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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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  • June 5 · 14 min

    Zwischen Romantik und Abgrund: Komponist Carl Maria von Weber

    Er liebt die Natur, kämpft mit Schulden und schreibt Musik voller Dramatik: Carl Maria von Weber gilt als Wunderkind, Hallodri und Visionär. Er stirbt am 5. Juni 1826. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz: wie aus dem Hallodri Weber ein kühler Stratege wird, warum sich der Komponist von nationalistischen Strömungen fernhält, an welcher Krankheit Weber mit nur 39 Jahren stirbt. Carl Maria von Weber wird mit Talent geboren: Bei der Uraufführung seiner Oper "Abu Hassan" ist er gerade einmal 24 Jahre alt. Der junge Komponist gilt als gesellig und umtriebig. Man trifft und hört ihn in München, Wien und Prag. Zur Ruhe kommt Weber 1817 an der Oper in Dresden: Dort heiratet er die Sängerin und Schauspielerin Caroline Brandt und komponiert sein Meisterwerk "Der Freischütz". Die packende Geschichte mit den eingängigen Melodien ist schon bei der Uraufführung 1821 ein Riesenerfolg. Danach kann der erkrankte Weber nur noch zwei weitere Opern vollenden: "Euryanthe" und "Oberon". Er stirbt am 5. Juni 1826 auf einer Londonreise. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Johannes Veit (Musikwissenschaftler, Detmold) Carl Maria von Weber: Briefe. Hg. v. Hans Christoph Worbs. Frankfurt a.M. 1982 Carl Maria von Weber: Kunstansichten. Ausgewählte Schriften. Hg. v. Karl Laux. Leipzig 1969 Max von Weber: Carl Maria von Weber. Ein Lebensbild, Bd. 1-3, Leipzig 1864-1866 Christoph Schwandt: Carl Maria von Weber in seiner Zeit. Eine Biografie. Mainz 2014 Weiterführende Links: Carl Maria von Weber: Gesamtausgabe (Homepage) ' Zeitzeichen: 18. Juni 1821 - Uraufführung von Carl Maria von Webers "Der Freischütz" Werkeinführung: Weber Oberon-Ouvertüre Werkeinführung: Carl Maria von Weber - Konzert Nr. 1 f-Moll für Klarinette und Orchester op. 73 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vratz Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • June 4 · 13 min

    Die Blutnacht von Kathmandu: Nepals ungeliebter König Gyanendra

    Das Massaker im nepalischen Königshaus von 2001 brachte mit Gyanendra Bir Bikram einen König hervor, den das Volk auch beim zweiten Mal nicht auf dem Thron wollte. In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayı: über die Gerüchte, dass Gyanendra den Mord an der Königsfamilie eingefädelt haben könnte, warum er als König sowohl die Maoisten als auch die demokratischen Kräfte im Land gegen sich aufbringt, warum es in Nepal noch Sympathisanten für Gyanendra gibt, weshalb Nepal dennoch die Monarchie abgeschafft hat. Was genau am 1. Juni 2001 im Königspalast in Nepal geschehen ist, darüber wird bis heute spekuliert. Offiziellen Angaben zufolge hat Königssohn Dipendra seine Eltern, weitere Verwandte und am Ende sich selbst erschossen. Angeblich aus Wut, weil König Birendra gegen die Hochzeit mit einer Bürgerlichen ist. Nutznießer der Tragödie ist der Onkel des Amokschützen und Bruder des getöteten Königs: Gyanendra steigt am 4. Juni 2001 zum König von Nepal auf - und übernimmt ein vom Bürgerkrieg zerrissenes Land. Er schafft es nicht, das Land zu befrieden, sondern vergrößert durch sein Machtstreben die Kluft. Schließlich muss Gyanendra 2006 auf Druck der Bevölkerung abdanken. Das sind unsere Interviewpartner: Ram Thapa, Honorargeneralkonsul Nepals in Köln Thomas Doehne, Journalist und Berater für Entwicklungshilfeorganisationen Weiterführende Links: Zeitzeichen: Erste Müllsammel-Expedition erreicht Gipfel des Mount Everest Weltspiegel: Nepal - Leben für den Berg Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Murat Kayi Redaktion: Frank Zirpins

  • June 3 · 14 min

    Vom belächelten Spinner zum Radheld: Nils Gustaf Håkansson

    Ohne Rennrad und Erlaubnis fährt der 65-Jährige "Stahl-Opa" das 1.700km-Rennen durch Schweden. Er schläft kaum - und gewinnt mit großem Vorsprung. Im Juni 1951 radelt er los. In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand: warum Håkansson trotz Verbots einfach hinter den anderen Teilnehmern herfährt, wie der "Stahl-Opa" mit eisernem Willen und kaum Schlaf zur Sensation wird, wie aus einem belächelten Außenseiter plötzlich ein Volksheld wird. Im Juni 1951 startet in Schweden ein Radrennen über mehr als 1700 Kilometer, vom hohen Norden bis in den Süden des Landes. Unter den Teilnehmern ist ein 65-jähriger Mann mit langem weißen Bart, Alltagsfahrrad und einer selbst gemalten Startnummer "0" auf der Brust: Nils Gustaf Håkansson. Eigentlich darf er wegen seines Alters gar nicht mitfahren. Trotzdem fährt er los und wird zur Sensation. Während die anderen Fahrer nachts pausieren, radelt Håkansson weiter. Stunde um Stunde, Tag und Nacht. Bald berichten Zeitungen und Radio im ganzen Land über den bärtigen Radfahrer, der aussehe "wie ein Prophet aus dem Alten Testament". Tausende Menschen warten am Straßenrand auf ihn. Nach 6 Tagen und 14 Stunden erreicht er das Ziel, einen Tag vor allen anderen Fahrern. Aus dem alten Mann mit der selbst gemalten Null wird eine Legende: „Stålfarfar“- der "Stahl-Opa". Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Rikard Benny Liljegren (Journalist) Bengt Almquist (Leiter einer Ausstellung über Nils Gustaf Håkansson) Danny Kringiel: Der 66-Jährige, der auf sein Rostrad stieg und gewann (Spiegel 2021) Christian Brüngger: Wie Stahl-Opa mit einem Alltagsvelo zur Sensation wurde (Tagesanzeiger 2023) Weiterführende Links: Johanna Museet: Dauerausstellung Nils Gustaf Håkansson Zeitzeichen: Mit Rad und Revolver: Heinrich Horstmann umrundet die Welt Zeitzeichen: Fahrrad und Feminismus: die irische Pädagogin Sophie Bryant Zeitzeichen: Der beste Radrennfahrer seiner Zeit: Eddy Merckx Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kolja Sand Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse Technik: Moritz Raestrup

