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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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  • Nov 17, 2025 · 14 min

    Die Computermaus: Zwei Erfinder, eine Revolution

    Gleichzeitig in den USA und Deutschland entwickelt, wird die Maus am 17.11.1970 patentiert. Der Durchbruch kommt erst 15 Jahre später - dank einer anderen Erfindung. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Seebaum: warum die Erfindung des Mikroprozessors die Computer-Geschichte innerhalb weniger Jahre verändert, wie der Zufallsfund in einer philippinischen Pfahlhütte die Geschichte des Computers anschiebt, wo die Maus erst 15 Jahre nach ihrer Entwicklung eine passende Anwendungsmöglichkeit bekommt, von der Vorteilen der Maus gegenüber der Touch-Interaktion direkt auf dem Display. In den 1960er-Jahren probieren der US-amerikanische Computertechniker Doug Engelbart und sein Team in Stanford, Kalifornien, systematisch verschiedene Steuerungsmöglichkeiten für Computer aus: Den Joystick etwa oder den Light Pen, bei dem mit einem an einem dicken Kabel hängenden Stift direkt am Bildschirm markiert wird. Auch exotische Lösungen wie die Steuerung mit Pedalen oder mit dem Knie mittels einer unter den Schreibtisch montierten Apparatur werden getestet. Mitte der 1960er-Jahre fällt die Entscheidung für das Eingabegerät der Wahl. Inzwischen ist der Computeringenieur Bill English zu Engelbarts Team gestoßen und hat den ersten Prototyp einer Maus gebaut, aus Holz und mit der Ergonomie einer Butterdose. Sie steht auf zwei um 90 Grad versetzten Rädchen, die jeweils die horizontale und vertikale Bewegung registrieren. Die studentischen Probanden lieben die Maus, weil sie schnell ist und präzise. 1967 stellt Engelbarts einen Patentantrag. Am 17. November 1970 wird es ihm als Patent US3541541 zugewiesen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Stefan Kastigen, Gründer und Leiter des Bielefelder Computermuseums Professorin Marion Koelle, lehrt an der Hochschule RheinMain Medieninformatik Quarks-Story-Folge zur Revolution Computermaus Weiterführende Links: Planet Wissen: Computer und Roboter - Geschichte des Computers Stichtag: 24. Januar 1984 - Apple stellt den Macintosh 128 vor Zeitzeichen: 24.02.1955 - Der Geburtstag von Steve Jobs Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Seebaum Redaktion: Carolin Rückl

  • Nov 16, 2025 · 13 min

    Wie ein Missverständnis Coca-Cola groß machte

    Am 16.11.1915 patentiert Coca-Cola eine eigene Flasche. Ihre Form sticht heraus und verhilft der Marke zum Durchbruch. Dabei basiert das Design auf einem Missverständnis. In diesem Zeitzeichen erzählt Laura Dresch: Mit welchem Problem Coca-Cola Anfang des 20. Jahrhunderts zu kämpfen hat, vom vielleicht besten Missverständnis aller Zeiten, warum das erste Flaschendesign nicht in Produktion geht, wie ausgerechnet der Weihnachtsmann zum Getränke-Maskottchen wird, welchen großen Fehler das Unternehmen in den 1980er-Jahren macht.Bei mehr als 170 Konkurrenzprodukten will Coca-Cola Anfang des 20. Jahrhunderts auf Nummer sicher gehen und eine einzigartige Flasche designen. Man soll sie selbst erkennen, wenn man sie im Dunkeln anfasst. Aber noch besser, wenn die Flasche zerbrochen ist, soll man aus einer einzelnen Scherbe sehen können, das es eine Coca-Cola-Flasche ist. Coca-Cola schreibt einen Wettbewerb für eine unverwechselbare Flasche aus. Unter den Teilnehmern: Die Root Glass Company aus Indiana. Auf der Suche nach besonderen Formen schickt der Betriebsleiter zwei Mitarbeiter in die Stadtbibliothek. Einer von ihnen heißt Earl Dean. Dean schlägt in der Encyclopædia Britannica bei C nach und findet neben dem Wort Cacao das Bild einer Kakaoschote. Die hat zwar nichts mit Coca-Cola zu tun, sieht aber wunderschön aus. Coca-Cola ist begeistert von der kurvenreichen Flasche mit den markanten Rippen. 16. November 1915 wird das Patent angemeldet. Der Flaschendesigner Earl Dean erhält gerade mal 500 Dollar für seinen Entwurf. Möglicherweise gingen die nicht einmal an ihn selbst, sondern an seinen Arbeitgeber. Dean wird in der Designgeschichte kaum erwähnt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Cordula Meier, Folkwang Universität der Künste Dr. Peter Zec, Leiter des Design Zentrums Nordrhein-Westfalen, Initiator und CEO von Red Dot Norman L. Dean: The Man Behind The Bottle: The Origin and History of the Classic Contour Coca-Cola Bottle As Told By The Son Of Its Creator. 2010 Weiterführende Links: Stichtag: 8. Juli 1831: Coca-Cola-Erfinder John S. Pemberton geboren Stichtag: 8. Mai 1886: Coca-Cola kommt auf den Markt Planet Wissen: Werkstoffe - Glas Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Laura Dresch Redaktion: Jakob Schiffer / David Rother

