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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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  • Sep 19, 2025 · 14 min

    Protest gegen Leerstände: in Frankfurt startet der "Häuserkampf"

    Am 19.9.1970 verschafft sich eine Gruppe junger Menschen Zutritt zu einem leerstehenden Gebäude in der Frankfurter City: die erste Hausbesetzung in Westdeutschland. In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Arp: wie Zeitungen gegen Schlagstöcke schützen können, über Hausbesetzungen in der DDR, dass Angela Merkel zeitweise "schwarz" gewohnt hat, warum es trotz Wohnungsmangel heute kaum noch Hausbesetzungen gibt. Sie kommen mit Eimern, Putzlappen, Werkzeug und Farbe: Die Besetzer der Altbauvilla in der Eppsteiner Straße 47 im Frankfurter Westend reparieren Heizungen, Toiletten, Parkett und streichen die Wände in den verlassenen Wohnungen. Damit durchkreuzen sie die Strategie der sogenannten "Entmietungen" im Westend – eine Praxis, bei der Mieter so lange schikaniert werden, bis sie ausziehen. Die leer stehenden Wohnungen werden zu Spekulationsobjekten, bereit zum Abriss und Verkauf an den Meistbietenden, damit darauf moderne Türme entstehen können. Die Besetzer finden breite Unterstützung in der Bevölkerung – und Nachahmer in Berlin, Hamburg und Köln. Der Häuserkampf wird zunehmend politischer und eskaliert: Demonstranten liefern sich Straßenschlachten mit der Polizei, die besetzten Gebäude werden gewaltsam geräumt. In Frankfurt hat sich der Kampf gelohnt. Das erste besetzte Haus in der Eppsteiner Straße bleibt stehen, auch das Westend bleibt – zumindest teilweise – ein Wohngebiet. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviepartner: Alexander Sedlmaier, Historiker, Bangor University Til Schulz, Besetzer und Zeitzeuge Rene Rösler, Besetzer und Zeitzeuge Weiterführende Links: Stichtag: 19. September 1970 – Erste Hausbesetzung in Deutschland Stichtag: 19. November 1987 – Einigung im Konflikt um die Hafenstraße Zeitzeichen: 1. November 1989 - Die Besetzung des Autonomen Zentrums "Rote Flora" in Hamburg Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Anja Arp Redaktion: Christoph Tiegel / David Rother

  • Sep 18, 2025 · 14 min

    Millionärstochter mit Maschinenpistole: Patty Hearst

    Die USA rätseln: Ist Patricia Hearst Opfer einer Gehirnwäsche oder eine knallharte Terroristin? Als die Erbin eines Medienimperiums am 18.9.1975 befreit wird, wird sie direkt festgeommen. In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer: wie die Kunststudentin Patty Hearst im Februar 1974 brutal entführt wird, warum die Kidnapper Lebensmittel statt Geld fordern, wer sich hinter der Terroreinheit SLA verbirgt, ob Patty Hearst unter dem umstrittenen "Stockholm Syndrom" gelitten hat. Patricia "Patty" Campbell Hearst, geboren 1954 in San Francisco, ist die Enkeltochter des mächtigen Medienmoguls William Randolph Hearst. Die Familie ist sehr reich, sehr katholisch-konservativ und mit den Spitzen der US-Politik eng verbunden. Damit ist Patty Hearst das ideale Entführungsopfer, das maximale mediale Aufmerksamkeit verspricht. Am 4. Februar 1974 überwältigen zwei Männer und eine Frau der Terrorgruppierung SLA Patty Hearst in ihrem Studentenappartement: "Du bist verhaftet für die Verbrechen, die deine Familie dem Volk zugeführt hat!", rufen die Linksextremisten der Kunststudentin entgegen. Wochenlang bleibt Patty Hearst in einem dunklen Schrank eingesperrt. Dann lässt sie verlauten, dass sie fortan als Tanya mit ihren Entführern für die Freiheit aller unterdrückten Völker kämpfen werde. Überwachungskameras zeigen sie bald bei einem Banküberfall, eine Maschinenpistole im Anschlag. Gut 19 Monate nach ihrer Entführung, am 18. September 1975, wird Patty Hearst befreit - und festgenommen. Ob sie nur Opfer oder auch Täterin ist, darüber wird jahrelang gestritten. Das sind unsere wichtigsten Quellen: Patricia Campbell Hearst, Alvin Moscow: Every Secret Thing. Doubleday, New York 1981. Jeffrey Toobin: American Heiress: The Wild Saga of the Kidnapping, Crimes and Trial of Patty Hearst. New York 2016. Weiterführende Links: Zeitzeichen: 23. April 1863 – Geburtstag des US-Verlegers William Randolph Hearst Zeitzeichen: 2. Dezember 1915 – Geburtstag von Randolph Hearst Stichtag: 4. Februar 1974 – Entführung der Verlger-Tochter Patty Hearst FBI: Patty Hearst Kidnapping Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Frank Zirpins

  • Sep 17, 2025 · 14 min

    Solidarnosc: Aufstieg und Fall einer Bewegung

    Es ist eine Massenbewegung: Gewaltfrei will "Solidarität" für mehr Freiheiten für die Menschen in Polen kämpfen – ihre Gründung am 17.9.1980 besiegelt das Ende des Kommunismus. In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember: dass Versorgungsengpässe die eigentliche Ursache der Streiks sind, warum Karol Wojtyla für Polens Befreiungs-Geschichte zum Glücksfall wird, die Geschichte hinter dem Riesen-Kugelschreiber beim Danziger Abkommen, warum Solidarnosc 1982 verboten und sieben Jahre später doch wieder zugelassen wird, wie die Gewerkschaft dem eigenen Erfolg zum Opfer fällt. Polen, 14. August 1980: Die Arbeiter der Danziger Lenin-Werft legen ihre Arbeit nieder. Sie protestieren gegen die Entlassung von Anna Walentynowicz, einer aufmüpfigen Kranführerin, und fordern Lohnerhöhungen. In den folgenden Tagen bildet sich ein Streikkomitee, an dessen Spitze der vier Jahre zuvor entlassene Elektriker Lech Walesa steht. Als dieser Ende August das Danziger Abkommen unterzeichnet, ist das die Geburtsstunde der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc ("Solidarität"). Erstmals wird im Ostblock eine unabhängige Gewerkschaft anerkannt. Am 17. September 1980 gründet sich die Solidarnosc offiziell. Es folgen 500 Tage der Freiheit in Polen. Mit vielen Streiks: für die Freilassung politischer Gefangener, gegen Preiserhöhungen, für die Abschaffung der Samstagsarbeit. Die Gründung der Gewerkschaft gilt als ein Meilenstein beim Untergang des Sowjetimperiums. Bis zu zehn Millionen Mitglieder gehören in Hochphasen der Solidarnosc an. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Agnieszka Zaganczyk-Neufeld, Historikerin (Ruhr-Universität Bochum) Agnieszka Zaganczyk-Neufeld: Die geglückte Revolution. Das Politische und der Umbruch in Polen 1976-1997. Paderborn 2014 Weiterführende Links: Stichtag: 19. Oktober 1984 - Priester Jerzy Popiełuszko wird entführt Zeitzeichen: 2. Juni 1979 - Johannes Paul II. besucht Polen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup

  • Sep 16, 2025 · 14 min

    Gottvertrauen und Pioniergeist: Die "Mayflower" auf großer Fahrt

    Die Überfahrt mit der "Mayflower" war eng, stinkend, gefährlich - und doch der Beginn eines der mächtigsten Gründungsmythen der USA. Am 16.9.1620 sticht sie in See. In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer: warum viele religiös Abtrünnige Anfang des 17. Jahrhunderts nach Holland fliehen, warum sich die Abfahrt der "Mayflower" mehrfach verzögert, vom "Mayflower"-Vertrag und welche große Bedeutung ihm bis heute zugeschrieben wird, von der "Mayflower II", dem einzig originalgetreuen Nachbau des historischen Schiffs. Von Anfang an steht die Reise unter keinem guten Stern. Weil ein Proviantschiff ausfällt, betreten am 16. September 1620 mehr als 100 protestantische Separatisten den eigentlich als Frachter gebauten Zweimaster "Mayflower". Von der englischen Stadt Plymouth aus segeln die Auswanderer ins Ungewisse. Sie wollen in der nordamerikanischen Wildnis eine Kolonie gründen. Die Atlantik-Überquerung wird zu einer Odyssee. Auf dem Schiff ist es quälend eng, außerdem lassen wütende Stürme tragende Balken bersten. Nach 65 Tagen erreicht die "Mayflower" endlich die Küste von Neu-England - weit weg von ihrem eigentlichen Ziel Virginia. Im ersten Winter stirbt jeder zweite der frommen Siedler an Hunger, Kälte und Erschöpfung. Und auch die übrigen Kolonisten hätten keine Überlebenschance gehabt, wären ihnen nicht die Ureinwohner zu Hilfe gekommen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts werden elf Millionen Menschen den Pilgern nach Amerika folgen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Britta Waldschmidt-Nelson, Historikerin (Universität Augsburg) Michael Hochgeschwender, Historiker (Ludwig-Maximilians-Universität München) Whit Perry, Kapitän der "Mayflower II" William Bradford: Of Plymouth Plantation, 1620-1647. New York, 1952 Dwight B. Heath (Hrsg.): Mourt’s Relation. A Journal of the Pilgrims at Plymouth. Bedford, 1963 Nathaniel Philbrick: Mayflower. A Story of Courage, Community, and War. Detroit, 2007 Jill Lepore: Diese Wahrheiten. Eine Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika. München, 2019 Weiterführende Links: Stichtag: 15. August 1620 - "Mayflower" und "Speedwell" verlassen Southampton Schweizer Radio und Fernsehen (SRF): Die "Mayflower" und der Gründungsmythos der USA Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Tobias Sauer Redaktion: Matti Hesse Technik: Sascha Schiemann

  • Sep 15, 2025 · 14 min

    Agatha Christie: als Krimiautorin mörderisch gut und praxisnah

    Am 15.9.1890 wird Agatha Christie geboren. Die "Queen of Crime" begeistert bis heute viele Leser und Kinogänger - darunter auch echte Kriminalbiologen wie Mark Benecke. In diesem Zeitzeichen erzählt Steffi Tenhaven: wie realitätsnah Agatha Christies Romane Kriminaltechnik und Rechtsmedizin beschreiben, warum Fingerabdrücke in der Forensik eine so wichtige Rolle spielen, wie gut sich Agatha Christie mit Giften auskannte, warum ein Kleinkind den Christie-Krimis sein Leben verdankt. Sie schätzt es, ihre Opfer auf möglichst saubere und gepflegte Weise zu erledigen. Deshalb zieht Agatha Christie den Giftmord allen übrigen Meuchel-Methoden vor. Während des Ersten Weltkrieges hat sie sich als junge Apotheker-Assistentin ein beachtliches Wissen über Arsen, Strychnin und Blausäure angeeignet. So handelt bereits ihr erster Krimi, der zu dieser Zeit entsteht, von einem Giftmörder, dem der belgische Privatdetektiv Hercule Poirot das Handwerk legen muss. Neben dem arroganten Meisterschnüffler Poirot erobert vor allem die schrullige Hobby-Detektivin Miss Marple die Herzen der Krimi-Fans. Geboren wird die Erfolgsautorin am 15. September 1890 im mondänen englischen Seebad Torquay. Agatha geht nicht zur Schule, wird stattdessen von der Mutter unterrichtet. Geschadet hat das ihrer Karriere nicht: Agatha Christie, eine Meisterin der Ablenkungsmanöver und falschen Fährten, avanciert zur erfolgreichsten Krimiautorin der Welt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Mark Benecke (Kriminalbiologe und Autor) Laura Thompson: Agatha Christie - Das faszinierende Leben der großen Kriminalschriftstellerin (2012) Carla Valentine: Mord ist eine Wissenschaft. Was schon Agatha Christie über Rechtsmedizin wusste (2022) Weiterführende Links: ONE: Agatha Christies Poirot Stichtag: 21. November 1974 - Filmpremiere von "Mord im Orient-Express" Stichtag: 11. Mai 1892 - Margaret Rutherford wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Steffi Tenhaven Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Nicolas Dohle