  • June 2 · 14 min

    Kleines Schwarzes: Ein Kleid revolutioniert die Mode

    1926 veröffentlicht die US-Vogue eine Skizze von Coco Chanel: Das "Kleine Schwarze" sprengt modische Regeln, wird zum Symbol der Selbstbestimmung und gilt bis heute als Klassiker. In diesem Zeitzeichen erzählt Steffi Tenhaven: warum Coco Chanels Entwurf von 1926 für die Leserinnen der "Vogue" ein kleiner Skandal ist, wieso ein schlichtes schwarzes Kleid Frauen plötzlich mehr Freiheit und Beweglichkeit verschafft, wie Audrey Hepburn, Prinzessin Diana und Millionen Frauen das "Little Black Dress" zur Stil-Ikone machen. Es ist nur eine schlichte Zeichnung in der "Vogue" von 1926: ein schmales schwarzes Kleid aus leichter Seide, gerade geschnitten. Doch Coco Chanels Entwurf verändert die Modegeschichte. Nachdem Frauen lange in enge Korsetts gezwängt wurden, schenkt das Kleine Schwarze Bewegungsfreiheit und ein neues Selbstbewusstsein. Schwarz, bis dahin vor allem Farbe der Trauer, wird plötzlich modern und elegant. Ob in den Goldenen Zwanzigern, bei Audrey Hepburn in "Frühstück bei Tiffany" oder als legendäres "Revenge Dress" von Lady Diana: Das Kleine Schwarze wird zur Projektionsfläche weiblicher Emanzipation. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Grit Seymour, Modedesignerin und Professorin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) Gertrud Lehnert: Mode – Theorie, Geschichte und Ästhetik einer kulturellen Praxis, Bielefeld 2013 Gertrud Lehnert: Coco Chanel und Elsa Schiaparelli. Zwei Frauen leben ihren Traum, Berlin 2015 Arte: Das Kleine Schwarze (Dokumentation 2016) Arte: Coco Chanel – Leben, Lügen und Legenden (Dokumentation 2023) Weiterführende Links: Zeitzeichen: "Vogue", erste Ausgabe erscheint (am 17.12.1892) Zeitzeichen: Coco Chanel - Mode-Ikone und Nazi-Spionin Zeitzeichen: Audrey Hepburn, Schauspielerin (Todestag 20.10.1993) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Steffi Tenhaven Redaktion: Carolin Rückl, Frank Zirpins Technik: Nicolas Dohle

  • June 1 · 14 min

    "Die Pille": Trennung von Sex und Fortpflanzung

    Als am 1. Juni 1961 "die Pille" nach Deutschland kommt, warnen Kirche, Ärzte und Politik. Frauenrechtlerinnen feiern sie, andere kritisieren Risiken und Abhängigkeiten. In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock: mit welchen teils absurden und gefährlichen Methoden Frauen über Jahrtausende verhüten, wie die US-amerikanische Frauenrechtlerin Margaret Sanger für Aufklärung und Geburtenkontrolle kämpft, weshalb die Anti-Baby-Pille in Deutschland zunächst nur verheirateten Frauen verschrieben wird. Luft anhalten, rückwärts springen oder Pflanzenextrakte einnehmen: Der Wunsch, Schwangerschaften zu verhindern, ist uralt. Viele sterben an den Folgen von Schwangerschaften oder gefährlichen Abbrüchen. Sichere Verhütung bleibt lange ein Risiko, besonders für Frauen. Anfang des 20. Jahrhunderts beginnt die Krankenschwester und Frauenrechtlerin Margaret Sanger, in den USA öffentlich über Geburtenkontrolle zu sprechen, obwohl Aufklärung damals verboten ist. Ihr Ziel: ein einfaches Medikament, das Frauen selbstbestimmt verhüten lässt. 1960 wird die Pille in den USA zugelassen, ein Jahr später kommt sie nach Westdeutschland. Doch die neue Freiheit sorgt für heftige Debatten: Darf Sexualität von Fortpflanzung getrennt werden? Wer bekommt die Pille und wer nicht? Das ist unsere wichtigsten Quellen und unsere Interviewpartnerin: Dr. Uta Fenske, Zentrum für Gender Studies, Uni Siegen und Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung Rebekka Endler: Das Patriarchat der Dinge. Warum die Welt Frauen nicht passt, Köln 2021 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Mäzenin, Frauenrechtlerin, Influencerin - Ida Dehmel Zeitzeichen: Gertrud Bäumer, Frauenrechtlerin (Todestag 25.03.1954) bpb: 65 Jahre „Pille“ NDR: 65 Jahre Anti-Baby-Pille - "Keine feministische Errungenschaft" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • May 31 · 14 min

