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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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  • Oct 28, 2025 · 14 min

    Bhagwan: Guru für Gutverdiener und Bürgerschreck

    Bhagwan verspricht Erleuchtung und kassiert Millionen, bis das FBI sein Imperium am 28.10.1985 zum Einsturz bringt – und Baghwan und seine Sekretärin Sheela hinter Gitter. In diesem Zeitzeichen erzählt Christopher Heimer: wie die Utopie eines freien Lebens in Paranoia, Exzess, Gewalt und Missbrauch endet, wie Bhagwans Lehre spirituelle und kapitalistische Ideen mischt, was viele 68er wie den langjährigen Grobschnitt-Bassisten Milla Kapolke an Bhagwans Lehre fasziniert, warum der Guru Ärger mit den Finanzbehörden bekommt. 1974 gründet Philosophieprofessor Chandra Mohan Jain seinen ersten Ashram. Er nennt sich Bhagwan, der Göttliche, bezeichnet sich als "Guru der Reichen" und "verkauft Erleuchtung". Bhagwan hat das Produkt, seine persönliche Sekretärin Ma Anand Sheela macht es zur finanzkräftigen Marke. In der Wüste Oregons schafft sie für ihren geliebten Anführer ein Königreich, das sie zu einem globalen Imperium ausbaut und mit harter Hand regiert, während der Guru sich nur noch im Rolls Royce sehen lässt. Sheela setzt sich im Herbst 1985 von der Sekte ab und wird damit für Bhagwan und seine Jünger zur Verräterin. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen sie. Tatsächlich findet das FBI in Sheelas Wohnung Abhöranlagen, Mordanschlagspläne und Bioterror-Versuchseinrichtungen. Am 28. Oktober 1985 werden Sheela und Bhagwan festgenommen. Beiden wird der bis dato größte Einwanderungsbetrug der US-Geschichte vorgeworfen. Sheela wird Anfang 1986 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, aber schon am 13. Dezember 1988 wegen guter Führung entlassen. Heute lebt sie in der Schweiz und leitet zwei Pflegeheime. Bhagwan kommt nach einem Deal mit der Staatsanwaltschaft schon nach zwölf Tagen aus dem Gefängnis. Bis zu seinem Tod 1990 wirkt er als Osho, als der er heute noch vielen als Achtsamkeitsguru und spirituelle Instanz gilt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Eva Sudholt, Journalistin Milla Kapolke, Musiker, ehemaliger Neo-Sannyasin Mudita Kapolke, Musikerin, ehemalige Neo-Sannyasin Deva Tattva, Musiker, ehemaliger Neo-Sannyasin Martin Papenheim: Der tanzende Spiegel – Bhagwan und die Deutschen 1970-2020. Paderborn 2025 Leela Goldmund: Wenn ich groß bin, bin ich erleuchtet – Oshos vergessene Kinder. Kirchheim 2024 Erich Follath: Die Frau an Bhagwans Seite. Zeit Magazin, 2020 Kai Strittmatter/Thomas Schuler: Bhagwans verlorene Kinder. Süddeutsche Zeitung 2025 Weiterführende Links: WDR 5 - Erlebte Geschichten: Von der Waffen SS zu Bhagwan - Jörg Andrees Elten WDR 5 -Tiefenblick: Ekstase statt Askese - Bhagwan in Köln ARD Mediathek: Als Bhagwan in den Norden kam ARD Mediathek: 10 Sommer in Orange wdr.de: Ansturm auf NRW-Sektenberatungsstelle in der Krise WDR-Rockpalast über "Grobschnitt" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christopher Heimer Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

  • Oct 27, 2025 · 14 min

    Vom Volk gefeierte Millionen-Betrügerin: Adele Spitzeder

    Gegen gute Zinsen legen Tausende ihr Erspartes bei Adele Spitzeder (gest. 27.10.1895) an. Die finanziert sich mit dem Schneeballsystem ihr Luxusleben – und verliert fast alles. In diesem Zeitzeichen erzählt Melahat Simsek: wie Adele Spitzeder das vermutlich erste Schneeballsystem der Finanzgeschichte ins Rollen bringt, wie sie mit Charisma, Schauspielkunst und betonter Frömmigkeit ihre Geldanleger überzeugt, mit welcher List Polizei und Innenministerium Spitzeders System sprengen, warum Adele Spitzeder zwar zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wird – aber nicht wegen Betrugs. Adele Spitzeder lebt Mitte des 19. Jahrhunderts in Hotels und Gasthäusern und beschäftigt eine Privatangestellte. Als mäßig erfolgreiche Schauspielerin kann sie sich diesen Lebensstil jedoch nicht leisten. Um ihren aufwendigen Lebensstil trotzdem zu halten, muss sich die Schauspielerin immer wieder Geld leihen. Bis sie auf die Idee kommt, gegen ein Zinsversprechen von stolzen zehn Prozent pro Monat das Geld anderer Leute einzusammeln. Die Zinsen zahlt sie aus dem frischen Geld, das sie mit eben diesem Versprechen einwirbt. Und so weiter. Schnell blüht das Geschäft. Doch es gibt auch Gegenwind. Die Neueste Münchener Zeitung enthüllt die Praktiken der "Dachauer Bank" als höchst unseriös. Am 12. November 1872 leitet eine behördliche Kommission einen Haftbefehl gegen die Laien-Bankerin ein. Alles Geld, alle Wertgegenstände und Geschäftspapiere werden beschlagnahmt und Adele Spitzeder vor Gericht gestellt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Julian Nebel, Jurist Marita Panzer, Historikerin und Autorin Dr. Marita Panzer: Adele Spitzeder - Schauspielerin, Bankgründerin, Betrügerin. Regensburg 2023 Julian Nebel: Adele Spitzeder. Der größte Bankbetrug aller Zeiten. München 2018 Adele Spitzeder: Geschichte meines Lebens. Autobiographie. Der große Münchner Bankskandal 1872. München 1996. Weiterführende Links: Planet Wissen: Zinsen Planet Wissen: Geld ohne Geld Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Melahat Simsek Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

