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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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  • April 26 · 16 min

    Vom Mittelalter zur Renaissance: Petrarca auf dem Mont Ventoux

    Aus Neugier erklimmt der Dichter den Gipfel. Sein Bericht vom 26.4.1336 beschreibt göttliche Erkenntnis, aber auch die schöne Aussicht - und gilt als kulturhistorischer Wendepunkt. In diesem Zeitzeichen erzählt Raoul Mörchen: warum der Aufstieg auf den Mont Ventoux vielleicht nie stattgefunden hat, wieso ein Dichter des 14. Jahrhunderts als moderner Mensch gilt, und weshalb ein Gipfelerlebnis mehr über Zweifel als über Triumph verrät. Ein Mann macht sich auf den Weg, angeblich nur aus Neugier. Francesco Petrarca, Dichter, Gelehrter, ein früher Intellektueller Europas. Sein Ziel: der Mont Ventoux, ein windumtoster Riese in der Provence. 1336 soll er den Gipfel erklommen haben. Doch ob er wirklich oben war, bleibt ungewiss. Petrarca berichtet von Mühen, Umwegen und einem atemberaubenden Blick über Wolken und Berge. Doch oben angekommen, geschieht etwas Unerwartetes: In einem Buch des Kirchenvaters Augustinus liest er eine Mahnung, wer nur die Welt bestaunt, verliere sich selbst. Zwischen Neugier und Glauben, zwischen Naturbegeisterung und Selbstzweifel: Sein oft zitierter Ventoux-Brief erzählt weniger von einem Sieg über den Berg als von einem inneren Konflikt. Vielleicht war der Aufstieg am Ende kein reales Abenteuer, sondern eine Reise in die eigene Seele. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Andreas Kablitz, Romanist und ehemaliger Direktor des Kölner Petrarca-Instituts. Francesco Petrarca: Der Aufstieg auf den Mont Ventoux (Fam. IV,1), in: Epistolae familiares, z. B. Stuttgart, 1999. Weiterführende Links: Albertus Magnus: Der Bettelmönch, der alles wissen wollte Der Namensgeber Amerikas: Großer Entdecker oder ein Hochstapler? Gipfelstürmer und Geschichtenerzähler: Luis Trenker James Cook entdeckt das Great Barrier Reef (am 11.6.1770) Fahrrad und Feminismus: die irische Pädagogin Sophie Bryant Das ist unser Hör-Tipp: Tschernobyl. Die Katastrophe und wir Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Raoul Mörchen Redaktion: Sefa Suvak und Carolin Rückl

  • April 25 · 14 min

    Meilensteine der Weltliteratur: Homer schreibt Ilias und Odyssee

    Zwei Epen, ein Mythos: Ilias und Odyssee prägen bis heute das Erzählen von Krieg, Heimkehr und Sinnsuche. Wer war Homer - und warum wirken diese Geschichten bis heute? In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger: warum Ilias und Odyssee schon in der Antike echte "Blockbuster" sind, weshalb bis heute unklar bleibt, ob es Homer als einzelne Person überhaupt gegeben hat, wie mündliche Erzähltraditionen zu zwei zusammenhängenden Epen werden, wie Gewalt, Trauma und Rückkehr die Menschen damals wie heute beschäftigen. Es sind zwei Geschichten: Die Ilias erzählt vom Zorn des Achill und vom Krieg um Troja. Die Odyssee schildert die lange, gefährliche Heimfahrt des Odysseus nach Ithaka. Beide Epen entstehen vermutlich im 8. oder frühen 7. Jahrhundert vor Christus und treffen den Nerv einer Zeit voller Gewalt und Unsicherheit. Ob Homer ein einzelner genialer Dichter ist oder das Werk professioneller Sänger verdichtet, bleibt offen. Sicher ist: Die Geschichten verbinden individuelle Schicksale mit großen Fragen nach Ehre, Gemeinschaft und Identität. Genau darin liegt ihre bis heute ungebrochene Wirkung – als Ursprung europäischer Literatur und als Erzählungen, die immer wieder neu gelesen werden können. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Jonas Grethlein (Professor für Altphilologe, Universität Heidelberg) Bernhard Zimmermann (emeritierter Professor für klassische Philologie, Universität Freiburg) Homer: Ilias - Odyssee. München 2002 Jonas Grethlein: Die Odyssee. Homer und die Kunst des Erzählens. München 2017 Weiterführende Links: ARD alpha: Klassiker der Weltliteratur - Homer Arte: Die großen Mythen - Ilias und Odyssee ZDF: Superhelden - Odysseus Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Matti Hesse