    Transsibirische Eisenbahn: Der Wilde Osten auf 9.288 Kilometern

    Sie ist die längste Bahnstrecke der Welt und ein westlicher Traum von Abenteuer. Doch hinter dem Mythos der Transsibirischen Eisenbahn steckt harte Machtpolitik. In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg: was die Pariser Weltausstellung von 1900 mit der "Transsib" zu tun hat, wie viele Arbeiter beim Bau der Eisenbahn schätzungsweise ihr Leben verloren haben, was Reisende seit mehr als 100 Jahren auf der Fahrt durch Sibirien erleben, wie viele Kilometer, Zeitzonen, Kontinente und Bahnhöfe die Eisenbahn passiert, weshalb die Transsib bis heute eine Schlüsselrolle in der Geopolitik spielt. Seit mehr als 100 Jahren beginnen Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn am Jaroslawler Bahnhof in Moskau. Für viele Menschen außerhalb Russlands steht die Strecke für endlose Wälder, Zeitlosigkeit und das Versprechen einer Reise durch zwei Kontinente. Diese Vorstellung ist jedoch nicht zufällig entstanden. Schon das Zarenreich bewirbt das Mammutprojekt gezielt im Westen, um Investoren zu gewinnen und Russlands Image zu verbessern. Hinter dem Mythos stehen harte Realitäten: extreme klimatische Bedingungen, Korruption und tiefgreifende Folgen für Sibirien und seine Bevölkerung. Die Transsib wird so zur Lebensader, aber auch zum politischen Werkzeug. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Nadine Pungs (Schriftstellerin, Düsseldorf) Frithjof Benjamin Schenk (Professor für Osteuropäische Geschichte und Neuere Allgemeine Geschichte, Universität Basel) Frithjof Benjamin Schenk: Mythos Transsibirische Eisenbahn. Der Traum einer Brücke zwischen Europa und Asien. Bonn 2022 Hans Engberding, Bodo Thöns (Hg.): Transsib-Lesebuch. Berlin 2002 Weiterführende Links: Planet Wissen: Transsibirische Eisenbahn SWR: Von Irkutsk zum Baikalsee und Vom Baikalsee nach Moskau Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: Emily Jeuckens und David Rother Technik: Alexander Buske

  • May 30 · 14 min

    Judenpogrome 1096: Kreuzfahrer bringen den Tod ins Rheinland

    Im Mittelalter lassen Kreuzfahrer auf dem Weg nach Jerusalem ihrem Hass gegen Jüdinnen und Juden freien Lauf. Auch in Köln eskaliert die Gewalt mit tödlichen Folgen. In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz: wie der Aufruf zum Kreuzzug von Papst Urban II. eine unkontrollierbare Gewaltlawine lostritt, warum jüdische Gemeinden am Rhein ins Visier der Kreuzfahrer geraten, welche Rolle kirchliche Autoritäten spielen, wie Chroniken das Pogrom von Köln bis Mainz überliefern, weshalb 1096 als Zäsur in der Geschichte des europäischen Judentums gilt. Im Frühjahr 1096 erreicht der Erste Kreuzzug das Rheinland. Was als bewaffnete Pilgerfahrt ins Heilige Land beginnt, schlägt schon bald in hemmungslose Gewalt um. Unorganisierte Kreuzfahrerhaufen ziehen durch Städte und Dörfer und richten sich gegen jüdische Nachbarn, die sie zu Feinden erklären. Auch Köln bleibt nicht verschont. Trotz Versuchen der Obrigkeit, die Juden dort zu schützen, werden sie verfolgt, beraubt und ermordet. Chronisten schildern die Schändung von Häusern, Synagogen und Thorarollen. Das Pogrom dauert Tage und hinterlässt eine tief verwundete Gemeinde. Die Ereignisse von 1096 prägen das jüdische Gedächtnis über Generationen hinweg und wirken bis in die Gegenwart nach. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Dr. Christiane Twiehaus (Abteilungsleitung Jüdische Geschichte und Kultur, Landschaftsverband Rheinland) Weiterführende Links: Zeitzeichen 11.12.321: Nachweis jüdischen Lebens auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands Planet Wissen: Die Kreuzzüge - Krieg um die Heilige Stadt ZDF: 1095 - Aufruf zum Kreuzzug Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uwe Schulz Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • May 29 · 14 min

    Der Tag, an dem Barbarossa verschwand - und Italien gewann

    In der italienischen Hymne werden genau zwei Orte erwähnt: Rom - und Legnano. Ein Örtchen bei Mailand. Dort endet am 29.5.1176 die legendäre Schlacht gegen Barbarossas übermächtige Kaisertruppen. In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammmüller: welches wertvolle Geschenk Kaiser Barbarossa dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel macht, wer Alberto di Giussano ist und was es mit dem Fahnenwagen auf sich hat, dass Kaiser Barbarossa während der Schlacht von Legnano plötzlich verschwindet und Tage später wieder auftaucht, wie die Lega Nord noch heute den Mythos der Schlacht von Legnano für sich nutzt. Friedrich der Erste wird von den Italienern wegen seines roten Bartes "Barbarossa" genannt. Immer wieder überquert er mit hunderten von Panzerreitern die Alpen, begleitet von etlichen Bischöfen, die ihn militärisch und finanziell großzügig unterstützen. Das Fernziel ist Rom: denn der weltliche Herrscher will einen Papst, der ihm nicht widerspricht. Es kommt wiederholt zu Gefechten zwischen Kaiser Barbarossa und den Städten Norditaliens. In einer dieser Schlachten erleidet Mailand 1161 eine bittere Niederlage. In der Folge wollen die norditalienischen Städte gemeinsam Paroli bieten. In Pontida gründen sie 1167 den Lombardenbund. Wenn eine Stadt angegriffen wird, wehren sich alle gemeinsam. Am 29. Mai 1176 kommt es bei dem kleinen Dorf Legnano erneut zur Schlacht. Barbarossas Truppen werden vernichtend geschlagen. Er ist gezwungen, Frieden mit Papst Alexander III. zu schließen. Im Frieden von Konstanz erkennt der Kaiser 1183 dann auch die innere Autonomie der italienischen Kommunen an, welche ihrerseits die Oberhoheit des Kaisers akzeptieren. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Caterina Cappuccio, Mittelalter-Historikerin, Deutsches Historisches Institut Rom Dr. Andrea Monaci, Festspiel-Direktor zum 850. Jahrestag der Schlacht von Legnano Knut Görich: Friedrich Barbarossa, eine Biographie. München 2011 Helmut Hiller: Friedrich Barbarossa und seine Zeit - eine Chronik. München 1977 Marcel Pacaut: Friedrich Barbarossa. Stuttgart 1969 Weiterführende Links: Planet Wissen: Die Staufer - Friedrich I. Barbarossa Zeitzeichen: 14.08.1167 - Todestag von Rainald von Dassel Planet Wissen: Religion - Päpste Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Edda Dammmüller Redaktion: David Rother Technik: Martina Taube

