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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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  • May 21, 2025 · 14 min

    Der Baader-Meinhof-Prozess: Showdown zwischen Staat und RAF

    Der Gerichtssaal wird eigens für diesen Prozess gebaut: Am 21.5.1975 beginnt die Verhandlung gegen die RAF-Terroristen um Andreas Baader in Stuttgart-Stammheim. In diesem Zeitzeichen erzählt Christopher Heimer: wie Stammheim zum Synonym für die RAF wird, wie der Staat juristisch zwar als Sieger aus dem Prozess hervorgeht, aber bedenkliche Schwächen zeigt, wie auch die Anwälte von Anfang an unter Generalverdacht stehen, wie der Prozess 1977 mit dem "Deutschen Herbst" in einer beispiellosen Welle der Gewalt mündet. Am 21. Mai 1975 beginnt im eigens gebauten Hochsicherheits-Prozesssaal der JVA Stuttgart-Stammheim ein Prozess der Superlative. Fast zwei Jahre dauert der zermürbende Showdown zwischen Rechtsstaat und den Köpfen der Roten Armee Fraktion, die sich als Kriegsgefangene bezeichnen und einen politischen Prozess inszenieren wollen. Angeklagt sind Ulrike Meinhof, Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe. Ihnen werden vier Morde, 54 Mordversuche und sechs Sprengstoff-Anschläge vorgeworfen. Der ursprünglich mitangeklagte Holger Meins stirbt ein halbes Jahr zuvor an den Folgen eines Hungerstreiks im Gefängnis. Ulrike Meinhof erhängt sich im Mai 1976 in ihrer Zelle. Der Prozess wird immer wieder durch Wortgefechte der Angeklagten und ihrer Verteidiger mit dem Richter Theodor Prinzing unterbrochen. Am 28. April 1977 werden die verbliebenen Angeklagten nach 192 Verhandlungstagen zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Die zweite Generation der RAF beginnt eine blutige Offensive, um die Terroristen freizupressen. Angeführt wird sie von Brigitte Mohnhaupt, die kurzzeitig ebenfalls im Stammheimer Hochsicherheitstrakt einsitzt und von Baader Befehlsgewalt erhält. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Stefan Aust (Journalist, Autor) Heribert Prantl (Journalist, Autor, Jurist) Stefan Aust: Der Baader-Meinhof-Komplex, aktualisierte Ausgabe. München 2020 Butz Peters: 1977: RAF gegen Bundesrepublik. München 2017 Weiterführende Links: WDR Dossier: Deutscher Herbst 1977 WDR Dossier: Die Stammheim-Tonbänder Stichtag: 17.03.1977: Abhörskandal in Stuttgart-Stammheim Planet Wissen: Deutsche Geschichte - Die Rote Armee Fraktion (RAF) ARD-Audiothek: SWR Kultur - Die RAF und der Deutsche Herbst 1977: Die Vorgeschichte Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christopher Heimer Redaktion: Frank Zirpins

  • May 20, 2025 · 14 min

    Jürgen Hinzpeter dokumentiert das Militärmassaker in Südkorea

    Am 20.3.1980 gelingt es dem Kameramann Jürgen Hinzpeter unter Lebensgefahr, das Militärmassaker im südkoreanischen Gwangju zu dokumentieren. Dabei sollte die Welt davon nichts erfahren. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau: wie ARD-Kameramann Jürgen Hinzpeter und sein Team ihre Leben riskieren, um aus der Stadt Gwangju zu berichten, wie eine gut erzählte Geschichte Wunder bewirkt, welche wichtige Rolle eine Keksdose in dem dramatischen Geschehen bekommt, wie die Bilder des Kameramanns Jürgen Hinzpeter weltweit Empörung auslösen und so Druck auf das südkoreanische Militärregime erzeugen. Ab 1961 regiert in Südkorea Diktator Park Chung Hee. Als dieser 1979 von seinem eigenen Geheimdienstchef ermordet wird, hoffen viele südkoreanische Studenten auf Demokratie. In dieser Phase des Umbruchs aber reißt General Chun Doo-Hwan mit einem Putsch die Macht an sich. Das Militär verhängt das Kriegsrecht, schließt die Universitäten und lässt zahlreiche Oppositionelle verhaften. Dagegen formiert sich massiver Widerstand. Allein in Seoul gehen an die 100.000 Studierende auf die Straße und fordern die Rücknahme des Kriegsrechts. Das Militär reagiert mit Härte und verbietet am 17. Mai 1980 sämtliche politische Aktivitäten - der Beginn des Aufstandes in der Provinzhauptstadt Gwangju, der gewaltsam niedergeschlagen wird. Der ARD-Kameramann Jürgen Hinzpeter fliegt nach Absprache mit der Redaktion in Hamburg gemeinsam mit dem Tontechniker Henning Rumohr von Tokio noch am selben Tag in die südkoreanische Hauptstadt Seoul. Unter höchsten Gefahren fahren Hinzpeter, Ruhmohr und ihr Fahrer Kim Sa-Bok nach Gwangju. Hinzpeter ist der einzige Journalist, der über die Ereignisse und das brutale Vorgehen des Militärs gegen die Demonstranten berichtet. Jürgen Hinzpeter stirbt am 25. Januar 2016 im Alter von 78 Jahren in der Universitätsklinik Lübeck. Als "der Zeuge mit den blauen Augen" wird er in Südkorea verehrt - für Mut, Wahrheit und journalistische Verantwortung. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Hannes Mosler, Professor für Ostasienkunde an der Universität Duisburg und Südkorea-Experte Weiterführender Link: Planet Wissen: Geschichte Koreas - das geteilte Land Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Mau Redaktion: Matti Hesse