  • Nov 15, 2025 · 14 min

    Albertus Magnus: Der Bettelmönch, der alles wissen wollte

    Er war bedeutendste Gelehrte seiner Zeit. Kölns klügstem Star im Mittelalter (gestorben am 15.11.1280) verdankt die Domstadt nicht zuletzt ihren Weltruhm. In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich: was über die Jugendjahre von Albertus Magnus bekannt ist, wie der Theologe in Paris in den Talmud-Streit gerät, was sich hinter der "Scholastik" verbirgt, warum Albertus Magnus zum Star des Mittelalters avanciert. Auf einer Reise nach Padua tritt der junge Albertus Magnus dem Dominikaner-Orden bei. Sein Noviziat absolviert er in Köln, später lehrt er als Professor an der angesehenen Universität von Paris. 1248 kehrt er an den Rhein zurück, um im Auftrag seines Ordens in der größten und reichsten Stadt nördlich der Alpen ein Generalstudium einzurichten. Es ist der Vorläufer der späteren Universität zu Köln. Der Theologe taucht in alle Bereiche der damaligen Wissenschaft ein und übernimmt von Aristoteles den Ansatz, die Welt mit rationalen Mitteln und eigener Anschauung zu deuten. So schafft Albertus Magnus den Spagat, rationale Wissenschaft mit christlicher Schöpfungslehre zu verbinden. Seine Lehre und Schriften machen ihn schon zu Lebzeiten weltbekannt. Thomas von Aquin ist sein wohl berühmtester Schüler. Wenn Albertus Magnus nicht lehrt, forscht und schreibt, vermittelt er in Konflikten zwischen der Bürgerschaft und der Kirche oder besucht Frauenklöster in ganz Europa. Am 15. November 1280 stirbt er in Köln – hochgeachtet und rund 80 Jahre alt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Maria Burger, Theologin am Albertus-Magnus-Institut Bonn Alexander Fidora, Professor für Philosophie an der Autonomen Universität Barcelona Andreas Speer, Philosophieprofessor an der Universität zu Köln Maria Burger: Codex 30 der Dombibliothek Köln. Ein Arbeitsexemplar für Thomas von Aquin als Assistent Alberts des Großen, in: Symposion "Mittelalterliche Handschriften der Kölner Dombibliothek", Köln 2005 Maria Burger: Albertus Magnus. Über Theologie als Wissenschaft, in: Karl Lehmann: Zum Begriff der Theologie bei Albertus Magnus (Lectio Albertina 8), Münster 2006 Alexander Fidora: Albertus Magnus und der Talmud. Münster 2020 Andreas Speer: "Göttin der Wissenschaften" – "Torheit vor Gott". Albertus Magnus über philosophische und biblische Weisheit, Münster 2018 Weiterführende Links: Albertus-Magnus-Institut Thomas-Institut der Universität zu Köln ICREA – Catalan Institution for Research and Advanced Studies Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Claudia Friedrich Redaktion: Matti Hesse und Hildegard Schulte Technik: Thomas Bleul und Claudia Friedrich

  • Nov 14, 2025 · 14 min

    Mit der "Roten Kapelle" gegen Hitler: Cato Bontjes van Beek

    Sie liebt das Leben, die Freiheit und das Fliegen. Mit 22 Jahren wird Cato Bontjes van Beek (geb. 14.11.1920) hingerichtet - weil sie Flugblätter gegen den Krieg verteilt. In diesem Zeitzeichen erzählt Heide Soltau: dass Cato ein fröhliches Mädchen ist, das sich gern verkleidet, improvisiert und andere imitiert, wie aus ihr eine junge Frau wird, die Gestapo-Verhören standhält, warum Cato Bontjes van Beek selbst nach ihrem Todesurteil ihre Hoffnung und Menschlichkeit bewahrt, warum ihre letzten Zeilen an die Mutter kein Pathos enthalten, sondern den Wunsch, dass Schmerz in Kunst verwandelt wird. Cato Bontjes van Beek wird 1920 in Fischerhude geboren: in ein offenes und künstlerisches Elternhaus, in dem Freiheit und Neugier selbstverständlich sind. Als Kind reist sie allein nach Amsterdam, später lebt sie in England, lernt Sprachen und macht den Pilotinnenschein. Sie fliegt Loopings und lacht gern und oft. Doch ihre Welt verändert sich: Mit dem Erstarken des Nationalsozialismus wird Cato ernst. In Berlin tritt sie einer Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysen bei, verteilt Flugschriften, versteckt Verfolgte. 1942 wird sie verhaftet. Im Gefängnis schreibt sie Briefe voller Klarheit und Trost - für andere, nicht für sich. Selbst nach ihrem Todesurteil bleibt sie furchtlos und menschlich. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Cato Bontjes van Beek, Hermann Vinke (Hrsg.): Leben will ich, leben, leben. Die junge Frau, die gegen die Nazis kämpfte und ihr Leben ließ, München 2020. Hermann Vinke: Cato Bontjes van Beek. Ein Porträt, Fischerhude 2021. Hermann Vinke: Leben will, leben, leben - Die lange Nacht über die Widerstandkämpferin Cato Bontjes van Beek. Deutschlandfunkkultur, August 2023. CATO Konzertfilm von Helge Burggrabe zum 100. Geburtstag der Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek. Mit Julia Jentsch, Lorenz Meyboden, Christoph Jöde. Gesang: Vokalensemble SJAELLA. Und das sind unsere InterviewpartnerInnen: Saskia Bontjes van Beek, Verwalterin des Familienarchivs Hermann Vinke, Journalist und Autor Johannes Tuchel, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin Weiterführende Links: Stolpersteine Berlin: Cato Bontjes van Beek Planet Wissen: Cato Bontjes van Beek WDR Zeitzeichen: Widerstand als Lebensweg: Lisa Fittko WDR Zeitzeichen: Zweimal im Widerstand: Das Leben der Anne Beaumanoir WDR Zeitzeichen: Corrie ten Boom, NS-Widerstand Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heide Soltau Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak Technik: Sarah Fitzek

  • Nov 13, 2025 · 14 min

    Weil's auch dem König so gefiel: erste Doktorin der Medizin

    Dorothea Christiane Erxleben, geboren am 13.11.1715, erreicht, was für Frauen damals eigentlich nicht vorgesehen war. Sie promoviert in Medizin. Als erste in Deutschland. In diesem Zeitzeichen erzählt Steffi Tenhaven: wie Dorothea Christiane Erxleben schon früh mit dem Fach Medizin in Berührung kommt, mit welchen Mitteln sie als 23-Jährige gängige Vorurteile gegen Frauen entlarvt, warum sie 1753 von drei Ärzten angezeigt wird, wie ungleich Frauen und Männer heutzutage im Medizinstudium behandelt werden. Dorothea Christiane Erxleben traut sich was. Weil Frauen damals nicht studieren dürfen, schreibt sie an Friedrich den Großen und bittet ihn, ihr das Medizinstudium und die Promotion an der Universität in Halle zu gestatten. Der König zeigt sich großzügig und erteilt 1741 seine Genehmigung. Doch das Leben hat zunächst andere Pläne. Als eine Cousine stirbt und fünf kleine Kinder hinterlässt, kümmert sie sich um die Halbwaisen und heiratet später den Witwer – den Diakon Johann Christian Erxleben. Mit 26 Jahren ist sie plötzlich Stiefmutter, Hausfrau und Pfarrersfrau. Vier eigene Kinder bekommt sie auch noch. Erst Jahre später kann sie von ihrer königlichen Sondergenehmigung Gebrauch machen und wird, inzwischen 38 Jahre alt, Deutschlands erste Ärztin mit Doktortitel. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professorin Eva Brinkschulte (emeritierte Medizinhistorikerin und Medizinethikerin) Jule Stock (Ärztin, Doktorarbeit zur Genderdiskriminierung an medizinischen Fakultäten in Deutschland) Eva Brinkschulte: Dorothea Christiane Erxleben - Weibliche Gelehrsamkeit und medizinische Profession seit dem 18. Jahrhundert. Halle 2006 Dorothea Christiane Erxleben: Academische Abhandlung von der gar zu geschwinden und angenehmen, aber deswegen öfters unsichern Heilung der Krankheiten. Reprint der Dissertation von 1755. Dößel 2006 Jule Stock und Andrea Kaifie: The effects of gender discrimination on medical students‘ choice of specialty for their (junior) residency – a survey among medical students in Germany. Berlin 2024 Weiterführende Links: Zeitzeichen 24.01.1712: Friedrich II. von Preußen wird geboren Zeitzeichen 30.10.1889: Geburtstag der Gynäkologin Anne-Marie Durand-Wever Zeitzeichen 09.02.1907: Suffragetten demonstrieren in London für Frauenwahlrecht Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Steffi Tenhaven Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

  • Nov 12, 2025 · 14 min

    Neil Young wird 80: Der ewige Rebell des Rock

    Am 12.11.1945 wird Neil Young geboren: Rocklegende, Umweltaktivist, Eigenbrötler. Ein Musiker, der nie mit dem Strom schwimmt - und damit Generationen prägt. In diesem Zeitzeichen erzählt Christopher Heimer: wie Neil Young auf einem 5.400-Kilometer-Roadtrip in einem alten Leichenwagen nach Los Angeles gelangt, wie er mit brüchiger Stimme alle Trends ignoriert und trotzdem Rockgeschichte schreibt, wie er mit der radikal ehrlichen, düsteren Ditch-Trilogie seine Karriere riskiert und zugleich sein wahrhaftigstes Werk schafft, und wie er bis heute unbeirrbar für Umwelt, Freiheit und die eigenen Überzeugungen kämpft. "It’s better to burn out than to fade away" - dieser berühmte Satz fasst Neil Youngs Karriere wohl am besten zusammen. Über 50 Alben, Hall-of-Fame-Ehren als Solokünstler und mit der Band Buffalo Springfield: Der Sänger bleibt ständig in Bewegung. Mal leise mit Akustikgitarre, mal laut mit der Gruppe Crazy Horse, immer kompromisslos und eigenwillig. Schon früh von Bob Dylan inspiriert, wagt er den Sprung von Kanada nach Los Angeles, wird Stimme der Protestgeneration und landet Welthits wie "Heart of Gold". Der Ruhm bremst ihn nicht. Er singt gegen Krieg, Umweltzerstörung und Ungerechtigkeit, baut ein Elektroauto und nimmt Alben auf, als wären es musikalische Tagebucheinträge. Bis heute bleibt Neil Young der unbequeme, leidenschaftlich Suchende. Und ein Musiker, der lieber riskiert auszubrennen, als stehenzubleiben. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Heinz Rebellius – Musiker und Journalist Neil Young: Ein Hippie-Traum. Köln 2012 Navid Kermani: Das Buch der von Neil Young getöteten Kinder. Berlin 2013 Scott Young: Neil & Me. Ontario 1984 Weiterführende Links: WDR Rockpalast: Neil Young – Interview und Konzertmitschnitt WDR Rockpalast: Alles zu Neil Young WDR Kulturnachrichten: Neil Young besorgt um Wiedereinreise in die USA Under The Rusted Moon: All about Neil Young Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christopher Heimer Redaktion: David Rother

  • Nov 11, 2025 · 14 min

    Tupaia: James Cooks vergessener Navigator

    Er kennt den Pazifik wie kein Europäer: Tupaia, der polynesische Navigator, führt James Cook über unbekannte Meere – und zahlt am 11.11.1770 mit seinem Leben. In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand: welche Hoffnung Tupaia in James Cook setzt, wie Tupaia anhand der Sterne Schiffe navigieren kann, warum sein Neffe Taiato auf der Expedition zu "everybody's darling" wird, dass Tupaia sich trotz sichtlichem Vitamin-C-Mangel weigert, vitaminreiches Sauerkraut und Zitronengelee zu essen. Als James Cook vor Tahiti ankert, kommt es schon bald zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Indigenen. Tupaia, ein Priester von einer der Nachbarinseln Tahitis, versucht zu vermitteln und bringt die Anliegen der Inselbewohner vor. Cook erkennt schnell, dass Tupaia nicht nur ein geschickter Diplomat ist, sondern sich auch im Pazifik bestens auskennt. Er kann Tupaia überzeugen, mit ihm in See zu stechen. Dank Tupaias Navigationskunst erreichen die Briten bald Neuseeland. Dort kann sich Tupaia mit den Māori verständigen und ermöglicht Cook so, Neuseeland zu erkunden. Ohne Tupaia wäre Cook wahrscheinlich nicht als erfolgreicher Entdecker in die Geschichte eingegangen. Erwähnt hat er ihn in seinen Berichten dennoch kaum – obwohl Tupaia im Dienste Cooks stirbt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Frank Vorpahl, Historiker, Journalist und Autor Frank Vorpahl: Aufbruch im Licht der Sterne. Wie Tupaia, Maheine und Mai Captain Cook den Weg durch die Südsee erschlossen, Köln 2023 James Cook: Captain Cook’s Journal During His First Voyage Round the World, made in H.M. Bark Endeavour, 1768-71, London 1893 Weiterführende Links: Uni Potsdam: Zur Entschlüsselung von Tupaias Karte Planet Wissen: James Cook Planet Wissen: Skorbut Stichtag: 24.12.1777 – James Cook entdeckt die Weihnachtsinsel Zeitzeichen: 11.06.1770 – James Cook entdeckt das Great Barrier Reef Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kolja Sand Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup

  • Nov 10, 2025 · 14 min

    Der Gammelfleisch-Skandal 2005

    Ein Fund in einem Kühlhaus löst Entsetzen aus: Verdorbenes Fleisch, trotzdem verkauft. Im November 2005 erreicht der Skandal seinen Höhepunkt - mit Ekel-Funden in ganz Deutschland. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Gerdener: was die Rinderseuche BSE mit dem Gammelfleisch zu tun hat, warum niemand kontrolliert, wo Fleischabfälle landen, was die Politik in Folge des Skandals ändert. Ein Hotelzimmer zur Dauermiete und ein Telefon. Mehr braucht Uwe Domenz nicht, um seine Geschäfte zu führen. Er kauft und verkauft massenhaft Fleisch, vor allem günstiges - mit gutem Gewinn. Sein Geschäftsmodell platzt nach einer unangemeldeten Routinekontrolle in einem Gelsenkirchener Kühlhaus. Die Lebensmittelprüfer stellen fest: Das von Domenz angebotene Fleisch hat das Mindesthaltbarkeitsdatum längst überschritten. Das Veterinäramt stellt weitere Tonnen Fleisch sicher – seit Jahren tiefgefroren und überlagert. Am Ende sind es 400 Tonnen "Gammelfleisch", die Uwe Domenz den Verbrauchern unterjubelt: Abfälle, die in Würstchen und Dönerspießen landen, Tierfutter, das als Spanferkel etikettiert wird, Straußenfleisch, das als Rindergulasch verkauft wird. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Matthias Wolfschmidt, Foodwatch Kai Purnhagen, Professor für Lebensmittelrecht, Uni Bayreuth Weiterführende Links: Stichtag: 31. August 2006 – "Gammelfleischskandal" in Bayern Stichtag: 4. März 1985 – Weinpanscher zu Haftstrafen verurteilt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Gerdener Redaktion: Matti Hesse und David Rother

  • Nov 9, 2025 · 14 min

    Stockholmer Blutbad: Wie eine Krönung zur tödlichen Falle wird

    Die Krönung von Christian II. zum König von Schweden im November 1520 beginnt als fröhliches Fest. Sie endet mit mehr als 100 toten Gästen - nur ein Feind Christians entkommt. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau: wie ein prunkvolles Krönungsfest zum Schauplatz politischer Abrechnung wird, warum der Vorwurf der Ketzerei entscheidend ist, wie Christian II. versucht, sein Handeln gegenüber Rom zu rechtfertigen, warum der Vatikan trotz Kenntnis der Vorgänge nicht einschreitet, wie das "Stockholmer Blutbad" zu einem Wendepunkt der schwedischen Geschichte wird. Anfang November 1520 strömt die schwedische Elite nach Stockholm. Der dänische König Christian II. feiert seine Krönung zum Herrscher über Schweden. Drei Tage lang scheint alles in bester Ordnung: freundliche Gesten, festliche Stimmung, Versprechen von Amnestie für ehemalige Kontrahenten. Der Schein trügt. Am dritten Tag werden die Türen des Schlosses geschlossen. Erzbischof Gustav Trolle erhebt schwere Anklagen: Ketzerei und Hochverrat hätten die begangen, die seinen und damit Christians Rivalen unterstützt haben. Was folgt, ist ein Akt kalkulierter Gewalt. Auf dem Marktplatz werden mehr als 120 Adlige, Geistliche und Bürger hingerichtet. Ein Schock für das ganze Land. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Dr. Heiko Droste (Professor für Geschichte an der Universität Stockholm) Heiko Droste und Kurt Villads Jensen: The Stockholm Bloodbath of 1520, Amsterdam 2025 Sven Ekdahl: Das Stockholmer Blutbad 1520, München 1990 Weiterführende Links: Stadtgeschichtliche Internetseite Stockholms zum Blutbad Zeitzeichen 20.07.1397: Die "Union von Kalmar" wird geschlossen Zeitzeichen 12.01.1528: Gustav I. Wasa wird König von Schweden Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Mau Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins

  • Nov 8, 2025 · 14 min

    Nobelpreis für einen Zufall: Röntgens revolutionäre Strahlen

    Am 8.11.1895 entdeckt Wilhelm Röntgen Strahlen, die alles durchdringen. Erst gefährliches Jahrmarkt-Spektakel, retten sie bald Leben und bringen Röntgen den ersten Nobelpreis ein. In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer: wie ein Professor in Zürich den jungen Tüftler fördert und ihm damit Türen öffnet, wie ein schlichtes Experiment die Welt der Medizin revolutioniert, wie Röntgens Entdeckung in Rekordzeit um die Welt geht, lange vor Internet und E-Mail, weshalb seine Strahlen erst Begeisterung, dann auch Schrecken auslösen. Es ist der 8. November 1895. Im Physikalischen Institut in Würzburg brennt noch Licht. Wilhelm Conrad Röntgen sitzt über einer Glasröhre, als plötzlich ein Leuchtschirm aufblitzt, auch dann noch, als er die Röhre abdeckt. Bücher, Leder, Holz: Nichts hält das geheimnisvolle Leuchten auf. Kurz darauf entsteht das erste Bild einer Hand - Knochen und Ehering klar zu erkennen. Die Nachricht verbreitet sich rasend schnell, ein weltweites Röntgenfieber setzt ein. Ärzte, Schausteller, sogar Schuhläden nutzen die neue Technik. Lange, bevor man ihre Risiken kennt. Röntgen selbst bleibt bescheiden, lehnt Adelstitel ab und meldet kein Patent an. 1901 erhält er den ersten Nobelpreis der Geschichte. Das sind unsere wichtigsten Quellen und InterviewpartnerInnen: Anna Kätker (stellvertretende Direktorin des Deutschen Röntgen-Museums) Thorsten Bley (Direktor des Instituts für Radiologie am Universitätsklinikum Würzburg) Wilhelm Conrad Röntgen: Über eine neue Art von Strahlen, Leipzig 1898 Uwe Busch: Wilhelm Conrad Röntgen. Den X-Strahlen auf der Spur, Remscheid 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg: Wilhelm Conrad Röntgen - 125 Jahre neue Einsichten - Festakt zum Röntgenjubiläum Weiterführende Links: 10.12.1954: Der Physiker Max Born erhält den Nobelpreis 10.12.1933: Der Brite Paul Dirac erhält den Physiknobelpreis Planet Wissen: Nobelpreisträger - Conrad Röntgen und die Entdeckung der Röntgenstrahlen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Erik Hlacer Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak Technik: Christine Reinartz

