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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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  • Feb 11, 2025 · 14 min

    Befreite Frauenbeine: Mary Quant "erfindet" den Minirock

    Ihre Mode sollte unkompliziert und sexy sein. Mit ihrem Minirock prägte Mary Quant (geboren am 11.02.1930) die Modewelt. In diesem Zeitzeichen erzählt Amy Zayed: mit wem die Modedesignerin Mary Quant 1955 ihren Laden in London eröffnet, was sie über die Erfindung des Minirocks und ihren Anteil daran sagt, warum Promis wie Brigitte Bardot und Prinzessin Margaret nachts um eins in Quants Laden einkaufen, was die britische Vogue mit dem Durchbruch des Minirocks zu tun hat, was die so unterschiedlichen Kleidungsstücke Minirock und Hijab gemeinsam haben. Ihre Mode ist schrill und provokativ: Die Modedesignerin Mary Quant reagiert auf die Aufbruchstimmung in den 1960er-Jahren. Frauen wollen Emanzipation. Sie wollen sexy, selbstbestimmt und frei sein - und der Minirock ist das perfekte Symbol. Das passt nicht allen: Der Vatikan bezeichnet ihn als unzüchtiges Garderobenteil und ältere Leute klopfen gegen Mary Quants Schaufenster. Mary Quant ist eine Trendsetterin. Sie bringt auch den Hosenanzug und die Hotpants in die Damenkleiderschränke. Sie experimentiert mit Textilien, macht Plastikkrägen, PVC-Mäntel und - als Friedenszeichen - Plastikmargariten. Von der Bettwäsche über Kosmetik bis über Sofabezüge: Quant probiert sich an allem aus. 2019 richtet das Londoner Victoria & Albert Museum eine Ausstellung zu Ehren der mittlerweile von Königin Elizabeth II. geehrten Mary Quant aus. Am 13. April 2023 stirbt sie mit 93 Jahren. Hinweis: Wir haben das Zeitzeichen um eine ausführliche Erläuterung zur emotional aufgeladenen Debatte um das Kopftuch gegenüber der früheren Version ergänzt. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartnerinnen und Quelle: Heather Tilbury-Philipps (Marketing-Leiterin und Freundin von Mary Quant) Heidi Taher (Modeberaterin und Hijab-Trägerin) Bianca Lang, Tina Schraml, Lena Elster: Der Minirock. Die Revolution - Die Macher - Die Ikonen, 2009 Weiterführende Links: Zeitzeichen 29.08.1964: Der Minirock kommt nach Deutschland Stichtag 03.06.1968: Junta in Griechenland verbietet Miniröcke und lange Haare Tagesschau: Modedesignerin Mary Quant gestorben ZDF: Die krassesten Modetrends der Geschichte Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Amy Zayed Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Thomas Bleul

  • Feb 9, 2025 · 14 min

    Oxford versinkt in blutigen Krawallen: War das Bier schuld?

    Es beginnt am 10.2.1355 mit einem Streit in einem Pub um verwässertes Bier, am Ende sterben in Oxford viele Menschen. Ursache: ein Konflikt zwischen Studenten und Bürgern. In diesem Zeitzeichen erzählt Nik Berger: wie gewalttätig und unkontrollierbar einige Oxford-Studenten im Mittelalter sind, über die ungleiche Bestrafung von Studenten und anderen Stadtbewohnern für gleiche Vergehen, warum der englische König persönlich zur Streitschlichtung anreist, wann im 20. Jahrhundert auch die letzte der nach den Unruhen verhängten Strafen aufgehoben wird. Das mittelalterliche Oxford ist gespalten: Auf der einen Seite die Bürger. Und auf der anderen die privilegierten Studenten, die sich aufgrund ihrer Immunität mehr leisten können als die übrigen Einwohner. Immerhin verdienen die Bürger gut an den Studenten. Die allerdings fühlen sich wegen der Preise für Wein und Bier über den Tisch gezogen. Am 10. Februar 1355 eskaliert der Streit: Aus einer abendlichen Prügelei in einem Pub wird ein dreitägiges Hauen und Stechen. Am Ende sind zwischen 60 und 90 Menschen tot, die meisten von ihnen Studenten. Der englische König verdonnert die Stadt zu Strafzahlungen und öffentlicher Buße: An jedem Jahrestag des Massakers muss der Bürgermeister fortan mit 60 Bürgern an einem Gottesdienst in der Universitätskirche teilnehmen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Hannah Skoda, Professorin für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Oxford Dr. Klaus-Peter Schroeder, Professor an der Uni Heidelberg für Geschichtliche Rechtswissenschaft C. H. Lawrence: The University in State and Church. In: J. I. Catto (Hrsg.): The history of the University of Oxford. Vol. 1: The early Oxford schools. Oxford 1984. S. 97-151. Henry Maxwell Lyte: A History of the University of Oxford from the Earliest Times to the Year 1530. London 1886. Klaus-Peter Schroeder: "Tod den Scholaren!" – Studentische Kriege, Revolten, Exzesse und Tumulte an der Heidelberger Universität von den Anfängen bis zum Ausgang des 20. Jahrhunderts. Heidelberg 2016. Weiterführende Links: Medieval Murder Map von Oxford Stichtag: Erstes Ruderrennen zwischen Oxford und Cambridge Zeitzeichen 13.11.1312: Geburtstag des englischen Königs Eduard III. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Nik Berger Redaktion: Matti Hesse

