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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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  • July 15 · 14 min

    Fotografie als Widerstand: Lee Millers Blick in die Dunkelheit

    Lee Miller erlebt den Zweiten Weltkrieg als Fotografin. Am 15.7.1941 druckt die US-Vogue ihr Bild "Fire Masks". Ihr Weg führt sie immer tiefer in die Schrecken des Krieges. In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer: wie Lee Miller im Frühjahr 1941 das Foto "Fire Masks" in London aufnimmt, warum die darauf gezeigten zwei Frauen dem Leitspruch "Beauty and Duty" entsprechen, was Lee Miller an die Front zieht, wieso sie sich in Hitlers Badewanne fotografieren lässt. Der Legende nach wird Lee Miller auf den Straßen von New York als Model entdeckt. Das Lächeln vor der Kamera genügt ihr bald nicht mehr. Sie sucht sich den seinerzeit berühmtesten Fotografen Man Ray als Lehrer und trifft durch ihn die Pariser Avantgarde und Surrealisten. Deren Bildsprache überträgt sie in die Fotografie. Mit Willensstärke schafft es Lee Miller, sich als US-Kriegsreporterin zu akkreditieren. Sie dokumentiert die Landung in der Normandie und Befreiung von Konzentrationslagern. Berühmt wird das Foto von ihr in Hitlers Badewanne: mit den noch von Dachau verschmutzten Stiefeln, aufgenommen von David Scherman. Ein inszenierter, stiller Triumph über das Regime. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Evelyn Urban, Institut für Kunst- und Musikwissenschaften, Uni Graz Prof. Dr. Robert Bering, Professor für Rehabilitationswissenschaften an der Uni Köln Lee Miller: Krieg – Mit den Alliierten in Europa, herausgegeben von Antony Penrose. München 2015. Evelyn Urban: Eine Amerikanerin fotografiert das Kriegsende und nimmt ein Bad in Hitlers Wanne: Lee Millers Kriegsfotografien 1945, Masterarbeit. 2023. Antony Penrose: Immer lieber woanders hin – das Leben der Lee Miller. Berlin 2023. Weiterführende Links: Stichtag: 6. Juni 1944 - Die Alliierten landen in der Normandie Zeitzeichen: 01.08.1910: Geburtstag der Fotografin Gerda Taro Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Geuer Redaktion: Frank Zirpins

  • July 14 · 14 min

    Killer mit Babyface und Western-Mythos: Billy the Kid

    In der Nacht zum 14.7.1881 wird in einem Schlafzimmer in New Mexico Billy the Kid erschossen. Er wird nur 21 Jahre alt. Seine Revolverhelden-Legende lebt bis heute. In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe: warum aus Henry McCarty der gefürchtete Revolverheld „Billy the Kid“ wird, ob Billy mit zwölf Jahren wirklich schon seinen ersten Mord begeht, dass die klassischen Showdowns auf der Hauptstraße wohl Hollywood-Erfindungen sind, wie Zeitungen, Groschenromane und Songs seinen Mythos größer machen als sein echtes Leben. Wie viele Menschen Billy the Kid tatsächlich umgebracht hat, ist unklar. Verlässliche Quellen sind rar: Zeitungen drucken im 19. Jahrhundert Sensationen, ohne Fakten genau zu prüfen, und selbst Gerichtsakten sind von Machtinteressen geprägt. Fest steht: Der früh verwaiste Billy verdient seinen Lebensunterhalt bald auch mit Diebstählen und Gewalt. Im „Lincoln County War“ wird er zum Regulator in einem blutigen Konflikt um Land, Vieh, Monopole und politische Macht im Süden der USA. Nach Kriegsende bleibt er der einzige steckbrieflich gesuchte Revolverheld – und auf seinen Kopf werden 5.000 Dollar ausgesetzt, tot oder lebendig. Sein früherer Weggefährte Pat Garrett entscheidet sich für „tot“: In der Nacht vom 13. auf den 14.7.1881 erschießt er Billy in einem Haus bei Fort Sumner. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Michael Hochgeschwender, Universität München Pat F. Garrett: Das wahre Leben von Billy the Kid, SharpInk 2025 Bill O’Neil: Billy the Kid und seine Brüder. Frankfurt 1979 Geo Epoche: Der Wilde Westen, Nr. 68, 09/2014 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 1.8.1903 - Todestag der Western-Legende Calamity Jane Zeitzeichen: 18.6.1880 - Schweizer Kaufmann und Auswanderer John Sutter stirbt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Burkhard Hupe Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse

  • July 13 · 15 min

    Als Gerresheims Glasmacher zum Arbeitskampf bliesen

    Vor allem aus Solidarität mit andernorts streikenden Kollegen legen am 13. Juli 1901 auch viele Glasmacher der Gerresheimer Hütte für Wochen ihre Arbeit nieder. Und verlieren am Ende alles. In diesem Zeitzeichen erzählt Marcela Drumm: über den rebellischen Geist der Arbeiter im Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim, warum die Werkswohnungen der Hütte alle ein Zimmer ohne Fenster haben, dass die Arbeiter eine eigene Sprache, das "Hötter Platt", entwickelt haben, wie es mit der Gerresheimer Glashütte nach dem Streik weitergeht. Im Juni 1901 ruft der Verband der Glasarbeiter zum landesweiten Generalstreik auf. Die Arbeiter der Gerresheimer Glashütte stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Sollen sie aus Solidarität mitstreiken, obwohl es ihnen dank zahlreicher Sozialeinrichtungen vergleichsweise gut geht? Dennoch legt auch in Düsseldorf rund die Hälfte der Flaschenmacher die Arbeit nieder. Der Gerresheimer Fabrikherr Heinrich Heye reagiert rigoros. Streikende müssen samt Familien die Werkswohnungen räumen. Und während wochenlange Konflikt viele Arbeiter ins Elend stürzt, wird am vollautomatischen Flaschenautomat getüftelt, der ihre Arbeit bald überflüssig machen wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dorothee Krings, Journalistin und Autorin "Tage aus Glas" Harald Peters, ehemaliger Arbeiter der Gerresheimer Glashütte Peter Schulenberg, Förderkreis Industriepfad Gerresheim Weiterführende Links: Stichtag: 18. Januar 1920 - Betriebsrätegesetz wird verabschiedet Stichtag: 1. Mai 1919 - Der 1. Mai wird Feiertag in Deutschland Rheinische Industriekultur: Glashütte Gerresheim Mediathek-Tipp: Deutsch. Jüdisch. Sicher? – Maccabiah. Sportfest im Krieg Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marcela Drumm Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Christiane Blanke