  • April 24 · 16 min

    Frankreich zwischen Ruhm und Schuld: Henri Philippe Pétain

    Henri Philippe Pétain, geb. am 24.4.1856, wird als General im 1. Weltkrieg zum Nationalhelden. Im 2. Weltkrieg führt er das Vichy-Regime und kollaboriert mit Deutschland. In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz: wie eng die Leben von Henri Philippe Pétain und Charles de Gaulle miteinander verflochten sind, welche rechtsradikalen Ziele Pétain auch unabhängig von den Nationalsozialisten verfolgt, wie das Vichy-Regime und die SS konkret bei der Judenverfolgung zusammenarbeiten, wann Pétain jeden Rückhalt in der französischen Bevölkerung verliert, wo im Juli 1945 der Prozess gegen den 89-jährigen Marschall und Politiker beginnt. Die Karriere von Henri Philippe Pétain beginnt im Ersten Weltkrieg. In der Schlacht von Verdun gilt er als besonnener Militär, der das Leben seiner Soldaten schont. Dieser Ruf macht ihn nach 1918 zu einer nationalen Integrationsfigur. Als Frankreich im Zweiten Weltkrieg von Nazi-Deutschland überfallen wird, erscheint der 84-jährige Marschall vielen als letzter Garant für Ordnung und Ehre. Pétain übernimmt 1940 Frankreichs Regierung und kollaboriert mit dem Angreifer. Das Land wird geteilt: in einen von den Deutschen besetzten Norden und einen von Pétain verwalteten Süden. Dort errichtet er in Vichy einen autoritären Staat, in dem politische Gegner verfolgt werden, antisemitische Gesetze gelten und man sich an der Deportation von Juden beteiligt. Nach der Befreiung Frankreichs wird Pétain zum Tod verurteilt, dann aber begnadigt. Er stirbt 1951 in der Verbannung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Matthias Waechter (Historiker, Buchautor und Direktor des Hochschulinstituts CIFE in Nizza) Matthias Waechter: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. München 2019 Wilfried Loth: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Frankfurt 1995 Michael R. Marrus, Robert O. Paxton: Vichy France and the Jews. Stanford 1995 Robert O. Paxton: Vichy France. Old Guard and New Order 1940-1944. New York 1982 Weiterführende Links: BR: Schlacht von Verdun - Pétains Rotationssystem "Noria" Funk: Die Geschichte des Vichy-Regimes DLF: Prozess gegen Pétain - Vom Kriegshelden von Verdun zum Hochverräter Das ist unser Hör-Tipp: Alles Geschichte: Leni Riefenstahl - Influencerin des Bösen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Joachim Heinz und Markus Harmann Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse Technik: Annett Bastian

  • April 23 · 14 min

    Aethelred "the Unready": Mythos eines schwachen Königs

    Ein Versager, unbereit, unfähig gegen die Wikinger: So lautet das Urteil der Chronisten über Aethelred (gest. 23.4.1016). Dabei erzählt sein Beiname eigentlich eine andere Geschichte. In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer: warum König Aethelred bis heute als "der Unfertige" gilt, wie ein ungeklärter Mord seine Herrschaft überschattet, weshalb England immer wieder von Wikingerangriffen erschüttert wird. Aethelred, geboren um 967, kommt früh auf den Thron, nach dem gewaltsamen Tod seines Halbbruders. Ein Verbrechen, das nie aufgeklärt wird und wie ein Schatten über seiner Regentschaft liegt. Schon seine Zeitgenossen urteilen hart über ihn. Doch sein Beiname "the Unready" bedeutet wohl eher "schlecht beraten" als unfähig. Als junger König ringt Aethelred mit mächtigen Adligen, trennt sich von Beratern und trifft Entscheidungen, die für Unruhe sorgen. Die Lage eskaliert, als Aethelred 1002 ein Massaker an Dänen anordnet. Die Folge: noch heftigere Angriffe der Wikinger. Schließlich muss er ins Exil fliehen und kehrt doch zurück. Als er 1016 stirbt, ist sein Ruf längst beschädigt. Doch vielleicht, so vermuten Historiker heute, wurde auch ungerecht über ihn geurteilt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Dominik Waßenhoven, Historisches Institut, Universität Köln Prof. emer. Hannah Vollrath, Historikerin Ethelred the Unready Ann Williams: Aethelred the Unready, Hambledon and London, 2003 Weiterführende Links: Richard III. wird englischer König (am 06.07.1483) Mathilde von England wird mit acht Jahren römisch-deutsche Königin Englands blutige Königin: Mit Gewalt gegen Protestanten Karl der Große Britanniens: König Alfred von Wessex Richard Löwenherz: Die Strahlkraft von Mythen und Legenden Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Herwig Katzer Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins

  • April 22 · 13 min

    "Gottes Freund, aller Welt Feind": Die Störtebeker-Legende

    Der Freibeuter Klaus Störtebeker gilt als eine Art Robin Hood auf hoher See - erst recht nach seiner Festnahme am 22.4.1401. Wieviel Wahrheit steckt in der Geschichte? In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner: warum die Legende um Klaus Störtebeker viele Ungereimtheiten aufweist, warum manche Piraten zu Störtebekers Zeit ganz legal Schiffe kapern und Waren plündern, wie selbst Störtebekers Hinrichtung zur Heldensage wird. Um 1400 macht ein Mann namens Klaus Störtebeker als Piratenanführer der so genannten Vitalienbrüder das norddeutsche Küstengebiet unsicher. Er überfällt Hamburger und englische Schiffe und verursacht einen immensen wirtschaftlichen Schaden. Auf Störtebeker und seine Mannen wird verstärkt Jagd gemacht. Nach erbittertem Kampf vor Helgoland wird Klaus Störtebeker am 22. April 1401 mit seinen Getreuen festgenommen und nach Hamburg verfrachtet. Dort erwartet ihn ein grausames Ende. So zumindest besagt es die Legende. Doch wieviel Wahrheit steckt in dieser Erzählung? Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Martin Krieger, Historiker, Universität Kiel Prof. Gregor Rohmann, Historiker, Universität Rostock Gregor Rohmann: Der Kaperfahrer Johann Stortebeker aus Danzig. Beobachtungen zur Geschichte der "Vitalienbrüder". Hansische Geschichtsblätter 07/2020 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Henry Every erklärt sich 1695 zum Piraten Stichtag: 16. Juli 1732 - Piratenjäger Woodes Rogers stirbt auf Bahamas Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Frank Zirpins