  • Feb 8, 2025 · 14 min

    Johann C. Godeffroy: Gründer völkerkundlicher Museen

    Der reiche Reeder und "Südseekönig" verschiffte exotische Tiere, menschliche Schädel oder Waffen nach Hamburg. Am 9. Februar 1885 starb Johann Cesar Godeffroy ebenda. In diesem Zeitzeichen erzählt Marco Rösseler: über die Exponate des ersten ethnologischen Naturkundemuseums in Deutschland, was den Reeder Godeffroy mit dem Arzt Rudolf Virchow verbindet, über einen mysteriösen Schädel, der 2019 plötzlich in Freiburg auftaucht und möglicherweise aus der Sammlung Godeffroy stammt. Im 19. Jahrhundert gehören der Familie Godeffroy in Hamburg zahlreiche Hochsee-Segler, mit denen sie nicht nur Handel treiben, sondern auch Passagiere ans andere Ende der Welt bringen. Der schillerndste Spross der Familie ist Johann Cesar VI. Schon die Zeitgenossen nennen ihn voller Bewunderung "Südseekönig" oder "Fürst der Südsee". Denn er baut das Handelsnetz seiner Familie im Südpazifik zu einem Imperium aus. Sein Interesse geht weit über den Handel mit Sandelholz, Kokosöl, Kaffee und Baumwolle hinaus: Johann Cesar Godeffroy beteiligt sich am Sklavenhandel und lässt sich Pflanzen, Tiere, Alltagsgegenstände der Einheimischen und sogar menschliche Knochen mitbringen. Mit Präparaten, die er für sein Museum nicht brauchen kann, treibt Godeffroy einen schwunghaften Handel. Denn im 19. Jahrhundert sind exotische Objekte aus der Südsee heiß begehrt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Birgit Scheps-Bretschneider, Grassi-Museum für Völkerkunde Leipzig Birgit Scheps: Das verkaufte Museum. Die Südsee-Unternehmungen des Handelshauses Joh. Ces. Godeffroy & Sohn, Hamburg, und die Sammlung „Museum Godeffroy“. Abhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins in Hamburg 40. Hamburg 2005. Schmack, Kurt: J. C. Godeffroy und Sohn. Kaufleute zu Hamburg. Leistung und Schicksal eines Welthandelshauses. Hamburg 1938. Protokoll der Sitzung vom 21. Februar 1885 der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Naturgeschichte. Nachruf Rudolf Virchows auf Godeffroy. Weiterführende Links: Stichtag 09.03.1921: Todestag der Forschungsreisenden Amalia Dietrich Zeitzeichen 13.10.1821: Geburtstag von Rudolf Virchow Feature: Geraubte Ahnen – Ihr langer Weg nach Hause Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marco Rösseler Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Sarah Fitzek

  • Feb 7, 2025 · 13 min

    Blaue Pferde, neue Kunst: Franz Marc (geb. am 8.2.1880)

    Der Expressionist Franz Marc hat die Kunst revolutioniert, ein kompliziertes Liebesleben geführt - und ein frühes Ende im Ersten Weltkrieg gefunden, mit 36 Jahren... In diesem Zeitzeichen erzählt Anke Rebbert: was Franz Marc mit seinen bunten Tieren ausdrücken will, warum Marc und Kandinsky wie Topf und Deckel passen, wie der Name "Blauer Reiter" zu Stande kommt, warum Marc mit einer gewissen Euphorie in den Krieg zieht und wie schnell diese verfliegt. Der Mann, der die Kunst des 20. Jahrhunderts prägt, kommt am 8. Februar 1880 als Franz Moritz Wilhelm Marc in München zur Welt. Noch mit 20 ist er unentschlossen, ob er lieber Pfarrer, Lehrer oder doch Künstler wie sein Vater werden will. Er entscheidet sich letztlich für die Malerei. Gemeinsam mit seinem Freund Wassily Kandinsky gründet Marc 1911 den "Blauen Reiter". Die Künstlergruppe will Gegenpol sein zur konservativen Kunstauffassung, wählt kräftige Farben und orientiert sich nicht länger an der Natur. Vor allem Marcs blaue Pferde werden weltberühmt. Im August 1914 tauscht der Künstler Pinsel gegen Gewehr und zieht in den Krieg. Ein letzter Erkundungsritt endet tödlich: Franz Marc, der fest daran glaubte, seine besten Bilder erst mit 40 oder 50 zu malen, wird von Granatsplittern getroffen und stirbt mit nur 36 Jahren. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Jessica Keilholz-Busch, Direktorin Franz Marc Museum Annegret Hoberg und Mario von Lüttichau, Kunsthistoriker Franz und Maria Marc: Ich will Dich an der Hand führen, um Dir die Wunder der Welt zu zeigen. Briefe, 2018 Dr. Volker Adolphs und Annegret Hoberg: August Macke und Franz Marc - Eine Künstlerfreundschaft (2014) Weiterführende Links: Zeitzeichen: 22.02.1916 - Letzter Feldpostbrief von Franz Marc Zeitzeichen: 22.01.1909 - Gründung der Neuen Künstlervereinigung Die Hauda & die Kunst: Franz Marc. Bunte Tiere - ganz ohne LSD Planet Schule: Klee, Macke, Marc und Delaunay im Rausch der Farben Planet Wissen: Malerei im Expressionismus Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Anke Rebbert Redaktion: David Rother

