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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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  • Dec 7, 2025 · 14 min

    Kniefall von Warschau: Willy Brandt schreibt spontan Geschichte

    Am 7.12.1970 fällt Bundeskanzler Willy Brandt vor dem Ghetto-Denkmal spontan auf die Knie. Seine Geste wird zur Ikone der Versöhnung in Europa - und spaltet Deutschland. In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock: warum Willy Brandt mit seinem Kniefall schockiert und überrascht, wie Brandt selbst danach seine Motivation beschreibt, warum in Polen nur die wenigsten vom Kniefall erfahren. Die Zeit sei gekommen für einen Schlussstrich und für den Neubeginn. So wirbt Bundeskanzler Willy Brandt für den Warschauer Vertrag, der die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen nach dem Zweiten Weltkrieg normalisieren soll. Doch Brandts Ostpolitik unter dem Motto "Wandel durch Annäherung" ist in der Bundesrepublik umstritten. Die CDU/CSU etwa fürchtet eine Verfestigung der deutschen Teilung. Unmittelbar vor der Vertragsunterzeichnung legt Brandt am Mahnmal für den Aufstand im Warschauer Ghetto einen Kranz ab und kniet überraschend nieder. Diese viele Menschen bewegende Geste wird zum Symbol seiner Ostpolitik und zur wichtigen Ikone in der europäischen Nachkriegsgeschichte. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Peter Oliver Loew, Historiker und Leiter des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung Friedrich-Ebert-Stiftung: Willy Brandts Kniefall in Warschau Deutsches Historisches Museum und Haus der Geschichte: Neue Ostpolitik - Moskau, Warschau, Prag Weiterführende Links: Zeitzeichen 18.12.1913: Geburtstag von Willy Brandt Zeitzeichen 27.04.1972: Konstruktives Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Willy Brandt scheitert Bundeszentrale für politische Bildung: Unterzeichnung des Warschauer Vertrages Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock Redaktion: Carolin Rückl und David Rother

  • Dec 6, 2025 · 14 min

    Härtegrad 2B: Der Erfinder des modernen Bleistifts

    Im Grunde will Nicolas-Jacques Conté mit seinen Erfindungen nur seiner Frau gefallen – und hilft uns auch 220 Jahre nach seinem Tod (6.12.1805) noch beim Schreiben und Zeichnen. In diesem Zeitzeichen erzählt Simon Schomäcker: warum die Bezeichnung "Bleistift" in die Irre führt, aus welchen Materialien der Bleistift wirklich besteht, dass Nicolas-Jacques Conté den Briten nicht nur mit dem Bleistift einen Strich durch die Rechnung macht, warum Napoleon das Universalgenie Conté für eine Ägypten-Expedition anheuert. In seiner Heimat gilt er als Universalgenie, außerhalb Frankreichs sagt der Name Nicolas-Jacques Conté nur wenigen Leuten etwas. Dabei wird seine Erfindung – der moderne Bleistift – auch heute noch auf der ganzen Welt genutzt. Conté entwickelt ein Verfahren, mit dem Graphitminen in verschiedenen Härtegraden hergestellt werden können. 1795 lässt er sein Verfahren patentieren und startet die weltweit erste industrielle Bleistiftproduktion. Nicolas-Jacques Conté entwickelt zudem ein Pausverfahren, mit dem sich alte Schriften vervielfältigen lassen. Stärkster Antrieb für Conté ist, seine Frau zu beeindrucken. Als sie stirbt, ist es auch mit seiner Motivation vorbei. Ein Jahr nach ihrem Tod stirbt auch er mit nur 50 Jahren. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Marta Marin-Ariza, Museumsführerin, Expertin für die Produktion von Bleistiften Dr. Stephanie Armer, Leiterin des Unternehmensarchivs bei Faber-Castell Ralf-Wilhelm Schmidt, Künstler, spezialisiert auf Bleistiftzeichnungen Weiterführende Links: Planet Wissen: Erfindung der Schrift Frag doch mal die Maus: Warum heißt der Bleistift so? Zeitzeichen 02.07.1798: Napoleon Bonaparte erobert Alexandria Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Simon Schomäcker Redaktion: Matti Hesse

  • Dec 5, 2025 · 14 min

    Aliens und Monsterwellen: Mythos Bermuda-Dreieck

    Eine ganze Fliegerstaffel verschwindet am 5.12.1945 südlich von Florida – bis heute ohne Spur. Seither halten sich Geschichten vom alles verschlingenden Seedreieck bei den Bermudas. In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler: welche Theorien im Zusammenhang mit dem Bermuda-Dreieck gesponnen werden, wer heute als Erfinder des Begriffs "Bermuda-Dreieck" gilt, was die Watergate-Affäre mit einer Flut an Ufo-Sichtungen zu tun hat, wie der Uni-Bibliothekar Larry Kusche mit sorgfältiger Recherche viele der Bermuda-Dreieck Mythen entzaubert. Am 5. Dezember 1945 bricht eine Staffel von fünf "Avenger"-Kampfflugzeugen vom Marinestützpunkt in Fort Lauderdale zu einem Übungsflug auf. 13 Flugschüler sollen lernen, Bomben zielgenau abzuwerfen. Dazu sollen sie ein Riff anfliegen. Der Staffelführer Charles C. Taylor ist zwar erst 28 Jahre alt, mit 2.500 Flugstunden aber schon ein erfahrener Pilot. Trotzdem verirrt sich die Staffel. Die Kompasse in Taylors Flugzeug scheinen nicht zu funktionieren. Einer seiner letzten Funksprüche: "Alle Flugzeuge bleiben eng zusammen. Wir müssen auf dem Wasser notlanden, wenn kein Land kommt. Wenn der erste Flieger weniger als 10 Gallonen Sprit hat, gehen wir alle gemeinsam runter." Obwohl noch am selben Abend Suchtrupps aufbrechen, werden die fünf Flugzeuge und ihre Besatzungsmitglieder nie gefunden. Auch eines der Suchflugzeuge verschwindet spurlos. In den 1950er und 60er Jahren wird das Unglück zusammen mit anderen ungeklärten Fällen aus der Region immer wieder aufgegriffen. Im Jahr 1964 bekommt sie den Namen "Bermuda-Dreieck". Das sind unsere wichtigsten Quellen: Ulrich Magin, Autor Lawrence David Kusche: Die Rätsel des Bermuda-Dreiecks sind gelöst! 1975. Vincent Gaddis: Geisterschiffe. Das Bermuda-Dreieck und andere ungelöste Rätsel der Meere. München 1976. Ivan T. Sanderson: Invisible Residents: The Reality of Underwater UFOs. 2006. Weiterführende Links: Planet Wissen: Das Bermuda-Dreieck Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Frank Zirpins Technik: Sarah Fitzek

  • Dec 4, 2025 · 14 min

    Ein Schotte erfindet ein Land - und erbeutet Millionen

    Gregor MacGregor verkauft seinen Landsleuten einen Traum: Grundstücke im paradiesischen "Poyais" in Südamerika - das aber ein unbewohnbarer Sumpf ist. Der dreiste Betrüger stirbt am 4.12.1845. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann: wie Gregor MacGregor in Südamerika gegen Rum und Juwelen Land erwirbt, warum viele Auswanderer dort sterben, statt ihr Glück zu finden, wie Gregor MacGregor in seiner Heimat weiter täuscht und betrügt, wie er es schafft, dem Gefängnis zu entgehen. Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege rutscht Großbritannien in eine Depression. Viele wollen auswandern - und andere ihnen dabei helfen. Mit Handzetteln, Broschüren und Liedern versuchen sie, Siedler für die Neue Welt zu gewinnen. Einer von ihnen ist Gregor MacGregor. Er lockt Auswanderer nach Poyais, ein Stückchen Paradies mit Sonne, Strand und Reichtum. Doch das angeblich erschlossene Land ist reine Fiktion - und MacGregor einer der dreistesten Betrüger der britischen Geschichte. Er bringt Hunderte um ihr Geld oder sogar um ihr Leben. Bis der Schwindel auffliegt und Gregor MacGregor selbst auswandern muss. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Barbara Potthast, Universität Köln David Sinclair: The land that never was. Sir Gregor McGregor and the most audacious fraud in history. London 2003 Thomas Strangeways: Sketch of the Mosquito Shore, including the territory of Poyais. Edinburgh 1822 Edward Codd: Proceedings of an Inquiry and Investigation. Instituted by Major General Codd. Whitefish 2009 Weiterführende Links: Zeitzeichen 26.12.1764: Die "German Society of Pennsylvania" wird gegründet Zeitzeichen 22.05.1843: Aufbruch des ersten großen Oregon-Trecks Planet Wissen: Napoleon Bonaparte Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Tiemann Redaktion: David Rother Technik: Moritz Raestrup

  • Dec 3, 2025 · 14 min

    Vom Adel zum Faschismus: Oswald Mosleys Aufstieg und Fall

    Oswald Mosley gründet die Partei "British Union of Fascists". Der Diktator Benito Mussolini und die Nationalsozialisten sind ihm ein Vorbild. Er stirbt am 3.12.1980. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Werthschulte: wie der britische Landadel durch die Industrialisierung an Bedeutung verliert, wie der Erste Weltkrieg traditionelle Werte und Männlichkeitsbilder zerstört, was es mit dem Keynesianismus auf sich hat, worin sich die Politik Oswald Mosleys und Donald Trumps gleichen, von der Verbindung Oswald Mosleys und seiner zweiten Frau Diana Mitford zu den deutschen Nationalsozialisten. Heute ist Oswald Mosley vor allem durch seine größte Niederlage bekannt. Am 4. Oktober 1936 wollen er und seine "British Union of Fascists" durch Ost-London marschieren. Etwa 3.000 seiner Anhänger versammeln sich am Tower of London. Rund 100.000 Gegendemonstranten und starke Polizeikräfte verhindern die Demonstration. Mosleys politische Laufbahn beginnt 1918 als jüngster Abgeordneter seiner Zeit für die Konservativen. Zunächst ist er ein Hoffnungsträger, zerstreitet sich, drückt für kurze Zeit als unabhängiger Abgeordneter die Oppositionsbank und wendet sich dann der sozialdemokratischen Labour-Partei zu. Aber auch diese Liaison endet in einem Zerwürfnis. Frustriert gründet Mosley 1931 die "New Party", aus der ein Jahr später die Organisation wird, mit der Mosley berühmt und berüchtigt wird: die "British Union of Fascists". Mosley und seine Gefolgsleute hoffen auf eine große Krise, mit der die etablierten politischen Parteien nicht mehr umgehen können. Aber stattdessen sind es andere Faschisten, die eine entscheidende Krise herbeiführen - für Großbritannien und für die "British Union of Fascists" selbst. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Martin Pugh, Historiker Martin Pugh: Hurrah for the Blackshirts! Fascists and Fascism in Britain Between The Wars. London 2006 Stephen Dorril: Blackshirt. Sir Oswald Mosley and British Fascism. London 2006 Weiterführende Links: Planet Wissen: Der Schwarze Freitag von 1929 Planet Wissen: Hitler und Mussolini - eine fatale Freundschaft Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Werthschulte Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Sascha Schiemann

