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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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  • Mar 23, 2025 · 14 min

    Die Challenger-Expedition: die tiefste Meeresstelle der Welt

    Die Challenger-Expedition misst die tiefste bekannte Meeresstelle im Marianengraben. Ein Meilenstein in der Meeresforschung und eine bahnbrechende Entdeckung am 23.3.1875. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau: wie viel Geld die britische Königin Victoria in die Challenger-Expedition investiert, was die Erfindung des Telegrafen mit der Tiefseeforschung zu tun hat, welche Wassertemperatur das Thermometer bei 8.184 Metern Tiefe anzeigt, was die Abyssus-Theorie über das Leben in der Tiefsee annimmt, wie lange es dauert, alle Daten und Proben der Challenger-Expedition auszuwerten. Dreieinhalb Jahre lang reist das dreimastige Segelschiff, unterstützt von Dampfmotoren, durch fast alle Weltmeere. An die 130.000 Kilometer legt die HMS Challenger in dieser Zeit zurück. Im Pazifischen Ozean gelingt schließlich auf halber Strecke zwischen Papua-Neuguinea und Japan die Sensation: am 23. März 1875 erfasst das Forschungsschiff am südlichen Ende des Marianengrabens die tiefste bis dahin gemessene Meeresstelle. Es dauert fast 100 Jahre, bis Menschen in dieser Tiefe zum Meeresgrund tauchen. Der Schweizer Forscher Jacques Piccard und der US-Offizier Don Walsh erreichen im Januar 1960 mit ihrer Tauchkapsel "Trieste" als erste Menschen den Grund des Challenger-Grabens. Dabei stellt sich heraus: Das Meer ist noch tiefer, als von den Forschern der Challenger-Expedition angenommen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Katrin Kleemann (Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven) Torben Riehl (Senckenberg Research Institute and Natural History Museum Frankfurt) Rudolf von Willemoes-Suhm: Die Challenger-Expedition. Wiesbaden 2022 Royal Museums Greenwich: HMS Challenger Originaltexte, Landkarten und Fotografien zur Challenger-Expedition Weiterführende Links: Uni Bremen: Die Challenger-Expedition - Vom Lot zum Meeresboden-Bohrgerät Zeitzeichen 27.07.1866: Erste dauerhafte Kabelverbindung über den Atlantik Zeitzeichen 28.07.1922: Der Tiefseeforscher Jacques Piccard wird geboren Planet Wissen: Die Rekord-Tauschfahrt der "Trieste" Planet Wissen: Die Tiefsee Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Mau Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • Mar 22, 2025 · 14 min

    Seitensprung mit grausamen Folgen: Das Pfählen von Ehebrechern

    Im Jahr 1340 wird im Wiener Stadtrecht das Pfählen von Ehebrechenden erlaubt. Das soll abschrecken, aber auch die Institution der Ehe schützen. In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk: wie im 12. Jahrhundert aus dem weltlichen Bund der Ehe eine kirchliche Angelegenheit wird, was die sogenannte Ausnahmeregel für den Sex von Eheleuten bedeutet, was Gott im mittelalterlichen Denken mit den Strafandrohungen zu tun hat, welche Strafen für Ehebrecher:innen in Südfrankreich und in den Kreuzfahrerstaaten gelten, wie König Lothar II. seine Gemahlin des Ehebruchs bezichtigt, um sie loszuwerden. Ehebruch gehört zu den Dingen, die Menschen einander am wenigsten verzeihen. Das ist auch im Mittelalter schon so. Während Untreue heute als Privatangelegenheit betrachtet wird, ist sie im Mittelalter jedoch mit harten Strafen bedroht. So ließ der österreichische Herzog Albrecht II. 1340 im Wiener Stadtrecht festschreiben, dass ehebrecherische Männer und Frauen mit einem Pfahl durchbohrt und auf diese Weise grausam ermordet werden sollen. Obwohl das Gesetz für beide Geschlechter gilt, werden deutlich mehr Frauen wegen Ehebruchs bestraft. Der Grund dafür liegt in der fast schon panischen Angst von Männern und Familien, man könnte ihnen einen illegitimen Erben unterjubeln. Um das zu verhindern, werden Mädchen und Frauen streng überwacht. Außerdem sollen sie durch die Androhung harter Strafen vom Ehebruch abgehalten werden. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Klaus van Eickels (Geschichtsprofessor, Universität Bamberg) Linda Dohmen (Historikerin, Universität Bonn) Leah Otis-Cour: Lust und Liebe - Geschichte der Paarbeziehungen im Mittelalter. Frankfurt am Main 2000 Georges Duby: Die Frau ohne Stimme. Berlin 1989 Michael Dallapiazza (Hrsg.): Wie ein Mann ein fromm Weib soll machen - Mittelalterliche Lehren über Ehe und Haushalt. Frankfurt am Main 1984 Weiterführende Links: Zeitzeichen 8.8.869: Der fränkische König Lothar II. stirbt in Piacenza Stichtag 28.11.1996: Österreich streicht Ehebruch als Straftat BR-Podcast "Die Frage": Verheiratet & Affäre mit dem besten Freund: Ab wann ist es Fremdgehen? ZDF "37 Grad": Abenteuer Affäre - Leben mit dem Seitensprung Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Maren Gottschalk Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Sarah Fitzek

  • Mar 20, 2025 · 14 min

    Rettet ein Scharlatan Johann Sebastian Bach vor der Erblindung?

