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WDR Zeitzeichen

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#31 in History this week

Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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  • 80 episodes
  • daily
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  • German
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  • Yesterday · 14 min

    Die Urteile im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess

    Am 1.10.1946 fallen die Urteile gegen die NS-Hauptkriegsverbrecher. Das Leid von Frauen und Kindern in den KZ spielt kaum eine Rolle. Seweryna Szmaglewska will ihnen Gehör geben. In diesem Zeitzeichen erzählt Nora Hespers: wie Seweryna Szmaglewska das Grauen von Auschwitz vor Gericht bezeugt, warum ihre Frage "Wo sind diese Kinder?" bis heute unbeantwortet bleibt, weshalb die Erfahrungen von Frauen in Nürnberg lange wenig Beachtung finden, warum Nürnberg bis heute als Symbol für internationale Gerechtigkeit gilt. Als am 1. Oktober 1946 die Urteile gegen die Hauptkriegsverbrecher des NS-Regimes verkündet werden, blickt die Welt nach Nürnberg. Im Mittelpunkt stehen Dokumente und Beweise für die systematisch geplanten Verbrechen. Die Stimmen der Überlebenden spielen dagegen nur eine vergleichsweise kleine Rolle. Zu den wenigen Zeuginnen der Anklage gehört die polnische Widerstandskämpferin und Auschwitz-Überlebende Seweryna Szmaglewska. Erst wenige Monate zuvor hat sie das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau überlebt. Ihre Aussage über Frauen und Kinder in Auschwitz erschüttert den Gerichtssaal. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Nina Lutz (Leiterin Memorium Nürnberg) Seweryna Szmaglewska: Die Frauen von Birkenau. Frankfurt a.M. 2020 Seweryna Szmaglewska: Die Unschuldigen in Nürnberg. Frankfurt a.M. 2022 Weiterführende Links: Zeitzeichen 31.08.1946: Schlussworte der Angeklagten im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess NDR Retro: Nürnberger Prozesse - 1. Tag der Urteilsverkündung Planet Wissen: Der Nürnberger Prozess Robert H Jackson Center: Nuremberg Trial Day 69 (1946) Severina Shmaglevskaya Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Nora Hespers Redaktion: David Rother

  • Wednesday · 14 min

    Krieg der Kutschen: Ein Kampf um Prestige und Macht

    30.9.1661: In London eskaliert ein Kutschenwettstreit zwischen Frankreich und Spanien um einen Ehrenplatz. Botschafter lassen schießen - am Ende siegt Frankreich. In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember: warum eine Kutschenkolonne zum Schauplatz eines internationalen Prestigekampfs wird, weshalb Spanien und Frankreich ihren Konflikt mitten in London austragen, wie bezahlte Schläger und bewaffnete Gefolgsleute den Streit anheizen, wieso die militärisch unterlegenen Spanier zunächst triumphieren, weshalb der eigentliche Sieger am Ende doch Frankreich heißt. Im 17. Jahrhundert entscheidet nicht nur militärische Stärke über den Rang eines Herrschers. Wer bei öffentlichen Zeremonien den Vorrang erhält, demonstriert Macht vor aller Augen. Als ein schwedischer Botschafter 1661 in London feierlich empfangen werden soll, treffen die Rivalen Spanien und Frankreich aufeinander. Der Streit um die bessere Position in einer Kutschenkolonne eskaliert. Pferde werden attackiert, Schüsse fallen, Menschen sterben. Was zunächst nur wie eine bizarre Auseinandersetzung wirkt, markiert einen Wendepunkt im europäischen Machtgefüge. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: André Krischer (Historiker, Universität Freiburg) Mark Hengerer: Ludwig XIV. Das Leben des Sonnenkönigs. München 2015 Elisabeth Ruffert: Das Gesandtschaftszeremoniell des brandenburgisch-preußischen Hofes um 1700. Berlin 2022 Weiterführende Links: Zeitzeichen 31.05.1669: Samuel Pepys macht den letzten Eintrag in seinem berühmten Tagebuch Samuel Pepys Diary: Tagebuch-Eintrag zum 30. September 1661 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup

  • Tuesday · 14 min

    Der letzte Mensch, der alles wusste: Enrico Fermi

    Der größte italienische Wissenschaftler seit Galilei, genialer Nobelpeisträger, Vater des Atomzeitalters. Enrico Fermi, geboren am 29.9.1901, war wohl der letzte Mensch, der die gesamte Physik verstand. In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog: wie aus einer beiläufigen Mittagsdiskussion das berühmte Fermi-Paradoxon entsteht, warum Fermi als "der letzte Mensch, der alles wusste" bezeichnet wird, wie seine Pi-mal-Daumen-Methode zu erstaunlich präzisen Ergebnissen führt, weshalb er Mussolinis Italien nach der Nobelpreisverleihung verlässt, welche Schlüsselrolle er beim Bau des ersten Atomreaktors spielt. In der Physik begegnet man seinem Namen auf Schritt und Tritt: Fermi-Dirac-Statistik, Fermi-Wechselwirkung oder Fermi-Paradoxon. Schon als Jugendlicher verschlingt Enrico Fermi Fachliteratur und beeindruckt seine Umgebung mit außergewöhnlicher Begabung. Später gehört er zu den prägenden Köpfen einer Epoche, in der Relativitäts- und Quantentheorie das Weltbild revolutionieren. Sein Leben führt von Rom über Stockholm und New York bis nach Los Alamos. Dort wirkt er entscheidend an Entwicklungen mit, die das 20. Jahrhundert verändern. Trotz seines gewaltigen Wissens bleibt Fermi laut Weggefährten zugänglich, begeisterter Lehrer und jemand, der komplexe Probleme auf ihren einfachsten Kern reduziert. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: David Schwartz (Fermi-Biograf) David Schwartz: The Last Man Who Knew Everything. The Life and Times of Enrico Fermi, Father of the Nuclear Age. New York 2017 To Fermi with Love: Erinnerungen seiner Freunde und Wegbegleiter Weiterführende Links: Zeitzeichen 06.08.1945: Abwurf der Atombombe auf Hiroshima Zeitzeichen 26.03.1938: Der italienische Physiker Ettore Majorana verschwindet Zeitzeichen 23.10.1912: Raketeningenieur Wernher von Braun wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: David Rother