  • Feb 6, 2025 · 14 min

    Im Namen der "Ehre": Der Mord an Hatun Sürücü

    Weil sie selbstbestimmt leben wollte, wurde Hatun Sürücü am 7.2.2005 von ihrem Bruder erschossen. Der "Ehrenmord" prägt die Debatte um Gewalt an Frauen und Migration bis heute. In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach: von den letzten Minuten im Leben Hatun Sürücüs, wie Hatuns Hilferufe bei Polizei und Jugendamt verhallen, warum der Begriff "Ehrenmord" eigentlich irreführend ist, dass Gewalt im Namen der Ehre nicht nur Frauen betrifft. Hatun Aynur Sürücü ist eine junge Frau, die selbstbewusst über ihr Leben bestimmen will und nach einer erzwungenen Heirat mit den Moralvorstellungen ihrer Familie bricht. Sie sucht sich und ihrem kleinen Sohn eine eigene Wohnung, macht eine Lehre, geht aus und lernt neue Freunde kennen. Diesen Drang nach Freiheit bezahlt die Deutsch-Kurdin mit ihrem Leben: Am 7. Februar 2005 wird Aynur mitten in Berlin von ihrem Bruder auf offener Straße erschossen. Die Tat ist Deutschlands bekanntester "Ehrenmord" und stößt eine Debatte über Parallelgesellschaften an. Die beiden mitverdächtigen älteren Brüder setzen sich in die Türkei ab, wo sie 2015 wegen Anstiftung zum Mord angeklagt, letztlich aber freigesprochen, werden. Von Reue oder Einsicht ist bei Aynurs Familie auch Jahre später nichts zu spüren. Auf die Frage, ob er für seine Schwester bete, antwortet ihr ältester Bruder kalt: "Natürlich bete ich für sie. Dass Allah ihr vergibt." Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Seyran Ateş, Berliner Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Esma Çakir-Ceylan, Fachanwältin für Strafrecht Jan Ilhan Kizilhan, Psychologe; Professor für transkulturelle Gesundheitsforschung, Stuttgart Esma Çakir-Ceylan: Gewalt im Namen der Ehre. Eine Untersuchung über Gewalttaten in Deutschland und der Türkei, 2011 Jan Ilhan Kizilhan: Gewalt im Namen der Ehre. Die Psychologie hinter Ehre, Sexualität, Religion und Terror, 2024 Matthias Deiß und Jo Goll: Ehrenmord. Ein deutsches Schicksal, 2011 Weiterführende Links: ARD Audiothek: Clever Girls. Hatun Sürücü, rbb Kultur ARD Audiothek: Frau. Freiheit. Tod - Kein Schutz vor Ehrenmord? Lebenswelten, radio3 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: Carolin Rückl / Sefa Inci Suvak Technik: Sascha Schiemann

  • Feb 5, 2025 · 14 min

    "Lex Heinze": wie ein Kriminalfall zum Kulturkampf führte

    Ein spektakulärer Mordprozess führt dazu, dass der Reichstag am 6.2.1900 die "Lex Heinze" beschließt: ein Gesetz gegen "unsittliche" Darstellungen in Kunst und Literatur. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau: was für unsittliche Details der Prozess gegen das Ehepaar Heinze zu Tage fördert, von der extrem prüden Gesellschaft im Deutschen Kaiserreich, wie sich Künstler, Prominente und die SPD gegen die Lex Heinze auflehnen, zu welcher Strafe das Ehepaar letztlich verurteilt wird. Es ist einer der spektakulärsten Prozesse des Deutschen Kaiserreiches. Mehr als 500 Schaulustige drängen sich im Dezember 1891 vor dem Eingang des Strafgerichts in Berlin-Moabit. Sie alle wollen den Prozess gegen den Zuhälter Hermann Heinze und seine Frau Anna, eine Prostituierte, miterleben. Sie sind angeklagt, einen Nachtwächter getötet zu haben. Aber nicht dieses Verbrechen steht im Mittelpunkt des Interesses, sondern vor allem die Frage, wie man mit der Prostitution in den rasant wachsenden Städten umgehen soll. Das Ehepaar Heinze wird damit ungewollt zum Namenspaten eines Reichsgesetzes, das - acht Jahre später - die Zuhälterei, aber auch die öffentliche Zurschaustellung unsittlicher Bilder und Handlungen unter Strafe stellt: die Lex Heinze. Die Verabschiedung des Gesetzes am 6. Februar 1900 löst eine Protestwelle aus - am Ende tritt eine Kompromissfassung in Kraft. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Michael Scheffel, Literaturwissenschaftler Christiane Henke, Rechtshistorikerin Otto Falckenberg: Das Buch von der Lex Heinze (1900) Hugo Friedländer: Kulturhistorische Kriminal-Prozesse der letzten vierzig Jahre, Band 1; S. 72-77: Das Ehepaar Heinze wegen Ermordung des Nachtwächters Braun vor den Geschworenen Weiterführender Link: Stichtag: 4. Mai 1910 - Abkommen gegen Mädchenhandel wird geschlossen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Mau Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa İnci Suvak

  • Feb 4, 2025 · 14 min

    Wie ein Reifen die Welt verändert: John Dunlop (geb. 5.2.1840)

    In Belfast ist er Tierarzt und passionierter Tüftler. Für seinen kleinen Sohn erfindet John Dunlop das Rad praktisch neu - und ändert damit den Lauf der Welt. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff: was John Dunlops zehnjähriger Sohn mit der Erfindung des Luftreifens zu tun hat, wer diese Erfindung eigentlich 40 Jahre zuvor schon gemacht hat, woher der wichtigste Rohstoff für den Reifenboom Anfang des 20. Jahrhunderts kommt, welche ökologischen und sozialen Folgen die Reifenproduktion bis heute hat. Von Zeitgenossen wird John Dunlop als sympathischer und sozialer Mensch beschrieben. Aus der rasch expandierenden Reifenfirma mit seinem Namen steigt er schon bald wieder aus. "Ich brauchte eigentlich kein Geld", schreibt er in seinen Erinnerungen. Ob er damals auch die Gräueltaten dort wahnimmt, wo der Grundstoff seiner Reifen herkommt, ist nicht bekannt. Die Erfolgsgeschichte, die von ihm und dem Segen seiner Erfindung für die Menschheit seit über 100 Jahren erzählt wird, ist jedenfalls nur die halbe Geschichte. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Bernhard Wörrle, Leitung Museumsmanagement, Deutsches Museum München Thilo Hofmann (Umweltwissenschaftler an der Universität Wien) Boniface Mabanza (Entwicklungsexperte der KASA in Heidelberg) Weiterführende Links: Zeitzeichen 15.11.1908: König Leopold II. verkauft "seine" Kolonie Kongo an Belgien Zeitzeichen 30.06.1960: Kongo wird unabhängig WDR Doku: Autoreifen - Ein schmutziges Milliardengeschäft Deutsches Patentamt: John Dunlop - Das Rad neu erfunden Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Pfaff Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