  • May 28 · 15 min

    Zwischen Stalingrad und Fernweh: Heinz G. Konsalik

    Seine Romane über Krieg und Heimkehr erreichten Millionen. Heinz G. Konsalik (geboren 28.5.1921) erzählt vom Leid deutscher Soldaten - und schweigt über ihre Schuld. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen: wie der Zweite Weltkrieg Konsaliks Leben und Werk prägt, welche Botschaft sich durch Konsaliks Kriegsromane zieht, wie Konsalik ein Millionenvermögen verliert was Konsalik von deutschen Literaturkritikern hält. Heinz G. Konsalik schreibt seine Romane über den Zweiten Weltkrieg in den 1950er und 1960er Jahren. Er beschreibt in diesen Büchern, was viele seiner Leser selbst erlebt haben und spricht so ein Millionenpublikum an. Als Autor setzt er sich nicht kritisch mit dem NS-Regime auseinander, wie es intellektuelle Schriftsteller wie Heinrich Böll, Thomas Mann, Wolfgang Borchert, Nelly Sachs oder Bertolt Brecht nach 1945 tun. In den 1970er-Jahren wechselt Konsalik das Genre, schreibt Arztromane, Abenteuer- und Liebesromane. Er will damit Sehnsüchte bei seinen Lesern wecken, sie in fremde Welten entführen. In den 1990er-Jahren thematisiert er das immer stärker werdende Umweltbewusstsein. Mit 71 Jahren lernt Heinz G. Konsalik während einer Asienreise die 44 Jahre jüngere Chinesin Ke Gao kennen. Sie bleibt die letzten sieben Jahre seines Lebens an seiner Seite. Die beiden ziehen nach Salzburg, denn neben dem Schreiben hat Konsalik noch eine zweite Leidenschaft: Er ist großer Richard Wagner-Fan, Dauergast bei den Bayreuther Festspielen. Heinz G. Konsalik stirbt im Oktober 1999 mit 78 Jahren in seiner Wahlheimat. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Christian Adam, Buchautor und Redakteur im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr Christian Adam: Der Traum vom Jahre Null - Autoren, Bestseller, Leser. Die Neuordnung der Bücherwelt in Ost und West nach 1945. Berlin 2016. Heinz G. Konsalik: Der Arzt von Stalingrad. München 1994 Heinz G. Konsalik: Liebesnächte in der Taiga. München 1966 Weiterführende Links: Stichtag: 19. November 1942 - Sowjetische Offensive bei Stalingrad beginnt Stichtag: 16. Juli 1985: Heinrich Böll stirbt in Kreuzau-Langenbroich Zeitzeichen: 14. August 1956 - Todestag von Bertolt Brecht Stichtag: 12. August 1955 - Todestag von Thomas Mann Unser Hörtipp: Wie eine junge Demokratie zerfällt, das zeigt Schriftsteller Lion Feuchtwanger in seinem Schlüsselroman „Erfolg", den gibts in ARD Sounds als Hörbuch - zu finden im Feed „Kult - Klassiker als Hörbucher“: Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Sascha Schiemann

  • May 27 · 14 min

    Der tödliche Reichtum der Osage-Indianer: Öl, Morde und das FBI

    Die wahre Geschichte hinter dem Film "Killers of the Flower Moon" spielt 1921: Sie erzählt von Gier und einem indiginen Volk, das eigentlich nur seine Ruhe suchte - und vom ersten großen Fall des FBI. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath: welche Gerüchte nach dem Tod der 34-jährigen Anna Brown entstehen, wie der indigene Stamm der Osage eher zufällig unermesslichen Reichtum erlangt, welche mörderische Idee der wohlhabende Viehzüchter William Hale hat, wie das FBI die Ermittlungen im bis dahin spektakulärsten Kriminalfall der US-Geschichte aufnimmt. Am 27. Mai 1921 wird die halbverweste Leiche der 34-jährigen Anna Brown in einer Schlucht in der Nähe von Gray Horse gefunden. Einem kleinen Städtchen in Oklahoma. Die 34-jährige Angehörige des Stammes der Osage ist durch einen Kopfschuss gestorben. Sie ist das erste Opfer in einer Mordserie. Niemand scheint ein Interesse daran zu haben, den Mord aufzuklären. Zeugen werden bestochen, ermordet oder verschwinden spurlos. Im Sommer 1923 gibt es bereits 24 nachgewiesene Morde an Osage sowie an Weißen, die die Verbrechen aufklären wollen. Schließlich übernimmt der ehemalige Texas Ranger Tom White die Ermittlungen für das FBI. Er und seine Männer decken ein enormes kriminelles Netzwerk auf, bei dem es darum geht, das Geld der Osage zu veruntreuen. Die Ermittler decken nicht nur dieses Netzwerk auf. Sondern sie kommen auch den Mördern und ihren Auftraggebern auf die Spur. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: John Fox, Offizieller FBI-Historiker David Grann, Journalist und Buchautor "The Killers of the Flower Moon" FBI History: Osage Murders Case Weiterführende Links: Zeitzeichen: 10.05.1924: J. Edgar Hoover wird Chef des FBI Planet Wissen: Völker - Indianer / Indigene Völker Nordamerikas Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Andrea Kath Redaktion: Matti Hesse