  • May 19, 2025 · 14 min

    Vietnams Nationalheld und 68er-Ikone: Ho Chi Minh

    Als Nguyen Sinh Cung wird er am 19. Mai 1890 in einem nordvietnamesischen Dorf geboren. Als Ho Chi Minh, den Revolutionär und Freiheitskämpfer, kennt ihn bis heute die Welt. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath: wie Ho Chi Minh vom Tellerwäscher zum Revolutionär wird, dass er mit den Franzosen und den USA paktiert - und dafür in der eigenen Partei in die Kritik gerät, von Ho Chi Minh und Che Guevara - zwei Ikonen der 68er-Bewegung, warum sich Ho Chi Minh eigentlich ein ganz anderes Begräbnis gewünscht hat. Ho Chi Minh ("Der weise Gewordene") kommt am 19. Mai 1890 in der vietnamesischen Stadt Kim Lien als Sohn eines Provinzbeamten zur Welt. Geboren wird er als Nguyen Sin Cung - im Laufe seines Lebens ändert er mehrfach seinen Namen. Er studiert in Moskau und ist doch immer mehr Nationalist als Kommunist im verworrenen Kampf um die Unabhängigkeit und die Einheit Vietnams. Unter seiner Führung besiegen vietnamesische Kämpfer zuerst die französischen Kolonialherren und später die Supermacht USA. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass Ho Chi Minh diese Kriege gar nicht wollte. In Vietnam ist "Onkel Ho" noch immer eine Kultfigur, das Mausoleum in Hanoi bis heute eine Pilgerstätte. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Peter Neville, britischer Historiker und Verfasser einer Biographie über Ho Chi Minh Martin Großheim, Historiker für vietnamesische Geschichte, Universität Seoul und Verfasser einer Biographie über Ho Chi Minh Pierre Brocheux: Ho Chi Minh. A Biography. New York, 2007 Martin Großheim: Ho Chi Minh. Der geheimnisvolle Revolutionär. München, 2011 Peter Neville: Ho Chi Minh. London, 2019 Weiterführende Links: Planet Wissen: Ho Chi Minh Stichtag: 27. Januar 1973 - Abkommen über das Ende des Vietnamkriegs unterzeichnet Stichtag: 2. Juli 1976 - Offizielle Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Kath Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother Technik: Sarah Fitzek

  • May 18, 2025 · 14 min

    Inspiration Rossinis: Pauline Viardot-Garcia (gest. 18.5.1910)

    Sie wird als Opernstar berühmt, komponiert aber lieber. Viardot vereint Musikstile Europas, ist politisch - und so modern, dass höhere Damen schon mal den Saal verlassen. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz: von Pauline Viardot-Garcías musikalischen Wurzeln, vom russischen Dichter Iwan Turgenjew, mit dem sie eine erotische Freundschaft verbindet, wie das politische Geschehen stets Paulines Leben beeinflusst, vom Schicksalsjahr 1883, in dem ihr Mann und ihr Freund sterben. Pauline García verfügt über eine außergewöhnlich charismatische Mezzosopran-Stimme. Doch ihre ganze Liebe gehört zunächst dem Klavierspiel und dem Komponieren. Der junge Franz Liszt wird ihr Lehrer. Erst nach dem frühen Tod ihres Vaters und ihrer Schwester widmet sich Garcia auf Wunsch ihrer Mutter dem Gesang - um ihre Familie zu ernähren. Das gelingt prächtig. Fast ein Vierteljahrhundert feiert Pauline, die nach der Hochzeit mit dem Kunstsammler und Schriftsteller Louis Viardot auch den Namen ihres Mannes trägt, Triumphe auf allen großen Bühnen Europas. Auch als Komponistin ist Pauline Viardot-García hochgeachtet. In ihren Salons sind die berühmtesten Künstler jener Zeit zu Gast. Als weibliche Leitfigur in der männerdominierten Musikwelt fördert Viardot-García junge Komponisten wie Jules Massenet oder Gabriel Fauré. Am 18. Mai 1910 stirbt Pauline Viardot-Garcia mit 89 Jahren. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Beatrix Borchard, Musikwissenschaftlerin Beatrix Borchard: Pauline Viardot-Garcia. Fülle des Lebens. Köln, 2016 Ursula Keller/Natalja Sharansak: Iwan Turgenjew und Pauline Viardot. Eine außergewähnliche Liebe. Berlin, 2018 Désirée Wittkowski (Hrsg.): Herzensschwestern der Musik. Pauline Viardot und Clara Schumann. Briefe einer lebenslangen Freundschaft. Laaber, 2019. Diese Musik haben wir verwendet: Pauline Viardot: Vor Gericht. "… die Seele lebt im Liede …" Zu Gast im Salon der Sängerin und Komponistin Pauline Viardot, Julia Sukmanova (Sopran); Elena Sukmanova (Klavier); Dr. phil. Birgit Kiupel (Wort und Bild). Fontenay Classics CD FCI0006; 4260230740060; LC 24538 Pauline Viardot: Er ist's. Miriam Alexandra (Sopran); Eric Schneider (Klavier). Oehms Classics CD OC 1878; 4260330918789; LC 12424 Pauline Viardot: Hai, Luli! Esther Abrami Ensemble. Sony CD 019802900182; 0198029001822; LC 06868 Pauline Viardot: Sérénade, aus: Klavierstücke VWV 3015. David Kadouch (Klavier). Mirare CD MIR532; 3760127225331; LC 12654 Manuel Garcia: Soy contrabandista. Cecilia Bartoli (Mezzosopran); Orchestra La Scintilla; Adam Fischer (Ltg.). Decca CD 475 9077; 028947590781; LC 00171 Maria Malibran: Rataplan. Cecilia Bartoli (Mezzosopran); Orchestra La Scintilla; Adam Fischer (Ltg.). Decca CD 475 9077; 028947590781; LC 00171 Christoph Willibald Gluck/ Hector Berlioz: Orphée & Eurydice. Anne Sofie von Otter (Mezzosopran); Orchestre de l’Opéra de Lyon; John Eliot Gardiner (Ltg.). EMI CD 5 56885; 724355688521; LC 06646 Gioacchino Rossini: Il Barbiere di Siviglia. Münchner Rundfunkorchester; Ralf Weikert (Ltg.). nightingale CD NC 004022; LC 3323 Pauline Viardot: Plainted‚ amour. Ina Kancheva (Sopran); Ludmil Angelov (Klavier). Toccata CD TOCC 0303; 5060113443038; LC 14674 Gabriel Fauré: Cendrillon. Sandrine Piau (Sopran); Nicholas Kok (Klavier). Virgin CD 50999 088470 2; 509990884702; LC 07873 Pauline Viardot: La gallina. Helena Ressurreição (Sopran), Natalia Labourdette (Sopran); Francisco Soriano (Klavier). Odradex CD ODRCD426; 810042704268; LC 37063 Pauline Viardot: Tarantelle, aus: Six morceaux. Thomas Albertus Irnberger (Violine) Barbara Moser (Klavier). Gramola CD 98966; 9003643989665; LC 20638 Weiterführende Links: WDR 3 Komponistinnen im Fokus: Louise Héritte-Viardot - wild und unzähmbar Stichtag: 31. Juli 1886 - Tod des Komponisten Franz Liszt Stichtag: 9. März 1886 - Saint-Saëns' "Karneval der Tiere" uraufgeführt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vratz Redakteure: Carolin Rückl und Matti Hesse