  • Monday · 14 min

    Vom Holz zum Himmel: William Edward Boeing

    Das Leben des Flugzeugpioniers William Edward Boeing endet am 23.9.1956 auf seiner Yacht in der Meeresbucht vor Seattle. Sein Name bleibt in und über unseren Köpfen. In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer: wie William Edward Boeing nach dem Ersten Weltkrieg von der Flugzeugproduktion auf Schlafzimmermöbel umsteigt, mit welchem Flugzeugtyp Boeing im Jahr 1933 Luftfahrtgeschichte schreibt, warum William Boeing der Luftfahrtbranche schon mit 52 Jahren den Rücken kehrt und von den Rätseln um den Tod des Flugzeugbauers William Edward Boeing William Edward Boeing ist der Sohn des deutschen Bergbau-Ingenieurs Wilhelm Böing und der ebenfalls deutschstämmigen Marie Ortmann. Sein Vater verlässt als 22-Jähriger seine Heimatstadt Hohenlimburg an der Lenne im Ruhrgebiet und kommt im US-amerikanischen Detroit mit Bauholzhandel zu beträchtlichem Reichtum. 1910 wird Boeing als 28-Jähriger in Los Angeles bei der ersten großen Flugschau Amerikas von der Faszination der Fliegerei gepackt. 1915 beginnt Boeing in Seattle zusammen mit seinem Kollegen George Conrad Westervelt die Arbeit an einem Wasserflugzeug aus Holz, Leinen und Draht. Rund 38 Jahre nach der ersten Firmengründung rollt ein Prototyp aus den Boeing-Hallen - es ist der Urahn der Boeing 707, des ersten großen Düsenverkehrsflugzeugs. Bei der Taufe ist der Gründer noch einmal dabei. Mit 72 Jahren schaut William Boeing auf den Beginn des Jet-Zeitalters. Erleben wird er es nicht mehr. Das sind unsere wichtigsten Quellen: HistoryLink.org: William Edward (1881–1956) Boeing. Essay 8023 Brian Schefke: William Edward Boeing. In: Immigrant Entrepreneurship - German-American Business Biographies (German Historical Institute). 2011/2018 Mike Lombardi: Historical Perspective - 50 Years at the Leading Edge. Boeing Frontiers. August 2009 Heimatverein Hohenlimburg: Dokumentation Gedenktafel Boeing-Geburtshaus, 2016 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 09. Februar 2009 - Vor 40 Jahren: Erstflug der Boeing 747 Stichtag: 15. Juli 1916: Gründung der Boeing-Flugzeugwerke Planet Wissen: Otto Lilienthal und das Fliegen Planet Wissen: Übersichtsseite Luftfahrt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

  • Sunday · 14 min

    Let There Be Rock: Der Film "Die Halbstarken" feiert Premiere

    "Die Halbstarken" erscheint am 27. September 1956 - da diskutiert die Adenauer-Republik bereits hitzig über Rock’n’Roll, Kinokrawalle und Feinripp. Die Elterngeneration ist verstört - Jugendliche und ihre Kultur werden kriminalisiert. In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka: wie "Die Halbstarken" zum Schreckbild der 1950er-Jahre werden, warum Rock’n’Roll und Kino die Jugendkultur verändern, wie Medien und Politik die Angst vor der Jugend anheizen, wie das Kino den Mythos der rebellischen Jugend prägt, warum der Film "Die Halbstarken" Kultstatus erreicht. Mit dem Film "Die Halbstarken" greift Regisseur Georg Tressler 1956 ein Thema auf, das die Bundesrepublik bewegt: Jugendliche, die anders aussehen, andere Musik hören und sich den Erwartungen der Erwachsenen entziehen. Der Begriff "Halbstarke" wird zum Sammelbecken für alles, was als unbequem oder rebellisch gilt. Doch hinter der moralischen Aufregung steckt ein tiefer gesellschaftlicher Wandel. Die Nachkriegsgeneration verfügt über mehr Geld, entdeckt neue Freiheiten und orientiert sich an amerikanischer Musik, Mode und Lebensart. Der Film trifft damit den Nerv seiner Zeit und macht seine Hauptdarsteller Karin Baal und Horst Buchholz zu Stars. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Bodo Mrozek (Zeit- und Kulturhistoriker) Bodo Mrozek: Jugend-Pop-Kultur. Eine transnationale Geschichte. Berlin 2019 Deutsches Filmmuseum: Zwischen Gestern und Morgen. Westdeutscher Nachkriegsfilm 1946-1963. Frankfurt am Main 1989 Weiterführende Links: Planet Wissen: Jugend in den 1950er-Jahren Jugendkulturen in Deutschland: Die Halbstarken Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christiane Kopka Redaktion: Emily Jeuckens, Frank Zirpins Technik: Theo Kramer