  • May 26 · 14 min

    Naturforscherin Amalie Dietrich: Pionierin mit düsterem Kapitel

    Zehn Jahre reist Amalie Dietrich (geb. 26.5.1821) nach Australien: das Abenteuer ihres Lebens. Sie sammelt unbekannte Pflanzen und Tiere - und auch menschliche Skelette. In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler: wer Amalie das Bestimmen, Präparieren, Trocknen und Pressen von Pflanzen beibringt, wie Amalie sich zu Fuß quer durch Europa auf ihre Verkaufstouren begibt, warum Amalie Dietrichs Lebensgeschichte der DDR-Führung so gut gefällt, wieviele Vögel, Insekten, Reptilien, Meerestiere nach Amalie Dietrich benannt werden, wie der Streit um eine Wasserquelle Dietrichs Ruf später schädigt. Als Tochter eines mittellosen sächsischen Handwerkers heiratet Amalie Nelle 1846 den Apotheker und Botaniker Wilhelm Dietrich. Die Ehe geht in die Brüche. Und so zieht Amalie Dietrich zum Broterwerb zu Fuß durch Deutschland, verkauft seltene Pflanzen und Sämereien an Apotheken, zoologische Gärten und wohlhabene Sammler. Ihre Kenntnisse auf diesem Gebiet überzeugen den Hamburger Reeder Johan Cesar Godeffroy. Der will ein eigenes Übersee-Museum aufbauen und sucht Menschen, die sich für ihn auf die Reise begeben. Als Amalie Dietrich Empfehlungsschreiben ihrer Kunden vorlegt, schlägt Godeffroy ein. Im Mai 1863 nimmt Amalie Dietrich für zehn Jahre Abschied von ihrer Tochter Charitas. Neben Tieren und Pflanzen schickt Amalie Dietrich auf Wunsch ihres Auftraggebers auch Skelette und Schädel von Eingeborenen. In Australien gibt es heute das Gerücht, Amalie Dietrich habe, um an diese Skelette zu kommen, Aborigines gezielt töten lassen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dietmar Lippert, Vorsitzender des Schulfördervereins Siebenlehn, der sich um das Andenken an Amalie Dietrich in ihrer Heimatstadt kümmert Birgit Scheps-Bretschneider, Kustodin des Grassi-Museums für Völkerkunde zu Leipzig Charitas Bischoff: Amalie Dietrich. Ein Leben. Hamburg 2012 (Neudruck) Weiterführende Links: Zeitzeichen: 09.02.1885: Todestag des "Südseekönigs" Johann Cesar Godeffroy Planet Wissen: Übersichtsseite - Australien und Ozeanien Planet Wissen: Evolutionsforschung - Charles Darwin Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Matti Hesse, Hildegard Schulte Technik: Sarah Fitzek

  • May 25 · 14 min

    Mondlandung: Wie Kennedy das Space Race gegen die Sowjets dreht

    Am 25.5.1961 kündigt der US-Präsident an, innerhalb eines Jahrzehnts Menschen zum Mond zu schicken. Mitten im Kalten Krieg hat er nicht nur die Erforschung des Weltraums im Sinn. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann: dass Präsident John F. Kennedy zu Beginn seiner Amtszeit andere Prioritäten als die Raumfahrt hat, wie die Vereinigten Staaten im Rennen zum Mond zunächst hinter der Sowjetunion zurückliegen, was Kennedy bei der Raketenentwicklung erst einmal vordringlich interessiert, mit welchem Vorschlag der US-Präsident den Sowjet-Chef Nikita Chruschtschow überrascht. Als John F. Kennedy 1960 Präsident der Vereinigten Staaten wird, ist der Wettlauf zum Mond längst gestartet. Nach der Hündin Laika schickt die Sowjetunion mit Juri Gagarin am 12. April 1961 auch den ersten Menschen ins All. Kennedys Antwort auf Gagarins Flug kommt nur sechs Wochen später. Er beruft eine gemeinsame Sondersitzung des Senats und des Repräsentantenhauses ein, wie sie nur zu ganz besonderen Anlässen einberufen wird. Am 25. Mai 1961 gibt Kennedy die entscheidende Parole aus: Noch vor Ablauf der nächsten zehn Jahre solle ein US-Amerikaner den Mond betreten und gesund wieder auf die Erde zurückkehren. Kennedys Traum wird 1969 mit der Mondlandung der Mission Apollo 11 wahr. Neil Armstrong und Edwin Aldrin sind die ersten Menschen, die am 21. Juli 1969 den Erdtrabanten betreten. Bis zur Einstellung des Apollo-Programms 1972 sind es insgesamt zwölf. John F. Kennedy erlebt den Triumph nicht mehr. Er wird am 22. November 1963, zwei Jahre nach seiner Grundsatzrede, im texanischen Dallas ermordet. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Brian C. Odom, Chefhistoriker der NASA und Leiter des NASA-Archivs John M. Logsdon: John F. Kennedy and The Race to the Moon Weiterführende Links: Stichtag: 29. Mai 1917: Geburtstag von John F. Kennedy Stichtag: 21. Juli 1969 - Neil Armstrong betritt als erster Mensch den Mond Zeitzeichen: 11.12.1972 - Letzte Mondlandung der Amerikaner Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Tiemann Redaktion: Carolin Rückl, Frank Zirpins Technik: Moritz Raestrup