  • July 12 · 14 min

    D.T. Suzuki: Der Mann, der Zen in den Westen brachte

    Was wir mit "Zen" verbinden, ist auch das Werk eines Mannes: D.T. Suzuki (gestorben am 12. Juli 1966) exportierte den Zen-Buddhismus in den Westen - mit Folgen bis heute. In diesem Zeitzeichen erzählt Sabina Zollner: was US-Schriftsteller Jack Kerouac mit der D. T. Suzuki und der Verbreitung des Zen zu tun hat, warum die Ideen von D. T. Suzuki Intellektuelle, Beat-Autoren und Hippies faszinieren, weshalb Suzukis Verständnis von Erleuchtung oft missverstanden wird, wie aus klösterlicher Praxis ein globaler Achtsamkeitstrend entsteht. Daisetz Teitaro Suzuki wächst im Japan des 19. Jahrhunderts auf und findet erst über Umwege zum Zen. Später wird er zu einem der wichtigsten Vermittler zwischen östlicher Spiritualität und westlicher Philosophie. Seine Version von Zen spricht ein Publikum an, das sich nach individueller Erfahrung sehnt. Mit seinen Vorträgen und Schriften begeistert er ein Publikum, das nach Sinn jenseits traditioneller Religion sucht. Damit prägt er die moderne Vorstellung von Spiritualität bis heute. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professorin Inken Prohl (Religionswissenschaftlerin und Japanologin, Universität Heidelberg) Robert Goldmann (Zen-Lehrer, Buddhistische Gesellschaft Berlin) Inken Prohl: Zen für Dummies. Weinheim 2010 Winthrop Sargeant: The Great Simplicity. New York 1957 Eric Cunningham: D. T. Suzuki - A Biographical Summary. Ann Arbor 2015 Weiterführende Links: Das Philosophische Radio: Inwieweit prägt das Denken des Buddhismus die abendländische Kultur? Planet Wissen: Buddhismus SWR: Krank durch Meditation? Die unbekannten Gefahren der Achtsamkeit Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Sabina Zollner Redaktion: Matti Hesse

  • July 11 · 15 min

    Vielseitige Pferde: Der lange Ritt der Trakehner

    Friedrich Wilhelm I. will mit der Gründung des Gestüts Trakehnen (am 11.7.1731) für Kavallerie-Nachschub sorgen - und legt in Ostpreußen den Grundstein für erfolgreiche Sportpferde. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen: warum Preußens König aus wirtschaftlichem Kalkül ein bedeutendes Gestüt gründet, wie Trakehnen zum Zentrum der größten Warmblutzucht Europas wird, warum erst Jahrzehnte später eine gezielte Zucht mit arabischen und englischen Pferden beginnt, wie Gestütsleiter und Züchter im Zweiten Weltkrieg verzweifelt versuchen, Pferde zu retten, welche dramatische Flucht die Tiere am Ende überstehen müssen. Mitten in Ostpreußen entsteht im 18. Jahrhundert im Dorf Trakehnen ein Zentrum preußischer Pferdezucht. Was als pragmatische Entscheidung beginnt, entwickelt sich unter visionären Züchtern zu einer der erfolgreichsten Warmblutlinien Europas: die Trakehner. Die Tiere sind robust, leistungsfähig und elegant – begehrt beim Militär und in der Landwirtschaft. Doch das "Pferdeland" gerät im Zweiten Weltkrieg ins Chaos. Als die Rote Armee vorrückt, beginnt für Menschen und Tiere eine verzweifelte Flucht. Trecks kämpfen sich über vereiste Landschaften und durch Beschuss, viele Tiere überleben nicht. Dennoch gelingt es einigen Züchtern, die Tradition zu retten und die Trakehner-Zucht nach 1945 neu aufzubauen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Erhard Schulte (Trakehner Verband) Erhard Schulte: Ostpreußens Trakehner Zuchtstätten in ihren Blütejahren. Gelting 2019 Patricia Clough: In langer Reihe über das Haff - Die Flucht der Trakehner aus Ostpreußen. München 2006 Weiterführende Links: Planet Wissen: Haustiere - Pferde Planet Wissen: Deutsche Geschichte - Preußen Planet Wissen: Geschichte Preußens - Ostpreußen Unser Social-Media-Tipp: "Diemitdenpferden" heißt ein Social-Media-Kanal der ARD Sportschau. Zu finden ist der auf Instagram und TikTok und bietet spannende Einblicke in das tägliche Training berühmter Reiter und berühmter Pferde. Die Sportschau-Kollegen sind auf den großen Turnieren wie dem CHIO oder Luhmühlen unterwegs und erklären alles rund um den Reitsport und den Alltag im Stall Und um Trakehner geht’s auch. "Diemitdenpferden"- anklicken lohnt sich. 1.ard.de/die-mit-den-pferden Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: Frank Zirpins

