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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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  • Jun 30, 2025 · 14 min

    Nazis auf den Kanalinseln: Die vergessene Besatzung

    Am 30.6.1940 beginnt die Nazi-Besetzung der Kanalinseln - Besitz der britischen Krone. Eine jenseits der Inseln vergessene Geschichte von Anpassung, Kontrolle und Schuld. In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz: dass die Kanalinseln im Besitz der britischen Krone, aber kein britisches Staatsgebiet sind, warum sich viele Familien mit Kaffee aus verbrannten Pastinaken und Kaninchenbraten über Wasser halten müssen, wieso die Insel bis weit nach dem D-Day besetzt bleibt und nicht von den Briten zurückerobert wird, wie ein ehemaliger deutscher Bunkerkommandant sich selbst als "ungewöhnlichen Nachbarn" bezeichnet - und daraus eine Freundschaft entsteht, und wieso sich heute noch Enkelkinder in den alten Bunkern auf Spurensuche begeben. Nur 25 Kilometer vor der französischen Küste liegen sie im Ärmelkanal - die Kanalinseln Guernsey und Jersey. Als Hitler im Juni 1940 Frankreichs Atlantikküste erobert, wendet er seinen Blick auch auf die britischen Außenposten. In London beschließt Premierminister Winston Churchill, keine Soldaten zu opfern - die Inseln sollen dem Feind kampflos überlassen werden. Am 30. Juni landet ein deutsches Aufklärungsflugzeug auf Guernsey. Kein Schuss fällt. Weiße Fahnen liegen auf den Plätzen, es wird nicht gekämpft. Einen Tag später ist auch Jersey in deutscher Hand. Für Hitler ein Propagandasieg - obwohl die Inseln nicht zum Vereinigten Königreich gehören, sind sie geografisch gesehen ein Teil der britischen Inseln. Für die Insulaner beginnt eine fünfjährige Besatzung - mit Ausgangssperren, Propaganda und später: Hunger - auf beiden Seiten. Das sind unsere wichtigsten Quellen: Peter Tabb: A pecculiar Occupation. New Perspectives on Hitler's Channel Islands. Surrey 2005. Roy McLoughlin: Living with the Enemy. What really happened. St. Mary, Jersey 2014. Charles Cruickshank: The German Occupation of the Channel Islands. Guernsey 1975. Paul Sanders: The Ultimate Sacrifice. Jersey 1998. Jonas Hoffmann-Schmidt: All you need to know about the Channel Islands. 2024. Hans Max Freiherr von Aufseß: Tagebuch aus der Okkupationszeit der britischen Kanalinseln 1943-1945. Hamburg 2020. Gilly Carr: Protest, Defiance and Resistance in the Channel Islands. German Occupation 1940-1945. London 2015. Und das sind unsere InterviewpartnerInnen: Amy Malcolm, Vicepresident of the Channel Island Occupation Society Peter Tabb, Autor Michael Billings, Geschäftsführer Jersey War Tunnels Prof. Dr. Gilly Carr, außerordentliche Professorin für Konflikt, Archäologie und Holocaust-Erbe an der Universität von Cambridge Weiterführende Links: Jersey heritage: The German Occupation Jersey War Tunnels Phoenix: Guernseys Kriegskinder - Das Erbe der deutschen Besatzung Planet Wissen: Nationalsozialismus - Der Zweite Weltkrieg Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: AutorIn: Jana Magdanz Redaktion: Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek

  • Jun 29, 2025 · 14 min

    Ein Degendieb als Symbol für den antikolonialen Kampf des Kongo

    Es ist ein kurzer Augenblick des Triumphs in der traurigen Kolonialgeschichte des Kongo. Ein einziges Foto hält fest, wie sich Ambroise Boimbo am 29.6.1960 den Degen des belgischen Königs schnappt. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff: von einem Terrorregime und einer jahrhundertelangen Jagd auf Sklaven im Kongo, warum die Rede von Regierungschef Patrice Émery Lumumba für Fassungslosigkeit bei den westlichen Gästen sorgt, warum Lumumbas gewaltsamer Tod dem Land eine große Chance nimmt, wie das Leben von Ambroise Boimbo nach dem Degendiebstahl weitergeht. Es ist der 29. Juni 1960, ein Tag vor der Unabhängigkeit des Kongo. Der belgische König Baudouin grüßt anlässlich der Feierlichkeiten die Menschenmenge auf dem Prachtboulevard von Léopoldville, dem heutigen Kinshasa. In weißer Generals-Uniform steht er im offenen Cadillac, sein königlicher Degen liegt hinter ihm auf der Rückbank. Ein elegant gekleideter Mann geht neben dem langsam fahrenden Wagen her. Plötzlich greift er zu und rennt los - genau vor die Linse des deutschen Fotografen Robert Lebeck. Der drückt schnell ab. Der Mann wird nur wenig später von Soldaten überwältigt und der König erhält seinen Degen zurück. Erst viel später wird bekannt, dass der Dieb Ambroise Boimbo heißt, 30 Jahre alt und ein arbeitsloser Elektriker ist. Lebecks Foto hingegen wird sofort berühmt und vielfach abgedruckt. Es gilt als das Symbolbild für die Unabhängigkeit Afrikas. Es vereint koloniale Unterdrückung, Hoffnung auf Freiheit und auch die Enttäuschung dieser Hoffnung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Boniface Mabanza, Handels- und Entwicklungsexperte, Koordinator der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika Soundtrack to a Coup d’Etat. Dokumentationsfilm von Johan Grimonprez, Belgien, Frankreich. Niederlande 2024 Adam Hochschild: Schatten über dem Kongo. Stuttgart 2000 Dominic Johnson: Kongo. Kriege, Korruption und die Kunst des Überlebens. Frankfurt am Main 2014 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 31.07.1993 - Todestag des belgischen Königs Baudouin I. Zeitzeichen: 30.06.1960 - Kongo wird unabhängig Zeitzeichen: 15.11.1908 - König Leopold II. von Belgien verkauft "seine" Kolonie Kongo an den Staat Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Pfaff Redaktion: Frank Zirpins Technik: Christoph Schneider