  • Nov 7, 2025 · 14 min

    Mord mit Ansage: Die Kentucky-Tragödie

    Am 7.11.1825 wird Solomon P. Sharp ermordet. Die daraus folgende "Kentucky-Tragödie" ist eine blutige Bühne für verletzte Ehre, Doppelmoral, Rache und politische Intrigen. In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayı: wie sich eine Affäre zu einem Medienereignis entwickelt, dass Anna Cooke eine für ihre Zeit ungewöhnlich emanzipierte Frau ist, welche Rolle die Wirtschaftskrise beim Mord spielt, warum hinter der Kentucky-Tragödie auch ein politisches Komplott vermutet wird. Anna Cooke bringt 1819 ein uneheliches Kind tot zur Welt. Im biederen Kentucky eine Katastrophe. Solomon P. Sharp, ein angesehener Jurist und aufstrebender Politiker, streitet die Vaterschaft beharrlich ab. Und während er weiter die Karriereleiter hochsteigt, lebt Anna Cooke geächtet und isoliert. Ein gesellschaftlich akzeptiertes Verhalten, mit dem Sharp vermutlich durchgekommen wäre – wäre nicht Jeroboam Beauchamp ins Leben von Anna Cooke getreten. Gemeinsam schmieden sie einen Racheplan, der am 7.11.1825 nicht nur den vermeintlichen Kindsvater das Leben kostet, sondern später auch Beauchamp und Cooke selbst. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Michael Hochgeschwender, Prof. für Nordamerikanische Kulturgeschichte und Kulturanthropologie, LMU München J.W. Cooke: Portrait of a Murderess: Anna Cooke Beauchamp. The Filson Club History Quarterly, Louisville 1991 Weiterführende Links: Murder by Gaslight: The Kentucky Tragedy Zeitzeichen: 31.01.1910 – Mysteriöser Kriminallfall: Cora Crippen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Murat Kayı Redaktion: Matti Hesse

  • Nov 6, 2025 · 14 min

    Rivale des Shōgun: Samurai Ishida Mitsunari

    Ishida Mitsunaris größte Schlacht ist ein Wendepunkt in Japans Geschichte. Doch der Samurai ist kein Stratege - und verliert. Am 6.11.1600 wird er hingerichtet. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath: wie Japan im 16. Jahrhundert in mehrere hundert Fürstentümer zersplittert ist, warum Samurai-Kämpfer mehr als nur Krieger sind, dass die unerschütterliche Treue der Samurai ein Mythos ist, wie Ishida Mitsunaris Leben anstelle einer Hinrichtung enden hätte sollen. Unter Toyotomi Hideyoshi erlebt Japan Ende des 16. Jahrhunderts eine relativ friedliche Phase. Mit seinem Tod endet diese abrupt. Der folgende Machtkampf um die Vorherrschaft im Land mündet in die Schlacht bei Sekigahara, eine der blutigsten Auseinandersetzungen dieser Zeit. Im Oktober 1600 treffen im Tal von Sekigahara zwei große Heere aufeinander: die Westarmee unter der Führung von Ishida Mitsunari und die Ostarmee unter Tokugawa Ieyasu. Mitsunari, einst die rechte Hand Hideyoshis, gilt als fähiger Verwaltungsbeamter, aber weniger begabter Diplomat und Feldherr. Tokugawa Ieyasu hingegen erweist sich als brillanter Stratege. Eine übergelaufene Armee-Einheit verhilft ihm zum Sieg. Ishida Mitsunari muss fliehen, wird jedoch gefasst und am 6. November 1600 mit einem Samurai-Schwert geköpft. Seinen abgeschlagenen Schädel findet man 1907 zufällig in einem Tempel in Kyoto. Wer ihn dort begraben hat, ist bis heute ein Rätsel. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Reinhard Zöllner, Japanologe an der Universität Bonn Julien Peltier, Historiker und Samurai-Experte Anthony J. Bryant: Sekigahara 1600: The final struggle for power. Oxford 1995 Chris Glenn: The Battle of Sekigahara. The Greatest, Bloodiest, Most Decisive Samurai Battle Ever. Barnsley 2021 Julien Peltier: Sekigahara. La plus grande bataille de samouraïs. Paris 2020 Stephen Turnbull: The Samurai and the Sacred – The Path of the Warrior. Oxford 2011 Weiterführende Links: Sekigahara Town History & Folklore Museum Zeitzeichen: 14.06.1585: Der Jesuit Luis Froís beschreibt Japan Zeitzeichen: 21.08.1192 – Beginn der Shōgun-Herrschaft in Japan Zeitzeichen: 18.11.794 – Kyōto wird Japans Hauptstadt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin Andrea Kath Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins Technik: Christina Gabriel

  • Nov 5, 2025 · 15 min

    Beinahe hätte er England gesprengt: Guy Fawkes

    Am 5.11.1605 fliegt in London eine Verschwörung auf. Guy Fawkes und seine Mitstreiter scheitern im Versuch, Parlament und protestantischen König in die Luft zu sprengen. In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember: woran der Anschlag scheitert und was der englische Geheimdienst damit zu tun haben könnte, wie der festgenommene Guy Fawkes zum Reden gebracht werden soll, warum die Verschwörer das Gegenteil ihres Zieles erreichen, welches globale Beben ein gelungener Anschlag wohl ausgelöst hätte, wie der 5. November heute in England begangen wird. Es geht um Religion und um Macht. Als der Papst sich im 16. Jahrhundert weigert, eine der vielen Ehen von Englands König Heinrich VIII. für nichtig zu erklären, sagt sich der Herrscher von der Katholischen Kirche los und gründet einfach seine eigene: die Anglikanische Kirche. Jahrzehnte später drangsaliert König Jakob seine katholischen Untertanen. Eine katholische Verschwörergruppe bildet sich. Sie will Englands politische Elite mit einem Schlag in die Luft jagen. Das Attentat soll bei der feierlichen Eröffnung des Parlaments durch den König im Palast von Westminster stattfinden. Dort versammeln sich alle einmal im Jahr in einem Raum. Am 5. November 1605 ist es wieder soweit. Sprengmeister Guy Fawkes will mehr als zwei Tonnen Schwarzpulver in 36 Fässern gleichzeitig zur Explosion bringen. Doch der Plan fliegt auf – und Fawkes wird im Keller des Gebäudes verhaftet. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor André Krischer (Historiker an der Universität Freiburg) André Krischer (Hg.): Verräter. Geschichte eines Deutungsmusters. Köln 2019 Nick Holland: The real Guy Fawkes. Barnsley 2017 Weiterführende Links: Stichtag 28.06.1491: König Heinrich VIII. von England wird geboren Arte: Anonymous - I saw the sign Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse Technik: Alexander Buske