  • May 24 · 14 min

    Moskau brennt: Der Überfall der Krimtataren

    Am 24. Mai 1571 verwandeln die Krimtataren Moskau in ein Inferno: Menschen ersticken, Leichen treiben durch die Moskwa. Der Zar flieht. Zurück bleibt ein historisches Trauma. In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg: warum das Verhältnis zwischen Krimtataren und Russen bis heute problematisch ist, in welchem Großraum über Jahrhunderte turksprachige Völker leben, mit welch fragwürdigem Geschäftsmodell die Krimtataren Macht und Wohlstand erlangen, wie der ESC dazu beiträgt, dass das aufgeladene Verhältnis zwischen Krimtataren und Russland einem breiteren Publikum bekannt wird. Im Mai 1571 legen die Krimtataren Moskau in Schutt und Asche. 60.000 Menschen sollen dem Brand zum Opfer gefallen sein, rund die Hälfte der damaligen Stadtbevölkerung. Die Stadt Moskau wird 1147 erstmals urkundlich erwähnt und ist zunächst Mittelpunkt eines Mini-Fürstentums. Doch seine Herrscher setzen alles daran, ihr Reich zu vergrößern. Im 16. Jahrhundert wird das geografisch massiv gewachsene Großfürstentum Moskau zum "Zarentum Russland" erklärt. Sein erster Zar ist Iwan IV., genannt "der Schreckliche". Iwans Mission ist es, das ganze Gebiet der ehemaligen Rus wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Er erobert tatarische Kleinreiche in der Region, führt mit Polen-Litauen Krieg um Ländereien und macht recht deutlich, dass er nicht vorhat, mit den Eroberungen aufzuhören. Auch den Osmanen ist das aufstrebende Russland ein Dorn im Auge. Und so fallen die mit ihnen verbündeten Krimtataren 1570 in Iwans Reich ein. Im folgenden Jahr durchbricht ein riesiges Heer der Krimtataren auch mit osmanischer Verstärkung die russischen Stellungen an der Oka und brennt Moskau nieder. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Mieste Hotopp-Riecke, Turkologe und Islamwissenschaftler mit Spezialgebiet Tataren Sarah Reinke/Mieste Hotopp-Riecke (Hrsg.): Die Krimtataren. Geschichte Kultur Politik. Hannover Stuttgart 2025. Kerstin S. Jobst: Geschichte der Krim. Iphigenie und Putin auf Tauris. Oldenburg 2020. Heinrich von Staden: Aufzeichnungen über den Moskauer Staat. Hrsg. v. Fritz T. Epstein, 2. erweiterte Auflage. Hamburg 1964. Stefan Albrecht/Michael Herdick (Hrsg.): Im Auftrag des Königs. Ein Gesandtenbericht aus dem Land der Krimtataren (1579). Mainz 2011. Weiterführende Links: Zeitzeichen: 04.04.1558 - Kolonisierung Sibiriens beginnt Stichtag: 18. März 1584 - Iwan der Schreckliche stirbt beim Schachspiel Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Daniela Wakonigg Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Jürgen Mönkediek

  • May 23 · 13 min

    Lebendige Pharmaziegeschichte: Deutschlands älteste Apotheke

    Der 23.5.1241 gilt als Geburtsdatum der Löwen-Apotheke in Trier. Vom Mittelalter bis heute - also seit bald 800 Jahren - werden dort Arzneien hergestellt und verkauft. In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz: was über die Gründung der heutigen Löwen-Apotheke in Trier bekannt ist, wie der Inhalt der Schenkungsurkunde von 1241 lautet, wann die Apotheke in den Besitz der aktuellen Betreiber-Familie gelangt, was das Wort Apotheke ursprünglich bedeutet. Die Löwen-Apotheke am Trierer Hauptmarkt ist kein Museum, sondern ein lebendiger Betrieb. Ihre Geschichte beginnt mit einer Schenkung: Ein Trierer Kellermeister überträgt seine Apotheke an ein Damenstift. Was genau dort verkauft wird, bleibt zunächst offen. Erst allmählich spezialisieren sich Apotheken auf Arzneimittel – ein Prozess, der eng mit neuen Regeln, Wissenstransfers aus dem Orient und der wachsenden Bedeutung von Wissenschaft verbunden ist. Über Jahrhunderte hinweg verändert sich das Aufgabenprofil. Aus Lagerstätten werden Werkstätten, aus Hausmitteln Rezepturen, aus Kräutern Chemie. Brände, Kriege und Krisen übersteht die Apotheke ebenso wie den Wandel zur modernen Gesundheitsversorgung. Während andernorts Apotheken schließen, arbeitet man in Trier weiter – auf Fundamenten, die fast tausend Jahre alt sind. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Claus Schmiz (Erbe der Familie, die seit 1660 die Löwen-Apotheke in Trier betreibt) Elisabeth Schmiz (ehemalige Leiterin der Löwen-Apotheke und Mutter von Luzie Schmiz-Rölz) Luzie Schmiz-Rölz (Leiterin der Löwen-Apotheke in elfter Generation) Axel Helmstädter (Apotheker und Pharmaziehistoriker, Universität Marburg) Peter Ditzel: Die Älteste … - Umbau der Löwen-Apotheke in Trier: Wie sich Tradition, Design und High-Tech miteinander verbinden. In: Deutscher Apotheker Zeitung vom 29.01.2015, S. 52-57 Weiterführende Links: Planet Wissen: Geschichte der Arzneien Planet Wissen: Medizin im Mittelalter Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Markus Harmann und Joachim Heinz Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