  • Sep 14, 2025 · 15 min

    Dom Pérignon: Der Mönch und der Champagner-Mythos

    Dom Pérignon gilt als Erfinder des Champagners. Warum das nicht stimmt - und der Mönch (gestorben am 14.9.1715) dennoch zur Legende wurde. In diesem Zeitzeichen erzählt Raoul Mörchen: warum der französische Mönch Dom Pérignon den Champagner nicht erfunden hat wie der Name Dom Pérignon dennoch zur Weltmarke wird, wie aus fehlerhaftem Wein ein Luxusprodukt entsteht, welchen Jahrgang vom Dom Pérignon James Bond am liebsten trinkt, warum so viele Champagner deutsche Namen tragen, und dass einige der besten „Champagner“ heute aus Deutschland kommen. Schon im 18. Jahrhundert ist die Champagne für ihre berühmten Weißweine bekannt. Aber der Erfolg eines Jahrgangs ist noch ein Zufallsprodukt. Ändern will das der Benediktinermönch Dom Pérignon, der im Kloster Hautvillers als Kellermeister arbeitet und für die Weinproduktion verantwortlich ist. Mithilfe seines ausgezeichneten Geschmacksinns wählt er die Trauben aus, die zusammen verarbeitet werden dürfen, um durch den Verschnitt die Weine zu veredeln. Gleichzeitig findet er heraus, dass man die Qualität eines Weines steigern kann, wenn man zuvor den Ertrag am Rebstock reduziert. Er führt auch den gesicherten Korken und dickwandigere Flaschen ein. So kann der Champagne-Wein auch im noch prickelnden Zustand angeboten werden. Nach dem Tod von Dom Pérignon am 14. September 1715 perfektionieren seine Nachfahren seine Methoden. Den Champagner regelrecht erfunden hat der Mönch zwar nicht, ist aber so etwas wie sein geistiger Vater. Mittlerweile ist aus der einstigen Person längst der Mythos Dom Pérignon geworden. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Otto Geisel, Weinsachverständiger und Kritiker-Chef des "Gault Millau" Volker Raumland, führender deutscher Sektproduzent Reinhard Pietsch und Manfred Weber-Lamberdière: Champagner - Eine deutsch-französische Affäre. München 2018 Tom Stevenson: Champagner. München 1988 Weiterführender Link: Perlen im Glas: Eine Reise durch die Welt des Schaumweins Hörtipp: Unser Hörtipp: Istd er Champagner seinen PReis wert? Helmut Gote hat Champagner-Geheimtipps aus der Champagne mitgebracht in die "Alles in Butter"-Folge zum Champagner. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Raoul Mörchen Redaktion: Matti Hesse

  • Sep 13, 2025 · 14 min

    Cesare Borgia, der skrupellose Fürst der Renaissance

    Von Machiavellis "Fürst" bis zu TV-Serien wie "House of Cards", die Figur des gnadenlosen Machtmenschen hat ein Vorbild: Cesare Borgia, geboren am 13.9.1475. In diesem Zeitzeichen erzählt Hans Conrad Zander: dass Cesare Borgia freiwillig seine kirchliche Karriere beendet, warum er eigenhändig seinen Schwager ermordet, von einer Mega-Orgie im Vatikan, warum bis heute nicht geklärt ist, ob Cesares Vater durch Gift oder Malaria stirbt. Cesare Borgia wird am 13. September 1475 als einer von vier unehelichen Söhnen von Rodrigo Borgia, dem späteren Papst Alexander VI., geboren. Er profitiert seit dem ersten Tag von der Skrupellosigkeit und Vetternwirtschaft des Borgia-Clans, einer aus Spanien stammenden Adelsfamilie. Schon im Kindesalter überträgt ihm der machtbewusste Vater kirchliche Pfründe und macht später als Papst gegen den Widerstand zahlreicher Kirchenfürsten seinen Sohn zum Kardinal. Cesare Borgia geht zur Erreichung seiner Ziele über Leichen, möglicherweise auch in der eigenen Familie. Nach dem gewaltsamen Tod seines Bruders Juan gilt er als Hauptverdächtiger, doch stichhaltige Beweise fehlen. Man unterstellt ihm sogar Blutschande mit der eigenen Schwester Lucrezia, doch dürfte es sich dabei eher um ein von Gegnern der Borgia gestreutes Gerücht handeln. Als Feldherr erobert Cesare Ende des 15. Jahrhunderts Teile Norditaliens, doch der Tod seines Vaters ändert sein Leben radikal. Cesare Borgia stirbt mit 31 Jahren als Söldnerführer in den Pyrenäen. Das sind unsere wichtigsten Quellen: Susanne Schüller-Piroli: Borgia. Die Zerstörung einer Legende, die Geschichte einer Dynastie. Olten 1963 Bruno Moser (Hgb.): Das Papsttum. Epochen und Gestalten. München 1983 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 18.08.1503 - Der Todestag von Papst Alexander VI. Stichtag: 24. Juni 1519 - Lucrezia Borgia stirbt in Ferrara Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Hans Conrad Zander Redaktion: Sefa İnci Suvak

  • Sep 12, 2025 · 14 min

    Der Militärputsch in der Türkei 1980, der bis heute nachwirkt

    Am frühen Morgen des 12.9.1980 übernimmt das türkische Militär die Kontrolle über das Land. Der Putsch verändert die Türkei bis heute – und hat auch Auswirkungen auf Deutschland. In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammmüller: warum das Militär in der Türkei wiederholt putscht, von Folter und Todesurteilen nach dem Putsch, warum der Westen den Machtwechsel begrüßt, wie der Putsch die Gemeinschaft der Türken in Deutschland verändert. 1980 steckt die Türkei in einer tiefen Krise: Die linksgerichtete Republikanische Volkspartei und die Rechts-Zentristen blockieren sich im Parlament. Auf der Straße kämpfen Rechte gegen Linke, Türken gegen Kurden, Sunniten gegen Aleviten, Strenggläubige gegen säkular Gesinnte. Fast jeden Tag gibt es Tote. Am Morgen des 12. September 1980 greift das Militär ein. Es sieht sich als Wächter des Staates, der dafür Sorge trägt, dass die Republik im Sinne von Atatürk geschützt wird. Generalstabschef Kenan Evren und seine Leute lösen das Parlament und die Parteien auf, die Presse wird blockiert. Die neuen Machthaber schränken die Grundrechte der Bürger ein, Oppositionelle werden bekämpft. Der Putsch führt zu einem politischen Rechtsruck in der Türkei und bereitet letztlich den Boden für den Aufstieg von Recep Tayyip Erdoğan und seiner AKP, die seit 2002 unablässig regiert. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Maurus Reinkowski, Islamwissenschaftler, Universität Basel Prof. Haci Halil Uslucan, Psychologe, Leiter des Zentrums für Türkei-Studien, Universität Duisburg-Essen Maurus Reinkowski: Geschichte der Türkei. Von Atatürk bis zur Gegenwart. Hamburg 2021 Cengiz Günay: Die Geschichte der Türkei von den Anfängen der Moderne bis heute. Frankfurt 2012 Udo Steinbach: Geschichte der Türkei. München 2010 Weiterführende Links: Bundeszentrale für politische Bildung: "Hüter der Verfassung"? Harte und "weiche" Miliärputsche in der Geschichte der Türkei Bundeszentrale für politische Bildung: Die Anwerbung türkischer Arbeitnehmer und ihre Folgen Zeitzeichen 3. November 2002: Sieg der AKP unter Erdoğan bei den Türkischen Parlamentswahlen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Edda Dammmüller Redaktion: Viviane Jelenc und David Rother Technik: Sarah Fitzek