  • Nov 4, 2025 · 14 min

    Túpac Amaru II, der letzte große Inka-Rebell

    In Peru starten Ende des 18. Jahrhunderts Túpac Amaru II. und seine Frau Micaela Bastidas eine Rebellion gegen Spaniens Kolonialmacht. Den Kampf gewinnen sie beinahe. In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich: warum Túpac Amaru II. den Glauben ans spanische Rechtssystem verliert, wie die Rebellion mit einem Mittagessen und einer Entführung beginnt, dass eine öffentliche Hinrichtung die indigene Bevölkerung mobilisiert, wie Micaela Bastidas als Logistikerin die Revolution organisiert, mit welchen Methoden die Spanier den jahrelangen Aufstand niederschlagen können. Im Kolonialstaat Peru sind Mitte des 18. Jahrhunderts Spanisch die offizielle Sprache und der Katholizismus die vorherrschende Religion. Doch nach wie vor sprechen die indigenen Menschen Quechua und kleiden sich in der Tradition der Inka - obwohl die spanische Krone alles versucht, die indigenen Wurzeln zu kappen. Im Dienste des spanischen Königs Karl III. peitschen Beamte Reformen durch, die Geld in Spaniens Staatskasse spülen sollen. Leidtragende sind die bäuerlichen Familien im Hochland. Unter grausamen Bedingungen verrichten sie Arbeitsdienste auf Kokafeldern, in Textilfabriken und Silberminen. Sie werden mit hohen Kopfsteuern und Zwangshandel belegt. 1780 starten indigene Menschen deshalb die größte Rebellion in der spanischen Kolonialgeschichte Amerikas. An der Spitze stehen Túpac Amaru und seine Frau Micaela Bastidas - bis sie in einem Gewaltexzess der spanischen Kolonialbehörden im Frühling 1781 getötet werden. Den Aufstand jedoch können die Spanier erst gut zwei Jahre später niederschlagen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Charles Walker (Professor für Geschichte an der University of California) Charles Walker: The Tupac Amaru Rebellion. Cambridge, Massachusetts, London 2014 Charles Walker (Text) und Liz Clarke (Illustrationen): Witness to the Age of Revolution: The Odyssey of Juan Bautista Tupac Amaru. Oxford 2020 Charles Walker: Tu ausencia ha sido causa para todo esto: Cartas de amor y guerra. Túpac Amaru, Micaela Bastidas, Tomasa Tito Condemayta. München 2024 Weiterführende Links: Zeitzeichen 24.09.1572: Hinrichtung des letzten Inka Herrschers Tupac Amaru Zeitzeichen 24.07.1911: Die Inka-Stadt Machu Picchu wird wiederentdeckt ZDF: Konquistadoren: Angriff auf die Goldene Stadt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Claudia Friedrich Redaktion: Matti Hesse

  • Nov 3, 2025 · 14 min

    Mörder mit päpstlichem Freibrief: Goldschmied Benvenuto Cellini

    Er vergewaltigt und tötet gleich mehrfach. Benvenuto Cellini (geb. 3.11.1500) wird von den Mächtigen hofiert und posthum als Genie verehrt – auch wegen seiner Brutalität. In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Reinhardt: von Cellinis Leben voller Gewalt, Sex und Kunst, von seinen Morden und warum er immer ohne Strafe davonkommt, dass Cellini nicht nur Künstler, sondern auch Geschäftsmann ist, von seinem Wandel im Alter – ohne Kunst, dafür mit fünf Kindern. Der am 3. November 1500 geborene Benvenuto Cellini ist weder bescheiden noch diplomatisch. Er ist hochmütig, jähzornig und frauenverachtend. Gleichzeitig ist er einer der berühmtesten Renaissance-Künstler, umworben von Fürsten und Päpsten. Nach seinem Tod 1571 gerät er in Vergessenheit – bis seine Autobiografie rund 150 Jahre später wiederentdeckt wird. Es ist ein Lebensbericht, in dem er sich selbst zum Mythos stilisiert. So drastisch, so anekdotisch und auch so komisch, dass der Goldschmied und Bildhauer seitdem als Inbegriff des "genialischen, ungezähmten Künstlers" gilt. Hector Berlioz widmet ihm eine Oper, Alexandre Dumas einen Roman. Und das, obwohl Cellini in seiner Autobiografie mehrere Morde gesteht. Er prägt ein Künstlerbild, das bis heute nachwirkt – trotz oder vielleicht sogar wegen der Brutalität. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Andreas Beyer, Kunsthistoriker Benvenuto Cellini: Mein Leben. Die Autobiographie eines Künstlers aus der Renaissance. Zürich 2000 Andreas Beyer: Cellini. Ein Leben im Furor. Berlin 2024 Martin Warnke: Künstlerlegenden. Kritische Ansichten. Göttingen 2019 Horst Bredekamp: Der Künstler als Verbrecher. Carl Friedrich von Siemens Stiftung, 2008 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 05.03.1570 - Krönung des ersten Großherzogs von Florenz, Cosimo I. de Medici Stichtag: 2. Mai 1519 - Todestag von Leonardo da Vinci Zeitzeichen: 12.09.1494 - Geburtstag von Franz I., König von Frankreich Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Anja Reinhardt Redaktion: Carolin Rückl und David Rother