  • April 21 · 14 min

    80er-Mega-Star Prince: geniales Multitalent und King of Funk

    Am 21.4.2016 stirbt einer der innovativsten Künstler der Popgeschichte: Der US-Musiker Prince wird nur 57 Jahre alt. Sein Nachlass wird bis heute aufgearbeitet. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff: von Prince' Kindheit in der "weißen" Stadt Minneapolis, von seinem ganz eigenen Stil, der Rock-, Soul-, Funk- und Jazzelemente vereint, warum der Sänger in den USA für Warnaufkleber auf Platten sorgt, von seiner Zeit als "The artist formerly known as Prince" - einer Zeit zwischen Befreiung und kommerziellem Selbstmord. Prince Rogers Nelson, genannt "Prince", ist nur 1,58 Meter groß. Aber vielen Kritikern gilt er als eines der größten Musikgenies aller Zeiten. Er schreibt Hits wie "Purple Rain", "Kiss" oder "Nothing compares 2 U". Weltweit verkauft er über 100 Millionen Tonträger. Auf der Bühne wirkt Prince cool, sexy und extrovertiert - trägt High Heels, lilafarbene Jacken und Rüschenhemden. Sein Privatleben dagegen hält der Vollblutmusiker und Workaholic streng geheim. Prince stirbt am 21. April 2016 an einer Überdosis Schmerzmittel. Sein Einfluss auf die Popwelt bleibt bis heute enorm und lebt in zahlreichen Bands, deren Auftritten und Veröffentlichungen weiter. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Norman Müller, Prince-Experte und Moderator beim Internet-Musiksender Byte FM Dave Hill: Prince. A Pop Life. New York 1989 Diedrich Diederichsen: Prince. Der Herr der Gegensätze. Die Zeit Nr. 19/2016 Weiterführende Links: NDR-Podcast "Urban Pop": Prince Stichtag: 25. Juni 2009 - Michael Jackson stirbt in Los Angeles Stichtag: 16. August 1958 - Popsängerin Madonna wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Pfaff Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Nikita Sulzhenko

  • April 20 · 14 min

    Bargeld als Geschichtsbuch: Harriet Tubman auf der 20-Dollar-Note

    Wer mit Dollar-Noten bezahlt, der hält die Gesichter weißer Männer in der Hand. Die ehemals versklavte Harriet Tubman soll das ändern - seit dem Beschluss vom 20.4.2016 aber ist wenig passiert. In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Marek: warum die Entscheidung für Harriet Tubman weit mehr ist als ein neues Banknoten‑Design, wie eine Analphabetin zur Schlüsselfigur der "Underground Railroad" wird, weshalb Tubman als Spionin und Militärführerin in den Bürgerkrieg zieht, warum ausgerechnet Andrew Jackson auf den Geldscheinen weichen soll, dass der Plan aber vermutlich niemals umgesetzt werden wird. Harriet Tubman gilt in den USA als Freiheitsikone, in Europa ist sie kaum bekannt. Geboren als Araminta Ross wächst sie in Maryland in der Sklaverei auf. Nach ihrer eigenen Flucht kehrt sie immer wieder in die Südstaaten zurück, um andere zu befreien - organisiert, mutig und mit großem strategischem Geschick. Als die Obama‑Regierung 2016 ankündigt, Tubmans Portrait auf die 20‑Dollar‑Note zu setzen, entbrennt eine landesweite Debatte. Es geht um Rassismus, um nationale Mythen und um die Frage, wessen Gesicht ein Land auf sein Geld druckt. Die Banknote wird so zum Symbol für den Kampf der USA mit ihrer eigenen Vergangenheit. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Ernestine Wyatt (Nachfahrin von Harriet Tubman) Angela Crenshaw (Rangerin, Harriet Tubman Underground Railroad Visitor Center) Frank Noll (Historiker, Bureau of Engraving and Printing) Weiterführende Links: WDR 3 Kulturfeature: Schwarze Jeanne d’Arc - Die Sklavenbefreierin Harriet Tubman Zeitzeichen 20.08.1619: Erste Sklaven in Nordamerika Zeitzeichen 02.10.1800: Nat Turner, Amerikas umkämpfter Held, wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Michael Marek Redaktion: Frank Zirpins

  • April 19 · 15 min

    Desaster in der Schweinebucht oder: Der kubanische Stachel

    Am 19.4.1961 scheitert die Invasion in der Schweinebucht. Kuba ist bis heute ein Stachel im Selbstbild der US-Amerikaner - was bedeutetet das für die Zukunft der Insel? In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe: warum die CIA die Unterstützung für Fidel Castro auf Kuba dramatisch unterschätzt, wie Präsident John F. Kennedy zwischen Kaltem Krieg und politischem Neuanfang gerät, weshalb das Scheitern der Invasion direkt in die Kuba‑Krise von 1962 führt, wie aus einer Geheimoperation ein globaler Machtbeweis wird, mit langfristigen Folgen für Lateinamerika. Die Invasion in der Schweinebucht ist von Anfang an riskant geplant. Rund 1.500 Exilkubaner landen im April 1961 an Kubas Südküste, ausgebildet und bewaffnet von der CIA. Doch Überraschung, Gelände und Rückhalt in der Bevölkerung fehlen. Fidel Castro ist vorbereitet, seine Truppen schlagen schnell zurück. Für John F. Kennedy wird das Fiasko zur ersten großen außenpolitischen Niederlage. Er verweigert den offenen militärischen Eingriff und lässt die Invasion scheitern. Kuba rückt daraufhin enger an die Sowjetunion, der Kalte Krieg spitzt sich zu. Nur ein Jahr später steht die Welt während der Kuba‑Krise am Abgrund eines Atomkriegs. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Dr. Andreas Etges (Amerika‑Historiker, Universität München) Holger Meding (Professor für iberische und lateinamerikanische Geschichte, Universität Köln) Weiterführende Links: Zeitzeichen 16.10.1962: Kennedy erfährt von Raketen auf Kuba Zeitzeichen 22.10.1962: John F. Kennedy kündigt Kuba-Blockade an Zeitzeichen 19.02.2008: Kubas Staatschef Fidel Castro gibt seinen Rücktritt bekannt Planet Wissen: John F. Kennedy Planet Wissen: Fidel Castro Das ist unser Hör-Tipp: Alles Geschichte: Riefenstahl: Influencerin des Bösen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Burkhard Hupe Redaktion: Matti Hesse