    Johann Sebastian Bach droht zu erblinden, die Folge wäre der Ruin. Im März 1750 lässt er sich vom Augenarzt und Scharlatan John Taylor operieren: ein riskanter Entschluss! In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld: vom Augenleiden Bachs, das rasend schnell zur Erblindung führt, wie genau die schmerzhafte Tortur des "Starstichs" funktioniert, wer sonst noch zu den namhaften Patienten des John Taylor zählt, vom einsamen Ende des Augenarztes: blind, in einem Kloster. Im März 1750 erreicht eine Kutsche die reiche Handelsstadt Leipzig. Sie ist über und über bemalt mit Augen. Der Mann in der Kutsche ist John Taylor, selbst ernannter "Oculist", "Augen-Operateur" und "Chevalier". Vor allem aber ist er Werbeprofi, zelebriert die großen und pompösen Auftritte. Taylor hat eine - sehr schmerzhafte und risikoreiche - Operationsmethode zur Behandlung des Grauen Stars entwickelt. Einer seiner Patienten ist der Komponist Johann Sebastian Bach. Dieser übersteht die OP und auch die anschließende Nachbehandlung mit Aderlässen und Augentropfen aus Taubenblut. Doch das Licht, das die erste Operation in Bachs Leben zurückbringt, schwindet nach wenigen Tagen. Taylor operiert ein zweites Mal - ohne Erfolg und wohl mit fatalen Folgen. Fast ein halbes Jahr kämpft Bach mit Infektionen und starkem Fieber. Dann jedoch scheint sich alles zum Guten zu wenden, er kann tatsächlich wieder sehen. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer: Zehn Tage später ist Bach tot. Die genaue Todesursache ist unklar. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Michael Maul, Intendant des Leipziger Bachfests, Mitarbeiter im Bach-Archiv Leipzig, Prof. an der Martin-Luther-Universität Halle Christoph Wolff: Johann Sebastian Bach. Frankfurt am Main, 2000 Michael Maul: Bach - Eine Bildbiographie. Leipzig, 2021 Richard H. C. Zegers: The Eyes of Johann Sebastian Bach Weiterführende Links: Stichtag: 28. Juli 1750 - Johann Sebastian Bach stirbt in Leipzig Zeitzeichen: 22. August 1949 - Erste Netzhaut-Operation mit Sonnenlicht Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Kosfeld Redaktion: Matti Hesse

  • Mar 19, 2025 · 14 min

    Sviatoslav Richter: Ein Pianist zwischen Kunst und Kaltem Krieg

    Er gilt als einer der besten Pianisten der Welt. Scheu, eigenwillig - ein Künstlerleben im Kalten Krieg. Am 20.03.1915 wird Sviatoslav Richter in der heutigen Ukraine geboren. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz: von Richters Abneigung gegen Schule und den väterlichen Klavierunterricht, wie Richter in Zeiten des Kalten Kriegs zum musikalischen Botschafter aus der Sowjetunion wird, von Richters Schwanken zwischen Selbstzweifeln und Selbstinszenierung, von seiner besonderen Beziehung zu Richard Wagner und Marlene Dietrich. Auf der Bühne wirkt Swjatoslaw Richter wie einer, der lieber woanders wäre. Der mächtige Mann mit kantigem, kahlem Schädel und gewaltigen Händen spielt lieber im Dämmerschein einer Stehlampe als im Licht der Scheinwerfer. Dabei ist der am 20. März 1915 im damals russischen Schytomyr geborene Richter eine musikalische Legende. Er hat sich früh einen Namen gemacht, wegen der Ekstase und Klarheit seiner Musik - und wegen seiner rigiden Strenge, vor allem sich selbst gegenüber. Doch es dauert bis 1960, ehe der russische Pianist erstmals den Westen besucht. Je berühmter Richter wird, desto scheuer reagiert er auf medialen Rummel, hat zeitweise Depressionen. Immer seltener lässt er sich zu Studioaufnahmen überreden, verweigert auch den kommerziellen Konzertbetrieb. Stattdessen etabliert er in Frankreich ein Festival im Nirgendwo. Mit 82 Jahren stirbt Swjatoslaw Richter in der Nähe von Moskau an einem Herzinfarkt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Elisabeth Leonskaja, Pianistin Bruno Monsaingeon: Swjatoslaw Richter. Mein Leben, meine Musik. Übersetzt und redaktionell bearbeitet von Anne Feichtner von Ian. Düsseldorf, 2005 Ingo Harden/Gregor Willmes: PianistenProfile. 600 Interpreten: ihre Biographie, ihr Stil, ihre Aufnahmen. Unter Mitarbeit von Peter Seidle. Kassel, 2008 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 28. März 1943 - Todestag des Komponisten Sergej Rachmaninow Zeitzeichen: Beeindruckte Mozart: Die blinde Pianistin Maria Theresia Paradis Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vratz Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • Mar 18, 2025 · 14 min

    Arthur J. Balfour und sein Beitrag zum Nahost-Konflikt

    Am 19.3.1930 stirbt der britische Ex-Premier Arthur J. Balfour, Verfasser der "Balfour-Deklaration": sie befürwortet "eine nationale Heimstätte für das jüdische Volk". In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck: vom Durchgangsland Palästina und seiner ethnisch und kulturell gemischten Bevölkerung, warum der Zionismus auch unter Jüdinnen und Juden heftig umstritten ist, an welche Bedingungen die britische Sympathiebekundung für eine jüdische Heimstätte geknüpft ist, von einem Konflikt, der bis heute ungelöst ist. Die "Balfour-Deklaration" von 1917 bahnt den Weg für die Gründung des Staates Israel und legt damit den Grundstein zum noch immer andauernden Konflikt zwischen Juden und Arabern. Namensgeber der Deklaration ist Arthur James Balfour. Der britische Außenminister sendet während des Ersten Weltkriegs das folgenreiche Schreiben an den britischen Zionisten Lionel Walter Rothschild. Dahinter steckt vor allem eins: Interessenspolitik. Denn die Briten brauchen im Krieg die Unterstützung der Juden weltweit. Lord Balfour stirbt am 19. März 1930. Den zunehmenden Widerstand der Araber gegen die jüdische Einwanderung erlebt er noch mit, auch die immer blutiger werdende Gewalt auf beiden Seiten. Nicht aber die Gründung Israels 1948 und die langfristigen Folgen der "Balfour-Deklaration". Die Hoffnung, dass es einen Ort gebe, an dem Juden vor Gewalt sicher wären, ist bis heute unerfüllt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen: Prof. Miriam Rürup, Historikerin, Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien, Universität Potsdam Prof. Gudrun Krämer, Historikerin, ehemals Leiterin des Instituts für Islamwissenschaft, FU Berlin Gudrun Krämer: Geschichte Palästinas. München, 2015 Tom Segev: Es war einmal ein Palästina. Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels. München, 2005 R. J. Q. Adams: Balfour. The Last Grandee. London, 2007 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Vor 75 Jahren - Die Staatsgründung Israels Zeitzeichen: "Baumeisterin Israels" - Die Architektin Lotte Cohn Zeitzeichen: 16. Oktober 1886 - Der israelische Politiker David Ben Gurion wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Almut Finck Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Annette Skrzydlo

  • Mar 17, 2025 · 14 min

    Premiere des ÖPNV: Der erste Linienbus der Welt

    Nicht in Berlin oder New York, sondern durch die deutsche Provinz fährt am 18.3.1895 der erste Bus mit Motor. Der Beginn einer Revolution, wenn auch nur für neun Monate. In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe: wer in Netphen die Omnibusidee hat und die Initiative ergreift, wie der erste Omnibus technisch ausgestattet ist, welche Dörfer damit angefahren werden, wo sich damals die Haltestellen befinden, warum die Omnibuslinie nach nur neun Monaten aufgegeben wird. 1895 können nur Menschen problemlos reisen, die in großen Städten wohnen, die schon eine Bahnverbindung haben. Die Landbevölkerung ist weitgehend ausgeschlossen. Gerade im Siegerland gibt es damals viel Wald und wenig Wege. Im entlegenen Landstrich wird Eisenerz abgebaut und verarbeitet. Vor allem entlang der Sieg entstehen im Zuge der industriellen Revolution tausende Arbeitsplätze. Für die Dorfbewohner in Netphen, Irmgarteichen und Deuz bedeutet das ein Arbeitsweg von zwei bis drei Stunden bis nach Siegen. Mit der Motor-Omnibuslinie schaffen sie die 15 Kilometer lange Strecke in einer Stunde und 20 Minuten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Paul Wagener (Bürgermeister der Stadt Netphen) Wilfried Lerchstein (Heimatforscher und Autor) Bernd Heinemann (Künstler und Organisator der historischen Omnibusausfahrt) Stadt Netphen (Hrsg.): 125 Jahre "Erste Motor-Omnibuslinie der Welt" Deuz - Netphen - Siegen. Netphen 2020 Weiterführende Links: Stichtag 20.04.1871: Erste deutsche Fahrplankonferenz Zeitzeichen im Jahr 1904: Die "Greyhound Lines" werden in den USA gegründet Stichtag 08.02.1956: Routemaster-Doppeldeckerbus geht in London in Betrieb Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Burkhard Hupe Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

  • Mar 16, 2025 · 14 min

    Der Philosophenkaiser: Ein glückliches Leben dank Marc Aurel?

    Um die Weisheiten Marc Aurels, römischer Kaiser und letzter Stoiker der Alten Welt, gibt es heute eine riesige Begeisterung aus allen Ecken. Starb er gelassen am 17.3.180? In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting: was die Stoa als Strömung der griechischen Philosophie ausmacht, wann Marc Aurel Zeit hat, diese Ideen zu studieren, mit welchen Widrigkeiten er sich als Kaiser auseinandersetzen muss, wie der gegenwärtige Hype um ihn zu erklären ist, warum seine stoische Ethik so gut zum Internet zu passen scheint. Das Hindernis ist der Weg: Nach diesem verkürzten Motto will Marc Aurel 19 Jahre lang als römischer Kaiser handeln. Er ist vom Beginn seiner Herrschaft an mit Bedrohungen und Herausforderungen konfrontiert, die er als Krisenmanager meistert. Er unterwirft sich selbst lebenslangem Lernen - und fragt: Was kann ich ändern, was muss ich akzeptieren. So füllt sich im Laufe seines Lebens ein philosophischer Werkzeugkoffer, mit dessen Hilfe er durch seine Kaiserzeit navigiert und an dem sich heute wieder viele bedienen, nicht jeder im Sinne Marc Aurels. Die stoische Ethik ist so attraktiv, weil sie das Versprechen ist, dass wir unsere negativen Emotionen in den Griff bekommen können, wenn wir uns anstrengen. Auch über das Thema Tod macht sich Marc Aurel Gedanken: "Dass man den Tod mit heiterem Gemüt erwartet, als wäre er nichts anderes als die eine Auflösung der Elemente, aus denen jedes Lebewesen besteht." Ob ihm diese Gelassenheit im entscheidenden Moment geglückt ist, ist genauso wenig überliefert wie seine Todesursache. Klar ist nur, dass er mit Gedanken dieser Art Geschichte schreibt - als letzter Stoiker der Alten Welt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Marcus Reuter (Leiter Rheinisches Landesmuseum Trier) Viola Skiba (Leiterin Stadtmuseum Trier) Anna Schriefl (Professorin für Geschichte der Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.) Marc Aurel: Selbstbetrachtungen. Berlin 1913 Donald J. Robertson: How to Think Like a Roman Emperor - The Stoic Philosophy of Marcus Aurelius. New York 2019 Weiterführende Links: WDR 5: Das philosophische Radio - Anna Schriefl: Stoische Lebenskunst Bayern 2: Demokratie leben wie die Stoiker: Philosophin Ina Schmidt SWR 2: Philosophie der Gelassenheit - Marc Aurel und die Stoiker Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Stephan Beuting Redaktion: Matti Hesse

  • Mar 15, 2025 · 14 min

    Selma Lagerlöf: Erste Frau mit Literaturnobelpreis

    Um nicht heiraten zu müssen, wird Selma Lagerlöf Lehrerin. Ein Schulbuch über schwedische Geografie macht sie später weltberühmt: Nils Holgersson. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg: wie Selma Lagerlöf mit "Nils Holgersson" ihre schwedische Heimat feiert, wie ihr Vater Selma unfreiwillig auf den Weg zum Erfolg lenkt, warum Selma Lagerlöf gar nicht anders kann, als Lehrerin zu werden, welche Sorge Lagerlöfs Geliebte Sophie Elkan bei der Verleihung des Nobelpreises umtreibt. Selma Lagerlöf ist noch keine 30 Jahre alt, als sie ihren ersten großen Roman schreibt. Mit der Geschichte eines trunksüchtigen Pfarrers, der zum Beschützer der Entrechteten wird, macht sie auf sich aufmerksam. Lagerlöf braucht den Erfolg ihrer Bücher und Geschichten. Denn sie muss etliche Mäuler stopfen. Ihre Mutter ist von ihrer Unterstützung abhängig, ihre Tante, ihre Schwester Gerda, manchmal auch einer ihrer Brüder. Mit ihrem Auswandererepos "Jerusalem", für das sie nach Palästina reist, schafft die Volksschullehrerin den Durchbruch. Nils Holgersson, der Wichtel aus ihrem Kinderbuch für neunjährige Schülerinnen und Schüler, bringt ab 1906 dann richtig Geld. Die Erfolge ihrer Übersetzungen, allem voran in Deutschland, erlauben es Lagerlöf, den Familienhof Mårbacka in Värmland zurückzukaufen. Wenig später, 1909, kann sie ihren größten Triumph feiern: Im Alter von 51 Jahren wird Selma Lagerlöf als erster Frau der Literaturnobelpreis verliehen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Holger Wolandt: Selma Lagerlöf. Värmland und die Welt. Eine Biografie. Stuttgart 2018 Selma Lagerlöf: Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden. Vollständige Neuübersetzung. Aus dem Schwedischen von Thomas Steinfeld. Berlin 2015 Selma Lagerlöf: Die Saga von Gösta Berling. Aus dem Schwedischen von Paul Berf. Berlin 2015. Selma Lagerlöf: Die Erinnerungen: Mårbacka. Aus meinen Kindertagen. Das Tagebuch der Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf. Nachwort von Holger Wolandt. Stuttgart 2016 Selma Lagerlöf: Liebe Sophie - Liebe Valborg - Eine Dreiecksgeschichte in Briefen. Aus dem Schwedischen von Holgar Wolandt und Lotta Rüegger. Stuttgart 2016. Holger Wolandt, Biograf, Herausgeber und Übersetzer Weiterführende Links: Planet Wissen: Alfred Nobel - Der Nobelpreis Planet Wissen: Stockholm - Nobelpreis-Verleihung Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins Technik: Thomas Bleul

  • Mar 14, 2025 · 15 min

    Wie ein Generalstreik Deutschlands Demokratie rettet

    Kein Telefon, keine amtlichen Stempel, kein Zugriff aufs Geld: Ziviler Ungehorsam und ein Generalstreik retten am 15.3.1920 die deutsche Demokratie gegen den Kapp-Putsch. In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember: wie bürokratische Hürden in Deutschland einen Putsch verhindern, wie die Telefonistinnen in der Reichskanzlei unverhofft beurlaubt werden, warum der Pakt zwischen Sozialdemokraten und Freikorps keine gute Idee ist, wie die Demokratie gerettet wird und doch schweren Schaden nimmt. Am 13. März 1920 versuchen rechte Militärs und Politiker unter General Walther von Lüttwitz und Wolfgang Kapp, die Weimarer Republik zu stürzen. Sie spinnen die "Dolchstoßlegende" um das Ende des Ersten Weltkriegs und wollen die Weimarer Republik beenden. Das Berliner Regierungsviertel wird besetzt, die Reichsregierung flieht nach Dresden. Aber die Bevölkerung leistet Widerstand. Mittags schließen die ersten Betriebe. Busse und Straßenbahnen fahren nicht mehr. Am nächsten Abend sind Strom, Gas und Wasserversorgung unterbrochen. Die geflohene Regierung lässt Flugzeuge über der Stadt kreisen und Flugblätter abwerfen, die zum Kampf gegen die Putschisten aufrufen. Die christlichen Gewerkschaften machen mit, die Beamten. Kohlekumpel verlassen die Zechen in den Industrierevieren. Zwölf Millionen Deutsche stehen auf für ihre Demokratie. Nach insgesamt fünf Tagen bricht der Putsch zusammen. Kapp flieht nach Schweden, General Lüttwitz, der Strippenzieher des Putsches, nach Ungarn. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Klaus Gietinger: Der Kapp-Putsch: 1920 - Abwehrkämpfe - Rote Ruhrarmee, Stuttgart 2020 Klaus Gietinger, Sozialwissenschaftler Joachim Käppner, Journalist und Historiker Unser Hörtipp: Mehr zum Thema im WDR 5 Meinungspodcast Planet Wissen: Deutsche Geschichte - Der Erste Weltkrieg Zeitzeichen: "Weihnachtsfrieden": Verbrüderung auf dem Schlachtfeld Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother Technik: Moritz Raestrup

  • Mar 13, 2025 · 14 min

    Wie Viktor Emanuel II. zum ersten König von Italien wurde

    Am 14.3.1820 wird in Turin Viktor Emanuel II. geboren - der Mann, der 1861 zum ersten König von ganz Italien wird. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath: in welche politische Großwetterlage Viktor Emanuel geboren wird, welche beiden Leidenschaften der Thronfolger hat, dass mit der politischen Parole "Viva Verdi" nicht der Opernkomponist gemeint ist, warum der sizilianische Freiheitskämpfer Giuseppe Garibaldi dem König Viktor Emanuel treu ist, wie der Vatikan Teil des italienischen Nationalstaates wird. Viktor Emanuel II. stammt aus dem Geschlecht der Savoyer und wird am 14. März 1820 in Turin geboren. Er ist elf Jahre alt, als sein Vater, König Karl Albert, ab 1831 das Reich Sardinien-Piemont regiert. Als 1848 ganz Italien von Revolutionen erschüttert wird, gibt der König seinem Reich eine Verfassung. Doch Viktor Emanuel kann damit nichts anfangen. Er ist ein Gegner des Liberalismus. Als sein Vater nach einer militärischen Niederlage abdankt, übernimmt er den Thron. Doch er ist klug genug, die Verfassung nicht wieder abzuschaffen. Das macht ihn für die Vertreter der aufkommenden Nationalbewegung attraktiv. Alle Hoffnungen auf einen italienischen Einheitsstaat liegen nun bei Viktor Emanuel II. Sein Königreich ist das einzige Herrschaftsgebiet Italiens, das Mitte des 19. Jahrhunderts nicht von fremden Mächten regiert wird. Darum ergreift er die Gelegenheit, seine Macht auszudehnen. 1861 verkünden die Abgeordneten des Parlaments in Turin das neue Königreich Italien. Das Land wird eine parlamentarische Monarchie. Senat und Abgeordnete setzen Viktor Emanuel an die Spitze. Er wird zum "Padre della Patria", zum "Vater des Vaterlandes" - auch wenn noch einige Landesteile fehlen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Gabriele B. Clemens (Professorin für Neuere Geschichte an der Universität des Saarlandes) Adriano Viarengo (Historiker und Autor einer Biografie über Viktor Emanuel II.) Gabriele B. Clemens: Geschichte des Risorgimento. Italiens Weg in die Moderne (1770-1870). Köln 2021 Adriano Viarengo: Vittorio Emanuele II. Rom 2017 Weiterführende Links: Zeitzeichen 01.11.1814: Der Wiener Kongress wird offiziell eröffnet Stichtag 14.03.1861: Viktor Emanuel II. wird König von Italien Zeitzeichen 02.06.1882: Giuseppe Garibaldi stirbt auf Caprera Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Kath Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

  • Mar 12, 2025 · 14 min

    Vorreiterin der deutschen Frauenbewegung: Luise Otto-Peters

    Sie war keine Barrikadenstürmerin, hatte aber revolutionäre Ideen: Bildungschancen oder politische Teilhabe für Frauen. Am 13. März 1895 starb Louise Otto-Peters in Dresden. In diesem Zeitzeichen erzählt Doris Arp: wie Louise Otto-Peters als Nesthäkchen einer bürgerlich-wohlhalbenden Familie aufwächst, wie sie durch die Liebe zum Vormärz-Aktivisten Gustav Müller politisiert wird, wie sie vom Elend der Arbeiterinnen in den ersten Fabriken erschüttert ist, wie sie zur Vorsitzenden des "Allgemeinen Deutschen Frauenvereins" (ADF) gewählt wird, wie Alice Schwarzer sich über die Anfänge der deutschen Frauenbewegung mokiert. "Ich will mehr als Hände falten. Mit den Muth'gen will ich's halten. Die nicht wehrlos sterben wollen." Louise Otto-Peters ist eine bekannte Dichterin und Frauenrechtlerin im Kaiserreich. Bis zur Revolution von 1848/49 erscheinen von ihr fünf Romane, ein erster großer Gedichtband und ihr sozialkritischer Roman "Schloss und Fabrik". Louise Otto-Peters nutzt gezielt Presse und Verlage, um ihre Ideen zu verbreiten. Große Aufmerksamkeit bekommt ihre Streitschrift "Adresse eines Mädchens“ kurz vor der Zerschlagung der Revolution: "Ich klage die Rechte der Frauen ein, weil ich überzeugt bin, dass alles Unrecht dieser Welt aus der Missachtung erfolgt, mit der man bisher die natürlichen und unveräußerlichen Rechte der Frauen behandelt hat." Zusammen mit ihren Mitstreiterinnen legt sie die Grundsteine für gleichberechtigte Bildungschancen, gerechte Löhne und Kinderbetreuung. Schon rund 70 Jahre bevor die Weimarer Republik das Frauenwahlrecht einführt, fordert sie die volle politische Mitbestimmung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen: Professorin Susanne Schötz (Sozialhistorikerin, Uni Dresden) Franziska Deutschmann (Geschichtslehrerin, im Vorstand der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft) Louise-Otto-Peters-Gesellschaft (Hrsg.): "Mit den Muth'gen will ich's halten" - Tagungsband. Beucha 2020 Louise Otto-Peters: Wenn die Zeiten gewaltsam laut werden. Köln 2024 Webseite der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. Weiterführende Links: Zeitzeichen: 27. Februar 1848 - Mannheimer Märzforderungen und Beginn der Revolution in Deutschland Cosmo: Hedwig Dohm - die radikale Pionierin der Frauenbewegung Zeitzeichen: 9. Februar 1907 - Suffragetten demonstrieren in London für Frauenwahlrecht Zeitzeichen: 9. Januar 1908 - Simone de Beauvoir wird in Paris geboren Stichtag: 30.11.1918 - Frauen in Deutschland erhalten Wahlrecht Stichtag: 3. November 1975 - Gründung des ersten deutschen Frauenbuchladens Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Doris Arp Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • Mar 11, 2025 · 14 min

    Salzkörner, die ein Weltreich erschüttern: Gandhis Salzmarsch

    Er marschiert 380 Kilometer und schafft damit das Symbol des indischen Widerstands gegen die britische Kolonialherrschaft. Am 12. März 1930 beginnt Mahatma Gandhi den Salzmarsch. In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck: welche unterschiedlichen Protestaktionen Gandhi gegen die Briten organisiert, was die Bezeichnung "Mahatma" bedeutet, wie Gandhi gewaltfreien Widerstand und zivilen Ungehorsam miteinander verbindet, welche Vorwürfe es gegen Gandhis Vorgehen gibt, wie Gandhi selbst zu salzloser Kost steht. 12. März 1930: In seinem Aschram, einer Art Landwirtschaftskommune, machen sich Mohandas Karamchand Gandhi und 78 seiner Getreuen auf den Weg. Knapp 400 Kilometer zu Fuß bis ans Meer. In den Dörfern, die sie passieren, schließen immer mehr Menschen an, bis es rund 50.000 sind. Nach 24 Tagen erreichen sie die westindische Ozeanküste. Gandhi hebt etwas Sand mit winzigen Salzkristallen auf. Damit bricht er bewusst das britische Salzmonopol: Kein Inder darf selber Salz gewinnen. Es muss vom Kolonialstaat teuer erkauft werden. Gandhis Salzauflesen am Strand wird zur Initialzündung. Überall beginnen die Menschen, selber Salz zu gewinnen. Mit dem Ende der britischen Kolonialherrschaft 1947 fällt auch das Salzmonopol. Gandhi wird dafür seither in Indien verehrt - inzwischen gibt es allerdings Kritik am Anwalt der Gewaltfreiheit. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Harald Fischer-Tiné (Historiker und Südasienexperte, Professor für Geschichte der modernen Welt an der ETH Zürich) Harald Fischer-Tiné und Maria Framke (Hgs.): Routledge Handbook of the History of Colonialism in South Asia. London 2021 Dietmar Rothermund: Gandhi - Der gewaltlose Revolutionär. München 2011 Mohandas K. Gandhi und Ilija Trojanow (Hgs.): Mein Leben oder die Geschichte meiner Experimente mit der Wahrheit. München 2019 Weiterführende Links: Zeitzeichen 02.10.1869: Geburtstag von Mahatma Gandhi Zeitzeichen 18.07.1947: Gesetz über die Unabhängigkeit Indiens Stichtag 26.03.1971: Proklamation der Unabhängigkeit Bangladeschs Planet Wissen: Kolonialismus - Europas Kolonien Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Almut Finck Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Annette Skrzydlo

  • Mar 10, 2025 · 15 min

    Die Neuseelandkriege: Die Kämpfe der Maori um Land und Freiheit

    Am 11. März 1845 beginnt in Russel der Widerstand der Maori gegen britische Kolonialherren. Es folgen die Neuseelandkriege, in denen sie ihr Land und ihre Handelsinteressen verteidigen. In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammmüller: vom Volk der Maori und ihrer Ankunft in Neuseeland mit Kanus, von ihren Gesichts-Tattoos und was sie bedeuten, mit welchen klugen Strategien sich die Maori lange gegen die überlegenen Briten wehren, vom Ende der Kriege mit dem Newzealand Settlements Act, durch den manche Stämme fast ihr ganzes Territorium verlieren. Im Jahr 1840 unterzeichnen einige Dutzend Maori-Häuptlinge und ein Vertreter der britischen Krone den Vertrag von Waitangi. Doch was die Maori aufgrund einiger Übersetzungsfehler nicht wissen: Mit ihrer Unterschrift geben sie auch ihre Souveränität auf - Neuseeland wird offiziell zur britischen Kolonie. Um zu zeigen, dass sie die Regierung der europäischen Siedler ablehnen, fällen die Maori - angeführt von Häuptling Hone Heke - gleich mehrfach den britischen Fahnenmast im Hafen von Kororareka. Drei Mal lassen sich die Wogen noch glätten. Die vierte Fällung am 11. März 1845 löst jedoch die sogenannten Fahnenmastkriege aus. Dieser erste Konflikt endet noch in einem brüchigen Frieden. Doch der Konflikt geht weiter. Am Ende ist das Weltreich Großbritannien zu mächtig. Die Siedler gewinnen die knapp 40 Jahre andauernden Neuseelandkriege - die Maori werden zum größten Teil enteignet und entrechtet. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Hermann Mückler, Ethnologe und Historiker, Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien Te Ara Enzyklopädie von Neuseeland Die offizielle Webseite von Neuseeland Weiterführende Links: Zeitzeichen: 06.02.1840 - Neuseeland wird britische Kronkolonie Planet Wissen: Maori WDR 5 Neugier genügt: Auf den Spuren der Maori Hörtipp: "CUT - das Virus, das uns trennt" : Am 11. März 2020 beginnt eine neue Zeitrechnung. Den Ausbruch des neuen Coronavirus stuft die WHO jetzt als Pandemie ein. Da ahnt noch niemand, wie sehr uns das Virus bis heute prägen wird. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Edda Dammmüller Redaktion: Sefa-Inci Suvak Technik: Nicolas Dohle

  • Mar 9, 2025 · 14 min

    Erster Punischer Krieg: Rom versenkt Karthagos Flotte

    Am 10. März 241 v.Chr. gewinnt Rom die entscheidende Seeschlacht im Machtkampf mit Kathago um die Vorherrschaft im westlichen Mittelmeer, insbesondere um Sizilien. In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger: wie die Karthager von den Römern auch genannt werden, welcher Konflikt auf Sizilien zum Ersten Punischen Krieg führt, warum antike Kriegsschiffe mit sogenannten Rammspornen ausgestattet sind, wie der "pickende Rabe" der Römer die Flucht gegnerischer Schiffe verhindert, wie Rom durch die Kriege gegen die Karthager zu einer Weltmacht wird. Eigentlich sind die Interessensphären zwischen Rom und Karthago vertraglich geregelt: Die Römer herrschen über Unteritalien, die Karthager bestimmen über Sizilien. Doch im Jahr 264 vor Christus ruft die sizilianische Stadt Messana Rom zu Hilfe: Die Römer sollen sie unterstützen im Kampf gegen die Karthager und die griechische Stadt Syrakus, die sich damals im Osten Siziliens befindet. Die Römer nutzen die Gelegenheit, um ihren Einflussbereich zu vergrößern und schicken Truppen. Es kommt zum Ersten Punischen Krieg, der mehr als 20 Jahre lang dauert. Im Jahr 241 vor Christus siegen die Römer. Doch für Rom ist das nur ein Etappensieg. Am Ende des Dritten Punischen Krieges vernichten die Römer Karthago, das an der Küste Nordafrikas liegt, endgültig. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Klaus Zimmermann (Professor für Alte Geschichte an der Uni Münster) Ronald Bockius (Fachmann für Antiken Schiffsbau am Leibniz-Zentrum für Archäologie in Mainz) Polybios: Historien. Ditzingen 1986 Weiterführende Links: Zeitzeichen 02.08.0216 vor Christus: Die Schlacht von Cannae Zeitzeichen 19.10.0439: Vandalen erobern Karthago ZDF: Terra X - Die Karthager ZDF: Karthago und die Punischen Kriege Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse

  • Mar 8, 2025 · 14 min

    Sigmund Freuds Neffe: Der US-Propagandist Edward L. Bernays

    Propaganda, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung: Edward Bernays erkennt früh, wie nah diese drei einander sind. Ist er über seinen Tod am 9.3.1995 hinaus der Ahnherr der Fake News? In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg: wie es kommt, dass Edward Bernays der doppelte Neffe von Sigmund Freud ist, warum Bernays schon bei seinem eigenen Namen "kreativ" wird, dass sich Bernays Werke angeblich auch in der Bibliothek Joseph Goebbels' finden, warum er zur traditionellen Osterparade in New York Schauspieler engagiert. Edward Bernays gilt heute als Vater der PR. Doch diesen Titel, den hat er sich selbst gegeben. Schon früh erkennt er: Wer Events erschafft, also Dinge, die geplant passieren und spontan wirken, der kann damit Nachrichten manipulieren. Mit 26 Jahren wird Bernays bereits von US-Präsident Woodrow Wilson engagiert, die Stimmung in den USA während des Ersten Weltkriegs zu beeinflussen. Das "Time Magazine" schreibt später: Edward Bernays entwickele "Strategien, mit deren Hilfe man Menschen dazu bringt, Dinge zu kaufen, die sie nicht wollen, und Bedürfnisse zu befriedigen, die sie nicht haben." Bernays stirbt 1995 im hohen Alter von 103 Jahren. Was ihn überleben wird, erkennt er selbst schon Ende der 1920er Jahre: "Propaganda wird niemals sterben." Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Stefan Matern, Ludwig-Maximilians-Universität München Stefan Matern: Edward L. Bernays' Propagandatheorie. Vom Kampf um Wirklichkeiten und Emotionen in der liberalen Demokratie. Verlag Barbara Budrich, Opladen, Berlin, Toronto 2023. Edward Bernays: Propaganda. Die Kunst der Public Relations. Aus dem Amerikanischen von Patrick Schnur. Orange Press, Berlin 2007 Weiterführende Links: Dokumentarfilm "Edward Bernays und die Wissenschaft der Meinungsmache" von Jimmy Leipold (Arte) Interview mit Edward L. Bernays (1986) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: Frank Zirpins Technik: Petra Laubach

  • Mar 7, 2025 · 14 min

    Späte Berühmtheit dank Fassbinder: Schauspielerin Brigitte Mira

    Brigitte Mira spielt seicht und sinnlich, ist Filmpreisträgerin und Publikumsliebling im Vorabendprogramm. Bis kurz vor ihrem Tod am 8.3.2005 steht sie auf der Bühne. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen: warum Brigitte Mira nicht - wie vom Vater gewünscht - Konzertpianistin wird, dass sie als Gitta Mira auch in Operetten auf der Bühne steht, warum sie in die "Gottbegnadeten"-Liste der Nationalsozialisten aufgenommen wird - und darunter leidet, wie sie Rainer Werner Fassbinder kennenlernt und beeindruckt. Jahrzehntelang steht Brigitte Mira auf Theater-, Kabarett- und Operettenbühnen. Dabei ist sie meist festgelegt auf Nebenrollen. Als Rainer Werner Fassbinder sie entdeckt, kann sie endlich zeigen, dass sie auch schwierige Charakterrollen spielen kann. Er bringt sie dorthin, wo sie schon als junge Frau sein wollte: auf die Leinwand. Statt mit Anfang sechzig in Rente zu gehen, wird Mira zum Star. Fassbinder macht sie zu einer preisgekrönten Schauspielerin, die plötzlich auch von anderen Regisseuren und Produzenten angefragt wird. Ihre vermutlich bekannteste Rolle ist die in der Vorabendserie "Drei Damen vom Grill". Fünfzehn Jahre lang brät sie als "Oma Färber" Würstchen und Bouletten, bevor sie vom Bildschirm auf die Bühne zurückkehrt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Nils Warnecke, Filmwissenschaftler, Deutsche Kinemathek Berlin Brigitte Mira: Kleine Frau, was nun? Erinnerungen an ein buntes Leben. München 1988 Weiterführende Links: Deutsche Kinemathek Berlin Radio 3 (rbb): Im Dickicht der Stadt - Ein Großstadtmärchen mit Rainer Werner Fassbinder Zeiteichen 10.06.1982: Der Regisseur Rainer Werner Fassbinder stirbt in München Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Andrea Klasen Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak Technik: Nicolas Dohle

  • Mar 6, 2025 · 14 min

    US-Soldaten erobern die Brücke von Remagen

    Auf ihrem Rückzug soll die Wehrmacht alle Brücken hinter sich sprengen. Die Ludendorff-Brücke über den Rhein bei Remagen aber bleibt stehen - und wird am 7.3.1945 von der US-Armee erobert. In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz: warum die Rheinbrücke so wichtig für die Alliierten und die Deutschen ist, wie Adolf Hitler auf die misslungene Sprengung reagiert, wie ein kleiner Junge Zeuge des Wunders von Remagen wird, warum die Ludendorff-Brücke doch noch einstürzt, aber nie wieder aufgebaut wird. Als der junge US-Leutnant Karl Heinrich Timmermann mit seinen Männern im Zweiten Weltkrieg bei Remagen Rast macht, können sie kaum glauben, was sie sehen: Die Rheinbrücke bei Remagen ist noch intakt, die Deutschen haben sie nicht gesprengt. Nur wenige Wehrmachtsoldaten bewachen die Brücke. Als die US-Soldaten vorrücken, versucht die Wehrmacht in aller Eile, die Brücke zu sprengen. Doch die Operation misslingt, die Brücke bleibt stehen - und bietet den US-Amerikanern damit einen schnellen und einfachen Weg auf die andere Rheinseite ins Deutsche Reich. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Volker Thehos, Vorstand des Friedensmuseums Brücke von Remagen Nicholas Johnson, Historiker der Uni Münster Franz Pira, Zeitzeuge aus Remagen Alois Bodenheim, Zeitzeuge aus Birresdorf Rick Atkinson: The Guns at Last Light: The War in Western Europe, 1944-1945. New York 2013 Ian Kershaw: Das Ende, München 2011 Weiterführende Links: Friedensmuseum Brücke von Remagen Zeitzeichen: 05.11.1937 - Hitler enthüllt seine Kriegspläne Zeitzeichen: 06.06.1944 - Landung der Alliierten in der Normandie Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Markus Harmann und Joachim Heinz Redaktion: Frank Zirpins Technik: Jens Buchheister

  • Mar 6, 2025 · 14 min

    Eiskalte Revolution: Beginn der Tiefkühlkost-Ära

    Am 6.3.1930 kam erstmals schockgefrorene Tiefkühlkost in den US-Handel, eine von den Inuit abgeschaute Technik, die unsere Ernährungsgewohnheiten verändert hat. In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer: warum Tiefkühlkost in New Yorker Gefängnissen erst verboten ist, welche Legenden Clarence Birdseye um seine Tiefkühl-Experimente spinnt, wie sich neben Birdseye zahlreiche Tüftler und Tiefkühl-Pioniere am Schockfrosten von Lebensmitteln versuchen, warum Tiefkühlkost erst ab den 1950er-Jahren zum Massenphänomen wird. Clarence Birdseye ist schon in jungen Jahren ein begeisterter Esser und Koch. Auch deshalb beschäftigt ihn die Frage, wie man Essen dauerhaft frisch halten kann. Mit 25 Jahren arbeitet Birdseye für das Landwirtschaftsministerium der USA auf Labrador, einer Halbinsel im Norden Neufundlands. Dort ist es oft so knackig kalt, dass die Fische quasi schockgefrieren, sobald sie aus dem Wasser gezogen werden. Clarence Birdseye ist begeistert und beginnt, mit Eiskristallen und Kohlblättern zu experimentieren. Neben Birdseye sind viele weitere Tüftler auf der Suche nach der optimalen Tiefkühltechnik. Birdseye kombiniert zwei dieser Verfahren und verkauft die Methode in ihrer Gesamtheit etwas dreist als die seine, lässt sie 1929 patentieren und wagt den Schritt in den Markt. Am 6. März 1930 ist es so weit: Ein Laden in Springfield, Massachusetts bietet als erster die neuartige Tiefkühlkost an. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Uwe Spiekermann, Ernährungshistoriker und Forscher Mark Kurlansky: Birdseye: The Adventures of a curious Man. 2012 Uwe Spiekermann: Künstliche Kost. Ernährung in Deutschland, 1840 bis heute. 2018 Harvey Levenstein: Paradox of Plenty. 1993 Weiterführende Links: ARD Mediathek: Wie gesund ist Tiefkühlgemüse? Deutschlandfunk Nova: Probleme bei Tiefkühlkost – Konservierte Schadstoffe Uwe Spiekermann: Frische – Geschichte eines Mythos Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Erik Hlacer Redaktion: David Rother Technik: Holger Maerten

  • Mar 4, 2025 · 14 min

    Von der Kunst zur Macht: Cosimo I. de Medici

    Die Dynastie der Medici bringt Kunst und Architektur nach Florenz. Mit Cosimo I. de Medici kommt politische Macht dazu: Am 5. März 1570 krönt ihn der Papst zum Großherzog. In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Dänzer-Vanotti: wie die Krönung Cosimos I. die Medici-Dynastie in der Politik verankert, wie die Kunst in Florenz vom schlechten Gewissen der Medici profitiert, wie Cosimo I. seine Interessen auch mit Gewalt durchsetzt, wie Cosimo I. die Toskana zum Territorialstaat formt. Cosimo I. de Medici ist weitgehend unbekannt, selbst Bücher über die Familie Medici erwähnen ihn nur am Rande. Dabei hat er nicht nur Florenz, sondern die ganze Toskana im 16. Jahrhundert politisch neu ausgerichtet. Als Papst Pius V. ihn 1570 zum Großherzog von Florenz krönt, ist Cosimo I. 50 Jahre alt und übt dieses Amt bereits seit mehr als 30 Jahren aus - bis dahin aber eben ohne Krone. In seiner Herrschaft schafft Cosimo etliche demokratische Elemente des Stadtstaates ab. Ein Autokrat, aber einer mit Sinn für Kunst. Zu seinem Hofkünstler ernennt Erzherzog Cosimo I. den Architekten Giorgio Vasari, einen der besten Zeichner seiner Zeit. Er wird der Erbauer der Uffizien, wo heute Meister der Renaissance ausgestellt sind: Michelangelo, Leonardo da Vinci oder Botticelli. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Tobias Daniels, Historiker spezialisiert auf Geschichte Italiens, Ludwig-Maximilians-Universität München Dr. Eike Schmidt, ehem. Leiter des Museums der Uffizien, Florenz Eva Sauer, Künstlerin, Düsseldorf und Florenz Lorenzo de Medici: Die Medici. Geschichte meiner Familie, Bastei Lübbe 2010. Volker Reinhardt: Die Medici. Florenz im Zeitalter der Renaissance, C.H. Beck 2013. Weiterführende Links: Planet Wissen: Die Medici Planet Wissen: Die Renaissance Planet Wissen: Meisterwerke der Renaissance Planet Wissen: Siena - der ewige Rivale Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Dänzer-Vanotti Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Sarah Fitzek

  • Mar 3, 2025 · 15 min

    Vom Fusel zum Qualitätswein? Das Weinpanscherurteil

    Zusätze wie Honig, Zucker oder Frostschutzmittel im Wein sind billig und täuschen Qualität vor. Am 4. März 1985 erhielten zwei Brüder von der Mosel Haftstrafen fürs Weinpanschen. In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer: dass Weinpanscherei die Geschichte des Weins seit der Antike begleitet, welche Rolle die "Kölschmetropole" Köln in den 1980er-Jahren bei der Aufdeckung der Panschereien spielt, von der positiven Wirkung der Weinskandale auf den Weinbau, wie der Klimawandel die Weinwirtschaft vor neue Herausforderungen stellt. In den 1980er-Jahren panschen die Brüder Schmitt an der Mosel einen süffigen süßen Wein, wie er in dieser Zeit beliebt ist. Mit insgesamt 600 Tonnen Zucker "veredeln" sie über Jahre rund zehn Millionen Liter Wein. Aus sauren Trauben werden Spät- und Auslesen, mit denen sie gutes Geld verdienen. Die Anklage schätzt den Mehrgewinn auf zehn Millionen Mark. Am 04. März 1985 werden die Brüder zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt. Die Lage an der "Weinfront" könnte sich eigentlich entspannen. Aber danach geht es erst richtig los. Als der "Glykolwein-Skandal" um österreichische Winzer publik wird, klingeln Staatsanwälte und Polizisten bei vielen Winzereien zur Hausdurchsuchung. Die Schäden für die Weinwirtschaft und ihre Glaubwürdigkeit sind immens. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Martin Kühn, Weinprüfer beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen Ludwig Wengenmayr, ehemaliger Weinprüfer Weiterführende Links: Planet Wissen: Weinbau und Klimawandel Planet Wissen: Deutsche Weinanbaugebiete Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Geuer Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Christine Reinartz