  • Nov 2, 2025 · 14 min

    Der Mann, der die Nazis auslachte: Karl Küpper

    Karnevalist Karl Küpper (geb. am 2.11.1905) macht Witze über den Hitlergruß, als die meisten anderen Narren schon zu Nazi-Märschen feiern. Gewürdigt wird Küppers Mut erst nach seinem Tod. In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka: wie sich Küpper als der "Verdötschte" weit über Köln hinaus einen Namen macht, dass für ihn Karneval nicht bloß Volksbelustigung ist, wie ihn sein Humor sogar in Lebensgefahr bringt, von Küppers kraftraubendem Kampf, Alkohol und einem stillen Ende. Eine Karnevalssitzung in Köln, im Februar 1939. Ein Mann mit riesig geschminktem Mund, Gumminase, Brille und Hütchen betritt die Bühne: Karl Küpper. Er hebt den Arm zum obligatorischen Hitlergruß und sagt dann nur: "Es et am rähne?" - Regnet es? Wegen seiner aufmüpfigen Witze erhält er von den Nazis ein "lebenslanges Redeverbot". Geboren wird Küpper am 2. November 1905 in Düsseldorf. Unbeugsam stellt er sich allen Widerständen entgegen. Auch nach dem Krieg ist seine Kritik unerwünscht. Selbst Bundeskanzler Konrad Adenauer übt über die Kölner Bürgermeister Druck auf die Karnevalsgesellschaften aus, ihn nicht mehr zu buchen. So bleibt Küpper die Anerkennung für seine Zivilcourage bis an sein Lebensende verwehrt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Fritz Bilz, Historiker und Küpper-Biograf Gerhard A. Küpper, Sohn von Karl Küpper Fritz Bilz: Unangepasst und widerborstig. Der Kölner Karnevalist Karl Küpper 1905-1970, 3. Auflage, Köln 2020 Weiterführende Links: Lokalzeit: Hans David Tobar - der "verdöttschte Jüdd" Stichtag: 11. November 1948 - Karl Berbuer stellt "Trizonesien-Song" vor Stichtag: 7. März 1341 - Kölner Karneval erstmals schriftlich erwähnt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christiane Kopka Redaktion: David Rother Technik: Theo Kramer

  • Nov 1, 2025 · 14 min

    Christoph 1: Rettung aus der Luft

    Am 1.11.1970 hebt "Christoph 1" in München ab, Deutschlands erster Rettungshubschrauber. Ein Wendepunkt im Kampf um Minuten und Leben. In diesem Zeitzeichen erzählt Kay Bandermann: vom minutiös geplanten Ablauf zwischen Notruf und Start des Rettungshubschraubers, warum es heute deutlich weniger Tote auf Deutschlands Straßen gibt, von der Dauer-Debatte um die Kosten der Luftrettung. Die Zahl der Verkehrstoten ist im Jahr 1970 mit knapp 20.000 so hoch wie nie. Fast eine halbe Million Schwerverletzte gibt es auf Deutschlands Straßen. Schnelle Hilfe soll ab jetzt aus der Luft kommen: Am 1. November 1970 nimmt der erste zivile Rettungshubschrauber "Christoph 1" seinen Dienst auf. Verantwortlich ist damals wie heute der ADAC. Der Funkname "Christoph" geht auf die Legende des Heiligen Christophorus zurück, den Schutzpatron der Reisenden. Doch Luftrettung ist teuer. Gleich mehrfach unterstützen Stars wie Udo Jürgens, Gitte oder Heino mit Benefizplatten die Finanzierung. Mittlerweile gibt es bundesweit ein dichtes Luftrettungsnetz. Der ADAC und die Deutsche Rettungsflugwacht DRF teilen sich fast alle Einsätze. Da es inzwischen deutlich weniger Verkehrsopfer gibt, werden die Rettungshubschrauber heute auch bei anderen Notfällen eingesetzt – etwa bei Schlaganfällen oder Herzinfarkten. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Thomas Kade, Notfallsanitäter und Stationsleiter von "Christoph 8" Bettina Braunschmidt, Forscherin und Autorin Nicolas Eick, Anästhesist Krystian Pracz, Geschäftsführer der DRF-Luftrettung Weiterführende Links: Stichtag: 1. Januar 1976 - Anlegen von Auto-Sicherheitsgurten wird Pflicht Stichtag: 23. September 1973 - Einführung der Notrufnummern 110 und 112 Zeitzeichen: 04.02.1966 - "Der 7. Sinn" wird erstmals ausgestrahlt Stichtag: 31. August 1869 - Mary Ward stirbt als erstes bekanntes Todesopfer bei einem Autounfall Stichtag: 10. Dezember 1868 - Inbetriebnahme der ersten Verkehrsampel in London Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kay Bandermann Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Nicolas Dohle

  • Oct 31, 2025 · 13 min

    Sigmund Freuds Lehrmeisterin: Patientin "Cäcilie M."

    Anna von Lieben (gest. 31.10.1900) ist reich, gebildet und unglücklich. Ihre "Hysterie" kann nicht einmal Freud heilen. Doch sie hilft ihm, die Psychoanalyse zu entwickeln. In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammmüller: warum Anna von Lieben am liebsten Schachspielerin geworden wäre, weshalb sie stattdessen einen zwölf Jahre älteren Mann heiraten muss, welche Ursache Ärzte sich für die Diagnose "Hysterie" ausdenken, was Sigmund Freud dank seiner Patientin "Cäcilie M." entdeckt. Als Anna von Lieben 1889 auf den jungen Neurologen Sigmund Freud trifft, hat sie schon eine lange Leidensgeschichte hinter sich: elektrische Pinselungen, alkalische Wasser, Abführmittel – sogar sieben gesunde Zähne sind ihr gezogen worden. Wie viele Frauen im Wiener Großbürgertum leidet Anna von Lieben unter "Hysterie". Eine gängige Diagnose für Frauen im 19. Jahrhundert, die sich den gesellschaftlichen Normen nicht beugen wollen und darüber krank werden. Für Sigmund Freud ist Anna von Lieben ein Glücksgriff. In seinen Studien über Hysterie erwähnt er sie immer wieder unter dem Pseudonym "Cäcilie M.". Mehrmals pro Woche besucht er sie und kehrt dabei die Machtverhältnisse um: Sie spricht, er hört zu, verborgen hinter der Couch. "Mein schwerster und lehrreichster Fall", notiert Freud später. Helfen kann er ihr nicht. Anna von Lieben betäubt ihre Leiden mit Morphium und stirbt am 31. Oktober 1900 mit 53 Jahren. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Daniela Finzi, wissenschaftliche Leiterin des Sigmund-Freud-Museums, Wien Michaela Lindinger, Kuratorin am Wien Museum Prof. Karen Nolte, Medizinhistorikerin, Universität Heidelberg Josef Breuer, Siegmund Freud: Studien über Hysterie (8. Aufl.), Frankfurt 2022 Elisabeth Roudinesco und Michel Plon: Wörterbuch der Psychoanalyse, Wien 2004 Michaela Lindinger: Außenseiter, Sonderlinge, Femmes fatales. Das "andere" Wien um 1900, Wien 2015 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 23.9.1939 – Todestag von Sigmund Freud Zeitzeichen: 3.12.1895 – Geburtstag der Psychoanalytikerin Anna Freud Planet Wissen: Geschichte der Psychotherapie Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Edda Dammmüller Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak Technik: Nicolas Dohle