  • Feb 3, 2025 · 14 min

    Tod vor der Premiere der Broadway-Revolution: Jonathan Larson

    Jonathan Larson (geboren am 4.2.1960) will das Musicaltheater revolutionieren. Nach vielen Fehlschlägen ist er nah dran. Doch er stirbt 24 Stunden vor der Premiere seines Mega-Erfolgs "Rent". In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Fischer: wie Jonathan Larson aufwächst und zur Musik kommt, mit welchem selbstbewussten Spruch er sich auf Partys vorstellt, was George Orwells Roman "1984" mit Larsons Musical "Superbia" zu tun hat, warum er mit dem Titel "One Song Glory" eigentlich sein Testament schreibt, unter welchen tragischen Umständen der Komponist stirbt. Der 30. Geburtstag löst bei Jonathan Larson nur Frust aus. Seit Jahren läuft er mit seinen Kompositionen gegen Wände. Knapp sechs Jahre später, im Januar 1996, feiert das Werk Premiere, von dem er so lange geträumt hat: "Rent", ein Musical, das den Broadway erschüttert. Es verbindet existenzielle Probleme wie Aids, Gentrifizierung und Armut mit mitreißender Lebensfreude. Jonathan Larson gewinnt posthum den Pulitzer-Preis und bei den Tonys, den Oscars der Musical-Branche, erhält er die Auszeichnung für das beste Musical, das beste Buch und die beste Musik. Auch das autobiografische Vorgängerwerk "Tick, Tick ... Boom!“ wird wiederentdeckt und 2021 schließlich mit Andrew Garfield als Jonathan Larson verfilmt. Für die Hauptrolle bekommt Garfield eine Oscar-Nominierung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Gil Mehmert (Regisseur) Michael Riedel: Singular Sensation. New York 2020 Anthony Rapp: Without you. New York 2006 Weiterführende Links: WDR: Lokalzeit aus Dortmund: Persönlicher Tipp: Rent - Musical NDR: Musicals weltweit: Über Tops und Flops auf der Bühne Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Jana Fischer Redaktion: David Rother

  • Feb 2, 2025 · 14 min

    Henry Moule und die Erfindung der Trockentoilette

    Die geniale Erfindung des englischen Pfarrers Henry Moule (gestorben am 3.2.1880) hat gegen das Wasserklosett verloren. Doch das könnte sich in Zukunft ändern. In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer: wie Trockentoiletten unabhängiger von Importen eines Lebens-Grundstoffs machen können, wodurch es in London 1858 zum "Großen Gestank" kommt, warum Henry Moule und Justus von Liebig Wasserklosetts als pure Verschwendung ansehen, welcher Schatz sich in menschlichen Exkrementen verbirgt. Mitte des 19. Jahrhunderts erlebt der Pfarrer Henry Moule im Städtchen Fordington im Süden Englands hautnah die Schrecken zweier Choleraepidemien. Henry Moule glaubt, wie viele andere, die Krankheit komme mit dem Gestank aus den Senkgruben und Flüssen, in die zu dieser Zeit das Abwasser eingeleitet, aus denen aber auch das Trinkwasser entnommen wird. Diesem Gestank, der vor allem in warmen und regenarmen Sommern auftritt, wird nachgesagt, dass er krank mache. Eine falsche Theorie, aber Pfarrer Moules Konsequenz ist dennoch richtig. Er erfindet eine Toilette, die nicht stinkt. Aus heutiger Sicht viel wichtiger ist, dass diese Toilette kein Wasser braucht und damit auch kein Abwasser produziert. Damals hat es zur Folge, dass in Fordington nicht mehr so viele Fäkalien ins Trinkwasser gelangen und die Cholera kein Thema mehr ist. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ariane Krause, Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau, Großbeeren, Brandenburg Katharina Prost, Agraringenieurin, ClimEtsan-OnTheGround, Bonn Daniel Schäfer, Medizinhistoriker, Uni Köln Andrea Vetter: "Die Komposttoilette", In: Konviviale Technik, Transcript 2023 Weiterführende Links: Spektrum: Dünger aus Trockentoiletten besteht Praxistest Planet Wissen: Tropenkrankheiten - Die Entdeckung des Cholera-Erregers Planet Wissen: Menschliche Fäkalien als Dünger? Planet Wissen: Anbaumethoden - Geschichte der Düngemittel Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Geuer Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse Technik: Petra Laubach

  • Feb 1, 2025 · 14 min

    Wie eine Hundeschlittenstaffel eine ganze Stadt rettete

    Als eine tödliche Diphtherie-Epidemie 1925 die Stadt Nome in Alaska bedroht, startet eine riskante und wagemutige Rettungsaktion mit einer Hundeschlittenstaffel. In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz: warum die abgelegene Stadt Nome in Alaska im Februar 1925 dringend Diphtherie-Impfstoff benötigt, wie die ganze Welt den "Serum Run" verfolgt, wie eine Herde Karibus beinahe den Transport des Diphtherie-Impfstoffes beendet, welche Rolle die Tirschutzorganisation PETA inzwischen bei Hundeschlittenrennen spielt. Ende Januar 1925 setzt Dr. Curtis Welch, der einzige Arzt der Goldgräberstadt Nome an der Westküste Alaskas, ein verzweifeltes Telegramm ab. Seit Dezember hat er mehrere Kleinkinder an die Diphtherie verloren. Das wenige Antitoxin im Bestand des Arztes ist abgelaufen. Nun befürchtet er einen verheerenden Ausbruch. Eine riskante Rettungsaktion beginnt, bei der viele Menschenleben auf dem Spiel stehen. Freiwillige organisieren einen Staffellauf mit 20 Hundeschlittengespannen und 150 Hunden. Am 2. Februar 1925 erreicht Gunnar Kaasen mit seinem Leithund Balto und seinen zwölf anderen Hunden als letztes Gespann Nome. Nach fünfeinhalb Tagen auf dem Trail ist das Serum gefroren, aber keine einzige Phiole gebrochen. Um 11 Uhr ist alles aufgetaut und kann den ersten Patienten verabreicht werden. So wird die Epidemie doch noch abgewendet. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Anja Fein Radano, Huskyzüchterin und mehrfache Iditarod-Teilnehmerin Sebastian Schnülle, Rennrichter und ehemaliger Teilnehmer beim Iditarod-Rennen Helen Hegener, Buchautorin und Verlegerin von Büchern über Alaskas Geschichte Weiterführende Links: Stichtag: 02. Februar 2005 - Geburtsstunde des Iditarod Hundeschlittenrennens Zeitzeichen: 30.03.1867 - Russland verkauft Alaska an die USA Stichtag: 20. August 1741 - Vitus Bering erreicht als erster Europäer Alaska Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Jana Magdanz Redaktion: Matti Hesse Technik: Christina Gabriel

  • Jan 31, 2025 · 13 min

    Bernard Altum: der Vogelkundler und sein Lebenswerk

    Er verbindet zeitlebens Glauben und Naturwissenschaft: Bernard Altum aus Münster. Am 1.2.1900 stirbt der Priester und passionierte Vogelkundler im Alter von 75 Jahren. In diesem Zeitzeichen erzählt Steffi Tenhaven: warum einige Vogelarten Geräusche vom Handy-Klingelton bis zum E-Roller täuschend echt nachahmen, wie Johann Bernard Theodor Altum im 19. Jahrhundert zum anerkannten Ornithologen wird, mit welcher Theorie Altum sich Zoologen wie Alfred Brehm entgegenstellt, wie Vögel aller Arten im 19. Jahrhundert in Töpfen und auf Köpfen landen. Die Vogelwelt fasziniert Naturforscher in Westfalen zunehmend im 19. Jahrhundert. Man unternimmt Exkursionen durch ein Münsterland, das anders aussieht als heute: mit einer Menge mehr Tieren und Arten. Johann Bernhard Theodor Altum ist einer dieser Naturforscher. Der gebürtige Münsteraner ist eigentlich studierter Theologe und Priester. Als Zoologe und Forstwissenschaftler wird er der bedeutendste Vogelkundler seiner Zeit. Bis ins 20. Jahrhundert gilt sein Buch "Der Vogel und sein Leben" als Standardwerk für Ornithologen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Bernd Tenbergen, stellvertretender Leiter des LWL-Museums für Naturkunde Münster Dr. Erich Kretzschmar, Ornithologe, Naturschutzbund Dortmund Bernard Altum: Der Vogel und sein Leben, Münster, Niemann 1868 Weiterführende Links: LWL-Museum für Naturkunde/Münster Naturschutzbund Deutschland (Nabu) Planet Wissen: Evolutionsforschung - Charles Darwin Stichtag: 2. Februar 1829 - Geburtstag des Zoologen Alfred Brehm Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Steffi Tenhaven Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Nico Söllner

  • Jan 30, 2025 · 14 min

    Tatort 1910: Der Fall Cora Crippen und die moderne Technik

    Am 31.1.1910 verschwindet Cora Crippen auf mysteriöse Weise. Wahrscheinlich hat ihr Mann sie ermordet, Dr. Crippen wird weltweit gejagt. Doch auch 100 Jahre später bleiben Fragen... In diesem Zeitzeichen erzählt Marina Meißner: warum Coras Verschwinden erst für Aufsehen sorgt, als Dr. Crippens Geliebte in Coras Kleidung gesehen wird, welchen furchtbaren Fund Scotland Yard im Keller der Crippens macht, wie der Fall eine unerwartete Wendung nimmt, und wie ein Funktelegraf die erste weltweite Fahndung ermöglicht, wieso sich zwei Schiffe über Tage hinweg einen Wettlauf liefern, und warum bis heute Zweifel an der Schuld des Angeklagten bestehen. Ein ungleiches Paar, ein mysteriöses Verschwinden und eine internationale Verbrecherjagd – ein Fall der bis heute Fragen aufwirft: Hawley Harvey Crippen, ein US-amerikanischer Arzt, lebt mit seiner Frau Cora in London. Während er als höflich und zurückhaltend gilt, ist sie eine selbstbewusste Varieté-Künstlerin. Doch 1910 verschwindet Cora, bekannt als Belle Elmore, plötzlich. Ihr Mann behauptet, sie sei in die USA gereist und dort verstorben. Als kurz darauf seine Geliebte ins Haus einzieht, alarmieren Freunde Scotland Yard, die menschliche Überreste im Keller entdecken. Nach einer Aufsehen erregenden Flucht und anschließendem Prozess wird Dr. Crippen schließlich hingerichtet. Doch bis heute bleibt die Frage: Ist er wirklich der Mörder? Moderne DNA-Tests werfen Zweifel auf und nähren Spekulationen über ein spannendes Kriminalrätsel der Geschichte. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Dr. Anke Keller (Kuratorin im Technoseum in Mannheim) Weiterführende Links: Kein Mucks! Der Krimi-Podcast mit Bastian Pastewka- Jagd auf Dr. Crippen, Hörspiel 1964. William Le Queux: "The Girl, the Doctor – and the Missing Wife", True Detective Mysteries. May 1930. ZDFinfo Murder Maps - Geheimnisvolle Verbrechen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: David Rother Technik: Jürgen Mönkediek

  • Jan 29, 2025 · 14 min

    Das Kultspielzeug der 80er: Ernö Rubiks Zauberwürfel

    Als Lehrobjekt für seine Studenten erfindet ein ungarischer Bildhauer ein 3-D-Puzzle in Würfelform. Rubik's Cube, patentiert am 30.1.1975, wird ein Spielzeughit. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen: warum der bunte Würfel eine echte Herausforderung für Kopf und Hände ist, er aber auch ohne Anleitung spielbar ist, weshalb Kinder oft schneller die Lösung finden als Erwachsene, und welche mathematische Magie hinter dem Würfel steckt. Die geniale Erfindung begeistert Jung und Alt: sie treibt manche an den Rand der Verzweiflung und spornt andere zu Rekorden an. Denn es gibt 43 Trillionen mögliche Kombinationen – und doch kann man den Würfel mit der richtigen Strategie in maximal 20 Zügen lösen. Der Zauberwürfel, auch "Rubik’s Cube" genannt, wird 1974 von Ernö Rubik erfunden. Ein reiner Zufall, denn eigentlich will der Architekturprofessor seinen Studierenden damit räumliches Denken vermitteln. Doch das Drehpuzzle mit seinen sechs bunten Flächen wird weit mehr als ein Lehrmittel: 1980 beginnt sein Siegeszug rund um den Globus. Heute gilt der Zauberwürfel als das meistverkaufte Puzzle aller Zeiten – mit rund 500 Millionen Exemplaren. Das ist unser Interviewpartner: Prof. Jens Junge, Spielforscher und Direktor des Berliner Institut für Ludologie Und das sind unsere wichtigsten Quellen: Ernö Rubik: Cubed. Der Zauberwürfel und die großen Rätsel dieser Welt, München 2020. Marlene Weiß: „Alles dreht sich“, Süddeutsche Zeitung S. 31, 28. / 29. Dezember 2024. Weiterführende Links: WDR 5 Neugier genügt - Redezeit mit dem Spielforscher Jens Junge Planet Wissen: Der Zauberwürfel – Rubik's Cube Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Nico Söllner

  • Jan 28, 2025 · 14 min

    Die Vermessung des Universums: Astronom Claudius Ptolemäus

    Für ihn stand die Erde im Mittelpunkt des Universums - umkreist von Sonne, Mond und anderen Planeten. Im Jahre 160 stirbt der griechische Astronom Claudius Ptolemäus. In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog: warum Claudius Ptolemäus ein himmlisches Puzzle lösen muss, wie er die Rückwärtsbewegungen der Planeten erklärt, weshalb er die Erde zwar für kugelförmig, aber unbeweglich hält, und warum sein geozentrisches Weltbild über 1.500 Jahre Bestand hat. Im zweiten Jahrhundert lebt und forscht Claudius Ptolemäus in Alexandria, dem intellektuellen Zentrum der Antike. Mit seinem Werk "Almagest" schafft er nicht nur einen Sternenkatalog, der 48 Sternbilder aufführt, sondern auch das geozentrische Modell des Universums. Die Erde im Mittelpunkt, umgeben von himmlischen Sphären – eine kosmische Ordnung, die sowohl elegant als auch stabil erscheint. Doch Ptolemäus hat ein Problem: Die Planeten bewegten sich nicht immer wie erwartet. Mit komplizierten Zusatzkreisen, den sogenannten Epizyklen, gelingt es ihm, ihre Schleifenbahnen zu erklären – und ein Modell zu schaffen, das über Jahrhunderte die Grundlage der Astronomie bleibt. Erst Kopernikus holt die Erde aus dem Zentrum des Universums. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Ernst Peter Fischer, Professor (em.) für Wissenschaftsgeschichte, Heidelberg Und das ist unsere wichtigste Quelle: Ernst Peter Fischer: Hinter dem Horizont. Eine Geschichte der Sternbilder. Hamburg 2017 Weiterführende Links: Planet Wissen – Universum WDR Zeitzeichen - Wendepunkt in der Wissenschaft: Der Venustransit am 3.6.1769 ZDF - Geheimnisse des Firmaments: Das Zentrum Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • Jan 27, 2025 · 15 min

    Pornografie: Von Schlüpferstürmern und Schmuddel-DVDs

    Im Internet ist Pornografie heute immer nur ein paar Klicks entfernt. Gezeigt wird alles. Was man zeigen darf, ist gesetzlich geregelt. Seit dem 28.1.1975 ist Pornografie in Deutschland zumindest in Teilen legal. In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler: von den "Porno-Paradiesen" Schweden und Dänemark, was auch nach der teilweisen Legalisierung von Pornographie noch alles verboten ist, wie man mit Schokolade das Verbot von Sexkinos umgeht, von der Initiative "PorNo" - ins Leben gerufen von Alice Schwarzer. "Graf Porno bläst zum Zapfenstreich", "Unterm Dirndl wird gejodelt" oder der "Schulmädchen-Report" - diese Sexfilme haben eines gemeinsam: Sie werden zu einer Zeit gedreht, als Pornografie in der BRD noch illegal ist. Erst am 28. Januar 1975 wird hierzulande das totale Verbot der Verbreitung von Pornografie aufgehoben. Seitdem hat sich vieles verändert. Heute werden Millionen Clips ins Netz gestellt. Selbst bekennende Feministinnen outen sich mittlerweile als leidenschaftliche Porno-Guckerinnen. Teure Produktionen vor aufwendiger Kulisse zu Zeiten von Porno-Stars wie Dolly Buster werden durch den digitalen Massenkonsum nahezu vom Markt verdrängt. Die Branche ist zu einer milliardenschweren Industrie geworden. Strenge Regeln im Umgang mit den freizügigen Bildern und Filmen gibt es aber weiterhin. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Gerd Wasmund, als "Porno-König" Mike Hunter in den 70er Jahren der erfolgreichste deutsche Porno-Produzent Emma: PorNo-Kampagnen Weiterführende Links: Quarks Daily Spezial: Pornos - Was machen sie mit unserem Sex? MDR unicato: Was hat Porno mit Feminismus und Selbstbestimmung zu tun? Zeitzeichen: 25.10.1919 - Geburtstag von Beate Uhse Das ist unser Hörtipp: Politikum - der Meinungspodcast von WDR5 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Frank Zirpins

  • Jan 27, 2025 · 14 min

    Ende der Todesfabrik: Die Rote Armee befreit Auschwitz

    Sie waren frisch Verliebte, Eltern, Kinder. Die Geschichten von mehr als einer Million Menschen enden mit ihrer Deportation ins KZ Auschwitz, das am 27.1.1945 befreit wird. In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer: aus dem Leben der Menschen, die nach Auschwitz deportiert wurden, von der Reichspogromnacht und ihren Folgen, von Überlebenden und ihren grauenvollen Erinnerungen an Auschwitz, was die rote Armee bei ihrer Ankunft in Auschwitz vorfindet. Heldenhaft "befreien" müssen die Soldaten der Roten Armee Auschwitz nicht, als sie am 27. Januar 1945 das Arbeits- und Vernichtungslager erreichen und mit ihren Panzern die Zäune niederwalzen. Die Wachmänner haben den Ort, an dem zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen gequält und getötet wurden, bereits eine Woche zuvor mit 60.000 Gefangenen fluchtartig gen Westen verlassen. Sie treiben die Gefangenen vor sich her; fast alle kommen auf diesen sogenannten Todesmärschen um. In den Lagerbaracken geblieben sind etwa 7.500 Schwache und Kranke. Mit den Soldaten kommen Ärzte und Sanitäter. Aber auch Journalisten, die Bilder und Berichte unvorstellbaren Grauens hinaus in die Welt tragen. Was sie in Auschwitz nicht finden: Die persönlichen Geschichten, die die Menschen erlebten, bevor die Nazis sie dort ermordeten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Jule Küpper, Projektleitung beim WDR-Projekt "Stolpersteine NRW" Ruth-Anne Damm, Zweitzeugen e.V. Yad Vashem Archiv United States Holocaust Memorial Museum Archiv Stolpersteine e.V. Weiterführende Links: Zeitzeichen: 16. Dezember 1992 - Der erste Stolperstein wird in Köln verlegt Zeitzeichen: 07.04.1944: Rudolf Vrba und Alfred Wetzler fliehen aus dem KZ Auschwitz-Birkenau WDR-Projekt "Stolpersteine NRW" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins

  • Jan 25, 2025 · 14 min

    Dirndl, Berge und Sound of Music: die Musikerin Maria von Trapp

    Singendes Aschenputtel vor Alpenkulisse: Maria Augusta von Trapp, geboren am 26. Januar 1905 in Wien. Der Musicalfilm über ihr Leben prägt das Österreich-Image weltweit. In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg: welche Elemente des Films auf wahren Tatsachen beruhen und was romantisch stilisiert ist, wieso das Singen für die Trapps harte Arbeit ist, warum für die Trapps ein Leben unter den Nazis nicht infrage kommt, mit welchen rabiaten Methoden Maria versucht, den Familienchor zusammenzuhalten. Der Musicalfilm "The Sound of Music" erzählt eine Aschenputtel-Geschichte in romantischer Alpen-Kulisse. Die aus armen Verhältnissen stammende angehende Nonne Maria verliebt sich in einen verwitweten Adligen mit sieben Kindern und heiratet ihn. Das gemeinsame Singen schweißt alle zusammen. Schließlich fliehen sie gemeinsam vor den Nazis aus Österreich nach Amerika. Es ist das Schicksal einer Familie, die in ein verklärendes Licht getaucht wird - aber die Grundzüge stimmen. Die Hauptfigur des Hollywood-Films basiert auf Maria Kutschera, geboren am 26. Januar 1905 in Wien. Der verwitwete Adlige ist Georg Ritter von Trapp, U-Boot-Kapitän der kaiserlich-königlichen Marine. Als dieser durch den Konkurs seiner Bank fast sein gesamtes Vermögen verliert, kommt der patenten Maria die Idee vom Familienchor. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Gerhard Jelinek (österreichischer Journalist, Fernsehmoderator und Buchautor) Gerhard Jelinek und Birgit Mosser: Die Trapp-Familie. Die wahre Geschichte hinter dem Welterfolg. 2018 Salzburg Information: Die Geschichte der Familie Trapp The Sound of Music: Die wahre Geschichte. Die Trapp-Familie. Weiterführende Links: Zeitzeichen: 1. Juni 1947 - Der Musiker Konstantin Wecker wird in München geboren Zeitzeichen: 23.04.1924 - Geburtstag von Ruth Leuwerik Stichtag: 12. Juli 1895 - Librettist Oscar Hammerstein II wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup

  • Jan 24, 2025 · 14 min

    Die starke Frau hinter dem Propheten Mohammed: Khadija

    Khadija (Geburtsjahr 555) trägt wesentlich zur Entstehung des Islam bei. Die erste Frau des Propheten ist deutlich älter als er und zunächst Mohammeds Arbeitgeberin. In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach: wie Mohammed für Khadija zunächst als Karawanenführer arbeitet, welche gesellschaftlichen Konventionen Khadija und Mohammed brechen, warum Khadijas wirtschaftliche und persönliche Stärke für Mohammeds Aufstieg entscheidend ist, wie sie wesentlich dazu beigeträgt, dass es den Islam überhaupt gibt, weshalb ihre Rolle trotz ihrer Bedeutung lange unterschätzt und unerzählt bleibt. In Mekka ist Khadija eine reiche und angesehene Kauffrau. Der junge Mohammed ist ihr Angestellter. Trotz eines Altersunterschieds von etwa 15 Jahren bietet sie ihm die Ehe an - ein ungewöhnlicher Schritt für die damalige Zeit. Ihre Partnerschaft ist geprägt von gegenseitigem Respekt und Vertrauen. Als Mohammed im Jahr 610 seine erste Offenbarung empfängt, ist Khadija die erste, die an ihn und seine Mission glaubt. Sie stärkt ihm den Rücken und nutzt ihren Einfluss, um ihn vor den Feinden seiner Botschaft zu schützen. Erst nach ihrem Tod 619 ändert sich Mohammeds Leben radikal. Bis dahin bleibt sie seine einzige Frau: Khadija - eine Frau, deren Vermächtnis die Geschichte des Islam maßgeblich prägt und die doch von den Geschichtsschreibern vergessen wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen: Ibn Ishaq, Das Leben des Propheten. Aus dem Arabischen von Gernot Rotter, 1998 Tilman Nagel, Mohammed – Leben und Legende, 2008 Bärbel Beinhauer-Köhler, Fatima bint Muhammad. Metamorphosen einer frühislamischen Frauengestalt, 2002 Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner und -partnerinnen: Prof. Dr. Albrecht Fuess (Islamwissenschaftler, Universität Marburg) Prof. Dr. Katajun Amirpur (Islamwissenschaftlerin, Universität zu Köln) Seyran Ateş (Rechtsanwältin, Frauenrechtlerin, Imamin, Berlin) Prof. Dr. Tilman Nagel (Islamwissenschaftler, Universität Göttingen) Prof. Dr. Bärbel Beinhauer-Köhler (Religionswissenschaftlerin, Universität Marburg) Weiterführende Links: Planet Wissen: Islam Planet Wissen: Islam - Mohammed ibn Abd Allah – der Prophet aus Mekka Zeitzeichen: Todestag von Mohammed Zeitzeichen: Schlacht von Badr, erster Sieg Mohammeds gegen Mekka Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek

  • Jan 23, 2025 · 14 min

    Vom Versager zum Retter vor den Nazis: Winston Churchill

    Held mit vielen Makeln, eine echt schräge Gestalt und der vielleicht bedeutendste Staatsmann des 20. Jahrhunderts: Mythos Winston Churchill (gestorben am 24.1.1965). In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember: warum Winston Churchill vor dem Zweiten Weltkrieg bei vielen Briten unbeliebt ist, wie er seinen aufwendigen Lebensstil finanziert, durch welches Fiasko der Politiker Premierminister wird, mit welchen Worten Churchill nach seinem Amtsantritt auf den deutschen Westfeldzug reagiert, welche Positionen er gegenüber der Sowjetunion vertritt. Winston Churchill wollte und ging zum Militär. Er ist beim Mahdi-Aufstand 1898 im Sudan dabei und kann im Burenkrieg aus der Gefangenschaft entkommen. Als Held geht er in die Politik und wechselt mehrmals die Partei: von den Konservativen zu den Liberalen und später wieder zurück. Er durchläuft ein Ministerium nach dem anderen. Seine große Zeit kommt während des Zweiten Weltkriegs: Als Premierminister bleibt er abgezockt und zäh. Er verhindert, dass Großbritannien von der Wehrmacht besetzt wird und sorgt mit dafür, dass Deutschland bedingungslos kapitulieren muss. Doch dann ist seine Zeit vorbei: Obwohl er noch einmal Premierminister wird, muss er mit ansehen, wie Großbritannien nur noch eine Nebenrolle im Welttheater spielt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Franziska Augstein (Churchill-Biografin) Franziska Augstein: Churchill. München 2024 Peter Alter: Winston Churchill (1874-1965). Stuttgart 2006 Weiterführende Links: Stichtag 19.07.1941: Winston Churchill propagiert das Victory-Zeichen Stichtag 14.02.1942: Briten befehlen Bombardierung deutscher Städte Stichtag 10.05.1956: Winston Churchill erhält Aachener Friedenspreis SWR: Er nahm Churchill 1898 im Burenkrieg gefangen ZDF: Winston Churchill: Kriegsheld oder Kriegstreiber? Hörtipp: Am 24.01. startet eine neue Staffel Tatort Geschichte. Der Podcast bespricht True Crime aus der Geschichte. Und das nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich. Im Fokus steht die Frage, was das eigentlich mit uns heute zu tun hat. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Matti Hesse Technik: Moritz Raestrup

  • Jan 22, 2025 · 14 min

    Der Mann, der Europa den Jazz brachte: Django Reinhardt

    Jazz-Gitarrist Django Reinhardt: ein Mythos, ein Sinto, der die Nazis überlebte. Ein schlimmer Unfall sorgt dafür, dass er (geboren 23.1.1910) einen neuen Stil entwickelt. In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock: wie Django Reinhardt als Sinto im Alltag von Rassismus betroffen ist, warum ein Wohnwagenbrand seinen Gitarrenstil beeinflusst, was Louis Armstrong 1934 von Reinhardts Auftritt in Paris hält, wie Reinhardt im von den Nazis besetzten Frankreich überlebt, welche Geschichten und rassistischen Zuschreibungen es zu Django Reinhardt gibt. Im Winter macht die fahrende Schaustellerfamilie Reinhardt regelmäßig Pause in Liberiches, einem kleinen wallonischen Dorf in Belgien. Dort wird am 23. Januar 1910 Sohn Django geboren. Er wächst inmitten von Instrumenten auf und lernt von seinem Onkel Geige spielen. Mit zwölf Jahren greift Django zum Gitarren-Banjo und begleitet Akkordeonisten in Pariser Cafés. Reinhardt ist virtuos und gefragt: Er spielt solo, im Duett und in großen Unterhaltungsorchestern. Dann entwickelt er mit dem "Quintette du Hot Club de France" einen eigenen Sound: In diesem Jazz-Ensemble spielen nur Saiten-Instrumentalisten. Damit wird er auch in den USA bekannt. Mit nur 43 Jahren stirbt er im Mai 1953 an einem Hirnschlag. Sein Einfluss auf Gitarristen und den Jazz reicht bis heute. Er ist eine musikalische Legende und ein Mythos, um den sich viele Geschichten ranken - mal mehr, mal weniger wahr. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Wolfram Knauer (ehemaliger Direktor des Jazzinstituts Darmstadt) Weiterführende Links: WDR3: Europas erster Jazz-Gigant Zeitzeichen 17.02.1921: Der Jazzmusiker Schnuckenack Reinhardt wird geboren Hamburg-Journal: NDR-Jazzband feiert Django Reinhardt NDR-Jazzworkshop: A Tribute to Django Reinhardt & Stéphane Grappelli Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor und Autorin: Ulrich Biermann und Veronika Bock Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse