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WDR Zeitzeichen

WDR

#31 in History this week

Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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  • 76 episodes
  • daily
  • Avg 14 min
  • German
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  • August 18 · 13 min

    Timbuktu: Wie die Wüstenstadt zum Mythos wird

    Jahrhundertelang zieht Timbuktus Reichtum Reisende und Eroberer an. Am 18.8.1826 erreicht Alexander Laing als vermeintlich erster Europäer die sagenumwobene Stadt. Doch Gold findet er keines. In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayı: wie Mansa Musa seine Pilgerreise im 14. Jahrhundert zur PR-Tour für sein Mali-Reich macht, dass Alexander Gordon Laing zu Unrecht als erster Europäer in Timbuktu gefeiert wurde, über den Wert der jahrhundertealten Handschriften, die in Timbuktu aufbewahrt werden, wie heute Krieg und Klimawandel die historischen Bücher gefährden. Im 14. Jahrhundert reist Mansa Musa, Herrscher aus Timbuktu, mit einer prunkvollen Karawane nach Mekka. Entlang des Pilgerweges verschenkt er Gold in rauen Mengen und weckt somit die Vorstellung in der Bevölkerung, dass Timbuktu ein reiches und prächtiges Paradies sein muss. Da der Weg dorthin durch die Sahara führt, ist Timbuktu für Europäer nahezu unerreichbar. Der schottische Forscher Alexander Gordon Laing will es wissen und macht sich vom heutigen Libyen auf ins sagenumwobene Timbuktu. 3.700 Kilometer reist er diagonal durch die Sahara. Die Reise wird zur Tortur. Er erreicht Timbuktu am 18.8.1826 mit unzähligen Wunden, gebrochenen Knochen und ohne seine rechte Hand - und vom beschriebenen Gold findet er nichts. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Katharina Monz, Institut für Afrikanistik und Ägyptologie, Universität zu Köln Charlie English: Die Bücherschmuggler von Timbuktu. Hamburg 2018. Luke Pepera: Motherland: Von Mansa Musa bis Black Panther: Eine persönliche Reise durch 500.000 Jahre afrikanische Geschichten. Berlin 2025. Johann Leo Africanus: Beschreibung Afrikas. Leipzig 1984. Weiterführende Links: Stichtag: Zerstörung islamischer Mausoleen in Timbuktu Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Murat Kayı Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

  • August 17 · 14 min

    Als Wunderkind vergessen, als Komponistin verdrängt: Marie Jaëll

    Am 17. August 1846 wird Marie Jaëll in einem Dorf im Elsass geboren. Mit musikalischem Ausnahmetalent macht sie Karriere als Pianistin und Komponistin - doch ihre Name gerät später fast in Vergessenheit. In diesem Zeitzeichen erzählt Fabian Elsäßer: dass Marie Jaëll einen Musiker heiratet, der später eifersüchtig auf ihren Erfolg ist, warum die Musikerin zur Sekretärin von Franz Liszt wird, dass sie als erste französische Pianistin alle 32 Beethoven-Sonaten vorträgt, wie sie eine neue Methode zum Lernen des Klavierspiels entwickelt. Marie Jaëll ist ein Wunderkind am Klavier: Schon mit zehn Jahren gibt sie Konzerte im Elsass, ihrer Heimat, und in Süddeutschland. Kritiker loben ihre geniale Technik und "männliche Energie" - das seinerzeit höchste Lob für Pianistinnen. Daneben komponiert Marie Jaëll rund 70 Werke: Klavierstücke, Lieder, eine Oper und große Symphonien. Kritiker vergleichen sie mit Beethoven und Wagner. Doch sie ist auch eine Frau im von Männern dominierten Musikbetrieb und sie gerät nach ihrem Tod in Vergessenheit. Heute werden ihre Werke - nicht nur von jungen Musikerinnen - wiederentdeckt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Raphaela Gromes, Cellistin und Autorin Susanne Wosnitzka, Musikwissenschaftlerin am Archiv Frau und Musik, Frankfurt am Main Raphaela Gromes/Susanne Wosnitzka: Fortissima!: Verdrängte Komponistinnen und wie sie meinen Blick auf die Welt verändern. München 2025. Weiterführende Links: ARD Sounds: Komponistinnen im Fokus Stichtag: Tod des Komponisten Franz Liszt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Fabian Elsäßer Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

  • August 16 · 14 min

    Geburtsstunde der KI: Die Dartmouth-Konferenz

    Im Sommer 1956 treffen sich 20 Wissenschaftler auf dem Campus des Dartmouth College in den USA. Mit ihren Diskussionen legen sie den Grundstein für künstliche Intelligenz. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann: ob moderne KI-Systeme tatsächlich intelligent sind, über Alan Turings berühmte Frage: "Können Maschinen denken?", wie Künstliche Intelligenz 70 Jahre nach Dartmouth die Welt auf den Kopf stellt. "Wir wollen herausfinden, wie Maschinen Probleme angehen können, deren Lösung zurzeit dem Menschen vorbehalten ist", formuliert Mathematiker und Mitinitiator John McCarthy das Ziel der Dartmouth-Konferenz. Zwei Monate lang diskutieren und analysieren Mathematiker, Ökonomen, Informatiker und Psychologen, wie das menschliche Gehirn Informationen verarbeitet - und ob sich diese Prozesse auf Maschinen übertragen lassen. Ihre Vision geht noch weiter: Können Maschinen sich auch selbst optimieren? Ergebnisse gibt es keine, aber die Dartmouth-Konferenz gilt heute als Geburtsstunde der "Künstlichen Intelligenz". Seither arbeiten Wissenschaftler der verschiedensten Disziplinen an der Entwicklung intelligenter Maschinen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Alke Martens (Lehrstuhl für Praktische Informatik und Didaktik der Informatik an der Universität Rostock) Prof. Benjamin Risse (Praktische Informatik Universität Münster) Weiterführende Links: Planet Wissen: Geschichte des Computers Stichtag: Computererfinder Konrad Zuse stirbt Zeitzeichen: Mathematiker Alan Turing wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Tiemann Redaktion: Jakob Schiffer und Matti Hesse Technik: Alexander Buske