  • Oct 30, 2025 · 14 min

    "Max und Moritz": als Kinderbuch gründlich missverstanden

    Ende Oktober 1865 erscheint Wilhelm Buschs Bildergeschichte "Max und Moritz". Sie gilt als Vorläufer des Comics und als Klassiker der deutschen Kinderliteratur. In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe: dass die Geschichten von "Max und Moritz" bis heute falsch interpretiert werden, wer die Vorbilder für die "Bubengeschichte in sieben Streichen" sind, von Wilhelm Buschs früher Kindheit als jüngstes von sieben Geschwistern, in welchem Land "Max und Moritz" zunächst aus pädagogischen Gründen verboten ist. Als Wilhelm Busch seinem Verleger Kaspar Braun die Bildergeschichte von "Max und Moritz" schickt, glaubt er selbst nicht mehr an seinen Durchbruch. Seit einigen Jahren zeichnet und textet Busch für die satirische Wochenzeitung "Fliegende Blätter" und für "Der Münchener Bilderbogen". Er kann davon leben, aber stolz ist er darauf nicht. Kaspar Braun ist sofort begeistert und trifft zwei wegweisende und riskante Entscheidungen. Erstens: "Max und Moritz" werden nicht als Bildergeschichte in einer seiner Wochenzeitschriften erscheinen, sondern als gebundenes Buch. Und zweitens: Kaspar Braun kauft von Wilhelm Busch für 1.000 Gulden sämtliche Rechte an "Max und Moritz". Das ist damals das Jahresseinkommen eines Arbeiters. Innerhalb weniger Jahre gehören "Max und Moritz" zum festen Inventar deutscher Kinderzimmer. Bis heute ist "Die Bubengeschichte" in rund 300 Sprachen übersetzt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ralph Unger, Bürgermeister von Wiedensahl Tobias Deterding, Leiter der Wilhelm-Busch-Welt in Wiedensahl Dr. Julian Auringer, Comicforscher Eva Jandl-Jörg, Leiterin des Wilhelm-Busch-Museums in Hannover Gert Ueding (Hrsg.): Das Beste von Wilhelm Busch. Ditzingen 2020 Eva Weissweiler: Wilhelm Busch. Der lachende Pessimist. Köln 2007 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 15. April 1832 - Humorist Wilhelm Busch wird geboren Planet Wissen: Geschichte der Erziehung Planet Wissen: Kinderliteratur Stichtag: 25. September 1949 - "Pippi Langstrumpf" erscheint in Deutschland Stichtag: 8. November 2000 - Gesetz zur gewaltfreien Erziehung in Kraft Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Burkhard Hupe Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse

  • Oct 29, 2025 · 14 min

    Schießbilder und Nanas: Die Kunstrebellin Niki de Saint Phalle

    Ihre üppigen und bunten "Nanas" sprengen die Konventionen und feiern Weiblichkeit mit Mut und Humor. Geboren wurde Niki de Saint Phalle am 29.10.1930. In diesem Zeitzeichen erzählt Sabine Mann: wie Niki de Saint Phalle lernt, Wut und Schmerz zum künstlerischen Motor zu machen, wie barsch Niki de Saint Phalle abgekanzelt wird, als sie den ersten Kontakt zur Pariser Kunstszene wagt, was ein Stück Butter damit zu tun hat, dass Niki de Saint Phalle sich in Jean Tinguely verliebt, warum de Saint Phalle auch aufblasbare Skulpturen produziert. 1961 betritt Niki de Saint Phalle die Kunstszene mit einem Paukenschlag: Mit einem Gewehr schießt sie auf Farbbeutel, deren Inhalt sich auf weiße Objekte ergießt. Ihre Motivation ist pure Wut – auf die Religion, ihre wohlhabende, aber strenge Familie, die sexualisierte Gewalt des Vaters. Sie verlässt ihren verständnisvollen Ehemann für die Kunst und trifft in Paris Jean Tinguely. Der hemdsärmelige Künstler schweißt aus Schrott schräge Kreaturen und bizarre Maschinen. Gemeinsam inspirieren und ergänzen sie sich – auch lange, nachdem ihre Liebesbeziehung endet. Bekannt wird Niki de Saint Phalle vor allem durch ihre üppigen, farbenfrohen und überdimensionalen Frauenskulpturen, die "Nanas". Vom Erfolg der drallen Damen überwältigt, flüchtet sich die Künstlerin in die Toskana und erfüllt sich ihren Lebenstraum: einen eigenen Skulpturengarten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen und -partner: Bloum Cardenas, Präsidentin der Niki Charitable Art Foundation Sophie Duplaix, Chefkuratorin der zeitgenössischen Sammlungen im Staatlichen Museum für moderne Kunst, Centre Pompidou Claes Britton, Biograph von Pontus Hultén Niki de Saint Phalle, Jean Tinguely, Pontus Hultén: Grand Palais/Rmn Editions/Centre Pompidou. Paris 2025 Claes Britton: Pontus Hultén. Commander of Modern Art, Köln 2025 Catherine Francblin: Niki de Saint Phalle La révolte à l‘œuvre, Paris 2013 Niki de Saint Phalle, Éditions Serpenoise, Metz 2010 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 30. August 1991 – Todestag von Jean Tinguely Stichtag: 31. Januar 1977 – Centre Pompidou wird eröffnet NDR: "Nanas" in Hannover feiern 50. Geburtstag Ausstellung GrandPalais Paris: Niki de Saint Phalle, Jean Tinguely, Pontus Hultén NDR: Nikis Nanas ganz neu Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Sabine Mann Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Jürgen Beiner