  • May 22 · 14 min

    Der Muskatnuss-Kapitalismus von 1621 und die mörderischen Folgen

    Der Aufstieg der Niederlande zur Weltmacht und ein furchtbares Menschheitsverbrechen auf den indonesischen Banda-Inseln: Dahinter steckt der Kampf um Muskatnüsse. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff: warum eine unscheinbare Gewürznuss zeitweise wertvoller ist als Gold, wie die erste Aktiengesellschaft der Welt Handel und Krieg miteinander verknüpft, weshalb der Niederländer Jan Pieterszoon Coen die Banda-Inseln gezielt entvölkert, was das Massaker von 1621 mit dem "Goldenen Zeitalter" der Niederlande zu tun hat, wie die Erinnerung der Überlebenden bis heute in Liedern und Versen weiterlebt. Muskatnuss ist im Europa der Frühen Neuzeit mehr als ein Gewürz. Sie ist Statussymbol, Spekulationsobjekt und ein Versprechen auf schnellen Reichtum. Genau deshalb geraten die kleinen Banda-Inseln im heutigen Indonesien ins Zentrum globaler Machtinteressen. Seit Jahrhunderten handeln die Einheimischen mit der begehrten Frucht, bis die niederländische "Vereinigte Ostindien Companie" (VOC) ein Monopol erzwingen will. Als sich die Bewohner der Banda-Inseln sich widersetzen, lässt der VOC-Gouverneur Jan Pieterszoon Coen 1621 die Inseln militärisch unterwerfen. Fast die gesamte Bevölkerung wird ermordet oder vertrieben. Zurück bleibt eine Plantagenwirtschaft, aufgebaut auf Sklaverei. Der wirtschaftliche Erfolg ist enorm, die moralischen Kosten verschwinden aus der europäischen Erinnerung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Christoph Driessen (deutsch-niederländischer Historiker, Köln) Fabian Scheidler (Historiker, Berlin) Amitav Ghosh: Der Fluch der Muskatnuss – Gleichnis für einen Planeten in Aufruhr. Berlin 2023 Christoph Driessen: Geschichte der Niederlande. Regensburg 2009 Fabian Scheidler: Das Ende der Megamaschine - Geschichte einer scheiternden Zivilisation. Wien 2015 Sven Beckert: Kapitalismus – Geschichte einer Weltrevolution. Hamburg 2025 Weiterführende Links: Zeitzeichen 21.09.1629: Todestag von Jan Pieterszoon Coen Zeitzeichen 17.03.1798: Die Ostindien-Kompanie wird verstaatlicht Planet Wissen: Gewürze Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Pfaff Redaktion: Matti Hesse Technik: Joseph Baader

  • May 21 · 14 min

    Alles für das Nichts: Otto von Guericke

    Wie lässt sich auf der Erde das Nichts darstellen, das zwischen den Sternen liegt? Die Frage bewegt Otto von Guericke ein Leben lang. Am 21.5.1686 stirbt er als Begründer der experimentellen Physik. In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting: wofür das Wort "magdeburgisieren" heutzutage sinnbildlich steht, was Otto von Guericke mit Bier- und Weinfässern anstellt, wie im 17. Jahrhundert eine Art wissenschaftliche Community entsteht, wie Verhandlungen in Folge des 30-jährigen Krieges als Katalysatoren für die Wissenschaft wirken. Wissenschaft ist zu Otto von Guerickes Zeiten üblicherweise ein reiner Denksport. Der findet bei den Gelehrten seiner Zeit erst im Kopf statt und wird dann am Schreibtisch umgesetzt. Doch das stößt bei der Frage nach dem Nichts, dem Vakuum, an seine Grenzen. Von Guericke forscht nicht am Schreibtisch, sondern er tüftelt mit Metallbauern und Handwerkern an Vakuumpumpen. Er beginnt, zu experimentieren und vor allem, seine Arbeit zu dokumentieren - auch die Dinge, die nicht funktionieren. Im Sommer 1657 fügt Guericke zwei große Halbkugeln aus Kupfer mittels einer Dichtung zusammen und pumpt die Luft aus dem Inneren heraus. Anschließend werden vor jede Halbkugel nacheinander acht Pferde gespannt, die sie auseinanderreißen sollen. Es gelingt den Pferden nicht. Als die Kugeln wieder mit Luft gefüllt werden, fallen sie von allein auseinander. Von Guericke zeigt damit praktisch, wie ein Vakuum funktioniert. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Prof. Peter Reichling, Vorsitzender der Otto von Guericke Gesellschaft Weiterführende Links: Stichtag: 23. Mai 1618: Zweiter Prager Fenstersturz eröffnet den 30-jährigen Krieg Planet Wissen: Elektrizität Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Stephan Beuting Redaktion: Frank Zirpins

  • May 20 · 14 min

    Poet, Player, Provokateur: wie Heine mit Deutschland hadert

    Am 20.5.1831 kehrt der Dichter Heinrich Heine Düsseldorf und Deutschland den Rücken. Antisemitismus, Nationalismus und Skandale haben ihn ins Pariser Exil gedrängt. In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Richmann: warum Heinrich Heine ein großer Fan Napoleons ist, wie wenig charmant Heine die Bewohner Göttingens beschreibt, warum Heine zuerst von der Uni und dann auch noch aus der Burschenschaft fliegt, durch welchen öffentlichen Streit Heinrich Heine für die Verantwortlichen der Ludwig-Maximilians-Universität in München untragbar wird. Die Karlsbader Beschlüsse bedeuten ab 1819 Überwachung der Universitäten, Verfolgung politisch Andersdenkender und für Heinrich Heine: scharfe Zensur. Im Mai 1831 zieht er die Konsequenzen und emigriert nach Paris. Bevor er überhaupt das Schreiben anfängt, studiert er in Bonn, Göttingen und Berlin Jura. Allerdings interessiert er sich zu der Zeit mehr für Brauhäuser, Philosophie und Frauen. Während Heine studiert, wird Deutschland umgebaut. Napoleons Armeen sind vernichtend geschlagen. Auf dem Wiener Kongress beschließen Könige, Herzöge und Grafen, das Rad der Zeit zurückzudrehen. Viele Freiheiten werden zurückgenommen. Das bekommen neben Liberalen und Demokraten vor allem Juden, und damit auch Heine, zu spüren. Heine bekommt von der Augsburger Allgemeinen Zeitung das Angebot, als Korrespondent nach Paris zu gehen, welches er gerne annimmt. Deutschland besucht er nur noch zweimal, bevor er am 17. Februar 1856 im Alter von 58 Jahren in Paris stirbt. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Florian Trabert, Literaturwissenschaftler Uni Düsseldorf Weiterführende Links: Planet Wissen: Romantik Planet Wissen: Napoleon Bonaparte Zeitzeichen: 15.08.1769 - Geburtstag von Napoleon Bonaparte Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Michael Richmann Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse

  • May 19 · 14 min

    Vier Minuten Meisterschaft: Der bitterste Tag auf Schalke

    Am 19.5.2001 ist Schalke 04 für einen kurzen Moment gefühlt Deutscher Meister - bis ein Freistoß in Hamburg alles verändert. Kommentator Manni Breuckmann erzählt vom dramatischsten Tag seiner Reporterkarriere. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Gerdener: wie aus einem ganz normalen Bundesliga-Finale ein großes Drama wird, wie eine Falschmeldung ein ganzes Stadion in Ekstase versetzt, welche Rolle Radios, Reporter und verzögerte Bilder spielen, dass ausgerechnet dieser Moment Schalke bis heute definiert. Ein Fernduell am letzten Spieltag, ein ausverkauftes Parkstadion und eine Region im Ausnahmezustand: Der FC Schalke gewinnt, die Konkurrenz liegt zurück, die Meisterschaft scheint greifbar. Reporter verlieren ihre Neutralität, Fans stürmen den Rasen, Feuerwerk erhellt den Himmel über Gelsenkirchen. Alles deutet auf Erlösung hin. Doch das Glück beruht auf einem Irrtum. Während auf Schalke schon gefeiert wird, läuft das entscheidende Spiel noch. Ein später Freistoß, ein Tor, und die Wirklichkeit schlägt zurück. Die kürzeste Meisterschaft der Fußballgeschichte endet so abrupt, wie sie begonnen hat - und macht den 19. Mai 2001 zu einem Datum, das auf Schalke jeder kennt. Und viele nicht mehr hören wollen. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Manni Breuckmann (Sportreporter) Rudi Assauer (Manager FC Schalke 04) Huub Stevens (Trainer FC Schalke 04) Michael Zylka (ehem. Präsident FC Schalke 04) Andreas Müller (Teammanager FC Schalke 04) Weiterführende Links: Zeitzeichen 18.05.1958: FC Schalke 04 wird deutscher Fußballmeister Zeitzeichen 06.02.2019: Rudi Assauer stirbt in Herten Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Gerdener Redaktion: David Rother, Emily Jeuckens

  • May 18 · 14 min

    Armut und Affären: Franziska zu Reventlow und die Bohème

    Sie flieht aus adliger Enge in ein Leben voller Kunst, Literatur und unzählige Liebhaber. Franziska zu Reventlow, geboren am 18. Mai 1871, lebt radikal selbstbestimmt. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld: wie aus der adligen Fanny zu Reventlow eine radikal selbstbestimmte Außenseiterin wird, warum München-Schwabing für sie ein Versprechen von Freiheit und künstlerischem Leben ist, wie Liebe, Mutterschaft und Geldnot ihr Leben immer wieder neu bestimmen, wie ihr rastloses Leben schließlich zur Literatur wird. Im Kaiserreich ist der Lebensweg von Franziska Gräfin zu Reventlow eigentlich klar vorgezeichnet. Doch sie verweigert sich früh den Erwartungen an Herkunft, Ehe und Moral. Stattdessen folgt sie ihrer Sehnsucht nach Unabhängigkeit, Kunst und persönlicher Freiheit. In München, später in Italien und der Schweiz, lebt sie als Schriftstellerin, Mutter und Bohémienne am Rand der Gesellschaft. Ihre Erfahrungen fließen in Romane und Erzählungen ein, leicht im Ton, melancholisch im Kern. Ihr Leben bleibt ein ständiges Suchen zwischen Selbstbestimmung und Einsamkeit. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ulla Egbringhoff (Literaturwissenschaftlerin und Reventlow-Biographin) Ulla Egbringhoff: Franziska zu Reventlow. Reich bebilderte Monographie zu Leben und Werk. Reinbek 2000 Kerstin Decker: Franziska zu Reventlow. Literarische Biographie. München 2018 Weiterführender Link: Franziska zu Reventlow im Projekt Gutenberg Unser Hörtipp: Franziska zu Reventlow: Von Paul zu Pedro - WDR 5 Hörbuch Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Kosfeld Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • May 17 · 14 min

    Erik Satie: Revolutionär der Musik und seltsamer Außenseiter

    Erik Satie (geb. 17.5.1866) ist ein Außenseiter mit einem Leben voller schräger Anekdoten - und ein musikalischer Visionär. Er prägt mit radikal einfachen Klängen die Moderne. In diesem Zeitzeichen erzählt Philip Ritter: wie Erik Satie jahrzehntelang ein verborgenes Doppelleben in einem ärmlichen Zimmer führt, warum seine Musik bewusst gegen Pathos, Dramatik und musikalische Erwartungen arbeitet, wie ausgerechnet Einfachheit und Wiederholung zu seinem größten künstlerischen Markenzeichen werden, weshalb Zeitgenossen ihn für einen Dilettanten halten und spätere Generationen für einen Visionär. Erik Satie lebt zurückgezogen im Pariser Vorort Arcueil. Als er 1925 stirbt, entdecken Freunde erst, was er all die Jahre verborgen hat: eine Wohnung voller Schmutz, Papierberge und Manuskripte. Darunter Werke, die man für verloren hält und die heute als Schlüsselstücke der Musikgeschichte gelten. Geboren in der Normandie, geprägt von frühen Verlusten, scheitert Satie am Konservatorium und findet seinen eigenen Weg. Musikalisch entzieht er sich konsequent den Konventionen seiner Zeit. Er schreibt Stücke ohne dramatische Steigerung, ohne klare Auflösung, oft mit irritierenden Spielanweisungen. Genau diese Weigerung, Erwartungen zu erfüllen, macht Satie zu einer Schlüsselfigur der modernen Musikgeschichte - und zu einem Rätsel, das bis heute nicht ganz zu lösen ist. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Caroline Potter (Musikwissenschaftlerin) Tomas Bächli (Pianist) Grete Wehmeyer: Erik Satie. Reinbek 1998 Weiterführender Link: WDR 3 Musikporträt: Erik Satie - Musikphilosoph und Klangasket Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Philip Ritter Redaktion: Matti Hesse