  • Sep 11, 2025 · 14 min

    Der skandalöse Fluch der Lady Chatterley: David Herbert Lawrence

    Am 11.9.1885 wird der Autor D. H. Lawrence geboren. "Lady Chatterley's Lover", sein Roman über Liebe, Freiheit und Körperlichkeit, macht ihn weltberühmt – und berüchtigt. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg: vom gewaltbereiten Vater und der eifersüchtigen Mutter von David Herbert Lawrence, dass er seine Heimat "den schweren grauen Sarg England" nennt – und ständig umzieht, warum sich manche Übersetzer mit seinen Werken so schwer tun, wie viel Autobiografisches in seinen Skandalromanen steckt. Geboren wird David Herbert Lawrence am 11. September 1885 in der Nähe von Nottingham. Den Lehrerberuf muss er nach einer Tuberkulose-Erkrankung an den Nagel hängen. Fortan widmet er sich dem Schreiben. Inspiriert von Sigmund Freuds viel diskutierter Psychoanalyse rückt Lawrence die weibliche Sexualität in den Fokus seiner Geschichten – und sorgt für Wirbel im prüden England. Schon sein Roman "Der Regenbogen" wird 1915 wegen Obszönität für die Dauer des Krieges in England verboten. Das hält Lawrence nicht davon ab, sich noch detaillierter der weiblichen Lust zu widmen. In "Lady Chatterleys Liebhaber" unterhält die Ehefrau mit dem Wildhüter des Gatten eine erotische Affäre. Die Polizei lässt 1928 alle greifbaren Exemplare des als Privatdruck in Italien veröffentlichten Romans vernichten. Erst 1960 geht "Lady Chatterleys Liebhaber" unzensiert über den Ladentisch, 30 Jahre nach David Herbert Lawrences Tod. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Christa Jansohn, Anglistin, Universität Bamberg Richard Aldington: D. H. Lawrence. Reinbek 1989 Dieter Wellershoff: Der verstörte Eros. Zur Literatur des Begehrens. Köln 2001 D. H. Lawrence: Nimm mein Wort in die Hand. Gedichte. München 2018 D. H. Lawrence: Vögel, Blumen und wilde Tiere. Gedichte. Bonn 2000 Weiterführende Links: Stichtag 4. Februar 1928: Der Roman "Lady Chatterleys Liebhaber" erscheint Zeitzeichen 23. September 1939: Der Todestag von Sigmund Freud Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Christine Reinartz

  • Sep 10, 2025 · 14 min

    Wiederentdecker Babylons: Archäologe Robert Koldewey

    Jahrelang gräbt Robert Koldewey (geb. 10.9.1855) sich bei glühender Hitze durch Lehm. Ihm gelingt die Sensation: Er findet das antike Babylon - und den legendären Turm zu Babel. In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler: dass Robert Koldewey ein verschrobener Charakter mit Sinn für Humor ist, wie drei kleine Fragmente glasierter Ziegel über seine Zukunft entscheiden, über Koldeweys medizinische Selbstversuche, warum er bis heute als Pionier der archäologischen Bauforschung gilt, wie aus den ausgegrabenen Scherben in Berlin das Ischtar-Tor zusammengesetzt wird. Kaiser Wilhelm II. möchte dem kolonialen Zeitgeist entsprechend seine Museen in Berlin mit antiken Schätzen schmücken. Sein Mann für diesen Auftrag ist Robert Koldewey, ein Architekt und Stadtplaner mit einer großen Leidenschaft für Archäologie. Ziel der Ausgrabungen ist nichts Geringeres als Babylon, bekannt aus der Bibel und vom Turmbau zu Babel. Ende des 19. Jahrhunderts ist von der einstigen Weltmetropole allerdings außer ein paar Lehmhügeln nichts mehr sichtbar. Robert Koldewey schabt und kratzt, bis die Hügel Strukturen freigeben. Bald legen mit ihm 200 Arbeiter akribisch Teile des antiken Babylon frei. Doch als die Engländer im Ersten Weltkrieg das Gebiet erobern, muss Koldewey zurück nach Berlin. Dort stirbt er am 10. September 1925. Das ist unsere Interviewpartnerin: Barbara Helwing, Direktorin Vorderasiatisches Museum, Berlin Weiterführende Links: Planet Wissen: Babylon Planet Wissen: Babylon in der Bibel Zeitzeichen: 16.03.0597 v. Chr. - Der babylonische König Nebukadnezar II. erobert Jerusalem Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins

  • Sep 9, 2025 · 14 min

    Uns Uwe: "Das Schönste auf der Welt ist, normal zu sein"