  • May 17, 2025 · 14 min

    Aufbruch ins Ungewisse: Die Expedition Ra II

    Mit einem Papyrusfloß über den Atlantik - mit dieser abenteuerlichen Reise beweist Thor Heyerdahl, dass schon in der Antike hochseetaugliche Boote gebaut wurden - und lernt viel über die Verschmutzung der Meere. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath: warum ein Aufenthalt auf der Südsee-Insel Fatu Hiva Heyerdahls Leben verändert, was die Papyrusboote "Ra" und "Ra II" unterscheidet, von einem Affen namens Safi, dass Heyerdahl Thesen in der Fachwelt stets umstritten waren. Am 17.5.1970 startet Thor Heyerdahl mit dem Papyrusfloß "Ra II" von der Westküste Marokkos aus zur Atlantiküberfahrt. Es ist der zweite Versuch - und dieses Mal geht alles gut. Nachdem die Überquerung mit der "Ra" im Jahr zuvor noch kurz vor dem Ziel gescheitert war, erreichen Heyerdahl und seine Crew diesmal nach 56 Tagen und rund 6.000 Kilometern tatsächlich Barbados in der Karibik. Es ist nicht das erste Mal, dass Heyerdahl weltweit Schlagzeilen macht. Er ist der Kon-Tiki Mann, der es schon 1947 mit einem primitiven Holzfloß geschafft hatte, von Südamerika über den Pazifik in die Südsee zu segeln. Mit der geglückten Expedition der "Ra II" hat er jetzt bewiesen, dass zumindest theoretisch schon die alten Ägypter - lange vor Kolumbus - über den Atlantik hätten segeln können. Auf seiner Fahrt entdeckt Heyerdahl zahlreiche Ölklumpen im Wasser. Er funkt die Verseuchung an die UN und initiiert damit das erste internationale Abkommen gegen Meeresverschmutzung durch Schiffe. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Liv Heyerdahl, Direktorin des Kon Tiki-Museums Oslo und Enkelin von Thor Heyerdahl Ragnar Kvam, norwegischer Journalist und Biograf von Thor Heyerdahl Ragnar Kvam: Biografie Heyerdahl. Auf dem Floß zum Forscherruhm (2012) Thor Heyerdahl: Expedition Ra. Mit dem Sonnenboot in die Vergangenheit (1980) Weiterführende Links: ARD alpha: Thor Heyerdahl. Die Expeditionen Ra und Ra II Zeitzeichen: 06.10.1914 - Der Geburtstag von Thor Heyerdahl Stichtag: 28. April 1947 - Thor Heyerdahl startet mit seinem Floß Kon-Tiki Stichtag: 25. Mai 1969 - Thor Heyerdahl startet Fahrt über den Atlantik mit der "Ra" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Kath Redaktion: Frank Zirpins Technik: Sascha Schiemann

  • May 16, 2025 · 14 min

    Schicksalsjahre einer französischen Königin: Marie Antoinette

    Am 16. Mai 1770 heiratet die 14-jährige Marie Antoinette Frankreichs Thronfolger. Was als prachtvolles Bündnis zwischen Habsburg und Bourbon beginnt, endet auf dem Schafott. In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammüller: wie die 14-jährige Maria Antonia mit Zahnschmerzen zu einer bedeutenden Hochzeit aufbricht, wie aus einem Modeskandal das berühmteste Porträt einer Königin entsteht, warum Marie Antoinette ihre Kinder vor Publikum zur Welt bringen muss, wie ein Friseur, eine Malerin und ein Schwede das Hofleben aufmischen, und warum ein Diamanthalsband einem ganzen Königreich zum Verhängnis wird. Sie kommt mit einem Tross von Dutzenden Kutschen - und mit einer Zahnspange: Maria Antonia, jüngste Tochter Maria Theresias. Sie soll Frankreichs Thronfolger heiraten. Aus der schüchternen Erzherzogin wird Marie Antoinette: Frankreichs Königin, Stilvorbild, Projektionsfläche. Ihre Ehe? Kalt. Ihr Umfeld? Feindselig. Versailles verlangt Fassade statt Gefühl. Doch die junge Frau tanzt lieber, lacht laut, wagt Neues. Sie wirft das Korsett der Konvention ab - und gerät ins Kreuzfeuer. Als Frankreich brodelt, wird aus "der Österreicherin" eine Hassfigur. Die Revolution fordert ihren Kopf. Und doch: Am Ende ist sie mutiger als je zuvor. Das sind unsere wichtigsten Quellen: Johanna Hellmann: Marie Antoinette in Versailles, Politik, Patronage und Projektionen, Münster 2020. Michaela Lindinger: Marie Antoinette. Zwischen Aufklärung und Fake News - Im Zentrum der Revolution - Königin der Lust, Wien 2023. Rolf Reichardt (Hg.): Ploetz. Die Französische Revolution, Freiburg 1988. Und das sind unsere Interviewpartnerinnen: Johanna Hellmann, Historikerin, Stuttgart Michaela Lindinger, Historikerin, Wien Weiterführende Links: WDR Zeitzeichen: 02.11.1755 - Geburtstag der Königin Marie Antoinette Planet Wissen - Französische Revolution: Marie Antoinette Die Welt der Habsburger: Maria Theresia Arte: Kapitalismus made in USA - Reichtum als Kult Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Edda Dammüller Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse Technik: Sascha Schiemann

  • May 15, 2025 · 14 min

    Fast-Food-Pioniere: Brüder McDonald eröffnen erstes Restaurant

    Am 15.5.1940 beginnt die Fast-Food-Revolution. Der Erfolg kommt, als sie auf Fließbandproduktion ihrer Burger umstellen. Doch am Ende macht ihr eigener Laden pleite. In diesem Zeitzeichen erzählt Kay Bandermann: warum ein Hamburger für 15 Cent den Nerv der Zeit trifft, wie ein Milchshake-Mixer-Verkäufer zur Fast-Food-Legende wird, weshalb McDonald’s zum Symbol des amerikanischen Fortschritts wird, wie das Burger-Imperium in Rom zu öffentlichen Protesten führt, und was das erste McDonald’s mit der Geburtsstunde der Slow-Food-Bewegung zu tun hat. San Bernardino, 14th und E Street: Hier beginnt 1940 eine Erfolgsgeschichte, die unsere Essgewohnheiten grundlegend verändert. Richard und Maurice McDonald servieren Burger durchs Autofenster. Was zählt, sind nicht Handwerk und Kreativität, sondern Effizienz und Wiederholbarkeit. 1954 entdeckt der Handelsvertreter Ray Kroc das Potenzial, verdrängt die Brüder aus dem Geschäft – und gründet ein Imperium. Das Prinzip: berechenbar, verlässlich und immer verfügbar. Fastfood als Spiegel eines Lebensgefühls. Was für die einen nach Freiheit schmeckt, ist für die anderen Symbol einer entzauberten Esskultur. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Guido Ritter, FH Münster Axel Kirsch, Franchise-Nehmer McDonald’s Lina Maria Wittstamm, Gründerin des Restaurants NEĀ, Bochum Wiebke Rieck, Slow Food Deutschland e.V. Eric Schlosser: Fast Food Gesellschaft. Die dunkle Seite von McFood und Co., München 2002. John F. Love: Die McDonald’s-Story: Anatomie eines Welterfolges, München 1989. Ray Kroc, Robert Anderson: Die wahre Geschichte von McDonald's, München 2017. Weiterführende Links: WDR Zeitzeichen: 06.03.1930 – Eiskalte Revolution: Beginn der Tiefkühlkost-Ära Fast Food – Das große Fressen SWR Kultur – Burger, Kritik und Kulturwandel: McDonald's zwischen Erfolg und Ekel ARD Fast Food – Long Story: Der Hamburger – Wirklich das beste schlechte Essen? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kay Bandermann Redaktion: Matti Hesse Technik: Nicolas Dohle