  • July 10 · 14 min

    Mythos Trümmerfrauen: Wer den Wiederaufbau wirklich stemmte

    Nach Kriegsende liegt Deutschland in Trümmern. Die Alliierten bestimmen am 10.7.1946 per Gesetz den Einsatz von Trümmerfrauen. Doch den Großteil des Schutts räumen andere weg. In diesem Zeitzeichen erzählt Franziska Rempe: dass schon vor Kriegsende in Deutschland Trümmer geräumt werden, wie die Nationalsozialisten feststellen müssen, dass es zu wenige Menschen für die Beseitigung der Trümmermassen gibt, wie in München Trümmerräumeinsätze zu Volksfesten werden, was die Forschung heute zum Bild der "Trümmerfrauen" sagt. Im Mai 1945 liegt ein Großteil des ehemaligen Deutschen Reichs in Trümmern. Rund 400 Millionen Kubikmeter Trümmerschutt hinterlässt der Krieg auf deutschem Boden. Bis heute kennt man die Bilder derjenigen, die sie beseitigt haben sollen: Patente Frauen, die nicht nur zuhause, sondern im ganzen Land aufräumen. Die ersten, die nach dem 8. Mai 1945 in deutschen Städten Trümmer räumen, sind jedoch zum einen deutsche Kriegsgefangene und zum anderen ehemalige NSDAP-Mitglieder, die in den Städten von den neuen deutschen Stadtverwaltungen rekrutiert werden und Trümmer räumen müssen. Da viele Männer im Krieg getötet werden oder noch in Kriegsgefangenschaft sind, machen sich aber auch Frauen daran, die Trümmer des Krieges wegzuräumen. Ein Teil der Frauen übernimmt diese Aufgabe freiwillig, andere werden durch ein Gesetz des Alliierten Kontrollrates verpflichtet. Er erlässt am 10. Juli 1946 in Berlin eine "Anordnung über den Einsatz von Frauen auf Bauten". Ihre offizielle Bezeichnung lautet "Hilfsarbeiterinnen im Baugewerbe". Das Bild der selbstlosen, fleißigen "Trümmerfrau" passt vor allem in Ostdeutschland gut ins Bild - und entwickelt sich zu einem Mythos. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Leonie Treber, Historikerin Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes, Essen 2014. Harald Hähner: Wolfzeit. Deutschland und die Deutschen 1945–1955, Berlin 2019. Weiterführende Links: Planet Wissen: Nachkriegszeit - Wiederaufbau Planet Wissen: Nachkriegszeit - "Falscher Honig" und andere Nachkriegsrezepte App-Tipp: In der WDR-App "Zeitzeugen 1945" spricht die Berliner Trümmerfrau Helga darüber, wie sie nach 1945 zum Räumen im Tiergarten gezwungen wurde. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Franziska Rempe Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak Technik: Jens Buchheister

  • July 9 · 14 min

    Die vielen Väter des Aluminiums - C. Halls Jahrhunderterfindung

    Am 9.7.1886 sichert sich Charles M. Hall ein US-Patent zur Aluminiumgewinnung, während Paul Héroult in Europa zeitgleich dasselbe schafft - ein Millimeter-Finish. In diesem Zeitzeichen erzählt Kay Bandermann: warum Aluminium einige Zeit bis zum Durchbruch braucht, wie kurz nacheinander gleich zwei Patente auf die Aluminium-Gewinnung eingereicht werden, welche Rolle eine Nachricht zwischen Geschwistern im Streit um die Patente spielt, welche Vision Forscher heutzutage von der Aluminium-Produktion haben. Mit etwa sieben bis acht Prozent ist Aluminium nach Sauerstoff und Silizium der dritthäufigste Stoff in der Erdkruste. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts suchen Naturwissenschaftler nach Wegen, um das Metall abzuscheiden oder aus dem Gestein herauszulösen. 1886 gelingt dem College-Studenten Charles Martin Hall in der Kleinstadt Oberlin in Ohio ein entscheidender Durchbruch. Im Holzschuppen hinter dem Elternhaus richtet er ein provisorisches Labor ein. Mit selbstgebauten Batterien zur Stromerzeugung, einer eisernen Bratpfanne und dem Mineral Kryolith gelingt es ihm, das in einer Flüssigkeit gelöste Aluminiumoxid aufzuspalten. Mit einer Handvoll Aluminiumstücken geht Hall zu potenziellen Geldgebern, denn er ahnt, dass sich mit dieser Entdeckung viel Geld verdienen lässt. Sie gründen die "Pittsburgh Reduction Company", wo Hall sein Verfahren weiter verbessert. Jetzt kann Roh-Aluminium in großen Mengen gewonnen werden. Und die Herstellungs-Kosten liegen unter zwei Dollar pro Kilo. Am 9. Juli 1886 reicht Hall das Patent mit der Nummer 400.664 bei den US-Behörden ein. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Jörg Schäfer, Verband Aluminium Deutschland, Düsseldorf Dr. Roman Düssel, Werksleiter TRIMET, Essen Weiterführende Links: Planet Wissen: Werkstoffe - Metallrohstoffe Planet Wissen: Industrielle Revolution und Umweltverschmutzung Zeitzeichen: 24.03.1905: Der Science-Fiction-Pionier Jules Verne stirbt in Amiens Zeitzeichen: 20.04.1808 - Geburtstag von Kaiser Napoleon III. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kay Bandermann Redaktion: Emily Jeuckens und David Rother

