
Zwischen Nutznießern, Digitalisierung und Geld-Verschleudern | Laura zum aktuellen Stand
Dr. Laura Dalhaus trägt diesmal ein Shirt mit der Aufschrift „Nutznießer“. Schließlich hat Kanzler Merz die Health Care Professionals genau so bezeichnet. Laura stellt sich deshalb vor allem eine Frage: Was hat er eigentlich für Berater:innen? In der vergangenen Woche war sie beim Deutschen Hausärztetag. Dort hielt der KBV-Vorsitzende Herr Gassen einen Vortrag und sprach davon, dass die Versorgung der gesetzlich Versicherten vor einer Zäsur steht. Für ihn muss deshalb auch der Sicherstellungsauftrag neu bewertet werden. Denn eines funktioniert auf Dauer nicht: Der Ärzteschaft immer mehr Pflichten aufzubürden und ihr gleichzeitig die Rechte einer freien Ärzteschaft zu nehmen. Auf den neuen Gesundheitsminister Linnemann wartet jedenfalls eine ziemlich lange To-do-Liste. Die Primärversorgung wird weiter diskutiert, gleichzeitig steht das GeDIG an – das Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen. Ärzt:innen sehen das kritisch, weil Krankenkassen dadurch weitreichenden Einblick in die Daten ihrer Versicherten erhalten. Und damit nicht genug: Auch das Pflege-Neuordnungsgesetz und das Gesundheitssicherstellungsgesetz stehen auf der Agenda. Das Gesundheitssystem soll resilienter werden und im Katastrophenfall handlungsfähig bleiben. Nur: Im normalen Alltag steht es bereits kurz davor, an seine Grenzen zu kommen. Ein weiteres Highlight für Laura: das Bürokratieabbaugesetz. Was davon am Ende tatsächlich als Bürokratieabbau übrig bleibt, wird sich zeigen. Dann wäre da noch die Notfallreform. Geplant ist unter anderem eine neue Struktur mit einem zusätzlichen Hausbesuchsdienst rund um die Uhr. 24/7 also. Die entscheidende Frage: Wer soll das eigentlich leisten? Auch die Primärversorgung bleibt politisch auf dem Tisch. Thomas Ballers, Stellvertreter von Jens Baas, hat die Reihenfolge noch einmal bekräftigt: digital vor ambulant vor stationär. Gerade in der Notfallmedizin läuft schon heute vieles über Flussdiagramme. Damit sind die Chatbots schon überfordert. Dieses System für noch mehr Beratungsanlässe zu öffnen, ist für Laura eine Utopie. Der Digitalisierungswahn der TK hat bereits Konsequenzen: Hunderte Psychotherapeut:innen haben die TK aus Protest verlassen. Der daraus entstandene Verlust sollte bei rund vier Millionen Euro liegen. Für den nächsten Aufschrei sorgen 15 Krankenkassen: Sie haben bei Spekulationsgeschäften 1,1 Milliarden Euro verloren. Welche Krankenkassen betroffen sind, wird allerdings nicht veröffentlicht. Laura hält genau diese fehlende Transparenz für fragwürdig. Gleichzeitig soll eine neue Kommission dafür sorgen, dass die Pharma-Branche durch Subventionen geschont wird. Patient:innen dagegen sollen künftig bis zu 15 Euro zuzahlen pro Medikament. Und irgendwo zwischen all diesen Baustellen verhandeln Krankenkassen und Kassenärztliche Bundesvereinigung auch noch über den Orientierungswert. Auch die Unikliniken bekommen ihr eigenes Kapitel. Laura bringt einen Fall mit, bei dem ein Medikament für 11.000 Euro pro Monat verschrieben wurde. Würde ein:e niedergelassene:r Ärzt:in eine solche Verordnung ausstellen, könnten riesige Regresse drohen. Genau da liegen für Laura die Hausaufgaben der Politik. Dann gibt es noch die MVZs. Bei ihnen wird immer undurchsichtiger, welche Investor:innen eigentlich dahinterstehen. Dabei schaffen niedergelassene Praxen Arbeitsplätze und sorgen für Kaufkraft. Nur scheint genau das in der Politik nicht besonders viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Praxen selbst müssen übrigens ziemlich transparent sein: Sie müssen offenlegen, wer sie sind, welche Fachärzt:innen dort arbeiten und was abgerechnet wird. Für den Medizinischen Dienst gelten diese Anforderungen nicht in gleicher Weise. Laura fordert deshalb auch beim MD mehr Transparenz. Und dann geht es noch um die Krankenkassen selbst. Künftig sollen sie ihre Versicherten nicht mehr über eine Erhöhung des Zusatzbeitrags informieren müssen. Das schwächt allerdings den Wettbewerb zwischen den Kassen – genau den Wettbewerb also, den die Politik eigentlich wollte. Zum Schluss spricht Laura über die Wahl in Sachsen-Anhalt. Das Ergebnis lässt sie fassungslos zurück. Sie kann nicht nachvollziehen, wie Hass und die Abwertung anderer Menschen gesellschaftsfähig werden konnten. Vor allem vor Kolleg:innen zieht sie dabei den Hut. Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/


