  • April 18 · 14 min

    Martin Luther verteidigt seine Thesen: "Ich kann nicht anders"

    Am 18.4.1521 riskiert Martin Luther sein Leben. Statt zu widerrufen, verteidigt "der Erzketzer" in Worms seine Kritik an Kaiser und Kirche - und besiegelt damit deren Spaltung. In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer: warum Luther trotz Lebensgefahr der Vorladung Kaiser Karls V. folgt, wie Ablasshandel, Machtpolitik und persönliche Eitelkeiten in Rom zusammenwirken, weshalb ausgerechnet ein Auftritt ohne Widerruf zum Wendepunkt der Reformation wird, wie eine Scheinentführung Luther in Sicherheit bringt. Als Martin Luther im April 1521 in Worms einzieht, jubelt ihm die Menge zu. Der Theologieprofessor aus Wittenberg ist längst eine Symbolfigur geworden - für viele ein Hoffnungsträger, für Rom ein gefährlicher Ketzer. Vor dem Reichstag soll er seine Schriften widerrufen. Luther weiß, was auf dem Spiel steht: Ein Jahrhundert zuvor endet ein ähnlicher Konflikt für Jan Hus auf dem Scheiterhaufen. Doch Luther bleibt standhaft. Er verlangt Beweise aus der Bibel, nicht Befehle von Kaiser oder Papst. Mit seiner Weigerung scheitert er politisch - und siegt historisch. Denn aus der Niederlage von Worms entsteht auf der Wartburg ein neues Kapitel der Reformation: die deutsche Bibelübersetzung und eine Bewegung, die Europa verändert. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Volker Reinhardt (Historiker, Universität Freiburg, Schweiz) Luise Schorn-Schütte (Historikerin, Universität Frankfurt am Main) Volker Reinhardt: Luther, der Ketzer. München 2017 Luise Schorn-Schütte: Die Reformation. Vorgeschichte, Verlauf, Wirkungen. München 2017 Weiterführende Links: Zeitzeichen im Mai 1525: Martin Luther ruft zur Niederschlagung der Bauernrebellion auf Planet Wissen: Martin Luther Die 95 Thesen - Anstoß zur Reformation Zeitzeichen 19.04.1529: Protest der evangelischen Reichsfürsten auf dem Reichstag zu Speyer Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Tobias Sauer Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak Technik: Sascha Schiemann

  • April 17 · 14 min

    Wie der Fall Vera Brühne zum Justiz-Krimi wurde

    Am 17. April 2001 stirbt Vera Brühne. Sie ist bekannt in der Münchner High Society, als sie Anfang der 1960er wegen Mordes verurteilt wird. Etwa 10 Jahre später machen neue Erkenntnisse den Fall zu einem Agenten-Thriller. In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner: warum ein Mord am Starnberger See zu einem der spektakulärsten Indizienprozesse der Nachkriegszeit wird, wie Boulevardpresse und Rollenbilder der 1960er‑Jahre das Bild der Angeklagten prägen, weshalb Vera Brühne bis zu ihrem Tod ihre Unschuld beteuert, welche Agenten‑Gerüchte Jahre später sogar Franz Josef Strauß in Erklärungsnot bringen. Ostern 1960: In einer Villa am Starnberger See findet die Polizei den Arzt Otto Praun und seine Haushälterin tot auf. Zunächst scheint alles klar. Doch die Entdeckung zweier Einschüsse im Schädel des Arztes ändert alles. Der Verdacht fällt auf Vera Brühne, eine bekannte Münchner Gesellschaftsdame, die im Testament bedacht wird. Was folgt, ist ein Prozess ohne direkte Beweise, getragen von Indizien, Widersprüchen und medialer Vorverurteilung. Vera Brühne wird zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt - und 18 Jahre später begnadigt. War sie Täterin? Oder Opfer einer Zeit, in der eine geschiedene, selbstständige Frau nicht ins Bild passte? Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Petra Cichos (Journalistin und Autorin) Petra Cichos: Mordakte Vera Brühne. München 2017 Michael Gramberg: Die großen Kriminalfälle. Lebenslänglich für Vera Brühne. ARD‑Dokumentation 2013 Weiterführende Links: Deutschlandfunk: Die zu lebenslanger Haft verurteilte Vera Brühne wird begnadigt BR: Kriminalfall Vera Brühne (Infos zum Hörspiel) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Jakob Schiffer und Frank Zirpins

  • April 16 · 14 min

    Verschollen im arktischen Eis: Polarforscher John Franklin

    Immer wieder fährt Franklin (geb. 16.4.1786) ins Eis. Er will Karriere machen, die Nordwestpassage finden und wird schließlich berühmt - allerdings nicht nur als Entdecker. In diesem Zeitzeichen erzählt Joscha Seehausen: warum John Franklin als "der Mann, der seine Stiefel aß" berühmt wird, wieso modernste Technik der Industrialisierung seine letzte Expedition nicht rettet, wie aus nationalem Prestige eine Katastrophe mit 129 Vermissten wird, welche Rolle Inuit-Berichte, Kannibalismus und Bleivergiftung bei der Aufklärung spielen. Sir John Franklin ist ein Kind seiner Zeit: ehrgeizig, pflichtbewusst und überzeugt vom Fortschritt. Nach frühen Expeditionen wird er als Held gefeiert, obwohl sie viele Tote fordern. Sein Ruf als Arktisexperte wächst - ebenso sein Wunsch, für die britischen Krone ein letztes großes geografisches Rätsel zu lösen: die so genannte Nordwestpassage finden, eine viel versprechende Seeverbindung zwischen Europa und Asien durch das arktische Archipel im Norden Kanadas. 1845 bricht Franklin mit den Schiffen Erebus und Terror auf. Sie sind vollgestopft mit Innovationen, Konserven und Hoffnung. Doch die Expedition verschwindet im arktischen Eis. Jahrzehntelang sucht man nach Spuren - und stößt auf verstörende Hinweise: gescheiterte Fluchtversuche, Kannibalismus, schwere Fehlentscheidungen. Erst moderne Archäologie und die lange ignorierten Erzählungen der Inuit bringen das Bild langsam zusammen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Katrin Kleemann (Umwelt- und Wissenschaftshistorikerin, Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven) John Geiger (CEO der Royal Canadian Geographical Society) Michael Palin: Erebus: Ein Schiff, zwei Fahrten und das weltweit größte Rätsel auf See. Hamburg 2019 Gillian Hutchinson: Sir John Franklin’s Erebus and Terror Expedition: Lost and Found. Dublin 2017 John Geiger und Owen Beattie: Der eisige Schlaf: Das Schicksal der Franklin-Expedition. München 2015 Weiterführende Links: Zeitzeichen 19.05.1845: Die letzte Expedition John Franklins Zeitzeichen 12.08.1984: Öffnung des Grabes des Polarforschers John Torrington Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Joscha Seehausen Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