  • July 8 · 14 min

    Mitgefühl mit Sterbenden: Elisabeth Kübler-Ross

    Als Ärztin hört Elisabeth Kübler-Ross Sterbenden zu. Und sie gibt Menschen am Lebensende eine Stimme. Am 8. Juli 1926 wird sie geboren. In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz: wie Elisabeth Kübler-Ross aus ihrem Leben als Drillingsschwester eine prägende Erkenntnis für ihren Lebensweg zieht, wie eine Schwangerschaft ihren beruflichen Werdegang lenkt, dass sich die fortschreitende Industrialisierung nicht zur auf das Zusammenleben, sondern auch das Sterben auswirkt, von den fünf Phasen des Sterbens. In den 1960er-Jahren beobachtet die junge schweizer Ärztin Elisabeth Kübler-Ross in Kliniken, dass Sterbende ihre letzten Atemzüge häufig allein tun, oft in fensterlosen, gekachelten Räumen. Unmenschlich - findet sie. Ihre Idee vom würdevollen Lebensende vertritt sie auch gegenüber ablehnenden Kollegen. Elisabeth Kübler-Ross trifft damals bei Sterbenden und deren Angehörigen auf offene Ohren. Und zugleich auf Unverständnis und Ressentiments bei der Ärzteschaft. Als ihr Vertrag in der Uniklinik Chicago nicht verlängert wird, widmet sie sich ausschließlich ihrer Vortragsarbeit und schreibt gegen das Tabu rund um den Tod an. Ihre Bücher verkaufen sich millionenfach. Sie selbst erkrankt am Ende ihres Lebens schwer, erleidet mehrere Schlaganfälle und wünscht sich sehnlichst den Tod herbei - wie so viele Menschen vor ihr, die sie auf diesem Weg selbst begleitet hatte. Sie stirbt am 24. August 2004 im Alter von 78 Jahren. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Kenneth Ross, Sohn von Elisabeth Kübler-Ross Dr. Raymond Voltz, Direktor der Palliativstation der Uniklinik Köln Weiterführende Links: Planet Wissen: Tod und Trauer - Sterben Planet Wissen: Tod und Trauer - Selbsttötung WDR5 Erlebte Geschichten: Die Palliativ-Medizinerin Ingeborg Jonen-Thielemann Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Jana Magdanz Redakteurin: Sefa Inci Suvak

  • July 7 · 14 min

    Rudi Carrell: Zwei Gesichter einer Samstagabend-Legende

    Rudi Carrell war strahlender Showmaster, Perfektionist und Studiotyrann. Der Niederländer revolutionierte das deutsche Fernsehen - sein Publikum liebte ihn dafür bis zu seinem Tod 2006. In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer: warum die Deutschen so begeistert sind vom Moderator aus den Niederlanden, während die Holländer ihm seine Karriere in Deutschland verübeln, wie er immer wieder das deutsche Fernsehen erneuert, von seinem zweifelhaften Ruf im Umgang mit Frauen. Sein Metier ist die Unterhaltung und die beherrscht Rudi Carrell perfekt. Zunächst witzelt er im niederländischen Radio, bevor es ihn über die Grenze noch Deutschland zieht. Der große Durchbruch kommt 1974: Mit der Spielshow "Am laufenden Band", in der Teams aus mehreren Generationen gegeneinander antreten, erobert er den Samstagabend. Es folgen weitere Erfolgsformate wie "Rudis Tagesshow", "Herzblatt" und "7 Tage, 7 Köpfe". Immer hat er den richtigen Riecher für die Trends der Zeit und gibt den lockeren, humorvollen Entertainer. Hinter den Kulissen zeigt Rudi Carrell oft eine andere Seite. Mitarbeiter fürchten seine Wutanfälle, er gilt als tyrannischer Chef. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Christoph Classen, Medienwissenschaftler, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Mareike Amado, Moderatorin und ehemalige Assistentin von Rudi Carrell Burkhard Bergermann, Produzent Weiterführende Links: Zeitzeichen: 11.08.1947 - Geburtstag des Schauspielers Diether Krebs Zeitzeichen: 27.04.1921 - Geburtstag von Hans-Joachim Kulenkampff Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Herwig Katzer Redaktion: David Rother

  • July 6 · 15 min

    Verändert die Welt mit himmlischer Mathematik: Regiomontanus

    Johannes Müller von Königsberg ("Regiomontanus") gilt als bedeutendster Mathematiker und Astronom des 15. Jahrhunderts. Sein früher Tod am 6.7.1476 in Rom gibt bis heute Rätsel auf. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau: wie Kolumbus mit einem nautischen Jahrbuch von Regiomontanus auf Jamaika Nahrung erzwingt, wieso Nürnberg für den Astronomen zum Zentrum seiner Forschung wird, weshalb seine Druckerei entscheidend für den Erfolg seiner Werke ist, warum Papst Sixtus IV. 1475 Regiomontanus nach Rom einlädt, welche Gerüchte es um den Tod des Astronomen gibt. Johannes Müller, geboren und aufgewachsen im fränkischen Königsberg und deshalb später Regiomontanus ("der Königsberger") genannt, gilt früh als Ausnahmetalent. Schon als Jugendlicher erstellt er präzisere Kalender als viele seiner Zeitgenossen. Sein Weg führt ihn an die Universitäten Leipzig und Wien. In Italien studiert er in humanistischen Kreisen antike Texte und bewertet sie neu. In Nürnberg schafft er sich ideale Bedingungen für seine Arbeit: mit astronomischen Instrumenten und eigener Druckerei. Seine Werke finden große Verbreitung und prägen die Praxis der Navigation ebenso wie die Entwicklung der Astronomie über Generationen hinweg. Vor allem seine "Ephemeriden" (Jahrbuch der Planetenbewegungen) sind bei Seeleuten sehr beliebt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Hans Gaab (Astronomiehistoriker, Astronomische Gesellschaft in der Metropolregion Nürnberg e. V.) Ernst Zinner: Leben und Wirken des Joh. Müller von Königsberg genannt Regiomontanus. Osnabrück 1968 Rudolf Mett: Regiomontanus - Wegbereiter des neuen Weltbildes. Leipzig/Zürich 1996 Weiterführende Links: Zeitzeichen 12.10.1492: Christoph Kolumbus betritt den amerikanischen Kontinent Planet Wissen: Navigation - Geschichte der Schifffahrt Planet Wissen: Astronomie und Weltraumforschung Unser Hörtipp: Wenn Sie erfahren möchten, was das Denken von Friedrich Nietzsche uns heute noch zu sagen hat, dann haben wir noch eine Podcast-Empfehlung für Sie: "WDR 5 Das philosophische Radio". Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Mau Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