  • Saturday · 14 min

    Winnie Mandela - Ikone des Widerstands gegen die Apartheid

    Während Nelson Mandela jahrzehntelang im Gefängnis sitzt, kämpft Winnie draußen gegen die Apartheid. Sie wird zur Symbolfigur - und greift selbst zur Gewalt. 1936 wird sie geboren. In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Dänzer-Vanotti: wie Winnie Mandela in den 1950er-Jahren als Winifred Madikizela nach Johannesburg kommt, wie sie erkennt, dass die Ehe mit Nelson Mandela im südafrikanischen Freiheitskampf eine große Rolle spielen kann, wie nach Nelsons Inhaftierung für Winnie Schikanen, Bespitzelung und Verhöre beginnen, wie Winnie Mandela ausgerechnet in der Verbannung politische Bedeutung bekommt. Als Winifred Madikizela Mitte der 1950er-Jahre Nelson Mandela kennenlernt, ist ihr klar, dass sie diesen Mann mit der halben Welt teilen muss. Er wird auf der Straße, im Restaurant angesprochen, ist bereits im Anti-Apartheid-Kampf aktiv. Und dennoch: sie verlieben sich und heiraten 1958. 1963 werden Nelson und weitere Angeklagte des ANC wegen Sabotage und Waffenbesitz zu lebenslanger Haft auf der Gefängnisinsel Robben Island verurteilt. 27 Jahre lang ist er ein Gefangener. Für Winnie Mandela beginnen Schikanen, Festnahmen, Bespitzelung und Verhöre. Winnie Mandela sieht sich als Repräsentantin der politisch Verfolgten. Ihren Kampf führt sie zunehmend mit brutaler Gewalt. Diese kompromisslose Radikalität wird ihr schließlich zum Verhängnis. Ihre Feinde werfen ihr kriminelle Aktivitäten vor. In den Übergangsjahren nach der Apartheid landet sie im politischen Abseits. Am 2. April 2018 stirbt Winnie Madikizela-Mandela im Alter von 81 Jahren in Johannesburg. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Jonny Steinberg, Autor Rita Schäfer, Soziologin, Schwerpunkt Südafrika und Frauenpolitik Johnny Steinberg: Winnie and Nelson, Portrait of a marriage. Johannesburg 2023 Weiterführende Links: Planet Wissen: Geschichte Südafrikas Zeitzeichen: 27.04.1994: Ende der Apartheid in Südafrika Zeitzeichen: 18.07.1918 - Geburtstag von Nelson Mandela Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Dänzer-Vanotti Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • September 25 · 14 min

    Wladimir Putin: Als der Bundestag begeistert applaudierte

    Ist Putins Rede im Bundestag der Beginn einer neuen deutsch-russischen Partnerschaft? Vor 25 Jahren hoffen viele darauf. Heute wissen wir, wie die Geschichte weiterging. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug: worüber Putin kurz nach den Anschlägen auf das World Trade Center im Bundestag spricht, von der freundlichen Seite der russischen Besatzer, von Putins Zeit als KGB-Agent in der DDR, welcher Abgeordnete bei Putins Rede demonstrativ den Plenarsaal verlässt. Der 25. September 2001 ist ein besonderer Tag. Mit Wladimir Putin kommt erstmals ein russischer Präsident in den Deutschen Bundestag, um eine Rede zu halten. Zur Freude der Abgeordneten hält Putin seine Rede größtenteils in deutscher Sprache. Deutsch hat er zwischen 1985 und 1990 als Offizier des sowjetischen Geheimdienstes KGB in der DDR gelernt. 14 Tage zuvor steuern islamistische Terroristen zwei Flugzeuge in das New Yorker World Trade Center, die westliche Welt steht noch immer unter Schock. Vor diesem Hintergrund geht es Putin in Berlin vor allem darum, um Verständnis für seinen Krieg in Tschetschenien zu werben und gleichzeitig Russlands Rolle als Weltmacht neu zu beleben. Für seine Rede bekommt Putin im Bundestag großen Applaus, als vermeintlicher Hoffnungsträger für einen neue Ära der Zusammenarbeit. Aus heutiger Sicht, mit Blick auf den Angriffskrieg gegen die Ukraine und Putins innenpolitische Repression, wirkt dieser Moment wie eine historische Täuschung. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Manfred Quiring, langjähriger Russland-Korrespondent und Sachbuchautor Ilko-Sascha Kowalcuk, Historiker Weiterführende Links: Zeitzeichen: 03.05.1971: Erich Honecker löst Walter Ulbricht als SED-Chef ab Zeitzeichen: 17. Juni 1953 - Aufstand in Ostberlin und in der DDR Zeitzeichen: 17.04.1894: Geburtstag des sowjetischen Politikers Nikita Chruschtschow Planet Wissen: Spione im Kalten Krieg Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Klug Redaktion: Matti Hesse

  • September 24 · 14 min

    Paracelsus: Wie der "Luther der Medizin" das Heilen reformiert

    Paracelsus stellt die Medizin auf den Kopf. Statt auf die Lehren der Antike setzt er auf Erfahrung - und gerät so bis zu seinem Tod am 24.9.1541 ständig in Konflikte. In diesem Zeitzeichen erzählt Doris Arp: warum an der Echtheit der überlieferten Paracelsus-Texte Zweifel bestehen, wie Paracelsus vom Vater viel über Berufskrankheiten lernt, wie der 15-jährige Paracelsus sich auf seinen Streifzügen eine neue, ganzheitliche Medizin in die Welt bringt, welches Paracelsus-Zitat in den Volksmund übergegangen ist. Vermutlich 1493 oder 1494 im schweizerischen Einsiedeln als Theophrastus von Hohenheim geboren, nennt er sich später selbst Paracelsus. Er kommt aus einer verarmten Adelsfamilie. Sein Vater ist Arzt und zieht mit dem etwa Achtjährigen nach Kärnten. Später bereist er zu Fuß, zu Pferd, auf alten Lastkähnen übers Wasser viele fremde Länder. Stets steckt er Augen, Nase, Ohren und seinen Kopf tief in die Landschaft, Kultur und sozialen Umstände. Sicher besucht er auch die ein oder andere medizinische Fakultät am Wegesrand, bleibt aber vermutlich ohne akademischen Titel. Paracelsus hält es nirgendwo lange aus und ist wohl auch für andere keine angenehme Gesellschaft. Er ist ein schwieriger Mensch, der es auf Konflikt anlegt. Trotzdem sorgt seine Anhängerschaft, die er schon zu Lebzeiten hat, für einen glorreichen Nachruf. Viele Apotheken, Krankenhäuser, Heilkundliche Schulen schmücken sich bis heute mit seinem Namen. Der Rebell unter den Ärzten lenkt vor fast 600 Jahren den Blick auf den ganzen Menschen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Tillmann Taape, Medizinhistoriker am medizinhistorischen Institut der Charité in Berlin Udo Benzenhöfer: Paracelsus.Reinbeck 1997 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Doris Arp Redaktion: Caroline Rückl und Matti Hesse