  • April 15 · 14 min

    Newton und der Apfel: Die Legende vom Geistesblitz

    Isaac Newton erzählt vom niederfallenden Apfel, der ihm am 15. April 1726 einen Geistesblitz bescherte - eingängig, aber wohl eher erfunden. Sein Weg zur Gravitation war deutlich länger. In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler: dass Isaak Newton egoistisch, egomanisch und sehr streitsüchtig ist, über die tiefe Gottesgläubigkeit des Wissenschaftlers, wie Newton den Weltuntergang berechnet, mit welchen Mitteln er seine Konkurrenten bekämpft. Während in London die Pest grassiert, flieht der 23-jährige Isaak Newton aufs Land. Dort soll der Student nicht nur vom fallenden Apfel zur Gravitationstheorie inspiriert worden sein. Er will auch gleich die Fluxionsrechnung und die Grundlage für seine optische Theorie entwickelt haben. "All dies trug sich in den beiden Pestjahren 1665 /1666 zu. Denn zu dieser Zeit befand ich mich auf dem Höhepunkt meiner Erfindungskraft", erzählt Isaak Newton kurz vor seinem Tod seinem Biografen - und feilt so im hohen Alter an seinem eigenen Mythos. Tatsächlich ist Newton als junger Wissenschaftler wohl weniger von der Einöde des Landlebens als vielmehr von den Ideen anderer beflügelt. Und auch sein Gesetz zur Gravitation veröffentlicht er erst zwei Jahrzehnte nach seinen angeblich so kreativen Pestjahren. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Helmut Pulte (Ruhr-Uni Bochum, Lehrstuhl für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte) Florian Freistetter (Wissenschafts-Podcaster) Florian Freistetter: Newton. Wie ein Arschloch das Universum neu erfand. München 2017 Richard Westfall: Isaak Newton. Eine Biographie. Heidelberg / Berlin / Oxford 1996 Sir Isaak Newton: Mathematische Principien der Naturlehre. Herausgegeben von J. Ph. Wolfers. Berlin 1872 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 03.01.1851: Léon Foucault testet erfolgreich sein Pendel Zeitzeichen: 24.02.1810: Der Naturforscher Henry Cavendish stirbt in London Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Sarah Fitzek

  • April 14 · 14 min

    Moschee, Gottesdienst und Aristoteles: das Erbe des Averroes

    Im Jahr 1126 wird Averroes in Córdoba geboren. Der islamische Gelehrte übersetzt Aristoteles und prägt damit Europas Philosophie und das Werk Salman Rushdies. In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen: wie muslimische Denker das Wissen der Griechen und Römer ans christliche Europa weitergeben, warum Averroes sich Aristoteles widmet, über seine Verbannung nach Marrakesch, welchen Einfluss Averroes auf Salman Rushdie hat. Der 1126 geborene Ibn Rushd, genannt Averroes, wächst in Córdoba in einem kulturellen und intellektuellen Umfeld auf, das mit Köln, Paris oder London zu der Zeit nicht vergleichbar ist. Geschult im islamischen Recht und belesen in allen Wissenschaften, arbeitet Averroes als Richter und Leibarzt des Kalifen. Berühmt wird er als Übersetzer und Kommentator von Aristoteles. Dabei sieht er keinen Widerspruch zwischen Religion und Philosophie. Schließlich heißt es im Koran: "Denkt nach, die ihr Einsicht habt!" Das sehen Religionslehrer anders. Averroes fällt in Ungnade am Hof, wird verbannt und seine Schriften verboten. Die christlichen Eroberer greifen später auf seine Kommentare zurück, um die antike Philosophie zu verstehen. Bis heute gilt Averroes als einer der großen Denker. Ob er ein Atheist, Rationalist, Religionskritiker oder früher Aufklärer war, darüber wird seit Jahrhunderten gestritten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Carlos Fraenkel, Philosoph und Experte für die antike und mittelalterliche Geistesgeschichte, McGill University Prof. David Wirmer, Professor für arabische und jüdische Philosophie, Universität Köln David Wirmer (Hrsg.): Averroes: Über den Intellekt. Auszüge aus seinen drei Kommentaren zu Aristoteles' De anima, Freiburg 2008 Patric O. Schaerer (Hrsg.): Averroes: Die entscheidende Abhandlung. Die Untersuchung über die Methoden der Beweise, Stuttgart 2010 Carlos Fraenkel: Mit Platon in Palästina. Vom Nutzen der Philosophie in einer zerrissenen Welt, München 2016 Carlos Fraenkel: Imagine his dismay. London Review of Books, Vol. 38, No 4. Weiterführende Links: Uni Köln: Digital Averroes Research Environment. A Digital Collection of Editions, Manuscripts, and Prints H. Chad Hillier: Ibn Rushd (Averroes) (1126-1198), in: Internet Encyclopedia of Philosophy Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uli Hufen Redaktion: David Rother, Emily Jeuckens Technik: Max Scholpp