    Am 9.9.1970 spielt Uwe Seeler sein letztes Länderspiel, bald darauf ist auch Schluss beim HSV. Und doch gibt Uns Uwe den Menschen in Hamburg sehr viel – bis heute. In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe: wie Uwe Seeler auf der Straße das Kicken lernt, von seinem sensationellsten Tor, wie er es trotz Achillessehnen-Riss wieder aufs Spielfeld schafft, von Seelers Ehe mit seiner Frau Ilka, die mehr als 60 Jahre besteht. Im Sommer 1946 meldet der Vater Uwe Seeler beim Hamburger SV an. Fortan radelt der Neunjährige 13 Kilometer auf einem viel zu großen Herrenrad zum Training, egal ob es regnet oder schneit. Schnell wird aus dem "kleinen Dicken", wie ihn Freunde und Trainer rufen, ein großer Hoffnungsträger. Dank Uwe Seeler holt der HSV 1960 die deutsche Meisterschaft. Uwe Seeler wird zum ersten "Fußballer des Jahres" gewählt, die Fans lieben den Nationalspieler auch wegen seiner Bodenständigkeit. Ein Angebot von Inter Mailand lehnt er ab. "Mehr als ein Steak am Tag kann ich nicht essen", argumentiert Seeler. Nach der WM in Mexiko verabschiedet sich Uwe Seeler am 9. September 1970 aus der Nationalmannschaft, zwei Jahre später auch vom HSV. "Uns Uwe" bleibt über seinen Tod im Juli 2022 hinaus der Liebling der Hamburger. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Alexander Bleick, Sportreporter beim NDR Uwe Seeler: Danke Fußball. Mein Leben, Hamburg 2003 NDR-Sondersendung zum 65. Geburtstag von Uwe Seeler vom 4. November 2001 Weiterführende Links: WDR: Erlebte Geschichten mit Uwe Seeler Zeitzeichen 30.11.1872: Erstes Fußball-Länderspiel der Geschichte endet torlos NDR: HSV-Idol Uwe Seeler – Beliebt, bescheiden, bodenständig Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Burkhard Hupe Redaktion: Matti Hesse

  • Sep 8, 2025 · 14 min

    Peter Sellers: Monty Pythons Comedy-Vorbild

    Mit einem Trick schafft Sellers (geb. am 8.9.1925) es ins Radio, als Pink-Panther-Inspektor Clouseau nach Hollywood. Er ist ein Meister der Imitation, dem der Ruhm zusetzt. In diesem Zeitzeichen erzählt Axel Naumer: warum Peter Sellers schon als Kind alle Stimmen der BBC nachsprechen kann, weshalb er in Stanley Kubricks "Dr. Seltsam" gleich drei Rollen gleichzeitig spielt, wie er in der Muppet-Show Kermit erklärt, dass er unmöglich er selbst sein könne, weshalb "Der Partyschreck" heute eher irritiert als amüsiert, und wie ausgerechnet ein stiller Gärtner in "Being There" zur Rolle seines Lebens wird. Am 8. September 1925 wird Peter Sellers geboren - als Sohn einer Varietéfamilie. Zunächst macht er sich mit der legendären "Goon Show" im Radio einen Namen, bevor Hollywood ihn als trotteligen Inspektor Clouseau im "Pink Panther" entdeckt. Doch Sellers kann weit mehr: In Stanley Kubricks "Lolita" verwandelt er sich in unheimliche Gestalten, in anderen Filmen parodiert er ganze Typenreihen und verschwindet dabei vollständig hinter seinen Masken. Immer wieder stellt sich die Frage: Gibt es hinter all diesen Figuren überhaupt einen "echten" Sellers? Seine eigene, ironische Antwort lautet: "Es gab mal ein Ich - aber ich habe es chirurgisch entfernen lassen." Ein Schauspieler, der sich im Spiel selbst verliert - und gerade dadurch unvergesslich ist. Das sind unsere wichtigsten Quellen: DVD - The Peter Sellers Story… as he filmed it DVD - The life and death of Peter Sellers Ed Sikov: Mr. Strangelove: A Biography of Peter Sellers, London, 2002 Michael Seth Starr: Peter Sellers A Film History, North Carolina, 1991 Johannes Binotto: Die Maske hinter der Maske. Zur Komik von Peter Sellers, Basel 2002 Und das sind unsere Interviewpartner: Hennes Bender, Comedian und Kenner der britischen Humor-Szene Professor Johannes Binotto, Kultur- und Medienwissenschaftler, Hochschule Luzern Weiterführende Links: Zeitzeichen - Erste Folge von Monty Python's Flying Circus in der ARD BBC Four - The Peter Sellers Story Planet Wissen - Lachen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Axel Naumer Redaktion: Carolin Rückl und David Rother

  • Sep 7, 2025 · 14 min

    Der moderne Vampir: John Polidori und seine unsterbliche Idee

    Am 7. September 1795 wird John William Polidori in London geboren. Er stirbt jung, nur 25-jährig, hinterlässt aber mit "The Vampyre" das literarische Vorbild für Dracula & Co. In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka: wie aus einem serbischen Bauern ein aristokratischer Verführer wird, warum Lord Byron mit einem Vampir verwechselt wird, und wieso John William Polidori als Pechvogel in die Literaturgeschichte eingeht. Am 7. September 1795 wird John Polidori in London geboren. Früh promoviert er in Medizin, doch er liebt die Literatur. Als Leibarzt begleitet er Lord Byron im Jahr 1816 auf dessen Reise nach Genf. Dort, im verregneten "Jahr ohne Sommer", fordern sich die Dichter gegenseitig heraus, Gespenstergeschichten zu schreiben. Mary Shelley erschafft "Frankenstein". Polidori erfindet den "Vampyr" Lord Ruthven – bleich, charismatisch, verführerisch und tödlich. Damit verwandelt er den bäuerlichen Wiedergänger des Balkan-Volksglaubens in einen eleganten Aristokraten, der fortan die Salons heimsucht. Doch der Ruhm bleibt dem jungen Autor versagt. Seine Erzählung erscheint zunächst unter Byrons Namen. Polidori verzockt sich im Leben und stirbt mit nur 25 Jahren. Sein Geschöpf aber wird unsterblich – und lässt die Welt bis heute nicht los. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Dr. Hans Richard Brittnacher (Berlin, Experte für Phantastische Literatur) John Polidori: Der Vampyr, Berlin 2019. John Polidori: The Diary of Dr. John William Polidori, Withorn, 2020. D. L. Macdonald: Poor Polidori – A critical Biography of the Author of the Vampyre, Toronto 1991. Hans Richard Brittnacher: Ästhetik des Horrors, Frankfurt a.M. 1994. Claude Lecouteux: Die Geschichte der Vampire – Metamorphose eines Mythos, Düsseldorf 2008. Basil Cooper: Der Vampir in Legende, Kunst und Wirklichkeit, München 1974. Weiterführende Links: Planet Wissen- Fabelwesen: Vampire Zeitzeichen - Ein Vulkanausbruch, Schauergeschichten und - das Fahrrad Zeitzeichen - Ein Jahr ohne Sommer Zeitzeichen - Ein medizinischer Aufklärer im Kampf gegen Vampire Zeitzeichen - Er schuf Nosferatu: Der Filmpionier Friedrich Wilhelm Murnau Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christiane Kopka Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse Technik: Theo Kramer

