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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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  • January 16 · 14 min

    Deutschlands Spätheimkehrer und ihr schwieriges Kriegsgepäck

    Der Zug mit den letzten Kriegsgefangenen rollt am 16.1.1956 in Friedland ein. Am Bahnsteig nur jubelnde Begrüßung. Keine kritische Frage nach Schuld und Verantwortung. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug: welche Szenen sich bei der Ankunft der Spät-Heimkehrer abspielen, dass sich auch Frauen unter den Heimkehrern befinden warum die Aktion in Deutschland auch kritisch gesehen wird, dass niemand für Kriegsverbrechen ins Gefängnis kommt. Eigentlich sollen die deutschen Kriegsgefangenen bis 1948 nach Deutschland zurückkehren. So haben es die Alliierten beschlossen. Doch die Sowjetunion hält sich nicht daran, denn sie braucht die Arbeitskräfte, um die Kriegsschäden zu beseitigen. 1955 reist Bundeskanzler Konrad Adenauer nach Moskau, um die Freilassung der letzten 10.000 Kriegsgefangenen zu fordern. Sie kehren schließlich 1956 heim. Verlassen haben sie einst ein Land, das sich tausendjähriges Reich nennt, zurückgekehrt finden sie das, was nach zwölf Jahren noch übrig ist: Ein kleineres und obendrein geteiltes Deutschland. Fragen über Schuld und Verantwortung werden nicht gestellt. Kein Spätheimkehrer - ob ehemaliger General oder einfacher Soldat - wird vor Gericht gestellt. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Dr. Jörg Morré, Historiker und Direktor des Museum Berlin-Karlshorst Weiterführende Links: Zeitzeichen 08.09.1955: Konrad Adenauer reist in die Sowjetunion ARD Mediathek: Friedland - Als die Väter nach Hause kamen Letzter großer Heimkehrertransport in Herleshausen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Klug Redaktion: Christoph Tiegel, Sefa Inci Suvak Technik: Holger Maerten

  • January 15 · 14 min

    Wie Wikipedia die Welt verändert: Wissen für alle, von allen

    Am 15.1.2001 startet Wikipedia. Die Skepsis ist groß. Doch das "größte Wissensprojekt der Menschheit", an dem jeder mitmachen kann, funktioniert und verändert unsere Welt. In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand: wie unzählige Autoren und Autorinnen weltweit die größte Enzyklopädie der Menschheitsgeschichte zusammentragen, wie sich die Falschmeldung zu "Stalins Badezimmer" verbreitet und kaum wieder einzufangen ist, warum direkte politische Einflussnahme auf Wikipedia schwierig ist, wie versucht wird, Wikipedia vor Missbrauch zu schützen. Im Jahr 2000 sind Enzyklopädien noch dicke, schwere Bücherbände. In den USA beginnt der Internet-Unternehmer Jimmy Wales mit Mitte 30 mit seinem Projekt "Nupedia", einem Online-Lexikon im Stile klassischer Enzyklopädien wie beispielsweise dem Brockhaus. Das Projekt läuft äußerst schleppend: Nach einem Jahr finden sich auf Nupedia nicht einmal 25 Artikel. Dann haben Wales und sein Mitarbeiter Larry Sanger eine neue Idee. Sie wollen eine Internetseite erstellen, auf der jeder und jede eingeladen ist, Wissen zu teilen. Der Name dieses Nebenprojektes ist eine Mischung aus den Wörtern "Encyclopedia" und "Wiki" - was auf Hawaiianisch "schnell" bedeutet. Am 15. Januar 2001 stellt Jimmy Wales die Seite www.wikipedia.com online und tippt versuchsweise die ersten Worte in das heute größte Lexikon der Welt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Pavel Richter, Sachbuchautor und Unternehmensberater, bis 2014 Vorstand von Wikimedia Deutschland Pavel Richter: Die Wikipedia-Story. Biografie eines Weltwunders, Frankfurt/New York 2020 Ziko van Dijk: Wikis und die Wikipedia verstehen. Eine Einführung, Bielefeld 2021 Weiterführende Links: Planet Wissen: Übersichtsseite Wikipedia Zeitzeichen: 04.05.1772 - Der Verleger Friedrich Arnold Brockhaus wird geboren Zeitzeichen: 04.09.1998 - Gründung der Firma "Google Inc." Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kolja Sand Redaktion: Matti Hesse

  • January 14 · 13 min

    Nächtliches Feuer: Die geheime Fake-Fabrik der Nazis

    Um Krupps Rüstungsschmiede vor Bombern zu schützen, entsteht im Januar 1941 bei Velbert eine Scheinfabrik. Das Wissen darüber ist das Ergebnis akribischer Detektivarbeit. In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner: welche Dimensionen das Gelände der Scheinanlage hat, was Zeitzeugen über das militärische Sperrgebiet erzählen, wie viel Personal die Fake-Fabrik am Laufen hält, warum die Anwohner nachts das Gebiet verlassen müssen, wie lange die Anlage wirksam ist. Das Projekt ist streng geheim: Rund zehn Kilometer Luftlinie von der Krupp-Gussstahlfabrik Essen entfernt entsteht im Bergischen Land während des Zweiten Weltkriegs die Kulisse für eine raffinierte Täuschung. Auf diese Weise soll die größte Rüstungsschmiede der NS-Zeit vor alliierten Luftangriffen geschützt werden. Auf den Feldern um den Rottberg bei Velbert werden nachts große Feuer angezündet, auf dem Berg selbst fährt eine Eisenbahn im Kreis. Ein 36 Meter hoher Schornstein aus Spanplatten und sägezahnförmige Industriedächer aus Dachlatten und Pappe simulieren die Fabrik. Das reicht, um Bomberpiloten in 4.000 Metern Höhe in die Irre zu führen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Josef Niedworok (Architekt, Geschichtsdetektiv und ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger beim Landschaftsverband) Jürgen Lohbeck: Das vergessene Scheindorf in Velbert. Velbert 2012 Weiterführende Links: Zeitzeichen 30.04.1943: Die perfekte Täuschung - Alliierte starten Operation Mincemeat tagesschau.de: Wie eine Phantom-Armee die Nazis täuschte ARD-Weltspiegel: USA: Die "Ghost Army" - tricksen, täuschen, ablenken Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Frank Zirpins Technik: Moritz Raestrup

  • January 13 · 14 min

    Lügendetektor: Erfunden, um Verhöre humaner zu machen

    Am 13.1.1931 wird der Lügendetektor patentiert. Heute ist er vor allem in den USA im Einsatz, noch immer nach dem ursprünglichen System - und genauso leicht manipulierbar. In diesem Zeitzeichen erzählt Simon Schomäcker: welcher Kriminologe seine Lügendetektor-Version zum Patent anmeldet, welche vier Parameter standardmäßig bei einem Lügendetektor-Test erfasst werden, wie sich Lügendetektoren während einer Vernehmung manipulieren lassen, welche Befragungstechniken beim Lügendetektor-Test zum Einsatz kommen, welche Bezeichnung die Anwender von Lügendetektoren für ihre Geräte verwenden. Ab den 1910er-Jahren wird an ersten Geräten für Lügendetektion gearbeitet. Zu dieser Zeit festigt sich die wissenschaftliche Erkenntnis, dass psychische Vorgänge wie Angst unmittelbare, messbare körperliche Reaktionen auslösen. Geräte wie ein Blutdruckmesser oder auch ein Galvanometer zur Bestimmung des elektrischen Hautwiderstands beim Schwitzen sind damals schon bekannt. Durch synchrone Darstellung mit einem einzigen Apparat erhofft man sich, emotionalen Stress schneller und eindeutiger feststellen zu können. Die Vernehmung soll für Verdächtige so humaner werden - und Folter als Vernehmungsmethode abgelöst. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Florian Schimikowski (Historiker am Deutschen Spionagemuseum Berlin) Matthias Gamer (Professor für Experimentelle Klinische Psychologie an der Uni Würzburg) Weiterführende Links: Planet-Wissen: Körpersprache und Lügen ZDF: Du sollst nicht lügen - oder doch? BR: Der Lügen-Check Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Simon Schomäcker Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

  • January 12 · 14 min

    Nach Hitler: Die Entnazifizierung Deutschlands nach dem Krieg

    Am 12.1.1946 ordnen die Alliierten die Entnazifizierung an: Wer war Täter, Mitläufer, entlastet? Ein gigantischer Versuch politischer Umerziehung und Demokratisierung. In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember: über die sowjetischen Speziallager in Deutschland, was die US-Amerikaner im Umgang mit den Faschisten in Italien lernen, warum der Begriff "Persilschein" umstritten ist, wie erfolgreich die Entnazifizierung am Ende ist. "Waren Sie in der NSDAP?", "Haben Sie während der NS-Zeit von Ihrer Tätigkeit profitiert?" Mit mehr als 130 solcher Fragen wollen die US-Amerikaner feststellen, wer sich aktiv am Nazi-Terror beteiligt hat. Der Fragebogen ist für viele Menschen in der US-Zone die erste Auseinandersetzung mit ihrer Rolle während der NS-Zeit. Die meisten weisen eine Mitverantwortung entschieden von sich, legen Entlastungsdokumente vor, die später "Persilscheine" genannt werden. Für Unmut sorgt, dass zunächst die einfachen Fälle abgehandelt werden, damit mehr belastendes Material für die Haupttäter gesammelt werden kann. Vielen ehemaligen NS-Funktionären gelingt es später aber trotz der Entnazifizierungsmaßnahmen, in der jungen Bundesrepublik wieder auf ihre alten Posten zurückzukehren. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Hanne Leßau (Historikerin) Hanne Leßau: Entnazifizierungsgeschichten. Die Auseinandersetzung mit der eigenen NS-Vergangenheit in der frühen Nachkriegszeit, Göttingen 2020 Bettina Greiner: Verdrängter Terror. Geschichte und Wahrnehmung sowjetischer Speziallager in Deutschland, Hamburg 2010 Heiner Wember: Umerziehung im Lager. Internierung und Bestrafung von Nationalsozialisten in der britischen Besatzungszone Deutschlands, Essen 1991 Weiterführende Links: Planet Wissen: Entnazifizierung Planet Wissen: Nachkriegszeit Zeitzeichen 25.04.1945: Handschlag an der Elbe - US-Truppen und Rotarmisten treffen sich in Torgau Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup

  • January 11 · 14 min

    Der Mann, der Paris komplett renoviert: Georges-Eugène Haussmann

    Im Auftrag des Kaisers macht er Paris heller, weiter, kontrollierbarer. Als rücksichtsloser Stadterneuerer. Am 11.1.1891 stirbt Georges-Eugène Haussmann. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen: woher der Name "Aufschlitzer von Paris" rührt, welche Stadt Georges-Eugène Haussmann als Vorbild dient, was er zum heutigen "Pariser Charme" beiträgt, über die wackelige Finanzierung der Modernisierung. Es ist der Auftrag seines Lebens: Baron Georges-Eugène Haussmann soll Mitte des 19. Jahrhunderts das schmutzige und stinkende Paris in eine moderne Metropole umbauen. Rücksichtslos lässt er 20.000 Häuser abreißen. Sie schaffen Platz für die großen Boulevards, die neuen Verkehrsachsen der Stadt. Entlang der Boulevards entstehen flächendeckend die typischen Haussmann-Häuser mit Geschäftsräumen im Erdgeschoss und Wohnungen darüber. Dort zu leben, können sich allerdings nur noch gut situierte Pariser leisten. Die mittellosen Bewohner, die zuvor in der Altstadt hausten, werden an den Stadtrand gedrängt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Peter Geimer (Professor für Kunstgeschichte, FU Berlin) Victor Hugo: Der Glöckner von Notre-Dame, Projekt Gutenberg Walter Benjamin: Passagen, Durchgänge, Übergänge. Dietzingen 2020 Charles Baudelaire: Der Spleen von Paris. Berlin 2011 Daumier und sein Paris, Katalog der gleichnamigen Ausstellung des Baden-Badener Museums für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts, Baden-Baden 2010 Weiterführende Links: Zeitzeichen 19.07.1839: Das erste öffentliche Pissoir in Paris Zeitzeichen 20.04.1808: Geburtstag von Kaiser Napoleon III. Planet Wissen: Paris Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: Christoph Tiegel, David Rother Technik: Sarah Fitzek

  • January 10 · 14 min

    Coco Chanel: Mode-Ikone und Nazi-Spionin

    Chanel (gest. am 10.1.1971) befreit Frauen aus Kleidungszwängen. Um ihr Unternehmen erfolgreich zu machen, umgarnt sie immer wieder Männer - auch Nazis, wenn es sein muss. In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Reinhardt: dass Gabrielle "Coco" Chanel vom Vater als Kind in ein Waisenhaus abgeschoben wird, wo sie das Nähen lernt, wie sie im Krieg versucht, ihre jüdischen Miteigentümer loszuwerden, über ihre frühe Bekanntschaft mit Winston Churchill und wie sie diese für ihre Zwecke nutzt. Mit ihren weiten Hosen, Matrosenpullovern und Tweed-Kostümen kreiert Coco Chanel einen radikalen Gegenentwurf zu den Rüschen, Volants und Spitzen ihrer Zeit. "Eine Frau, die nicht zumindest ein Chanel-Modell besitzt, ist hoffnungslos aus der Mode", schreibt die Modezeitschrift Harper's Bazar 1915, mitten im Ersten Weltkrieg. Das Parfum Chanel No. 5 wird 1921 ihr nächster Coup. Coco Chanel will sich ihren Erfolg auch im Zweiten Weltkrieg nicht nehmen lassen – und kollaboriert mit den in Paris einmarschierten Nationalsozialisten. Nach Kriegsende taucht sie zunächst in der Schweiz unter. Doch die Franzosen vergeben ihrer Stil-Ikone: Coco Chanel stirbt am 10. Januar 1971 als gefeierte Modemacherin in Paris. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Alfons Kaiser (Modejournalist FAZ) Jan Björn Potthast (Historiker beim Deutschen Patentamt) Hal Vaughn: Coco Chanel - Der schwarze Engel. Ein Leben als Nazi-Agentin, Hamburg 2011 Anne de Courcy: Coco Chanels Riviera. Vom Lieben, Leben und Überleben an der Cote d'Azur, Berlin 2022 Karl Schlögel: Der Duft der Imperien. "Chanel No 5" und "Rotes Moskau", München 2025 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 19.02.2019 – Modemacher Karl Lagerfeld stirbt in Paris Zeitzeichen: 14.01.1965 – Winston Churchill stirbt in London Zeitzeichen: 5. Mai 1921 – Chanel No. 5 kommt auf den Markt Planet Wissen: Coco Chanel Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Anja Reinhardt Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak

  • January 9 · 14 min

    Held in Alkohol: Vize-Admiral Horatio Nelson

    Ein Draufgänger war Horatio Nelson, ein Nationalheld ist er bis heute. Mit 47 Jahren starb er bei Trafalgar - am 9.1.1806 wurde er in St. Paul's Cathedral beigesetzt. In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember: mit welchem patriotischen Lied Horatio Nelson aufwächst, vom harten Weg bei der Navy, den Nelson schon mit zwölf Jahren einschlägt, was man unter dem "Nelson Touch" versteht, welche Seuche der Weltmeere die Royal Navy eindämmt. Horatio Nelson ist mit 20 Jahren der jüngste militärische Kapitän Großbritanniens. Als 1793 das revolutionäre Frankreich gegen England in den Krieg zieht, wird Nelson zum Helden: 1798 besiegt er vor Alexandria die Flotte Napoleon Bonapartes. Als Napoleon die Invasion Englands plant, stellt Nelson sich auf See entgegen. Südlich von Cadiz stellt seine Flotte die überlegene Seestreitmacht der Verbündeten Frankreich und Spanien. Am 18. Oktober 1805 kommt es nahe des Kaps von Trafalgar zur Schlacht. Der ordenbehängte Nelson präsentiert sich im Inferno des Nahkampfes als leuchtendes Ziel an Deck seines Schiffes. Ein französischer Scharfschütze trifft ihn. Als der Vizeadmiral am Nachmittag stirbt, hat Großbritannien die Schlacht gewonnen. Und einen toten, aber doch unsterblichen Seehelden. So einer darf kein Seemannsgrab erhalten, sondern muss zurück in die Heimat. Angeblich wochenlang eingelegt in einem Fass mit Alkohol. Der Volksheld bekommt am 9. Januar 1806 ein Begräbnis allererster Klasse in der St. Paul's Cathedral. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Jann Markus Witt, Historiker Weiterführende Links: Planet Wissen: Napoleon Bonaparte Zeitzeichen: 15.08.1769 - Geburtstag von Napoleon Bonaparte Zeitzeichen: 02.07.1798 - Napoleon Bonaparte erobert Alexandria Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Frank Zirpins Technik: Moritz Raestrup

  • January 8 · 14 min

    René Carmille: Mit Lochkarten gegen Hitler?

    War er ein Widerstandskämpfer oder ein Bürokrat, der mit Statistik spielte und sich verstrickte? Am 8.1.1886 wurde René Carmille, der Mann mit den Lochkarten, geboren. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg: wie René Carmille die Historiker Frankreichs spaltet, der "Blitzkrieg" der Deutschen die Franzosen überrascht, warum Carmilles Lochkarten für den französischen Widerstand und die deutschen Besatzer gleichermaßen interessant sind. René Carmille macht im Ersten Weltkrieg in der Spionageabwehr beim Militär Karriere. Die Buchführung der Artillerie ist seine Obsession. Er will der Verschwendung von Geschossen Einhalt gebieten. Politisch ist Carmille zweifellos ein Antikommunist, ein Rechter. Unter der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg will Carmille mit seinen Lochkarten die Bevölkerung über Personenkennzahlen genau gruppieren. In Lyon nutzt er das zivile Amt für Statistik als Tarnkappe für seine illegale Wehrerfassung. Er beginnt, vorhandene Karteien mit seiner Lochkarten-Technik zu aktualisieren. Gleichzeitig registriert er junge, wehrfähige, patriotisch gesinnte Franzosen. Am 3. Februar 1944 verhaftet die Gestapo Carmille. Nicht sein geheimes Mobilisierungsprojekt ist aufgeflogen, sondern man hat ihn persönlich denunziert. Die Begründung: Er habe Kontakte zu General de Gaulles Widerstand in London und unterstütze terroristische Gruppen. Anfang 1945 stirbt René Carmille in Dachau im Alter von 59 Jahren an Typhus. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Béatrice Touchelay, Universität Lille, Centre Marc Bloch Tal Bruttmann, Historiker, Forscher über die antijüdischen Maßnahmen während der deutschen Besatzung Frankreichs Weiterführende Links: Stichtag: 14. August 1945: Todesurteil gegen Henri Philippe Pétain Zeitzeichen: 09.11.1970 - Todestag von Charles de Gaulle Planet Wissen: Erste Phase: "Blitzkrieg" und Westfeldzug Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Christiane Blanke und Petra Laubach

  • January 7 · 14 min

    Tingel-Tangel-Theater: Satire gegen Hitlers Schergen

    Am 7.1.1931 eröffnet Friedrich Hollaender sein Kabarett, in dem spätere Hollywood-Stars auf der Bühne stehen. Mit Kleinkunst widersetzt er sich den Nazis - bis er fliehen muss. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug: von der bewegten Geschichte der Räumlichkeiten schon vor Eröffnung des Tingel-Tangel, dass Friedrich Hollaender schon berühmt ist, als er das Tingel-Tangel eröffnet, mit welchen kleinen Waffen Hollaender den großen Gefahren der Welt Widerstand leisten möchte, wie Friedrich Hollaender und seine Frau Hedi Schoop den Nationalsozialisten knapp entkommen können. Nach einem Musikstudium bei Engelbert Humperdinck wird Friedrich Hollaender einer der bedeutendsten Komponisten der Berliner Kabarettszene. Er arbeitet mit Max Reinhardt und Marlene Dietrich zusammen. Sein Lied "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" erlangt im Ufa-Film "Der Blaue Engel" Weltruhm. Berlin, 1931. Braune SA-Uniformen und Hakenkreuzfahnen tauchen im Stadtbild auf. Wirkt das nur ein bisschen bedrohlich? Oder baut sich eine reale Gefahr auf? Friedrich Hollaender will handeln und aufrütteln. Das Tingel-Tangel-Theater, unweit vom Bahnhof Zoo, soll sein Sprachrohr sein. Kein Ort, an dem sich die Mächtigen in ihren eigenen Logen feiern lassen, sondern ein Ort, an dem ihnen auch mal wehgetan wird. Es geht gut los. Sehr gut. Friedrich Hollaender muss Deutschland 1933 verlassen. 1935, knapp zwei Jahre nach seiner Flucht und Hitlers Machtübernahme, schließt das Tingel-Tangel-Theater für immer. Und wird bald vergessen. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Thimo Butzmann, Betriebstechniker und Archivbeauftragter für das Theater des Westens. Weiterführende Links: Stichtag: 19. Februar 1926 - Erste Kabarett-Revue von Friedrich Hollaender Stichtag: 22. Dezember 1969 - Todestag des Regisseurs Josef von Sternberg Zeitzeichen: 06.05.1992 - Todestag von Marlene Dietrich Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Klug Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins Technik: Holger Maerten

  • January 6 · 14 min

    Trump-Anhänger stürmen das Kapitol: Der "Day of Rage"

    Weil sie glauben, dass Donald Trump der Sieg bei der Präsidenschaftswahl 2020 gestohlen wurde, dringt am 6.1.2021 eine wütende Meute ins Kapitol ein. Mehrere Menschen sterben - und die US-Demokratie bleibt verwundet zurück. In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting: wie Donald Trump die Stimmung mit der Lüge der "gestohlenen Wahl" anheizt, dass die Menschen, die das Capitol stürmen, größtenteils keine polizeibekannten Extremisten sind, wie Politiker und Journalisten den 6. Januar 2021 erleben, von hunderten Festgenommenen - und ihrer späteren Begnadigung durch Präsident Trump. Am 6. Januar 2021 dringt ein Mob aus mehreren hundert Menschen in das Kapitol in Washington ein - bereit zur Gewalt und angestachelt von Donald Trumps Lüge vom gestohlenen Wahlsieg. Es ist der Versuch, die Ernennung von Joe Biden zum 46. Präsidenten der USA doch noch zu verhindern. Politiker müssen sich vor den Eindringlingen verstecken. Polizisten werden bedroht und verprügelt, Räume verwüstet. Der 6. Januar geht für viele als "Schwarzer Tag für die Demokratie" in die Geschichte ein. Erst nach Stunden gewinnen die Sicherheitskräfte nach und nach die Oberhand. Die Bilanz: 30 Millionen US-Dollar Sachschaden, mehr als 140 verletzte Sicherheitskräfte. Fünf Menschen sterben im Zusammenhang mit dem Angriff, darunter ein Polizist. In den Tagen nach dem 6. Januar nehmen sich vier weitere Polizisten das Leben. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Robert A. Pape, Politikwissenschaftler, University of Chicago Claudia Buckenmaier, Journalistin, USA-Korrespondentin für die ARD in der Zeit 2017 bis 2022 January 6th - Final report of the select committee (engl.) Weiterführende Links: Tagesschau: Dokumentarfilm über die Stürmung des US-Kapitols am 6. Januar 2021 ZDF: USA extrem - Die gespaltenen Staaten von Amerika Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Stephan Beuting Redaktion: David Rother

  • January 5 · 14 min

    Lässt die USA an Kanadas Grenze scheitern: Sir George Prevost

    Am 5. Januar 1816 stirbt Sir George Prevost. Als britischer Gouverneur hat er Kanada im Krieg von 1812 gegen die USA verteidigt. Seinen Kritikern war er dabei zu vorsichtig. In diesem Zeitzeichen erzählt Nik Berger: wie George Prevost mit zwölf Jahren seine Karriere in der britischen Armee beginnt, wie der Offizier aus New Jersey über die Karibik nach Kanada gelangt, wie die kanadische Bevölkerung zur loyalen Unterstützerin der britischen Kolonialmacht wird, mit welcher militärischen Strategie der Brite die angreifenden Amerikaner in Schach hält, warum George Prevost trotz seines Erfolges als Verlierer aus dem Krieg rausgeht. Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg ist seit rund 30 Jahren vorbei, als es in Nordamerika erneut zu einem Krieg zwischen den USA und Großbritannien kommt. Anfang des 19. Jahrhunderts führt die britische Krone Krieg gegen Frankreich unter Napoleon und versucht deshalb, den Handel zwischen den USA und Frankreich zu unterbinden. Das lassen sich die Amerikaner nicht gefallen und rüsten zum Angriff. Sie wollen die britische Kolonie Kanada einnehmen, um ein Druckmittel zu haben. Doch der Plan geht nicht auf. Sir George Prevost als General-Gouverneur der Kolonie verteidigt das Gebiet knapp zweieinhalb Jahre lang. Die Kanadier fühlen sich zum ersten Mal vereinigt - und die Beziehung zwischen Großbritannien und den USA verbessert sich Schritt für Schritt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Donald R. Hickey (emeritierter Professor für Geschichte am Wayne State College in Nebraska, USA) Donald R. Hickey: The War of 1812 - A Forgotten Conflict. Illinois 2012 Peter Burroughs: Prevost, Sir George. In: Dictionary of Canadian Biography. Toronto/Québec City 2004 John R. Grodzinski: Defender of Canada - Sir George Prevost and The War of 1812. Oklahoma 2013 Weiterführende Links: ZDF: Die Geschichte der USA DLF: USA - Vor 250 Jahren begann der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg Planet-Wissen: Europäer in Kanada Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Nik Berger Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

  • January 4 · 14 min

    Sultan wider Willen: Der letzte Monarch der Osmanen

    Als 19. Sohn des osmanischen Herrschers am 4.1.1861 geboren, rechnet sich Mehmed Vahdettin keine Chancen auf den Thron aus. Als er 1922 abdankt, macht er Platz für die moderne Türkei. In diesem Zeitzeichen erzählt Melahat Simsek: wie das Osmanische Reich Anfang des 20. Jahrhunderts ins Wanken gerät, wie der junge Offizier Mustafa Kemal nach der gewonnenen Schlacht von Gallipoli gefeiert wird, wie Mehmed VI. unerwartet Sultan wird, vom Ende des Sultanats im Osmanischen Reich Mehmed Vahdettin ist der jüngste der 19 Söhne des Sultans Abdülmecid I. Nach dem frühen Tod seiner Eltern erfährt der Prinz Unterstützung durch seinen älteren Halbbruder Sultan Abdülhamid II., der seit 1876 das Osmanische Reich regiert. Mehmed Vahdettin ist ein stiller Intellektueller, der nach dem Tod seines Halbbruders als Mehmed VI. am 4. Juli 1918 im Alter von 57 Jahren überraschend den Thron besteigen muss. Vier Monate vor Ende des 1. Weltkriegs, unter denkbar ungünstigen Bedingungen. Das Osmanische Reich geht schwer angeschlagen aus dem Ersten Weltkrieg hervor. Die europäischen Alliierten teilen das ehemalige Weltreich unter sich auf. Eine neu gegründete türkische Nationalversammlung unter der Führung von Mustafa Kemal (Atatürk) tritt in Ankara zur Organisation eines Befreiungskampfs zusammen. Das Sultanat wird im November 1922 abgeschafft, nach mehr als 600 Jahren. Mehmed VI. verlässt Istanbul an Bord eines britischen Kriegsschiffs. Er geht ins Exil und stirbt am 16.5.1926 in San Remo. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Dr. Maurus Reinkowski, Turkologe und Historiker an der Universität Basel Professor Dr. Mehmet Hacisalihoglu, Leiter des Instituts für Turkologie an der LMU München Professor Dr. Markus Koller, Historiker und spezialisiert auf Osmanisches Reich und Turkologie an der Ruhr-Universität Bochum Maurus Reinkowski: Geschichte der Türkei. Von Atatürk bis zur Gegenwart. München 2021 Jan Erik Zürcher: Turkey. a Modern History. London 2019 Cambridge History of Turkey, Vol. 4: Turkey in the Modern World. Cambridge 2008 Cevdet Küçük: Mehmed VI. In: Türkiye Diyanet Vakfı İslâm Ansiklopedisi. Bd. 28, Türkiye Diyanet Vakfı Yayınları, Ankara 2003 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 19. Mai 1881 - Geburtstag des Staatsgründers Atatürk Zeitzeichen: 10.11.1938 - Tod des türkischen Präsidenten und Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk Planet Wissen: Geschichte der Türkei Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Melahat Simsek Redaktion: Frank Zirpins Technik: Christoph Schneider

  • January 3 · 14 min

    Das Foucaultsche Pendel: sichtbarer Beweis der Erdrotation

    Wir spüren sie nicht, aber sie ist da: die Erdrotation. Mit einer Versuchsreihe ab 3.1.1851 macht Léon Foucault sie sichtbar - mit einem Pendel, das Geschichte schreibt. In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger: warum Léon Foucault unter Wissenschaftlern zunächst kein besonders hohes Ansehen genießt, wie der Keller von Foucaults Mutter zur Wiege eines bahnbrechenden Experiments wird, wie das Foucaultsche Pendel auch eine politische Botschaft sendet. Léon Foucault ist Physiker, Journalist, Erfinder. Bei allen Begabungen hat der Autodidakt keinen Studienabschluss und versteht wenig von Mathematik. Das hindert ihn nicht am Tüfteln und so führt er am 3. Januar 1851 im Keller des Hauses seiner Mutter einen Versuch durch, bei dem er ein zwei Meter langes Pendel dicht über dem Boden schwingen lässt und dessen Bahn genau markiert. Foucault beobachtet, wie sich die Schwingungsebene des Pendels langsam dreht. Da die Schwerkraft nur senkrecht wirkt, kann sie diese Drehung nicht verursachen. Also ist es nicht das Pendel, sondern der Boden, der seine Ausrichtung ändert. Ohne astronomische Beobachtungen am Himmel kann Foucault damit die Erdrotation nachweisen. Louis-Napoléon Bonaparte, später Kaiser Napoleon III., wird auf den ambitionierten Tüftler aufmerksam. Napoléon ist selbst technikbegeistert und der Meinung, dass die Demonstration wissenschaftlicher Phänomene zur Aufklärung und Modernisierung im Frankreich des 19. Jahrhunderts dazugehört. Und so wird das Foucaultsche Pendel Mitte März 1851 der Weltöffentlichkeit im Pantheon präsentiert. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Michael Hagner, Professor für Wissenschaftsgeschichte (em.) und Buchautor Max Metelmann, Physiklehrer Gerhard Wandsleben, ehemaliger Physiklehrer Michael Hagner: Foucaults Pendel und wir, Köln 2021 Weiterführende Links: Das Pendel am Gymnasium Schloss Benrath Das Pendel in der Dominikanerkirche Münster Planet Wissen: Übersichtsseite - Physik Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • January 2 · 14 min

    Mythos Marlboro Man: Warum das Tabakwerbeverbot im TV verpuffte

    2. Januar 1971: Start des Tabak-Werbeverbots im US-Rundfunk. Ein Trauertag für die mächtige Industrie? Nein! Geschickt passt sie sich an und scheffelt weiter Milliarden. In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer: wie Readers Digest den Rauchern schon Anfang der 1950er Jahren die Freude am Blauen Dunst verdirbt, warum die Werbung mit dem "Marlboro Man" hochpolitisch ist, was es mit der "Mittelmeer-Diät" auf sich hat, wie ehemalige "Marlboro Männer" zu Anti-Tabak-Aktivisten werden, wie das Werbeverbot im Fernsehen zum zahnlosen Tiger wird. Jahrzehntelang ist der "Marlboro Man" Symbol eines ganzen Zeitalters: für Freiheit, Männlichkeit und den amerikanischen Traum. Und für eine Industrie, die genau weiß, dass ihr Produkt tötet. Die aber jeden Hinweis darauf kleinredet. Debatten über die Gefahren von Zigaretten kommen nur langsam in Fahrt. Auch weil die Tabakindustrie viel dafür tut, sie kleinzuhalten. Im Jahr 1970 raucht etwa ein Drittel aller amerikanischen Ärzte. Man kann fast überall rauchen - außer vielleicht in der Nähe von Sprengstoff oder Benzin. Trotzdem werden auch die Gegenstimmen langsam präsenter. Schon in den späten 1960er Jahren laufen im Fernsehen die ersten Anti-Tabak-Kampagnen. Im März 1970 beschließt der US-Kongress ein neues Gesetz, das vorsieht, dass im gesamten US-Rundfunk keine Zigarettenwerbung mehr laufen darf. Am 2. Januar 1971 kurz vor Mitternacht ist es so weit: Ein Spot für Virginia Slims wird zur letzten Zigarettenwerbung im amerikanischen Fernsehen. Das sind unsere wichtigsten Quellen: Robert N. Proctor: Golden Holocaust. 2011 Barry Vacker: The Marlboro Man as a Twentieth Century David Brown & Williamson Memo: Doubt is Our Product. 1981 Weiterführende Links: Planet Wissen: Medien - Werbung Planet Wissen: Krankheiten - Krebs Planet Wissen: Rauschmittel - Nikotin Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Erik Hlacer Redaktion: Matti Hesse Technik: Nicolas Dohle

  • January 1 · 14 min

    Hirohito: Der Kaiser mit der Micky-Maus-Armbanduhr

    Als die Japaner die Stimme von Kaiser Hirohito 1945 zum ersten Mal im Radio hören, ist er noch von überirdischer Herkunft. Am 1.1.1946 teilt der Herrscher mit, dass er doch kein Gott ist. In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember: mit welchem skurrilem Aufritt Hirohitos Vater das japanische Parlament verwirrt, wie Hirohito den ersten Einsatz von Kamikaze-Fliegern kommentiert, warum hunderte Japaner sich nach Hirohitos erster Radioansprache das Leben nehmen, welches Souvenir Hirohito 1975 aus den USA mitnimmt. Im August 1945 läuft die amerikanische Flotte in den Tokioter Hafen ein. Der neue Herrscher kommt vom Himmel. Er fliegt ein: General Douglas MacArthur. Gott ist groß, doch MacArthur ist größer. Der hochgewachsene General in heller Uniform neben dem kleinen Gottkaiser Hirohito in strammer Haltung und schwarzem Anzug - ein symbolisches Foto, das um die Welt geht. MacArthur leitet als Oberkommandierender der Alliierten die Entwaffnung und Demokratisierung Japans. Der Tenno darf auf dem Thron bleiben. Ein symbolisches Staatsoberhaupt ohne jede Macht. Doch auf jede Göttlichkeit muss er verzichten. Am 1. Januar 1946 gibt er auf Druck der US-Amerikaner eine Erklärung ab. Die Botschaft: Gott ist auch nur ein Mensch. Oder andersrum: Dieser Mensch war nie ein Gott. 62 Jahre lang sitzt Hirohito auf dem Thron, länger als jeder seiner vielen Vorgänger. 1989 stirbt er mit 87 Jahren an Krebs. Sein Sohn Akihito folgte ihm auf dem Thron. Und der verzichtet 2019 zu Gunsten seines Sohnes Naruhito auf den Thron. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Dr. Takuma Melber, Historiker Universität Heidelberg Weiterführende Links: Stichtag: 25. November 1921 - Japans Kronprinz Hirohito übernimmt die Regentschaft Stichtag: 7. Dezember 1941 - Japanischer Angriff auf US-Flotte in Pearl Harbor Planet Wissen: Die Geschichte Japans Planet Wissen: Nationalsozialismus - Der Zweite Weltkrieg Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Ronald Feisel und Frank Zirpins Technik: Moritz Raestrup

  • Dec 31, 2025 · 14 min

    Die Welt vor 500 Jahren: So war das Jahr 1525

    Das Jahr 1525 steht für eine Zeitenwende: Der Kapitalismus erstarkt, der Kaiser von China verbrennt seine Hochseeflotte, in Europa wütet der Bauernkrieg. Ein Jahr, das unser Leben bis heute prägt. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff: wie die Renaissance der Menschheit eine große Umwälzung bringt, die heute auch kritisch gesehen wird wie die Bauern ausgangs des 15. Jahrhunderts durch die Pest an Macht gewinnen, wie der Habsburger König Karl V. durch Bestechung zum deutschen Kaiser gewählt wird, wie in der Unterwerfung der "Neuen Welt" der Kapitalismus geboren wird. Vom endgültigen Untergang des Aztekenreichs über die Entscheidung in den deutschen Bauernkriegen bis hin zum Tod des reichsten Manns seiner Zeit - dies alles geschieht im Jahr 1525. Natürlich kann ein einzelnes Jahr nicht die Geschichte komplett verändern. Und doch lässt sich sagen: Das Jahr 1525 markiert eine Zeitenwende, die unsere Welt bis heute prägt. "Frühe Neuzeit" oder "Renaissance" nennen wir diese Epoche heute. Europa knüpft nach dem angeblich "dunklen" Mittelalter wieder an Traditionen der griechisch-römischen Antike an. Der Fortschrittsglaube beherrscht seitdem das westliche Denken - eine Denkrichtung, die im 21. Jahrhundert zunehmend kritisch gesehen wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Annette Kehnel, Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte, Universität Mannheim Fabian Scheidler, Historiker und Autor Fabian Scheidler: Das Ende der Megamaschine. 2024 Fabian Scheidler: Chaos - Das neue Zeitalter der Revolutionen. Wien 2018 Annette Kehnel: Wir konnten auch anders. München 2024 Sven Beckert: Kapitalismus - Geschichte einer Weltrevolution. Hamburg 2025 Winfried Schulze: Deutsche Geschichte im 16. Jahrhundert. Frankfurt 1987 Immanuel Wallerstein: Das moderne Weltsystem. Wien 2004 Silvia Federici: Caliban und die Hexe. Wien 2017 Weiterführende Links: Planet Wissen: Neuzeit - Bauernkrieg 1524-1526 Planet Wissen: Neuzeit - Renaissance Planet Wissen: Völker - Die Azteken Stichtag: 26. Februar 1525: Todestag von Cuauhtémoc Planet Wissen: Globaler Handel Die Fugger - die ersten "Global Player" der Geschichte Stichtag: 30. Dezember 1525: Jakob Fugger "der Reiche" stirbt in Augsburg Zeitzeichen: 28.11.1820 - Geburtstag des Philosophen Friedrich Engels Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Pfaff Redaktion: David Rother Technik: Niko Söllner

  • Dec 30, 2025 · 15 min

    Das Lied ihres Lebens: Non, je ne regrette rien

    Am 30.12.1960 legt Édith Piaf im Pariser Olympia dem Publikum ihre Seele zu Füßen. Zum ersten Mal präsentiert die Sängerin ihre Lebenshymne "Non, je ne regrette rien". In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka: welche zwei Themen die Pariser Presse im Winter 1960 beherrschen, warum Édith Piafs Konzerte für viele Franzosen weit mehr bedeuten als nur Musikgenuss, warum Édith Piaf in einem Bordell aufwächst, wie der Komponist Charles Dumont und der Texter Michel Vaucaire Édith Piaf das Chanson "Non, je ne regrette rien" ans Herz legen. Im Pariser Chanson-Tempel "Olympia" herrscht am Abend des 30. Dezember 1960 aufgeregte Spannung. Zweitausend sind gekommen, um sie noch einmal zu sehen: Édith Piaf, die Legende, Frankreichs musikalisches Nationalheiligtum. Die winzige Frau, die in einem schlichten schwarzen Kleid im Scheinwerferkegel auf der Bühne steht, ist erst 45. Doch sie sieht aus wie eine Greisin: mit dünnen Haaren, von Arthritis gequält und vom Krebs schwer gezeichnet. Die herzzerreißende Kraft ihrer Stimme aber hat sie nicht verloren. Das Chanson "Non, je ne regrette rien" ist das Lied ihres Lebens. Édith Piaf bereut nichts. Nicht die vielen Liebhaber, nicht die Exzesse und Ausschweifungen, die sie gesundheitlich ruiniert haben. Hätte sie sich nicht mehr schonen sollen, fragt sie ein Reporter kurz vor ihrem Tod. "Vielleicht, aber dann hätte ich dem Publikum nicht das gegeben, was ich ihm gegeben habe. Wenn ich etwas gebe, gebe ich ganz." Am Abend dieses 30. Dezember weiß Édith Piaf nicht, dass ihr nur noch 34 Monate zu leben bleiben. Doch sie hat sich längst mit dem Tod arrangiert. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Jens Rosteck, Musikwissenschaftler und Biograph Édith Piaf: Mein Leben. Reinbek bei Hamburg 1966 Jens Rosteck: Édith Piaf. Hymne an das Leben. Berlin 2013 Weiterführende Links: Arte: Piaf - Ohne Liebe ist man nichts Stichtag: 11. Oktober 1963 - Édith Piaf wird offiziell für tot erklärt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christiane Kopka Redaktion: Frank Zirpins Technik: Theo Kramer

  • Dec 29, 2025 · 14 min

    Die "Blutgräfin": Serienmörderin und Vorbild für Dracula?

    Sie soll hundertfach gemordet haben, um schön zu bleiben. Beweise gibt es nicht., trotzdem wird am 29.12.1610 Erzsébet Báthorys Schloss gestürmt, um ihr den Prozess zu machen. In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler: welch erschreckende Entdeckungen bei der Erstürmung des Schlosses der "Blutgräfin" angeblich gemacht werden, mit welch uncharmanten Beinamen Erzsébet Báthory bedacht wird, wie eine Ohrfeige die Mordlust der Gräfin geweckt haben soll, warum Berichte von den Gräueltaten der Gräfin heute angezweifelt werden. Sie soll im Blut von bis zu 650 Jungfrauen gebadet haben - Gruselgeschichten wie diese brachten Erzsébet Báthory den Beinamen "Blutgräfin" ein und machten sie später womöglich zu einer der Vorlagen für Bram Stokers Romanfigur Dracula. Schon im März 1610 schreibt Georg Thurzó - der hohe Beamte, der später die Burg der Báthory stürmen lässt - wichtige Rechtsbeamte an: Er sei überzeugt, dass die Báthory unzählige junge Frauen auf grausame Art zu Tode gebracht hat. Es sollen Beweise gesammelt werden. Im Dezember 1610 wird das Schloss gestürmt. Die Gräfin wird vor Gericht gestellt. Seltsam ist, dass keines der Opfer namentlich genannt wird. Die Gräfin Báthory selbst wird im Prozess weder befragt, noch darf sie sich selbst äußern. Die Urteile sind fragwürdig. Der Diener, der vor allem bei der Entsorgung der Leichen geholfen haben soll, wird enthauptet und dann verbrannt. Drei weibliche Angestellte werden grausam gefoltert und lebendig verbrannt. Die Gräfin selbst, die angebliche Täterin, bekommt lediglich Hausarrest. Den Rest ihres Lebens muss sie auf ihrer Burg verbringen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kathrin Kompisch, Buchautorin und Historikerin Michael Farin (Hg.): Heroine des Grauens. Wirken und Leben der Elisabeth Báthory in Briefen, Zeugenaussagen und Phantasiespielen. München 1989. Weiterführende Links: Planet Wissen: Britische Schauergestalten - Graf Dracula Planet Wissen: Fabelwesen - Vampire Stichtag: 20. April 1912 - Bram Stoker stirbt in London Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Carolin Rückl/Frank Zirpins Technik: Sarah Fitzek

  • Dec 28, 2025 · 14 min

    Der Burgos-Prozess: Als die ETA Franco vor der Welt blamierte

    ETA-Angeklagte drehen den Schauprozess um, prangern Folter an – und zwingen Franco, die Todesurteile vom 28.12.1970 unter weltweitem Druck zurückzunehmen. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff: wie Francisco Franco in Spanien eine grausame Diktatur etabliert, dass es in Spanien nach Kambodscha die meisten Massengräber gibt, warum das Franco-Regime beim Burgos-Prozess internationale Presse zulässt, wie der Prozess danach aus dem Ruder läuft, warum die ETA nach dem Ende des Franco-Regimes ihre Waffen nicht abgibt. Mitte der 1960er Jahre regt sich in Spanien Widerstand gegen das Franco-Regime. Junge Basken gründen die Untergrundorganisation "Euskadi ta Askatasuna" ("Baskenland zur Freiheit"), kurz: ETA. Im Dezember 1970 werden 16 junge ETA-Aktivisten in der nordspanischen Stadt Burgos vor ein Militärgericht gestellt. Als sechs der Angeklagten zum Tod verurteilt werden, protestiert die Weltöffentlichkeit - von Picasso bis Sartre. Auch Papst Paul VI. fordert das erzkatholische Regime auf, die Urteile nicht zu vollstrecken. Ein Fiasko für Franco, der schon zwei Tage später öffentlich verkünden muss, die Todesstrafen zurückzunehmen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Klaus Armbruster, Stadtführer Raul Zelik, Politologe und Autor Raul Zelik: "Das baskische Labyrinth", Radiofeature WDR und DLF 2007 Raul Zelik: Die Linke im Baskenland. Eine Einführung. Wien 2019 Weiterführende Links: Lexikon der politischen Strafprozesse: Der Burgos-Prozess Baskultur-Info: Der Burgos-Prozess Zeitzeichen 20.11.1975: Todestag des Diktators Francisco Franco Zeitzeichen 06.12.1978: Das spanische Volk nimmt in einem Referendum die Verfassung an Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Pfaff Redaktion: Matti Hesse Technik: Jürgen Beiner