  • Jun 28, 2025 · 14 min

    17 Stunden Angst: Der Bankraub von Berlin-Zehlendorf

    Der Plan ist nahezu perfekt: Bankräuber stürmen eine Commerzbank-Filiale in Berlin. Am 28.6.1995 entkommen sie mit einer Millionen-Beute durch einen zuvor gegrabenen Tunnel. In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer: wie die Geiseln die dramatischen Stunden erleben und welche Folgen der Raub für sie hat, welche zum Teil abwegigen Forderungen die Täter stellen, warum ein Regenwasserrohr den Tätern jede Menge Zeit erspart, wie die Polizei im Anschluss von der Presse verhöhnt wird. In der Nacht zum 28. Juni 1995 flüchten in Berlin-Zehlendorf mehrere Bankräuber durch einen Tunnel. Im Gepäck: mehr als zehn Millionen D-Mark. Vorausgegangen ist dem Raub ein spektakuläres Ablenkungsmanöver. Vier Männer stürmen bereits am Vortag eine Bankfiliale. Sie nehmen Angestellte und Kunden als Geiseln und fordern 17 Millionen D-Mark Lösegeld. Es folgen Telefonate, Verhandlungen und immer weitere Forderungen. Wie sich später herausstellt nur zu einem Zweck: Zeit zu gewinnen. Kurz nach Mitternacht reißt der Kontakt zu den Geiselnehmern ab. Nach über 17 Stunden stürmt das SEK die Bank und befreit die Geiseln. Die Täter sind da längst weg - geflohen durch einen über Monate selbst gegrabenen Tunnel. Sechs von vermutlich elf Bankräubern werden später gefasst und gut die Hälfte der Beute sichergestellt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ralf Kahlbau, damals Leiter beim zuständigen Raubdezernat Deutschlandfunk: Historischer Bankraub - wie zehn Millionen D-Mark durch einen Tunnel verschwanden rbb|24-Podcast "Im Visier": Millionenraub in Zehlendorf Spiegel: Bankraub - Gewaltiges Getöse Weiterführende Links: ARD: Harter Brocken - Der Bankraub. Spielfilm Deutschland 2017 WDR Lokalzeit: Vor 50 Jahren - Bankraub mit Geiselnahme in Hilden Hörtipp: Bayern 2: Tatort Geschichte - True Crime meets History. Ein Podcast über spannende Verbrechen aus der Vergangenheit Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Erik Hlacer Redaktion: Frank Zirpins Technik: Nico Söllner

  • Jun 27, 2025 · 14 min

    Bewundert von Chaplin und Twain: die taubblinde Helen Keller

    Als Kleinkind verliert Helen Keller (geb. am 27.6.1880) Hör- und Sehkraft. Doch sie lernt per Hand zu kommunizieren und wird Schriftstellerin, Aktivistin und Weltreisende. In diesem Zeitzeichen erzählt Doris Arp: wie das "Lormen", also das Buchstabieren von Texten in die Hand, funktioniert, wie die einfühlsame Lehrerin Anne Sullivan Helen Kellers Leben verändert, von Kellers Liebe zu Literatur, Musik und Kino, von ihrem Engagement für Frauenrechte und die Ausbildung blinder Menschen. Helen Keller ist ein gesundes Mädchen, als sie am 27. Juni 1880 im US-Bundesstaat Alabama geboren wird. Im Alter von eineinhalb Jahren erkrankt sie schwer, verliert ihr Hör- und Sehvermögen. Sprachlos und eingeschlossen in sich selbst, so erlebt Helen ihre ersten Jahre. Kurz vor ihrem siebten Geburtstag engagieren die Eltern eine Blindenlehrerin - für das Mädchen "der wichtigste Tag meines Lebens". Anne Sullivan, eine 21-jährige Irin und selbst fast blind, öffnet ihr die Tür zur Außenwelt. Helen Keller lernt, in Blindenschrift zu lesen und schafft es an die Elite-Uni-Harvard. Ihr Studienabschluss macht weltweit Schlagzeilen und gibt Millionen Menschen, die ihr Schicksal teilen, neuen Lebensmut. Keller schreibt zahlreiche Bücher und Essays über ihren Weg aus der Dunkelheit, tritt in TV-Shows auf und hält weltweit Vorträge. Mit mehreren Ehrendoktortiteln und Auszeichnungen überhäuft, stirbt Helen Keller mit fast 88 Jahren. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ursula Braun, Sonderpädagogin und Mitbegründerin der Deutschen Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation Helen Keller: Die Geschichte meines Lebens. Stuttgart 1905 Helen Keller: Mein Weg aus dem Dunkel. Bern 1994 Helen Keller: Meine Welt. Berlin 1987 Nella Braddy: Anne Sullivan Macy. The Story behind Helen Keller. New York 1934 Katja Behrens: Alles Sehen kommt von der Seele. Weinheim 2001 William Stern: Helen Keller - Die Entwicklung und Erziehung einer Taubstummblinden. Burbank 2022 Weiterführende Links: Stichtag 13.05.1950: Blinder Soulstar Stevie Wonder geboren Zeitzeichen 04.01.1809: Louis Braille, Blindenlehrer und Erfinder der Brailleschrift Stichtag 23.12.1789: Gehörlosenlehrer Charles M. de l'Epée stirbt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Doris Arp Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak Technik: Jan Roloff

  • Jun 26, 2025 · 14 min

    Wie Conrad D. Magirus die moderne Feuerwehr erfand

    Am 26.6.1895 stirbt in Ulm Conrad Dietrich Magirus: ein Mann, der mit Mut und Erfindergeist die Brandbekämpfung revolutioniert. Seine Ideen retten bis heute Leben. In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer: welche Ausbildung Conrad Dietrich Magirus in Italien absolviert, was der Ulmer Turnverein mit seinen Ideen zur Feuerbekämpfung zu tun hat, wie er hautnah miterlebt, wie das Wort Feuerwehr erfunden wird, warum seine Erfindung der Ulmer Leiter Magirus weltberühmt macht, welche Leitsätze von Magirus noch heute bei der Alarmierung der 112 beachtet werden. Drei Jahre nach dem katastrophalen Brand im Großherzoglichen Hoftheater in Karlsruhe, bei dem 65 Menschen sterben und rund 200 Theaterbesucher verletzt werden, erscheint 1850 der Bestseller "Alle Theile des Feuerlöschwesens". Darin entwickelt Conrad Dietrich Magirus den Plan, die Feuerwehren militärisch zu organisieren und regt dafür eine gesetzliche Grundlage an. Zu Hause in Ulm gründet Magirus sein erstes Unternehmen. Er verkauft im ehemaligen Kaufmannsgeschäft seines Vater Feuerwehrausrüstungsgegenstände, wie zum Beispiel seine patentierten Feuerwehrspritzen, die er noch bei anderen Fabrikanten produzieren lässt. 1874 baut er im Keller seiner Villa eine große Werkstatt. Im Garten errichtet er einen Turm, an dem er seine selbstkonstruierten Leitern ausprobiert. Das Geschäft wird ein Erfolg. Die Kundschaft sitzt nicht nur in Deutschland, sondern auch in Russland oder Japan. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ulrich Laschet (Pressesprecher Feuerwehr Köln) Bernd Klaedtke (Historiker im Verband der Feuerwehren in Deutschland) Martin Nestler (Ulmer Regionalhistoriker, Buchautor) Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg: Miteinander, Füreinander - zum 150-jährigen Bestehen des Verbandes, Filderstadt 2013 Conrad Dietrich Magirus: Das Feuerlöschwesen, Ulm 1877 Martin Nestler: Der Feuerwehrpionier und Unternehmer Conrad Dietrich Magirus, Tübingen 2011 Weiterführende Links: SWR: Einer der berühmtesten Söhne Ulms: Conrad Dietrich Magirus Zeitzeichen 05.08.1818: Carl Metz, Gründer der Freiwilligen Feuerwehr, wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Geuer Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins Technik: Christine Reinartz

  • Jun 25, 2025 · 14 min

    Als der Kalte Krieg heiß wurde: Konfrontation in Korea

    Auch 75 Jahre nach Kriegsbeginn gibt es in Korea keinen Friedensvertrag zwischen Nord und Süd. Der Beginn des tödlichen Konflikts am 25.6.1950 hatte auch Auswirkungen auf Deutschland. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath: warum der Koreakrieg die westdeutsche Wiederbewaffnung beschleunigt, welchen Einfluss Stalins Tod auf den Frieden in Korea hat, warum die deutsche Wirtschaft vom Koreakrieg profitiert, wie die TV-Satire M.A.S.H. Anfang der 1970er Jahre den Koreakrieg wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückt. Die Alliierten des Zweiten Weltkriegs legen die Grenze zwischen Nord- und Südkorea entlang des 38. Breitengrads. So zerfällt das zuvor von Japan besetzte Land in zwei politische Systeme: Der Norden Koreas steht unter dem Einfluss von Stalin und Mao, der Süden ist durch die USA geprägt. Dennoch wünschen sich viele Koreaner eine Wiedervereinigung. Auch die kommunistischen Nordkoreaner wollen die Einheit – notfalls mit Gewalt. Am 25. Juni 1950 überschreiten ihre Truppen die Grenze und greifen den Süden an. Ein solcher Akt der Aggression zeige die Gefahr für die Sicherheit aller freien Nationen, wendet sich der US-Präsident Harry Truman an seine Landsleute. Die UN unter dem Oberbefehl der USA schicken Soldaten und Kriegsmaterial nach Korea. Es folgt ein dreijähriger Krieg mit Millionen Toten und ohne Sieger: Korea bleibt bis heute geteilt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Bernd Stöver, Professor für Internationale Geschichte, Universität Potsdam Rolf Steininger, Professor em. Institut für Zeitgeschichte, Universität Innsbruck Rolf Steininger: Der vergessene Krieg. Korea 1950-1953, München 2008 Bernd Stöver: Geschichte des Koreakriegs, München 2015 Odd Arne Westad: Der Kalte Krieg. Eine Weltgeschichte, Stuttgarg 2019 Weiterführende Links: Stichtag: 24. Oktober 1991 – Versöhnungsabkommen zwischen Nord- und Südkorea Stichtag: 27. Juli 1953 – Waffenstillstand von Panmunjon unterzeichnet Stichtag: 9. September 1948 – Demokratische Volksrepublik Korea gegründet Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Andrea Kath Redaktion: Frank Zirpins

  • Jun 24, 2025 · 14 min

    Der Schneider von Ulm: Pionier der Fliegerei und gefallener Held

    Zu Lebzeiten verspottet, heute verehrt: Albrecht Berblinger, geboren am 24.6.1770 in Ulm, will über die Donau fliegen – und stürzt ab. Sein Scheitern liefert den Stoff für Literatur, Opern und und Filme. In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler: dass Albrecht Berblinger ein talentierter Schneider ist, wie er Beinprothesen und Kinderwagen konstruiert, warum heute unklar ist, wie seine Flugmaschine ausgesehen hat, dass sein gescheiterter Flug auch zum sozialen Absturz führt, wie seine Geschichte in Literatur und Film festgehalten wird. Von früher Jugend an hat Albrecht Berblinger ein besonderes Interesse an Technik. Doch als Waisenkind muss der am 24. Juni 1770 Geborene einen geldbringenden Beruf ergreifen. So erlernt der Ulmer das Schneider-Handwerk und baut sich ein florierendes Geschäft auf. Das Tüfteln gibt er indes nicht auf. Wie die Brüder Montgolfier, die in Frankreich erste Flugversuche im Ballon absolvieren, zieht es Albrecht Berblinger auch in die Lüfte. Sein Vorbild sind die Vögel, deren Flugtechnik er genau studiert. Als im Mai 1811 der König Friedrich I. von Württemberg nach Ulm kommt, will Albrecht Berblinger den Flug wagen: Der Schneider von Ulm springt aus rund 20 Metern Höhe mit seinen selbst gebauten Flügeln ab, um auf die andere Seite der Donau zu gleiten. Doch es kommt anders, Berblinger stürzt plump ins Wasser. Anstatt mit Ruhm und Ehre wird er mit Spott und Hohn überhäuft. Erst zwei Jahrhunderte später wird er als Held gefeiert – als Flugpionier, der seiner Zeit um mindestens hundert Jahre voraus war. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Michael Wettengel, Leiter des Stadtarchivs Ulm Weiterführende Links: Der Schneider von Ulm: Die Tragik eines Flugversuchs (Stadt Ulm) Stichtag 7. März 1916 – Bayerische Flugzeugwerke gegründet Stichtag: 10. August 1896 - Todestag des Flugpioniers Otto Lilienthal Stichtag: 28. Januar 1829 – Todestag des "Schneiders von Ulm" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek

  • Jun 23, 2025 · 14 min

    Sabotage aus der Luft? Die DDR und der Amikäfer

    Juni 1950: DDR-Protest gegen "imperialistische" US-Kartoffelkäfer. Staatliche Propaganda - oder steckt eine kuriose Sabotage hinter dem Käferbefall auf DDR-Feldern? In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Gerdener: wie aus einem Schädling ein Staatsfeind wird, warum der Kartoffelkäfer 1950 plötzlich als US-amerikanische Biowaffe gilt, wie der Spruch "Sei ein Kämpfer, sei kein Schläfer – achte auf den Kartoffelkäfer" in den Alltag einzieht, wieso sich ganze Schulklassen auf Käfersuche machen, was der "Amikäfer" mit Fake News, Propaganda und der Macht der Schlagzeile zu tun hat. Der gelb-schwarze Kartoffelkäfer hat es schwer in der DDR - nicht nur wegen seines Appetits auf Kartoffelpflanzen, sondern auch wegen seines vermeintlichen Ursprungs. Im Frühsommer 1950 melden Bauern einen massenhaften Käferbefall - kurz nachdem angeblich westliche Flugzeuge über die Felder geflogen sind. Die DDR-Regierung wittert Sabotage: Die Amerikaner sollen gezielt "Amikäfer" abgeworfen haben, um die Versorgung zu stören. Beweise? Fehlanzeige. Doch Propaganda-Plakate, Gedichte von Bertolt Brecht und Suchaktionen auf dem Acker machen aus dem Käfer einen politischen Gegner. In Wahrheit sind es Hitze und eigene Versäumnisse, die eine ideale Umgebung für die Vermehrung der Schädlinge schaffen. Das sind unsere wichtigsten Quellen: Lars-Broder Keil, Sven Felix Kellerhoff: Fake News machen Geschichte. Gerüchte und Falschmeldungen im 20. und 21. Jahrhundert. Berlin 2017 Klaus Zeyringer: Breaking News. Zeitgeschehen in der Presse von 1648 bis 2001. Innsbruck 2023 Und das sind unsere Interviewpartner: Lars-Broder Keil, Historiker und Journalist, Leiter des Unternehmensarchivs von Axel Springer Klaus Zeyringer, Publizist, ehem. Literaturkritiker und Professor für Germanistik in Frankreich Weiterführende Links: Planet Wissen: Kartoffelkäfer Planet Wissen: Leben in der DDR planet Wissen: Fake News – die Macht der Falschmeldungen bpb: Was ist Propaganda? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Gerdener Redaktion: Matti Hesse Technik: Christoph Schneider

  • Jun 22, 2025 · 14 min

    Bonnie Prince Charlie: Schottlands letzte Chance auf die Krone

    Am 22.6.1745 sticht Bonnie Prince Charlie in See, um mit den Jakobiten den britischen Thron zurückzuerobern. Er scheitert, flieht - und überlässt seine Landsleute der Verfolgung. In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammüller: warum sich Charles Edward Stuart ohne Wissen seines Vaters aufmacht, den Thron zurückzuerobern, wie der Prinz als Zofe verkleidet den englischen Truppen entkommt, was die Schlacht von Culloden zum Wendepunkt der schottischen Geschichte macht, und wieso der Dudelsack nach der Niederlage verboten wird. "He’s a bonnie lad!" - ein hübscher Bursche, schwärmen die Damen über Charles Edward Stuart. Der junge Prinz aus dem Exil will, was seiner Familie einst gehörte: den Thron in London. Ohne offizielle Bündnispartner, aber mit viel Charme und einer guten Portion Übermut segelt Charles mit wenigen Getreuen nach Schottland - in der Hoffnung, Frankreich werde sich anschließen. Tatsächlich bringt er für kurze Zeit die Highlands in Aufruhr. Doch bei Culloden scheitert sein Aufstand blutig. Der "schöne Prinz" flieht über die Hebriden - und kehrt nie zurück. Charles Edward Stuart wird in Schottland zur Symbolfigur. Auch wenn seine Geschichte nicht von politischen Erfolgen erzählt, sondern von Kühnheit, verlorener Hoffnung und tragischem Scheitern. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. em. Michael Maurer, ehem. Uni Marburg Ronald G. Asch: Die Stuarts – Geschichte einer Dynastie, München 2011. Michael Maurer: Kleine Geschichte Schottlands, Stuttgart 2008. Frank Thadeusz: Historische Schlacht in Schottland. Prinz Schönling türmte in Frauenkleidern, Der Spiegel, 31. Januar 2017. Weiterführende Links: Planet Wissen: Bonnie Prince Charlie Charles Edward Stuart: Italian Dandy, Selfish Alcoholic or Charismatic Prince? Mac Hare: Bonnie Prince Charles Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Edda Dammmüller Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek

  • Jun 21, 2025 · 14 min

    Als 1935 die Schriftsteller laut wurden – und die Welt zuhörte

    Vor 90 Jahren sind Faschismus und Tyrannei auf dem Vormarsch. In Paris wollen weltberühmte Autorinnen und Autoren die Kultur verteidigen, auf dem ersten Schriftsteller-Kongress ab dem 21.6.1935. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg: dass Bertolt Brecht um ein "wanzenfreies" Zimmer in Paris bittet, über einen Streit zwischen Ilja Ehrenburg und André Breton, der mit den Fäusten endet, wie Teilnehmer den Kongress in ihren Memoiren festhalten, wann plötzlich "die Internationale" gesungen wird. Lion Feuchtwanger, Robert Musil, Aldous Huxley, Bertolt Brecht: Sie alle bekunden ihre Bereitschaft, gegen das faschistische und antisemitische Hitler-Deutschland zu kämpfen. Der Schock über Hitlers Machtübernahme samt der folgenden Bücherverbrennung und Verfolgungen sitzt tief. "Die Kultur, die wir verteidigen wollen, entsteht aus der Summe der besonderen Kulturen jedes Landes", sagt André Gide in seiner Eröffnungsrede. Die Teilnehmenden aus 38 Ländern treffen sich zweimal täglich. Fünf Tage lang wird diskutiert – und gestritten. Auch, weil der Kongress aus der Sowjetunion heraus geplant ist und man dort auf die Unterstützung der Schreibenden für den Kommunismus hofft. "Der Kongress war nicht übel, nicht einmal ganz vergebens, glaube ich. Es ist gut, sich zu zählen", urteilt Heinrich Mann später. Moskau ist es jedoch nicht gelungen, das Treffen zu einer sozialistischen Propaganda-Veranstaltung zu verbiegen. Zu unterschiedlich sind die Weltanschauungen, die in Paris aufeinandertreffen. Eine Vielfalt, die ihre Freiheit mit Federn statt mit Waffen gegen den Faschismus verteidigen will. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Susanne Zepp-Zwirner, Romanistin, Universität Duisburg-Essen Dr. Ralph Schock, Gustav-Regler-Experte, ehemaliger SR-Literaturchef Susanne Zepp-Zwirner: Regions of History. The International Congress for the Defense of Culture, Paris 1935, in: Ruth Fine, Arie M. Kacowicz, Galia Press-Barnathan (Hg): The Relevance of Regions in a Globalized World, London 2018 Wolfgang Klein: Als der Apparat nicht funktionierte. Geschichte der Vorbereitung des Pariser Schriftstellerkongresses 1935, in: Wolfgang Asholt u.a. (Hg.): Unruhe und Engagement. Blicköffnungen für das Andere. Festschrift für Walter Fähnders zum 60. Geburtstag, Bielefeld 2004 Gisèle Freund: 1. Internationaler Schriftsteller-Kongress zur Verteidigung der Kultur, Paris 1935. Fotografien. Ausstellungskatalog 1996. Weiterführende Links: Zeitzeichen: 27.11.1949: Bertolt Brecht kauft einen gebrauchten Steyr Zeitzeichen 15.4.1942: Todestag des Schriftstellers Robert Musil Zeitzeichen 19.12.1908: Fotografin Gisèle Freund wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: David Rother Technik: Thomas Bleul

  • Jun 20, 2025 · 14 min

    Kim Philby - vom Cambridge-Studenten zum Sowjet-Spion

    Ein sowjetischer Spion als Chef des britischen Geheimdienst? Mit Kim Philby wäre der Coup beinahe gelungen. Eine Agentengeschichte, die sich wie ein Roman liest. In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog: wie der Journalist Phillip Knightley 25 Jahre auf ein Interview mit Kim Philby wartet. was James Bond mit Kim Philby zu tun hat, über seine Arbeit für den Wiener Untergrund, wie Kim Philby geheime Akten dem KGB zukommen lässt, dass der britische Geheimdienst Philby schon 1953 als Doppelagenten ausgemacht hat. Als Sohn eines britischen Kolonialbeamten gehört Kim Philby zur Oberschicht des Empire und besucht die besten Schulen des Landes. Während seines Studiums in Cambridge kommt er mit der Kommunistischen Internationalen in Kontakt und sympathisiert mit deren "Gleichheitsideal". Bald schon wird er vom KGB angesprochen. Der sowjetische Geheimdienst sucht junge Studenten, denen aufgrund ihrer Herkunft eine glänzende Karriere prognostiziert wird. Philby sagt aus Überzeugung zu und empfiehlt gleich noch weitere Kandidaten, mit denen er gemeinsam den Agentenring der Cambridge Five bildet. Im Sommer 1940 gelangt Kim Philby über die Kontakte des Vaters zum britischen Geheimdienst. Nun kann er noch wertvollere Dokumente und Geheimnisse liefern. Zwischenzeitlich arbeitet er sogar in Washington und hat Zugang zu US-Akten. Dann werden die westlichen Geheimdienste misstrauisch. Kim Philby wird 1963 enttarnt und setzt sich nach Moskau ab, wo er 1988 stirbt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Phillip Knightley, Journalist und Philby-Biograf Thomas Riegler, Historiker, Wien, spezialisiert auf Geheimdienste im Kalten Krieg Thomas Riegler: Der Wiener Spionagezirkel. Wien 2024 Weiterführende Links: Stichtag 11. Mai 1988 – Kim Philby stirbt in Moskau Flucht eines Top-Spions: Am 1. Juli 1963 gibt die britische Regierung zu, dass Kim Philby entkommen ist (Deutsches Spionagemuseum) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Frank Zirpins

  • Jun 19, 2025 · 14 min

    Medienzar und Hitlers Helfer: Alfred Hugenberg

    Alfred Hugenberg, am 19. Juni 1865 geboren, lenkt Presse und Politik in der Weimarer Republik. Seine Schlagzeilen ebnen dem Nationalsozialismus den Weg an die Macht. In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz: warum Alfred Hugenberg vom ersten Tag der Weimarer Republik an als Abgeordneter gegen die Demokratie arbeitet, wieso die von ihm geführte Deutsch-Nationale Volkspartei (DNVP) die NSDAP unterstützt, dass er von Adolf Hitler nach der Machtübernahme 1933 zum Minister ernannt wird, warum Alfred Hugenberg schon im Juni 1933 seinen Rücktritt einreicht, wie die Nationalsozialisten Hugenbergs Konzern Stück für Stück zerschlagen. Die parlamentarische Republik hat Alfred Hugenberg nie gewollt: "Seit 1919, seit Weimar, sitze ich im deutschen Parlamente, und bin doch nie Parlamentarier geworden", sagt Hugenberg einmal. Vielmehr träumt der Verleger davon, im Osten neuen Lebensraum für die "Deutschen" zu erobern. Er hegt auch keinen Zweifel an der "Ungleichheit der Menschen" aufgrund ihrer "rassen-anthropologischen Merkmale". Um seine Ideen zu verbreiten, kämpft sich Alfred Hugenberg an die Macht: Spitzen-Beamter, Bankdirektor, Finanzchef bei Krupp. 1916 steigt er ins Mediengeschäft ein, ein Jahrzehnt später übernimmt der Kaisertreue die UfA in Potsdam. Nun kann er diktieren, welche Informationen verbreitet werden. Unterstützung findet Alfred Hugenberg bei den alten Eliten, die sich in der von ihm geführten Deutsch-Nationalen Volkspartei einfinden. Seine Strategie, mit Hitler an der Spitze die konservativen Stimmen einzusammeln, um den NSDAP-Führer später zu zähmen, entpuppt sich indes als verhängnisvolle Fehleinschätzung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Harald Jähner, Kulturjournalist Jens Bisky, Kulturwissenschaftler Michael Schellhorn: Alfred Hugenberg. Göttingen 2025. Wolfgang Benz: Geschichte des Dritten Reiches. München 2019. Walter Mühlhausen: Das Weimar-Experiment. Die erste deutsche Demokratie 1918–1933. Bonn 2019. Weiterführende Links: Der vergessene Führer: Aufstieg und Fall des Medienzaren Alfred Hugenberg (Begleitdokumentation zum Film von Peter Heller) Aufstieg und Fall des Medienzaren: Gespräch mit Peter Heller über sein Hugenberg-Projekt (Haus des Dokumentarfilms) Herbst 1929 – Schatten über Babylon (Podcast über die NS-Drahtzieher in der ARD-Serie Babylon Berlin) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uwe Schulz Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

  • Jun 18, 2025 · 14 min

    Der Goldrausch und ein Schweizer in Kalifornien: John Sutter

    Ohne den Schweizer Johann August Sutter (gestorben am 18.6.1880) wäre die Geschichte Kaliforniens wohl anders verlaufen. Er wurde als John Sutter berühmt - und verarmte in dem Goldrausch, den er mit ausgelöst hatte... In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann: dass Johann August Sutter in der Schweiz wegen Betrug zur Fahndung ausgeschrieben wird, wie er sein umtriebiges Leben in den USA fortsetzt, warum er über Vancouver und Hawaii nach Kalifornien geht, über seinen brutalen Umgang mit der indigenen Bevölkerung, wie der Goldrausch seine Siedlung zerstört. Sein Abschied aus der Schweiz gleicht eher einer Flucht: Johann August Sutter lässt 1834 seine Frau mit den fünf Kindern und jede Menge Schulden zurück, als er über den Atlantik auswandert. Auch in den USA schlägt er sich zunächst mehr schlecht als recht durch, hinterlässt geprellte Investoren und unbezahlte Kredite. Doch John Sutter, wie er sich in der neuen Heimat nennt, tritt wortgewandt und weltmännisch auf. So erhält er von der mexikanischen Regierung ein Stück Land zur Besiedlung. Dort, wo später das Sacramento Valley entstehen wird, regiert Sutter mit harter Hand: "Ich war alles: Patriarch, Priester, Vater, Richter." Teile der indigenen Bevölkerung soll er zur Zwangsarbeit verpflichtet haben. Als 1848 auf seinem Grundstück Gold gefunden wird, kann er sich vor dem Ansturm der Menschen nicht mehr retten. Verbissen kämpft Sutter um eine Entschädigung für seinen zerstörten Besitz von der US-Regierung. Doch vergeblich: Er stirbt am 24. Juni 1880 in einem Hotel in Washington. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Heike Bungert, Lehrstuhl für Nordamerikanische Geschichte Universität Münster John Fraser: Sutter's Fort State Historic Park Johann August Sutter: Neu-Helvetien - Lebenserinnerungen. Frauenfeld 1934 Stephan Bierling: Kleine Geschichte Kaliforniens. München 2006 Theophile de Rutté: Abenteuer Goldrausch. Basel 2008 Weiterführende Links: Ein Pionier mit dunkler Seite (Schweizer Nationalmuseum) Stichtag 8.10.1810: James Wilson Marshall wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Tiemann Redaktion: David Rother Technik: Tobias Thomas-Wübbena

  • Jun 17, 2025 · 14 min

    Er wollte nicht "Dr. Ecstasy" sein: Alexander Shulgin

    Vor 100 Jahren, am 17.6.1925, wird der US-Chemiker Alexander Shulgin geboren. Er synthetisiert erstmals die Substanz MDMA, heute besser bekannt als Partydroge Ecstasy. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Werthschulte: warum Alexander Shulgin von einem Glas Orangensaft mit einer Prise Zucker bewusstlos wird, wie die US-amerikanische Drogenbehörde DEA Shulgin seine Experimente mit psychoaktiven Substanzen ermöglicht, wie MDMA als Partydroge den Weg von den USA nach Ibiza und schließlich nach Großbritannien findet, warum MDMA Streitobjekt in einem Kulturkampf wird. Der Chemiker und Pharmakologe Alexander Theodore Shulgin wächst als Lehrerkind in Berkeley an der US-Westküste auf. Mit 16 Jahren geht er zum Chemiestudium nach Harvard und unterbricht das Studium mit 19 Jahren, um zur US Navy zu gehen. Nach seinem Kriegsdienst studiert Shulgin weiter, promoviert 1955 in Biochemie. Kurz darauf beginnt er, für den Konzern Dow Chemical zu arbeiten, wo er ein sehr erfolgreiches Insektenvernichtungsmittel entwickelt. 1965 synthetisiert Shulgin in den USA erstmals das Molekül, das später als Ecstasy bekannt wird: 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin, kurz MDMA. Die New York Times bezeichnet ihn daraufhin als "Doctor E" – E für Ecstasy. Doch Shulgin wehrt sich: Er habe die Substanz nicht so genannt – und der Name führe zu nichts Gutem. Sein Arbeitgeber Dow Chemical hält nicht viel von Shulgins Experimenten mit psychoaktiven Drogen. 1966 verlässt er das Unternehmen und baut sich sein eigenes Labor in der Nähe von San Francisco auf, wo er als forensischer Chemiker fortan an neuen psychoaktiven Substanzen arbeitet. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Phil Hartnoll, Technoproduzent bei Orbital Tobias Schwarz, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit Torsten Passie, Psychiater und Autor Rachel Nuwer: I feel love. MDMA and the Quest for Connection in a Fractured World, London 2023 Torsten Passie: The History of MDMA, Oxford 2023 Weiterführende Links: Planet Wissen: Rauschmittel - Drogen Zeitzeichen: 31.05.1996 - Todestag von Timothy Leary Zeitzeichen: 19. April 1943 - Der Chemiker Albert Hofmann testet LSD im Selbstversuch Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Werthschulte Redaktion: David Rother Technik: Sarah Fitzek

  • Jun 16, 2025 · 14 min

    Brille tragen leicht gemacht: Die "Glasmacherin" Marga Faulstich

    Die Chemikerin Marga Faulstich, am 16.6.1915 in Weimar geboren, prägte als Pionierin der Optik mit über 40 Patenten maßgeblich die moderne Brillenglasherstellung. In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner: wie Marga Faulstich zum Spitznamen "Kugelblitz" kommt, warum die westlichen Alliierten 41 Mitarbeiter der Glaswerke Schott aus der sowjetischen Besatzungszone nach Heidenheim, Zwiesel und Landshut bringen, warum der Vorstandvorsitzende Erich Schott die Mitarbeiterin Marga Faulstich recht unpassend als "teuerstes Mädchen von Schott" bezeichnet, warum das Brillenglas "Schwerflint 64" so revolutionär ist. Marga Faulstich fängt 1935 als Laborantin bei den Glaswerken Schott in Jena an. Im Laufe ihres Lebens entwickelt sie 300 optische Gläser und bekommt mehr als 40 Patente. Ihre wohl wichtigste Erfindung ist ein Leichtgewichtglas mit hoher Lichtbrechung für Brillengläser. Brillenfassungen werden damit leichter und filigraner, dazu werden in der Herstellung Rohstoffe gespart. 44 Jahre lang arbeitet Marga Faulstich für Schott. Ihr gelingt in dieser Zeit eine weitere grandiose Erfindung: die selbsttönende Sonnenbrille. 1972, nach unzähligen Versuchsschmelzen mit verschiedensten Stoffen und Zusammensetzungen, findet sie die richtige Mischung für das "phototrope" Glas. Spezielle Metalloxide führen dazu, dass sich das Glas bei Sonneneinstrahlung selbst verdunkelt und wieder aufhellt, wenn es keine Sonneneinstrahlung mehr gibt. 1998 stirbt Marga Faulstich im Alter von 82 Jahren. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Judith Hanft, Archivarin bei Schott in Jena Archiv der Firma Schott Schott Glaswerke (Hrsg.): Von Jena nach Mainz - und zurück. Schott-Geschichte zwischen Kaltem Krieg und deutscher Wiedervereinigung, Mainz 1995 Weiterführende Links: Planet Wissen: Werkstoffe - Glas Zeitzeichen 03.12.1888: Todestag von Carl Zeiss Zeitzeichen 17.12.1851: Otto Schott, Chemiker und Glastechniker Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins Technik: Moritz Raestrup

  • Jun 15, 2025 · 14 min

    Rückkehr aus dem Reich des Todes: Amundsens Nordpolflug 1925

    Roald Amundsens größter Triumph? Nicht das gewonnene Rennen zum Südpol - die Rückkehr vom dramatisch gescheiterten Nordpolflug am 15.6.1925: Ein Kampf ums Überleben im Eis. In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog: warum Roald Amundsen den US-Amerikaner Lincoln Ellsworth für die Flugexpedition benötigt, welche Rolle der Dornier-Techniker Karl Feucht spielt, mit wie wenig Nahrung die Expeditionsteilnehmer im Eis überleben, über die zermürbende arktische Ödnis, "die weiße Leere", die den Gestrandeten mental zusetzt. Als Roald Amundsen am 21. Mai 1925 zum Nordpol aufbricht, ist er bereits weltberühmt: Der Norweger hat als erster den Südpol mit dem Schlitten erreicht und die Nordwestpassage mit dem Boot durchquert. Nun zieht es ihn in die Luft. Das zweimotorige Flugboot Dornier Do J, auch "Wal" genannt, scheint ihm dafür ideal, denn es kann auf Wasser starten und landen. Mit zwei Flugzeugen und jeweils drei Mann Besatzung heben die Forscher gen Norden ab. Doch nach nur acht Stunden müssen sie notlanden – und sitzen im unebenen Eis fest. Ein Abflug vom Wasser aus ist nicht möglich. Also hacken die Männer wochenlang eine Startbahn ins Eis, bewegen dabei mindestens 500 Tonnen Gefrorenes. In letzter Sekunden heben die Totgeglaubten ab und werden bei ihrer Rückkehr als Helden gefeiert. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Tor Bomann-Larsen, Historiker, Biograf der norwegischen Königsfamilie Angela Libal, Kuratorin Dornier-Museum Friedrichshafen Tor Bomann-Larsen: Amundsen. Bezwinger beider Pole. Hamburg 2019 Roald Amundsen, Linclon Ellswoth: Our Polar Flight. The Amundsen-Ellsworth Polar Flight, New York 1925 Weiterführende Links: Fram Museum: The N24/N25 flight towards the North Pole (1925) Stichtag: 14. Dezember 1911 – Roald Amundsen erreicht als Erster den Südpol Stichtag: 6. Juni 1868 – Geburtstag Robert Falcon Scott Zeitzeichen: 24. Mai 1868 – Start der ersten deutschen Polarexpedition Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Matti Hesse

  • Jun 14, 2025 · 14 min

    Der Jesuit, der Japan beschrieb: Luis Froís

    Am 14.6.1585 beginnt der Missionar Luis Froís mit Berichten über das ferne Japan. 440 Jahre später taucht der Portugiese wieder auf: im Videospiel Assassin's Creed. In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock: welche Eindrücke die ersten Europäer in Japan sammeln, wie die Jesuiten vom indischen Goa aus ihre Missionsarbeit auf Japan und China ausweiten, wie detailliert der Jesuit Luis Froís über die Menschen und das Land Japan berichtet, warum ihn noch immer Millionen Menschen kennen. Europa im 16. Jahrhundert. Die seefahrenden Nationen erkunden die Weltmeere. Aber über Japan wissen sie kaum etwas. Erst 1543 kommt es zu einem ersten Kontakt, als portugiesische Händler mit einem chinesischen Schiff auf Tanegashima landen, einer Insel im Süden Japans. Der erste Missionar lässt nicht lange auf sich warten. Francisco Xavier ist bekannt als heiliger Franz Xaver. Er gehört zu den Mitbegründern des Jesuitenordens. Sein Auftrag: Die Lehre Christi in Asien zu verbreiten. Auch der Portugiese Luis Froís ist ein Bruder dieser Gesellschaft Jesu. Wie Xaver ist er zunächst in Goa stationiert, der portugiesischen Enklave in Indien. Erste Meriten verdient er sich als Chronist und Verfasser von Jahresberichten. In Goa begegnet er auch Franz Xaver, der begeistert von Japan berichtet. Dorthin will auch Froís. 1563 erfüllt sich dieser Traum. Froís verfasst ein Traktat ohne Titel. Darin schreibt er über Männer, Frauen, Kinder. Künste, Theater, Tänze und Instrumente. Über Essen und Trinken, Medizin und Krankheiten, Religion und Kriegsführung. Er vergleicht und beschreibt die Gärten, die Architektur und die Seefahrt. Froís stellt heute die wichtigste Einzelquelle zur Jesuitenmission dar. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Dr. Bernhard Scheid, Japanologe an der Akademie der Wissenschaften Wien Weiterführende Links: Planet Wissen: Die Geschichte Japans Planet Wissen: Die Jesuiten Planet Wissen: Kolonialismus - Europas Kolonien Zeitzeichen: 10.08.1519 - Die Flotte von Fernando Magellan bricht zur Weltumsegelung auf Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock Redaktion: Christoph Tiegel, David Rother und Sefa Inci Suvak

  • Jun 13, 2025 · 14 min

    Visionär eines Palästina im Frieden: Martin Buber

    Martin Buber spricht unbequeme Dinge aus, eckt politisch und in Religionsfragen an. Und er streckt im Dialog eine Hand der Versöhnung aus. Am 13.6.1965 stirbt Buber. In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach: was Martin Buber als Dreijährigen schwer traumatisiert, wieso Martin Buber viersprachig aufwächst, warum Bubers Ehefrau bis in sein hohes Alter seine Texte korrigieren muss, wie die SA Martin Buber 1933 zum Rücktritt von seiner Professur nötigt, wie Buber 1953 mit der Annahme des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels für Empörung sorgt. Martin Buber träumt von einem lebendigen Judentum. Einem Glauben, der nicht in Gesetzen erstarrt, sondern in menschlichen Beziehungen lebt. Der Religionsphilosoph wächst in Lemberg, dem heute ukrainischen Lwiw, bei seinen Großeltern Salomon und Adele Buber auf. Er hat eine glückliche Kindheit und er liebt die Stadt Lemberg. Deutsch lernt Martin von Großmutter Adele, die sich die Sprache mittels deutscher Literatur selbst beibringt. Heimlich. Denn für jüdische Mädchen gilt jede Art von Lektüre als unziemlich. Nach dem Studium arbeitet Buber als Journalist und Verlagslektor. Wird eine der wichtigsten Stimmen der jüdischen Bevölkerung Europas. Er zieht mit seiner Frau und den zwei Kindern nach Heppenheim und lehrt ab 1924 jüdische Religionslehre an der Universität Frankfurt. 1938 migriert die gesamte Familie nach Palästina und Buber wird Professor an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Doch in Israel bleibt Martin Buber ein Außenseiter. Er wird zwar geachtet als Gelehrter. Aber Israels Gründerväter können seine fortwährende Kritik am Umgang mit den Palästinensern nicht akzeptieren. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Hans-Peter Müller, Soziologe, Humboldt-Universität Berlin Dr. Wolfgang Krone, Vorsitzender der Martin-Buber-Gesellschaft Martin Buber: Das dialogische Prinzip. Ich und Du, Gütersloh 2024 Martin Buber: Begegnung. Autobiographische Fragmente, Heidelberg 1986 Paul Mendes-Flohr: Martin Buber. Ein Leben im Dialog, Berlin 2022 Weiterführende Links: ARD Mediathek: Philosoph und Religionsforscher Martin Buber im Gespräch Martin Buber Gesellschaft: Ich habe keine Lehre, aber ich führe ein Gespräch Planet Wissen: Religion - Judentum Planet Wissen: Judentum - Theodor Herzl Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins Technik: Sascha Schiemann

  • Jun 12, 2025 · 14 min

    Hitlers Vorzeige-Boxer: "Tiefschlag-Weltmeister" Max Schmeling

    Ein gegnerisches Foul macht ihn am 12.6.1930 zum Weltmeister. Erst dafür verspottet, wird Schmeling dann doch zum Jahrhundertboxer – und zum Propaganda-Liebling der Nazis. In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe: dass ein Kinofilm den jungen Max Schmeling zum Boxen inspiriert hat, wie er sich innerhalb kürzester Zeit an die deutsche Spitze trainiert, welche Rolle Schmeling im Zweiten Weltkrieg spielt, wie er nach der Sport-Karriere dank Coca Cola zum erfolgreichen Geschäftsmann aufsteigt. Es ist ein Duell der Giganten: Am 12. Juni 1930 beobachten knapp 80.000 Fans im New Yorker Yankee Stadium wie Max Schmeling und Josef Paul Zukauskas, alias Jack Sharkey, um den Weltmeister-Titel kämpfen. Der US-Amerikaner ist der klar bessere Boxer – macht aber Fehler. Das wird ihm zum Verhängnis, denn in der vierten Runde landet sein Schlag unterhalb der verbotenen Gürtellinie. Der Schiedsrichter disqualifiziert Sharkey. Max Schmeling ist damit der erste deutsche Boxweltmeister im Schwergewicht. In der Heimat wird Max Schmeling jedoch als "Tiefschlag-Weltmeister" verspottet. Fokussiert und voller Ehrgeiz lässt sich der Boxweltmeister nicht unterkriegen und trainiert weiter. Im Juni 1936 trifft er auf Joe Louis. Der junge Schwarze US-Amerikaner gilt als unschlagbar: In 27 Kämpfen hat er 27 Mal gewonnen. Alles spricht für Louis. Doch Schmeling schlägt Louis K.O. – eine Sensation! Jetzt jubelt ganz Deutschland. Und das Nazi-Regime stilisiert Max Schmeling zum deutschen Helden. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Andreas Höfer, Direktor des Deutschen Sport- und Olympia-Museums in Köln Volker Kluge: Max Schmeling – eine Biografie in 15 Runden, Berlin 2004 Max Schmeling: Erinnerungen, Berlin 1995 Horst Vetten: 40 Jahre Ruhm: Max Schmeling. Hörfunk-Feature, Gemeinschaftsproduktion von WDR, BR und SFB, 1970 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 12. Juni 1968 – Der deutsche Boxer Jupp Elze fällt ins Koma Zeitzeichen 25. Februar 1964 – Cassius Clay wird Box-Weltmeister Zeitzeichen 17. Januar 1942 – Der amerikanische Boxer Muhammad Ali wird geboren Max Schmeling und Joe Louis – eine besondere Freundschaft (Planet Wissen) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Burkhard Hupe Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

  • Jun 11, 2025 · 14 min

    Für sie saß jeder still: Julia Margaret Cameron

    Mit einer geschenkten Kamera stürzt sich Julia Margaret Cameron (geboren am 11.6.1815) in ein künstlerisches Abenteuer. Sie wird zur wichtigsten Fotopionierin des viktorianischen Zeitalters. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen: wie sich das Leben Camerons ändert, als ihr Mann in Rente geht, warum es der temperamentvollen Britin manchmal an Geduld fehlt, wieso ihre Fotos oft unscharf sind, warum sie wieder und wieder dieselben Menschen fotografiert, dass ihre Schaffenszeit nur zehn Jahre währt. Julia Margaret Cameron macht Kohlenkeller und Hühnerstall zu Dunkelkammer und Atelier. Mit 48 bekommt sie von ihrer Tochter ihre erste Kamera geschenkt - eigentlich nur zum Zeitvertreib. Doch das Geschenk markiert den Wendepunkt in ihrem Leben. Bei Belichtung ruft Cameron "Stillsitzen, ich zähle bis 400". Was dann folgt, macht sie zu einer der wichtigsten Fotoschaffenden des 19. Jahrhunderts. In Nahaufnahmen fängt sie das Wesen von Menschen ein. Unschärfen erhebt sie zum Stil. Binnen zehn Jahren schafft sie ein wegweisendes Gesamtwerk. Ihr Blick prägt die Fotokunst bis heute. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Anita Hachmann, Kunsthistorikerin, Clemens-Sels-Museum in Neuss Anita Hachmann (Hrsg.): Katalog der Ausstellung "Foto, Kunst, Foto - von Julia Margaret Cameron bis Thomas Ruff", Köln 2024 Weiterführende Links: Zeitzeichen 28.06.1838: Krönung von Königin Victoria I. Clemens-Sels-Museum Neuss Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: Frank Zirpins Technik: Nicolas Dohle