  • Oct 26, 2025 · 12 min

    Der Mann, der Pinocchio erfand: Carlo Collodi

    Carlo Collodi (gestorben am 26.10.1890) erfindet mit Pinocchio eine berühmte Figur der Weltliteratur. Wer ist der Mann hinter der Holzpuppe, deren Nase beim Lügen wächst? In diesem Zeitzeichen erzählt Monika Buschey: warum der Straßenjunge Carlo Lorenzini trotz seiner Lebensumstände eine gute Ausbildung erhält, was ihn später als Journalist zum Pseudonym Collodi inspiriert, was Pinocchio mit der italienischen Alphabetisierungskampagne der 1880er-Jahre zu tun hat, warum Pinocchio zwischendurch stirbt und wieder aufersteht. Ein Stück Holz, das spricht. Darum wird aus ihm kein Tischbein, sondern ein kleiner Kopf. Als Meister Geppetto die Nase zu Ende schnitzt, passiert es: Sie wächst und wächst. Und wenn er sie kleiner machen will, wächst sie noch mehr. Der fertige Holzbengel bekommt den Namen Pinocchio. Er setzt sich aus dem italienischen Wort "pino" (Pinie/Kiefer) und der Verniedlichungsform von "pinco" (Dummkopf) und "occhio" (Auge) zusammen. Pinocchio wird zum Star. Kein Medium kommt ohne ihn aus. Mit dem Disney-Film erobert er weltweit das Kinopublikum. Pinocchio als ein Spiegel der italienischen Seele: verspielt, genussfreudig, ungehorsam, nicht zu entmutigen und heiter. Generationen lassen sich von ihm bezaubern. Das sind unsere wichtigsten Quellen: Carlo Collodi: Die Abenteuer des Pinocchio – Geschichte einer Holzpuppe. Ditzingen 2022 Dieter Richter: Carlo Collodi und sein Pinocchio – Ein weitgereister Holzbengel und seine toskanische Geschichte. Berlin 2004 Weiterführende Links: Projekt Gutenberg: Pinocchio - Die Geschichte vom hölzernen Bengele (1881) WDR Zeitzeichen: 15.12.1966 - Todestag von Walt Disney Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Monika Buschey Redaktion: David Rother Technik: Christina Gabriel

  • Oct 25, 2025 · 14 min

    Die Insel Taiwan: Vom Spielball der Mächte zur eigenen Stimme

    Taiwan ist einer der geopolitischen Brennpunkte des 21. Jahrhunderts. Wer den Konflikt darum verstehen will, muss die Geschichte der Insel kennen. In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer: wie die japanischen Kolonialherren die Taiwaner abwertend nennen, warum Japan um 1915 seine Kolonialpolitik ändert, wie die alte Bezeichnung für Taiwan lautet, auf welche Weise die japanisierten Taiwaner nach 1945 zu "echten Chinesen" gemacht werden sollen, welche Buttons die Schulkinder in Taiwan damals tragen müssen. Taiwan hat eine Geschichte der Fremdbestimmung. Jahrtausende leben fast ausschließlich mehrere Gruppen von Ureinwohnern auf der Insel. Dann streiten europäische Kolonialmächte und China um ihren Einfluss. Seit dem 17. Jahrhundert herrschen die chinesischen Kaiser. Doch als China 1895 einen Krieg gegen Japan verliert, wird Taiwan zur japanischen Kolonie. Das ändert sich erst, als es China im Zweiten Weltkrieg mit Hilfe der Alliierten gelingt, die Insel – rund 160 Kilometer vor der chinesischen Küste im Pazifik – einzunehmen. Die Taiwaner hoffen nach 50 Jahren Kolonialherrschaft auf Gleichberechtigung und Mitbestimmung. Doch in China bricht nach dem Zweiten Weltkrieg erneut Bürgerkrieg aus. Auf dem Festland kämpfen Anhänger der von Chiang Kai-shek geführten nationalchinesischen Partei KMT gegen die Kommunisten unter Mao Zedong. Taiwan steht unter KMT-Verwaltung und wird ausgebeutet. Erst Ende der 1980er-Jahre beginnt ein Demokratisierungsprozess. Seither können die Taiwaner erstmals selbst über ihr Schicksal entscheiden. Auch deshalb lehnen Umfragen zufolge rund 90 Prozent eine Vereinigung mit dem chinesischen Festland ab. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Gunter Schubert (Sinologe, Universität Tübingen) Stephan Thome (Autor und Schriftsteller, Taipeh) Stephan Thome: Schmales Gewässer, gefährliche Strömung. Berlin 2024 David Demes und Frédéric Krumbein: Taiwan. Bonn 2024 Klaus Bardenhagen: Die wichtigste Insel der Welt. Freiburg im Breisgau 2024 Gunter Schubert: Kleine Geschichte Taiwans. München 2024 Weiterführende Links: NDR: China-Taiwan-Konflikt - worum geht es? Phoenix: Taiwan - Angst vor der Invasion ZDF: Zehn Fakten zum China-Taiwan-Konflikt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Tobias Sauer Redaktion: Matti Hesse Technik: Holger Maerten

  • Oct 24, 2025 · 13 min

    Ich kann, ich will: Der Tag, an dem Island stillsteht

    Welche Wirkung hat es, wenn in einem Land einen Tag lang alle Frauen die bezahlte und unbezahlte Arbeit niederlegen? Am 24.10.1975 probieren es die Isländerinnen aus. In diesem Zeitzeichen erzählen Merle Schaack und Michael Richmann: weshalb viele Frauen in Island zunächst nicht streiken wollen, wie viele Frauen sich schließlich am Streiktag beteiligen, warum an diesem Tag die Hotdogs ausverkauft sind, welchen Namen der Tag bei den Männern bekommt, welche politischen Auswirkungen der Frauenstreik für die isländischen Frauen hat. Die Idee hat ihren Ursprung in New York. Dort schließen sich 1969 Feministinnen zum "Red Stocking Movement" zusammen und wollen mit roten Strümpfen für mehr Geschlechtergerechtigkeit kämpfen. Schnell wird die Bewegung weltweit bekannt. Auch in Skandinavien schließen sich Frauen zusammen. In Island marschieren die Rotsocken erstmals am 1. Mai 1970 bei der Kundgebung zum internationalen Arbeitertag mit und machen auf ihr Anliegen aufmerksam. Als die Vereinten Nationen das Jahr 1975 zum "Jahr der Frau" ausrufen, fragen sich die Rotsocken: Was, wenn einfach mal alle Frauen im Land für einen Tag die Arbeit niederlegen? Und zwar nicht nur die Erwerbsarbeit, sondern auch die zu Hause? Das sind unsere wichtigsten Interviewpartnerinnen: Gerður Óskarsdóttir (Mitinitiatorin des isländischen Frauenstreiks) Eva Berendsen (Politikwissenschaftlerin der Bildungsstätte Anne Frank) Weiterführende Links: WDR: "Ein Tag ohne Frauen" - Doku über Islands Frauenstreik Dokumentation über die Redstocking-Bewegung in Island 1970 bis 1980 Homepage der New Yorker Redstockings Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin und Autor: Merle Schaack und Michael Richmann Redaktion: Frank Zirpins Technik: Jens Baumgart

  • Oct 23, 2025 · 14 min

    Widerstand im Wasser: Gertrude Ederle durchquert den Ärmelkanal

    Sie ist fast taub, unterschätzt, entschlossen – und Vorbild für Frauen: Am 23.10.1905 wird Gertrude Ederle, die erste Frau, die den Ärmelkanal durchschwimmt, geboren. In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner: warum Trudy ihr Gehör zeitlebens zu schaffen macht, von ihrer zweiten Leidenschaft: dem Lesen, von Männern, die Gertrude helfen – und solchen, die sie ausbremsen, wie Trudy nebenbei den Bikini erfindet, von ihrem Triumphzug und den schweren Zeiten danach. Anfang des 20. Jahrhunderts gilt es als unnötig und unschicklich, dass Frauen schwimmen lernen. Aber einem Mädchen ist das völlig egal: Gertrude Ederle. Die am 23. Oktober 1905 in New York geborene "Trudy" lässt sich auch von männlichen Rekorden nicht beeindrucken. Nach unzähligen gewonnenen Titeln, darunter auch Olympia-Gold, sucht sie eine neue Herausforderung: Sie will als erste Frau durch den Ärmelkanal schwimmen. Eine lebensgefährliche Aktion. Ein erster Versuch scheitert – in erster Linie an der Missgunst ihres Trainers. Doch sie nimmt einen zweiten Anlauf. Mit neuen Begleitern und neuem Anzug trotzt sie Wellen und Nebel, bricht ihr Vorhaben auch nicht ab, obwohl ihr von außen dazu geraten wird. Und tatsächlich: Nach 14 Stunden und 31 Minuten steigt Gertrude Ederle auf wackeligen Beinen am Kingsdown Beach bei Dover aus dem Meer. So schnell hat kein Mann vor ihr den Ärmelkanal durchquert. Gertrude Ederle stirbt mit 98 Jahren. Ihre Liebe zum Meer bleibt bis zum Schluss. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Anne-Kathrin Kilg-Meyer (Juristin und Autorin) Anne-Kathrin Kilg-Meyer: Gertrude Trudy Ederle. Eine Schwimmerin verändert die Welt, Kellinghusen 2020 Weiterführende Links: WDR Retro: Interview mit dem Rekordschwimmer Ernst Vierkötter Stichtag 7. Januar 2005 - Vor 220 Jahren: Erster Ballonflug über den Ärmelkanal Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Jürgen Mönkediek

  • Oct 22, 2025 · 14 min

    Alessandro Scarlatti: Meister der Harmonie und Mordverdächtiger

    Der italienische Barock-Komponist Alessandro Scarlatti (gestorben am 22.10.1725) hat die Oper Europas geprägt - und ein spannendes Leben geführt. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz: was man unter dem Neapolitanischen Opernstil versteht, wie Scarlatti sein berufliches Netzwerk knüpft, wie Papst Innozenz XI. die Oper aus der Öffentlichkeit verbannt, wie der Nachruf auf ein Mordopfer Scarlatti mit der Tat in Verbindung bringt. Alessandro Scarlatti verlässt mit zwei seiner sieben Geschwister die Heimat Sizilien wegen einer Hungersnot. Der erst Zwölfjährige gelangt nach Rom, wo er wahrscheinlich Unterricht bei Giacomo Carissimi, dem Erfinder der geistlichen Oper, erhält. Scarlatti hat großes Geschick in der Sponsoren-Aquise. Unter anderem wird er von Pietro Ottoboni gefördert. Ottoboni ist ein Großneffe des Papstes, Vizekanzler der Kirche, dazu Kunstliebhaber und Lebemann, wie sein erster Biograph schreibt. Er liebt Pracht, Verschwendung und die Wollust, ist dabei aber leutselig und guttätig. Als Scarlatti sich unter dem sittenstrengen Papst Innozenz XI. in Rom in seinen künstlerischen Freiheiten zu eingeschränkt fühlt, zieht er weiter nach Neapel, wo er Hofkapellmeister wird. Es ist der Beginn einer großen Karriere als Opernkomponist, der in in ganz Europa bekannt wird. Scarlatti rüttelt mit seinem Stil die italienische und europäische Musik auf. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dorothee Oberlinger, Flötistin Sabine Ehrmann-Herfort/Gerhard Kuck (Hg.): Alessandro Scarlatti. Das kompositorische Schaffen. Kassel [u.a.] 2024. Silke Leopold: Die Oper im 17. Jahrhundert. 2006 Benedikt Poensgen: Die Offiziumkompositionen von Alessandro Scarlatti. Hamburg 2004 (online verfügbar) Weiterführende Links: Planet Wissen: Das Zeitalter des Barock Planet Wissen: Barockmusik - Georg Friedrich Händel Zeitzeichen: 17.12.1644: Christina von Schweden übernimmt die Regentschaft Planet Wissen: Religion - Päpste Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vratz Redaktion: Matti Hesse

  • Oct 21, 2025 · 14 min

    Undercover als Türke: Günter Wallraffs Buch "Ganz unten"

    Als "Ali" enthüllt Günter Wallraff die brutalen Arbeitsbedingungen der "Gastarbeiter". Sein Buch "Ganz unten" erscheint am 21.10.1985 und schockiert die Bevölkerung. In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock: wie Günter Wallraff sich auf seine Rolle als "Ali" vorbereitet, wie schon in den 1980er-Jahren Übergriffe gegen Arbeitsmigranten und -migrantinnen zunehmen, wie ausländische Arbeitnehmende in die illegale Leiharbeit getrieben werden, mit welchen Mitteln Unternehmen gegen die Enthüllungen in "Ganz unten" kämpfen, wieviele Verfahren gegen Unternehmen, Subunternehmer und Zeitarbeitsfirmen eingeleitet werden. Günter Wallraff, geboren 1942, ist Deutschlands wohl bekanntester Investigativjournalist. Seine Art, in Arbeitswelten der Republik einzutauchen, ist zum Fachbegriff geworden. "Wallraffen" ist für ihn keine rein journalistische Methode, sondern ein persönliches Bedürfnis. Er will Missstände sichtbar machen, um positive Veränderungen zu erreichen. 1985 erscheint sein Buch "Ganz unten", ein Jahr später der gleichnamige Dokumentarfilm. Aufnahmen, die heimlich entstehen, während Wallraff sich als der türkische Leiharbeiter "Ali" abrackert. Ali wird mal zum Versuchskaninchen für die Pharmaindustrie, dann lässt er sich für die Industriereinigung einstellen. Auch bei McDonalds und auf Bauernhöfen verdingt er sich. Er probiert so ziemlich alles aus, wofür die "Gastarbeiter" damals gerne genommen werden. Politisch löst "Ganz unten" einen der größten Wirtschaftsskandale in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland aus. Unternehmen werden zu Millionenstrafen verurteilt. Die Mehrheitsgesellschaft bekommt das erste mal Einblick in die Arbeits- und Lebenswelt von Arbeitsmigranten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Günter Wallraff (Investigativjournalist und Autor von "Ganz unten") Osman Okkan (Übersetzer und Mitarbeiter bei "Ganz unten") Mely Kiyak (Journalistin und Schriftstellerin) Günter Wallraff: Ganz unten. Mit einer Dokumentation der Folgen. Köln 1988 "Mittwochs in…" vom 30.10.1985 (WDR Archiv) Archivberichte der ARD aus den Jahren 1986 bis 1990 Weiterführende Links: Stichtag: 09. Oktober 1977: Günter Wallraff präsentiert "Der Aufmacher" Planet Wissen: Geschichte der "Gastarbeiter" in der Bundesrepublik Deutschland Stichtag: 15. November 2002 - Der Bundestag beschließt Sozialgesetze um Hartz IV Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor und Autorin: Ulrich Biermann und Veronika Bock Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • Oct 20, 2025 · 14 min

    General unter Verdacht: Die Affäre Kießling

    Verkehrt der Vier-Sterne-General Günter Kießling in Schwulenbars? Allein der falsche Verdacht reicht aus, um den Offizier (geb. am 20.10.1925) aus dem Amt zu drängen. In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer: dass Homosexualität in den 1970er und 80er Jahren schlimmer empfunden wird, als "Nazi sein", wie es zu den Gerüchten um Günter Kießling kommt und wie sie sich aufklären, warum am Ende fast alle beteiligten Personen beschädigt sind. vom § 175, der Homosexualität unter Strafe stellt - und erst zehn Jahre nach der Kießling-Wörner-Affäre abgeschafft wird. Anfang 1984. In Bonn herrscht helle Aufregung im Verteidigungsministerium. Der höchste deutsche General und stellvertretende NATO-Oberbefehlshaber Europas, Günter Kießling, wird unehrenhaft entlassen - weil er homosexuell sein soll. Udo Röbel ist damals stellvertretender Chefredakteur der Kölner Boulevardzeitung "Express". Er wird in der Kießling-Affäre eine der zentralen Figuren und deckt einen ungeheuerlichen Politskandal auf. Günter Kießling wird am 20. Oktober 1925 in Frankfurt/Oder geboren. Schon früh entscheidet sich der Mann mit geradezu preußischem Pflichtbewusstsein für ein Leben in Uniform. Kießling macht Karriere - bis im Herbst 1983 die Gerüchte aufkommen. Später wird Kießling zwar öffentlich rehabilitiert und mit großem Zapfenstreich in den Ruhestand verabschiedet, doch von seinen Offizierskollegen wird er zeitlebens geschnitten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Heiner Möllers, Historiker und Oberstleutnant der Bundeswehr Udo Röbel, Autor und Journalist ("Express") Heiner Möllers: Die Affäre Kießling. Der größte Skandal der Bundeswehr. Berlin 2019 Weiterführende Links: Stichtag 13. August 2004 - Vor 10 Jahren: Manfred Wörner stirbt Stichtag 10. November 2010 - Vor 10 Jahren: Bundestag billigt das Lebenspartnerschaftsgesetz Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Herwig Katzer Redaktion: Frank Zirpins

  • Oct 19, 2025 · 14 min

    Die Honoria-Affäre: Westroms größter Skandal

    Im Jahr 450 rätselt das Weströmische Reich: Hat Kaiserschwester Honoria dem gefürchteten Hunnenkönig Attila einen Heiratsantrag gemacht? Sicher ist: Köpfe werden rollen. In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer: wie eine der größten Skandalgeschichten der Spätantike ihren Anfang nimmt, warum die schöne Kaiser-Schwester Honoria das Image des Herrscherhauses verbessern soll, wie Valentinian sich mit der unverheirateten Schwester potenzielle Rivalen vom Hals halten will, wie Honoria im Widerstand gegen ihren Bruder im Jahr 450 richtig aufdreht. Justa Grata Honoria, ältere Schwester des römischen Kaisers Valentinian III., glänzt nicht gerade durch ihren vorbildlichen Lebenswandel. Vielmehr wird sie bei einer heimlichen Affäre mit ihrem Vermögensverwalter Eugenios ertappt. Kaiser Valentinian gefällt das nicht: Eugenius wird getötet, Honoria wird die Macht entzogen, außerdem wird sie mit Herkulanus verlobt, einem Mann konsularischen Ranges und guter Gesinnung. Offenbar ruft Honoria in dieser Situation ausgerechnet die Hunnen unter Attila zu Hilfe. Später wird erzählt, sie habe Attila durch Übersenden eines Ringes ihre Hand angeboten. Allerdings führt das zu einem folgenschweren Missverständnis und einem Krieg zwischen Westrom und den Hunnen 451/52. Die Protagonisten überleben diese Geschichte nicht lange: Attila stirbt zu Beginn des Jahres 453 - während der Hochzeitsnacht mit einer anderen Frau. Valentinian wird 455 ermordet. Die Spuren der Prinzessin Honoria, die an ihren Käfigstäben rüttelt und darüber die römische Welt ins Wanken bringt, verlieren sich im Dunkel der Geschichte. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Anja Busch, Historikerin, Expertin für Frauen der theodosianischen Dynastie Professor Dr. Mischa Meier, Althistoriker, Universität Tübingen Ernst Doblhofer (Hrsg.): Byzantinische Diplomaten und östliche Barbaren. Aus den Excerpta de legationibus des Konstantinos Porphyrogennetos ausgewählte Abschnitte des Priskos und Menander Protektor. Graz u.a.: Styria. 1955 John Given (Hrsg.): The Fragmentary History of Priscus. Attila, the Huns and the Roman Empire AD 430-476. Merchantville NJ: Evolution Publishing. 2014 Weiterführende Links: Stichtag: 20. Juni 451: Schlacht auf den Katalaunischen Feldern Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Tobias Sauer Redaktion: Frank Zirpins Technik: Sascha Schiemann

  • Oct 18, 2025 · 14 min

    Widerstand im Ring: Sinto-Boxer Rukelie Trollmann

    Am 18.10.29 boxt der Sinto seinen ersten Profikampf. Kurz darauf ist er Deutscher Meister - für drei Tage. Er trotzt den Nazis mit Ironie. Und bezahlt mit seinem Leben. In diesem Zeitzeichen erzählt Gianna Felicita Scholten: warum Boxen im deutschen Kaiserreich verboten ist, wie Rukelie Trollmann mit seinem Kampfstil das Publikum begeistert, mit welch fadenscheinigen Entscheidungen die Nazis Trollmann den Titel aberkennen, wie Trollmann mit blondierten Haaren gegen die Nazis einen Wirkungstreffer erzielt. Johann Rukelie Trollmann ist ein außergewöhnlicher, unkonventioneller Boxer von internationalem Rang. 1933 gewinnt er überlegen die deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht. Doch als Sinto darf er nicht Meister sein. Nazi-Funktionäre und Presse beenden seine Karriere. 1944 wird Trollmann im KZ Neuengamme ermordet - als offizielle Todesursache geben die Nazis aber Herzversagen an. Rukelie Trollmann wird 36 Jahre alt. Er hat fünf Geschwister, die alle ein anderes Grauen erleben - Zwangsarbeit, Folter, Deportation, Tod. Die, die nicht interniert werden, bleiben in ihrer Heimatstadt Hannover. Ihnen wird der Zutritt zu Luftschutzbunkern verwehrt, während die Bomben fallen. Nach 1945 werden viele Sinti und Roma nicht in ihre Wohnungen zurückgelassen, sondern auf sogenannte "Sammelplätze" neben Fabriken, Friedhöfen oder Klärwerken am Stadtrand gedrängt. Es beginnt das, was man später "zweite Verfolgung" nennt. Erst 70 Jahre nach dem Titelgewinn und 59 Jahre nach seinem Tod wird Johann Wilhelm "Rukelie" Trollmann sein Meistertitel von 1933 offiziell zuerkannt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kelly Laubinger, Sinti Union Schleswig Holstein Bericht der Unabhängigen Kommission Antiziganismus, Berlin 2021 Stefanie Bart: Deutscher Meister. Berlin 2014 Hans Firzlaff: Knock-out. Hannover 1997 Weiterführende Links: WDR wahr_so auf TikTok: Sportschau - Johanns Traum endet zu früh ARD Mediathek: Der lange Weg der Sinti und Roma Planet Wissen: Boxen Zeitzeichen: 12.06.1930: Max Schmeling wird Box-Weltmeister Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Gianna Felicita Scholten Redaktion: Carolin Rückl, David Rother Technik: Anne Bohnen, Sophie Weber

  • Oct 17, 2025 · 14 min

    John Reed: US-Kommunist mit Ehrengrab am Kreml

    Ausgerechnet ein US-Amerikaner schreibt als Augenzeuge "Zehn Tage, die die Welt erschütterten" über die Oktoberrevolution. In Moskau gefeiert, in den USA geächtet. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann: warum ein US-Bürger an der Kremlmauer in Moskau begraben liegt, wie ein wohlhabender Harvard-Absolvent zum Revolutionär wird, weshalb sein Buch Lenin begeistert - und die USA empört, und wie ein Hollywoodfilm den Mythos um John Reed neu belebt. John Reed, geboren 1887 in Portland, Oregon, wächst in einer privilegierten Familie auf. Doch statt im Schutz seines Elternhauses zu bleiben, sucht er die Nähe zu Arbeitern, Armen und Entrechteten. Als Journalist berichtet er von Streiks, vom Krieg - und schließlich von der Russischen Revolution. 1917 erlebt er in Petrograd, wie Lenin und die Bolschewiki die Macht übernehmen. Sein Bericht "Zehn Tage, die die Welt erschütterten" wird zum Klassiker der Zeitgeschichte. Lenin nennt es eine "wahrheitsgetreue und lebendige Darstellung" der Revolution. 1920 stirbt John Reed mit nur 33 Jahren an Typhus in Moskau - und findet seine letzte Ruhestätte dort, wo die Sowjetmacht geboren wurde: an der Kremlmauer auf dem Roten Platz. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Maurice Isserman, Dozent für Amerikanische Geschichte am Hamilton College, New York Norman Markowitz, ehem. Dozent für Geschichte an der Rutgers University, New Jersey John Reed: Zehn Tage, die die Welt erschütterten, Berlin, 1922. John Reed: The War in Eastern Europe, New York, 1916. Maurice Isserman: Reds- The Tragedy of American Communism, New York, 2024. Weiterführende Links: Planet Wissen: Kommunismus 12.03.1917 - Beginn der Russischen Revolution 22.04.1870 - Geburtstag von Lenin Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor:in: Christoph Tiemann Redaktion: Matti Hesse Technik: Moritz Raestrup

  • Oct 16, 2025 · 14 min

    Als das Wasser versiegte: Die große Dürre von 1540

    Trockene Böden, Missernten, Flüsse als Rinnsale, Schäden an Bäumen und Waldbrände. Die Trockenjahre häufen sich. Noch werden sie übertroffen von der großen Dürre 1540. In diesem Zeitzeichen erzählt Anne Preger: wie das Jahr 1540 als "Jahrtausenddürre" in die Geschichte eingeht, warum Wein billiger wird als Wasser - und die Menschen in Köln betrunken auf den Straßen liegen, von einer "katholischen Verschwörung", über die sogar auf dem Reichstag beim Kaiser gestritten wird, und weshalb Forscher die Dürre heute als extremes, aber einmaliges Ereignis sehen - im Gegensatz zu den sich häufenden Hitzesommern unserer Zeit. Es ist ein Jahr ohne Regen. Elf Monate lang bleibt der Himmel über Mitteleuropa blau und gnadenlos heiß - von Norddeutschland bis Italien, von Polen bis Frankreich. Flüsse trocknen aus, Mühlen stehen still, Vieh verdurstet. In Würzburg erinnert eine einzelne Flasche "Steinwein" an diese Katastrophe: süß, schwer, fast sirupartig - und bis heute ungetrunken. 1540 versiegt jedoch nicht nur das Wasser, sondern auch die Energie: ohne Wasserkraft kein Mehl, kein Brot, kein Leben. Chronisten berichten von brennenden Wäldern, toten Tieren und Menschen, die sich in Keller flüchten. Historiker nennen es "das extremste Hitzejahr der letzten Jahrtausende". Und doch: Schon zwei Jahre später kommt der Frost zurück. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Christian Pfister, emeritierter Historiker an der Uni Bern. Dr. Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ, Hydrologe und Dürreforscher. The year-long unprecedented European heat and drought of 1540 – a worst case. Climatic Change 2014. Erderwärmung verstärkt Dürren weltweit, Nature 2025. Weiterführende Links: Datenbank mit historischen Quellen zur Rekonstruktion des Klimas vergangener Jahrhunderte, Uni Freiburg Extrem! Zwischen Dürre und Sintflut BR Story: Die große Dürre · Was tun, damit Deutschland nicht austrocknet? Planet Wissen: Klimaforschung Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Anne Preger Redaktion: Frank Zirpins Technik: Joseph Baader/Thomas Bleuel

  • Oct 15, 2025 · 13 min

    Hitler als Witzfigur: Charlie Chaplins "Der große Diktator"

    15. Oktober 1940: Premiere von Chaplins "Der große Diktator". Während Hitler Europa verwüstet, hält Chaplin eine Rede für Menschlichkeit - und gegen den Hass. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen: warum Charlie Chaplin in "Der große Diktator" zwei grundsätzlich gegensätzliche Rollen spielt - und welche das sind, wie er mit Pantomime und Witz den Größenwahn des Faschismus entlarvt, und weshalb seine berühmte Schlussrede bis heute nichts von ihrer Kraft verloren hat. Als "Der große Diktator" 1940 in die Kinos kommt, steht die Welt bereits in Flammen. Chaplin spielt Anton Hynkel, einen selbstverliebten Herrscher, der in Kauderwelsch Reden schwingt, das Volk aufpeitscht - und mit einer einzigen Geste zum Schweigen bringt. Doch dieser große Diktator ist mehr als eine Parodie auf Hitler: Er steht für alle, die ihre Macht missbrauchen. Chaplin macht ihn zur Karikatur und stellt ihm seine Figur des Tramps entgegen, in diesem Film als jüdischer Friseur - leise, menschlich, verletzlich. In der Gegenüberstellung dieser Figuren liegt die ganze Kraft des Films. Und wenn Chaplin am Ende aus seiner Rolle tritt, wird aus der Satire ein Aufruf: ein leidenschaftliches Plädoyer für Menschlichkeit, Vernunft und Hoffnung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Norbert Aping (Chaplin-Experte, Schüren-Verlag Marburg) Charles Chaplin: Die Geschichte meines Lebens, Frankfurt am Main, 1964. Norbert Aping: Charlie Chaplin in Deutschland, Marburg, 2005. Norbert Aping: Liberty Shtunk. Charlie Chaplin und die Nazis, Marburg, 2014. Norbert Aping: Charlie Chaplin and the Nazis, Jefferson (North Carolina), 2014. Weiterführende Links: 25.12.1977 - Todestag von Charlie Chaplin 18.09.1952 - Charlie Chaplin verlässt Amerika arte-Dokumentation "Chaplins Moderne Zeiten - der Abschied vom Stummfilm" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redakteur: Matti Hesse Technikerin: Sarah Fitzek

  • Oct 14, 2025 · 14 min

    Strafe in der DDR: Todesurteil für ein Flugblatt

    Der 18-jährige Oberschüler Hermann Flade wird mit Protest-Flugblättern gegen Wahlbetrug erwischt. In der DDR ein Grund für einen Schauprozess mit Todesurteil. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath: wie Hermann Flades Zeit in der Hitlerjugend ihn für den Protest in der DDR motiviert, warum die Volkskammerwahlen in der DDR nicht demokratisch sind, wie Flade beim Flugblattverteilen von einem vermeintlichen Liebespaar ertappt wird, warum er zunächst kein Gnadengesuch angesichts des Todesurteils einreichen will, wie Hermann Flade geheimer Informant der Stasi wird. Hermann Flade druckt mit verrutschten Großbuchstaben aus seinem Setzkasten aus Kinderzeiten Flugblätter. Er klebt sie in Olbernhau im Erzgebirge an Bushaltestellen und wirft sie in Briefkästen. Auf den Blättern stehen Slogans wie "Im Oktober geschieht der unglaublichste Wahlbetrug nach sowjetischem Muster" und "Noch ist Zeit zur Besinnung". Denn die ersten Volkskammerwahlen in der DDR sind weder frei noch geheim noch demokratisch. Das SED-Regime geht gegen jeden vor, der diese Wahlen kritisiert. Das Todesurteil gegen Flade wird auf Druck der Weltöffentlichkeit in eine 15-jährige Haftstrafe umgewandelt. Er kommt nach zehn Jahren Haft frei und zieht nach Westdeutschland. Er stirbt 1980 mit 47 Jahren – vermutlich an den Folgen seiner Haft. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Karin König (Autorin einer Biografie über Hermann Flade) Daniela Münkel (Historikerin, Abteilungsleiterin im Stasi-Unterlagen-Archiv, Berlin) Tatjana Flade (Journalistin und älteste Tochter von Hermann Flade) Hermann Flade: Deutsche gegen Deutsche. Erlebnisbericht aus dem sowjetzonalen Zuchthaus. Freiburg 1963 Karin König: Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben. Hermann Flade – Eine Biographie. Berlin 2020 Weiterführende Links: NDR: Interview mit Hermann Flade vom 12. Dezember 1960 Bundesarchiv: Stasi-Bericht über die Verhandlung gegen Hermann Flade Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Kath Redaktion: Frank Zirpins Technik: Sascha Schiemann

  • Oct 13, 2025 · 14 min

    Lenny Bruce: Der Comedian, den Trump heute stoppen würde

    Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel beruft sich auf Lenny Bruce: Stand-Up-Pionier und Verfechter der freien Rede, die in den USA unter Präsident Trump unter Beschuss gerät. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld: warum Lenny Bruce Vertreter diskriminierter Gruppen im Publikum mit Schimpfwörtern anspricht, wie seine Drogenprobleme gegen ihn instrumentalisiert werden, warum Bruce 1964 wegen obszöner Darbietungen zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilt wird, wie der Comedian mit nur 40 Jahren stirbt, warum das Urteil gegen ihn 37 Jahre nach seinem Tod aufgehoben wird. Lenny Bruce ist der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt: Sein respektloser Witz und sprühender Charme kommen an beim Publikum, das sich in den christlich-prüden USA zwischen Kaltem Krieg und Ku-Klux-Klan nach freien Geistern und kritischen Tönen sehnt. Auf dem Cover einer seiner Schallplatten liegt er zum Beispiel gemütlich auf einer bunten Picknickdecke mitten auf einem Friedhof. Der Comedian tritt in berühmten Clubs wie dem New Yorker Village Vanguard auf, 1961 sogar in der ausverkauften Carnegie Hall, und immer wieder im Fernsehen. Doch als er öffentlich über Korruption in Justiz und Polizei spricht, überschreitet Lenny Bruce eine rote Linie. Kaum ein Clubbesitzer will ihn noch engagieren - aus Angst vor Lizenzverlust. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Bernhard Hiergeist (Freier Journalist, Comedy-Experte und Betreiber des Online-Magazins Setup/Punchline) Lenny Bruce: How to talk dirty and influence people. Autobiografie. Chicago 1967 Dokumentarfilm "Swear to tell the truth" von Robert Weide. 1998 LP "The Best of Lenny Bruce". 1962 LPs "The Lenny Bruce Originals". 1992 und 1997 Weiterführende Links: Historic Films: Lenny Bruce in der Steve-Allen-Show am 5. April 1959 Real Time: Lenny Bruce performs at Basin Street West am 16. August 1965 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Kosfeld Redaktion: David Rother

  • Oct 12, 2025 · 14 min

    Okkulte Magie, Drogen und Sex: Das Rätsel Aleister Crowley

    In Großbritannien galt er als "bösester Mensch der Welt". Wer ist Aleister Crowley wirklich - und warum inspiriert er so viele Musikstars wie Mick Jagger und David Bowie? In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz: mit welcher Frage der elfjährige Aleister Crowley das erste Mal in der Schule aneckt, wie er als Bergsteiger am K2 und im Himalaya unangenehm auffällt, welche Rituale Crowley auf dem Herrensitz Boleskine House oberhalb des Loch Ness zelebriert, warum der britische Geheimdienst sich im Zweiten Weltkrieg für ihn interessiert, was James Bond mit Aleister Crowley zu tun hat. Aleister Crowley, der in der englischen Grafschaft Warwickshire zur Welt kommt, beginnt früh damit, bürgerliche Erwartungen zu brechen. Gegen das starre Sittenkostüm der viktorianischen Zeit setzt er auf Provokation – unter Einfluss von Esoterik, Sektiererei und Drogen. Bevor es soweit ist, beschreitet der junge Alexander Edward Crowley – den Namen Aleister nimmt er erst in seiner Studienzeit in Oxford an – den klassischen Bildungsweg der englischen Upper Class. Berühmt will er werden, egal wofür. Er entwickelt sich zu einem mehr als passablen Schachspieler, versucht sich als Dichter und wendet sich dem Bergsteigen zu. Er ist ständig auf Reisen, gehört zu den ersten westlichen Yoga-Jüngern, flirtet mit dem Buddhismus – und interessiert sich mehr und mehr für Magie, das Übersinnliche. Sein Leitsatz lautet: "Tu, was Du willst – das sei das ganze Gesetz!" Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Sabine Doering-Manteuffel (Ethnologin und Präsidentin der Universität Augsburg) Manuel Trummer (Kulturwissenschaftler an der Ludwig-Maximilians-Universität München) Colin Campbell (Mitglied im Stiftungsrat von Boleskine House in Schottland) Sabine Doering-Manteuffel: Das Okkulte. Eine Erfolgsgeschichte im Schatten der Aufklärung. Von Gutenberg bis zum World Wide Web. München 2008 Lawrence Sutin: Do what thou wilt. A life of Aleister Crowley. New York 2000 Weiterführende Links: WDR: Sex, Drugs & Magie - Aleister Crowley Arte: Aleister Crowley - Der böseste Mensch der Welt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Markus Harmann und Joachim Heinz Redaktion: Matti Hesse Technik: Christine Reinartz

  • Oct 11, 2025 · 14 min

    Macht Mathematik zur Frauensache: Sofja Kowalewskaja

    Im Oktober 1870 darf sie nicht offiziell eingeschrieben sein. Doch sie lernt beim berühmten Professor Weierstraß - und wird zur Pionierin in der Männerdomäne Mathematik. In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach: wie Sofja in ihrem Kinderzimmer täglich Mathematik umgeben ist, welche Rolle ihr Onkel Pjotr Wassiljewitsch in ihrem Leben spielt, mit welchem Trick Sofja ihren Vater dazu bringt, sie ins Ausland reisen zu lassen, wie Mathematik-Professor Karl Weierstraß seiner Privatschülerin einen offiziellen Studienabschluss ermöglicht, warum Sofja Kowalewskaja gleich drei Doktorarbeiten schreibt. Sofja Kowalewskaja ist eine Pionierin. Sie erwirbt als erste Frau der Welt einen Doktortitel in Mathematik und wird weltweit die erste Professorin für Mathematik. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg in einer Welt, die damals noch vollständig von Männern dominiert wird. Geboren wird Sofja Kowalewskaja 1850 als mittleres von drei Kindern in Moskau. Die Familie gehört zum niederen russischen Adel. Der Vater ist General in der zaristischen Armee, die Mutter Tochter eines deutschen Offiziers in russischen Diensten. Sie erhält zwar eine gute Allgemeinbildung, aber Karriere ist für Frauen nicht vorgesehen. Sofja Kowalewskaja schafft es trotzdem, ihr mathematisches Ausnahmetalent zur Geltung zu bringen. Dank jahrelanger Ausdauer und der Hilfe von Professor Weierstraß, der für sie mehrmals Hindernisse aus dem Weg räumt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Eva Kaufholz-Soldat (Mathematikerin, Mathematikhistorikerin, Universität Koblenz) Sonja Kowalewsky (= Sofja Kowalewskaja): Erinnerungen an meine Kindheit. Weimar 1960 Cordula Tollmien: Fürstin der Wissenschaft. Weinheim, Basel 1995 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Fahrrad und Feminismus: die irische Pädagogin Sophie Bryant Zeitzeichen: Ada Lovelace, Informatik-Pionierin Zeitzeichen: Antiker Cold Case: Mord an der Universalgelehrten Hypatia SWR Wissen: Sofja Kowalewskaja - Erste Mathematik-Professorin der Welt SWR Wissen: Frauen im Portrait Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins Technik: Sarah Fitzek

  • Oct 10, 2025 · 14 min

    Paulus "Ohm" Kruger: Ein Buren-Führer macht Weltgeschichte

    Ein Hinterwäldler wird zum Nationalheld: Paulus Kruger, geb. am 10.10.1825, führt den Buren-Aufstand gegen die britische Kolonialmacht an - und prägt Südafrika bis heute. In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer: wie Paulus Krüger Generalkommandant der kleinen Republik Transvaal wird, wie er nach der britischen Annektion von Transvaal für die Unabhängigkeit des Gebietes kämpft, was hinter der sogenannten Krüger-Depesche steckt, wie Krüger am Hafen von Marseille und am Kölner Hauptbahnhof gefeiert wird, wie die Nationalsozialisten Kruger zum Volkshelden stilisieren. Die Buren stammen von europäischen Einwanderern ab. Von niederländischen, aber auch deutschen und französischen Siedlern, die seit dem 17. Jahrhundert am Kap der Guten Hoffnung seßhaft geworden sind. Sie sind Ackerbauern, Viehzüchter und Winzer. Dabei setzen sie auf billige Arbeitskräfte und versklaven die Schwarzen der Region, weil sie sie für Menschen zweiter Klasse halten. Paulus Krüger macht hier keine Ausnahme. Im Gegenteil: Er wird zum Präsidenten der Republik Transvaal gewählt. Die Buren sehen sich selbst als Afrikaner und nennen sich aus so: Afrikaners. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Christoph Marx (Professor für Außereuropäische Geschichte, Historisches Institut Universität Duisburg-Essen) Paul Kruger, H. C. Bredell, Piet Grobler: The memoirs of Paul Kruger, four times president of the South African republic, told by himself. Toronto 1902 Albrecht Hagemann: Kleine Geschichte Südafrikas. München 2018 Christoph Marx: Südafrika. Geschichte und Gegenwart. Stuttgart 2022 Weiterführende Links: Das Kalenderblatt 26.03.1898: Paul Kruger gründet Tierreservat ZDF: Der verschollene Buren-Schatz Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: David Rother

  • Oct 9, 2025 · 15 min

    Ikone der Popkultur: John Lennons Rückzug ins Privatleben

    Warum John Lennon 1975 ausstieg: Der Ex-Beatle wird Vater, lässt Bühne, Beatlemania und Business vorerst hinter sich. Ein radikaler Neuanfang im privaten Luxusappartment. In diesem Zeitzeichen erzählt Philip Ritter: warum das FBI John Lennon nach der Beatles-Trennung überwacht, welche 14 Monate Lennon später als "Lost Weekend" bezeichnet, warum der vorübergehende Rückzug aus dem Musikgeschäft für ihn eine Erlösung ist, wie John Lennon sich über sein Familienleben mit Sohn Sean freut, was er rückblickend über seine erste Zeit als Familienvater mit Sohn Julian sagt. Im Song "Watch The Wheels" – veröffentlicht 1980, kurz vor seinem Tod – beschreibt John Lennon, wie er die vorangegangenen fünf Jahre verbracht hat: Als Privatmensch, der nicht länger auf dem sich so schnell drehenden Karussell sitzt, sondern nur noch genüsslich von außen zuschaut. Doch warum verlässt John Lennon Mitte der 1970er Jahre plötzlich das Rampenlicht? Was veranlasst den Superstar, der Welt des Showbusiness, nach einer beispiellosen Karriere, plötzlich den Rücken zu kehren? Der Tag, an dem sich John Lennon aus dem Hamsterrad befreit, ist sein 35. Geburtstag. Ein Zufall. Viel wichtiger: Der 9. Oktober 1975 ist auch der Geburtstag von Sean, dem gemeinsamen Sohn mit Yoko Ono. Anschließend zieht sich Lennon für fünf Jahre aus dem Musikgeschäft zurück. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Klaus Voormann (Grafiker, Musiker) Ocke Bandixen (Journalist, Autor) Philip Norman: John Lennon – The Life. New York 2009 Weiterführende Links: The Tomorrow Show: John Lennon im Interview am 04.08.1975 BBC Radio 1: John Lennon und Yoko Ono im Interview am 06.12.1980 Zeitzeichen 18.06.1942: Paul McCartney wird geboren Zeitzeichen 27.08.1967: Der Beatles-Manager Brian Epstein stirbt Zeitzeichen 11.10.1971: Die Singele "Imagine" von John Lennon und Yoko Ono erscheint Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Heute gibt's gleich zwei musikalische Tipps: Der Beatles-Podcast "Becoming The Beatles - Die Hamburger Jahre" und außerdem ein ARD-Mediathek-Tipp: Hip Hopp in seiner Vielfalt Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Philip Ritter Redaktion: Matti Hesse