  • May 14, 2025 · 14 min

    Soll Hitlers Putsch prophezeit haben: Astrologin Elsbeth Ebertin

    Ebertin (geb. am 14.5.1880) wird mit ihren Horoskopen in der Weimarer Republik berühmt. Sie deutet die Sterne für Bulgariens König und Hitler - bis die Gestapo sie festnimmt. In diesem Zeitzeichen erzählt Heide Soltau: wie Elsbeth Ebertin sich von Wahrsagerei und "Hintertreppenastrologie" abgrenzt, welchen berühmten Kunden sie die Sterne deutet, welche politischen Entwicklungen sie vorhergesagt haben soll, und warum sie Adolf Hitler Gedichte zum Geburtstag schickt. Elsbeth Ebertin, 1880 in Görlitz geboren, ist eine Pionierin: Als erste hauptberufliche Astrologin Deutschlands bringt sie die Sterndeutung in die bürgerliche Öffentlichkeit. Zunächst macht sie sich als Graphologin einen Namen: Anhand von Handschriften verfasst sie Tausende von Charakteranalysen für Zeitungen. Doch eines Tages taucht eine Unbekannte auf, die stattdessen über Geburtsdaten spricht – für Ebertin ein Schlüsselerlebnis. Sie wendet sich der Astrologie zu und trifft damit inmitten des Esoterik-Booms der Weimarer Republik einen Nerv. Ebertins Geschichte ist die einer geschickten Geschäftsfrau zwischen Deutungskunst, Opportunismus und Zeitgeist. Das sind unsere wichtigsten Quellen: Elsbeth Ebertin: Astrologie und Liebesleben, Görlitz 1926. Elsbeth Ebertin: Praktisches Lehrbuch der Graphologie und Charakterbeurteilung, Breslau 1913. Elsbeth Ebertin (Hrsg.): Ein Blick in die Zukunft? IX. Jahrbuch, Görlitz 1925. Ellic Howe: Uranias Kinder. Die seltsame Welt der Astrologen und das Dritte Reich, Weinheim 1995. Volker Lechler: Sterne, Menschen, Politik. Die astrologische Bewegung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Boston/Oldenbourg 2025. Thorsten Mann: "Astrologie im Kinosaal: Elsbeth Ebertin und der Film ‚In den Sternen steht es geschrieben‘", und: "Die Verfolgung von Okkultisten im Dritten Reich das Beispiel Elsbeth Ebertin", In: Günther Klugermann, Anna Lux, Uwe Schnellinger (Hrsg.): Okkultes Freiburg: Ereignisse – Personen – Schauplätze, Kassel 2015, S. 32 ff. und S. 46 ff. Jenn Zahrt: Elsbeth Ebertin – Die vergessene Antriebskraft der deutschsprachigen Astrologie. In: The Mountain Astrologer, 2017/24.11.2017. Und das ist unser Interviewpartner und unsere Interviewpartnerin: Katja Graf, Astrologin Volker Lechler, Historiker Weiterführende Links: WDR Zeitzeichen 14.12.1503 – Nostradamus, Apotheker und Astrologe Terra X – Im Bann der Astrologie Square Idee – Astrologie: Glaube statt Wissenschaft? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Heide Soltau Redakteure: Carolin Rückl und Frank Zirpins Technikerin: Sarah Fitzek

  • May 13, 2025 · 14 min

    Die Berliner Charité: Vom Pesthaus zur Weltklinik

    Heute ist die Berliner Charité Deutschlands berühmtestes Krankenhaus. Gegründet wurde sie 1710 als Quarantänehaus für Pestkranke, übrigens mit eigener Brauerei. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug: für wie viele Patienten das Pesthaus vorgesehen ist, was Bier damals mit Gesundheitsschutz zu tun hat, welche Funktion der sogenannte Pest-Galgen haben soll, wie aus dem Pesthaus die Charité wird, woher das Krankenhaus seinen guten Ruf hat. 1708 tritt in Europa eine Krankheit auf, von der man eigentlich nur weiß, dass sie tödlich ist. Der unsichtbare Pesterreger wird erst fast 190 Jahre später entdeckt. Noch ist unbekannt, wie sich die Seuche verbreitet und wie sie wirksam bekämpft werden kann. Vorerst können infizierte Menschen nur von Gesunden getrennt werden, um dadurch Ansteckungen zu verhindern. König Friedrich I. ahnt, dass es besser ist, Erkrankte nicht nach Berlin zu lassen. Der Herrscher Preußens lässt Verkehrswege abriegeln und zur Vorsorge weit außerhalb der damaligen Stadt ein Quarantänehaus bauen. Als der Ernstfall doch nicht eintritt, wird das Gebäude Jahre später als Bürgerspital genutzt. Es bekommt vom "Soldatenkönig" Friedrich Wilhelm I. den Namen "Charité", Barmherzigkeit. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Professor Volker Hess (Medizinhistoriker am Institut der Geschichte der Medizin der Berliner Charité) Weiterführende Links: ARD Mediathek: Serie Charité Planet Wissen: Der Schwarze Tod - die Pest in Europa Planet Wissen: Parasiten in der Geschichte Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Klug Redaktion: David Rother Technik: Martin Kropp

  • May 12, 2025 · 14 min

    Flucht, Dichtung und der Schmerz der Shoah: Nelly Sachs

    In ihren Gedichten thematisiert sie Leiden und Hoffnung des jüdischen Volkes nach dem Holocaust: die Schriftstellerin Nelly Sachs. Am 12.5.1970 stirbt sie mit 78 Jahren. In diesem Zeitzeichen erzählt Monika Buschey: wie Nelly Sachs im letzten Moment vor den Nationalsozialisten flieht, wie ihre Dichtung mit der Erfahrung des Holocaust und ihrer eigenen Flucht verbunden ist, wie sie trotz Krankheit und Schmerz nie aufhört zu schreiben. Schon als Kind flüchtet sich Nelly Sachs in die Welt der Bücher. 1891 in Berlin geboren, erlebt sie als Jüdin die Schrecken des Nationalsozialismus. 1940 findet sie mit ihrer Mutter in Schweden Zuflucht und baut dort ihre literarische Karriere auf. Bereits zu ihren Lebzeiten zählt Nelly Sachs zu den herausragendsten Dichterinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Gedichte sind geprägt von der Erfahrung der Verfolgung und des Verlusts, erzählen aber auch von Hoffnung und Lebensmut. Ihre zarten, aber kraftvollen Verse machen sie 1966 zur Literaturnobelpreisträgerin - ein Triumph in ihrer letzten Lebensphase voll Krankheit und Paranoia. Am 12. Mai 1970 stirbt Nelly Sachs in Stockholm. Das sind unsere wichtigsten Quellen: Aris Fioretos: Flucht und Verwandlung. Nelly Sachs, Schriftstellerin, Berlin/Stockholm, Berlin 2010 Speak low (Hg.): Nelly Sachs, Schriftstellerin, Berlin/Stockholm. Mit Kommentaren von Aris Fioretos und Hans Magnus Enzensberger, Hörbuch, Berlin 2010 Weiterführende Links: Planet Wissen: Die Geschichte des Nobelpreises Zeitzeichen 16.03.2025: Selma Lagerlöf: Erste Frau mit Literaturnobelpreis Radio Bremen Retro: Interview mit Nelly Sachs (1965) hr Retro: Siegfried Unseld zum Friedenspreis für Nelly Sachs Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Monika Buschey Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Sascha Schiemann

  • May 11, 2025 · 15 min

    Zugriff in Buenos Aires: Wie der Mossad Adolf Eichmann entführte

    Am 11. Mai 1960 entführen israelische Agenten einen Deutschen aus Argentinien. Nicht irgend einen. Es ist der Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann, einer der Hauptorganisatoren des Holocaust. In diesem Zeitzeichen erzählt Ulli Schäfer: warum Adolf Eichmann als einer der Hauptorganisatoren des Holocausts in die Geschichte eingeht, wie er nach dem Krieg zunächst in Deutschland und später in Argentinien untertaucht, wieso Agenten einem ersten Tipp über Eichmanns Aufenthaltsort nicht glauben, und wie seine Entführung durch den Mossad 1960 zu einem der spektakulärsten Geheimdiensteinsätze der Geschichte wird. Während des Prozesses, der 1961 beginnt, sitzt er in einem Glaskasten: Adolf Eichmann, der Hauptverantwortliche für die logistische Umsetzung der "Endlösung" – der planmäßigen Vernichtung von sechs Millionen Juden. Nach dem Krieg flieht er nach Argentinien, wo er unter dem Namen Ricardo Klement lebt – unbemerkt von der Weltöffentlichkeit. Aber seine Identität wird aufgedeckt. Durch den deutschen Staatsanwalt Fritz Bauer. Der israelische Geheimdienst Mossad schaltet sich ein und plant eine riskante Entführung: Nach monatelanger Observation gelingt es 1960 schließlich, Eichmann zu fassen und nach Israel zu bringen, wo er sich für seine Verbrechen verantworten muss und zum Tode verurteilt wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und unsere Interviewpartnerin: Sybille Steinbacher, Historikerin und Direktorin des Fritz Bauer Instituts Frank Bajohr und Sybille Steinbacher: Eichmann und der Holocaust. Ein Überblick, Berlin 2023. Bettina Stangneth: Eichmann vor Jerusalem: Das unbehelligte Leben eines Massenmörders, Zürich 2011. Weiterführende Links: Planet Wissen: Adolf Eichmann – Organisator des Grauens Planet Wissen: Novemberprogrome Zeitzeichen: Die Judenpogrome am 9.11.1938 Zeitzeugen-Portal der Stiftung Geschichte der Bundesrepublik Deutschland WDR-Projekt Stolpersteine NRW - Gegen das Vergessen @wahr_so - Projekt vom WDR über den Holocaust auf Tiktok Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ulli Schäfer Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse

  • May 10, 2025 · 14 min

    Stechen, schlagen, würgen: Luthers Schrift gegen die Bauern 1525

    Mitten im Bauernkrieg 1525 bezieht Martin Luther Stellung - gegen die unterdrückten Bauern und für die herrschende Klasse. Ein Wendepunkt der Reformation. In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer: warum Martin Luthers Schrift „Wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern“ in der Reformationsgeschichte als Wendepunkt gilt, welche Folgen diese Schrift für die Bauernbewegung und die Entwicklung der Reformation hat, warum Luthers Aufruf zur Gewalt heute noch als erschütternd empfunden wird, und was er über seine innere Zerrissenheit verrät. Es ist Mai 1525, mitten im Bauernkrieg, als Martin Luther eine Schrift veröffentlicht, die aus der Reihe fällt. Statt sich auf die Seite der unterdrückten Bauern zu stellen, ergreift er Partei für die Fürsten und Bischöfe. Inmitten brutaler Kämpfe zwischen Bauern und Grundherren fordert Luther die Obrigkeit zu gnadenlosem Vorgehen auf: „Es steche, schlage und würge, wer nur kann.“ Diese Worte, voller Zorn und Gewalt, stehen im drastischen Kontrast zu Luthers früheren Forderungen nach religiöser Freiheit und Gnade. Seine Schrift markiert nicht nur das Ende seiner Sympathien für die Bauern, sondern verändert auch die Richtung der Reformation. Das das sind unsere Interviewpartner- und partnerinnen: Thomas Kaufmann (Kirchenhistoriker, Universität Göttingen) Lyndal Roper (Historikerin, Universität Oxford) Thomas T. Müller (Vorstand der Luthermuseen Sachsen-Anhalt) Und das sind unsere wichtigsten Quellen: Heinz Schilling: Martin Luther. Rebell in einer Zeit des Umbruchs, 4. Aufl. München, 2017. Lyndal Roper: Für die Freiheit. Der Bauernkrieg 1525, Frankfurt am Main, 2024. Thomas Kaufmann: Der Bauernkrieg. Ein Medienereignis, Freiburg im Breisgau, 2024. Weiterführende Links: WDR ZeitZeichen: 18.02.1546 - Martin Luther, Reformator WDR ZeitZeichen: 31.10.1517 - Martin Luther verschickt Ablass-Thesen Planet Wissen: Bauernkrieg 1524-1526 Planet Wissen: Martin Luther: Zeitalter der Reformation Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Tobias Sauer Redaktion: David Rother Technik: Antonia Herzog

  • May 9, 2025 · 14 min

    Die unwahrscheinliche Geschichte von Kermit dem Frosch

    Einer geht nach Hollywood, singt, wird berühmt: Eine nahezu gewöhnliche Geschichte - wäre der Star darin nicht ein sprechender Frosch. In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger: von einer offiziellen und einer wahren Biografie von Kermit dem Frosch, wie die Puppe gebaut ist und was ihre Mimik so besonders macht, was die Beziehung zwischen Kermit-Erfinder Jim Henson und dem Frosch so besonders macht, von Kermits unkonventioneller Beziehung zu Schweine-Diva Miss Piggy. Er ist grün, schlank und weltberühmt. Neben Kermit dem Frosch sehen menschliche Stars wie Robert de Niro, Gene Kelly oder Lady Gaga allesamt ziemlich blass aus. Seinen ersten größeren Auftritt hat Kermit 1955 in der Fernsehsendung "Sam and Friends". Damals wirkt er weniger wie ein Frosch, sondern eher wie eine Eidechse - noch ohne seinen markanten hellgrünen Zacken-Kragen und auch noch ohne Namen. Erfunden hat den grünen Kerl Jim Henson. Für den Ur-Kermit zerschneidet er als 14-Jähriger den alten Regenmantel seiner Mutter und klebt zwei Pingpong-Bälle als Augen auf. In neuem, professionellerem Gewand schafft Kermit 1969 den Sprung aus der Provinz ins Rampenlicht der Welt - als einer der großen Lieblinge im neuen Kinder-TV-Format "Sesame Street". Später wird er in der "Muppet-Show" auch zum Entertainer für Erwachsene. Jetzt feiert Kermit also seinen 70. Geburtstag - eigentlich aber ist er schon längst unsterblich. Wir gratulieren trotzdem mit einem kräftigen "Applaus! Applaus! Applaus!" Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Carsten Haffke, Puppenspieler Bodo Schulte, Puppenbauer Weiterführende Links: Stichtag: 10. November 1969 - Kinderserie "Sesame Street" startet in den USA Stichtag: 3. Dezember 1977 - Erstausstrahlung der "Muppet Show" in Deutschland Stichtag: 16. Mai 1990 - Muppet-Erfinder Jim Henson gestorben Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Matti Hesse

  • May 8, 2025 · 14 min

    Kapitulation: Von der "Stunde Null" zum Tag der Befreiung

    Für viele Deutsche kommt die Kapitulation am 8.5.1945 als Katastrophe. 40 Jahre später deutet Richard von Weizsäcker sie zur Befreiung um und gibt damit der kollektiven Erinnerung eine neue Richtung. In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck: wie das Ende der Kämpfe international gefeiert wird, warum die Deutschen zunächst kaum um die Opfer trauern, von einer einzigartigen Erinnerungslandschaft mit zahlreichen Mahnmalen, warum Richard von Weizsäckers Rede - bei aller Kritik - immer noch aktuell ist. Es ist der Morgen des 8. Mai 1945. Die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht ist unterzeichnet, die Kämpfe in Europa sind beendet. Die traurige Bilanz: Sechs Millionen ermordete Juden, 60 bis 70 Millionen Tote wird der Krieg an seinem Ende am 2. September 1945 insgesamt gefordert haben. Doch Trauer kommt im Gefühlshaushalt der Nachkriegsdeutschen kaum vor. Stattdessen gibt es Selbstmitleid und Opferstilisierung. Mittlerweile hat sich der Blick auf das Kriegsende grundlegend gewandelt - auch, weil es immer wieder Denkanstöße und Zäsuren gibt, die den Fluss der Erinnerung in andere Bahnen leiten. Die Rede des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker 1985 ist so eine Zäsur. Er spricht von einem "Tag der Befreiung" und fordert, den 8. Mai nicht als Niederlage zu sehen. Es ist ein wichtiger Schritt, aber nur ein erster. Weizsäcker wendet sich entschieden gegen jede Forderung nach einem „Schlussstrich“ unter den NS-Verbrechen. Die Erinnerung daran versteht er als dauerhafte Verpflichtung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Frank Bajohr, Historiker, Gründungsdirektor des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte der LMU Daniel Greene, Historiker, Professor an der Northwestern University in Illinois und Kurator am US Holocaust Memorial Museum in Washington, DC Harald Jähner, Publizist und Autor Frank Bajohr: Der Holocaust. Ergebnisse und neue Fragen der Forschung. Frankfurt/M. 2015 Daniel Greene und Edward Phillips: Americans and The Holocaust. A Reader. New Brunswick 2022 Harald Jähner: Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945-1955. Berlin 2019 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 15.04.1920 - Geburtstag Richard von Weizsäcker Stichtag: 23. Januar 1943 - Hitler lehnt Kapitulation in Stalingrad ab Website des United States Holocaust Memorial Museum Hörtipp: Podcast-Interview von Almut Finck mit Frank Bajohr im Historycast: „Holocaust - Alles erforscht?“ Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Almut Finck Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins Technik: Annette Skrzydlo

  • May 7, 2025 · 14 min

    Ein medizinischer Aufklärer im Kampf gegen Vampire

    War er der echte "van Helsing"? Gerard van Swieten ist als Leibarzt Maria Theresias der ranghöchste Mediziner Österreichs. Bekannt wird er aber als Vampirjäger, der die Popkultur beeinflusst. In diesem Zeitzeichen erzählt Nik Berger: warum Gerard van Swieten zunächst nicht an den Hof nach Wien will, wie Maria Theresia den Niederländer doch noch für sich gewinnen kann, mit welchen Trick Gerard van Swieten versucht, Maria Theresia von ihren üppigen Mahlzeiten abzubringen, warum Aufklärung und Glauben für van Swieten kein Widerspruch sind. Gerard van Swieten ist Katholik und rationaler Wissenschaftler – und glaubt nicht daran, dass menschliche Körper als Tote wieder auferstehen können. Als Mitte des 18. Jahrhunderts Berichte über Leichen, die unversehrt in ihren Gräbern liegen, eine Vampir-Hysterie auslösen, schreitet der Leibarzt von Maria Theresia ein. Seine sachliche Erklärung: Mangelnder Sauerstoff verhindere die Verwesung der Toten in Mähren. Der Niederländer ist aber nicht nur der Vampirjäger der Aufklärung, er reformiert auch das rückständige österreichische Gesundheitssystem. So lässt Gerard van Swieten Medizinstudenten mit Patienten arbeiten und setzt sich für die Lockerung der Buchzensuren ein. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Peter Mario Kreuter: Experte für den Glauben an Vampire in Südosteuropa am Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung in Regensburg Lesky, Erna; Wandruszka, Adam (Hrsg.): Gerard van Swieten und seine Zeit: Internationales Symposium, veranstaltet von der Universität Wien im Institut für Geschichte der Medizin, 8.-10. Mai 1972. Köln 2016. Swieten, Gerard van: Abhandlung des Daseyns der Gespenster: nebst einem Anhange vom Vampyrismus. Augsburg 1768. Weiterführende Links: 01.12.1967: Deutsche Filmerstaufführung "Tanz der Vampire" Was hat der Vampir mit der Fledermaus zu tun (Planet Wissen) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Nik Berger Redaktion: Frank Zirpins

  • May 6, 2025 · 14 min

    Hanns Dieter Hüsch: Der 100. Geburtstag des Kabarettisten

    Satiriker, Geschichtenerzähler, das schwarze Schaf vom Niederrhein: Hanns Dieter Hüsch ist einer der größten komischen Künstler der Deutschen. Am 6.5.1925 wird er geboren. In diesem Zeitzeichen erzählt Fritz Schaefer: warum Hanns Dieter Hüsch als junger Kabarettist in die Schweiz geht, wie er sein Äußeres vom zotteligen Studenten zum distinguierten Mann wandelt, warum seine Frau Marianne als "Frida" zur Kultfigur seiner Programme wird, über Hüschs größten Wunsch, einmal als Shakespeares König Lear auf der Bühne zu stehen. Seine Füße sind bei der Geburt nach hinten verdreht, deshalb kann Hanns Dieter Hüsch nicht mit den anderen Kindern draußen herumtollen. So wird die Welt der Erwachsenen sein Studienobjekt: ein Mosaik aus Typen, Stimmen und Stimmungen. Zwar schaut Hüsch dem gesamten Volk aufs Maul, der Niederrheiner ist aber sein Liebling: "Der Niederrheiner weiß nix, kann aber alles erklären. Umgekehrt, wenn man ihm etwas erklärt, versteht er meistens nix." Politisch steht Hanns Dieter Hüsch stets auf der Seite des Kriegsgegner und der Benachteiligten. Dennoch wird er Ende der 1960er Jahre von den Linken angefeindet, weil ihnen Hüschs Humor nicht politisch genug ist. Die seinerzeit verbreiteten Thesen im Kabarett, wonach alle Politiker (gleich) blöd und der Kapitalismus schlecht sei, sind Hüsch zu einfach - obwohl er als Humanist viele Kritikpunkte der klassischen Satire teilt. Viel lieber hält Hanns Dieter Hüsch den Menschen den Spiegel vor. "Er schaffte es immer sehr, sehr boshaft und satirisch zu sein, ohne sich billig und mitleidslos über Leute herzumachen", erinnert sich sein Wegbegleiter Monty Arnold. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Monty Arnold – Komiker, Sprecher, Autor Hüsch, Hanns Dieter: Du kommst auch drin vor – Gedankengänge eines fahrenden Poeten, 1990. Budzinski, Klaus: Pfeffer ins Getriebe – So ist und wurde das Kabarett, 1982. Weiterführende Links: Hanns Dieter Hüsch: Das schwarze Schaf vom Niederrhein Malte Leyhausen (Hrsg.): Hanns Dieter Hüsch zum 100. Geburtstag. Erinnerungen von Freunden und Bewunderern, BoD 2025 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Fritz Schaefer Redaktion: David Rother

  • May 5, 2025 · 14 min

    Kapital statt Kirche: Eine Nonne wird zur Gründerin

    13 Kräuter und geschicktes Marketing sind das Erfolgsrezept Maria Clementine Martins (geb. am 5.5.1775). Dabei erfindet die Klosterfrau ihren Melissengeist gar nicht selbst. In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer: dass Maria Clementine Martin die Kräutermischung nicht selbst erfunden hat, woher der Spruch "Wenn‘s vorne zwickt und hinten beißt, nimm Klosterfrau Melissengeist!" kommt, warum es ohne Napoleon wohl kein Klosterfrau Melissengeist gegeben hätte, wie sich das Kräuterelixier seit 200 Jahren auf dem Markt halten konnte. Den Namen "Maria Clementine" gibt sich die am 5. Mai 1775 geborene Wilhelmine Martin nach ihrem Eintritt ins Kloster. Elf Jahre verbringt sie im Coesfelder Konvent und lernt dort auch den Karmelitergeist kennen, ein Kräutergebräu französischer Ordensleute. Dann kommt Napoleon, verstaatlicht die Klöster und Maria Clementine braucht eine neue Aufgabe. Die findet sie über Umwegen in Köln. Die 51-Jährige erkennt, dass die Menschen für gesundheitsfördernde Mittel empfänglich sind. Kurzerhand verfeinert Marie Clementine Martin den Karmelitergeist und vertreibt die hochalkoholische Kräutermischung unter dem Namen "Klosterfrau Melissengeist". Die geschäftstüchtige Unternehmerin gewinnt Klerus und König als Kunden, schaltet Anzeigen in Zeitungen und schickt Reiter mit Kostproben an europäische Fürstenhöfe. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Helmut Heckelmann, Historiker, Promotion über Maria Clementine Andreas Drexler, Sprecher der Klosterfrau Healthcare Group , Köln Helmut Heckelmann: Die Firma Klosterfrau in Köln und die Geschichte ihrer Gründerin Maria Clementine Martin (1775-1843), in: Internetportal Rheinische Geschichte Tanja Schurkus: Schwester Melisse: Die Klosterfrau von Köln – Biografischer Roman, Gießen 2014. Weiterführende Links: Zeitzeichen: 8. Oktober 1792 - Das Rezept für 4711 wird verschenkt Hinweis: Im Zeitzeichen über Maria Clementine geht es auch um das Produkt Klosterfrau Melissengeist. Dieses kann aufgrund seines hohenm Alkoholgehalts auch als Einstieg in den Alkoholismus fungieren. Dort wird es oft zum versteckten Alkoholismus missbraucht. Dies gilt genauso auch für andere Kräuterschnäpse oder Medikamente mit hohem Alkoholgehalt. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder fragen Sie in Ihrer Apotheke. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

  • May 4, 2025 · 14 min

    Christine Teipel wird mit 9 Jahren als Hexe hingerichtet

    1630 im Sauerland: Als die neunjährige Christine Teipel behauptet, eine Hexe zu sein und dasselbe über andere sagt, brennen am Ende 58 Menschen auf dem Scheiterhaufen. In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember: vom "Hexenhammer" - einem Buch, das zu Folter, Mord und Totschlag anstiftet, welche teuflischen Details Christine Teipel bei ihrem Verhör angeblich zu Protokoll gibt, wie aus der Hexenverbrennung auf perfide Weise Profit geschlagen wird, wie die Aufklärung und das Wetter die Hexenjagd langsam beenden. Anfang des 17. Jahrhunderts beherrschen Unsicherheit und Angst das Leben. Außerdem spielt das Wetter verrückt, es ist bitterkalt. Schuld an der Misere, so glaubt man, sind der Teufel und seine Hexen. In diese düstere und kalte Welt voller Hexenglauben wird Christine Teipel 1621 geboren. Ihr Vater ist Tagelöhner, in der Gesellschaft ganz unten angesiedelt. Die kleine Stine ist offenbar fasziniert von den magischen Wesen und behauptet, selbst eine Hexe zu sein. Ihre Fantasie kostet das Mädchen letztlich das Leben. Als Neunjährige wird sie festgenommen und verhört. Bereitwillig gibt sie Auskunft, wen sie auf einem nahegelegenen Hexentanzplatz gesehen haben will. Teipels Aussagen führen im Ort Oberkirchen zur Katastrophe. Viele Einwohner des Ortes werden verhaftet. Fast alle sterben - auch die neunjährige Stine, die am 4. Mai 1630 auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dagmar Sträter-Müller, Gerichtsmuseum Bad Fredeburg Ausstellungskatalog des Sauerland-Museums Arnsberg: Du Hexe! Opfer und ihre Häscher. Meschede 2022 Alfred Bruns (Hrsg.): Hexen. Gerichtsbarkeit im kurkölnischen Sauerland. Schmallenberg 1984 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 05.12.1484 - Die Hexenbulle von Innozenz VIII. erscheint Planet Wissen: Hexenverfolgung WDR 3 Mosaik: "Hexenjagden" - Historische und aktuelle Fakten Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Matti Hesse Technik: Moritz Raestrup

  • May 3, 2025 · 14 min

    Landluft und Soundvisionen: Musikproduzent Conny Plank

    Kraftwerk. Eurythmics. Gianna Nanini. Viele Musikgrößen bauten auf seine unkonventionelle Kreativität und kamen in sein Bauernhof-Tonstudio in Wolperath: Konrad "Conny" Plank, geboren am 3.5.1940. In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner: wie Conny Plank U2-Sänger Bono abblitzen lässt, wie Planks Sohn Stephan es findet, mit Rockstars an einem Tisch zu sitzen, von Planks besonderen Regeln für die Soundproduktion und seiner klaren Haltung in Sachen Drogen, was eine Eurythmics-Tour durch Japan mit seinem nahenden Tod zu tun hat. Conny Plank verhilft Bands und Künstlern wie den Scorpions, Kraftwerk, Gianna Nannini oder den Eurythmics zu Weltruhm. Dabei geht der am 3. Mai 1940 geborene "Klangalchemist" oft unkonventionell, aber immer mit viel Leidenschaft ans Werk. Der Ort, an dem alles anfängt, ist ein ehemaliger Bauernhof in Wolperath bei Köln. Hier richtet Konrad, genannt Conny, Plank 1974 sein legendäres Studio ein, in dem schon bald Musikstars aus der ganzen Welt ein und aus gehen. Der gelernte Starkstromingenieur und Sendetechniker kann es sich leisten zu experimentieren und Regeln auf den Kopf zu stellen, denn er weiß, was er tut. Sein Credo: Jedes Geräusch hat das Potenzial, Musik zu sein, wenn es von einem Menschen gemocht wird. Mitte der 80er Jahre wird der visionäre Musikproduzent schwer krank. Conny Plank stirbt im Winter 1987 an Krebs - er wird nur 47 Jahre alt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Stephan Plank, Sohn von Conny Plank Film: Conny Plank - The Potential Of Noise Weiterführende Links: Deutschlandfunk: Dokumentarfilm über Conny Plank - "Sehr viel Produktionsarbeit fand am Küchentisch statt" Saarländischer Rundfunk: "Und in der Technik: Conny Plank!" - Ein Produzenten-Genie beim SR Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins Technik: Jürgen Mönkediek

  • May 2, 2025 · 14 min

    Mit Rad und Revolver: Heinrich Horstmann umrundet die Welt

    Als erster Deutscher will der 20-Jährige die Welt umradeln. Am 2.5.1895 bricht er zu der lebensgefährlichen Reise auf, ohne Geld. Er kehrt vermögend und berühmt zurück. In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Belemann: was und wen Horstmann auf seiner Reise alles zu sehen bekommt, von seiner Liebe zum Bier und zur deutschen Gemütlichkeit, wie Horstmann es schafft, seine Weltumradlung finanziell erfolgreich zu machen, warum er auf seiner Reise mehr als einmal in Lebensgefahr gerät. Heinrich Horstmann ist gerade mal Anfang 20, als er sich entschließt, ohne einen Pfennig in der Tasche die Welt zu umrunden. Vermutlich gibt eine Wette den Anlass dazu. Am 2. Mai 1895 geht es in Dortmund los - auf einem Fahrrad ohne Bremse. Bergab lässt er die Pedale sausen und bremst mit dem Fuß am Reifen. Horstmann trotzt dem Wetter und den Gefahren des Wilden Westens: Einmal erschießt er einen Landstreicher, weil er glaubt, dass der ihm die Taschenuhr klauen will. Komplett um die Erde radelt der Abenteurer allerdings nicht. Von San Francisco aus nimmt er das Schiff und verzichtet wegen einer in Indien ausgebrochenen Cholera-Epidemie auf die Durchquerung Asiens. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Peter Schubert, Hobbyradler Heinrich Horstmann: Meine Radreise um die Erde. Der Bericht des ersten deutschen Fahrradweltreisenden anno 1895. Leipzig 2007 Hans-Erhard Lessing: Das Fahrrad. Eine Kulturgeschichte. Stuttgart 2017 Weiterführende Links: WDR: 51 Jahre mit dem Fahrrad um die Welt Zeitzeichen: 26. September 1872 - Das Reisebüro "Thomas Cook" startet die erste Weltreise Zeitzeichen: 14. November 1889 - Nellie Bly und Elisabeth Bisland starten ihr Rennen um die Welt Hörtipp: Quarks Daily Spezial: Geld, Job, Liebe - Was macht wirklich glücklich? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Claudia Belemann Redaktion: Carolin Rückl und David Rother Technik: Sascha Schiemann