  • July 5 · 14 min

    Francisco de Miranda: Vordenker der Revolution in Venezuela

    Am 5. Juli 1811 erklärt Venezuela seine Unabhängigkeit von Spanien. Hinter dem historischen Schritt steht auch Francisco de Miranda - heute oft im Schatten Simón Bolívars. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath: woran Simón Bolívars Traum von einem vereinten Lateinamerika zerbricht, wie die Ideen der Aufklärung den Niedergang des Kolonialismus einläuten, welche Kolonien als erste den Weg in die Unabhängigkeit gehen, warum die Befreiung Venezuelas zunächst ein Elitenprojekt ist. Im Juli 1811 erklären einige Provinzen Venezuelas ihre Unabhängigkeit von Spanien. Zum ersten Mal sagt sich auf südamerikanischem Boden eine Kolonie von der spanischen Krone los. Präsident der ersten venezolanischen Republik wird der spanische Offizier und Revolutionär Francisco de Miranda. Die Geschichte der ersten Republik ist kurz. Ein Bürgerkrieg bricht aus. Kreolen kämpfen gegen die eingewanderten Spanier von der Iberischen Halbinsel. Republikaner gegen Royalisten. Städtische Eliten gegen Landbevölkerung. Es sind nicht nur die Venezolaner, die gegeneinander Krieg führen. Die spanische Kolonialarmee versucht die Macht des Königs mit Waffengewalt wieder herzustellen. Die Übermacht der spanischen Truppen ist zu groß. Am 25. Juli 1812 unterzeichnet Präsident Francisco de Miranda die Kapitulationsurkunde. Erst 1823 schaffen der südamerikanische Unabhängigkeitskämpfer Simón Bolívar und seine Revolutionstruppen, Venezuela für immer von Spanien zu befreien. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Stefan Rinke, Professor für die Geschichte Lateinamerikas, FU Berlin Klaus Bodemer, ehemaliger Direktor des Instituts für Iberoamerikakunde, Hamburg Margarita Lopez Maya: Zur Geschichte Venezuelas. In: Venezuela heute. Bibliotheca Ibero-Americana. Frankfurt 2011 Stefan Rinke: Geschichte Lateinamerikas: Von den frühesten Kulturen bis zur Gegenwart. München 2025 Stefan Rinke: Revolutionen in Lateinamerika: Wege in die Unabhängigkeit 1760-1830. München 2010 Weiterführende Links: Planet Wissen: Kolonialismus - Europas Kolonien Stichtag: 17. Dezember 1830 - Simón Bolívar in Kolumbien gestorben Stichtag: 6. April 1789 - George Washington wird erster Präsident der USA Planet Wissen: Warum heißt Amerika eigentlich Amerika? Zeitzeichen: Der Namensgeber Amerikas: Großer Entdecker oder ein Hochstapler? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Kath Redaktion: Sefa Inci Sufak Technik: Sascha Schiemann

  • July 4 · 15 min

    Warum die Flugzeugentführer von Entebbe ihre Geiseln trennten

    Palästinenser und Deutsche entführen ein Flugzeug nach Uganda. Die Geiseln werden in zwei Gruppen geteilt. Dann startet Israel am 4.7.1976 eine Befreiungsaktion. In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog: warum die Flugzeugentführung eng mit internationalen Terrornetzwerken und dem Nahostkonflikt verknüpft ist, wie genau die Geiseln in Uganda voneinander getrennt werden, weshalb die Auswahl der Geiseln nicht nur ideologisch, sondern auch strategisch motiviert ist, wie eine spektakuläre Militäraktion Israels das Drama beendet, wieso das Ereignis später von der "Landshut"-Entführung in der Erinnerung überlagert wird. Ende Juni 1976 entführen palästinensische und deutsche Terroristen eine Air-France-Maschine auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris. Das Flugzeug wird nach Uganda umgeleitet. Auf dem Flughafen von Entebbe beginnt für die Passagiere eine beklemmende Situation: Die deutschen Entführer teilen sie in zwei Gruppen – Israelis und andere Staatsangehörige. Das erinnert die jüdischen Geiseln an die NS-Zeit. Während Verhandlungen laufen, plant Israel im Geheimen eine Befreiung. Am 4. Juli 1976 endet die Krise in einer dramatischen Militäraktion, die weltweit Aufsehen erregt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Robert Wolff (Historiker, Landeszentrale für politische Bildung Hessen) Robert Wolff: Im Schatten der "Landshut" - Die Geschichte der Flugzeugentführung nach Entebbe. Erscheint 2027 Weiterführende Links: DLF: 50 Jahre Entebbe - Wie verbreitet war der Antisemitismus in der radikalen Linken? Zeitzeichen 13.10.1977: Die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" Unser Hörtipp: Vom Geschichtspodcast "Zeitkapsel: Achim, wie hast du Menschen aus der DDR geschmuggelt?" gibt es jetzt alle Folgen in ARD Sounds und überall, wo es Podcasts gibt. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Jakob Schiffer und Sefa Inci Suvak

  • July 3 · 14 min

    Skandal und Startschuss: "Nicht der Homosexuelle ist pervers ..."