  • Sep 6, 2025 · 14 min

    Als der Terror Flügel bekam: Der Skyjack-Sunday

    Am 6.9.1970 bringen Kommandos der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) vier Passagierflugzeuge in ihre Gewalt. Ihr Ziel: Mitstreiter freipressen und Aufmerksamkeit für ihren Kampf. In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog: wie der aufkommende Massentourismus und das Fernsehen Flugzeugentführungen für Terroristen interessant machen, dass am 9. September ein fünftes Flugzeug entführt wird, warum die PLO gegen die Entführungen ist, worüber sich die Unterhändler innerhalb der westlichen Verhandlungsgruppe streiten. Der "Skyjack Sunday" markiert den vorläufigen Höhepunkt einer Serie von Flugzeugentführungen durch palästinensische Terroristen. An diesem Sonntag sitzen in vier Maschinen Terroristen der PFLP. Eine Entführung scheitert schnell, da mitfliegende Sicherheitsbeamte einen der Terroristen erschießen können. Seine aus früheren Aktionen bekannte Komplizin Leila Chaled wird überwältigt. Um die Geiseln in den anderen Maschinen beginnt ein diplomatisches Tauziehen. Die westlichen Regierungen stecken in der Zwickmühle: Sollen sie hart bleiben oder den Forderungen der Palästinenser nachgeben und sich dauerhaft erpressbar machen? Die PFLP beharrt wiederum auf der Freilassung ihrer inhaftierten Komplizen. Es dauert drei Wochen, bis die letzten Geiseln freikommen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Annette Vowinckel, Professorin für Mediengeschichte am Leibnitz-Zentrum für zeithistorische Forschung in Potsdam Thomas Skelton-Robbinson, Historiker, Zürich Annette Vowinckel: Flugzeugentführungen. Eine Kulturgeschichte. Göttingen 2011 Thomas Skelton-Robinson: The Road not taken. Crisis management, dialogues and deal-making with Palestinian Fedayeen Groups in the context of the Jordanian Triple-Hijacking incident of September 1970. In: Hänni/Riegler/Gasztold (Hg.):Terrorism in the Cold War. State Support in the West, Middle East and Latin America. IB Tauris, London 2020 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 13. Oktober 1977 – Die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" Annette Vowinckel: Die kulturelle Überformung des Phänomens Flugzeugentführung (bpb) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Frank Zirpins

  • Sep 5, 2025 · 14 min

    Kinderrepublik statt Knast: Homer Lanes Pädagogik des Vertrauens

    Der Pädagoge gründet Kinderrepubliken, in denen straffällige Jugendliche sich selbst regieren – mit Erfolg und Schattenseiten. Am 5.9.1925 stirbt Homer Lane in Paris. In diesem Zeitzeichen erzählt Doris Arp: wie Homer Lane den Weg von der Straße in die Reformpädagogik findet, warum straffällige Jugendliche bei ihm dreimal täglich Obsttorte mit Eis haben dürfen, von seinem besonderen Draht zu Kindern und Jugendlichen, und wie er mit Charme und brillanter Rhetorik auch Förderer und Sponsoren für seine Projekte gewinnt. Homer Lane ist schon Anfang des 20. Jahrhunderts überzeugt: Wenn aus der Bahn geratene Jugendliche die Regeln des Zusammenlebens selbst bestimmen können, dann halten sie sich daran. Gefängnisse hingegen sieht er als kriminelle Lehranstalten, die selten zur Integration führen. Einen ersten Praxistest unternimmt Homer Lane 1907, als er die "Ford Republik" in Detroit übernimmt. Dort leben rund 60 auffällig gewordene Jugendliche in einer reformpädagogischen Wohngruppe, finanziert von der Ford-Familie. Er lässt sie selbst bestimmen, nach welchen Regeln sie zusammenleben wollen, aber auch die Konsequenzen aus Verstößen tragen – mit Erfolg. Bald gilt Homer Lane als die Autorität im Umgang mit jugendlichen Straftätern in den USA. 1912 folgt der Ruf nach England. In der Grafschaft Dorset baut er mit dem "Little Commonwealth" seine eigene Kinder- und Jugendeinrichtung auf. Als ihn zwei Mädchen des "unmoralischen Verhaltens" beschuldigen, muss er die Anstalt verlassen. Homer Lane stirbt am 5.9.1925 mit 50 Jahren in Paris. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Bernd Dollinger, Soziologe mit Schwerpunkt Jugendkriminalität, Universität Siegen Prof. Jürgen Oelkers, Experte für historische Reformpädagogik, Universität Zürich Homer Lane: Talks To The Parents And Teachers. London 1928 Elsie Bazeley: Homer Lane And The Little Commonwealth. London 1928 Johannes-Martin Kamp: Kinderrepubliken. Geschichte, Praxis und Theorie radikaler Selbstregierung in Kinder- und Jugendheimen, Wiesbaden 1995 Weiterführende Links: Zeitzeichen 17.10.1883 – Geburtstag des Reformpädagogen Alexander Sutherland Neill Planet Wissen: Jung und kriminell – Was leistet unser Jugendstrafrecht? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Doris Arp Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Petra Laubach

  • Sep 4, 2025 · 15 min

    Albert Schweitzer: der umstrittene Friedensnobelpreisträger

    Um nach Afrika zu gehen, wird Schweitzer Arzt - sein dritter Doktortitel. Am 4.9.1965 stirbt er als moralisches Vorbild. Später wird er als "weißer Retter" kritisiert. In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz: von Schweitzers Klinik in Lambaréné und welche Krankheiten er dort behandelt, wie sehr ihn seine Frau unterstützt, obwohl sie oft weit entfernt lebt, wie Schweitzer zum Kolonialismus steht, vom Streit um Schweitzers Erbe, der auch 60 Jahre nach seinem Tod weitergeht. Der Pfarrerssohn Albert Schweitzer hätte als Theologe Karriere machen können. Seine Doktorarbeit, eine kritische Bestandsaufnahme der Forschung zum Leben Jesu, erregt 1906 Aufsehen. Aber Schweitzer will kein Genie werden, sondern Menschen helfen. Dafür erwirbt der Theologieprofessor und Philosoph 1913 seinen dritten Doktortitel: den der Medizin. Als Arzt reist er noch im selben Jahr zusammen mit seiner Frau, der Krankenschwester Helene Breslau, nach Afrika. Im heutigen Gabun baut er mitten im Urwald eine Klinik auf. Geld dafür verdient er unter anderem mit Orgelkonzerten in Europa. Nach dem Zweiten Weltkrieg engagiert sich Schweitzer zusammen mit Albert Einstein gegen die atomare Bewaffnung. Für seine Bemühungen um die Völkerverständigung erhält er 1952 den Friedensnobelpreis. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Nils Ole Oermann, Ethik-Professor an der Uni Lüneburg und Schweitzer-Biograf Caroline Fetscher, Publizistin Nils Ole Oermann: Albert Schweitzer. Ein Lebensbild, München 2009 Caroline Fetscher: Tröstliche Tropen. Albert Schweitzer in Afrika. Geschichte einer deutschen Projektion, Berlin 1999 Christian Nottmeier (Hg.): Albert Schweitzer heute. Ethik – Religion – Weltbild, Freiburg im Breisgau 2015 Hines Mabika, Hubert Steinke und Tizian Zumthurm: Schweitzers Lambarene. Ein globales Spital im kolonialen Afrika, Göttingen 2024 Weiterführende Links: SWR Retro - Der Südwesten damals: Bodenseewoche mit Albert Schweitzer Zeitzeichen: 16.04.1913 - Albert Schweitzer trifft in Lambarene ein Deutsches Albert-Schweitzer-Zentrum Hörtipp: WDR 5 - Das Philosophische Radio Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uwe Schulz Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins

  • Sep 3, 2025 · 14 min

    Reporterin an vorderster Front: Marguerite Higgins

    Marguerite Higgins, geboren am 3.9.1920, wird berühmte Kriegsreporterin. Sie berichtet aus dem Zweiten Weltkrieg, Korea und Vietnam. 1951 erhält sie den Pulitzer-Preis. In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer: warum Marguerite Higgins kurz nach ihrem 30. Geburtstag stundenlang in einem Schützengraben liegt, welche dringende Bitte Higgins im Koreakrieg an den amerikanischen Oberbefehlshaber Douglas MacArthur richtet, wie Higgins sich im Koreakrieg den Respekt der amerikanischen Soldaten verdient, welche schrecklichen Dinge Marguerite Higgins im KZ Dachau sieht und den amerikanischen Lesern berichtet. Marguerite Higgins wird 1920 in Hongkong geboren. Ihre Mutter ist Französin, ihr Vater Amerikaner. Der Erste Weltkrieg, den ihr Vater als Flieger erlebt, lässt auch die Tochter nicht los und entfacht ihre Leidenschaft: das Schreiben. 1945 ist Higgins als Kriegsberichterstatterin in Deutschland und interviewt Hermann und Emmy Göring, Julius Streicher und andere. Higgins und ihr Kollege Peter Fürst sind als einzige Journalisten bei der Befreiung des KZ Dachau dabei. Ihre Berichte schaffen es meist auf die Titelseite der Harold Tribune. 1951 wird ihr als erster Frau überhaupt der Pulitzer-Preis verliehen, eine der weltweit wichtigsten journalistischen Auszeichnungen. Sie schafft es, die amerikanische Gesellschaft für den Koreakrieg zu interessieren. Dabei setzt sie immer wieder auch ihr Leben ein, unmittelbar an der Front. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Martina Thiele, Professorin für Medienwissenschaft an der Uni Tübingen Rita Kohlmaier, Autorin Rita Kohlmaier: Kriegsreporterinnen. Im Einsatz für Wahrheit und Frieden, München 2022 Marguerite Higgins: Kriegsschauplatz Korea. Das Tagebuch einer Kriegsberichterstatterin, Frankfurt a. M. 1951 Zeitungsartikel aus den 1940er- bis 1960er-Jahren Weiterführende Links: Zeitzeichen: 25.06.1950 - Der Koreakrieg beginnt Zeitzeichen: 05.04.1964 - Todestag von Douglas MacArthur Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Geuer Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

  • Sep 2, 2025 · 14 min

    Oktoberfest in Brasilien: Eine deutsche Kolonie im Regenwald

    Was hat die brasilianische Stadt Blumenau mit deutscher Kolonialgeschichte, Kultur und Tourismus zu tun? Am 2. September 1850 wurde sie von Hermann Blumenau gegründet. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath: mit wie vielen deutschen Einwanderern die spätere Stadt Blumenau gegründet wird, mit welchen Widrigkeiten und welchem Widerstand die Kolonisten konfrontiert sind, was es mit der kolonial-rassistischen Theorie des "branqueamento" auf sich hat, mit welchen Getränken heute im südbrasilianischen Blumenau das Oktoberfest gefeiert wird, was an Blumenau noch deutsch ist. Hermann Blumenau ist kein typischer Auswanderer: Als er 1846 seine erste Reise nach Brasilien antritt, ist er im Auftrag einer Auswanderungsgesellschaft unterwegs, die dort geeignetes Land für Deutsche sucht. Die meisten von ihnen verlassen die Heimat aus Not. Es sind verarmte Bauern aus dem Hunsrück, Rheinland-Pfalz, Franken oder Pommern. Für die Besiedlung wird die indigene Bevölkerung vertrieben. Wie viele Indigene in Blumenau und Umgebung getötet werden, ist nicht bekannt. Von all dem erfahren die Auswanderungswilligen in Deutschland nichts. Man will Menschen anwerben, nicht abschrecken. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Elisangela Leitzke (Historikerin und gebürtige Blumenauerin) Frederik Schulze (Historiker und Lateinamerika-Experte an der Universität Köln) Jutta Blumenau-Niesel (Urenkelin von Hermann Blumenau, Gründer der Siedlung) Karl Fouquet: Dr. Hermann Blumenau. Ein Bild seines Lebens. Sao Leopoldo 1979 Elisangela Leitzke: Die deutsche Einwanderung in Brasilien im 19. und 20. Jahrhundert. Das Leben der Einwanderer und deren Nachkommen in Südbrasilien. Pastor Faulhaber als Beispiel eines Werdegangs. München 2012 Stefan Rinke und Karina Kriegesmann (Hg.): Zwischen Humanitarismus und Zivilisierung. Eine deutsch-portugiesische kritische Edition von Hugo Genschs "Die Erziehung eines Indianerkindes" (1908). Freiburg im Breisgau 2024 Frederik Schulze: Auswanderung als nationalistisches Projekt. "Deutschtum" und Kolonialdiskurs im südlichen Brasilien (1824-1941). Köln, Weimar, Wien 2016 Weiterführende Links: Zeitzeichen 13.05.1888: Die Aufhebung der Sklaverei in Brasilien Zeitzeichen 17.03.1968: Bericht über Verbrechen an Indigenen in Brasilien BR: Bayerisches Brasilien in Blumenau Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Kath Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Sascha Schiemann

  • Sep 1, 2025 · 13 min

    Faltauto, Klapprad, Hubschrauber: Der Erfinder Engelbert Zaschka

    Er faltete fast alles, nicht alles klappte: Faltauto, Klapprad, Hubschrauber. Engelbert Zaschka (geb. 1.9.1895) - ein fast vergessener Erfinder, der seiner Zeit voraus war. In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger: dass Zaschka eigentlich nicht die Technik, sondern Musikalität und Kreativität in die Wiege gelegt werden, wie das Prinzip "Falt-Auto" funktioniert, wie Sabotage Zaschkas Hubschrauber um den Erfolg bringt, warum sich ausgerechnet das Klapprad durchsetzt. Engelbert Zaschka ist seiner Zeit voraus. Schon früh erkennt er das drohende Platzproblem im Straßenverkehr. Seine Lösung: faltbare Fortbewegungsmittel. Zaschka erfindet etwa das faltbare Auto - kein Statussymbol, sondern ein Vehikel des "kleinen Mannes". Denn das Falt-Auto ist steuerfrei und lässt sich ohne Führerschein fahren. Mit "Zaschkas Klapprad" entwickelt der Visionär außerdem das "Fahrrad für die Westentasche". Hinter seinen Erfindungen steht unter anderem ein sozialer Gedanke. Zaschka möchte Mobilität für alle praktisch und erschwinglich machen. Getreu dem Motto "Geht nicht, gibt’s nicht", erobert Zaschka auch die Luft. Während Charles Lindbergh den Atlantik überquert, arbeitet der Freiburger daran, in Hinterhöfen zu landen - mit einem Senkrechtstarter, der die Grundlage für die Entwicklung des Helikopters legt. Den Ruhm dafür ernten andere. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Michael Zaschka, Großneffe von Engelbert Zaschka Stephan Berendt, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Engelbert Zaschka: Drehflügelflugzeuge. Trag- und Hubschrauber, Berlin 1936 Morton Grosser: Gossamer Odyssey, Minneapolis 2004 Kyrill von Gersdorff und Kurt Knobling: Hubschrauber und Tragschrauber, Bonn 1982 Rolf Besser: Technik und Geschichte der Hubschrauber, Bonn 1990/1996 Weiterführende Links: Stichtag: 25. November 1844 - Geburtstag des Autopioniers Carl Benz Stichtag: 29. Dezember 1929 - Erfinder Wilhelm Maybach stirbt in Stuttgart SWR-Doku: Technikgeschichten - Der Hubschrauber. Erfinder Engelbert Zaschka Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Matti Hesse

  • Aug 31, 2025 · 13 min

    Geliebt, genutzt, gegessen: Was sind Tiere dem Menschen wert?

    Mit der Gründung des Welttierschutzverbands am 31.8.1950 wird Tierschutz zur globalen Frage. Doch Kriege, Klimakrise und Populismus erschweren Tierschützern die Arbeit. In diesem Zeitzeichen erzählt Jonas Colsman: wie mit der Industrialisierung auch die industrielle Ausbeutung von Tieren beginnt, auf welchen zwei Säulen der globale Tierschutz steht, wie die Gesundheit des Menschen, der Tiere und des Planeten miteinander verwoben sind, was es mit "Fake Rescues" in den sozialen Medien auf sich hat. Mit schnell wachsenden Städten wächst Anfang des 19. Jahrhunderts in England auch das Leid vieler Tiere. Sie werden oft unter qualvollen Bedingungen gehalten und geschlachtet. Bis sich schließlich Tierschützer organisieren und die englische Regierung im Jahr 1822 dazu bringen, das weltweit erste Tierschutzgesetz zu erlassen. Nach dem Vorbild Englands organisieren sich auch andernorts Tierschützer - in Deutschland gründet der Pfarrer Albert Knapp 1837 den ersten deutschen Tierschutzverein. Auch in den USA formiert sich eine erste Bewegung. Während und nach den beiden Weltkriegen rückt das Tierwohl angesichts menschlichen Leids in den Hintergrund. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg formieren sich jedoch viele nationale Initiativen, die den Blick wieder auf die Situation von Tieren richten. 1950 entsteht mit der Gründung der "World Federation for the Protection of Animals" (WFPA) ein neuer Versuch, den Tierschutz global zu denken - als gemeinsames Projekt über Grenzen hinweg. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Friederike Schmitz, Philosophin und Publizistin Jan Schmidt-Burbach, Direktor für Wildtierforschung und Veterinärmedizin, World Animal Protection Denmark Wiebke Plasse, Leiterin Kommunikation, Welttierschutzgesellschaft Friederike Schmitz: Anders satt. Wie der Ausstieg aus der Tierindustrie gelingt, Mainz 2022 ARD Mediathek: Sprechende Schweine - KI übersetzt Tiersprache SWR 2 Wissen: Ethik - Was dürfen wir mit Tieren tun, was nicht? Weiterführende Links: Stichtag: 24. November 1933: Erstes deutsches Tierschutzgesetz verabschiedet wdr.de: "Stall der Zukunft" zeigt neue Möglichkeiten der Schweinehaltung Planet Wissen: Geschichte des Tierschutzes Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Jonas Colsman Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak Technik: Thomas Bleul