Artwork for WDR Zeitzeichen
History

WDR Zeitzeichen

WDR

Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

  • 600 episodes
  • Updated Today

Episodes600

  • Apr 11, 2025 · 14 min

    Entdecker der "Schüttellähmung": James Parkinson

    Anhand von nur sechs Fällen beschreibt James Parkinson (geb. am 11.4.1755) zum ersten Mal systematisch die Krankheit, die später nach ihm benannt wird: Morbus Parkinson. In diesem Zeitzeichen erzählt Steffi Tenhaven: warum es so schwierig ist, Parkinson früh zu erkennen, was Betroffenen hilft, mit der Krankheit zu leben, welche Ursachen Parkinson haben könnte, welche Rolle Dopamin bei der Behandlung der Krankheit spielt. Parkinson ist nach Alzheimer die zweithäufigste neurologische Erkrankung in Deutschland. Rund 400.000 Menschen sind hierzulande betroffen. Charakteristisch ist das Zittern, vor allem aber Muskelsteifheit, der unsichere Gang und eine undeutlicher werdende Sprache. Benannt ist die Krankheit nach dem britischen Arzt James Parkinson. Er ist der Erste, der 1817 in seinem "Essay on the Shaking Palsy" systematisch die Erkrankung beschreibt. Parkinson selbst bezeichnet sie als "Schüttellähmung". Besonders erstaunlich: Für seine detaillierte Abhandlung beobachtet er nur sechs Patienten. Der am 11. April 1755 geborene Arzt vermutet seinerzeit, dass eine Veränderung des Rückenmarks die Symptome der von ihm beschriebenen Krankheit auslöst. Heute weiß man: "Morbus Parkinson" ist ein allmählicher Verfallsprozess im Gehirn. Die Ursachen sind vielfältig und auch fast 210 Jahre nach Parkinsons Entdeckung kaum geklärt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen: Prof. Dr. Gisa Ellrichmann-Wilms, Direktorin der Klinik für Neurologie/Klinikum Dortmund Kathrin Wersing, Dipl.-Sozialarbeiterin und Parkinson-Früherkrankte Kathrin Wersing und Claudia Eyd: Jetzt erst recht. Positiv leben mit Parkinson. Das Buch zum Podcast mit 50 inspirierenden Lebensgeschichten, 2024 James Parkinson: "An Essay on the Shaking Palsy" Weiterführende Links: Planet Wissen: Was passiert bei Parkinson im Körper? Parkinson durch Pestizide - neue Berufskrankheit Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Steffi Tenhaven Redaktion: Carolin Rückl und Sefa İnci Suvak Technik: Nico Söllner

  • Apr 10, 2025 · 14 min

    Potosí: Wie von Bolivien aus die Welt versilbert wurde

    Im April 1545 gründen spanische Eroberer im bolivianischen Hochland die Siedlung Potosí. Dadurch erlangen sie Zugriff auf das größte Silbervorkommen der Welt. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff: warum Potosí im 16. Jahrhundert zu einer der reichsten Städte der Welt wird, wie das dort geförderte Silber die europäische Wirtschaft und den globalen Handel verändert, welche Spuren die jahrhundertelange Ausbeutung bis heute hinterlässt, und warum Zeitgenossen Potosí einen „Höllenschlund, der Indios zu Tausenden verschlingt“ nennen. Die Luft ist dünn in Potosí – mit 4090 Metern die höchstgelegene Großstadt der Erde. 1545 gründen die spanischen Kolonialherren die Stadt auf der Hochebene am Fuß des Cerro Rico, des „Reichen Berges“, in dem sie die größten Silbervorkommen der Welt entdecken. Binnen weniger Jahrzehnte wächst Potosí zu einer Metropole mit 150.000 Einwohnern heran – vergleichbar mit dem damaligen London oder Paris. Das Silber, das hier unter unmenschlichen Bedingungen von indigenen Zwangsarbeitern und afrikanischen Sklaven gefördert wird, fließt in die Schatzkammern Europas, finanziert Kriege und kurbelt die kapitalistische Wirtschaft an: Bis zu 200.000 Kilo Silber jährlich erreichen den Hafen von Sevilla. Doch der Reichtum ist für viele ein Fluch. Das sind unsere wichtigsten InterviewpartnerInnen: Prof. Karoline Noack, Universität Bonn, Institut für Archäologie und Kulturanthropologie Fabian Scheidler, Autor, Journalist und Historiker, Berlin Und das sind unsere wichtigsten Quellen: Fabian Scheidler: Das Ende der Megamaschine, Wien 2024. Martin Bentz, Nikolai Grube und Patrick Zeidler (Hrsg.): Abhängig! Globalhistorische Perspektiven auf Ressourcen und Sklaverei, Dresden 2024. Eduardo Galeano: Die offenen Adern Lateinamerikas - die Geschichte eines Kontinents, Wuppertal 2002. Immanuel Wallerstein: Das moderne Weltsystem, Wien 2012. Alice Creischer: Das Potosí-Prinzip: Wie können wir das Lied des Herrn im fremden Land singen? Koloniale Bildproduktion in der globalen Ökonomie, Köln 2010. Weiterführende Links: Schätze der Welt - Potosí, Bolivien Planet Wissen – Kapitalismus Planet Wissen – Geschichte des Kolonialismus Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor:Thomas Pfaff Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother Technik: Petra Laubach