    Am 3.7.1971 feiert Praunheims Film auf der Berlinale Premiere und löst einen Medienskandal aus. Er wird zum Startschuss für die Schwulen‑ und Lesbenbewegung. In diesem Zeitzeichen erzählt Gianna Scholten: dass zwischen 1949 und 1969 doppelt so viele Männer wegen Homosexualität verurteilt werden wie noch während der Nazizeit, warum Rosa von Praunheim das Wort "schwul" als selbstbewusste Eigenbezeichnung propagiert, wie die ARD-Programmdirektoren zunächst die Ausstrahlung des Films verhindern, weshalb er schließlich doch gesendet wird. Anfang der 1970er-Jahre ist für die meisten homosexuellen Männer undenkbar, offen schwul zu leben. Sie geben sich nach außen bewusst "männlich", um ihre Sexualität zu verbergen. Als größter Feind gilt die "auffällige Tunte", die sofort als homosexuell erkannt wird. 1971 verschiebt Filmemacher Rosa von Praunheim die Perspektiven grundlegend. Seine zentrale Botschaft "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt", packt er gleich in den Filmtitel. Der Film wird heftig diskutiert, auch in der Schwulen-Szene, für die sich "schwul" damals noch nach Beschimpfung anhört. Praunheim hat damit sein Ziel erreicht: Sein Werk gilt als Initialzündung für eine neue, selbstbewusstere Schwulenbewegung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Rosa von Praunheim, Anke Vetter: Rosas Rache. Filme und Tagebücher seit 1960. Berlin 2009 Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt. (Rosa von Praunheim Filmverlag, Berlin 2008) Schwules Museum Berlin Weiterführende Links: WDR 5: Erlebte Geschichte – Rosa von Praunheim Zeitzeichen: 10.12.1991 - Rosa von Praunheim outet Prominente ARD Mediathek: Glückskind - Der schwule Filmemacher Rosa von Praunheim Homepage: Rosa von Praunheim Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Gianna Scholten Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

  • July 2 · 14 min

    Nostradamus: Der düstere Prophet aus der Provence

    Bis heute sind die Prophezeiungen des Nostradamus (gestorben am 2.7.1566) ein Kassenschlager. Aber hat er wirklich in die Zukunft geblickt oder einfach nur zu tief ins Absinth-Glas? In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg: wie Pest und Kriege die Geschäfte von Nostradamus befeuern, warum sein Geschäftsmodell noch heute funktioniert, was moderne Wissenschaftler entlarvt haben. Nostradamus studiert zunächst Medizin und arbeitet als Pestarzt. Berühmt wird er jedoch für seine Prophezeiungen. Dabei formuliert er seine Verse so kryptisch, dass Ereignisse als von ihm vorhergesagt erscheinen. Das spricht sich bei den Mächtigen seiner Zeit herum: Karl IX. - König von Frankreich - und Königin Katharina von Medici suchen Rat bei Nostradamus und überhäufen ihn im Gegenzug mit Geld. Seine Kritiker vermuten ein lukratives Geschäftsmodell und schreiben seine nächtlichen Visionen dem Alkoholkonsum zu. Nostradamus selbst bleibt unbeirrt und gibt die Gültigkeit seiner Prophezeiungen mit "von heute bis ins Jahr 3797" an. Ganz Unrecht hat er nicht. Seine Verse füttern zumindest noch im 21. Jahrhundert zahlreiche Verschwörungen und Mythen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Michelle Huchon (Biografin, Professorin an der Universität Sorbonne) Dipl.-Psych. Eberhard Bauer, Institut für Grenzgebiete der Psychologie & Psychohygiene e. V (IGPP), Vorstandsmitglied Mireille Huchon: Nostradamus. Paris 2021 Frank Rainer Scheck: Nostradamus. München 2001 Weiterführende Quellen und Links: Kurt Allgeier: Nostradamus. Was jetzt auf uns zukommt. Rottenburg 2014 Elmar R. Gruber: Nostradamus. Sein Leben, sein Werk und die wahre Bedeutung seiner Prophezeiungen. Bern 2003 Legenden im Netz: Keine Prophezeiung der Corona-Pandemie (tagesschau) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: Frank Zirpins

  • July 1 · 14 min

    19, schwanger, Kapitänin: Mary Ann Patten bezwingt Kap Hoorn

    Am 1.7.1856 läuft die Neptune’s Car aus. Als der Kapitän krank wird, übernimmt seine Frau Mary Ann Patten das Kommando - und bringt Crew und Schiff um Kap Hoorn. In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer: warum Kap Hoorn in Seefahrerkreisen berüchtigt und gefürchtet ist, warum das ehrgeizige Unternehmen der Neptune’s Car von Anfang an unter keinem guten Stern steht, und wie Mary Ann Patten als Kommandantin eine Meuterei verhindert. Am 1. Juli 1856 läuft die Neptune’s Car aus dem Hafen New Yorks aus. Mit an Bord, Kapitän Joshua Patten und seine schwangere Frau Mary Ann. Als ihr Ehemann schwer erkrankt, übernimmt die 19-Jährige nicht nur seine Pflege, sondern gleich das ganze Schiff. Mehr als 100 Tage ist Mary Ann die Kommandantin des amerikanischen Handelsschiffs - als erste Frau und ohne formale Ausbildung. Sie trotzt Stürmen und Eisbergen und verhindert ganz nebenbei noch eine Meuterei des 1. Offiziers. Auch das gefürchtete Kap Hoorn kann Mary Ann nicht stoppen. Nach 136 anstrengenden Tagen bringt sie Mannschaft und Schiff wohlbehalten ans Ziel - und geht damit in die Geschichte ein. Eine maritime Revolution löst sie mit ihrem Erfolg aber nicht aus. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Christine Keitsch, Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweser Tilar J. Mazzeo: The Sea Captain’s Wife. A True Story of Mutiny, Love, and Adventure at the Bottom of the World. New York 2025 Ursula Feldkamp: Frauen an Bord von Frachtsegelschiffen 1850 bis 1939 in autobiografischen Quellen. Bremerhaven 2014 Christine Keitsch: Frauen zur See. Weibliche Arbeitskräfte an Bord deutscher Handelsschiffe seit 1945. Flensburg 1997 Weiterführende Links: Stichtag: 29. Januar 1616 - Le Maire und Schouten umsegeln als Erste Kap Hoorn Planet Wissen: Handelsschifffahrt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

