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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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  • Jun 10, 2025 · 15 min

    Hattie McDaniel: Ausgegrenzt bis in den Tod

    Geboren wird Hattie McDaniel am 10.6.1895 - und zum Hollywood-Star. Als erste Person of Color holt sie einen Oscar - und wird wegen ihrer Hautfarbe doch immer wieder ausgegrenzt. In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka: Dass Hattie McDaniel anfangs als Tellerwäscherin Geld verdient, dass sie in einem Club erst als Klofrau arbeitet, ehe sie auf die Bühne darf, mit welchen Superstars sie in Hollywood arbeitet, warum Rassismusvorwürfe gegen "Vom Winde verweht" erhoben werden, wie trotzig Hattie McDaniel auf die Kritik reagiert. Hattie McDaniel schreibt Filmgeschichte: Als resolute "Mammy" im Film "Vom Winde verweht" erhält sie als erste Afroamerikanerin einen Oscar - bleibt bei Premiere und Gala jedoch an den Katzentisch verbannt. Noch im selben Jahr wird ihr persönlicher Triumph überschattet von den Rassismusvorwürfen, die schwarze Bürgerrechtsorganisationen gegen den Film erheben. In vielen Bereichen ist McDaniel die erste Afroamerikanerin, gerät dadurch aber auch oft zwischen alle Stühle. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Karin Esders, Lektorin für Cultural History/Amerikanistik (Universität Bremen) Roland Flamini: Vom Winde verweht – Der berühmteste Film der Welt und seine Geschichte. München, 1982 Jill Watts: Hattie McDaniel - Black Ambition, White Hollywood. Amistad, 2007 Carlton Jackson: Hattie. The Life of Hattie McDaniel. Lanham, New York, London, 1990 Weiterführende Links: Zeitzeichen 15.12.1939: Uraufführung des Films "Vom Winde verweht" Zeitzeichen 28.02.1894: Geburtstag des Hollywood-Drehbuchautors Ben Hecht WDR-Funkhausorchester: Medley der Filmmusik zu "Vom Winde verweht" Fanseite zu Hattie McDaniel Hörtipp: zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christiane Kopka Redaktion: Frank Zirpins Technik: Theo Kramer

  • Jun 9, 2025 · 14 min

    Wiener Kongress: Als Europas Landkarte neu gezeichnet wurde

    Monatelang feiern Europas Mächtige nach Napoleons Niederlage und verhandeln die Grenzen auf dem Kontinent neu. Erst als er zurückkehrt, einigt man sich eilig (am 9.6.1815). In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer: wie Napoleon nach 20 Jahren Krieg an Russland scheitert, warum der Kongress ausgerechnet in Wien stattfindet, warum dort Diplomatie und Tanz zusammengehören, wie Staaten neu formiert werden, warum die Rückkehr Napoleons alle unter Druck setzt, warum am Ende des Kongresses niemand mehr tanzt. Am 9. Juni 1815 besiegelt die Schlussakte des Wiener Kongresses Europas Neuordnung nach Napoleons Sturz. Zuvor haben die Großmächte unter der Regie des österreichischen Außenministers Metternich in Wien über Grenzen, Legitimität und das Kräftegleichgewicht verhandelt. Napoleons Rückkehr von Elba beschleunigt dabei die Entscheidungen: Preußen bekommt Gebiete im Rheinland, Polen fällt unter die Herrschaft des russischen Zaren und ein neues Königreich der Vereinigten Niederlande soll als Pufferstaat vor zukünftigen Expansionsgelüsten Frankreichs schützen. Das Ergebnis bringt dem Kontinent jahrzehntelange Stabilität. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Thomas Schuler, Historiker und Napoleon-Experte Reinhard Stauber, Historiker, Universität Klagenfurt Weiterführende Links: Zeitzeichen 01.11.1814: Der Wiener Kongress wird offiziell eröffnet Zeitzeichen 12.04.1815: Preußen übernimmt das Rheinland Planet Wissen: "Der Kongress tanzt" Planet Wissen: Neuordnung der Diplomatie auf dem Wiener Kongress Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Herwig Katzer Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

  • Jun 8, 2025 · 15 min

    Andrew Jackson - der schlechteste US-Präsident?

    Andrew Jackson (gestorben am 8.6.1845) war der 7. US-Präsident, von vielen als "Old Hickory" verehrt. Andere halten seine zwei Amtszeiten für katastrophal - und sehen Ähnlichkeiten zu Donald Trump... In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer: Woher Andrew Jacksons Hass auf Engländer rührt, warum er versehentlich eine Ehe mit einer bereits verheirateten Frau schließt, dass er als der US-Präsident mit den meisten Duellen gilt, weshalb er bei seiner ersten Niederlage Wahlbetrug wittert, dass er die Gewaltenteilung zugunsten des Präsidenten verschiebt, welche Parallelen und Unterschiede es zu Donald Trump gibt. Andrew Jackson stammt aus einfachen Verhältnissen. Er ist ehrgeizig, temperamentvoll und ein Haudegen. Er weiß sich durchzusetzen - zur Not mit der Pistole. Er gibt sich als Vorkämpfer des "kleinen Mannes" und wird so schließlich 7. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Seine Regierungszeit prägen radikale Entscheidungen: die Entmachtung der Second Bank of the United States, ein Zollstreit, die brutale Vertreibung indigener Völker sowie die Ausweitung der Präsidialmacht zulasten von Kongress und Ministerien. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Michaela Hampf (Historikerin), Ruhr-Universität Bochum Jasper Trautsch (Historiker), Universität Bonn Gerste, Ronald D.: Trinker, Cowboys, Sonderlinge - Die 13 seltsamsten Präsidenten der USA. Stuttgart, 2021 Sikarov, David: Die USA zwischen Internationalismus und Isolationismus. Bonn, 2023 Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): USA - Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft. Bonn, 2024 Weiterführende Links: Zeitzeichen 26.05.1830: Der US-Kongress verabschiedet den "Indian Removal Act" Trumps Regierungsumbau: "So regieren Diktatoren" Hörtipp: Quarks Daily Spezial: Erfolg und Macht - Wie verändert uns der Job? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Geuer Redaktion: David Rother Technik: Thomas Bleul

  • Jun 7, 2025 · 14 min

    "Olympia des Mittelalters": Das große Königstreffen von 1520

    12.000 Menschen, davon zwei Könige und viel Glanz, Gold und Gloria: Im Juni 1520 findet auf einem windigen Feld in Frankreich das wohl prächtigste Ritterturnier des Spätmittelalters statt. In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger: warum Heinrich VIII. und Franz I. auf einem Feld bei Calais keine Schwerter ziehen, sondern Prunkzelte auffahren lassen, wie tausend Liter Bier und springende Weinfontänen ein diplomatisches Signal setzen sollen, und wer beim heimlichen Ringkampf die königliche Würde verliert. Zwei junge Könige treffen sich bei Calais auf dem "Feld des Goldenen Tuchs" - einem Ort, der glänzt wie Bernstein in der Sonne. 12.000 Menschen sind dabei, als England und Frankreich sich nicht bekriegen, sondern gegenseitig beeindrucken wollen: mit goldbestickten Zelten, Maskenbällen und einem Bankett der Superlative. Heinrich VIII. und Franz I. zeigen ihren Reichtum – und wer mehr davon hat. Es ist ein Wettstreit mit politischer Botschaft: Frieden durch Machtdemonstration. Das Bündnis währt nicht lange. Und doch: Für zwei Wochen herrscht ein höfischer Ausnahmezustand – wie eine Prunk-Olympiade des Mittelalters. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Glenn Richardson, Frühe Geschichte der Neuzeit, St Mary's University, London Glenn Richardson: The Contending Kingdoms: France and England 1420–1700, Aldershot 2008. Glenn Richardson: Renaissance Monarchy: The Reigns of Henry VIII, Francis I and Charles V, London 2002. Weiterführende Links: Zeitzeichen - Franz I., König von Frankreich (Geburtstag 12.09.1494) Zeitzeichen - Kaiser Karl V. (Todestag 21.09.1558) Planet Wissen - Mittelalter: Ritter Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: David Rother

  • Jun 6, 2025 · 15 min

    Erst verhasst, später verehrt: Thomas Mann (geb. am 6.6.1875)

    Die "Buddenbrooks" machen ihn berühmt, seine politischen Schriften heimatlos. In Jahrhundertbüchern verarbeitet Mann Leben und Zeitgeschichte - und wird dafür lange geächtet. In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Dänzer-Vanotti: wie Thomas Mann sich schon in den 1920er-Jahren gegen die Nazis wendet, aus welchen pragmatischen Gründen Mann sich dafür entscheidet, seine Neigung zu jungen Männern in die Kunst zu verbannen, was es mit Manns Bekenntnis, "Wo ich bin, ist Deutschland", auf sich hat, warum manche Deutsche Thomas Mann als "Luxus-Emigranten" anfeinden. Thomas Mann wird 1875 in Lübeck geboren, als Sohn eines hanseatischen Kaufmanns und einer brasilianischen Mutter. Schon früh ist er ein feinfühliger Beobachter – seiner Zeit und seiner selbst. Mit den "Buddenbrooks" schafft er sein erstes Meisterwerk, für das er auch den Literaturnobelpreis erhält. Der Roman macht ihn berühmt, doch Thomas Mann selbst bleibt unsicher. Seine Sehnsucht, seine Zweifel, seine verborgenen Neigungen verwandelt er in Kunst. Er ist ein Meister der Sprache, ein Künstler des Zwischentons – und zugleich ein unbeirrbarer Demokrat. Mit spitzer Feder verteidigt er später Humanität und Demokratie. Früh erkennt er die Gefahr des Nationalsozialismus – und kämpft mit Worten dagegen an. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Heinrich Breloer, Regisseur Professor Dr. Kai Sina, Germanist an der Uni Münster Heinrich Breloer: Ein tadelloses Glück, Der junge Thomas Mann und der Preis des Erfolgs. München 2024 Kai Sina: Was gut ist und was böse Thomas Mann als politischer Aktivist. Berlin 2024 Weiterführende Links: 18. August 1936 - Thomas Mann wird Tschechoslowake 20.11.1924: Der Roman „Zauberberg“ von Thomas Mann erscheint Planet Wissen: Thomas Mann Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Dänzer-Vanotti Redaktion: Carolin Rückl, Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek

  • Jun 5, 2025 · 14 min

    Kindheit im Mittelalter: Gefahr, Gewalt und Geborgenheit

    30 bis 50 Prozent aller Kinder starben im Mittelalter vor dem Erwachsenwerden. Doch die These, Eltern hätten ihre Kinder generell vernachlässigt, ist inzwischen widerlegt. In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk: von Guibert von Nogents schwerem Start ins Leben, den er und seine Mutter fast nicht überleben, welche Ereignisse im Mittelalter als Fixpunkte in der Kindheit gelten, dass die sogenannte Prügelpädagogik keinesfalls typisch mittelalterlich ist, wie traumatisiert viele Jungen und Mädchen sind, die schon als Kinder ins Kloster gegeben werden. Die detaillierten Erinnerungen des Abtes Guibert von Nogent zählen zu den wichtigsten Quellen über Kindheit im Mittelalter. Was alle Kinder in dieser Zeit verbindet: Ihr Leben ist ständig bedroht. Sie sterben an Krankheiten, verhungern, fallen ins Feuer, ertrinken in Flüssen, werden im Schlaf erdrückt oder von Tieren zerrissen. Guibert von Nogent wird um 1055 als Kind adliger Eltern auf einer Burg bei Beauvais geboren. Mit zwölf Jahren tritt er in ein Benediktinerkloster ein, mit ungefähr 50 Jahren wird er Abt von Nogent-sous-Coucy in der Picardie. Guibert von Nogent sieht die Chance, die ihm das Leben im Kloster bietet, und ergreift sie. Er wird ein gebildeter, hochgeachteter Abt und verfasst viele Bücher. Unter anderem schreibt er seine Lebensgeschichte auf. Guibert leidet als Erwachsener keinen Mangel und ist nicht allein. Aber er vergisst niemals, wie einsam und unglücklich er als Kind gewesen ist. Seine freimütige Erzählung wird heute mit den Bekenntnissen des Kirchenvaters Augustinus verglichen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor em. Reinhold Kaiser, Uni Zürich, Herausgeber der Lebenserinnerungen des Guibert von Nogent Professor em. Gerhard Fouquet, Uni Kiel, Herausgeber eines Quellenlesebuches Gerhard Fouquet: Kindheiten und Jugend in Deutschland (1250-1700). Ein Quellenlesebuch, Frankfurt a.M. 2018. Guibert von Nogent: Monodiae - Einzelgesänge. Bekenntnisse und Memoiren eines Abtes aus Nordfrankreich, Freiburg 2019. Shulamith Shahar: Kindheit im Mittelalter, Reinbek bei Hamburg 1993. Klaus Arnold: Kind und Gesellschaft in Mittelalter und Renaissance, Paderborn, München 1980. Weiterführende Links: Planet Wissen: Leben im Mittelalter Zeitzeichen: 31.12.1224 - Wie es sich im Mittelalter lebt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Maren Gottschalk Redaktion: Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek

  • Jun 4, 2025 · 14 min

    Rettung in letzter Sekunde: Das "Wunder von Dünkirchen"

    Der Vormarsch der Wehrmacht überrascht die britischen Truppen in Frankreich. Mit letzter Not können sie am 4.6.1940 aus dem eingeschlossenen Dünkirchen gerettet werden. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann: wie die westlichen Alliierten fast 340.000 Soldaten aus Dünkirchen evakuieren, wie ausgerechnet Adolf Hitler den Alliierten einen wichtigen Zeitvorteil verschafft, warum französische und britische Truppen wegen einer Fehleinschätzung bis an die französische Küste gedrängt werden, warum französische Soldaten nach ihrer Evakuierung wieder zurück über den Kanal nach Frankreich geschickt werden. Am 10. Mai 1940 beginnt die Deutsche Wehrmacht ihren Angriff gegen die Niederlande, Belgien und Luxemburg. Die drei neutralen Nachbarländer Deutschlands sind Durchmarschgebiet im Kampf gegen die Militärmacht Frankreich und die mit ihr verbündete britische Expeditionsarmee. Am Nachmittag des 20. Mai 1940 wird erstmals die Evakuierung alliierter Kräfte über den Ärmelkanal Richtung England in Erwägung gezogen. Churchill schlägt der Admiralität vor, eine große Anzahl kleiner Schiffe bereitzustellen. Daraufhin werden überall an der Kanalküste brauchbare Schiffe bis zu tausend Tonnen registriert. Die "Operation Dynamo" beginnt. Es gibt allerdings zu wenige Kriegsschiffe, um alle schnell rauszuholen. Auch private Schiffe kommen deshalb zum Einsatz. Zum Teil sind es kleine Segelschiffe, Fischerboote, aber auch Fähren und Feuerwehrboote von der Themse. Insgesamt werden fast 340.000 Soldaten nach England evakuiert, unter ihnen etwa 200.000 Briten und 140.000 Franzosen. Die Operation geht als das "Wunder von Dünkirchen" in die Geschichte ein. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Emmanuel Clermont, Tourismusbehörde der Gemeinde Dünkirchen Dr. Hauke Friederichs, sicherheitspolitischer Korrespondent für Zeit Online Dr. Hauke Friederichs: Das Wunder von Dünkirchen, Berlin 2021 Winston Churchill: Der Zweite Weltkrieg, 1948-1953, Berlin 2003 Willliam L. Shirer: This is Berlin. Rundfunkreportagen 1939-1940, Leipzig 1999 Weiterführende Links: Planet Wissen: Der Zweite Weltkrieg Zeitzeichen: 24.01.1965 - Winston Churchill stirbt in London Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Tiemann Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins Technik: Moritz Raestrup

  • Jun 3, 2025 · 14 min

    Paulette Goddard: Filmstar, Glamour-Girl, Freigeist

    Paulette Goddard wird in den 1930er-Jahren als Filmpartnerin Charlie Chaplins weltberühmt. Zeitlebens versteht sie es, Glamour und Geist zu verbinden. In diesem Zeitzeichen erzählt Melahat Simsek: vom Hass Marlene Dietrichs auf Paulette Goddard, wie Paulette Goddard Einfluss auf das Skript zum Film "Blondinen bevorzugt" nimmt, von der Liste der Männer in Goddards Leben, die sich wie das "Who's Who"-Hollywoods liest, wie Goddards Alkohol- und Medikamentenmissbrauch verhindert, dass Andy Warhol ihre Biografie schreibt. Die 1920er sind die goldenen Jahre in Hollywood. Die US-Filmindustrie wird zur Weltmarke. Mittendrin: eine junge, schöne, ehrgeizige Frau. Angelockt von der Glitzerwelt des Films mit Aussichten auf Ruhm und Reichtum. Ihr Name: Paulette Goddard. Anfang der 40er-Jahre beginnt Goddards große Zeit. Für stattliche Gagen übernimmt sie Hauptrollen mit Filmgrößen wie Clark Gable, John Wayne und Fred Astaire. 1951 lernt die Schauspielerin in New York den deutschen Schriftsteller und Emigranten Erich Maria Remarque kennen. Goddard und Remarque werden ein Paar. 1958 heiraten die beiden - Goddards vierte und letzte Hochzeit. Im Jahr 1970 verstirbt Remarque nach schwerer Krankheit in der Schweiz. Die Schauspielerin ist tief erschüttert. Anschließend verbringt sie viel Zeit in New York, wo sie eine platonische Freundschaft mit dem schüchternen Künstler Andy Warhol pflegt. Paulette Goddard stirbt am 23. April 1990 in der Schweiz an Herzversagen, wenige Monate vor ihrem 80. Geburtstag. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Andreas Thein, Filmwissenschaftler und Leiter der Sammlung und Restaurierung im Filmmuseum Düsseldorf Juniorprofessorin Dr. Kristina Köhler, Mediengeschichte, Universität zu Köln Julie Gilbert: Erich Maria Remarque und Paulette Goddard. Biographie einer Liebe. Aus dem Amerikanischen von Nikolaus Gatter. München 1997. Otto Friedrich: Markt der schönen Lügen. Die Geschichte Hollywoods in seiner großen Zeit, Köln 1988. Joe Morella, Edward Z. Epstein: Paulette. The adventurous life of Paulette Goddard, New York 1985. Charles Chaplin: Die Geschichte meines Lebens. Frankfurt a.M. 1998. Weiterführende Links: Zeitzeichen: 22. Juni 1898 - Erich Maria Remarque wird geboren Stichtag: 31. Januar 1929 - Der Roman "Im Westen nichts Neues" erscheint Planet Wissen: Hollywood - Mythos und Realität Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Melahat Simsek Redaktion: Christoph Tiegel, Sefa Inci Suvak Technik: Anne Bohnen

  • Jun 2, 2025 · 14 min

    Gesittet plündern: Die Vandalen in Rom

    14 Tage lang plündern die Vandalen im Juni 455 Rom. Doch mit Vandalismus hat das kaum etwas zu tun - die Männer von Anführer Geiserich gehen methodisch und gesittet vor. In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember: warum sich um die Vandalen so unglaubliche Mythen ranken, wie eng eigentlich ihr Verhältnis zum römischen Apparat ist, welche Propaganda der römisch-katholische Kirchenvater Augustinus verbreitet, wohin sich Geiserich nach der Plünderung Roms zurückzieht, wie die Vandalen aus der Weltgeschichte verschwinden. Im Jahr 428 übernimmt Geiserich die Herrschaft über die Vandalen, als unehelicher Sohn des bisherigen Vandalen-Führers. Er gilt als klug, gerissen und weitsichtig. Unter ihm wagen die Vandalen den großen Sprung von Südspanien nach Afrika. Ihren Ursprung haben sie in Osteuropa, hierher hat sie ihre lange Wanderung geführt, im Nacken die nachrückenden konkurrierenden germanischen Stämme. Die Vandalen erobern das ganze römische Nordafrika. Geiserich baut eine effektive Kriegsflotte auf und macht damit das westliche Mittelmeer unsicher. Seine Blitzangriffe bringen ihm den Ruf als Fürst der Finsternis ein. Während sich die Römer in Gallien mit den Hunnen bekriegen, bereitet Geiserich die Übernahme der Macht in Rom vor. Sein Sohn verlobt sich mit der römischen Kaisertochter. Doch dann kommt ein neuer Kaiser auf dem Thron. Die Verlobung wird aufgelöst. Geiserich reagiert sofort. Seine Flotte landet im Hafen vor Rom, seine Truppen erobern die Stadt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Roland Steinacher (Professor für alte Geschichte an der Universität Innsbruck) Konrad Vössing (Professor für Alte Geschichte an der Universität Bonn) Roland Steinacher: Die Vandalen - Aufstieg und Fall eines Barbarenreichs. Stuttgart 2016 Konrad Vössing: Die Vandalen. München 2018 Weiterführende Links: Zeitzeichen 28.08.0430: Todestag von Augustinus von Hippo Zeitzeichen 19.10.0439: Die Vandalen erobern Karthago Zeitzeichen 15.12.0533: Das Ende des Vandalenreiches mit der Schlacht von Tricamarum Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Frank Zirpins Technik: Moritz Raestrup

  • Jun 1, 2025 · 14 min

    Die Suche nach Ägyptens Atlantis: F. Goddio entdeckt Heraklion

    Es ist die große Sensation der Unterwasserarchäologie: Im Juni 2000 findet der Franzose Franck Goddio im Mittelmeer die Reste der antiken Stadt Thonis-Heraklion. In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach: warum der ehemalige Finanzberater und Mathematiker Franck Goddio 1983 auf Unterwasserarchäologie umsattelt, warum er drei Städte sucht, aber nur zwei findet, wie sie den größten Schiffsfriedhof der Antike finden, warum die Stadt Thonis-Herakleion vor über tausend Jahren im Meer versunken ist. Es ist die größte Unterwassergrabung der Geschichte: Franck Goddio und sein Team suchen am Nildelta in Ägypten nach drei Städten, die in antiken Texten beschrieben werden: Kanopus, Thonis und Herakleion. Prachtvolle Städte sollen es gewesen sein, mit Tempeln, Promenaden und Hafenanlagen. Da sich an Land keine Spuren finden lassen, vermutet Franck Goddio, dass sich die Städte unter Wasser befinden müssen. Er stellt ein Team aus internationalen Experten zusammen. Jahrelang suchen sie den Meeresboden in der Bucht von Abukir ab und vermessen ihn akribisch Meter für Meter. Dann, im Jahr 2000, tauchen halb verborgen unter Sand, Algen und Seegras kolossale Statuen auf. Die Taucher entdecken auch eine rosa und eine schwarze Granitstele mit Inschriften, die beweisen: Sie haben das antike Thonis-Herakleion gefunden. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Franck Goddio (Leiter der Ausgrabungen in Thonis-Herakleion in der Bucht von Abukir in Ägypten) Max Fiederling (Unterwasserarchäologe, Universität Trier) Christoph Gerigk (Unterwasserfotograf) Weiterführende Links: Franck Goddio Underwater Archaeologist Versunkene Geheimnisse: Das Team von Franck Goddio entdeckt neue Artefakte in Thonis-Herakleion Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: David Rother Technik: Sarah Fitzek

  • May 31, 2025 · 14 min

    Filmikone Clint Eastwood: Western, Waffen, Widersprüche

    Clint Eastwood (am 31.5.1930 geboren) ist eine US-Filmikone: als Schauspieler verehrt, als Regisseur gefeiert – und ein Mann voller Widersprüche. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld: welches Möbelstück mit Familie Eastwood immer umzieht, wie der Schauspieler zum Western-Star avancierte, warum Eastwoods Kult-Figur "Dirty Harry" heute umstritten ist, wie der bekennende Republikaner zu Donald Trump steht. Aufgewachsen ist Clint Eastwood in ärmlichen Verhältnissen, seine Eltern ziehen als Wanderarbeiter durch Kalifornien. Ein Freund empfiehlt ihm, es mal in Hollywood zu probieren – so groß und gutaussehend wie Clint Eastwood als junger Mann ist. Sein Glücksfall ist die Serie "Rawhide": Sechs Jahre lang verkörpert Eastwood den sympathischen Cowboy Rowdy Yates. Er bleibt ein Cowboy. Zusammen mit dem noch unbekannten Regisseur Sergio Leone entwickelt Eastwood den Italo-Western. 1971 wechselt der Schauspieler mit dem Stoppelbart zum Actionfilm und der radikale Polizist "Dirty Harry" wird seine neue Paraderolle. Dass er auch große Gefühle darstellen kann, zeigt Eastwood 1995 mit seiner Inszenierung von "Die Brücken am Fluss", einer Liebesgeschichte zwischen einem Fotografen und einer verheirateten Farmersfrau. Stars wie Meryl Streep, Morgan Freeman oder Gene Hackmann loben zudem seine ruhige Art am Set, auch als Regisseur und Produzent. Mit 94 Jahren hat er gerade seinen jüngsten und angeblich letzten Film in die Kinos gebracht: Juror #2. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kai Bliesener, Buchautor Kai Bliesener: Clint Eastwood. Mann mit Eigenschaften. Marburg 2020 Richard Schickel: Ich bin nur ein Typ, der Filme macht. Clint Eastwood. Hamburg 2010. Dokumentarfilm: Clint Eastwood. A Cinematic Legacy. Warner Bros. Weiterführende Links: Zeitzeichen über Clint Eastwood Geburtstag Sergio Leone Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Kosfeld Redaktion: Matti Hesse

  • May 30, 2025 · 14 min

    Als der Rote Baron den Boden unter den Füßen verlor

    Seine ersten Flugstunden sammelt Manfred von Richthofen ab de, 30.5.1915 als Luftbeobachter. Doch der Adlige will vor allem Ruhm und Orden. Und so wechselt er bald auf den Pilotensitz. In diesem Zeitzeichen erzählt Raoul Mörchen : wie der Kavallerist Richthofen vom Pferd ins Flugzeug kommt, warum Piloten zu Beginn der 1. Weltkriegs als bessere Chauffeure gelten, wie sich der Flugaufklärer Richthofen über Köln verfliegt, wie aus einer Kuhweide bei Köln ein Flughafen wird, wie Richthofen mit seinen Memoiren die eigene Legende beflügelt. In den Memoiren des "Roten Barons" klingt die Fliegerei wie ein Kinderspiel. Der Flug ohne Fallschirm in klapprigen Maschinen, deren Holzflügel unterwegs auch schon mal wegbrechen, umknickende Höhenruder, zerfetzte Bespannungen, explodierende Motoren: für Manfred von Richthofen kein Grund, die gute Laune zu verlieren. Die Fliegerei, auch die unter Feindbeschuss, ist einfach "ein großer Spaß". Dieser Spaß beginnt für den gerade 23-Jährigen am 30. Mai 1915 auf dem Flugplatz Butzweiler Hof im Nordwesten Kölns. Das spätere Flieger-Ass, der gefürchtete Rote Baron, ist als Pilot kein Naturtalent. Das Fliegen hat er nicht im Blut, er muss es mühsam lernen. Zweimal fällt er durch die Pilotenprüfung, gibt nicht auf, bis er an Heiligabend des Jahres 1915 endlich die ersehnte Nachricht erhält: bestanden! Der Rest ist Geschichte: 80 Abschüsse gelingen ihm, so viel, wie keinem anderen - bis Manfred von Richthofen am 21. April 1918 im Alter von 25 Jahren selbst vom Himmel stürzt. Er wird am 22. April von britischen Soldaten mit allen militärischen Ehren beerdigt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Lutz Budraß, Luftfahrthistoriker, Universität Bochum Werner Müller, Leiter Historisches Luftfahrtarchiv Köln Joachim Castan: Der rote Baron. Die ganze Geschichte des Manfred von Richthofen, Stuttgart 2007/2016 Manfred Freiherr von Richthofen: Der rote Kampfflieger. Berlin 1917, viele Nachdrucke, auch gemeinfrei im Internet Michael Schlosser: Richthofen. Der rote Baron. Stuttgart 2010 Geschichte der Kölner Luftfahrt Weiterführende Links: Planet Wissen: Der Erste Weltkrieg Planet Wissen: Übersichtsseite Luftfahrt Hörtipp: Tatort Geschichte in der ARD-Audiothek. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Raoul Mörchen Redaktion: Frank Zirpins

  • May 29, 2025 · 14 min

    Louise Michel, die "Königin der Anarchisten"

    Mehr Rebellion passt kaum in ein Leben: Louise Michel, geboren am 29.5.1830, war Lehrerin, Frauenrechtlerin, Soldatin, Schriftstellerin – eine unangepasste Persönlichkeit. In diesem Zeitzeichen erzählt Sabine Mann: welch seltenes Glück der unehelich geborenen Louise Michel zuteil wird, warum Louise Michel als Lehrerin mittellosen Menschen Privatunterricht erteilt, wie Louise Michel 1871 zur Heldin der Pariser Kommune wird, was den Streetart-Künstler Banksy, die Kapitänin Pia Klemp und Louise Michel miteinander verbindet. Louise Michel verfasst schon als Teenager Gedichte und scheut sich nicht, sie Victor Hugo zu schicken, dem berühmtesten Dichter ihrer Zeit. Es beginnt eine regelmäßige Korrespondenz über viele Jahrzehnte. Mit 20 Jahren legt Michel das Lehr-Examen ab und organisiert Privatunterricht für Mittellose, zieht jedoch schnell nach Paris, um mit den revolutionären Kreisen dort aktiv werden zu können. Louise Michel gründet Schulen, kämpft beim Aufstand der Pariser Kommune, wird verbannt, zur Anarchistin und schließlich Pionierin für Frauenrechte. Beim Aufstand der Pariser Kommune 1871 ist sie ohne zu zögern als Propagandistin, Sanitäterin, aber auch mit der Waffe in der Hand und in Uniform dabei. Sie schlägt sogar vor, eigenhändig den Regierungschef umzubringen. Ihr Aktivismus bringt Louise Michel mehrere Gefängnisstrafen ein. Nach der blutigen Revolution 1871 nimmt sie nie wieder eine Waffe in die Hand. Louise Michel stirbt am 9. Januar 1905 in Marseille. Zu ihrer Beisetzung kommen rund 120.000 Menschen. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartnerinnen: Marie-Hélène Baylac, Biographin und Historikerin Sidonie Verhaeghe, Dozentin für politische Wissenschaften an der Universität Lille. Weiterführende Links: Zeitzeichen: 28. Mai 1871 - Das blutige Ende der Pariser Kommune Planet Wissen: Kommunismus - Die Pariser Kommune Planet Wissen: Der Deutsch-Französische Krieg 1870/1871 Zeitzeichen: 15.01.1809: Geburtstag des Frühsozialisten Pierre-Joseph Proudhon Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Sabine Mann Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Jürgen Becker

  • May 28, 2025 · 14 min

    Der Zauberer von Oz: Ein amerikanisches Märchen

    Der Mythos "Zauberer von Oz": Das Buch von Lyman Frank Baum ist jetzt 125 Jahre alt (erschienen: 28.5.1900) - seine Motive sind feste Bestandteile der Popkultur. In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka: wie "Der Zauberer von OZ" zum amerikanischen Mythos wird, wie ein Musical von 1939 zahlreiche Zitate liefert, die im Buch von 1900 gar nicht vorkommen, was "Der Zauberer von Oz", "Alice im Wunderland" und "Pinocchio" gemeinsam haben, wie Salman Rushdie, Autor der "Satanischen Verse", den Zauberer von Oz deutet. Als Lyman Frank Baum am 28. Mai 1900 die ersten Exemplare seines Buches in Händen hält, ist er sicher, etwas Besonderes geschaffen zu haben. "The Wonderful Wizard of Oz", wie das Buch ursprünglich heißt, ist seinerzeit ein ähnlicher Erfolg wie gut hundert Jahre später "Harry Potter": Die ersten Auflagen finden reißenden Absatz und erlösen den 44-jährigen Baum von seinen finanziellen Sorgen. Danach möchte der Autor sich eigentlich mit etwas anderem beschäftigen. Doch das Publikum will nur "Oz" von ihm, so dass er bis zu seinem Tod 13 weitere Bände folgen lässt. Baum verlegt den Beginn seiner Geschichte nach Kansas, dem wohl unmärchenhaftesten Ort der USA. Wirbelstürme fegen über das karge Land, die Arbeit der Farmer ist mühsam und bringt wenig ein. Auf den ersten Seiten kommt neunmal das Wort "grau" vor. Doch dann trägt ein Wirbelsturm Dorothy nach Oz, wo alles bunt und phantastisch ist. So wie sich das Mädchen sofort ins graue Kansas zurücksehnt, haben auch die Gefährten, die sie auf ihrer Reise trifft, einen Wunsch: Die Vogelscheuche möchte Verstand, der Blechmann ein Herz und der feige Löwe Mut. Oz, der Große und Mächtige, soll diese Wünsche erfüllen. Die Pointe der Geschichte ist, dass alle längst haben, wonach sie sich sehnen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Robin Curtis, Institut für Medienkultur, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Johanna Weißert, Regisseurin, Kinder- und Jugendtheater Dortmund Michael Patrick Hearn: Alles über den Zauberer von Oz, Hamburg und Wien 2003 Frank Kelleter: Film Remakes, Adaptations and Fan Productions. Edited by Kathleen Loock and Constantine Verevis. New York 2012 Weiterführende Links: Theater Dortmund: "Der Zauberer von Oz". Zeitzeichen: 10.06.1922 - Geburtstag von Judy Garland Filmstart "Wicked": Neues aus der Welt vom "Zauberer von Oz" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christiane Kopka Redaktion: Matti Hesse Technik: Theo Kramer

  • May 27, 2025 · 14 min

    Seeschlacht von Tsushima: Als Japan Russlands Flotte vernichtete

    Es ist der erste Sieg asiatischer Truppen über eine europäische Großmacht: Japan versenkt am 27.5.1905 Russlands Flotte. Damit endet der Russisch-Japanische Krieg. In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Struck-Schloen was hinter dem Slogan "Reiches Land, starke Armee" steckt, wie Preußen und England zum Vorbild für die japanische Aufrüstung werden, mit welcher Strategie das kleine Japan das Zarenreich besiegt, warum der Ukrainekrieg den Blick auf die Schlacht von Tsushima verändert. Rund zwei Jahrhunderte lang schotten sich die Japaner weitgehend vom Weltgeschehen ab, dann entwickeln auch sie einen imperialistischen Ehrgeiz. Im Februar 1904 schreiten sie zur Tat: Ohne eine offizielle Kriegserklärung abzugeben, beschießen die japanischen Soldaten Port Arthur, einen unter russischer Verwaltung stehenden Hafen auf der chinesischen Halbinsel Liaodong. Am Ende sind 75.000 Soldaten tot. "Die Körper der Toten bildeten Hügel auf Hügel", schreibt später der Schriftsteller Sakurai Tadayoshi, der bei der Schlacht verwundet wurde. Nachdem durch Kämpfe auf See auch die russische Pazifikflotte nahezu kampfunfähig geworden ist, beordert der russische Zar kurzerhand die Ostseeflotte ins Chinesische Meer. Hier wartet am 27. Mai 1905 bei der Insel Tsushima eine hochmoderne japanische Flotte auf die veralteten russischen Schiffe. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Frank Jacob, Historiker und Buchautor Frank Jacob: Tsushima 1905. Ostasiens Trafalgar, Paderborn 2017 Film: Battle of the Japan Sea (1969) Weiterführender Link: Das Vergangene ist nie wirklich vergangen. Der Schriftsteller Frank Thiess, SWR Retro, 5. Juli 1955 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Michael Struck-Schloen Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

  • May 26, 2025 · 14 min

    Keine Heldengeschichte im Wilden Westen: Der Indian Removal Act

    Die Eroberung des "Wilden Westens" durch weiße Siedler war oft keine Heldengeschichte, wie wir sie aus vielen Filmen kennen. Ein Gesetz zur Umsiedlung der Indianerstämme vom 28.5.1830 löste eine ethnische Säuberung aus. In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck: welche Rolle die Kirche im Umgang mit den nordamerikanischen Ureinwohnern spielt, was die Kanarischen Inseln und Irland mit der Indianer-Ausrottung in den USA zu tun haben, warum der Fund von Gold der unmittelbare Anlass für das Indianer-Umsiedlungsgesetz ist, wie die Cherokee-Indianer ihre Vertreibung mit einer Petition an den US-Senat verhindern wollen, welchen Helden- und Opfermythos die US-Populärkultur über die Bezwingung der Indianer verbreitet. "Trail of Tears" ("Pfad der Tränen") nennen die Indianer den Weg, auf den sie nach Westen gezwungen werden - weil ein Viertel von ihnen dabei stirbt, verhungert, erfroren, der Grippe erlegen. Tatsächlich gibt es mehrere "Trails of Tears". Insgesamt werden über einen Zeitraum von knapp acht Jahren mehr als 100.000 Menschen nach Oklahoma deportiert. Die Gegend ist damals noch kein Staat, sondern "Indian Territory" ("Indianergebiet"). Der "Indian Removal Act" verspricht den Ureinwohnern des nordamerikanischen Ostens: In eurer neuen Heimat im Westen dürft ihr auf ewig bleiben. Doch diese Ewigkeit dauert keine sechs Jahrzehnte: bis zum 22. April 1889. Dann beginnt der sogenannte "Oklahoma Land Rush". 50.000 Weiße stürmen innerhalb eines Tages das "Indian Territory". Die Regierung in Washington hat es zur Besiedlung freigegeben. 1907 wird Oklahoma als 46. Bundesstaat in die Vereinigten Staaten aufgenommen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Michael Hochgeschwender (Professor für Amerikanistik, LMU München) Michael Hochgeschwender: Die Amerikanische Revolution - Geburt einer Nation 1763-1815. München 2016 Heike Bungert: Die Indianer - Geschichte der indigenen Nationen. München 2020 Aram Mattioli: Verlorene Welten - Eine Geschichte der Indianer Nordamerikas. Stuttgart 2017 Weiterführende Links: Planet Wissen: Ist die Bezeichnung "Indianer" diskriminierend? Zeitzeichen 22.04.1889: Der "Oklahoma Land Run" Zeitzeichen 02.06.1924: "Indian Citizenship Act" wird unterzeichnet Zeitzeichen 08.05.1973: Indianer geben die Besetzung von Wounded Knee auf Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Almut Finck Redaktion: David Rother Technik: Annette Skrzydlo

  • May 25, 2025 · 14 min

    Rock am Ring startet am 25.5.1985: Beginn eines Festivalmythos

    Bis zu 90.000 Musikfans, Weltstars in der Eifel, Rock´n´Roll bei jedem Wetter: Das alles begründet den Kult um Deutschlands erstes großes Rockmusik-Festival. In diesem Zeitzeichen erzählt Amy Zayed: warum "Rock am Ring" nicht schon 1980 startet, was am Festival am Nürburgring so besonders ist, warum das Festival zwei Jahre lang auf dem 35 Kilometer entfernten Flughafen Mendenich stattfindet. Eigentlich soll es nur ein Einzel-Event werden - organisiert von Konzertveranstalter Marek Lieberberg und Marcel Avram auf der Südschleife des Nürburgrings, einer international bekannten Rennstrecke. Doch das Festival ist ein überwältigender Erfolg: "85.000 Menschen, die zusammen kamen, um so ein Spektrum zwischen Simply Red und U2, Huey Lewis & the News und Joe Cocker zu hören", erinnert sich Lieberberg. Ihm ist klar: Er hat eine Marktlücke entdeckt. Lieberberg macht weiter und vergrößert das Festival jährlich. 1987 sind es bereits zwei Bühnen, weil David Bowie für seine komplizierte Show eine eigene Bühne will. Doch als 1988 die Ticketverkäufe von 75.000 rapide auf 30.000 zurückgehen, beschließt Lieberberg, das Festival zwei Jahre auszusetzen, um dann mit einem überarbeiten Konzept zurückzukehren. Mit Erfolg. Was seitdem wie ein Selbstläufer wirkt, hat aber auch mit Problemen zu kämpfen. Dazu gehören Streit um Geld, mehrere Unwetter, eine Terrorwarnung und die Zwangspause wegen Corona. Nach der Pandemie startet das Festival mit einem neuen Veranstalter wieder durch: 2022 ist das Festival mit 90.000 Tickets restlos ausverkauft. Was 1985 mit 17 Bands angefangen hat, ist mittlerweile eine Veranstaltung mit über hundert Bands, mehreren Bühnen und einer eigenen Infrastruktur. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Christoph Graf (Event-Experte und Autor) Nina Fingskes (Musikjournalistin, Festival-Mitarbeiterin und Festival-Besucherin) Ingo Knollmann (Sänger der "Donots") Weiterführende Links: Zeitzeichen 27.04.1925: Baubeginn für den Nürburgring Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Amy Zayed Redaktion: David Rother Technik: Petra Laubach

  • May 24, 2025 · 14 min

    Der wilde Lebensritt der Lady Florence Dixie

    Florence Dixie, geboren am 24.5.1855, ist eine ungewöhnliche viktorianische Lady. Sie reitet durch Patagonien, schreibt Bestseller, kämpft für Tier- und Frauenrechte. In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich: warum Florence Dixie ausgerechnet durch Patagonien reist, wie sie sich als Exzentrikerin bewusst von Rollenbildern abgrenzt, wie sie aber auch die Lage der indigenen Bevölkerung romantisiert, wie sie durch ihren Einsatz als Südafrika-Korrespondentin zur Aktivistin wird, welche persönlichen Schicksalsschläge sie treffen. Florence Dixie ist 24 Jahre alt, als sie durch Patagonien reitet. Die gebürtige Schottin stammt aus hochadligem Haus, ist verheiratet mit Sir Alexander Beaumont Churchill Dixie. Beide teilen die Leidenschaft für Sport und Reisen. Ihre Söhne - der eine ein paar Monate alt, der andere zwei Jahre – lassen die Eltern auf dem Familiensitz zurück. Sechs Monate sind sie im Süden Lateinamerikas unterwegs. Weltreisende Frauen sind im 19. Jahrhundert die Ausnahme und erregen Aufsehen. Florence Dixie ist eine der wenigen Abenteurerinnen, die das nötige Geld haben, um das teure Vergnügen zu finanzieren. Sie hat aber auch die nötige Courage, sich über die rigiden Geschlechterrollen hinwegzusetzen. Und sie macht sich nichts daraus, als sonderbar zu gelten. Im Gegenteil: Florence Dixie pfeift auf Konventionen. Die kolonialen Praktiken des Empires stellt sie allerdings nicht infrage. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Marlena Tronicke (Professorin für englische Literatur und Kulturwissenschaft, Uni Köln) Florence Dixie: Riding across Patagonia. A Victorian Equestrian Adventure, London 1880. Florence Dixie: In the land of misfortune, London 1882. Florence Dixie: Gloriana - or the revolution of 1900, London 1890. Florence Dixie: The horrors of sport. Publikation der Humanitarian League, No 4. 1891. Weiterführende Links: BBC: Lady Florence Dixie LibriVox: Gloriana - or The Revolution of 1900, von Florence Dixie, gelesen von Mark Nelson Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Claudia Friedrich Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

  • May 23, 2025 · 14 min

    Kampf gegen Windmühlen: Don Quijote ist unsterblich

    Miguel de Cervantes' "Don Quijote" (1605/1615) wird bei einer Wahl von 2002 zum "besten Buch der Welt" erklärt - und wirkt heute aktueller, als man denkt. In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg: warum Autor Miguel de Cervantes behauptet, "Don Quijote" sei ein Anti-Ritter-Roman, welchen "wohlklingenden Namen" das Pferd von Don Quijote hat, wen die Romanfigur Don Quijote für ihr Scheitern verantwortlich macht, was ein arabischer Geschichtsschreiber mit dem Roman zu tun hat, welches abenteuerliche Leben der Schriftsteller Cervantes selbst führt. Seit über 400 Jahren reitet der "Ritter von der traurigen Gestalt" nun schon mit seinem Knappen Sancho Pansa durch die Literaturgeschichte. Trotz seiner Verrücktheiten - wie dem berühmten Kampf gegen Windmühlen - gilt Don Quijote als positiver Held. Er will das Edle und Wahre. Doch seine verzerrte Sicht der Dinge führt dazu, dass er an der Realität scheitert. Als der spanische Schriftsteller Miguel de Cervantes Saavedra 1605 den ersten Teil des Romans veröffentlicht, wird der ein Riesenerfolg. Cervantes plant deshalb einen zweiten Teil. Doch bevor der 1615 gedruckt wird, veröffentlicht ein bis heute unbekannter Autor unter dem Pseudonym Avellaneda eine unautorisierte Don-Quijote-Fortsetzung. In seiner eigenen Fortsetzung des Romans stellt Cervantes deshalb klar, dass alles, was sein Konkurrent über Don Quijote erzählt hat, Lüge ist. Um weitere falsche Don Quijotes zu verhindern, beendet Cervantes seine Erzählung so, dass sie keine Fortsetzung erlaubt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Christoph Strosetzki (emeritierter Professor für Romanistik an der Universität Münster, Cervantes-Experte) Miguel de Cervantes Saavedra: Don Quijote, Stuttgart 1985. Horst Weich: Meisterwerke kurz und bündig: Cervantes' Don Quijote, München 2001. Christoph Strosetzki: Miguel de Cervantes. Epoche - Werk - Wirkung, München 1991. Christoph Strosetzki (Hrsg.): Miguel de Cervantes' Don Quijote. Explizite und implizite Diskurse im Don Quijote. Berlin 2005. Weiterführende Links: ARD alpha: Klassiker der Weltliteratur - Miguel de Cervantes Deutschlandfunk Kultur: Hörspiel nach Cervantes - Don Don Don Quijote - Attackéee Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: Matti Hesse Technik: Moritz Raestrup

  • May 22, 2025 · 15 min

    Wie Johann Weck das Haltbarmachen revolutionierte

    Im Jahr 1895 erwirbt Johann Weck das Patent zur luftdichten Lagerung von Lebensmitteln. Die werden praktisch unbegrenzt haltbar durch das nach ihm benannte Einwecken. In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner: wie ein zu früh verstorbener Chemiker, ein schrulliger Antialkoholiker und ein pfiffiger Kaufmann eine wichtige Erfindung auf den Weg bringen, welche Rolle sogenannte "Wanderlehrerinnen" bei der Verbreitung des neuen Verfahrens spielen, seit wann der Begriff "einwecken" im Duden zu finden ist, dass der Erste Weltkrieg gleichermaßen Fluch und Segen für die Firma Weck ist, was es mit der "Ewigen Liebe im Glas" auf sich hat. Ende des 19. Jahrhunderts. Johann Weck, aktives Mitglied der Antialkoholiker, will ein Verfahren anbieten, das naturreine Lebensmittel auf unbeschränkte Zeit garantiert. Dieses Verfahren hat wenige Jahre zuvor der Chemiker Rudolf Rempel entwickelt und patentieren lassen - kurz vor seinem Tod. Weck kauft das Patent 1895 und macht sich an die Produktion der Einmachgläser. Doch die erweisen sich zunächst als Ladenhüter - bis Georg van Eyck ins Spiel kommt. Im badischen Ölfingen gründen die beiden Männer im Jahr 1900 eine Firma. Van Eyck, ein junger Kaufmann aus Emmerich, bringt mit großem Erfolg die Gläser unter die Hausfrauen. Die Blütezeit des Einkochens endet in den 1960er-Jahren. Das Einfrieren löst das Einkochen weitgehend ab. Als nach der Insolvenz der Firma Weck im Jahr 2023 ein neuer Investor das Werk übernimmt, ist die Erleichterung der Einweck-Fans groß. Ob Schnibbelbohnen, Kimchi oder Konfitüre - Einwecken ist wieder Trend. Auch wenn die Zeiten sich geändert haben, hat eines überdauert. Das Lieblings- und Einstiegsrezept der Einweck-Fans ist unverändert die Erdbeermarmelade. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Steffi Burmeister, Verpackungsexpertin und Inhaberin des Youtube-Kanals "Steffi kocht ein" Eberhard Hackelsberger, Urenkel des Firmengründers Georg van Eyck und Geschäftsführer der Firma Weck bis 2023. Interview von 2012. ARD Archiv Schulungs- und Werbefilme der Firma Weck aus den 1930er-Jahren Weiterführende Links: Planet Wissen: Frischhalten - So verderben Lebensmittel RBB: Einwecken - So geht das Einmachen und Einkochen Unser Hörtipp: WDR 5: Alles in Butter - Das Magazin fürs Genießen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins Technik: Jürgen Mönkediek