unschuldig im Gefängnis: die "Birmingham Six"

    1975 werden sechs Männer als IRA-Attentäter verurteilt - trotz erpresster Geständnisse und frisierter Akten. Am 14.3.1991 kommen sie frei. Doch belangt wird für den Justizskandal niemand. In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer: wie sich einer der Tatverdächtigen an seine Verhaftung erinnert, welche brutalen Mittel die Polizei bei den Vernehmungen einsetzt, wie ein Journalist Ungereimtheiten bei den Ermittlungen gegen die "Birmingham Six" aufdeckt, wie die unschuldig Verurteilten sich nach der Freilassung über die Polizei äußern, wer die Bomben wohl tatsächlich gelegt hat. Am 21. November 1974 explodieren in Birmingham im Nordwesten Englands in zwei Pubs Bomben. 21 Menschen sterben und mehr als 200 werden zum Teil schwer verletzt. Die Anschläge markieren einen blutigen Höhepunkt der "Troubles", des bürgerkriegsähnlichen Konflikts um Nordirland. Die "Irish Republican Army" (IRA) versucht seit 1969, die Loslösung Nordirlands von Großbritannien und die Wiedervereinigung Irlands herbeizubomben. Die Polizei nimmt kurz darauf sechs Nordiren fest. Es ist der Auftakt zu einem Polizei- und Justizskandal. Am 15. August 1975 werden die Männer zu lebenslanger Haft verurteilt - trotz fragwürdiger Beweise und kaum konsistenter, offenbar erzwungener Geständnisse. Erst nach fast 17 Jahren werden sie von der britischen Justiz freigelassen. Doch keiner der beteiligten Polizisten und Richter wird zur Rechenschaft gezogen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Chris Mullin (Investigativ-Journalist, Buchautor und Abgeordneter des britischen Parlaments) Chris Mullin: Error of Justice. The Truth about the Birmingham Bombings. Dublin 1987 Weiterführende Links: Zeitzeichen 06.12.1922: Proklamation des Freistaates Irland Zeitzeichen 03.08.1969: Beginn der bürgerkriegsähnlichen Unruhen in Irland Planet Schule: Worum geht es im Nordirland-Konflikt? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Herwig Katzer Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

  • March 13 · 14 min

    Formt das Gesicht Preußens und Berlins: Karl Friedrich Schinkel

    Theater, Museen, Kirchen - seine Bauwerke stehen für Klarheit, Maß und klassizistische Strenge: Karl Friedrich Schinkel, geboren am 13. März 1781. Aber zunächst macht ihn nicht seine Architektur berühmt. In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck: wie es Schinkel schafft, sein Privatleben geheim zu halten, von einem verheerenden Brand in seiner Heimatstadt Neuruppin, wie Schinkels Friedrichswerdersche Kirche eine ganze Epoche begründet, von seinen Dioramen - dem Kino des 19. Jahrhunderts. Die Berliner Stadtlandschaft wäre nicht, was sie ist - ohne den am 13. März 1781 geborenen Karl Friedrich Schinkel. Im Auftrag des Königs entwirft er Bauwerke und Plätze, die noch heute faszinieren: Die Neue Wache Unter den Linden zum Beispiel oder das Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Mit dem Alten Museum, seit 1999 Teil des Weltkulturerbes Berliner Museumsinsel, legt Schinkel den Grundstock zum "Spree-Athen" und begründet seinen Ruf als Wegbereiter der Moderne. Doch es ist nicht nur die Architektur, die ihn berühmt macht. Schinkel ist ein Universalgenie. Er schafft Gemälde und entwirft Bühnenbilder - legendär der tiefblaue Sternenhimmel für die Königin der Nacht in Mozarts Oper "Zauberflöte". Auch Innendekorationen, Möbel, Skulpturen und Kronleuchter gehören zu seinem Programm. Bis zu seinem Tod 1841 ist ein Skizzenblock sein ständiger Begleiter. Noch heute lagern 6.000 Blätter von seiner Hand im Kupferstichkabinett Berlin. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Andreas Bernhard, Kunsthistoriker, Berlin Andreas Bernhard: Karl Friedrich Schinkel. Führer zu seinen Bauten. Band I und II. München, Berlin 2006 Jörg Trempler: Karl Friedrich Schinkel. Baumeister Preußens. München 2012 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 29.01.1996 - Todestag des Architekten Julius Posener Zeitzeichen: 06.02.2006 - Der Palast der Republik wird abgerissen Zeitzeichen: 26. Mai 2006 - Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD-Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Almut Finck Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother Technik: Annette Skrzydlo

  • March 12 · 14 min

    Wie Lady Hester Stanhope zur "Königin der Wüste" wurde

    Ein Oberschicht-Leben im britischen Empire - das lehnt Lady Hester Stanhope (geb. am 12.3.1776) ab. Sie will sich ein neues Leben im Orient aufbauen. Und scheitert. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Seebaum: von einer ungewöhnlichen Krönung unter dem Triumphbogen von Palmyra, welchen Einfluss ein christlicher Sektengründer auf Stanhopes Leben nimmt, wie opulent die Lady im libanesischen Bergdorf Djoun residiert, warum das extravagante Leben der Lady Hester Stanhope in Armut und Einsamkeit endet. Lady Hester Stanford stammt aus bestem Hause und bewegt sich entsprechend in den besten Kreisen. Als ihr Onkel William im Jahr 1804 seine zweite Amtszeit als Premierminister antritt, zieht die 28-Jährige mit ihm in Downing Street 10 ein. Sie führt dem ewigen Junggesellen den Haushalt, organisiert das Sozialleben und erlebt nebenbei Ränkespiele und Doppelmoral der Reichen und Mächtigen aus nächster Nähe. Drei Jahre nach dem Tod ihres Onkels trifft sie im Jahr 1809 Vorbereitungen für eine größere Reise. Gemeinsam mit ihrem jungen Leibarzt Charles Meryon bricht sie in Richtung der britischen Festung Gibraltar auf. Dort lernt Stanhope den elf Jahre jüngeren Michael Bruce kennen und lieben. Gemeinsam ziehen sie immer weiter in Richtung Osten, bis in den Libanon. Dort herrscht Lady Hester Stanhope in einem verlassenen Bergkloster bis zu ihrem Tod, also für fast drei Jahrzehnte - und wird so zu Europas "Königin der Wüste" und zur "Mystery Lady of the Orient". Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Armin Strohmeyr, Autor und Stanhope-Biograf Prof. Dr. Jens-Peter Hanßen, Leiter des Orient-Instituts der Max-Weber-Stiftung in Beirut Armin Strohmeyr: Lady Hester Stanhope. Königin des Orients, Konstanz 2021 Christian Birch (Hg.): Denkwürdigkeiten der Lady Esther Stanhope. Erzählt von ihr selbst in Unterredungen mit ihrem Arzte, Stuttgart 1846. Nachdruck, London 2017 Weiterführende Links: WDR Zeitzeichen: 14.11.1889 - Nellie Bly und Elisabeth Bisland starten ihr Rennen um die Welt Planet Wissen: Kolonialismus – Europas Kolonien SWR Kultur: Wer war Lawrence von Arabien - Held oder Verräter? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Seebaum Redaktion: Frank Zirpins

  • March 11 · 14 min

    Der Vater der Tigerente: Janosch wird 95

    Mit "Oh wie schön ist Panama" gelingt Janosch (geb. am 11.3.1931) ein Welterfolg. Dabei wollte er mit einem Kitschbuch Rache an der Welt nehmen. Es kommt zum Glück anders! In diesem Zeitzeichen erzählt Fritz Schaefer: wie Janosch unter dem Pseudonym "Wondrak" zum Kolumnisten im Zeit-Magazin wird, wer dem Endzwanziger Horst Eckert den Künstlernamen "Janosch" gibt, wie Janosch die Rechte an seinen eigenen Werken verliert, warum Janosch gegen eine bestimmte Leberwurst eine Aversion hat. Geboren wird "Janosch" als Horst Eckert in Oberschlesien. Schon als Kind bekommt er den ersten Tuschkasten geschenkt. Er will Maler werden. Doch zunächst macht er eine Lehre als Schmied, besucht später eine Textilfachschule und arbeitet anschließend mehrere Jahre in einer Weberei. Sein Ziel bleibt aber die Kunst. Nach einigen Misserfolgen gelingt ihm 1978 mit der illustrierten Kindergeschichte "Oh wie schön ist Panama" ein internationaler Erfolg. Auch das Nachfolgewerk "Post für den Tiger" wird ein weltweiter Bestseller. Doch Janosch hadert mit dem Erfolg und dem Leben. Er gerät in Konflikte mit seinen Verlegern, verfällt wie sein Vater dem Alkohol, hat körperliche und seelische Probleme. Ruhe findet Janosch schließlich auf den Kanarischen Inseln. Seit den 1990er-Jahren lebt er dauerhaft auf Teneriffa. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Tillmann Prüfer (Leitender Redakteur bei der "Zeit" und betreuender Redakteur der "Wondrak"-Kolumne im "Zeit-Magazin" Weiterführende Links: Planet Wissen: Helden in Kinderbüchern Stichtag: 15. März 1978 - Janoschs Kinderbuch "Oh, wie schön ist Panama" erscheint Planet Wissen: Lesen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Fritz Schaefer Redaktion: Matti Hesse

  • March 10 · 14 min

    Des Königs neue Kleiderordnung und der Hutaufstand von Madrid

    Am 23. März 1766 eskaliert in Spaniens Hauptstadt ein Volksprotest. Was mit neuen Kleidungsvorschriften begonnen hat, wächst sich zur veritablen Staatskrise aus. In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk: warum besonders der Marqués de Esquilache den Zorn der Spanier weckt, mit welchen Maßnahmen dieser Minister und König Karl III. Spanien modernisieren, wovon König Karl III. und seine Frau Maria Amalia beim Einzug in Madrid schockiert sind, unter welchem Beinamen König Karl III. in die Geschichte eingehen möchte, warum der König die Bewohner Madrids mit Kindern vergleicht. Als Karl III. im Jahr 1759 unverhofft die Nachfolge auf dem Spanischen Thron antreten muss, unternimmt er große Anstrengungen, um sein Reich zu modernisieren. Das Land wird von Adelsfamilien und der Kirche dominiert. Karl beschneidet zu deren Missfallen die Privilegien beider Gruppen und belegt sie mit Steuern. Mit Verboten weckt er auch den Zorn des Volkes. Der Minister des Königs, der Marqués de Esquilache, überspannt schließlich den Bogen: Am 10. März 1766 verbietet er das Tragen breitkrempiger Sombreros und langer Mäntel. Den Spaniern wird befohlen, französische Kleidung zu tragen, kurze, enge Jacken und dazu einen Dreispitz. Es kommt zum Aufstand. Karl gibt dem Druck nach und macht den Aufständischen weitgehende Zugeständnisse. Eines ist die Verbannung von Esquilache, der aus der Regierung ausgeschlossen und als Botschafter nach Venedig geschickt wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Christian von Tschilschke, Uni Münster Walther L. Bernecker und Horst Pietschmann: Geschichte Spaniens. Stuttgart 1993 Horst Pietschmann: Karl III. (1759–1788). In: Walther L. Bernecker, Carlos Collado Seidel und Paul Hoser (Hrsg.): Die spanischen Könige. 18 historische Porträts vom Mittelalter bis zur Gegenwart. München 1997 Weiterführende Links: Planet Wissen: Geschichte der Stadt Madrid Rainer Wohlfeil: Brot - Olivenöl - Kichererbsen. Eine Studie zur „Lebensqualität“ der Unterschichten im Spanien Karls III. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Maren Gottschalk Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Sarah Fitzek

  • March 9 · 14 min

    Der Namensgeber Amerikas: Großer Entdecker oder ein Hochstapler?

    Amerigo Vespucci: Nach seinem Vornamen ist der Kontinent Amerika benannt. Doch wer war er (geboren wohl am 9.3.1451): Seefahrer und großer Entdecker - oder ein Hochstapler? In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath: wie Vespucci 32 Seiten unsterblich machen, warum er selbst nichts von seinem Ruhm mitbekommt, wie aus dem Kaufmann Vespucci einer der besten Seefahrer seiner Zeit wird. Ist Amerigo Vespucci ein Hochstapler oder ein wagemutiger Seefahrer? Daran scheiden sich lange die Geister. Fest steht: Er ist der Mann, der Amerika den Namen gibt. Vespuccis Stunde schlägt erst nach den Entdeckungsreisen von Christoph Kolumbus: Mit mehreren Expeditionen, die endlich Reichtümer finden sollen, macht sich der Florentiner Patriziersohn und Buchhalter der Medici auf den Weg gen Westen. Sein Reisebericht "Mundus Novus" aus dem Jahr 1502 wird zum Bestseller, denn Vespucci präsentiert darin eine Sensation: Dort im Westen liegt nicht Indien, sondern ein riesiger, bisher unbekannter Kontinent. Diesen nennt der elsässische Kartograf Martin Waldseemüller in seiner neu erstellten Weltkarte von 1507 "Amerika" - in Anlehnung an Amerigo. Vespucci und Kolumbus teilen sich den Ruhm: Denn der hat die für Europäer "Neue Welt" entdeckt, aber Vespucci sie als solche erkannt. Das ist unsere wichtigste Quelle und Interviewpartnerin: Ingrid Schwamborn, Romanistin und Übersetzerin des Soderini-Briefes Robert Wallisch: Der Mundus Novus des Amerigo Vespucci, Wien 2012 Weiterführende Links: ZDF - Terra X: Der Mann, der Amerika seinen Namen gab - Amerigo Vespucci Zeitzeichen: 12. Oktober 1492 - Christoph Kolumbus betritt den amerikanischen Kontinent WDR: Christoph Kolumbus - Entdecker, Eroberer, Ausbeuter Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen gibt's zu hören in ARD-Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Kath Redaktion: Matti Hesse

  • March 8 · 15 min

    Geschichte des Frauentags: Langer Kampf um Gleichberechtigung

    Was für eine Geschichte steckt hinter dem Internationalen Frauentag, der im März 1911 zum ersten Mal stattfindet - und wie hat er sich seitdem verändert? Eine Zeitzeichen‑Sonderfolge zusammen mit Lost‑Sheroes‑Host Milena Straube. In diesem Zeitzeichen erzählt Franziska Rempe: wie der Frauentag nach Deutschland kommt, warum der Frauentag während der NS-Zeit zwar verboten, aber nicht vergessen ist, welche Bedeutung der Tag heute noch hat. Die Geschichte des Internationalen Frauentags beginnt im Jahr 1910. Die Sozialistin Clara Zetkin setzt sich für einen Tag ein, an dem Frauen aus aller Welt zusammenkommen und ihre Forderungen nach Gleichberechtigung im Mittelpunkt stehen. Im März 1911 wird der Internationale Frauentag zum ersten Mal in Deutschland und seinen Nachbarländern gefeiert. Damals geht es vor allem um das Wahlrecht und bessere Arbeitsbedingungen für Frauen. Erst seit 1921 ist der 8. März Weltfrauentag. Das Datum erinnert an den Streik russischer Textilarbeiterinnen gegen das zaristische Russland. Es dauert noch bis 1977, ehe die UN-Generalversammlung den Frauentag offiziell anerkennt. Heute ist der Internationale Frauentag in 28 Ländern ein gesetzlicher Feiertag. Beendet ist der Kampf um Gleichberechtigung damit längst nicht. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Birgit Kiupel, Historikerin und Musikwissenschaftlerin, tätig beim Digitalen Deutschen Frauenarchiv Angelika Schaser: Frauenbewegung in Deutschland 1848-1933. Darmstadt 2020 Gisela Notz: Der Internationale Frauentag und die Gewerkschaften. Geschichte(n) - Tradition und Aktualität Weiterführende Links: Zeitzeichen: 20. Juni 1933 - Todestag der KPD-Politikerin Clara Zetkin WDR: Frauentag: Rolle rückwärts bei der Gleichberechtigung? Digitales Deutsches Frauenarchiv: Mit Freundinnen die Welt verändern - raus zum 8. März! Hörtipp: Lost Sheroes mit Host Milena Straube Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Franziska Rempe Redaktion: Matti Hesse

  • March 7 · 14 min

    "Weiberwirtschaft": das Scheitern der ersten Frauenbank

    Im Jahr 1916 schließt im Deutschen Reich die erste Bank von Frauen für Frauen. Ihr Ende markiert einen Rückschlag auf dem Weg zu finanzieller Gleichstellung. In diesem Zeitzeichen erzählt Doris Arp: warum sich die Frauenbewegung kaum für Geld interessiert, wie sich Frauen durch eine eigene Bank mehr Einfluss erhoffen, wer zu den Kundinnen der Frauenbank zählt, warum das Geldinstitut scheitert. Anfang des 20. Jahrhunderts haben Frauen zwar erste Rechte erkämpft, doch über ihr eigenes Geld bestimmen Väter, Ehemänner oder ein Vormund. Abhilfe schafft 1910 ein mutiges Projekt: ein ausschließlich von Frauen geführtes Kreditinstitut. In Berlin können Frauen nun erstmals selbstbestimmt ein Konto eröffnen, Geld anlegen oder Kredite aufnehmen. Das nötige Finanzwissen liefert die hauseigene Zeitschrift "Frauenkapital". Die männlich dominierte Finanzwelt ist empört und warnt vor einer angeblichen "Übernahme des Kapitals" durch die Frauen. Einige fürchten sogar eine weibliche Weltherrschaft. Dazu kommt es nicht, die Frauenbank muss wegen Zahlungsunfähigkeit 1916 wieder schließen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Gilla Dölle, Archiv der Deutschen Frauenbewegung Kassel Helma Sick, Autorin und Gründerin einer der ersten Frauenfinanzberatungen (Frau & Geld) Gilla Dölle: Die (un)heimliche Macht des Geldes. Finanzierungsstrategien der bürgerlichen Frauenbewegung in Deutschland zwischen 1865 und 1933. Frankfurt a.M. 1997 Helma Sick und Renate Fritz: Frau und Geld. Wie Frauen finanziell unabhängig werden. München 2021 Helma Sick und Renate Schmidt: Ein Mann ist keine Altersvorsorge. Warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist. München 2019 Weiterführende Links: Digitales Deutsches Frauenarchiv: Ohne ökonomische Macht keine Emanzipation - die Berliner Frauenbank (1910-1916) Zeitzeichen: 30.11.1918 - Frauenwahlrecht in Deutschland Zeitzeichen: 13.03.1895 - Die Feministin Louise Otto-Peters stirbt in Leipzig Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Doris Arp Redaktion: Christoph Tiegel und Seva Inci Suvak

  • March 6 · 14 min

    Kosmische Heldin und Putins Satellit: Walentina Tereschkowa

    Sie war die erste Frau im Weltall - bis heute ist Walentina Tereschkowa die einzige Frau, die alleine die Erde umkreist hat. Die 89-jährige Duma-Abgeordnete (geb. am 6.3.1937) sehnt sich nun auf den Mars. In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger: dass der Flug von Tereschkowa nicht so glatt läuft, wie sie lange behauptet, warum ihre Fähigkeiten beim Fallschirmsprung für sie überlebenswichtig sind, von einem Wettkampf im All zwischen der Sowjetunion und den USA, von der bis heute männerdominierten Welt der Raumfahrt. Sie wird gefeiert als Heldin des Sozialismus: Walentina Tereschkowa ist 1963 die erste Frau im Weltraum. Knapp drei Tage verbringt sie im All, in der engen Raumkapsel "Wostok 6". Tereschkowa war Arbeiterin in einer Textilfabrik, jetzt jubeln ihr tausende Menschen auf dem Roten Platz in Moskau zu. Unter den Gratulanten ist auch Staatschef Nikita Chruschtschow. Ihr Porträt im weißen Kosmonautenhelm erscheint auf Plakaten, Briefmarken - und in den Geschichtsbüchern. Trotzdem kommt die Gleichberechtigung im All auch nach ihrem Weltraumflug nur langsam voran. Heute sitzt Walentina Tereschkowa seit über zehn Jahren im russischen Parlament. Für die Partei, die vom alten Sowjetreich träumt, das sie so geprägt hat. Seite an Seite mit Wladimir Putin. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen: Julia Richers, Osteuropa-Expertin, Historisches Institut Uni Bern Maiken Nielsen, Wissenschaftsjournalistin und Buchautorin Nicole Sehrig, stellvertretende Leitung Volkssternwarte Bochum Maiken Nielsen: Space Girls, Hamburg 2019 Weiterführende Links: ARD Retro Spezial DDR: Valentina Tereschkowa und Juri Gagarin bei Kranzniederlegung Ready for Liftoff! Der Raumfahrt-Podcast: "Gleichberechtigung im Kosmos" - Rabea Rogge, Walentina Tereschkowa und andere erste Frauen im All SWR Retro: Juri Gagarin Stichtag: 03. November 1957 - Sputnik II startet mit Hündin Laika an Bord Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Frank Zirpins

  • March 5 · 14 min

    Rosa Luxemburg: Mut gegen Macht

    Nur 1,48 Meter groß, musste sich Rosa Luxemburg (geboren am 5.3.1871) oft auf einen Stuhl stellen, um gesehen zu werden. Was die mutige Denkerin und Politikerin zu sagen hatte, ist auch heute noch wichtig zu hören. In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock: warum Rosa Luxemburg in der DDR zur verehrten Ikone wird und zugleich umstritten bleibt, wie hinter der politischen Kämpferin ein sensibler, naturverbundener Mensch sichtbar wird, und weshalb ihr kompromissloses Eintreten für Freiheit bis heute nachwirkt. Rosa Luxemburg, ein Name voller Gefühl, geprägt von Verehrung und Ablehnung zugleich. Geboren 1871 im damals russisch besetzten Polen, wächst sie unter einfachen Bedingungen auf, erfährt früh Diskriminierung und entwickelt einen unstillbaren Wissensdurst. In Zürich findet sie zur Politik, wird zur brillanten Rednerin, scharfzüngigen Denkerin und führenden Stimme der Arbeiterbewegung. Sie kämpft gegen Krieg, für soziale Gerechtigkeit und politische Freiheit, und scheut auch den Widerspruch in den eigenen Reihen nicht. Gleichzeitig zeigen ihre Briefe eine andere Seite: eine Frau, die Natur, Musik und die kleinen Momente des Lebens liebt. 1919 wird Rosa Luxemburg ermordet. Sie bleibt eine prägende Figur der deutschen Geschichte, deren Leben und Denken bis heute viele Menschen beschäftigt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Sahra Wagenknecht, Politikerin Jörn Schütrumpf, Historiker Uwe Sonnenberg, Jörn Schütrumpf: Rosa Luxemburg in der deutschen Revolution. Eine Chronik, o.O., 2020 Rosa Luxemburg: Briefe. Herzlichst Ihre Rosa, Berlin, 1990 Max Gallo: Rosa Luxemburg. Eine Biographie, Zürich, 1993 Erhard Lucas-Busemann: Die Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts, Oldenburg, 1990 Weiterführende Links: Rosa-Luxemburg-Stiftung WDR Zeitzeichen: Mit der "Roten Kapelle" gegen Hitler: Cato Bontjes van Beek WDR Zeitzeichen: Rita Süssmuth wird Bundestagspräsidentin (am 25.11.1988) WDR Zeitzeichen: Das weiblichste Parlament der Welt in Ruanda WDR Zeitzeichen: Erna Scheffler - die erste Richterin am Bundesverfassungsgericht Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock Redaktion: David Rother

  • March 4 · 14 min

    Unschön fotografiert: So kam die Nofretete vom Nil an die Spree

    Im 14. Jahrhundert v. Chr. entsteht die berühmte Büste der Nofretete. Das altägyptische Meisterwerk ist bis heute rätselbehaftet – und Gegenstand einer Rückgabedebatte. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann: warum 1912 ein deutsches Grabungsteam einen Sandhügel in Tell el-Armana freilegt, mit welcher Systematik Forschungsleiter Ludwig Borchard vorgeht, wie am 6. Dezember 1912 die Büste der Nofretete ausgegraben wird, mit welcher List er die Ausfuhr des Kunstschatzes nach Berlin erreicht. "Lebensgroße bemalte Büste der Königin, 47 cm hoch. Farben wie eben aufgelegt. Arbeit ganz hervorragend. Beschreiben nützt nichts, ansehen!", notiert Ludwig Borchert am Abend des 6. Dezembers 1912 in sein Grabungstagebuch. Was der deutsche Forschungsleiter beschreibt, ist das rund 3.000 Jahre alte Abbild der Nofretete. Die Darstellung einer Frau, deren Schönheit die Zeit überdauert hat und über deren Leben und Tod wenig bekannt ist. Das deutsche Ausgrabungsteam spielt den Sensatonsfund gegenüber den zuständigen Beamten bewusst herunter, um die Büste nach Berlin bringen zu können. Erst 1924 wird sie dort erstmals öffentlich ausgestellt. Seither zählt Nofretete zu den großen Publikumsmagneten der Berliner Museen – und bis heute wird um ihre Rückgabe gestritten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Friederike Seyfried, Leiterin des Ägyptischen Museums in Berlin Professor Sebastian Conrad, Historiker mit dem Schwerpunkt Kolonialgeschichte Sebastian Conrad: Die Königin – Nofretetes globale Karriere. Berlin 2024 Weiterführende Links: DW Doku: Nofretete – Botschafterin oder Geisel? ZDF Info: Nofretete – Die Rätselhafte Staatliche Museen zu Berlin: Die Büste der Nofretete Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Ausstellung der Büste der Nofretete vor 100 Jahren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Tiemann Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup

  • March 3 · 13 min

    Hollywoods Leinwandgöttin: Platinblond und selbstbewusst

    Geboren als Harlean Harlow Carpenter (am 3.3.1911) wird Jean Harlow zu einem der größten Stars der Leinwand - bis zu ihrem frühen Tod. Ihr Look macht sie zur Ikone des Kinos. In diesem Zeitzeichen erzählt Gianna Felicita Scholten: wie aus Harlean Carpenter durch Zufall und Inszenierung der Star Jean Harlow wird, warum die "Platinblonde" zum Symbol einer neuen, selbstbestimmten Frauengeneration avanciert, und welchen Anteil Ruhm, Rollenbilder und Studiosystem an ihrem frühen Tod haben. Hollywood, 1937: Jean Harlow steht vor der Kamera - jung, berühmt, erschöpft. Wenige Tage später ist sie tot, mit nur 26 Jahren. Geboren 1911 in Kansas City, wächst Harlean Carpenter behütet auf, folgt ihrer Mutter nach Kalifornien und rutscht eher zufällig ins Filmgeschäft. Aus kleinen Statistenrollen entsteht rasch ein Starimage: platinblondes Haar, selbstbewusst, provokant. Sie prägt ein neues Frauenbild - aktiv, sichtbar, eigenständig. Doch mit dem Ruhm wächst der Druck. Verträge, Rollenklischees und gesundheitliche Probleme bestimmen ihr Leben. Während Hollywood sie zur Ikone macht, verliert sie zunehmend die Kontrolle über ihr eigenes Bild. Jean Harlow wird zur Projektionsfläche einer Branche, und bezahlt dafür einen hohen Preis. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Vinzenz Hediger (Leiter der Cinémathèque suisse, Filmwissenschaftler) David Stenn: Bombshell: The Life and Death of Jean Harlow, 1993 Curtis F. Brown: Jean Harlow: ihre Filme - ihr Leben, Heyne, 1979 Weiterführende Links: WDR Zeitzeichen: Filmzensur im Namen von Moral und Glauben WDR Zeitzeichen: Tagsüber Hollywooddiva, nachts Erfinderin: Hedy Lamarr WDR Zeitzeichen: Hattie McDaniel: Ausgegrenzt bis in den Tod ARTE: Brainwashed: Sexismus im Kino Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Gianna Felicita Scholten Redaktion: Frank Zirpins Technik: Nikita Sulzhenko

  • March 2 · 14 min

    Anna Maria Christmann: Als Mann verkleidet zog sie in den Krieg

    Am 2. März 1761 stirbt Anna Maria Christmann - eine weitgehend unbekannte Frau, die sich als Mann verkleidete und im Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg kämpfte. Doch ist die Geschichte auch wahr? In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler: wie ein Bettelmädchen aus Dürnau in Männerkleidern in den Krieg zieht, warum Anna Maria Christmann lange Zeit als Legende gilt, und wie ein unscheinbares Archivdokument ihre Geschichte bestätigt. Anna Maria Christmann wächst um 1700 in bitterer Armut auf, verliert früh ihre Eltern und schlägt sich als Bettelmädchen durch. Um zu überleben, verkleidet sie sich als Mann, arbeitet als Knecht und lässt sich schließlich als Soldat anwerben - unter dem Namen ihres Vaters. Sie kämpft im Türkenkrieg, wird verwundet, desertiert, wird zum Tode verurteilt und erst in letzter Minute begnadigt. Ihr bewegtes Leben endet schließlich in Stuttgart, wo sie als Briefträgerin arbeitet. Lange bleibt unklar, ob ihre Geschichte wirklich stimmt, die Quellen sind lückenhaft. Doch ein wiederentdecktes Gnadenschreiben des Herzogs belegt: Anna Maria Christmann hat tatsächlich als Soldat gedient. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Manfred Wolfhard, Heimatforscher aus Dürnau (Geburtsort Anna Maria Christmann) Charlotte Wagner (Studentin, die ihre Bachelor-Arbeit über Anna Maria Christmann geschrieben hat) Dorothea Keuler: Provokante Weibsbilder: Historische Skandale aus Baden und Württemberg. Silberburg, Tübingen 2011 Allgemeine deutsche Bürger- und Bauern-Zeitung: ein Organ zur Verhandlung allgemein interessanter Volks-Angelegenheiten, […], Bd. 3, Regensburg 1833, S. 614 Weiterführende Links: WDR Zeitzeichen: Todestag von Eleonore Prochaska, Soldatin in Männerkleidung WDR Zeitzeichen: Reporterin an vorderster Front: Marguerite Higgins WDR Zeitzeichen: Boudicca: Wie die keltische Rebellin London niederbrannte WDR Zeitzeichen: "Die tollkühnste Frau der Welt": Lola Montez Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redakteur: Matti Hesse Technik: Sascha Schiemann

  • March 1 · 14 min

    Frauen in der Polizei: Von der Notbesetzung zur Gleichstellung

    Im März 1961 sorgen vier Frauen in Uniform für Aufsehen: Erstmals überwachen Polizistinnen den Parkraum. Ein Erfolg im jahrelangen Kampf um Gleichberechtigung im Dienst. In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz: wann eine Frau zum ersten Mal die Mitarbeit von Frauen im Polizeidienst fordert, welche Aufgaben die Weibliche Kriminalpolizei in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus hat, wie holprig die Integration von Frauen in den regulären Polizeidienst ab den 1970er-Jahren verläuft, wie es heute mit der Gleichberechtigung bei der Polizei aussieht. Frankfurt am Main ist die erste Stadt im Bundesgebiet, in der auch Frauen die Polizeiuniform tragen. Die ersten vier Hilfspolizistinnen erhalten vier Wochen lang eine Kurzausbildung. Auch wenn sie zunächst nur prüfen, ob die Parkuhren abgelaufen sind – ihr Einsatz in Uniform ist ein Meilenstein, nachdem Frauen lange von der klassischen Polizeiarbeit ausgeschlossen waren. Frauen fordern damals zwar seit Langem, zum Polizeiberuf zugelassen zu werden. Erlaubt wird ihnen das 1961 aber nur, weil Arbeitskräfte fehlen. Davor hat es immer mal wieder Frauen bei der Polizei gegeben. 1903 wird Henriette Arendt als erste Frau Polizeiassistentin, in Stuttgart bei der kommunalen Polizei. Sie kümmert sich um verwahrloste Kinder, kriminelle Jugendliche und weibliche Opfer von Straftaten. Auch in anderen Städten werden später Frauen bei der Polizei zunächst nur für soziale Aufgaben eingesetzt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dirk Götting (Historiker, Lehrbeauftragter Polizeiakademie, Leiter Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte) Ute Dirks (Polizistin) Cathrin Bergjohann (Polizeikommissarin, Leiterin der Geschäftsstelle Polizeischutz für die Demokratie an der Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte) Bettina Blum: "Frauenwohlfahrtspolizei" - "Emma Peels" - "Winkermiezen". Frauen in der deutschen Polizei 1903 bis 1970. SIAK-Journal 2012 Weiterführende Links: SWR: Frauen in der Kriminalpolizei - Der lange Weg zur Ermittlerin ARD alpha: Bundespolizistin in der Bundespolizei-Inspektion Freilassing ZDF 37 Grad: Im Dienste des Staates - Ich werde Polizist*in Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Jana Magdanz Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak Technik: Sarah Fitzek

  • February 28 · 14 min

    Ein AKW spaltet die Gesellschaft: Protest gegen Brokdorf

    Zehntausende ziehen schon in den Tagen vor dem 28.2.1981 zur Baustelle der Atomanlage von Brokdorf - um gegen Atomenergie zu protestieren, notfalls ohne Genehmigung. In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting: mit welchen Argumenten die Stromwirtschaft ein AKW in der Wilstermarsch bauen will, welche Sorgen und Bedenken die Atomkraft-Gegner haben, was mit der "Schlacht von Brokdorf" gemeint ist, warum die Situation am 28. Februar 1981 zum Teil eskaliert, wie 1985 der Brokdorf-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts die Demokratie stärkt. Am 6. Februar 1981 rollen Bagger auf das Baugelände des geplanten AKW Brokdorf. Das löst eine der größten Protestwellen in der Geschichte der Bundesrepublik aus: 50 Organisationen von Atomkraftgegnern rufen zu einer Demonstration auf, die man heute als "Großdemonstration Brokdorf" kennt. Am 23. Februar 1981, fünf Tage vor der Großdemo, erlässt der Landrat des Kreises Steinburg eine Allgemeinverfügung: Sie verbietet jegliche Proteste am Bauplatz und in der gesamten Wilstermarsch. Zunächst können die Veranstalter die Durchführung der Demonstration gerichtlich durchsetzen. Einen Tag vor der Großdemo bestätigt wiederum das Oberverwaltungsgericht Lüneburg das Versammlungsverbot in weiten Teilen. Doch zu diesem Zeitpunkt sind die Demonstranten längst auf der Anreise. Rund 10.000 Polizisten und 100.000 Protestierende treffen aufeinander. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Frank Uekötter (Professor für Technik- und Umweltgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum) Heinrich Voss (Landwirt und Demonstrant aus Brokdorf) Frank Uekötter: Atomare Demokratie. Eine Geschichte der Kernenergie in Deutschland. Stuttgart 2023 Weiterführende Links: Panorama: AKW Brokdorf - Die Demonstranten und die Polizei Panorama: Das Fahndungsfoto - Ermittlungen im Fall "Brokdorf" 1981 tagesschau.de: Aus für die Atomenergie - "Eine gewisse Genugtuung" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Das sind die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Stephan Beuting Redaktion: Frank Zirpins

  • February 27 · 14 min

    Iwan Pawlow: Mehr als der berühmte "Pawlowsche Hund"

    Warum war die Entdeckung des Speichelreflexes vom "Pawlowschen Hund" ein derartiger Paukenschlag? Und wieso prägte Iwan Pawlow (gestorben am 27.2.1936) Medizin und Psychologie dauerhaft? In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg: wie ein Zufall im Labor Pawlow auf die Spur des Lernens durch Reize bringt, warum seine Forschung die bisher vorherrschende Trennung von Körper und Geist infrage stellt, warum seine Experimente mit Hunden heute auch kritisch gesehen werden, und weshalb seine Ideen dennoch bis heute Psychologie und Verhaltenstherapie prägen. Wer den Namen Pawlow hört, denkt fast automatisch an den Hund, der beim Klang einer Glocke zu sabbern beginnt. Was wie ein simples Experiment wirkt, ist Anfang des 20. Jahrhunderts eine wissenschaftliche Sensation. Der russische Physiologe Iwan Pawlow zeigt, dass Körperreaktionen erlernt werden können: Wird die Futtergabe immer wieder mit einem Ton gekoppelt, reicht irgendwann der Ton allein, um Speichelfluss auszulösen. Geboren 1849 als Sohn eines Priesters, sollte Pawlow selbst Geistlicher werden. Doch im Seminar entdeckt er seine Leidenschaft für die Naturwissenschaften. In St. Petersburg erforscht er Herz, Nerven und Verdauung, erhält 1904 den Nobelpreis und wird weltberühmt. Seine Versuche zeigen: Verhalten lässt sich durch Reize formen. Sowohl beim Tier als auch beim Menschen. Damit wird Pawlow zu einem Pionier der modernen Verhaltensforschung und Psychosomatik. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Igor Polianski, Medizinhistoriker an der Universität Ulm Daniel P. Todes: Ivan Pavlow, A Russian Life in Science, 2014. The Nobel Prize: Ivan Pavlov Weiterführende Links: Nobelpreis für einen Zufall: Röntgens revolutionäre Strahlen Begründer der Allergielehre - Der Kinderarzt Clemens von Pirquet Ernst Kretschmer, Psychiater (Geburtstag 08.10.1888) Barbara McClintock, US-Genetikerin (Geburtstag, 16.06.1902) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: Matti Hesse Technik: Moritz Raestrup

  • February 26 · 14 min

    Prädikat Spätlese: Qualitätswein aus faulen Trauben

    Ein verspäteter Reiter, verschrumpelte Trauben und ein überraschend süßer Geschmack: So entsteht 1776 am Johannisberg aus einem Zufall die berühmte Spätlese. In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler: wie ein verspäteter Bote im Rheingau die erste berühmte Spätlese möglich macht, warum ein Fürstabt im 18. Jahrhundert auf weniger Menge, aber bessere Qualität setzt, und wie verschrumpelte, von Edelfäule befallene Trauben zu kostbarem Wein werden. Seit mehr als tausend Jahren wird am Johannisberg im Rheingau Wein angebaut. Doch im Jahr 1775 geschieht dort ein kleines "Ohngefähr", wie man damals Zufall sagt: Der Bote, der die Erlaubnis zur Lese aus Fulda bringen soll, kommt viel zu spät zurück. Die Trauben hängen länger am Stock, schrumpeln, werden von einem Pilz befallen. Die Mönche haben keine Wahl, sie keltern trotzdem. Das Ergebnis überrascht alle: ein süßer, aromatischer Wein, wie ihn noch niemand gekostet hat. Aus diesem Missgeschick wird eine neue Regel. Fortan wartet man bewusst länger mit der Ernte. So entsteht die Spätlese, ein Zufallsprodukt, das den Johannisberg weltberühmt macht. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Leo Gros (Weinkenner und Liebhaber, Chemiker) Stefan Doktor (Geschäftsführer Weingut Johannisberg) die Rheingauer Weinprinzessin "Alina" Weiterführende Links: Planet Wissen: Geschichte des Weins Dom Pérignon: Der Mönch und der Champagner-Mythos Vom Fusel zum Qualitätswein? Das Weinpanscherurteil Thomas Jefferson, amerikanischer Präsident (Geburtstag 13.04.1743) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Carolin Rückl , Frank Zirpins Technik: Sascha Schiemann