  • April 13 · 15 min

    Der wahre Erfinder der Eisenbahn: Ingenieur Richard Trevithick

    Trevithick (geb. 13.4.1771) bringt sich selbst Ingenieurskunst bei, erfindet unter anderem die Dampflok. Doch ihm fehlt der Geschäftssinn. Berühmt werden mit seinen Ideen andere. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau: warum Richard Trevithick seinen Lehrern eher negativ auffällt, welcher Zwist ihn mit dem Ingenieur James Watt verbindet, wie ein Feuer und eine tödliche Explosion für Rückschläge beim Erfinden sorgen, aufgrund welcher Wette die erste Dampflokfahrt stattfindet. Heiligabend 1801, die kleine Stadt Camborne im britischen Cornwall: Auf der steilen Straße zum Beacon Hill bewegt sich ein schnaufendes Ungetüm aus Eisen. Selbst Pferdewagen schaffen sie nur im Schritttempo. Das eiserne Ungetüm aber scheint nichts aufhalten zu können. Angetrieben durch Feuer, Dampf und den Erfindungsgeist eines jungen Mannes: Richard Trevithick. Er nennt die Maschine "The Puffing Devil", den schnaufenden Teufel. An den folgenden Tagen verlaufen die Tests ebenfalls vielversprechend. Doch als bei einer Fahrt über einen Gullydeckel eine Achse bricht, wird Richard Trevithick klar: Zum Fahrzeug gehört der Fahrweg und für sein empfindliches Dampfgefährt wären Schienen ideal. Schon bald ruckelt die erste Lok über die Schiene. Doch bei der Weiterentwicklung geht ihm das Geld aus. Auch als später überall in England Eisenbahnlinien entstehen, geht Trevithick leer aus, weil er keine Patente mehr hält. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Rainer Mertens (Historiker, DB Museum Nürnberg) Francis Trevithick: Life of Richard Trevithick. London 1872 H.W. Dickinson und Arthur Titley: Richard Trevithick. The Engineer and the man. Cambridge 1934 Samuel Smiles: The life of George Stephenson and of his son Robert Stephenson. New York 1868 Weiterführende Links: Planet Wissen: Die Geschichte der Eisenbahn Stichtag: 28.02.1815 – Erstes Stephenson-Patent für Lokomotive Zeitzeichen: 04.10.1883 – Jungfernfahrt des Orientexpress Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Mau Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

  • April 12 · 14 min

    Juri Gagarin: Als erster Mensch im Erd-Orbit

    Es ist ein Propagandaerfolg für die UdSSR und eine wissenschaftliche Sensation: Am 12.4.1961 umkreist Juri Gagarin als erster Mensch die Erde in einem Raumschiff. Fast wäre er nicht zurückgekehrt. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann: was Juri Gagarin kurz vor dem Start ins All an seine Frau und die beiden kleinen Töchter schreibt, warum sein Abschied von den anderen Kosmonauten an der Startrampe unfreiwillig komisch ist, warum der Steuerhebel in der Kapsel an der Raketen-Spitze mit einem dreistelligen Code gesperrt ist, welches Lied Juri Gagarin während der Wartezeit in der Kapsel über Funk hört, was Gagarin über den Ausblick im All sagt. Im Space Race hat die Sowjetunion die Nase vorn: 1957 hat sie den USA den Sputnik-Schock verpasst. Damals bringt die Sowjetunion den ersten künstlichen Satelliten in die Erdumlaufbahn. Noch im selben Jahr fliegt an Bord von Sputnik 2 die Hündin Laika ins All. Der Westen hinkt hinterher. Die amerikanischen Vanguard-Raketen erleben einen Fehlstart nach dem nächsten. Das soll sich ändern. 1959 stellt die NASA der Öffentlichkeit sieben Astronauten vor. Einer von ihnen soll der erste Mensch im All werden. Doch es kommt anders. Die Sowjetunion hält ihr Raumfahrtprogramm geheim. Als am 12. April 1961 Kosmonaut Juri Gagarin und sein Ersatzmann German Titow geweckt werden, wissen nicht einmal ihre Familien, an welchem Projekt die beiden Testpiloten beteiligt sind. Um so größer ist der Triumph: "Hier spricht Moskau! Wie senden eine TASS-Meldung, die den ersten bekannten Raumflug der Welt bekannt gibt." Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Reinold Ewald (Physiker und Astronaut/Kosmonaut, flog 1997 zur Raumstation Mir) Stephen Walker: Ins All - Die faszinierende Geschichte vom ersten Flug in den Weltraum. Hamburg 2022 Weiterführende Links: NDR Retro: Erster bemannter Weltraumflug von Juri Gagarin (1961) ARD Retro: Ein Jahr bemannter Weltraumflug - Interview mit Juri Gagarin (1962) SWR Retro: Juri Gagarin - Mutmaßungen über Gesundheitsschäden bei Astronauten (1965) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Tiemann Redaktion: Frank Zirpins Technik: Moritz Raestrup