  • September 23 · 13 min

    Wie eine Expedition die USA erweitern sollte

    Durchschlagen bis zum Pazifik: Das war das Ziel der Lewis-und-Clark-Expedition, die am 23.9.1806 zu Ende ging. Die Crew sollte den Westen der USA erkunden und stieß dabei auf einige Probleme. In diesem Zeitzeichen erzählt Nik Berger: wie eine schwangere Shoshone-Frau eine wichtige und gleichzeitig bedauernswerte Teilnehmerin der Expedition ist, warum die Expedition sich einen Monat lang an einer Strecke abarbeitet, für die Google Maps heute acht Stunden zu Fuß veranschlagt, unter welch widrigen Umständen die Expedition im November 1805 den Pazifik erreicht, warum die Lewis- und Clark-Expedition noch heute für viele indigene Stämme als große Katastrophe gilt. US-Präsident Thomas Jefferson möchte Anfang des 19. Jahrhunderts expandieren. Im April 1803 bekommt er die Gelegenheit dazu. Frankreich braucht Geld für den Krieg in Europa und möchte das sogenannte Louisiana-Territorium verkaufen. Ein riesiges Gebiet, mit dem sich die Fläche der jungen USA verdoppelt. Jefferson schlägt zu und will den Kontinent erkunden lassen. Er beauftragt seinen Privatsekretär Meriwether Lewis und den ehemaligen Artillerie-Offizier William Clark mit einer Expedition, die den gesamten Lauf des Missouri erkunden soll. Ziel ist herauszufinden, ob es einen Wasserweg quer durch den Kontinent zum Pazifischen Ozean gibt, auf dem sich Handel treiben lässt. Die Expedition ist mehr als zwei Jahre unterwegs und kehrt am 23. September 1806 zum Ausgangspunkt St. Louis zurück. Man findet zwar keine durchgehende Wasserroute zum Pazifik - die existiert halt auch nicht - knüpft aber viele Kontakte zu Indigenen, fertigt eine detaillierte Karte und sammelt unzählige wissenschaftliche Notizen über Tier- und Pflanzenwelt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Craig Fehrman, US-Historiker Craig Fehrman: This Vast Enterprise: A New History of Lewis & Clark. New York 2026. William Clark/Meriwether Lewis: Journals of 1804-1806. In: Reuben Gold Thwaites (Hrsg.): Original Journals of the Lewis & Clark Expedition. Scituate, Massachusetts 2001 (Band 1-5) Richard Stinshoff (Hrsg": Mit dem Boot über die Rocky Mountains - Unter Wölfen, Büffeln, Bären und Indianern. Die Reise von Lewis und Clark. (Landesmuseum für Natur und Mensch: Schriftenreihe des Landesmuseums Natur und Mensch 40). Oldenburg 2005 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 13.04.1743 - Geburtstag von Thomas Jefferson Planet Wissen: Die Besiedlungsgeschichte der Rocky Mountains Planet Wissen: Indianer / Indigene Völker Nordamerikas Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Nik Berger Redaktion: Jakob Schiffer und David Rother

  • September 22 · 14 min

    Maria da Penha: Eine Brasilianerin schützt Millionen vor Gewalt

    Alle sechs Stunden wird in Brasilien eine Frau getötet. Obwohl das Land seit 22.9.2006 eines der weltweit fortschrittlichsten Gesetze gegen häuslichen Gewalt hat - dank einer Überlebenden. In diesem Zeitzeichen erzählt Christina Weise: von den Torturen, die Maria da Penha durch ihren Ehemann erleiden muss, wie da Penhas Mann sich vom Täter zum Opfer umdeutet, vom schweren Weg durch die Instanzen bis zu einer Verurteilung, welche Wirkung Maria da Penha mit einem Buch über ihre Leidensgeschichte erzielt. 19 Jahre und sechs Monate lang dauert es, bis Maria da Penhas Ehemann wegen der schweren Misshandlungen bis hin zu einem Mordversuch hinter Gitter kommt. Organisationen, die Maria zur Seite stehen, bringen im brasilianischen Kongress einen Gesetzesentwurf zum Schutz von Frauen ein. Am 22. September 2006 tritt das Gesetz 11340 in Kraft - das "Gesetz Maria da Penha". Das Gesetz bezieht wirtschaftliche, sexuelle, psychologische, moralische und körperliche Gewalt bei häuslicher Gewalt mit ein. Es werden spezielle Gerichte für Fälle häuslicher und familiärer Gewalt eingerichtet, die innerhalb 48 Stunden notwendige Schutzmaßnahmen in einem Eilverfahren prüfen und erlassen müssen. Das "Gesetz Maria da Penha" ist ein Meilenstein im Kampf gegen häusliche Gewalt. Es hat auch Einfluss auf andere Länder weit entfernt von Marias Schlafzimmer, in dem alles beginnt. Wie auf Deutschland. Durch Marias Impuls wird das deutsche Gewaltschutzgesetz von 2002 erweitert und verschärft. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ana Paula Braga, Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt auf Gewalt gegen Frauen Maria da Penha: Sobrevivi… posso contar, Fortaleza 1994 Weiterführende Links: wdr.de: Besserer Schutz vor häuslicher Gewalt geplant Bundeskriminalamt: Häusliche Gewalt - Opferzahlen auf neuem Höchststand Planet Wissen: Häusliche Gewalt gegen Frauen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christina Weise Redaktion: Carolin Rückl, Frank Zirpins