  • June 30 · 15 min

    Jan Ullrich: Vom Tour‑Triumph zum Absturz eines deutschen Idols

    Am 30. Juni 2006 wird Jan Ullrich wegen Dopings von der Tour ausgeschlossen. Vom Tourhelden zur tragischen Figur - und eine Gesellschaft, die lange nicht hinsehen wollte. In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting: wie Jan Ullrich 1997 als erster Deutscher die Tour de France gewinnt und zum Nationalhelden wird, warum sein kometenhafter Aufstieg eng mit dem DDR-Sportsystem und den Erwartungen der Wiedervereinigungszeit verbunden ist, weshalb Doping, Medienhype und öffentlicher Druck schließlich zu seinem tiefen Fall beitragen. Am 15. Juli 1997 attackiert Jan Ullrich auf der Bergetappe nach Arcalis in Andorra. Eigentlich ist der 23-Jährige als Helfer seines Teamkapitäns vorgesehen. Doch an diesem Tag fährt er der Konkurrenz davon, übernimmt das Gelbe Trikot und gewinnt wenige Tage später die Führung der gesamten Tour de France. Deutschland erlebt einen sportlichen Ausnahmezustand: Ullrich wird gefeiert wie ein Volksheld. Der junge Radprofi aus Rostock scheint alles zu haben - außergewöhnliches Talent, die Ausbildung des DDR-Leistungssports und eine Zukunft, die ihm offensteht. Doch mit dem Erfolg wachsen auch die Erwartungen. Während Doping im Radsport zunehmend sichtbar wird, wollen viele Beteiligte die Euphorie nicht hinterfragen. Als Ullrich Jahre später selbst in einen Dopingskandal gerät, zerbricht sein öffentliches Bild. Es folgen Rückzug, Depressionen und persönliche Krisen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Sebastian Moll, Autor Sebastian Moll: Ulle. Jan Ullrich. Geschichte eines tragischen Helden, Bielefeld 2022 Hans Leyendecker: Jan Ullrich und die Medien. Das goldene Lenkrad, Süddeutsche Zeitung, 17.05.2010 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Vom belächelten Spinner zum Radheld - Nils Gustaf Håkansson Zeitzeichen: Der beste Radrennfahrer seiner Zeit - Eddy Merckx Zeitzeichen: Mit Rad und Revolver - Heinrich Horstmann umrundet die Welt Hörtipp: Wie wurde aus großer Liebe große Abneigung? Der NDR-Podcast Jan Ulrich: Held auf Zeit Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Stephan Beuting Redaktion: Matti Hesse

  • June 29 · 14 min

    Marilyn Monroe und Arthur Miller: "Kopf heiratet Körper"

    Am 29.6.1956 heiratet Hollywoods Sex-Symbol den Pulitzer-Preisträger und das "intellektuelle Gewissen Amerikas". Die Presse jubelt - doch die Ehe scheitert spektakulär. In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Arp: wie aus Norma Jeane Baker Marilyn Monroe wird, wie unzufrieden Monroe mit sich selbst und ihrem Image ist, vom vergeblichen Versuch Millers, mit "Misfits" seine Ehe zu retten, woran Monroes und Millers Ehe letztlich scheitert. Als Filmdiva Marilyn Monroe und der gefeierte Autor Arthur Miller sich am 29. Juni 1956 das Ja-Wort geben, überschlägt sich die Presse: "Kopf heiratet Körper", heißt es damals. Denn während Monroe das US-amerikanische Schönheitsideal verkörpert, steht Miller für etwas ganz anderes: Der hagere, intellektuelle Brillenträger wird für seine Bücher international als das Gewissen der USA gefeiert. Die beiden verlieben sich, weil sie so unterschiedlich sind. Doch ihre Beziehung steht von Anfang an unter keinem guten Stern - auch weil beide mit Problemen zu kämpfen haben. Die Hoffnung, der jeweils andere könne diese lösen, zerplatzt. Nach zahlreichen Streitigkeiten werden Marilyn Monroe und Arthur Miller 1961 geschieden - ein Jahr später stirbt die Filmdiva. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Ruth-Esther Geiger, Autorin und Marilyn-Monroe-Biographin Weiterführende Links: Stichtag: 5. August 1962 - Marilyn Monroe stirbt in Brentwood Zeitzeichen: 17.10.1915 - Geburtstag des Dramatikers Arthur Miller Zum 100. Geburtstag: Der Mythos Marilyn Monroe Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Anja Arp Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

  • June 28 · 14 min

    Die harte Hand der Gegenreformation: Papst Paul IV.

    Am 28.6.1476 wird Gian Pietro Carafa geboren. Mit fast 80 Jahren wird er zu Papst Paul IV., verschärft die Inquisition, bekämpft Protestanten und zwingt die Juden Roms ins Ghetto. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld: von der Krise der katholischen Kirche um das Jahr 1500, von Carafas Hass auf alle Herrscherhäuser, die Gebiete in Italien besitzen, vom strengen Orden der Theatiner und einer Totalkonfrontation mit der Reformation, wie die Menschen das Ende seiner Schreckensherrschaft feiern. Gian Pietro Carafa wird am 28. Juni 1476 in eine Adels-Familie des Königreichs Neapel geboren. Er wird für eine Kirchenlaufbahn ausgebildet und 1955 zum Papst gewählt. Nach seinem Tod wird er in die Geschichte eingehen: Als Beispiel dafür, was passieren kann, wenn ein alter, starrsinniger Mann mit seiner fast grenzenlosen Macht nicht umgehen kann. Um mögliche Gegner in und außerhalb der Kirche zu finden, baut Paul IV. ein Spitzelsystem auf. Er verbietet Tanz, Musik und Spiele, verfolgt die Menschen mit der Inquisition und zettelt sinnlose Kriege an. Am brutalsten verfolgt er die Juden, befiehlt gar die Errichtung eines Ghettos in Rom. 1559 stirbt der Papst mit 83 Jahren. Endlich ist der Albtraum vorbei, der vier Jahre lang Rom, die Kirche und ganz Europa beherrscht hat. Und viele fragen sich: Wie konnte es soweit kommen? Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Volker Reinhardt, Historiker an der Universität Fribourg Volker Reinhardt: Pontifex. Die Geschichte der Päpste. Von Petrus bis Franziskus. München 2017 Bruno Steiner (Hrsg.): Lexikon der Päpste und des Papsttums. Freiburg im Breisgau 2010 Klaus Lohrmann: Die Päpste und die Juden. 2000 Jahre zwischen Verfolgung und Versöhnung. Ostfildern 2008 Weiterführende Links: Stichtag: 2. März 1876 - Papst Pius XII. wird geboren Zeitzeichen: 04.04.896 - Todestag Papst Formosus Zeitzeichen: 14.06.1966 - Vatikan hebt den Index verbotener Bücher auf Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Kosfeld Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

  • June 27 · 14 min

    Bud Spencer und die vielen anderen Leben des Carlo Pedersoli

    Carlo Pedersoli (gestorben am 27.6.2016) war Olympiaschwimmer, Bauarbeiter, Sänger - und er war Bud Spencer, Hau-Drauf-Darsteller in den Spaghetti-Western mit Terence Hill. In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe: wie ein olympischer Schwimmer durch einen überraschenden Anruf zum Filmstar wird, warum viele berühmte Bud-Spencer-Sprüche im Original gar nicht vorkommen, und weshalb die Prügeleien von Bud Spencer und Terence Hill bis heute Kultstatus genießen. "Wenn du noch einmal mit den Augen zwinkerst, dann zwinker ich mit den Fingern" – mit Sprüchen wie diesem wird Bud Spencer für Millionen Zuschauer zur Legende. Hinter der Figur steckt Carlo Pedersoli, ein Mann mit vielen Leben: Freistilschwimmer, Olympiateilnehmer, Unternehmer, Pilot, Erfinder und Schriftsteller. Anfang der 1950er-Jahre zählt er zu den besten Schwimmern Italiens, bevor ihn sein Weg über Gelegenheitsjobs schließlich vor die Kamera führt. 1967 erhält Pedersoli das Angebot für einen Italo-Western, der Beginn einer der erfolgreichsten Filmkarrieren Europas. Gemeinsam mit Terence Hill prägt er zunächst die Western-Parodie und später die Buddy-Komödie. Ihre Filme verbinden Humor, Slapstick und handfeste Prügeleien, die Bud Spencer weit über Italien hinaus zum Kultstar machen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Michael Maas, Mitbegründer und Betreiber der SpencerHillWorld in Berlin Dr. Harald Steinwender, Spielfilm-Redakteur des Bayerischen Rundfunks Bud Spencer: „Mein Leben, meine Filme“, Schwarzkopf und Schwarzkopf, 2011 Bud's Best - Die Welt des Bud Spencer, Dokumentation 2012, ARD-Plus Weiterführende Links: Zeitzeichen: Filmikone Clint Eastwood: Western, Waffen, Widersprüche Zeitzeichen: "Spiel mir das Lied vom Tod" hat Premiere (am 21.12.1968) Zeitzeichen: "Der großen Eisenbahnraub": Startschuss des Wild-West-Kinos Zeitzeichen: Karl May, Schriftsteller (Todestag, 30.03.1912) Zeitzeichen: "Be water, my friend": Die Kampfkunst-Ikone Bruce Lee Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Burkhard Hupe Redaktion: David Rother

  • June 26 · 14 min

    Claude Joseph Rouget de Lisle und sein Lied für die Ewigkeit

    Am 26. Juni 1836 stirbt in Choisy-le-Roi der Mann, dem Frankreich seine "Marseillaise" verdankt - die wohl bekannteste Nationalhymne Europas. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg: wie ein Offizier in einer einzigen Nacht ein weltberühmtes Revolutionslied erschafft, warum die "Marseillaise" weniger genialer Geistesblitz als Gemeinschaftswerk und Auftragsarbeit ist, weshalb ihr Komponist politisch zwischen Monarchie und Revolution steht, warum Rouget de Lisle trotz seines Ruhms verarmt und beinahe in Vergessenheit gerät. Die "Marseillaise" entsteht im Frühjahr 1792 in Straßburg, als Frankreich gerade in den Krieg zieht. In einer aufgeheizten Atmosphäre komponiert Claude Joseph Rouget de Lisle ein Kampflied, das den Nerv der Zeit trifft und sich rasch verbreitet. Doch der Mythos vom genialen Einfall täuscht. Historisch betrachtet greifen viele Einflüsse ineinander: musikalische Vorlagen, politische Parolen und die Mitarbeit anderer. Während das Lied zur Hymne der Revolution wird, bleibt sein Urheber ein moderater Geist zwischen den Fronten, dessen Werk weit über ihn hinauswächst. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Gudrun Gersmann (Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit, Universität Köln) Michel Vovelle: Die Marseillaise. Krieg oder Frieden. München 2005. Weiterführende Links: Planet Wissen: Die Französische Revolution Zeitzeichen 11.12.1792: Der Prozess gegen König Ludwig XVI. beginnt Paris-Blog: Rouget de Lisle Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Anne Bohnen