  • April 11 · 15 min

    Bob Dylans erster Auftritt in New York

    Am 11.4.1961 steht erstmals auf einem Konzertplakat in New York dieser Name: Bob Dylan. Der Rest ist Musik-, Kunst- und Literaturgeschichte. In diesem Zeitzeichen erzählen Veronika Bock und Ulrich Biermann: welchen Namen die Eltern von Bob Dylan ihm nach seiner Geburt ursprünglich gegeben haben, was für ein selbstbewusster Kerl er schon als Teenager ist, mit welchem Musiker Dylan anfangs in New York zusammen auftritt, wie Dylan sein Idol, die Folk-Legende Woody Guthrie, im Krankenhaus besucht, was der Musiker über seine Auszeichnung mit dem Literaturnobelpreis denkt. New York, Frühjahr 1961: Der Winter hat die Stadt noch fest im Griff. Ein Chevy spuckt Dylan auf der George-Washington-Bridge aus. Rein in die U-Bahn, direkt nach Greenwich Village. Wo gibt's hier einen Schlafplatz? Er ist 19, hat das College geschmissen, den Rock'n Roll hinter sich gelassen, die Literatur, den Folk und dessen Traditionen entdeckt und taucht jetzt ein in die New Yorker Szene. Sein erstes Konzert in New York wird ein voller Erfolg. Die "New York Times" ist begeistert: "Ein strahlend neues Gesicht des Folk". Dylan erhält den ersten Plattenvertrag, das erste Album wird im Herbst 1961 aufgenommen. Noch besteht es - bis auf zwei Songs - aus Fremdmaterial. Doch schon mit der zweiten LP wird er zu dem Dylan, der bis heute gefeiert, verehrt, hinterfragt, böse beschimpft, missverstanden, geliebt, hoch gelobt - und 2016 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Heinrich Detering (Literaturwissenschaftler, Lyriker, Übersetzer und Autor) Bob Dylan: Chronicles - Volume one. Hamburg, 2004 Heinrich Detering: Bob Dylan. Stuttgart 2007 Heinrich Detering: Die Stimmen aus der Unterwelt - Bob Dylans Mysterienspiele. München 2016 Bob Dylan: Tarantel. Frankfurt am Main 1976 Bob Dylan: Texte und Zeichnungen. Frankfurt am Main 1975 Weiterführende Links: NDR: Bob Dylan - die mittleren Jahre NDR: Bob Dylan - die späten Jahre WDR: Wolfgang Niedecken auf Bob Dylans Spuren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Unser Hörtipp: "Being The Beatles · eine Pop-Revolution" - ein sechsteiliger Podcast von NDR Kultur. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin und Autor: Veronika Bock und Ulrich Biermann Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother

  • April 10 · 14 min

    Monte Verità: Die Kommune und der Kunst-Mäzen

    Am Lago Maggiore errichtet eine Künstler-Gruppe ab 1900 eine pazifistische Kommune. Sie lockt erst Gleichgesinnte an – und im Jahr 1926 den Bankier Eduard von der Heydt, Finanzier von Nazi-Spionen. In diesem Zeitzeichen erzählt Gianna Felicita Scholten: wie aus dem Monte Monescia der Monte Verità wird, wie auf dem Monte Verità eine Gegenwelt zur Industriegesellschaft entsteht, welche Erfahrungen Hermann Hesse auf dem Berg und in einer Höhle sammelt, wie Eduard von der Heydt den Monte Verità erwirbt und das Gelände umfunktioniert, was Ermittlungen der Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg über von der Heydt ans Licht bringen. Der am Schweizer Langensee - auch Lago Maggiore genannt - gelegene Monte Verità ist in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Treffpunkt für Pazifisten, Künstler, Schriftsteller, sowie Anhänger unterschiedlicher alternativer Bewegungen. Mitte der 1920er-Jahre reist der deutsch-schweizerische Bankier Eduard von der Heydt ins Tessin. Dort erfährt er, dass der Monte Verità für rund 160.000 Franken zum Verkauf steht. Von der Heydt kauft diesen Ort, verwandelt ihn in ein luxuriöses Touristenziel und errichtet dort ein Bauhaus-Hotel. Auch von der Heydts Kunstsammlung wächst. Neben europäischer Gegenwartskunst umfasst seine Sammlung Werke aus der ganzen Welt. Er entwickelt eine Idee, die er "ars una" nennt - die "eine Kunst" oder auch "Weltkunst". Eduard von der Heydt macht den Berg zu einem Treffpunkt namhafter Besucher aus Politik, Kunst und Gesellschaft. Nach seinem Tod 1964 vermacht er den Monte Verità dem Kanton Tessin. Heute betreibt die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich dort ein Tagungsgebäude. Das ist unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Nicoletta Mongini, Fondazione Monte Verità Roland Mönig, Kunsthistoriker und Direktor des Von der Heydt-Museums Wuppertal Ida Hofmann: Monte Verità. Wahrheit ohne Dichtung. Bellinzona 2023 Gabriele Guerra (Hg.): Tra ribellione e conservazione. Monte Verità nella cultura tedesca. Rom 2018 Weiterführende Links: Planet Wissen: Die Aussteiger vom Monte Verità Planet Wissen: Architektur - Bauhaus Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Gianna Felicita Scholten Redaktion: Frank Zirpins