  • September 21 · 14 min

    Zeitmaschinen und ferne Galaxien: Der Autor H. G. Wells

    H. G. Wells (geboren 21. September 1866) blickte in die Zukunft - und sah eine Menschheit am Abgrund. Seine Science-Fiction war spannend, politisch und hellsichtig. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann: von Wells' beruflichem Werdegang - vom Chemiegehlifen über Hilfslehrer bis zum Autor, wie der berühmte Darwin-Anhänger Thomas Huxley seine Werke beeinflusst, von zwei Ehen und vielen Liebschaften, von Wells' Treffen mit dem Hörspiel-Regisseur Orson Welles. Zeitreisen, Alien-Invasionen und die grotesken Experimente skrupelloser Wissenschaftler - das sind die Welten, die der britische Schriftsteller H.G. Wells erfindet. Und zwar Jahrzehnte bevor Hollywood anfängt diese Stoffe in Masse zu produzieren. Herbert George Wells wird am 21. September 1866 in Bromley geboren. Es ist ein Unfall, der dem Sohn aus kleinbürgerlichen Verhältnissen den Weg zur Literatur ebnet. Als Achtjähriger bricht sich Wells bei einem Sturz den Fuß und beginnt zu lesen. Er wird zu einem der bekanntesten Autoren der Welt. Sein Roman "Der Krieg der Welten" wird zweimal verfilmt, zuletzt 2005 von Steven Spielberg. H.G. Wells stirbt 1946 in London. Bis heute gilt er als Pionier der Science-Fiction-Literatur. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Elmar Schenkel, emeritierter Professor für britische Literatur an der Universität Leipzig Michael Foot: H.G. - The History of Mr Wells. Berlin/Prag 1996 H.G. Wells: Experiment in Autobiography (1934) Adam Roberts: A History of Science Fiction (2016) Elmar Schenkel: Der Prophet im Labyrinth. Eine essayistische Erkundung. München 2004 Weiterführende Links: Stichtag: 6. Mai 1915 - Orson Welles wird geboren Zeitzeichen: 18. Dezember 1946 - Der amerikanische Regisseur Steven Spielberg wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Tiemann Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup

  • September 20 · 14 min

    Wie eine Krankenpflegerin die Polio-Behandlung revolutionierte

    In den 1940er-Jahren sagen fast alle Ärzte: Polio-Patienten müssen ruhig gestellt werden. Doch Elizabeth Kenny (angeblich geb. 20.09.1886) macht das Gegenteil und wird damit berühmt. In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand: wie Poliomyelitis - auch bekannt als Kinderlähmung - in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schwere Epidemien auslöst, wie die australische Krankenpflegerin Elizabeth Kenny um 1910 das erste Mal auf Kinder mit Polio trifft, vom Gründungsmythos der Kenny-Methode, dass Elizabeth Kenny ihre eigene Lebensgeschichte etliche Male aufhübscht. In den 1940er-Jahren gehen Bilder von Kindern durch die Medien, deren Körper mit Schienen und Gurten auf Metallrahmen fixiert sind. Der Name hinter dem Grauen lautet: Poliomyelitis - auch bekannt als Kinderlähmung oder einfach Polio. Besonders große Ausmaße erreichen die Ausbrüche in den USA in den 1940er- und 50er-Jahren. In dieser ungewissen Zeit setzen mehr und mehr Menschen ihre Hoffnung in eine über 60 Jahre alte Frau: Elizabeth Kenny. Keine Ärztin, keine Wissenschaftlerin, sondern eine Krankenpflegerin aus dem Hinterland Australiens. Kenny wird zur Heilsfigur von Millionen von Eltern und zu einer der prominentesten Frauen in den USA. Sie verändert die Behandlung von Menschen mit Polio nachhaltig. Kenny setzt auf Wärme und gezielte Bewegungsübungen, also auf Physiotherapie. Viele Ärzte sind misstrauisch. Einige bezeichnen sie als Spinnerin, andere beschweren sich über ihren Charakter. Trotzdem verändert Kenny die Behandlung von Menschen mit Polio und verschafft damit auch Physiotherapeuten größere Anerkennung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: • Naomi Rogers, Medizinhistorikerin Naomi Rogers: Polio Wars: Sister Kenny and the Golden Age of American Medicine. New York: Oxford University Press. 2013. • Allan Hildon: The Woman Who Invented Herself: An Interdisciplinary Exploration of the Construction of Elizabeth Kenny’s Polio Treatment Discovery Story. PhD thesis, University of Essex. 2019. • Victor Cohn: Sister Kenny: The Woman Who Challenged the Doctors. Minneapolis: University of Minnesota Press. 1975 Weiterführende Links: Stichtag: 26. April 1954 - Massenimpfungen gegen Polio in den USA beginnen Zeitzeichen: 26. April 1954 - Polio: Ein Mittel gegen die verheerende Infektion Stichtag: 14. September 1929 - Eiserne Lunge wird erstmals vorgestellt Sister Kenny Memorial Project Committee: Lehrvideo von Elizabeth Kenny Planet Wissen: Impfungen - Schutz gegen Krankheiten Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kolja Sand Redaktion: Jakob Schiffer, Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup

  • September 19 · 14 min

    Die Akte Ötzi: Wie starb der Steinzeit-Mann?

    Als Wanderer am 19.9.1991 eine Leiche im Eis finden, ist ihnen die Sensation nicht gleich klar. Doch dann wird langsam deutlich: Der Tote liegt seit 5300 Jahren dort - und er ist ein Mordopfer. In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting: warum der gute Zustand der Mumie ihr fast zum Verhängnis wird, vom richtigen Riecher Reinhold Messners, was man alles über Ötzi herausgefunden hat - von der Todesursache bis hin zu Tattoos, wo man Ötzi heute besuchen kann. Am 19. September 1991, einem heißen Spätsommertag, entdeckt ein Ehepaar aus Nürnberg auf seiner Wanderung in den Ötztaler Alpen die Gletschermumie Ötzi. Der Fund erregt international Aufsehen. Das gab es noch nie: Eine Mumie, mehrere tausend Jahre alt und in ausgezeichnetem Zustand - mitsamt vollständiger Bekleidung und Ausrüstungsgegenständen. Für die Wissenschaft öffnet sich durch Ötzi ein Fenster zu einer Epoche, die als verschüttet galt. Die Mumie "erzählt", wie Menschen vor 5.300 Jahren ihr Leben meistern, dass sie auch damals schon an sogenannten "Zivilisationskrankheiten" leiden und sogar alternative Behandlungsmethoden entwickeln. Und so wie es aussieht, ist Ötzis Geschichte noch lange nicht zu Ende. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Albert Zink, Anthropologe und Mumienforscher Albert Zink: Ötzi. 100 Seiten. Ditzingen 2016 Ötzi-Wissensdatenbank Weiterführende Links: Stichtag: 18. Dezember 2009 - Entdeckung der "Grotte Chauvet" Frag doch mal die Maus: Warum heißen Mumien so? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Stephan Beuting Redaktion: Frank Zirpins

  • September 18 · 14 min

    Kampf gegen die Revolution der Männer: Olympe de Gouges

    Ist in der Französischen Revolution von Menschenrechten die Rede, sind nur die Rechte von Männern gemeint. Olympe de Gouges kämpft im September 1791 dagegen an - und gibt dafür ihr Leben. In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich: wie Olympe de Gouges aus Männerrechten Menschenrechte macht, warum sie schon früh gegen Sklaverei und Unterdrückung anschreibt, weshalb ihre Forderungen nach Gleichberechtigung auf taube Ohren stoßen, wie sie zur schärfsten Kritikerin Robespierres wird, warum ihr Name fast 200 Jahre lang vergessen bleibt. Mit der Französischen Revolution verbinden viele Menschen die Parole "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit". Olympe de Gouges erkennt jedoch früh, dass die gefeierten Menschenrechte Frauen nicht einschließen. 1791 formuliert sie deshalb ihre eigene Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin und fordert politische, gesellschaftliche und rechtliche Gleichstellung. Die Schriftstellerin mischt sich immer wieder in die politischen Konflikte ihrer Zeit ein. Sie kritisiert Gewalt, Terror, Machtmissbrauch und Sklaverei und verteidigt ihre Überzeugungen unbeirrt. Damit macht sie sich mächtige Feinde. Nach ihrer Verhaftung wird sie 1793 vor das Revolutionstribunal gestellt und hingerichtet. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Heike Specht (Historikerin und Autorin) Olympe de Gouges: Die Rechte der Frau und andere Texte. Stuttgart 2018 Olympe de Gouges: Denkschrift der Madame de Valmont. Sulzbach 1987 Heike Specht: Nicht mit uns! Wie Frauen Geschichte schrieben und wieder ausradiert wurden. Eine Warnung. München 2026 Sibylle Peine: Olympe de Gouges. In: Ohne Furcht ins Weite hinaus. Biographien streitbarer Frauen. Solothurn und Düsseldorf 1995 Weiterführende Links: Olympe de Gouges bei FemBio Olympe de Gouges: Reflexionen über die versklavten schwarzen Menschen (französisch) Olympe de Gouges: Politisches Testament (französisch) Zeitzeichen 06.05.1758: Maximilien Robespierre wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Claudia Friedrich Redaktion: Frank Zirpins

  • September 17 · 14 min

    Die erste Langspielplatte war ein hitverdächtiger Flop

    Am 17. September 1931 stellt RCA eine Schallplatte für lange Musikstücke vor, also die erste LP. Doch der große Erfolg diese Mediums lässt noch fast zwei Jahrzehnte auf sich warten. In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz: warum die erste Langspielplatte bereits 1931 vorgestellt wird und trotzdem nahezu in Vergessenheit gerät, wie eine Schallplatte zum Vorbild für die berühmten "Golden Records" der Voyager-Raumsonden wird, weshalb ausgerechnet die Abspieltechnik den frühen Durchbruch der LP verhindert, welche Ideen der gescheiterten RCA-Platte später den weltweiten Vinyl-Erfolg ermöglichen. Die Langspielplatte erlebt seit Jahren ein bemerkenswertes Comeback. Neue Alben erscheinen auf Vinyl, Sammlerinnen und Sammler stöbern in Plattenläden und viele Musikfans schwören auf den besonderen Klang der schwarzen Scheiben. Dabei kennen selbst eingefleischte LP-Liebhaber oft nicht die eigentliche Vorgeschichte ihres Lieblingsmediums. Schon 1931 stellt RCA in New York eine Platte mit 33-ein-Drittel Umdrehungen pro Minute vor. Sie bietet eine bis dahin unerreichte Spielzeit und nutzt Technologien, die später zum Standard werden. Doch die Weltwirtschaftskrise, teure Geräte und technische Probleme verhindern den Erfolg. Erst Jahre später wird aus der frühen Vision ein Massenprodukt und die LP zu einem der bedeutendsten Tonträger der Musikgeschichte. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Frank Lechtenberg (Medienwissenschaftler, Technische Hochschule Ostwestfalen, Autor beim Magazin Fidelity) Gillian G. Gaar, Martin Popoff u.a.: Into the Groove. Vinyl-Kult. Die Geschichte der Schallplatte. München 2024 Robert Greenberg: Music History Monday Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uwe Schulz Redaktion: Christoph Tiegel, Matti Hesse

  • September 16 · 14 min

    Hitlers jüdische Prinzessin: Stephanie von Hohenlohe

    Sie wusste mit ihren Reizen zu spielen, wurde Hitlers Vertraute und spionierte für ihn - und das trotz ihrer jüdischen Herkunft: Die spätere Prinzessin von Hohenlohe Waldenburg-Schillingsfürst. In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammmüller: wie aus einer jungen Frau aus einfachen Wiener Verhältnissen eine Prinzessin mit besten Kontakten wird, weshalb sie für Hitler geheime Kanäle nach Großbritannien und in die USA eröffnet, wie sie den britischen Medienmagnaten Lord Rothermere für politische Ziele gewinnt, warum ihre geheime Mission nach London 1938 auffliegt, wie sie selbst nach Haft und Internierung immer wieder neue einflussreiche Netzwerke aufbaut. Als Stephanie von Hohenlohe 1891 in Wien geboren wird, deutet wenig auf ihren späteren Aufstieg hin. Doch sie entwickelt ein außergewöhnliches Talent, Menschen für sich einzunehmen, und bewegt sich bald souverän in den höchsten Kreisen Europas. Zwischen den Weltkriegen knüpft sie Verbindungen zu Adligen, Politikern und Medienunternehmern. Schließlich wird sie zu einer wichtigen Mittlerin für das NS-Regime. Ihre Geschichte führt von Wien über London und Berlin bis in die USA und zeigt, wie sehr persönlicher Einfluss politische Entscheidungen beeinflussen kann. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. habil. Karina Urbach (Historikerin, London) Karina Urbach: Hitlers heimliche Helfer. Der Adel im Dienst der Macht. Darmstadt 2016 Weiterführende Links: Planet Wissen: Der Weg in den Zweiten Weltkrieg Zeitzeichen 13.03.1938: Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Edda Dammmüller Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • September 15 · 14 min

    Erster Schwarzer Staatsbürger Deutschlands: Mandenga Diek

    Dass Diek (geb. 15.9.1871) eingebürgert wird, ist im Kaiserreich eine absolute Ausnahme. Die Staatsbürgerschaft schützt ihn nicht vor Rassismus - nicht einmal in der eigenen Familie. In diesem Zeitzeichen erzählt Franziska Rempe: wie Mandenga Diek aus Kamerun nach Hamburg kommt, weshalb seine Einbürgerung im Kaiserreich eine Ausnahme bleibt, wie er sich trotz rassistischer Erfahrungen ein Leben in Deutschland aufbaut, wie Diek sich für Schwarze Menschen in Deutschland engagiert, welche Rolle ein Familienfoto nach dem Zweiten Weltkrieg bei einer Flucht spielt. Mandenga Diek reist 1891 aus Kamerun nach Hamburg. Er lernt Deutsch, absolviert eine Schusterlehre und beantragt schließlich die deutsche Staatsbürgerschaft. 1896 wird seinem Antrag stattgegeben. Nach heutigem Forschungsstand ist er damit der erste Schwarze Staatsbürger im Deutschen Kaiserreich. Diek engagiert sich in Vereinen, engagiert sich politisch für die Rechte Schwarzer und wird Teil einer wachsenden Schwarzen Community. Doch das NS-Regime beendet das bürgerliche Leben von Diek und seiner Familie - und entzieht ihnen schließlich die Staatsbürgerschaft. Bald darauf wird ein Familienfoto wird zum Schlüssel für das Überleben der Angehörigen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Abenaa Adomako (Urenkelin von Mandenga Diek) Katharina Oguntoye: Schwarze Wurzeln. Afro-deutsche Familiengeschichten von 1884 bis 1950. Leipzig 2020 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Franziska Rempe Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak

  • September 14 · 14 min

    Dante Alighieri: Wie die Hölle einen Dichter unsterblich macht

    Keine Angst vor Dante (gestorben am 14.9.1321): Wer war der Dichter, der die Hölle beschrieb wie kein Zweiter und bis heute nach dem Sinn des Lebens fragen lässt? In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk: wie Dante trotz Verbannung, Armut und Exil sein bedeutendstes Werk vollendet, warum die Figur der Beatrice zum Mittelpunkt seiner Dichtung wird, weshalb die "Göttliche Komödie" weit mehr ist als eine Geschichte über die Hölle, wie Dante mit seinem Werk das Italienische als Schriftsprache begründet, warum seine Bilder von Himmel und Hölle Künstler bis in die Gegenwart inspirieren. Dante Alighieri wächst in Florenz auf, wird Politiker, Dichter und Gelehrter. Seine Lebensgeschichte bleibt in vielem rätselhaft, denn er stellt sein Werk konsequent über die eigene Biografie. Besonders die Gestalt der Beatrice prägt seine Dichtung und wird zur treibenden Kraft seiner literarischen Welt. Nach seiner Verbannung aus Florenz lebt Dante viele Jahre im Exil. In dieser Zeit entsteht die "Comedia", die später als "Göttliche Komödie" berühmt wird. Die Vision einer Reise durch Jenseits, Läuterung und Paradies macht das Werk zu einem Meilenstein der Weltliteratur. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Winfried Wehle (Romanist, Literaturwissenschaftler und Feuilletonist, langjähriger Vorsitzender der Deutschen Dante-Gesellschaft) Franziska Meier: Besuch in der Hölle. Dantes Göttliche Komödie. Biographie eines Jahrtausendbuchs. München 2021 Ulrich Prill: Dante. Stuttgart 1999 Dante Alighieri: Die göttliche Komödie. Köln 1979 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Die Zünfte entmachten den Adel in Florenz (im Jahr 1293) Deutsche Dante-Gesellschaft Europeana: Werke von Dante Alighieri Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Maren Gottschalk Redaktion: Ronald Feisel und Matti Hesse Technik: Sascha Schiemann

  • September 13 · 14 min

    Albert Einstein und Mileva Marić: Eine Lovestory ohne Happy End

    1896 beginnt die Liebesgeschichte von Mileva Marić und Albert Einstein. Sie forschen gemeinsam. Dann zerbricht die Beziehung: ihre Liebesbriefe enthüllen Geheimnisse. In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner: wie ein sensationeller Brieffund 1986 völlig neue Einblicke in Einsteins Privatleben liefert, warum Mileva Marić zu den ersten Physikstudentinnen im deutschsprachigen Raum gehört, welches lange verborgene Familiengeheimnis erst durch die Liebesbriefe bekannt wird, weshalb Milevas Anteil an Einsteins wissenschaftlichem Werk bis heute umstritten ist, mit welcher Taktik Mileva bei der Scheidung ihre Zukunft absichert. Albert Einstein und Mileva Marić lernen sich 1896 am Polytechnikum in Zürich kennen. Aus einem zunächst fachlichen Austausch über Physik und Mathematik entwickelt sich eine intensive Liebesbeziehung. Die erhaltenen Briefe zeigen zwei junge Menschen, die gemeinsam diskutieren, musizieren und von einer Zukunft als gleichberechtigte Partner träumen. Doch auf die unbeschwerte Studienzeit folgen Rückschläge, familiäre Widerstände und zunehmende Spannungen. Während Einstein wissenschaftlich immer erfolgreicher wird, verändert sich das Verhältnis der beiden grundlegend. Erst Jahrzehnte später ermöglichen die wiederentdeckten Briefe einen neuen Blick auf ihre Beziehung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Anne-Kathrin Kilg-Meyer (Autorin und Scheidungsanwältin) Anne-Kathrin Kilg-Meyer: Wie sich Mileva Einstein Alberts Nobelpreisgeld sicherte. München 2025 Albert Einstein und Mileva Marić: Am Sonntag küss ich Dich mündlich. Die Liebesbriefe 1897-1903. München 1992 Weiterführende Links: Zeitzeichen 24.03.1934: Albert Einstein wird die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt Zeitzeichen 09.07.1955: Das Russell-Einstein-Manifest wird veröffentlicht Bayern 2: Mileva Marić - Die Frau hinter Einsteins Relativitätstheorie? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Matti Hesse

  • September 12 · 14 min

    Das wahre "Danish Girl": Transgender-Pionierin Lili Elbe

    Für einen weiblichen Körper riskiert die Malerin ihr Leben: Als eine der ersten unterzieht sie sich einer Geschlechtsangleichung. Am 12.9.1931 stirbt sie als Lili Elbe. In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich: wie Einar Wegener wegen eines abgesagten Termins in Frauenkleider schlüpft, wie Einar seiner Frau als Lili Modell sitzt, von der dramatischen Wandlung, die Einar Wegener durchlebt, welchen Einfluss das Medizinwissen Anfang des 20. Jahrhunderts auf Lili Elbe hat. Für den Gynäkologen Kurt Warnekros ist der Fall Ende der 1920er Jahre klar. Der dänische Maler Einar Wegener, der vor ihm steht, ist in seinen Augen intergeschlechtlich. Geboren mit den Merkmalen beider Geschlechter. Warnekros ist wohl der Erste, der sagt: Ich kann Ihnen helfen, eine Frau zu werden. Er lädt Einar Wegener in die Dresdner Frauenklinik ein. Einar ist außer sich vor Glück. Dieser Mann bedeutet für ihn Rettung, mehr noch: Erlösung. Im April 1930 bezieht Lili Elbe ein Einzelzimmer in der Frauenklinik. Vor ihr liegt ein Marathon an Eingriffen. Kurt Warnekros glückt die vollständige Geschlechtsangleichung. Sie gilt als eine der ersten Transitionen weltweit. Im Sommer 1931 folgt eine weitere Operation in Dresden. In der heutigen Forschung bestehen Zweifel über die Art des Eingriffs. Eine Gebärmuttertransplantation? Das Modellieren einer Scheidenplastik? Die Operation jedenfalls überlebt Lili Elbe nur um ein paar Wochen. Sie stirbt am Vormittag des 12. Septembers 1931 in der Klinik. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Marina Lienert, Institut für Geschichte der Medizin, Dresden Lili Elbe: Ein Mensch wechselt sein Geschlecht. Eine Lebensbeichte. Aus hinterlassenen Papieren. Niels Hoyer (Hg.). Dresden 1932 Hélène Allatini: Il at Elle. (IN Mosaïques. S. 198 bis 237.) Éditions de la Nouvelle Revue Critique (N.R.C.) Paris 1939 Benno Gammerl: Queer. Eine deutsche Geschichte vom Kaiserreich bis heute. München 2023 Weiterführende Links: Institut für Geschichte der Medizin, Dresden Planet Wissen: Gendermedizin: Warum Männer und Frauen unterschiedlich behandelt werden müssen Planet Wissen: Ostdeutschland - Geschichte der Stadt Dresden Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Claudia Friedrich Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inçi Suvak

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