  • Dec 2, 2025 · 14 min

    Tödliches Kolonialerbe: Südmolukker überfallen Zug bei Wijster

    Warum entführen junge Molukker in den Niederlanden am 2.12.1975 einen Zug - und nehmen Tote in Kauf? Ein Drama mit Wurzeln in der Kolonialgeschichte. In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer: von der Geschichte der Molukker - wer sie sind und woher sie kommen, welche dramatischen Szenen sich im Zug bei Wijster abspielen, warum die Zugentführung nur ein erster trauriger Höhepunkt ist und welche Aktionen der Südmolukker noch folgen, von Integration als Schlüssel zum Erfolg gegen den Terror. Am 2. Dezember 1975 schaut die ganze Welt auf die Niederlande. Denn ein Zug wird in der Nähe des Dorfes Wijster zum Schauplatz einer brutalen Geiselnahme. Sieben schwer bewaffnete Jugendliche bringen an einem automatischen Bahnübergang dutzende Reisende in ihre Gewalt. Die Täter gehören der molukkischen Minderheit in den Niederlanden an. Sie fordern die Freilassung aller in den Niederlanden inhaftierten Molukken. Außerdem wollen sie, dass ihre 1950 gegründete Republik der Südmolukken unabhängig und anerkannt wird. Das Drama auf dem Gleis zieht sich fast zwei Wochen lang hin, dann geben die Terroristen auf, obwohl der Staat ihre Forderungen nicht erfüllt. Für den Lokführer und zwei Fahrgäste endet die Zugentführung tödlich. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professorin Beatrice de Graaf, Universität Utrecht Petra Maria Becker: Die ethnische Sonderstellung der Ambonesen in Indonesien in der Zeit vor und nach Erlangung der politischen Unabhängigkeit, 1994 Beatrice de Graaf: Der Kampf gegen den Terror. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich, Münster 2020 Weiterführende Links: WDR: Deutscher Herbst 1977 - Ein Dossier Zeitzeichen 24.04.1975: Geiselnahme von Stockholm 1975: RAF überschreitet letzte Grenze Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Matti Hesse

  • Dec 1, 2025 · 14 min

    Europas beste Mittelalter-Diplomatin: Margarete von Österreich

    Zum dritten Mal Witwe, will Margarete mehr sein als taktisches Heiratsmaterial. Sie stirbt am 1.12.1530 als erfolgreiche Politikerin und Architektin eines historischen Friedens. In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk: dass Margarete ihr Stammland Österreich nie gesehen hat, warum ihre dritte Ehe die schönste ist und die letzte bleibt, wie sie den "Damenfrieden von Cambrai" verhandelt und wie Margarete zur besten Diplomatin Europas wird. Schon früh wird Margarete von Österreich zum ersten Mal verheiratet - mit nur drei Jahren. Es folgen zwei weitere Ehen, die alle kurz bleiben und für Margarete herbe Schicksalsschläge bereit halten. Als ihr Vater sie zum vierten Mal verheiraten will, weigert sie sich - und wird stattdessen mit 27 Jahren zur Statthalterin der burgundischen Niederlande. Sie führt ein Leben als Regentin und arbeitet für ihren Neffen, den späteren Karl V.. Als dieser mit dem französischen König Franz I. aneinander gerät, verhandelt Margarete als Tante des deutschen Königs mit der Mutter des französischen Königs den "Damenfrieden von Cambrai". Für viele Mittelalter-Historiker gilt Margarete deshalb bis heute als beste Diplomatin Europas. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Birgit Studt, Universität Freiburg Thea Leitner: Europas bester Diplomat. Margarete 1480-1530. Wien, 1987 Ursula Tamussino: Margarete von Österreich: Diplomatin der Renaissance. Graz, 1995 Weiterführende Links: Zeitzeichen 05.08.1529: Damenfrieden von Cambrai geschlossen Zeitzeichen 07.06.1520: Heinrich VIII. und Franz I. treffen aufeinander Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Maren Gottschalk Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak Technik: Sascha Schiemann

  • Nov 30, 2025 · 14 min

    "Gottesurteile" werden 1215 verboten

    Glühende Eisen an den Füßen, gefesselte Menschen im Wasser: Mittelalterliche "Gottesurteile" waren oft grausam - und werden 1215 vom päpstlichen Laterankonzil verboten. Was folgt, ist ein Schritt zur modernen Rechtsprechung - aber auch zur gefürchteten "Inquisition". In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk: warum einige Menschen im Mittelalter in siedendes Wasser greifen müssen, woher der Ausdruck "heißes Eisen anfassen" kommt, warum es schon früh Zweifel an den "Gottesurteilen" gibt, wie sich unter Papst Innozenz III. alles ändert - aber nicht zum Guten. Mal müssen Beschuldigte über glühende Kohlen laufen, mal werden sie in tiefes Wasser gestoßen. Im Mittelalter gibt es viele rituelle Prüfungen, um die eigene Unschuld zu beweisen. Die Idee dahinter: Gott beschützt den Gerechten und lässt den Ungerechten ins Unglück fallen. Doch die Prüfungen sind nicht nur grausam, sie sind auch manipulationsanfällig. Deshalb spricht sich Papst Innozenz III. 1215 gegen diese "Gottesurteile" aus. An ihre Stelle rückt etwas nicht minder Grausames: die Inquisition. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Matthias Becher, Institut für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Bonn Prof. Arnold Angenendt, Theologe und Kirchenhistoriker an der Universität Münster († 2021) Arnold Angenendt: Geschichte der Religiosität im Mittelalter, Freiburg 2009 Peter Dinzelbacher: Lebenswelten des Mittelalters, Badenweiler 2010 Peter Dinzelbacher: Das Fremde Mittelalter. Gottesurteil und Tierprozess, Essen 2006 Wolfgang Schild: Alte Gerichtsbarkeit, München 1980 Weiterführende Links: Zeitzeichen 31.12.1224: Wie es sich im Mittelalter lebt Glossar des Instituts für Landeskunde Rheinland-Pfalz: Gottesurteil Deutsche Bibelgesellschaft: Ordal Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Maren Gottschalk Redaktion: David Rother und Ronald Feisel Technik: Sascha Schiemann

  • Nov 29, 2025 · 14 min

    Parlament statt Samurai: Japans erster Schritt zur Demokratie

    Mit der Eröffnung des ersten Parlaments in Japan beendet Kaiser Meiji am 29.11.1890 die Militärdiktatur der Samurai. Doch bis zu einer echten Demokratie ist es noch weit. In diesem Zeitzeichen erzählt Nikolas Fischer: warum der japanische Kaiser die lange Ära der Samurai beendet, wie er eine Verfassung aufsetzt, um Japan zu modernisieren, warum er dadurch nicht weniger, sondern mehr Macht erhält, warum der erste Premierminister "Bismarck Japans" genannt wird. Für die erste japanische Verfassung lassen sich die Autoren auch von Deutschland inspirieren. Ein extra aus Deutschland eingereister Rechtsgelehrter rät zwar von der Schaffung eines Parlaments ab, doch davon wollen die Japaner nichts wissen. 1890 eröffnet Kaiser Meiji nach 250 Jahren Militärdiktatur das erste Parlament in der Geschichte Japans. Was fortschrittlich klingt, ist es im Grunde nicht: Meiji handelt nur auf Druck von außen, das Parlament hat keine richtige Macht. Auch eine Gewaltenteilung ist nicht vorgesehen. Der Kaiser bleibt der Inhaber aller politischen Macht in Japan. Das ändert sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Sven Saaler, Sophia-Universität in Tokio Prof. Dr. Gabriele Vogt, LMU München Junko Ando: Die Entstehung der Meiji-Verfassung. Zur Rolle des deutschen Konstitutionalismus im modernen japanischen Staatswesen, Tokio 200 National Archives of Japan: Kaiserliche Erlasse für die Eröffnungszeremonien des Reichstags von der 1. bis zur 85. Sitzung (japanisch) Deutsche Digitale Bibliothek: Ratinger Zeitung vom 16.7.1904 Weiterführende Links: Zeitzeichen 11.02.1889: Japan verabschiedet die Meiji-Verfassung Zeitzeichen 06.11.1600: Samurai Ishida Mitsunari wird hingerichtet Planet Wissen: Die Geschichte Japans Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Nikolas Fischer Redaktion: Jakob Schiffer und Matti Hesse Technik: Christine Reinartz

  • Nov 28, 2025 · 14 min

    "Cablegate": Als Wikileaks die Weltpolitik erschüttert

    Am 28.11.2010 veröffentlicht Julian Assange 250.000 geheime US-Dokumente. Es folgt ein diplomatischer Skandal - und die Frage, wie viel Transparenz Demokratie verträgt. In diesem Zeitzeichen erzählt Jonas Colsman: was in der geheimen Diplomatenpost über die Mächtigen in aller Welt vermeldet wird, was etablierte Medien wie The Guardian, Le Monde oder Spiegel Online mit der Veröffentlichung zu tun haben, welche Folgen "Cablegate" für Manning und Assange hat, warum "Wikileaks" erst gehyped und dann zunehmend kritisch gesehen wird. Es ist ein digitaler Stich mitten ins Herz der USA: Am 28. November 2010 veröffentlicht die Enthüllungsplattform "Wikileaks" über 250.000 Depeschen von US-Botschaften. Deren Angestellte berichten aus aller Welt an die USA, was von Politikern im Ausland zu halten sei - auch von deutschen. Bundeskanzlerin Angela Merkel etwa sei "selten kreativ" und verhalte sich wie "Teflon", alles perle an ihr ab. Die damals noch als Mann lebende US-Soldatin Chelsea Manning hatte die geheimen Dokumente heruntergeladen und "Wikileaks"-Gründer Julian Assange zugespielt. Dieser schlägt mit seiner Idee radikaler Transparenz ein neues Kapitel der Informationsgesellschaft auf - und legt zugleich ihre Grenzen offen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Holger Stark, Journalist und stellvertretender Chefredakteur, Die Zeit Markus Beckedahl, Netzaktivist und Gründer des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie Marcel Rosenbach und Holger Stark: Staatsfeind WikiLeaks. Wie eine Gruppe von Netzaktivisten die mächtigsten Nationen der Welt herausfordert, München 2011 Weiterführende Links: NDR-Doku: Wikileaks - Die USA gegen Julian Assange Hörspiel: Im Dienst der Sache - Protokoll eines Verrats um Wikileaks Stichtag: 30. Juli 2013 - Whistleblower Manning wird verurteilt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Jonas Colsman Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak Technik: Petra Laubach

  • Nov 27, 2025 · 15 min

    Nackt unter Palmen: Aussteiger August Engelhardt

    Fast nur von Kokosnüssen lebt Engelhardt (geb. 27.11.1875) im "Sonnenorden" in der Südsee. Er verspricht seinen Anhängern ewiges Leben. Die sterben einer nach dem anderen. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath: auf welchen Wegen und mit welchen Versprechungen Engelhardt für sein Aussteigerleben wirbt, warum der Traum vom Südseeparadies Ende des 19. Jahrhunderts viele anzieht, von Heinrich Aueckens, der als erster Europäer auf Engelhardts Insel kommt und dort den Tod findet, von einem tödlichen Streit zwischen Engelhardt und seinem Mit-"Kokovoristen" August Bethmann. August Engelhardt ist seit seiner Jugend Anhänger der neuen Lebensreform-Bewegung, die Ende des 19. Jahrhunderts en vogue wird. In einer zunehmend industrialisierten und verstädterten Umwelt propagieren ihre Anhänger dazu einen Gegenentwurf: zurück zur Natur, vegetarische Ernährung, Freikörperkultur und Homöopathie. Engelhardt wandert in die Südsee aus, wo er 1902 den "Sonnenorden" gründet. Seine Botschaft: Das nahezu ausschließliche Essen von Kokosnüssen mache unsterblich und vereine mit Gott. Mehr als ein Dutzend Anhänger des Sonnenordens gibt es vermutlich nie. Malaria, Hitze und die karge Kost machen den "Kokovoristen" zu schaffen. Für Engelhardt, den viele nur als lebendes Kuriosum sehen, kommt Aufgeben nicht in Frage. Er bleibt bis zu seinem Tod in der Südsee. Er wird nur 43 Jahre alt. Das ist unser Hörtipp: Das philosophische Radio - in der aktuellen Folge geht es um Hannah Arendt Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Sven Mönter, Historiker Rainer Buschmann, Historiker, Kolonialgeschichte Papua-Neuguineas Rainer F. Buschmann: Hoarding New Guinea. Writing Colonial Ethnographic Collection Histories for Postcolonial Futures, Lincoln 2023 Dieter Kiepenkracher (Hrsg.): Hoch der Äquator! Nieder mit den Polen! Eine sorgenfreie Zukunft im Imperium der Kokosnuss, Norderstedt 2012 Sven Mönter: The "Sonnenorden". A cultural-historical case study of German colonists in the Pacific, Masterarbeit, Auckland 2005 Weiterführende Links: Westart: "Para-Moderne. Lebensreformen ab 1900" Zeitzeichen 17.03.1877: Geburtstag von Otto Gross, Psychoanalytiker und Anarchist Planet Wissen: Die deutsche Kolonialzeit – Was wir heute über sie wissen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Kath Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins Technik: Sascha Schiemann

  • Nov 26, 2025 · 14 min

    Reichskanzler und Totengräber der Demokratie: Heinrich Brüning

    Heinrich Brüning, geboren am 26.11.1885, regiert als Reichskanzler der Weimarer Republik ab 1930 mit Notverordnungen - und wird zum Symbol für das Ende der Demokratie. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug: warum Brüning als Totengräber der Demokratie gilt, von Brünings verklärter Sicht auf den Ersten Weltkrieg, wie sich Brünings Notverordnungen auf das alltägliche Leben der Menschen auswirken, von seiner schwankenden Haltung gegenüber der NSDAP. Geboren als Sohn eines Essigfabrikanten, legt Heinrich Brüning eine erstaunliche politische Karriere hin: Geschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reichstagsabgeordneter, Fraktionsvorsitzender und ab 1930 Reichskanzler der Weimarer Republik. Seine Amtszeit dauert aber nur zwei Jahre, denn wegen seiner Sparmaßnahmen ist Brüning sehr unbeliebt. Nach der Machtübertragung an die Nazis wird er Vorsitzender der Deutschen Zentrumspartei und stimmt 1933 dem Ermächtigungsgesetz zu. Ein Jahr später flieht Brüning aus Deutschland, verbringt den Rest seines Lebens vor allem in den USA. Seine Memoiren lösen später heftige Kontroversen unter Historikern und Publizisten aus. Hat Brüning wirklich versucht, den Marsch in eine Diktatur aufzuhalten? Welchen Handlungsspielraum hatte er? Fest steht nur: Selbstkritik ist von ihm nicht überliefert. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Michael Dreyer (außerplanmäßiger Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte und Vorsitzender des Vereins Weimarer Republik) Webseite des Weimarer Republik e.V. Weiterführende Links: Zeitzeichen: 15. Februar 1932 - Reichspräsident Hindenburg kündigt Wiederkandidatur an Zeitzeichen: 30. Januar 1933 - Adolf Hitler wird Reichskanzler Stichtag: 14. August 1919 - Weimarer Verfassung tritt in Kraft Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Klug Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

  • Nov 25, 2025 · 14 min

    Weißes Schiff: Mittelalter-Drama, das England bis heute prägt

    Richard Löwenherz und die Magna Carta hätte es ohne den Untergang des Weißen Schiffs bei Barfleur am 25.11.1120 wohl nicht gegeben. 300 Menschen sterben - auch der Thronfolger. In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg: von gleich mehreren entscheidenden Wendungen in der englischen Geschichte des 11. und 12. Jahrhunderts, von einem Alkohol-Gelage und schlechter Seemannskunst, was die uneheliche Schwester mit dem Tod des Prinzen zu tun hat, warum es ohne den Schiffbruch wohl keine Magna Carta gegeben hätte. Am 25. November 1120 sticht das "Weiße Schiff" an der Küste der Normandie in See, um nach England zu segeln. Doch die Fahrt nimmt kein gutes Ende. Unmittelbar nach der Abfahrt aus dem Hafen von Barfleur läuft das Schiff auf einen Felsen und sinkt. 300 Menschen ertrinken - unter ihnen auch William Aetheling, der einzige legitime Erbe von König Heinrich I. von England. Fast 20 Jahre streiten Heinrichs Tochter Matilda und sein Neffe Stephen von Blois anschließend um die Krone. Historiker geben den blutigen Thronwirren später den Namen "The Anarchy". Am Ende steht ein Kompromiss und mit Matildas ältestem Sohn Heinrich II. ein neuer König. Er ist der erste Monarch aus dem Hause Plantagenet. Weitere sind etwa Richard Löwenherz und der "Magna-Carta-Begründer" König John. Ohne den Untergang des Weißen Schiffs wäre Englands Geschichte vermutlich anders verlaufen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Richard Huscroft (Historiker und Experte für englische Geschichte des 12. Jahrhunderts) Richard Huscroft: Tales from the Long Twelfth Century. The Rise and Fall of the Angevin Empire. New Haven and London 2016 Richard Huscroft: Ruling England 1042-1217. 2nd Edition. London and New York 2016 Charles Spencer: The White Ship - Conquest, Anarchy and the Wrecking of Henry I’s Dream. London 2020 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 06.04.1199 - Der englische König Richard Löwenherz stirbt in Châlus Zeitzeichen: 15.06.1215 - Die Magna Carta wird unterzeichnet Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

  • Nov 24, 2025 · 14 min

    Amadeu Antonio: Todesopfer der "Baseballschlägerjahre"

    Am 24.11.1990 wird Amadeu Antonio in Eberswalde Opfer eines rassistischen Angriffs. Sein Tod erschüttert das Land und zeigt die Gefahr rechter Gewalt. In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer wie die Polizei dem Gewaltopfer Amadeu Antonio nicht zur Hilfe kommt, dass die fünf Angeklagten vor Gericht keine Reue zeigen, über die Ursachen der Ausländerfeindlichkeit nach der Wende, und wie sich Rassismus heute in der Politik etabliert. Am 24. November 1990 rotten sich in Eberswalde, Ostdeutschland, rund 50 Skinheads und Neonazis zusammen, um es mal "ordentlich krachen zu lassen". Das nennen sie "Neger aufklatschen". Die bewaffnete und gröllende Meute zieht zum Hüttengasthof, eine der wenigen Kneipen der Stadt, in denen Angolaner geduldet werden. Amadeu Antonio kann nicht mehr rechtzeitig fliehen und wird brutal verprügelt. Auch als er schon am Boden liegt, springen Skins auf seinen Kopf. Elf Tage später stirbt Amadeu Antonio an seinen Verletzungen. Er gilt als erstes Todesopfer rassistischer Gewalt nach der deutschen Wiedervereinigung. Eberswalde ist keine Einzelfall, sondern markiert den Beginn der Zeit, die als "Baseballschlägerjahre" in die Geschichte eingehen wird. Hoyerswerda, Rostock, Mölln und Solingen werden zu Synonymen für brutale Gewalt gegen Ausländer. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Jone Munjunga, Projektleiter im Kulturverein Palanca in Eberswalde Bettina Kohlrausch, Soziologin, Hans Böckler Stiftung Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung in Berlin Weiterführende Links: Amadeu Antonio Stiftung Stichtag: 29. Mai 1993 – Fünf Türkinnen bei Brandanschlag in Solingen ermordet Stichtag: 22. August 1992 – Ausländerfeindliche Krawalle in Rostock Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Geuer Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • Nov 23, 2025 · 14 min

    Wie das Aufstauen der Alster Hamburg groß machte

    Wer heute von der Hamburger Alster spricht, meint meistens den idyllischen innerstädtischen See. Seinen Ursprung hat er in einem Wassermühlenbau im Jahr 1195. In diesem Zeitzeichen erzählt Heide Soltau: was in der einzigen heute noch existierenden Urkunde zur Entstehung des Alstersees steht, was das Domkapitel der katholischen Bischofskirche Hamburg mit der Überflutung von Wiesen zu tun hat, was im 17. Jahrhundert zur Trennung von Binnen- und Außenalster führt, welche Umweltprobleme die wirtschaftliche Nutzung der Alster im 19. Jahrhundert verursacht, welche Bedeutung die Alster heute für Kultur und Freizeit hat. Von der Quelle in Schleswig-Holstein schlängelt sich die Alster über 52 Kilometer durch die norddeutsche Landschaft, bis sie in Hamburg ankommt. Dort hat im 12. Jahrhundert die Obrigkeit ein großes Interesse am Aufstauen des Flusses. Denn dadurch können die Mühlen effizient betrieben werden - und deren Erträge stehen dem Landesherrn zu. Es wird Getreide gemahlen und Malz für die Bierherstellung geschrotet. Die zweite, bedeutendere Aufstauung des Alsterflusses findet vermutlich zwischen 1230 und 1235 statt. Adolf IV. von Holstein und Stormarn lässt einen weitaus größeren Damm bauen und macht Hamburg im Mittelalter zur bedeutenden Bierstadt. Geplant ist das alles nicht: Die Hamburger verdanken ihre "Alster", wie sie den See liebevoll nennen, gewissermaßen einem Kollateralschaden - und zu einem großen Teil auch dem Bier. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kapitän Jörg Ipsen (Alster-Touristik) Ralf Wiechmann (Historiker) Sönke Knopp (Historiker und Kurator, Museum für Hamburgische Geschichte) Olaf Matthes (Historiker, Museum für Hamburgische Geschichte) Friedrich von Hagedorn: Die Alster. Hamburg 1744 Volker Looks: Die Alster. Der Fluss und die Stadt. Neumünster 2012 Wilhelm Melhop: Die Alster. Geschichtlich, ortskundlich und flussbautechnisch beschrieben. Hamburg 1932 Weiterführende Links: NDR: Sommer auf allen Kanälen - Ganz Hamburg auf der Alster NDR: Die Alster - Hamburgs blaue Mitte Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Heide Soltau Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • Nov 22, 2025 · 14 min

    Flucht vor der Wirklichkeit: Der Regisseur Terry Gilliam

    Als "sechster Monty Python" stand Terry Gilliam (geboren am 22.11.1940) selten vor der Kamera - er schuf die markanten Animationen. Berühmt wurde er mit Filmen wie "Brazil" und "12 Monkeys". In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg : wie ausgerechnet ein Amerikaner den britischen Humor revolutioniert, wie aus ausgeschnittenen Engeln, Hühnerkörpern und Luftmalerei Kunst wird, und warum Realität und Fantasie bei Terry Gilliam nie klar zu trennen sind. Terry Gilliam, geboren 1940 in Minnesota, wächst zwischen Farbtöpfen, Holzspänen und Kinoleinwänden auf. Früh entdeckt er seine Liebe zu allem, was schrill und absonderlich ist: im Zirkus, in Comics, später in der Satire. Als die USA gegen Vietnam Krieg führen, zieht er nach England und schließt sich John Cleese und der Truppe von Monty Python’s Flying Circus an. Seine wilden Collage-Animationen verbinden die Sketche der Komiker - grotesk, verspielt, unverwechselbar. Bald wagt Gilliam den Sprung zum Spielfilm. In Werken wie Brazil, 12 Monkeys oder Time Bandits kämpft er mit Fantasie gegen die Enge der Wirklichkeit. Hollywood nennt ihn schwierig, Fans nennen ihn visionär. Er selbst sagt: "Ich wollte immer wissen, wo die Klippe ist - und bin dann einfach einen Schritt weitergegangen." Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Harald Mühlbeyer, Filmwissenschaftler und Filmbuchverleger Harald Mühlbeyer: Perception is a strange thing - Die Filme von Terry Gilliam, Marburg, 2010. Terry Gilliam: Gilliamesque - Meine Prä-posthumen Memoiren, München, 2015. BBC4 Interview mit Terry Gilliam Weiterführende Links: Offizielle Webseite von Terry Gilliam WDR Zeitzeichen: Peter Sellers: Monty Pythons Comedy-Vorbild WDR Zeitzeichen: Monty Python's Flying Circus in der ARD (am 03.01.1972) WDR Zeitzeichen: "Das Leben des Brian" wird gedreht (ab dem 16.9.1978) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: Frank Zirpins Technik: Moritz Raestrup

  • Nov 21, 2025 · 14 min

    Frieden für Bosnien und Herzegowina: das Dayton-Abkommen

    Am 21.11.1995 einigen sich in Dayton, Ohio, Vertreter Bosniens, Kroatiens und Serbiens auf ein Friedensabkommen: Ende des Bosnienkriegs, in dem 100.000 Menschen starben. In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember: welchen Einfluss der Tod Titos auf die Region hat, wie sich aus ethnischen Spannungen auf dem Balkan ein Krieg entwickelt, der Nachbarn zu Feinden macht, wie US-Diplomatie einen der längsten und blutigsten Kriege Europas beendet, warum der Friede von Dayton zwar hält, aber nie wirklich heilte, und weshalb Bosnien-Herzegowina bis heute ein Staat mit zwei Seelen ist. Einen Krieg zu beenden ist schwer. Im November 1995 gelingt es - nach dreieinhalb Jahren Belagerung, Vertreibung und Massakern. In Dayton, Ohio, sitzen sich die Präsidenten Serbiens, Kroatiens und Bosnien-Herzegowinas an einem US-Luftwaffenstützpunkt gegenüber. Drei Wochen lang wird verhandelt, gestritten, gezögert - bis der Durchbruch kommt. Das Abkommen von Dayton macht den Weg frei für Frieden, aber nicht für Versöhnung. Bosnien bleibt ein Land, geteilt in zwei eigenständige Teile: die Föderation der Bosniaken und Kroaten - und die Republik Srpska. Präsident Alija Izetbegovic sagt damals: „Das ist kein gerechter Friede. Aber er ist besser als die Fortsetzung des Krieges.“ Dreißig Jahre später gilt das noch immer. Der Friede von Dayton hält – fragil, aber ungebrochen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Harry Blain, Politikwissenschaftler an der California State University in Sacramento The Futility of Force: The U.S. Intelligence Community and the War in Bosnia, Fink, Matthias: Srebrenica. Chronologie eines Völkermords oder Was geschah mit Mirnes Osmanović, Hamburg, 2015. Weiterführende Links: BpB: Vor 30 Jahren: Beginn des Bosnienkriegs Landeszentrale für politische Bildung: Jugoslavienkriege WDR Zeitzeichen: Josip Broz Tito: Autokrat und Lebemann, verehrt und verachtet Planet Schule: Bosnien - ein Krieg, der in den Köpfen weiterlebt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins Technik: Moritz Raestrup

  • Nov 20, 2025 · 15 min

    Der wahre Moby Dick: Wie ein Pottwal die Essex angriff

    20.11.1820: Ein Pottwal rammt ein Walfangschiff - der Gejagte schlägt zurück. Melville macht daraus Moby Dick. Eine Geschichte von Gier, Kannibalismus und Überleben. In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting: wie ein Pottwal im Jahr 1820 zum Angreifer und seine Jäger zu Gejagten werden, wie die Männer der Essex am Ende selbst zu dem werden, was sie so sehr fürchten, und wie der Untergang des Walfangschiffs zur Vorlage für Herman Melvilles Moby Dick wird. Im Sommer 1819 verlässt die Essex den Hafen von Nantucket, damals die Welthauptstadt des Walfangs. An Bord: 20 Männer auf der Suche nach Walöl, dem Brennstoff der frühen Industrialisierung. Was als Routinefahrt beginnt, endet in einer Katastrophe, die Geschichte schreibt. Ein riesiger Pottwal rammt das Schiff zweimal, bis es sinkt. Wochenlang treiben die Überlebenden in kleinen Booten über den Pazifik, geplagt von Hunger, Durst und Verzweiflung. Ihr Bericht wird später den jungen Schriftsteller Herman Melville inspirieren. Aus der wahren Begebenheit macht er einen Roman über Rache, Hybris - und die zerstörerische Beziehung zwischen Mensch und Natur. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Oliver Völker, Literaturwissenschaftler, Melville- und Moby-Dick-Kenner Professor Dr. Hal Whitehead, Walforscher, Canada Robert M Kucharavy, Nantucket Historical Association, Experte für die Geschichte des Walfangs Owen Chase: Narrative of the Most Extraordinary and Distressing Shipwreck of the Whale-ship Essex, New York 1821. Matthias Thome: Der wahre "Moby Dick" Wie ein Pottwal seine Jäger auf hoher See versenkte Josef Schnelle: Die Wucht der Erkenntis, 2. Juni 2021 Essex Gam: The Tragedy of a Whaleship Stove by a Whale, Nantucket Whaling Museum Weiterführende Links: Planet Wissen: Gefährdete Wale ZDF Meer Crime: Wale - geliebt und gejagt Deutsche Stiftung Meeresschutz: Walfang WDR Zeitzeichen: 01.08.1819 - Geburtstag von Herman Melville Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Stephan Beuting Redaktion: Matti Hesse

  • Nov 19, 2025 · 14 min

    Suez-Triumph und Panama-Pleite: Ferdinand de Lesseps

    Am 19.11.1805 wird Ferdinand de Lesseps geboren. Der Bau des Suezkanals macht den französischen Diplomaten zum Nationalhelden. Am Panamakanal scheitert er. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg: welche Rolle der Suezkanal im Kampf der Franzosen und Engländer um koloniale Vorherrschaft spielt, wie der Franzose Ferdinand de Lesseps vom Diplomaten zum Ingenieur wird, mit welchen Mitteln die Engländer den Bau des Suezkanals bei jeder Gelegenheit stören, wie Ferdinand de Lesseps nach seinem Erfolg mit dem Suezkanal am Projekt Panama-Kanal scheitert. Der französische Jurist und Diplomat Ferdinand de Lesseps befasst sich schon während der Jahre als Diplomat in Alexandria und Kairo mit den Ideen eines Kanals. Als er im Alter von 55 Jahren im unfreiwilligen Ruhestand ist, wird sein Jugendfreund Muhammad Said zum ägyptischen Vizekönig ernannt. Lesseps gratuliert, wird nach Ägypten eingeladen und kann Said von der Idee für einen Kanal überzeugen. Lesseps bekommt eine erste Konzession für den Bau des Suezkanals. Großbritannien übt diplomatischen Druck aus, um den Kanalbau zu verhindern, kann Lesseps aber nicht davon abhalten. Am 17. November 1869 findet im Beisein vieler Fürsten und geladener Europäer die feierliche Eröffnung des Kanals statt. Die dreitägigen Festlichkeiten sollen rund 20 Millionen Francs gekostet haben. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Thierry Chambolle, Ehemaliger Präsident der "Association du Souvenir de Ferdinand de Lesseps et du Canal de Suez" Dr. Caroline Piquet, Historikerin an der Sorbonne und Suez-Kanal-Expertin Ghislain de Diesbach: Ferdinand de Lesseps. Biographie. Perrin, Paris 1998. Christian Schmidt-Häuer: Tatort Panama. Konquistadoren, Kanalbauer, Steuerflüchtige. 500 Jahre Kolonialisierung und Globalisierung. Münster 2018. Weiterführende Links: Planet Wissen: Neuzeit Kolonialismus - Europas Kolonien Planet Wissen: Schifffahrt - Geschichte der Schifffahrt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: Christoph Tiegel, Sefa-Inci Suvak Technik: Jürgen Beiner

  • Nov 18, 2025 · 14 min

    Neue Heimat im Meer: Die ersten Wikinger auf Island

    Die Namen der ersten Siedler auf Island sind im Landnahmebuch erfasst. Aber wer überwinterte eigentlich als Erster auf der Insel? Und war das wirklich im Jahr 870? In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer: warum Island für Archäologen eine Schatzkammer ist, was ein "Pape" im Ortsnamen über die Besiedlung aussagt, wie die ersten Siedler sich gegen die Kälte wappnen, welche Rätsel römische Kupfermünzen den Historikern aufgeben. Um die erste Besiedelung Islands ranken sich viele Sagen und Legenden. Der Schwede Gardar Svavarsson soll einst zufällig auf der Insel gestrandet und dann am 18.11.870 zum Überwintern zurück gekehrt sein. Lyrischer ist die Geschichte um Flóki Vilgerdarson. Der Norweger hat angeblich drei Raben ausgesetzt, die seinem Schiff den Weg nach Island zeigten. Die isländische Geschichtsschreibung nennt Ingólfr Arnarson und Hjörleifr Hródmarsson als erste Dauersiedler. Wer tatsächlich als erster Mensch auf Island übernachtet hat, ist bis heute nicht bewiesen. Belegt ist hingegen, dass um 870 die ersten Wikinger aus Norwegen Island besiedelt haben. Nach der Machtübernahme durch Harald Schönhaar waren sie auf der Suche nach einer neuen Heimat – und richten sich mit Fellen und viel Gras auf der eisigen Vulkaninsel ein. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Natascha Mehler, Universität Tübingen Natascha Mehler: Viking age and medieval craft in Iceland: Adaptation to extraordinary living conditions on the edge of the Old World Rudolf Siemeck: Die Wikinger, München 1998 Weiterführende Links: Zeitzeichen 25.09.1066 – Todestag Harald des Harten Zeitzeichen 28.03.845 – Wikinger brandschatzen Paris Zeitzeichen: 8. Juni 793 - Wikinger überfallen die englische Klosterinsel Lindisfarne Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Frank Zirpins