  • August 15 · 14 min

    Die Sonne rettete sein Leben: Adam Schall von Bell

    Als Astronom reist der Kölner Jesuit Adam Schall von Bell nach China - bis zu seinem Tod am 15.8.1666 sieht er die Heimat nie wieder. Am Kaiserhof gelangt er zu Weltruhm - und gerät in tödliche Gefahr. In diesem Zeitzeichen erzählt Lisa Bolten: wie der Kölner Jesuit Johann Adam Schall von Bell zum engsten Berater des chinesischen Kaisers aufsteigt, weshalb seine astronomischen Kenntnisse über Macht und Einfluss am Kaiserhof entscheiden, wie Hofintrigen ihn ins Gefängnis bringen, ein Erdbeben ihm aber sein Leben rettet. 1592 wird Johann Adam Schall von Bell in Köln geboren. Als junger Jesuit verlässt er Europa und reist nach China – mit dem Ziel, den christlichen Glauben zu verbreiten. Doch bekannt wird er dort vor allem als Mathematiker und Astronom. Am Kaiserhof in Peking berechnet er einen neuen, präziseren Kalender und steigt zum Hofastronomen und Berater des Kaisers auf. Seine wissenschaftlichen Erfolge verschaffen ihm hohes Ansehen, wecken aber auch Neid und politischen Widerstand. Als sich die Machtverhältnisse am Hof ändern, gerät Schall von Bell zwischen die Fronten. Aus dem gefeierten Gelehrten wird ein Gefangener. Obwohl seine Berechnungen einer Sonnenfinsternis ihn rehabilitieren, wird er zum Tode verurteilt. Erst ein Erdbeben wendet sein Schicksal. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Markus Friedrich, Professor für frühe Neuzeit, Universität Hamburg Pingyi Chu: Scientific Dispute in the Imperial Court. The 1664 Calendar Case, In: Taiwanese Journal for Studies of Science, Technology and Medicine, Nr. 6 (1997), S. 1–31 Martin Gimm: P. Johann Adam Schall von Bell S.J. und die Geheimakten zum Gerichtsprozeß der Jahre 1664–1665 in China, Wiesbaden 2021 Stefano Salvia: The Battle of the Astronomers. Johann Adam Schall von Bell and Ferdinand Verbiest at the Court of the Celestial Emperors (1660–1670), In: Physics in Perspective, Bd. 22 (2020), S. 81–109 Jianhua Zhu: Johann Adam Schall von Bell. Ein Kölner des 17. Jahrhunderts in China, In: Achim Aurnhammer, Barbara Beßlich und Stephanie Wodianka (Hrsg.): Deutsch-chinesische Helden und Anti-Helden. Von Ah Q bis Wu Song, Bielefeld 2020 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Der Jesuit, der Japan beschrieb - Luis Froís Zeitzeichen: Verändert die Welt mit himmlischer Mathematik - Regiomontanus Zeitzeichen: Wendepunkt in der Wissenschaft - der Venustransit am 3.6.176 Zeitzeichen: Die Vermessung des Universums - Astronom Claudius Ptolemäus Zeitzeichen: Die Sonnenfinsternis des Archilochos (am 6.4.648 v.Chr.) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Lisa Bolten Redaktion: Frank Zirpins

  • August 14 · 14 min

    "Peace People": Zwei Mütter ebnen Nordirlands Weg zum Frieden

    Als im Nordirlandkonflikt bei einem tragischen Unfall Kinder sterben, protestieren am 14.8.1976 Katholiken und Protestanten gemeinsam. Das stoppt die Gewalt - zumindest vorerst. In diesem Zeitzeichen erzählt Veronika Bock: wie der Tod von drei Kindern zwei Frauen dazu bringt, eine Friedensbewegung zu gründen, wie die "Peace People" Katholiken und Protestanten gemeinsam auf die Straße bringen, wie ihr Protest den Nordirlandkonflikt zwar verändert, ihn aber nicht beendet. Am 10. August 1976 erschüttert ein tragischer Unfall Belfast: Ein flüchtendes IRA-Mitglied wird von britischen Soldaten erschossen, sein führerloses Auto rast in eine Familie. Drei Kinder sterben, ihre Mutter wird schwer verletzt. Das Unglück wird zum Wendepunkt. Die Augenzeugin Betty Williams und Mairead Corrigan, die Tante der Kinder, rufen wenige Tage später zu einer Friedensdemonstration auf: Tausende katholische und protestantische Frauen folgen ihrem Appell. In den Wochen und Monaten danach schließen sich Hunderttausende Menschen den Friedensmärschen der "Peace People" an und setzen ein kraftvolles Zeichen gegen die Gewalt der "Troubles". Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Corinna Hauswedell (Friedens- und Konfliktforscherin) Professor Michael Rohrschneider (Professor für Geschichte der frühen Neuzeit, Leiter des Zentrums für historische Friedensforschung, Bonn) Bundeszentrale für politische Bildung: Konflikte und Kriege - Nordirland Auswärtiges Amt: Für Frieden auf der irischen Insel - 25 Jahre Karfreitagsabkommen (Abkommen von Belfast) RTÉ Archives: A Call For Peace In Derry 1972 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Beginn der Unruhen in Nordirland (am 03.08.1969) Zeitzeichen: 16 Jahre unschuldig im Gefängnis: die "Birmingham Six" Zeitzeichen: Warum der Osteraufstand Irland geprägt hat Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Veronika Bock Redaktion: Carolin Rückl und David Rother

  • August 13 · 14 min

    Die Geburtsstunde des Wagner-Mythos in Bayreuth

    Am 13. August 1876 beginnt in Bayreuth ein kühnes Experiment: Richard Wagner revolutioniert die Oper. Aus dem Festspiel wird ein Weltereignis - mit strahlenden und dunklen Seiten. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz: wie Wagner aus einer vagen Idee ein revolutionäres Festspielhaus entwickelt, welche technischen Neuerungen das Festspielhaus von anderen Bühnen unterscheiden, welche bekannten Musiker zur Premiere anreisen - und welche nicht, mit welcher Oper Wagner das Festspielhaus eröffnet, warum Adolf Hitler nach Wagners Tod Stammgast der Festspiele wird. Im August 1876 herrscht in Bayreuth Ausnahmezustand. Die Kleinstadt mit ihren rund 14.000 Einwohnern empfängt Gäste aus ganz Europa. Neben Kaiser Wilhelm I. ist auch Kaiser Pedro II. von Brasilien anwesend. Auf einem damals noch kahlen Hügel erhebt sich ein Theater, das eigens für Richard Wagners monumentalen "Ring des Nibelungen" gebaut worden ist. Der Komponist verfolgt in Bayreuth eine Idee, die weit über eine gewöhnliche Opernaufführung hinausgeht. Musik, Bühne und Handlung sollen zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen. Die Urteile fallen nach der Premiere unterschiedlich aus, doch schon damals wird deutlich: Bayreuth ist mehr als ein Opernfestival. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Stephan Mösch (Theaterwissenschaftler, Karlsruhe) Oswald Georg Bauer: Die Geschichte der Bayreuther Festspiele. Berlin 2016 Stephan Mösch: Bayreuth als Theater - Auf dem Weg zu einer Festspielgeschichte. Kassel 2026 Bernd Zegowitz (Hg.): Die ersten Bayreuther Festspiele 1876 - Eine Anthologie. Würzburg 2022 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Grundsteinlegung für das Richard-Wagner-Festspielhaus Zeitzeichen: Uraufführung von Richard Wagners "Parsifal" in Bayreuth Zeitzeichen: Uraufführung von Wagners Oper "Lohengrin" Zeitzeichen: Geburtstag von Cosima Wagner Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vratz Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • August 13 · 14 min

    Die Geburtsstunde des Wagner-Mythos in Bayreuth

    Am 13. August 1876 beginnt in Bayreuth ein kühnes Experiment: Richard Wagner revolutioniert die Oper. Aus dem Festspiel wird ein Weltereignis - mit strahlenden und dunklen Seiten. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz: wie Wagner aus einer vagen Idee ein revolutionäres Festspielhaus entwickelt, welche technischen Neuerungen das Festspielhaus von anderen Bühnen unterscheiden, welche bekannten Musiker zur Premiere anreisen - und welche nicht, mit welcher Oper Wagner das Festspielhaus eröffnet, warum Adolf Hitler nach Wagners Tod Stammgast der Festspiele wird. Im August 1876 herrscht in Bayreuth Ausnahmezustand. Die Kleinstadt mit ihren rund 14.000 Einwohnern empfängt Gäste aus ganz Europa. Neben Kaiser Wilhelm I. ist auch Kaiser Pedro II. von Brasilien anwesend. Auf einem damals noch kahlen Hügel erhebt sich ein Theater, das eigens für Richard Wagners monumentalen "Ring des Nibelungen" gebaut worden ist. Der Komponist verfolgt in Bayreuth eine Idee, die weit über eine gewöhnliche Opernaufführung hinausgeht. Musik, Bühne und Handlung sollen zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen. Die Urteile fallen nach der Premiere unterschiedlich aus, doch schon damals wird deutlich: Bayreuth ist mehr als ein Opernfestival. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Stephan Mösch (Theaterwissenschaftler, Karlsruhe) Oswald Georg Bauer: Die Geschichte der Bayreuther Festspiele. Berlin 2016 Stephan Mösch: Bayreuth als Theater - Auf dem Weg zu einer Festspielgeschichte. Kassel 2026 Bernd Zegowitz (Hg.): Die ersten Bayreuther Festspiele 1876 - Eine Anthologie. Würzburg 2022 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Grundsteinlegung für das Richard-Wagner-Festspielhaus Zeitzeichen: Uraufführung von Richard Wagners "Parsifal" in Bayreuth Zeitzeichen: Uraufführung von Wagners Oper "Lohengrin" Zeitzeichen: Geburtstag von Cosima Wagner Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vratz Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • August 13 · 14 min

    Zerrissene Stadt: Die Berliner Mauer wird errichtet

    Am 13. August 1961 trennt Stacheldraht Familien, Freunde und Nachbarn. Menschen verlieren ihre Freiheit. Können Apps und Avatare helfen, Geschichte lebendig zu halten? In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer: warum die DDR die Grenze zu West-Berlin schließt, wie aus einer Absperrung mit Stacheldraht eine jahrzehntelang bestehende Grenze wird, wie Flucht, Mauertote und Grenzsicherung das Leben in Berlin prägen. Der 13. August 1961 verändert das Leben von Millionen Menschen. Über Nacht riegelt die DDR die Grenze zu West-Berlin ab. Aus Stacheldraht und Straßensperren wird eine Mauer, die Berlin fast 30 Jahre lang teilt. Für viele beginnt eine Zeit voller Angst, Trennung und Flucht. Der Alltag von Elke Rosin und Uwe Rutkowski verändert sich durch den Mauerbau einschneidend. Ihre Erinnerungen zeigen, was der 13. August 1961 für Menschen in Ost und West bedeutet – und warum die Erinnerung an die deutsche Teilung bis heute unterschiedlich ausfällt. Unser Tipp: Die App "OstWest Zeitzeugen" der ARD Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ines Geipel, Autorin Hans-Hermann Hertle: Die Berliner Mauer. Biografie eines Bauwerkes, Berlin 2015 ZDFzeit: Ein Tag im August – Mauerbau '61 (Dokumentation) Weiterführende Links: Zeitzeichen: Michael Gartenschlägers Kampf gegen die DDR‑Todesautomaten Zeitzeichen: Peter Fechter verblutet an der Berliner Mauer (am 17.08.1962) Zeitzeichen: Transitabkommen BRD-DDR unterzeichnet (am 17.12.1971) Zeitzeichen: Die DDR öffnet ihre Grenzen (am 09.11.1989) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Erik Hlacer Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • August 13 · 15 min

    Zerrissene Stadt: Die Berliner Mauer wird errichtet

    Am 13. August 1961 trennt Stacheldraht Familien, Freunde und Nachbarn. Menschen verlieren ihre Freiheit. Können Apps und Avatare helfen, Geschichte lebendig zu halten? In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer: warum die DDR die Grenze zu West-Berlin schließt, wie aus einer Absperrung mit Stacheldraht eine jahrzehntelang bestehende Grenze wird, wie Flucht, Mauertote und Grenzsicherung das Leben in Berlin prägen. Der 13. August 1961 verändert das Leben von Millionen Menschen. Über Nacht riegelt die DDR die Grenze zu West-Berlin ab. Aus Stacheldraht und Straßensperren wird eine Mauer, die Berlin fast 30 Jahre lang teilt. Für viele beginnt eine Zeit voller Angst, Trennung und Flucht. Der Alltag von Elke Rosin und Uwe Rutkowski verändert sich durch den Mauerbau einschneidend. Ihre Erinnerungen zeigen, was der 13. August 1961 für Menschen in Ost und West bedeutet – und warum die Erinnerung an die deutsche Teilung bis heute unterschiedlich ausfällt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ines Geipel, Autorin Hans-Hermann Hertle: Die Berliner Mauer. Biografie eines Bauwerkes, Berlin 2015 ZDFzeit: Ein Tag im August – Mauerbau '61 (Dokumentation) Weiterführende Links: Zeitzeichen: Michael Gartenschlägers Kampf gegen die DDR‑Todesautomaten Zeitzeichen: Peter Fechter verblutet an der Berliner Mauer (am 17.08.1962) Zeitzeichen: Transitabkommen BRD-DDR unterzeichnet (am 17.12.1971) Zeitzeichen: Die DDR öffnet ihre Grenzen (am 09.11.1989) Unser Tipp: Die App "OstWest Zeitzeugen" der ARD Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Erik Hlacer Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • August 12 · 14 min

    Die wahre Kleopatra: Kein Milchbad, keine Schlange

    Mythos Kleopatra: Inbegriff von Schönheit, Männerverführerin, gestorben durch einen Schlangenbiss am 12.8.30 v. Chr. Was über die letzte Pharaonin Ägyptens ist Legende, was historisch belegbar? In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger: warum die Geschichte vom tödlichen Schlangenbiss vermutlich eine Erfindung Kleopatras ist, weshalb weder Eselsmilchbad noch Bob-Frisur historisch belegt sind, wie Bildung, Sprachkenntnisse und politisches Geschick zu Kleopatras Machtmitteln werden, welche Rolle Julius Cäsar und Marcus Antonius für ihre Herrschaft spielen, warum die letzte Pharaonin bis heute als globale Werbeikone funktioniert. Als Kleopatra im August im Jahr 30 vor Christus stirbt, endet nicht nur das Leben einer Königin. Mit ihr verschwindet auch die politische Unabhängigkeit Ägyptens. Kurz darauf wird das Land Teil des Römischen Reiches. Doch die Erinnerung an die letzte Herrscherin des Ptolemäerreichs überlebt. Allerdings wird die historische Figur immer mehr von Mythen überlagert. Antike Autoren und römische Gegner sowie später Theater und Film formen aus Kleopatra eine Legende. Viele Bilder, die heute als typisch gelten, entstehen erst lange nach ihrem Tod. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ann-Cathrin Harders (Althistorikerin, Universität Bielefeld) Ann-Cathrin Harders: Kleopatra - Ägyptens letzte Königin. München 2025 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Geburt von Gaius J. Caesar Zeitzeichen: Octavian wird "Kaiser Augustus" Zeitzeichen: Ägyptens vergessener Rivale: Großmacht der Hethiter Zeitzeichen: Tutanchamuns Grabkammer geöffnet Zeitzeichen: Suche nach Ägyptens Atlantis: Goddio entdeckt Heraklion Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Matti Hesse

  • August 11 · 14 min

    David Bowie und Iggy Pop: Wie Berlin ihr Leben rettete

    Im August 1976 sind David Bowie und Iggy Pop auf der Suche nach sich selbst - von Drogen gezeichnet. West-Berlin wird ihre Zuflucht, wo sie Popgeschichte schreiben. In diesem Zeitzeichen erzählt Rüdiger Weidenfeld-Kramer: warum David Bowie und Iggy Pop 1976 ausgerechnet ins geteilte West-Berlin ziehen, wie aus einer Wohngemeinschaft eine der berühmtesten Künstlerfreundschaften der Popgeschichte entsteht, wie Berlin für die beiden Musiker zum Rückzugsort und kreativen Labor wird. 1976 ziehen David Bowie und Iggy Pop nach West-Berlin – auf der Flucht vor Drogen, Erfolgsdruck und den Schatten ihres Rockstar-Lebens. In der geteilten Stadt finden sie einen Ort, an dem sie weitgehend unbehelligt leben und künstlerisch neu anfangen können. Inspiriert von der Atmosphäre Berlins, der deutschen Elektronikmusik und dem Expressionismus entstehen Werke, die bis heute nachwirken. Bowie entwickelt seinen unverwechselbaren Sound weiter, während Iggy Pop Songs aufnimmt, die bis heute zu seinen bekanntesten gehören. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Thilo Schmied, Musikexperte, Tontechniker, Veranstalter der „Berlin Musictours“ Eduard Meyer, ehemaliger Tontechniker in den Hansa-Studios, der mit David Bowie und Iggy Pop zusammengearbeitet hat Tobias Rüther: Helden. David Bowie und Berlin, Berlin 2011 Andrea Halter: Erlebte Geschichten mit Eduard Meyer, WDR 2017 Weiterführende Links: Der ewige König von Deutschland - Geburtstag von Rio Reiser Landluft und Soundvisionen - Musikproduzent Conny Plank John Peel - der Radio-DJ, der unbekannte Bands zu Stars machte Zehn Songs für die Ewigkeit - "The Queen is dead" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Rüdiger Weidenfeld-Kramer Redaktion: Frank Zirpins Technik: Nicolas Dohle

  • August 10 · 14 min

    Elektrizitätsausstellung 1881: in Paris leuchtet die Zukunft auf

    Am 10. August 1881 eröffnet in Paris ein zukunftweisendes Technik-Spektakel: die erste Internationale elektrische Ausstellung führt praktisch vor, wie Strom den Alltag der Menschheit verändern wird. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld: wie Werner von Siemens in Paris eine elektrische Straßenbahn vorführt, warum Thomas Edison mit seiner Glühlampe noch längst nicht alle überzeugt, weshalb Besucher 1881 erstmals Opernmusik live über Telefonleitungen hören können. 1881 spielt Elektrizität im Alltag der meisten Menschen kaum eine Rolle. Umso größer ist das Staunen, als in Paris erstmals eine Ausstellung ausschließlich dieser neuen Technik gewidmet wird. Im Industriepalast präsentieren Erfinder und Unternehmen aus mehreren Ländern ihre Entwicklungen - von elektrischer Beleuchtung über Generatoren bis hin zu neuartigen Verkehrsmitteln und Kommunikationssystemen. Vieles wirkt damals wie Zukunftsmusik, manches wird schon wenige Jahre später selbstverständlich. Die Internationale Elektrizitätsausstellung markiert einen Wendepunkt: Sie macht einer breiten Öffentlichkeit sichtbar, welches Potenzial in der Elektrizität steckt – und wie grundlegend sie das Leben verändern wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Hanswalter Dobbelmann, Leiter des Deutschen Elektrizitätsmuseums in Recklinghausen Ernst Peter Fischer: Das große Buch der Elektrizität, Köln 2011 Frank Dittmann: "Elektropolis - eine Utopie von 1881", In: Paulina Dobroć, Andie Rothenhäusler (Hrsg.): 2000 Revisited – Visionen der Welt von morgen im Gestern und Heute. Karlsruher Studien Technik und Kultur, 2020 Gérard Borvon: First International Exposition of Electricity, Paris 1881 Erich Hinkefuß: Die erste elektrische Weltausstellung. Die Gartenlaube Heft 42, 1881 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Der Mann, der Paris komplett renoviert - Georges-Eugène Haussmann Zeitzeichen: Das erste öffentliche Pissoir in Paris (am 19.7.1839) Zeitzeichen: Das beste Netz der Welt - im Pariser Untergrund Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Kosfeld Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse

  • August 9 · 14 min

    Gesundheit für Millionen: Marta Fraenkels große Mission

    Marta Fraenkel macht vor 100 Jahren Public Health zum Thema für Millionen. Dann zerstören die Nazis ihre Arbeit. Spüren wir die Folgen dieses Bruchs bis heute? In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting: wie die große Ausstellung "GeSoLei" bis heute das Stadtbild von Düsseldorf prägt, warum wir die Nachwirkungen der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik bis heute spüren, dass Deutschland bei vielen Gesundheitsthemen in internationalen Vergleichen hinten liegt. Marta Fraenkel ist eine Pionierin der Gesundheitsaufklärung. Als eine der ersten Frauen überhaupt studiert sie Medizin und verhilft anschließend Projekten wie der Düsseldorfer Groß-Ausstellung GeSoLei (Gesundheit, Soziale Fürsorge, Leibesübung) und dem Deutschen Hygiene Museum in Dresden zum Erfolg. Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht ergreifen, wird Fraenkel als Jüdin aus dem Museumsdienst entlassen und das Thema Gesundheit instrumentalisiert. So geht eine für die damalige Zeit sehr fortschrittliche Vorstellung von Gesundheitskompetenz verloren. Fraenkel selbst flieht in die USA, wo sie bis zu ihrem Tod am 9. August 1976 im staatlichen Gesundheitswesen wirkt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Doris Schaeffer, Gesundheitswissenschaftlerin, Expertin für Gesundheitskompetenz und Sprecherin NAP-Gesundheitskompetenz Matthis Krischel, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin Benjamin Kuntz, Matthis Krischel Friedrich Moll, Wolfram Nagel: Marta Fraenkel - Pionierin der gesundheitlichen Aufklärung. Leipzig 2026 Christian Sammer: Gesunde Menschen machen. Die deutsch-deutsche Geschichte der Gesundheitsaufklärung, 1945–1967. München/Berlin 2020 Weiterführende Links: Planet Wissen: Medizin Geschichte des Arztberufs Planet Wissen: Max von Pettenkofer - Hygiene für München Planet Wissen: Vitaminsteckbriefe Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Stephan Beuting Redaktion: Matti Hesse

  • August 8 · 14 min

    Der Sternenforscher mit der falschen Nase: Tycho Brahe

    Tycho Brahe hat die Astronomie revolutioniert, in einem der ersten Großforschungszentren der Welt, einem für ihn gebauten Schloss in der Ostsee. Am 8.8.1576 war Grundsteinlegung für "Uraniborg". In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg: dass Tycho Brahe schon als Dreijähriger entführt wird, was eine mathematische Formel mit dem Teilverlust seiner Nase zu tun hat, von einem zahmen Elch und dem kleinwüchsigen Wahrsager Jepp, von der komplizierten Beziehung zwischen Brahe und Johannes Kepler. Eine Supernova im Jahr 1572 entflammt seine Neugier: Seitdem beobachtet und dokumentiert der dänische Astronom Tycho Brahe mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit den Lauf der Sterne. Auf der Insel Ven im dänischen Öresund baut Brahe das Planetarium Uraniborg - benannt nach Urania, der Muse der Astronomie. König Friedrich II. von Dänemark und Norwegen ermöglicht und finanziert ihm dieses Projekt, für das am 8. August 1576 der Grundstein gelegt wird. Uraniborg ist eine gigantische Anlage. Ein quadratisches Schloss mit prachtvollem Garten und zahlreichen Zimmern. Außerdem zwei Observationstürmen, einem Alchemie-Labor und einer riesigen Bibliothek. Uraniborg wird zu einem der ersten Großforschungszentren Europas. Der Wissenschaftler selbst gerät nach seinem Tod immer mehr in Vergessenheit - auch weil Brahe sich zu oft selbst im Weg steht. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Lovisa Danielsson, Tycho Brahe Museum auf der Insel Ven Tycho Brahe: Über den neuen Stern. Ein Loblied auf die himmlischen Wissenschaften. Tübingen 2015 John Robert Christianson: Tycho Brahe and the Measure of the Heavens. London 2020 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 24.10.1601 - Todestag des Astronomen Tycho Brahe Zeitzeichen: 27. Dezember 1571 - Astronom Johannes Kepler wird geboren Zeitzeichen: 07.03.2009 - Das Weltraum-Teleskop "Kepler" startet ins All Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: David Rother

  • August 7 · 14 min

    König Otto I.: Eine Krönung voller Rätsel

    Am 7.8.936 wird Otto der Große zum König gekrönt. Für manche beginnt mit ihm die Geschichte Deutschlands. Doch wie wahr die Berichte über sein Leben sind, ist fraglich. In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler: wie genau sich das Ostfränkische Reich zusammensetzt, warum der König ausgerechnet in Aachen gewählt wird, vom Mönch Widukind von Corvey, einer der bedeutendsten, aber auch rätselhaftesten Quellen der deutschen Geschichte im Mittelalter. Am 7. August 936 wird der sächsische Herzog Otto in Aachen zum König des ostfränkischen Reichs gekrönt. Zunächst bricht Otto die Macht des Reichsadels und schlägt die Herrschaftsansprüche diverser Familienmitglieder nieder. Krieg ist der Normalzustand während Ottos Regierungszeit und Otto ist ein überaus erfolgreicher Krieger. Unter Ottos Herrschaft wächst der Zusammenhalt des Landes. In seiner Königskrönung sehen manche den Beginn der Geschichte der Deutschen. Unbestritten hat er dazu beigetragen, dass aus dem Ostfränkischen einmal ein Reich der Deutschen wird. Und Kaiser, wie sein großes Vorbild Karl der Große, wird Otto auch noch. Als Otto der Große geht er schließlich in die Geschichte ein. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Mathias Becher, Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Bonn Widukind von Corvey: Res gestae Saxonicae. Die Sachengeschichte (Lateinisch / Deutsch). Stuttgart 1992 Matthias Becher: Otto der Große. Kaiser und Reich. Eine Biographie. München 2012 Johannes Laudage: Otto der Große. Eine Biographie. Regensburg 2001 Weiterführende Links: Planet Wissen: Die Krönung Ottos I. in Aachen Stichtag: 23. November 912 - Otto der Große wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins Technik: Sarah Fitzek

  • August 6 · 14 min

    Warum der Neandertaler uns ähnlicher ist, als wir denken

    Im August 1856 werden im Neandertal die ersten Fossilien frühzeitlicher Menschen gefunden. Es zeigen sich viele Ähnlichkeiten zwischen den Neandertalern und uns. In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz: warum der Neandertaler viel intelligenter und sozialer ist als lange angenommen, welche neuen Erkenntnisse unser Bild von ihm grundlegend verändert haben, weshalb bis heute ein Teil des Neandertalers in uns weiterlebt. "Du Neandertaler!" – bis heute gilt das oft als Schimpfwort. Dabei zeichnet die Wissenschaft inzwischen ein ganz anderes Bild unseres nächsten evolutionären Verwandten. Archäologie und Genforschung zeigen, dass Neandertaler vermutlich sprechen können, raffinierte Werkzeuge entwickeln und sich um Kranke und Alte kümmern. Das Bild vom primitiven Höhlenmenschen gilt längst als überholt – und der Neandertaler ist uns näher, als viele lange glauben. Denn bis heute finden sich Spuren von ihm in unserem Erbgut. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Dustin Welper, Paläoanthropologe Svante Pääbo, Paläogenetiker Metin Eren, Experimentalarchäologe, Kent State University Ohio Hoimar von Ditfurth, Wissenschaftsjournalist Weiterführende Links: Zeitzeichen: Die Eiszeitkünstler - Als der Homo Sapiens kreativ wurde Zeitzeichen: Ende der Altsteinzeit - Wie friedlich waren unsere Vorfahren? Zeitzeichen: Göbekli Tepe - ein Social Hub der Jungsteinzeit Radiowissen: Mary Anning - Pionierin der Paläontologie Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uwe Schulz Redaktion: Jakob Schiffer und Sefa Inci Suvak

  • August 5 · 14 min

    Straffreiheit für Vergewaltiger? Franca Violas mutiges Nein

    Der Fall Franca Viola wühlt Italien auf. Die 17-Jährige verweigert die "Wiedergutmachungsehe" - die Heirat ihres Vergewaltigers zur Straffreiheit. 1981 fällt das Gesetz. In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg: wie sich die Sizilianerin Franca Viola gegen die Erzwingung einer Eheschließung wehrt, warum das in den 1960er-Jahren als Sensation gilt, was das italienische Gesetz damals unter "Wiedergutmachungsehe" versteht, warum der Prozess gegen Violas Vergewaltiger zum Signal gegen patriarchale Machtstrukturen wird, wie Feminismus, Medien und gesellschaftlicher Wandel die Gesetzgebung verändern. Nach einer Vergewaltigung gedrängt werden, den Vergewaltiger zu heiraten, damit er nicht in den Knast muss: Bis vor wenigen Jahrzehnten war das in mehreren europäischen Ländern tatsächlich üblich und legal – in einigen Ländern der Welt ist es das sogar bis heute. In Italien ändert sich die Gesetzeslage ab den 1960er-Jahren langsam: Damals lehnt es die 17-jährige Franca Viola ab, ihren Vergewaltiger zu heiraten. Der Fall wühlt die Gesellschaft auf. Doch erst am 5. August 1981 wird die "Wiedergutmachungsehe" abgeschafft. Weitere 15 Jahre dauert es, bis Vergewaltigung rechtlich nicht mehr als "Verstoß gegen die öffentliche Moral", sondern als Verbrechen gegen eine Person klassifiziert wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Maria Sole delle Donne (italienische Juristin) Dima Dabbous (MENA-Regionalbeauftragte der Frauen- und Menschenrechtsorganisation "Equality Now") Weiterführende Links: ARD Wissen: Toxische Männlichkeit - Woher kommt die Wut auf Frauen? Arte: Vergewaltigt! Der lange Weg zur Gerechtigkeit Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: Matti Hesse Technik: Alexander Buske

  • August 4 · 14 min

    Pow-Wow am Sankt-Lorenz-Strom: Das Ende der Biberkriege

    Mehr als 100 Jahre haben die indigenen Stämme rund um die Großen Seen Nordamerikas Krieg geführt. Am 4.8.1701 schließen sie in Montreal Frieden - vorerst. In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck: warum die sogenannten Biberkriege weit mehr sind als ein Kampf um Pelze, wie indigene Nationen und europäische Kolonialmächte über ein Jahrhundert lang um Macht und Einfluss ringen, weshalb die Friedenskonferenz von Montreal 1701 keinen dauerhaften Frieden bringt. Mehr als 1.300 Delegierte aus fast 40 indigenen Nationen versammeln sich im Sommer 1701 vor den Toren Montreals. Wochenlang wird verhandelt, gestritten, getrauert und schließlich ein Friedensvertrag geschlossen. Vorausgegangen sind über 100 Jahre Gewalt in den Regionen um Nordamerikas Große Seen. Der Pelzhandel spielt dabei eine wichtige Rolle, doch die Ursachen reichen viel weiter: Rivalitäten zwischen indigenen Nationen, koloniale Machtpolitik, eingeschleppte Krankheiten und wechselnde Bündnisse prägen den Konflikt. Der ausgehandelte Frieden beendet den großen Krieg zwar nicht endgültig, markiert aber einen Wendepunkt in der Geschichte Nordamerikas. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Michael Hochgeschwender, Historiker und Amerikanist, LMU München Richard White: The Middle Ground. Indians, Empires, and Republics in the Great Lakes Region, 1650-1815, Cambridge 1991 Heike Bungert: Die Indianer. Geschichte der indigenen Nationen in den USA, München 2020 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Sitting Bull - unbeugsamer Chief und sein gewaltsames Ende Zeitzeichen: USA - Indianer erhalten Bürgerrechte (am 02.06.1924) Zeitzeichen: Keine Heldengeschichte im Wilden Westen - der Indian Removal Act Zeitzeichen: Lebensabend im Museum - Ishi, der Letzte seines Stammes Planet Wissen: Indianer / Indigene Völker Nordamerikas Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Almut Finck Redaktion: Frank Zirpins Technik: Annette Skrzydlo

  • August 3 · 14 min

    Der Vater der Aufzugbremse: Elisha Graves Otis

    Er stoppte den freien Fall: Elisha Graves Otis (geboren 3.8.1811) erfand die Sicherheitsbremse für Aufzüge. Seine Idee veränderte Städte, Architektur und unseren Alltag. In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger: wie aus einer kaum beachteten Vorführung ein weltberühmter Technik-Mythos wird, weshalb Fahrstühle Hochhäuser und moderne Großstädte überhaupt erst ermöglichen, warum der Aufzug die soziale Ordnung in mehrstöckigen Häusern auf den Kopf stellt, was sich hinter dem "Elevator Pitch" verbirgt, wie das Verhalten im Fahrstuhl zum Gegenstand eigener Benimmregeln wird. Mit seiner Absturzsicherung schafft der US-Mechaniker Elisha Graves Otis die technische Voraussetzung dafür, dass Menschen höheren Gebäuden und ihren Aufzügen vertrauen. Aus den ersten Personenaufzügen entwickelt sich ein Fortbewegungsmittel, das das Bild moderner Großstädte nachhaltig prägt. Doch die Geschichte seiner Erfindung ist mehr als eine Geschichte der Technik. Sie erzählt auch von neuen Formen des Zusammenlebens auf engstem Raum, von unausgesprochenen Verhaltensregeln und von einem Ort, an dem sich Fremde für wenige Sekunden begegnen. Auch deshalb wird der Aufzug zu einem beliebten Schauplatz für Filme, Legenden und urbane Ängste. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Andreas Bernhard (Kulturwissenschaftler) Thomas Oppermann (TÜV Rheinland) Weiterführende Links: ARDalpha: Geschichte des Aufzugs in Bildern ZDF: Wie sicher sind Aufzüge und wie verhalten wir uns in der engen Kabine? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • August 2 · 14 min

    Fritz Lang: Der Besessene der bewegten Bilder

    Er gilt als Kino-Genie und als Despot am Set. Als Filmregisseur Fritz Lang am 2.8.1976 stirbt, nimmt er auch das Geheimnis um den Tod seiner ersten Frau mit ins Grab. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug: wie Fritz Lang vom Wiener Jungen zu einem der einflussreichsten Filmregisseure des 20. Jahrhunderts wird, warum sein Monumentalfilm "Metropolis" die UFA an ihre finanziellen Grenzen bringt, weshalb Fritz Lang in Hollywood neu anfängt. Als Jugendlicher entdeckt Fritz Lang im Kino seine Faszination für bewegte Bilder und beschließt, selbst Geschichten für die Leinwand zu erzählen. Mit Filmen wie "Metropolis", "M – Eine Stadt sucht einen Mörder" und den "Dr. Mabuse"-Filmen prägt er das Kino nachhaltig. Seine kompromisslose Suche nach Perfektion macht ihn berühmt, aber auch gefürchtet. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verlässt Lang Deutschland und setzt seine Karriere in Hollywood fort. Bis heute gilt er als einer der bedeutendsten Regisseure der Filmgeschichte. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Rolf Aurich, Deutsche Kinemathek, Berlin LEMO: Fritz Lang Harvard Film Archive: The complete Fritz Lang Weiterführende Links: Zeitzeichen: UFA-Palast in Berlin eröffnet (am 18.09.1919) Zeitzeichen: Alfred Hitchcocks Film "Der unsichtbare Dritte" in Deutschland SWR Kultur: 100 Jahre Metropolis: SWR Symphonieorchester spielt Filmmusik ein Planet Wissen: Hollywood – Mythos und Realität Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Klug Redaktion: Frank Zirpins

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