  • April 9 · 14 min

    Henrik Kauffmanns Alleingang: Der Grönland-Deal mit den USA

    Ohne Mandat schließt der dänische Botschafter am 09.04.1941 ein Abkommen mit Washington ab. Die USA sichern sich Militärbasen in Grönland - ein Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg. In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck: auf welchem Weg Dänemark 1814 die alleinige Herrschaft über Dänemark erlangt, gegen welche diplomatischen Regeln der dänische Botschafter in Washington 1940 verstößt, wie Henrik Kauffmann die geopolitische Karte des Nordatlantiks verändert, mit welchen Gesetzen die USA versuchen, sich aus dem Zweiten Weltkrieg herauszuhalten, wie die Isolation vom Mutterland Dänemark bei den grönländischen Inuit neues Identitätsbewusstsein weckt. Nach der Besetzung Dänemarks durch Deutschland am 9. April 1940 weigert sich Henrik Kauffmann, dänischer Botschafter in Washington, Anordnungen der unfreien dänischen Regierung weiter zu befolgen. Am 10. April 1940 erklärt er sich für unabhängig. Die USA kooperieren dennoch weiter mit ihm und sehen ihn als legitimen Vertreter Dänemarks. Im Winter 1940/41 entscheiden sich die USA, mit Henrik Kauffmann in Verhandlungen zu treten. Der Grund: Kaufmann verspricht den Amerikanern einen Vertrag ohne Verfallsdatum. Schon kurz nach der Vertragsunterzeichnung am 9. April 1941 entsenden die USA Soldaten nach Grönland, bis zu 6.000 sind in den folgenden Jahren dort stationiert. Sie errichten ein Netz von Stützpunkten, bauen Flugplätze, Häfen, Funk- und Wetterstationen. Amerikas Präsenz in Grönland dürfte deutlich zum Sieg der Anti-Hitlerkoalition beigetragen haben. Und sie bewahrt die Grönländer in den Kriegsjahren buchstäblich vor dem Verhungern. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Volker Depkat, Historiker und Professor für Amerikanistik an der Universität Regensburg Bo Lidegaard, Historiker, Autor, Grönlandexperte und früherer Diplomat Volker Depkat: Geschichte der USA. 2016 Bo Lidegaard: Defiant Diplomacy. 2003 Henrik Kauffmann: Denmark and the United States in World War II and the Cold War, 1939-1958. Lothar Burchardt: Amerikas langer Arm: kontroversen um die Nutzung von Grönland im Zweiten Weltkrieg. 2017 Weiterführende Links: Planet Wissen: Arktis - Grönland Planet Wissen: Nationalsozialismus - Der Zweite Weltkrieg Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Almut Finck Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Annette Skrzydlo

  • April 8 · 14 min

    Mehr als Folter: Die Motive hinter der päpstlichen Inquisition

    1231: Gründung der päpstlichen Inquisition. Weit mehr als Gewalt und Scheiterhaufen: Sie ist eine kirchliche Waffe gegen Abweichler und prägt das Abendland über Jahrhunderte. In diesem Zeitzeichen erzählen Veronika Bock und Ulrich Biermann: worum es bei innerchristlichen Auseinandersetzungen um den rechten Glauben geht, wie die Denunziation zum wichtigen Instrument der Inquisition wird, dass nicht die Bestrafung oberstes Ziel der Inquisition ist, warum die Inquisition auch als der Urtyp repressiver Institutionen wie Stasi oder KGB gilt. Im 11. Jahrhundert gibt es viele spirituelle Gruppen, die ein anderes Christentum predigen. Das schwächt die Macht der Päpste. Sie fragen sich: Wie gehen wir mit Abweichlern um? Um die Ketzer zu ermitteln, reisen die Bischöfe durch ihre Bezirke. In Bußpredigten rufen sie zur Denunziation von Ketzern auf und setzen diesen eine Gnadenfrist für ihre Läuterung. Der Erfolg ist jedoch eher mäßig. Deshalb ernennt Papst Gregor IX. im Jahr 1231 zusätzlich eine Reihe von Sondergesandten der Kurie als Inquisitoren. Zunächst werden nur wenige Todesurteile ausgesprochen. Später wird die päpstliche Inquisition weiterentwickelt und mehrfach neu gegründet. Die Verfahren werden nach einheitlichen Vorgaben durchgeführt und Aussagen schriftlich protokolliert. Geständnisse werden teilweise mit Haft und Folter erpresst. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Gerd Schwerhoff, Historiker, TU Dresden Gerd Schwerhoff: Die Inquisition. Ketzerverfolgung in Mittelalter und Neuzeit Theresa Breslin: Prisoner of the Inquisition John H. Arnold and Peter Biller: Heresy and inquisition in France, 1200-1300. Henry Charles Lea: Die Inquisition Weiterführende Links: Planet Wissen: Christentum - Die katholische Kirche Planet Wissen: Inquisition Planet Wissen: Ordensleute - Dominikaner-Mönche Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin und Autor: Veronika Bock und Ulrich Biermann Redaktion: Matti Hesse

  • April 7 · 14 min

    Kapitalistische Klemmbausteine: Lego-Gründer Ole Kirk Christiansen

    Er beginnt mit Holzspielzeug - und erschafft eine Weltmarke: Ole Kirk Christiansen, geboren am 7.4.1891, legt den Grundstein für Lego. Seine Idee prägt Generationen. In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember: wie Ole Kirk Christiansen 1932 auf die Idee kommt, Spielzeug zu bauen, an welche dänischen Worte der Firmenname Lego angelehnt ist, wer der eigentliche Vater des Lego-Klemmbausteins ist, wie sich der Erfolg von Lego auf das Dorf Billund, den Firmen-Standort, auswirkt, warum das Lego-Imperium in den 1990er Jahren schwächelt. Legos Anfänge erinnern an Bullerbü - allerdings in Dänemark, nicht in Schweden. In Billund, einem Dorf in Jütland mit 20 Häusern, wird 1891 Ole Kirk Christiansen als zehntes Kind einer armen Familie geboren. Er wird Tischler und spart sich eine eigene kleine Werkstatt zusammen. Als Erwachsener besitzt Christiansen zwei grundlegende Eigenschaften: Zähigkeit und Einfallsreichtum. Sein Unternehmen etabliert sich auf dem internationalen Spiewarenmarkt. Der gute Name von Lego zieht auch heute noch. Vielleicht, weil das Image über Jahrzehnte positiv bleibt und das Unternehmen sich immer wieder dem Zeitgeist anpasst. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Werner Plumpe (Wirtschaftshistoriker) Jens Andersen: Die Lego-Story - Wie der Spielehersteller zur Weltmarke wurde - Eine Familiengeschichte. München 2023 Werner Plumpe: Das kalte Herz - Kapitalismus: Die Geschichte einer andauernden Revolution. Hamburg 2019 Weiterführender Link: ZDF: Lego - Das Baustein-Imperium Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup