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5 Minus · Tuesday · 1 hr 2 min

Was das GKV-Spargesetz mit der Orthopädie macht | Mario Werner

Dr. Laura Dalhaus wird häufig vorgeworfen, Fachärzt:innen zu hart zu kritisieren. Genau deshalb hat sie sich für diese Folge Unterstützung aus der Orthopädie geholt: Mario Werner. Die Aufnahme findet an einem Tag statt, an dem gleich zwei gesundheitspolitische Entscheidungen für Diskussionen sorgen – die Abschaffung der telefonischen AU und die Ankündigung einer Termingarantie für Fachärzt:innen durch den Bundeskanzler. Für Mario steht fest: Das GKV-Spargesetz wird die ambulante Versorgung massiv belasten. Schon heute sei es für viele Praxen kaum noch möglich, wirtschaftlich zu arbeiten. Dabei beschäftigt der ambulante Sektor mehr Menschen als die Pharmaindustrie – ein Umstand, der in der politischen Debatte aus seiner Sicht viel zu wenig Beachtung findet. In der Orthopädie beträgt die Grundpauschale rund 25 Euro. Dafür sollen eine qualifizierte Beratung, Untersuchung und Behandlung innerhalb eines Unternehmens mit Mitarbeitenden erbracht werden. Unter diesen Bedingungen lässt sich wirtschaftlich nur ein sehr begrenztes Zeitfenster pro Patient:in darstellen. Mehrere Beschwerden in einer Sprechstunde zu behandeln, scheitert häufig schon an den Vorgaben des WANZ-Prinzips. Mario sieht darin vor allem ein Informationsproblem. Vielen Entscheidungsträgern sei nicht bewusst, unter welchen Rahmenbedingungen ambulante Medizin tatsächlich stattfindet. Laura beobachtet außerdem, dass die konservative Orthopädie immer weiter an Bedeutung verliert. Gemeinsam nehmen die beiden dafür die Versorgung einer Handgelenksfraktur als Beispiel. Für ein Röntgenbild erhalten Orthopäd:innen lediglich etwa 12 Euro – unabhängig davon, dass vor einer Operation, danach und während der Heilungsphase mehrfach geröntgt werden muss. Zusätzliche extrabudgetäre Vergütungen über den Hausarztvermittlungsfall fallen mit dem GKV-Spargesetz ebenfalls weg. Auch notwendige Investitionen lassen sich kaum finanzieren. Ein hochwertiges Ultraschallgerät kostet rund 40.000 Euro und kann über die Vergütung der gesetzlichen Krankenversicherung praktisch nicht refinanziert werden. Für Laura und Mario ist das Ausdruck einer strukturellen Unterfinanzierung. Gleichzeitig fordert die Politik immer mehr Ambulantisierung. Aus ihrer Sicht passt das schlicht nicht zusammen und ist das Ergebnis jahrelanger gesundheitspolitischer Fehlentscheidungen. Mario hat sich bewusst für seinen Beruf entschieden und zusätzlich die Fortbildung Chirotherapie absolviert. Vergütet wird diese Leistung jedoch lediglich mit fünf bis sechs Euro – deutlich zu wenig, um den Aufwand der Weiterbildung oder die notwendige Behandlungszeit abzubilden. Vor allem fehlt ihm die Möglichkeit, Patient:innen die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie eigentlich benötigen. Laura macht deutlich, welche Folgen dieser Zeitdruck hat. Sie befürchtet, dass sich gesundheitliche Versorgung künftig immer stärker am Geldbeutel orientiert. Für sie bestätigt sich damit erneut: Armut macht krank – und Krankheit macht arm. Mit gesetzlich versicherten Patient:innen lassen sich häufig gerade einmal die laufenden Kosten einer Praxis decken. Das Einkommen der Praxisinhaber:innen wird vielfach erst durch Privatpatient:innen erwirtschaftet. Gleichzeitig tragen Selbstständige sämtliche wirtschaftlichen Risiken – von Krankheit bis zum Praxisausfall – selbst. Für beide ist klar: Eine stabile Gesundheitsversorgung ist eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren eines Landes. Ein weiterer Dauerbrenner ist die Bürokratie. Sie bindet inzwischen so viele Ressourcen, dass in Lauras Praxis regelmäßig eine ärztliche Kraft einen kompletten Tag ausschließlich für Formulare, Anträge und Dokumentation einplant. Laura ist überzeugt, dass die Stimmung in der Ärzteschaft deutlich besser wäre, wenn die Politik medizinische Expertise ernster nehmen würde. Schließlich investieren viele Ärzt:innen rund zwölf Jahre in ihre Aus- und Weiterbildung, bevor sie als Fachärzt:innen tätig sein können. Auch Mario sieht Herausforderungen außerhalb der Politik. Viele Patient:innen unterschätzen, wie eng der Handlungsspielraum von Ärzt:innen inzwischen durch gesetzliche und wirtschaftliche Vorgaben geworden ist. Besonders kritisch bewertet Laura die angekündigte Termingarantie. Für sie gehört die Gestaltung des Terminkalenders zur unternehmerischen Freiheit und damit zur ärztlichen Selbstständigkeit. Gleichzeitig entsteht bei ihr der Eindruck, dass die Interessen großer Lobbys – etwa der Lebensmittelindustrie oder der Pharmaindustrie – politisch deutlich stärker berücksichtigt werden als die derjenigen, die täglich die medizinische Versorgung sicherstellen. Mehr über Mario: https://ortho-prevent.de https://www.linkedin.com/in/mario-werner-9b8a66135/ https://www.instagram.com/orthoprevent/ Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

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Dr. Laura Dalhaus wird häufig vorgeworfen, Fachärzt:innen zu hart zu kritisieren. Genau deshalb hat sie sich für diese Folge Unterstützung aus der Orthopädie geholt: Mario Werner. Die Aufnahme findet an einem Tag statt, an dem gleich zwei gesundheitspolitische Entscheidungen für Diskussionen sorgen – die Abschaffung der telefonischen AU und die Ankündigung einer Termingarantie für Fachärzt:innen durch den Bundeskanzler.

Für Mario steht fest: Das GKV-Spargesetz wird die ambulante Versorgung massiv belasten. Schon heute sei es für viele Praxen kaum noch möglich, wirtschaftlich zu arbeiten. Dabei beschäftigt der ambulante Sektor mehr Menschen als die Pharmaindustrie – ein Umstand, der in der politischen Debatte aus seiner Sicht viel zu wenig Beachtung findet.

In der Orthopädie beträgt die Grundpauschale rund 25 Euro. Dafür sollen eine qualifizierte Beratung, Untersuchung und Behandlung innerhalb eines Unternehmens mit Mitarbeitenden erbracht werden. Unter diesen Bedingungen lässt sich wirtschaftlich nur ein sehr begrenztes Zeitfenster pro Patient:in darstellen. Mehrere Beschwerden in einer Sprechstunde zu behandeln, scheitert häufig schon an den Vorgaben des WANZ-Prinzips.


Mario sieht darin vor allem ein Informationsproblem. Vielen Entscheidungsträgern sei nicht bewusst, unter welchen Rahmenbedingungen ambulante Medizin tatsächlich stattfindet.


Laura beobachtet außerdem, dass die konservative Orthopädie immer weiter an Bedeutung verliert. Gemeinsam nehmen die beiden dafür die Versorgung einer Handgelenksfraktur als Beispiel. Für ein Röntgenbild erhalten Orthopäd:innen lediglich etwa 12 Euro – unabhängig davon, dass vor einer Operation, danach und während der Heilungsphase mehrfach geröntgt werden muss. Zusätzliche extrabudgetäre Vergütungen über den Hausarztvermittlungsfall fallen mit dem GKV-Spargesetz ebenfalls weg.


Auch notwendige Investitionen lassen sich kaum finanzieren. Ein hochwertiges Ultraschallgerät kostet rund 40.000 Euro und kann über die Vergütung der gesetzlichen Krankenversicherung praktisch nicht refinanziert werden.


Für Laura und Mario ist das Ausdruck einer strukturellen Unterfinanzierung. Gleichzeitig fordert die Politik immer mehr Ambulantisierung. Aus ihrer Sicht passt das schlicht nicht zusammen und ist das Ergebnis jahrelanger gesundheitspolitischer Fehlentscheidungen.


Mario hat sich bewusst für seinen Beruf entschieden und zusätzlich die Fortbildung Chirotherapie absolviert. Vergütet wird diese Leistung jedoch lediglich mit fünf bis sechs Euro – deutlich zu wenig, um den Aufwand der Weiterbildung oder die notwendige Behandlungszeit abzubilden. Vor allem fehlt ihm die Möglichkeit, Patient:innen die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie eigentlich benötigen.


Laura macht deutlich, welche Folgen dieser Zeitdruck hat. Sie befürchtet, dass sich gesundheitliche Versorgung künftig immer stärker am Geldbeutel orientiert. Für sie bestätigt sich damit erneut: Armut macht krank – und Krankheit macht arm.


Mit gesetzlich versicherten Patient:innen lassen sich häufig gerade einmal die laufenden Kosten einer Praxis decken. Das Einkommen der Praxisinhaber:innen wird vielfach erst durch Privatpatient:innen erwirtschaftet. Gleichzeitig tragen Selbstständige sämtliche wirtschaftlichen Risiken – von Krankheit bis zum Praxisausfall – selbst.


Für beide ist klar: Eine stabile Gesundheitsversorgung ist eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren eines Landes.


Ein weiterer Dauerbrenner ist die Bürokratie. Sie bindet inzwischen so viele Ressourcen, dass in Lauras Praxis regelmäßig eine ärztliche Kraft einen kompletten Tag ausschließlich für Formulare, Anträge und Dokumentation einplant.


Laura ist überzeugt, dass die Stimmung in der Ärzteschaft deutlich besser wäre, wenn die Politik medizinische Expertise ernster nehmen würde. Schließlich investieren viele Ärzt:innen rund zwölf Jahre in ihre Aus- und Weiterbildung, bevor sie als Fachärzt:innen tätig sein können.


Auch Mario sieht Herausforderungen außerhalb der Politik. Viele Patient:innen unterschätzen, wie eng der Handlungsspielraum von Ärzt:innen inzwischen durch gesetzliche und wirtschaftliche Vorgaben geworden ist.


Besonders kritisch bewertet Laura die angekündigte Termingarantie. Für sie gehört die Gestaltung des Terminkalenders zur unternehmerischen Freiheit und damit zur ärztlichen Selbstständigkeit. Gleichzeitig entsteht bei ihr der Eindruck, dass die Interessen großer Lobbys – etwa der Lebensmittelindustrie oder der Pharmaindustrie – politisch deutlich stärker berücksichtigt werden als die derjenigen, die täglich die medizinische Versorgung sicherstellen.



Mehr über Mario:


https://ortho-prevent.de

 

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