  • Apr 9, 2025 · 14 min

    Der Computer-Pionier aus Paderborn: Heinz Nixdorf

    Der Ingenieur Heinz Nixdorf, am 9.4.1925 in Paderborn geboren, sorgt mit auf Halbleitern basierenden Kleinrechnern in der 1960er-Jahren für eine technische Revolution. In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz: bei welchem Studi-Job Heinz Nixdorf technische Innovationen kennenlernt, wie er für RWE einen Elektrorechner für die Stromabrechnung entwickelt, mit welcher Idee er dem Marktführer IBM Kunden abjagen will, wie er Paderborn zum Computer- und Wirtschaftsstandort macht, was der Computer-Pionier für ein Mensch ist - beruflich und privat. Mit 27 Jahren schmeißt Heinz Nixdorf sein Physikstudium und gründet eine kleine Firma - ohne Uniabschluss, ohne Startkapital, ohne ein Produkt und ohne einen Markt dafür. Nur mit dem Wunsch, als Unternehmer tätig zu sein, schafft er einen Weltkonzern, der mehr als 31.000 Mitarbeitende beschäftigt und fünf Milliarden Mark Umsatz macht. Er bewirkt für einige Jahrzehnte, dass Deutschland auf dem internationalen Markt für Büromaschinen und Computer mithalten kann. Auf dem wirtschaftlichen Höhepunkt stirbt Heinz Nixdorf 1986 an einem Herzinfarkt, kurz vor seinem 61. Geburtstag. Ausgerechnet auf der ersten Computermesse Cebit in Hannover. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Martin Nixdorf (ältester Sohn von Heinz Nixdorf) Jochen Viehoff (Geschäftsführer des Heinz Nixdorf MuseumsForum) Josef Pieper (Fahrer von Heinz Nixdorf) Lorenz Hanewinkel (Chefentwickler von Heinz Nixdorf) Klaus Kemper: Heinz Nixdorf - eine deutsche Karriere. Landsberg/Lech 1986 Christian Berg: Heinz Nixdorf - eine Biografie. Paderborn 2016 Lorenz Hanewinkel: Computerevolution - Mein Weg mit Konrad Zuse und Heinz Nixdorf. Bielefeld 2010 Weiterführende Links: Planet Wissen: Geschichte des Computers Stichtag 18.12.1995: Computererfinder Konrad Zuse stirbt Zeitzeichen 05.07.1854: Der Schachtürke - der Urahn von Robotern und KI Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Jana Magdanz Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Nicolas Dohle

  • Apr 8, 2025 · 13 min

    Die Venus von Milo wird gefunden (am 8.4.1820)

    Eine Frauenfigur ohne Arme, schlichter weißer Marmor: Im 19. Jahrhundert entdeckt ein Ziegenhirte die Statue, die bis heute ein Ideal antiker Schönheit verkörpert. In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi: warum die Venus von Milo als weißes Ideal verehrt wird, obwohl sie ursprünglich bunt ist, woher sie ihren Namen hat, obwohl niemand ihren Schöpfer kennt, weshalb sie einst als Symbol für Freiheit und Rebellion gilt, und welche Rolle sie in der frühen Fotografie spielt. Frühling 1820: Auf der Insel Milos sucht der Ziegenhirte Georgos Kentrotas nach Baumaterial und entdeckt dabei eine antike Statue. Doch er ist nicht allein. Der französische Offizier Olivier Voutier erkennt den Wert des Fundes. Was folgt, ist ein Wettstreit um die Marmorfigur zwischen lokalen Akteuren, osmanischen Behörden und der französischen Krone. Am Ende gewinnt Frankreich. Die Statue gelangt in den Louvre und wird zur Venus von Milo. Doch warum fasziniert sie bis heute? Ist es die makellose Schönheit des Gesichts oder die Tatsache, dass ihre Arme fehlen? Kunst und Gesellschaft haben diese Frage über zwei Jahrhunderte hinweg immer wieder neu gestellt. Die Venus bleibt nicht nur ein Meisterwerk der Antike, sondern auch ein Spiegel wechselnder Ideale und Projektionen. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner- und partnerinnen: Dr. Sebastian Willert, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur - Simon Dubnow Dr. Alessa Paluch, Kunstwissenschaftlerin Uni Greifswald Prof’in Dr. Mechthild Fend, Kunstgeschichte Uni Frankfurt Und das sind unsere wichtigsten Quellen: Elodie Silberstein: Have You Ever Seen the Crowd Goin’ Apeshit?: Disrupting Representations of Animalistic Black Femininity in the French Imaginary, 2019. Corinna Wagner: Replicating Venus: Art, Anatomy, Wax Models, and Automata, 2017. Wikipedia: Venus de Milo (Text auf Englisch) Weiterführende Links: Louvre – Ideal Greek Beauty: Venus de Milo and the Galerie des Antiques Zeitzeichen 08.09.2024 – Nackter Marmor: Michelangelos David-Statue wird enthüllt ARD alpha – Mythen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Noch mehr Infos zu dieser und anderen Zeitzeichensendungen von Murat Kayı finden Sie hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Murat Kayi Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • Apr 7, 2025 · 14 min

    Sie rettete Floridas Everglades: Marjory Stoneman Douglas

    Sie rettet die Everglades im Süden Floridas: Die US-Journalistin Marjory Stoneman Douglas ist als Umweltaktivistin ihrer Zeit weit voraus. Doch sie hat mächtige Gegner. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen: wie Marjory Stoneman Douglas zum Journalismus kommt, was sie während des Ersten Weltkriegs in Paris macht, von welchem US-Präsidenten Marjory Stoneman Douglas die höchste zivile Auszeichnung der USA erhält, wie es unter US-Präsident Donald Trump um Nationalparks in den USA bestellt ist. Im Kampf um die Everglades sind Investoren, Politiker und Unternehmer Marjory Stoneman Douglas' schärfste Gegner. Für die sind es bloß nutzlose Sümpfe, die man trockenlegen sollte, um landwirtschaftlich nutzbares Land daraus zu machen. Stoneman Douglas’ Widersacher fragen sich: Warum das wertvolle Wasser versickern lassen, wenn man es mithilfe von Kanälen abzweigen und für die Wasserversorgung Südfloridas nutzen könnte? Für Marjory Stoneman Douglas ist das zu kurz gedacht. Sie veröffentlicht erfolgreich eine Kolumne und Kurzgeschichten, die von der bedrohten Natur Floridas handeln. Ihr ist es mit zu verdanken, dass ein Teil der Everglades 1947 zum Nationalpark wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Miranda Smith (US-Filmproduzentin) Marjory Stoneman Douglas: The Everglades - River of grass. Sarasota 1997 Weiterführende Links: Planet Wissen: Everglades-Nationalpark Friends of the Everglades: Biografie von Marjory Stoneman Douglas Miranda Smith: "Canary of the ocean", Dokumentarfilm über Gewässer in Florida Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak Technik: Christina Gabriel

  • Apr 6, 2025 · 14 min

    Oskar Vogt: die Vermessung des Gehirns

    Gemeinsam mit seiner Frau Cécile kartiert Oskar Vogt das Gehirn und entdeckt unbekannte Hirnregionen: Grundsteine der modernen Neuroanatomie. Geboren am 6.4.1870 in Husum. In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg: wo sich die Französin Cécile Mugnier und Oskar Vogt kennenlernen, welcher ungewöhnliche Arbeitsgegenstand auf dem Hochzeitsfoto der beiden abgebildet ist, was der russische Revolutionsführer Lenin mit Oskar Vogt zu tun hat, welche menschenfeindlichen Ideen die Forschung des Ehepaars beinhaltet, wie Hitler den Institutsdirektor Vogt Mitte der 1930er-Jahre entlässt. Lassen sich psychische Auffälligkeiten durch Besonderheiten im Gehirn erklären? Das ist die Frage, die die Ehe- und Arbeitsgemeinschaft von Cécile und Oskar Vogt umtreibt. Um sie beantworten zu können, ist zunächst Grundlagenforschung nötig, die den grundsätzlichen Aufbau und die Funktionsweise des Gehirns klärt. Die Vogts entwickeln die Lokalisationslehre weiter, die bestimmte Funktionen bestimmten Hirnbereichen zuordnet. Für diese Untersuchungen werden Gehirne Verstorbener speziell präpariert und in dünne Scheiben gehobelt. In ihrem Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut wird fächerübergreifend gearbeitet. Neben der Grundlagenforschung geht es auf der Bettenstation auch um Therapien für psychiatrische Patienten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professorin Katrin Amunts (Hirnforscherin, Direktorin Cécile und Oskar Vogt-Institut für Hirnforschung, Uniklinikum Düsseldorf) Dr. Manuel Marx (Wissenschaftlicher Koordinator Vogt-Archiv, Cécile und Oskar Vogt-Institut für Hirnforschung, Uniklinikum Düsseldorf) Birgit Kofler-Bettschart: Cécile Vogt - Pionierin der Hirnforschung. Wien 2022 Burkhard S. Kasper: Cécile & Oskar Vogt - Leben, Werk und ihr Beitrag zur Epileptologie. Heidelberg 2024 Ernst Klee: Deutsche Medizin im Dritten Reich - Karrieren vor und nach 1945. Frankfurt am Main 2001 Weiterführende Links: SWR Retro: Oskar Vogt und Lenins Gehirn Max-Planck-Institut: Die Kartografen der toten Gedanken Planet Wissen: Hirnforschung WDR: Der Hirnforscher Gerald Hüther Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup

  • Apr 5, 2025 · 14 min

    Ein Vulkanausbruch, Schauergeschichten und - das Fahrrad

    Zehntausende Menschen reißt der Ausbruch des Vulkans Tambora Anfang April 1815 in den Tod. Das folgende Jahr geht nicht nur als "Jahr ohne Sommer" in die Geschichte ein. In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger: wie die Folgen des Vulkanausbruchs 1816 drei junge Schriftsteller inspirieren, wie ratlos die Menschen dem Naturphänomen gegenüberstehen, wie zeitgenössische Maler gewissermaßen als erste Zeugen diese Klimakatastrophe auf ihren Bildern verewigen und die Abendhimmel in unglaubliche Farben tauchen. In Europa regnet es 1816 unaufhörlich. Es ist das „Jahr ohne Sommer“ – mit Missernten, Kälte und Hunger. Der Grund für das düstere Wetter: Im April 1815 ist der indonesische Vulkan Tambora mit einer Wucht explodiert, die alles übertrifft, was die Menschheit je erlebt hat. Asche und Schwefel verdunkeln den Himmel, das Wetter gerät aus den Fugen. Menschen protestieren gegen steigende Lebensmittelpreise, während Regierungen mit harter Repression reagieren. Wo eine Naturkatastrophe politische Umwälzungen und soziale Not hervorruft, beflügelt sie andererseits die Fantasie dreier Schriftsteller und Schriftstellerinnen in einer Villa am Genfer See. Während draußen der Regen prasselt, erzählt Mary Shelley eine Geschichte, die sie später weltberühmt machen wird: „Frankenstein“. Das sind unsere wichtigsten Quellen: Dr. Wolfgang Behringer, Klimaforscher Wolfgang Behringer: Tambora - das Jahr ohne Sommer, München 2021 Timo Feldhaus: Mary Shelleys Zimmer, Hamburg 2022 W wie Wissen - Ausbruch des Tambora - ein Vulkan stiehlt den Sommer Tambora - Superexplosion mit verheerenden Folgen Weiterführende Links: Planet Wissen: Naturgewalten - Vulkane Planet Wissen: Fabelwesen Britischer Horror Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Frank Zirpins

  • Apr 4, 2025 · 14 min

    Oscar für den Dokumentarfilm "Serengeti darf nicht sterben"

    Ein Leben für die wilden Tiere: Der Tierfilmer Michael Grzimek verunglückt mit dem berühmten Flugzeug im Zebra-Look tödlich - noch vor der Oscarverleihung vom 4.4.1960. In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler: welche Aufgabe Bernhard Grzimek als Tiermediziner in der Nazi-Zeit hat, wie sein Sohn Michael sich mit einer geschenkten Kamera selber zum Filmemacher ausbildet, wie die Grzimeks sich mit ihren ersten Filmprojekten am Rand des finanziellen Ruins bewegen, in wem Michaels Sohn Christian einen Stiefvater findet, mit welchem Steckenpferd Bernhard Grzimek seine Umgebung herausfordert Als neuer Direktor des Frankfurter Zoos reist Bernhard Grzimek ab Anfang der 1950er-Jahre häufig nach Afrika, um dort neue Tiere für den Zoo zu fangen. Dabei kommt er auf die Idee, gemeinsam mit seinem Sohn Michael einen richtigen Kinofilm zu drehen. "Kein Platz für wilde Tiere" wird von der Presse kaum wahrgenommen, aber vom Publikum gefeiert. Von den Erlösen wollen die Grzimeks Land zur Vergrößerung des Serengeti-Nationalparks in Tanganjika kaufen. Die britische Verwaltung lehnt ab, bietet stattdessen aber an, dass die Grzimeks sich an Untersuchungen der Großwildherden und deren Wanderrouten beteiligen können. Die Aufgabe des Zählens und Beobachten dieser Herden bildet die Rahmenhandlung des Films "Serengeti darf nicht sterben", der eindrucksvolle Luftaufnahmen zeigt. Die letzte Einstellung des Films zeigt die zebrafarbene Dornier Do27, wie sie in die untergehende Sonne fliegt. Gedreht wird, als Michael Grzimek noch lebt - denn mit dem Flugzeug stürzt er kurz danach in den Tod. "Serengeti darf nicht sterben" wird zu einem großen Kinoerfolg. Der Film bekommt das Prädikat "wertvoll" und im April 1960 den Oscar als "Bester Dokumentarfilm". Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Christian Grzimek, Sohn des Filmemachers Michael Grzimek, Stiefsohn und zugleich Enkel von Bernhard Grzimek. Bernhard und Michael Grzimek: Serengeti darf nicht sterben. 367.000 Tiere suchen einen Staat, 1959. Claudia Sewig: Der Mann, der die Tiere liebte: Bernhard Grzimek, 2009. Weiterführende Links: Planet Wissen: Tier und Mensch - Zoos Planet Wissen: Zoos - Kritik an Zoos Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redakteur: Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek

  • Apr 3, 2025 · 14 min

    Der Pony-Express: Ein großer Mythos des Wilden Westens

    Briefzustellung als großes Abenteuer. Ziel: die schnellste Verbindung zwischen Atlantik- und Pazifikküste. Am 3.4.1860 startet die Postzustellung mit dem "Pony-Express". In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog: warum das Dampfschiff damals keine echte Alternative zur Postkutsche ist, welchen Eid die jungen Pony-Reiter ablegen müssen, warum man Jack Keetley nach seinem Ritt schlafend aus dem Sattel hebt, welche Geschichte die Erfindung des Doughnut mit dem Pony-Express verbindet, wieso der Pony-Express für seine Betreiber zum finanziellen Desaster wird. Der Plan ist ehrgeizig: ein 3.100 Kilometer langer Stafettenlauf zu Pferde mit 25 Reitern und 157 Relais-Stationen, quer durch die amerikanische Prärie, über die Rocky Mountains und die Sierra Nevada - doppelt so schnell wie jede Postkutsche. Ab dem 3. April 1860 wird der Plan in die Tat umgesetzt. Vor den Pony Express Stables in St. Joseph übergibt der Bürgermeister nach einer kurzen Ansprache die erste "Mochila", die Posttasche, feierlich an den ersten Reiter, und schickt ihn mit einem Salut auf den gefährlichen Weg Richtung Westen. Sein Ziel: Seneca in Kansas, 130 Kilometer entfernt. Nach sechs Stunden Gewaltritt kommt er an, sechs Stunden im Galopp von Station zu Station, wo ihm jedes Mal weniger als zwei Minuten bleiben, um mitsamt "Mochila" das Pony zu wechseln. Der Pony-Express ist die schnellste Postverbindung zwischen nordamerikanischer Ost- und Westküste, und bleibt es - für ganze 18 Monate. Im Oktober 1861 wird das erste Telegramm über die neue transkontinentale Telegraphenleitung geschickt, in wenigen Sekunden. Das schafft kein Reiter. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Claudia Schnurmann, Professorin em. für nordamerikanische und atlantische Geschichte Tim McNeese: The Pony Express - Bringing Mail to the American West, Chelsea House, New York 2009 Weiterführende Links: Webseite der offiziellen Tourismus-Agentur Visit USA über den "Pony Express National Historic Trail" Webseite der Hollenberg Pony Express Station Planet Wissen: Übersichtsseite - Nordamerika Zeitzeichen: 26.02.1846 - Geburtstag von William F. Cody, genannt "Buffalo Bill" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Matti Hesse

  • Apr 2, 2025 · 14 min

    Wo der Pfeffer wächst: Die Niederlande und der Gewürzhandel

    Am 2.4.1595 sticht eine niederländische Expedition in See, um das portugiesische Gewürzmonopol in Asien zu brechen. Kennt sie die Route durch die Informationen eines Spions? In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock: wie der Niederländer Jan Huygen van Linschoten nach Portugiesisch-Indien kommt, warum er Zugang zum gesamten portugiesischen Wissen über den Indischen Ozean hat, wie Jan Huygen van Linschotens Notizen an die niederländische Öffentlichkeit gelangen, mit welchen Widrigkeiten die Niederländer auf ihrer ersten Ostindien-Reise konfrontiert sind, was die Niederländer des "Goldenen Zeitalters" mit Unterdrückung und Ausbeutung zu tun haben. Seit der Antike gelangen Gewürze auf dem Landweg aus Asien nach Europa. Die Luxusgüter sind auch deshalb so teuer, weil am Transport viele Zwischenhändler beteiligt sind. Auch sind die Zulieferwege über Land kaum kontrollierbar, weil sie durch verschiedene Herrschaftsgebiete führen. Die europäischen Handelsmächte des Mittelalters und der frühen Neuzeit suchen deshalb einen anderen Handelsweg. Im 16. Jahrhundert schaffen die Portugiesen auf dem Seeweg eine Gewürzroute nach Indien und halten bald das Transportmonopol. Die Portugiesen versuchen zwar, ihre See- und Landkarten geheim zu halten. Aber das gelingt nur bedingt. Am 2. April 1795 starten in Amsterdam vier Schiffe zu einer ersten Markterkundungsfahrt. Die führt schließlich dazu, dass die Niederländer das Monopol der Portugiesen brechen. Die notwendigen Informationen für ihre Fahrt liefern die Aufzeichnungen des Niederländers Jan Huygen van Linschoten aus Portugiesisch-Indien. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Jürgen G. Nagel (Geschichtsprofessor an der Fernuniversität Hagen) Jan Huygen van Linschoten: Sein Bericht über Reisen nach Ost- und Westindien, aufgeteilt in vier Bücher "Jan Huygen van Linschoten's Itinerario: a decaying commercial portrait of Portuguese Asia?", in: Espelhos de Mercúrio. A representação do comércio nas Monarquias Ibéricas, 1500-1800, hg. von Pablo Sánchez León, Carla Vieira und Nina Vieira. Coimbra 2024 George Masselman: The Cradle of Colonialism. New Haven, 1963 Weiterführende Links: Zeitzeichen 15.05.1648: Die Niederlande werden unabhängig Zeitzeichen 17.03.1798: Ostindien-Kompanie wird verstaatlicht Planet Wissen: Die Niederlande und ihre Kolonien Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin und Autor: Veronika Bock und Ulrich Biermann Redaktion: Frank Zirpins

  • Apr 1, 2025 · 14 min

    Das letzte Einhorn wird in Dorsten geschlachtet (am 1.4.1915)

    Einhörner sind keine Fabelwesen, wie viele glauben - aber sie sind schon lange ausgestorben. Nur in einer Stadt am Rand des Münsterlands hatten Einhörner überlebt, bis zu einem schicksalhaften Tag im Jahr 1915... In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff: wie die Tierart aus einer Kreuzung nepalesischer Zwergnashörner und mongolischer Wildesel entsteht, wieso sie ein besonders schmackhaftes Fleisch entwickelt, wie die Einhörner in Bedrängnis geraten, in Dorsten (Westfalen) aber noch jahrhundertelang weiter existieren können, warum die Tiere für Trabrennen nur mäßig geeignet sind, wieso der Abdecker in Dorsten am 1. April 1915 so viel zu tun hat. Im 5. Jahrhundert nach Christus kommen die ersten Einhörner als Lastentiere mit dem zentralasiatischen Reiterheer des Hunnenkönigs Attila nach Mitteleuropa. Die gutmütigen Tiere mit klobigem Körperbau, struppigem graubraunen Fell und kurzem Hornknubbel verbreiten sich vor allem in den dichten westfälischen Wäldern. Weil sie eher langsam, aber besonders lecker sind, droht ihnen im späten Mittelalter die Ausrottung. Doch die Dorstener Grafenlinie derer von Beck zu Lembeck erbarmt sich der Tiere und sorgt dafür, dass sie jahrhundertelang gut versteckt in den Wäldern nördlich von Dorsten überleben können. In den Krisenzeiten des Ersten Weltkrieges kommt es dann zu einem bedauerlichen Übergriff hungriger Dorstener Bürger. Oder waren es womöglich Zugezogene aus der Nachbarstadt Marl? Damit und mit dem jungen Forschungsgebiet der "Unicornistik" setzt sich die Stadt am nördlichen Rand des Ruhrgebietes heute kritisch auseinander. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Gerlinde Lütkebohmert (Regionalhistorikerin aus Dorsten) und ihr Buch: "Das Einhorn im Spiegel der Zeit". Glaubsnich-Verlag, Dorsten 2024 Tobias Stockhoff (Bürgermeister von Dorsten) Björn Freitag (Sternekoch, "Goldener Anker", Dorsten) Friedhelm Eckenhagen (Bergmann aus Dorsten; historische WERAG-Aufnahme von 1931) "International Unicorn Questionnaire" - University of Ulan Bator, Mongolia, 2021 Krethesius et Plethesius: "De Unicornus Unicatus", etwa 480 n. Chr. Conrad Gessner: "Historia Animalium", 1543 Weiterführende Links: WDR: Das Wort zum Dienstag WDR: Wissen macht ah: Einhornhaufen SWR: Kultur: Das Einhorn - Kult um ein Fabelwesen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Die Macher:innen hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Pfaff Redaktion: David Rother Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier.

  • Mar 31, 2025 · 14 min

    Filmzensur im Namen von Moral und Glauben

    Was soll ein Film zeigen dürfen? In den USA der 30er und 40er Jahre gilt eine strenge Zensur - sie folgt einem Code, der Hollywood enge Grenzen setzt. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Werthschulte: warum die Unterhaltungsgiganten Hollywoods sich in den 1930er-Jahren den Regeln zweier Katholiken unterwerfen, welchen Schwur Mitglieder der "Anstandsliga" in einigen Kirchengemeinden sprechen, womit Alfred Hitchcock dem "Hays Code" den Todesstoß versetzt, wie die "Freiwillige Selbstkontrolle der deutschen Filmwirtschaft" arbeitet. Zwischen den 1930er- und 1950er-Jahren herrscht in Hollywood der sogenannte Production Code, auch bekannt als "Hays Code". Verfasst wird er von zwei Katholiken, dem Filmjournalisten Martin Quigley und dem Jesuitenpater Daniel A. Lord. Fremdgehen, Homosexualität, Beziehungen zwischen weißen und schwarzen Menschen - all das soll in Filmen nicht mehr gezeigt werden. Verbrecher sollen bestraft und Autoritätsfiguren - auch Priester - sollen nicht lächerlich gemacht werden. Chefzensor wird der streng gläubige Katholik Joseph I. Breen. Trotz der Einschränkungen gelten die Jahre unter ihm als eine goldene Periode des US-amerikanischen Kinos. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg zeigen die Kinos Filme aus dem Ausland und das Fernsehen wird das neue Medium für alle. Der Filmindustrie ist klar, dass sie etwas bieten muss, um ein neues Publikum zu erreichen. Ein Teil davon ist, mit Konventionen zu brechen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Thomas Doherty, Professor für American Studies, Brandeis University Peter Kaun, stellvertretender Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft Thomas Doherty: Hollywood‘s Censor. Joseph I. Breen and the Production Code Administration. Columbia University Press 2009 Thomas Doherty: "Pre-Code Hollywood. Sex, Immorality, And Insurrection in American Cinemy 1930-1934. Columbia University Press 1999 Leonard Jeff und Jerold Simmons: The Dame in the Kimono: Hollywood, Censorship, and the Production Code from the 1920s to the 1960s. 1991 Weiterführende Links: Planet Wissen: Hollywood - Mythos und Realität Stichtag: 17. Juni 1949 - Freiwillige Selbstkontrolle nimmt ihre Arbeit auf Stichtag: 7. Oktober 1960 - Hitchcocks "Psycho" startet in deutschen Kinos Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Werthschulte Redaktion: Frank Zirpins

  • Mar 30, 2025 · 14 min

    Der erste Dandy: Beau Brummells Leben vom Modekönig zum Bettler

    Er war der "Ur-Dandy", der Erfinder einer eleganten, geistreichen, sehr britischen Lebensweise. Am 30.3.1840 starb George "Beau" Brummell - und sah sich selbst im Spiegel dabei zu... In diesem Zeitzeichen erzählt Jutta Duhm-Heitzmann: warum George Bryan Brummell den Militärdienst quittiert, wie es zum Zerwürfnis zwischen Brummell und dem Prince of Wales, dem späteren König Georg IV., kommt, vom unaufhaltsamen Abstieg des Dandys "Beau" Brummell. George Brummell gilt als der Dandy schlechthin, der Ur-Dandy. Er ist nicht etwa nur ein Modegeck, der durch seine Extravaganz die englische Society Anfang des 19. Jahrhunderts amüsiert oder empört. Nein, er ist ein Trendsetter, der auch sonst den Ton angibt. Brummell praktiziert von Jugend an eine Lebensart, die ihn später berühmt macht: Er ist ungeheuer elegant, maßlos arrogant, ohne Zweifel auch überwältigend charmant, wenn er es sein will. Außerdem weiß er glänzend zu unterhalten und erregt dadurch die Aufmerksamkeit des Prinzen von Wales, des späteren Königs Georg IV. Als Brummell sich mit dem Prinzen überwirft, verliert er einen wichtigen Gönner. Aus Angst, in Schuldhaft zu geraten, setzt er sich nach Frankreich ab. Am 30. März 1840 stirbt er bettelarm als geistig verwirrter alter Mann. Das sind unsere wichtigsten Quellen: Jules Amedée Barbey d'Aurevilly: Vom Dandytum und von G. Brummell. Nördlingen 1987 Oscar Wilde: Aphorismen, in: Werke in fünf Bänden (Neue Zürcher Ausgabe). Frankfurt am Main 2004 Albert Camus: Der Rebell, in: Der Mensch in der Revolte. Hamburg 1951 Charles Beaudelaire: Der Dandy, in: Der Maler des modernen Lebens. Paris 1863 Gerd Stein: Dandy-Snob-Flaneur - Kulturfiguren und Sozialcharaktere des 19. und 20. Jahrhunderts. Frankfurt am Main 1985 Weiterführende Links: Planet Wissen: Adel - Britisches Königshaus Stichtag: 12. August 1762 - König Georg IV. von England wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann Redaktion: David Rother und Klaus Leymann

  • Mar 29, 2025 · 14 min

    Small is Beautiful: E.F. Schumachers revolutionäre Ökonomie

    Ein deutsch-britischer Manager fliegt 1955 nach Burma, um die Wirtschaft dort nach westlichen Standards auszurichten. Doch der Besuch in Asien ändert sein Leben und seinen Blick auf die Welt. In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka: wie der Ökonom Ernst Friedrich Schumacher seine Sicht auf die Wirtschaft grundlegend ändert, warum Lebenszufriedenheit und Überflussgesellschaft nicht zusammenpassen, wie der Buddhismus Schumacher zu einer neuen Wirtschaftslehre führt, warum Schumachers Buch "Small is beautiful" zum Weltbestseller wird. Der Mann, der am 13. Januar 1955 in Rangun aus dem Flugzeug steigt, ist im Auftrag der UN unterwegs. Seine Mission: Die Regierung von Burma zu beraten, wie sie ihre Wirtschaft im westlichen Sinn entwickeln kann. Ernst Friedrich Schumacher gilt als Top-Manager und Wirtschaftsexperte. Ein US-amerikanisches Beraterteam hat der Regierung bereits Vorschläge unterbereitet, die Großprojekte zur Energiegewinnung vorsehen oder den Bau neuer Straßen quer durch den Dschungel. Doch je länger Schumacher das Land und seine glücklichen Menschen erlebt, desto fragwürdiger erscheinen ihm diese Konzepte. Seine Beschäftigung mit dem Buddhismus führt Schumacher zu einer Wirtschaftslehre, die auf sozialer Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit und Nachhaltigkeit beruht. Mit seinen Ideen blitzt Schumacher aber überwiegend ab. Wirklich Erfolg hat er nirgends, auch im globalen Süden ist letztlich die Versuchung zu groß, den vom globalen Norden vorgelebten Lebensstil zu übernehmen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Nico Paech, Nachhaltigkeitsforscher Ernst F. Schumacher: Small ist Beautiful. Die Rückkehr zum menschlichen Maß, München 2019. Barbara Wood: E. F. Schumacher: His Life and thought, 1984. Benjamin Möckel: Auf der Suche nach ökonomischen Alternativen. Ernst Friedrich Schumachers "Small is beautiful". In: "Zeithistorische Forschungen", Band 19 (2022), S. 600-607. Nico Paech: Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie, München 2012. Maja Göpel: Unsere Welt neu denken. Eine Einladung, Berlin 2020. Robert Leonoard: E.F. Schumacher and the Making of Buddhists Economics 1955-1973. Cambridge University Press, 1919. Weiterführende Links: Verein für Nachhaltigkeit/Schumacher-Gesellschaft Planet Wissen: Wirtschaft - Kapitalismus Planet Wissen: Industrialisierung in Deutschland - Industrielle Revolution Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christiane Kopka Redaktion: David Rother Technik: Theo Kramer

  • Mar 28, 2025 · 14 min

    Marc Chagall: fliegende Liebespaare und biblische Bilder

    Er verbindet relgiöse Symbolik mit den Farben seiner Kindheit im jüdischen Stetl. Chagalls Bilder erzählen von Liebe, Verlust und Mystik. Er stirbt am 28. März 1985 in Südfrankreich. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen: was seine streng gläubige Verwandtschaft von Chagalls Berufswunsch Maler hält, welche Kunstströmungen seinen Stil beeinflussen, wie seine große Liebe Bella zu seiner Muse wird, warum Chagall einige seiner Bilder neu malt, welche einzigartige Farbe nur er mischen kann. Marc Chagall kommt 1887 im Norden des heutigen Weißrussland zur Welt. Er erlebt all die großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts mit: die Weltkriege, die russische Revolution, Vertreibung, Flucht, anschwellenden Antisemitismus. Er erlebt selbst Pogrome. Auch das findet seinen Niederschlag in den Werken. Seine Themen, Symbole und Figuren sammelt er in der Kindheit. Sie wird für ihn zu einer reich gefüllten Vorratskammer, deren Tür er beim Malen öffnet, um hinein zu schlüpfen. Nach Lehrjahren in Paris hat er 1913 in Berlin seinen Durchbruch. In den 1930er-Jahren beginnt Chagall damit, sein Themenrepertoire zu erweitern. Er wendet sich christlichen Motiven zu und illustriert Geschichten aus der Bibel. Diese künstlerische Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift begleitet den Maler bis an sein Lebensende. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Susanne Meyer-Büser (Kunsthistorikerin, Kunstsammlung NRW) Ausstellungskatalog der Albertina Wien und der Kunstsammlung NRW: Chagall. München 2024 Susan Compton: Marc Chagall - mein Leben, mein Traum. München 1997 Weiterführende Links: HR Retro: Marc Chagalls Wandbild fürs Theaterhaus in Frankfurt NDR: Chagall über Saint-Paul-de-Vence West-Art: Wunderkind der Moderne - Marc Chagall im K20 in Düsseldorf Pfarrei St. Stephan Mainz: Führungen zu den Chagall-Fenstern Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Andrea Klasen Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Nicolas Dohle

  • Mar 27, 2025 · 14 min

    DDR-Jugendweihe: die sozialistische Alternative zur Konfirmation

    Am 27. März 1955 finden in der DDR die ersten Jugendweihen statt. Neben Hochzeiten etabliert sich das Staatsritual als absoluter Höhepunkt im familiären Alltagsleben. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug: mit welchen Methoden die FDJ den DDR-Nachwuchs auf die Jugendweihe vorbereitet, wie viele Mädchen und Jungen 1955 die erste Jugendweihen durchlaufen, in welchem Tonfall die Zeremonien ablaufen, wie die Gelöbnisse über die Jahre verändert werden, welches Ritual die Jugendweihe jeweils abschließt. Erwachsenwerden beginnt etwa mit 14 Jahren. Zeremonien wie Kommunion und Konfirmation sollen die Jugendlichen auf ihre Zukunft vorbereiten. In der DDR ist es die Jugendweihe, die im ostdeutschen Realsozialismus Teil der Staatsideologie ist. Dabei ist die Jugendweihe keine Erfindung der DDR. Es gibt sie schon seit 1857 in Deutschland - zunächst bei freireligiösen Gruppen, später in der Arbeiterbewegung. In der DDR wurde sie zum staatstragenden Pflichtprogramm für Jugendliche der achten Klassen. Offiziell ist die Teilnahme an der Jugendweihe freiwillig. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Petra Lange (Zeitzeugin) Evelyn Geist (Zeitzeugin) Wolf-Steffen Weißker (Zeitzeuge) Kornelius Ens: Die Jugendweihe als zentrales Konfliktfeld des Erziehungsanspruchs zwischen Staat und evangelischer Kirche - Entwicklungen in der Zeit von 1954 bis 1959. Deutschland Archiv 02.11.2015 Weiterführende Links: DDR-Fernsehen: 10 Jahre Jugendweihe - Festveranstaltung in Berlin Jugendopposition in der DDR: Jugendweihe SWR Kultur: Jugendweihe - Renaissance eines Rituals ARD-Morgenmagazin: Jugendweihe heute - Eintritt in ein neues Leben? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Klug Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

  • Mar 26, 2025 · 14 min

    Nackt im Museum: George Smith und seine Sintflut-Sensation

    George Smith, am 26.3.1840 in London geboren, bringt sich selbst die Keilschrift bei und entdeckt das Gilgamesch-Epos, die babylonische Version der Sintflutgeschichte. In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer: wie sich George Smith selbst Hebräisch und die assyrische Schrift beibringt, wie er Assistent der Assyriologie-Abteilung des Britischen Museums in London wird, mit welcher freizügigen Aktion Smith seine Entdeckung der Keilschrift-Tafel feiert, welche britische Prominenz sich über die Entdeckung informieren lässt, wie George Smith mit 36 Jahren zu Tode kommt. Die Zeichen auf der zerbrochenen Tontafel sind winzig, dennoch gut erkennbar. Sie sehen aus wie eingeritzte oder eingedrückte Muster - eine Mischung aus Symbolen und Buchstaben. Es ist Keilschrift, an die 5.000 Jahre alt. Ausgegraben wird sie 1840 während einer Expedition in Mesopotamien, dem heutigen Irak. Doch gelesen wird die Tafel erst mehr als 30 Jahre später - von George Smith, der als Assistent im Britischen Museum in London arbeitet: "Ich sah sofort, dass ich mindestens einen Teil der babylonischen Sintflutgeschichte entdeckt hatte." Es wird sich als das letzte Kapitel des umfangreichen und heute berühmten Epos über den sagenhaften König Gilgamesch entpuppen. Eine der ältesten literarischen Texte der Menschheitsgeschichte. Viel älter als die Bibel. Das sind unsere wichtigsten Quellen: Sabina Franke (Hg.): Das Gilgamesch-Epos. Ditzingen 2023 George Smith: Assyrian Discoveries. London 1875 Cornelius Heinrich: Schreiberübungen aus neuassyrischer Zeit. Wiesbaden 2023 Weiterführende Links: Stichtag 23.10.4004 v. Chr.: Gott erschafft die Welt SWR: Die Keilschrift - Faszinierendes Kulturerbe Planet Wissen: Babylonien ZDF: Mythos - Das Geheimnis der Sintflut ARD: Griechische Mythen: Sintflut - Deukalion und Pyrrha Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother

  • Mar 25, 2025 · 14 min

    Ein Gesetz, das Hitler hätte stoppen sollen

    Das "Gesetz zum Schutze der Republik" soll die Weimarer Demokratie vor inneren Feinden schützen. Am 25.3.1930 wird es neu beschlossen, ist gegen die NSDAP aber letztlich erfolglos. In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner: wie ein Gericht Adolf Hitler vor der Ausweisung aus Deutschland bewahrt, von einer Weimarer Republik, die von Verschwörungstheorien, Gewaltexzessen und Inflation bestimmt wird, in welchen Fällen das Republikschutzgesetz zu harten Urteilen führt, vom "Thüringen-Projekt", das heute vor autoritär-populistischen Parteien warnt. In den Anfangsjahren der Weimarer Republik verüben rechtsextremistische Verschwörer 354 politische Morde. Einer, der für besonderes Aufsehen sorgt, ist der an Reichsaußenminister Walther Rathenau. Nach seinem Tod wird 1922 das erste "Gesetz zum Schutze der Republik" verabschiedet. Es verbietet Organisationen, die sich gegen die "verfassungsmäßig festgestellte republikanische Staatsform" richten. Zudem verschärft es die Bestrafung politisch motivierter Gewalttaten gegen Regierungsmitglieder und schreibt die Einrichtung eines Staatsgerichthofs fest. Am 25. März 1930 wird das Gesetz durch eine zweite - deutlich abgeschwächte Version - ersetzt. Letztlich scheitert der Versuch, die Republik zu stabilisieren. Vor der Machtübernahme durch die NSDAP kann auch das Republikschutzgesetz die Weimarer Republik nicht schützen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Martin Sabrow, Historiker Juliana Talg, Juristin Martin Sabrow: Gewalt gegen Weimar. Zerreißproben der frühen Republik, 2023 Martin Sabrow: Der Rathenaumord und die deutsche Revolution, 2022 Verfassungsblog: Das Thüringen-Projekt Weiterführende Links: Planet Wissen: Die Weimarer Republik Zeitzeichen: 15.03.1920 - Wie ein Generalstreik Deutschlands Demokratie rettet Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup

  • Mar 24, 2025 · 14 min

    10 Jahre Germanwings-Absturz: Der Umgang mit dem Unfassbaren

    Zeitzeichen-Sonderfolge zum Germanwings-Absturz: Am 24.3.2015 sterben alle 150 Insassen des Flugzeugs. Der Co-Pilot habe die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht, verkündet die Staatsanwaltschaft schon zwei Tage später. In diesem Zeitzeichen erzählt Nikolaus Steiner: dass die Justiz die Frage nach der Verantwortung bis heute beschäftigt, wie der Vater des Co-Piloten für den Ruf seines Sohnes kämpft, von Klagen der Angehörigen gegen Ärzte und die Lufthansa, von Schadensersatz und der Frage: Wie viel ist ein Menschenleben wert? Am 24. März 2015 erschüttert eine Katastrophe Deutschland und die Welt. Ein deutsches Passagierflugzeug stürzt ab und zerschellt an einem Berg in den französischen Alpen. An Bord der Maschine sind 150 Menschen, 150 Leben, 150 Geschichten. Der Germanwings-Absturz ist die größte Katastrophe in der Geschichte der bundesdeutschen Luftfahrt. Und für die Angehörigen der Beginn eines scheinbar nicht enden wollenden Albtraums. Laut Staatsanwaltschaft hat der Co-Pilot das Flugzeug absichtlich zum Absturz gebracht. Entstanden ist diese Zeitzeichen-Sonderfolge in Zusammenarbeit mit dem Team des WDR-Podcasts "Der Germanwings-Absturz - Zehn Jahre ohne euch". Darin erzählen Angehörige, wie sie die schreckliche Nachricht erreicht hat - und wie sie seitdem versuchen, mit dieser Katastrophe klarzukommen. Hörtipp: Podcast: Der Germanwings-Absturz - Zehn Jahre ohne euch Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Klaus Radner, Angehöriger Christoph Kumpa, Staatsanwalt Elmar Giemulla, Rechtsanwalt Weiterführende Links: Stichtag: 24. März 2015 - Absturz des Germanwings-Fluges 4U9525 WDR-Reportage: Trauer, Entsetzen, Fassungslosigkeit - Absturz von Flug 4U9525 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Nikolaus Steiner Redaktion: Matti Hesse

  • Mar 24, 2025 · 14 min

    Eine Literatur aus Technik und Abenteuer: Jules Verne

    Jules Vernes Name steht wie kein zweiter für die Begeisterung für Entdeckungen und die Reise ins Unbekannte - weit über seinen Tod am 24.3.1905 hinaus. In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg: mit welchem Buch Jules Verne seinen literarischen Durchbruch hat, wie umfassend sein Verleger Einfluss auf die Manuskripte nimmt, auf wie vielen Karteikarten Verne seine Notizen festhält, wie schwierig sich sein Privatleben gestaltet, welches unveröffentlichte Werk mehr als 80 Jahre nach seinem Tod gefunden wird. Mit Jules Verne entsteht ein neues literarisches Genre: der naturwissenschaftliche Roman. Darin werden naturwissenschaftliche Fakten in Romanform dargestellt und für die Lesenden konsumierbar gemacht. Der Autor nimmt es mit den Fakten so genau wie möglich. Er informiert sich akribisch über die Entdeckungen und Erfindungen seiner Zeit. Er wird zum Technik-Visionär, indem er die Erfindungen plausibel weiterspinnt und zu Dingen kombiniert, die in späteren Jahrzehnten tatsächlich erfunden werden. Wie die "photographische Telegraphie", sprich: das Faxgerät oder das Bildtelefon. Doch Verne erkennt auch: Die Technik kann die Natur zerstören und in Kombination mit der menschlichen Überheblichkeit zur Gefahr werden. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Bernhard Krauth (Schiffskapitän und Vorsitzender des deutschen Jules-Verne-Clubs) Volker Dehs: Jules Verne - Eine kritische Biographie. Ostfildern 2005 Ralf Junkerjürgen: Jules Verne. Darmstadt 2018 Jules Verne: Paris im 20. Jahrhundert. Wien 1996 Weiterführende Links: Zeitzeichen 14.11.1889: Nellie Bly und Elisabeth Bisland starten ihr Rennen um die Welt WDR-Hörspiel: "Reise um die Erde in 80 Tagen" MDR-Hörspiel: 20.000 Meilen unter den Meeren ZDF: Reise ins Innere der Erde - Auf den Spuren von Jules Verne Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: Frank Zirpins Technik: Moritz Raestrup