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Das Thema

Süddeutsche Zeitung

Welches Thema bewegt diese Woche besonders? Welchen Schwerpunkt behandelt die Süddeutsche Zeitung ausführlich? Lars Langenau und Timo Nicolas diskutieren mit den Autorinnen und Autoren der SZ das Thema der Woche und die Hintergründe der Recherchen. Das Beste aus den Geschichten der SZ – zum Hören.

  • 321 episodes
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Episodes321

  • Jul 19, 2023 · 32 min

    Contergan: Der Skandal geht weiter

    Der deutsche Pharmakonzern Grünenthal aus Stolberg brachte 1957 das Mittel Contergan auf den Markt. Ein Schlafmittel, rezeptfrei, frei verkäuflich in der Apotheke, das weltweit als harmlos und "völlig ungiftig" beworben wird. Da es auch gegen Schwangerschaftsübelkeit wirken soll, nehmen es auch Tausende Schwangere. Mit fatalen Folgen: Denn der in Contergan enthaltene Wirkstoff Thalidomid führt zu Nervenschädigungen - und schweren embryonalen Störungen. Allein in Deutschland werden etwa 5000 Babys mit missgebildeten Organen und Gliedmaßen geboren. Etwa 40 Prozent der Kinder sterben sehr schnell nach der Geburt oder noch im Säuglingsalter. Anklage gegen Grünenthal wurde erst 1968 erhoben. Der Prozess endete 1970 mit einem stark kritisierten Vergleich. Contergan aber blieb noch in vielen Arzneimittelschränken, wurde unwissentlich genommen. "Viele Betroffene haben Störungen, Fehlbildungen, die man so gar nicht sieht und wo auch Ärzte gar nicht unbedingt wissen, dass das eine Contergan-Fehlbildung ist", sagt Christina Berndt aus dem SZ-Wissenressort. Sie haben Behinderungen wie Nierenschäden, Hörprobleme oder Zeugungsunfähigkeit ausgelöst, die eben nicht so offensichtlich sind. Vielen Betroffenen war lange nicht klar, dass auch sie ein "Contergan-Kind" sein könnten - und kämpfen seit Jahren um Anerkennung und finanzielle Unterstützung. Zusammen mit NDR und WDR hat Berndt recherchiert, dass die zuständige Stiftung fast alle Anträge abgelehnt hat - und es jetzt doch Hoffnung gibt. Die SZ-Reportage über den Kampf der Contergan-Geschädigten finden Sie hier. Moderation, Redaktion: Laura Terberl Redaktion: Lars Langenau Produktion: Carolin Lenk Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER

  • Jul 5, 2023 · 38 min

    Das Mittelmeer, Friedhof und Tatort: Rekonstruktion einer Katastrophe

    Jede Woche geraten überfüllte Schiffe mit Geflüchteten und Migranten im Mittelmeer in Seenot. Mehr als 27 000 Menschen sollen auf diesem Weg nach Europa seit 2014 ertrunken sein. Erst kürzlich, beim Untergang eines völlig überfüllten Migrantenbootes vor der Peloponnes, starben Hunderte Menschen. Überlebende erheben schwere Vorwürfe gegen die griechische Küstenwache. Organisationen für private Seenotrettung beklagen, das Mittelmeer sei nicht nur Friedhof, sondern auch Tatort. SZ-Recherchen zeigen, dass das auch am 26. Februar 2023 beim Untergang der "Summer Love" vor der italienischen Küste so war, bei dem mehr als 90 Menschen starben, darunter 35 Kinder. Unter den Toten ist der sechsjährige Sultan. Er erfror, während er und die anderen am Boot lange auf Hilfe warten mussten, beklagt sein Bruder. SZ-Redakteur Simon Sales Prado hat mit ihm gesprochen. Man ist sich in der Europäischen Union der Gefahr bewusst, der diese Boote ausgesetzt sind und "nimmt diese ganz klar in Kauf", sagt Prado weiter. Die Asyl- und Migrationspolitik sei inzwischen ein "Kernanliegen" vieler europäischer Regierung, sagt Kristiana Ludwig aus dem SZ-Investigativressort. Aber nicht in einem liberalen und humanen Sinne, "sondern mit dem Wunsch, möglichst Migration zu unterbinden". Die Recherche zum Untergang der "Summer Love" finden Sie hier. Das Interview mit dem Migrationsforscher Maurice Stierl hier. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Wanda Silberhorn, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über ARD, BBC, PBS Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER

  • Jun 22, 2023 · 33 min

    Ercans Tod: Eine offene Wunde

    Diese Folge von Das Thema thematisiert rassistische Gewalt. Am 17. November 1990 starb der fünfjährige Ercan beim Brand eines von türkischstämmigen Familien bewohnten Hauses in Kempten im Allgäu. Seine Schwester überlebte schwer verletzt. Nach 20 Monaten werden die Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung ergebnislos eingestellt. Obwohl es Anfang der 90er Jahre auch im Allgäu mehrere Brandanschläge von Rechtsextremen gibt, wird die Familie erst 30 Jahre später erfahren, dass es in ihrem Fall ein rechtsextremes Bekennerschreiben gab. 2020 wurde der Fall noch einmal neu aufgerollt. Viele Beweise aber waren da längst vernichtet, da damals wegen Brandstiftung und nicht wegen Mord ermittelt wurde, sagt Lena Kampf aus dem SZ-Investigativressort. Im April 2023 wurden die Ermittlungen erneut ergebnislos eingestellt. Bis heute ist die Tat ungesühnt. Bei der Familie bleibt eine offene Wunde. Den Text zu dem Fall finden Sie hier. Die gesamte Serie "SZ Ungeklärt. Rätselhafte Kriminalfälle" hier. Moderation, Redaktion: Laura Terberl Redaktion: Lars Langenau Produktion: Carolin Lenk Anmerkung der Redaktion: Heike Kleffner ist Geschäftsführerin des Verbands der Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. "Das Thema" ist der Recherche-Podcast der Süddeutschen Zeitung. Der Podcast erscheint in der Regel alle zwei Wochen. Sie finden alle Folgen bei sz.de/dasthema. Eine Übersicht über alle unsere Podcasts finden Sie unter www.sz.de/podcast und hier erfahren Sie, wie Sie unsere Podcasts hören können. Wie Sie unseren Podcast abonnieren können, dazu finden Sie alle Informationen unter sz.de/podcast. Wenn Ihnen "Das Thema" gefällt, wenn Sie Anregungen, Ideen oder Kritik für uns haben, dann schreiben Sie uns: podcast@sz.de. Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER

  • Jun 7, 2023 · 33 min

    40 Jahre HIV: "Ich werde nicht wegen des Virus sterben, sondern damit"

    Im Mai 1983 haben Forscher das "Humane Immundefizienz-Virus" entdeckt. Zuvor war wenig über HIV und Aids bekannt. Nur, dass die Krankheit die meisten Patienten innerhalb weniger Jahre tötet. Seit Beginn der Epidemie haben sich weltweit mehr als 84 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Mehr als 40 Millionen von ihnen sind an den Folgen von Aids gestorben. Wer sich damals infizierte, war nicht zu retten, weder vor Aids noch vor der Gesellschaft. Infizierte wurden zu Ausgestoßenen. Auch, weil Aids vor allem Minderheiten traf: homosexuelle Männer und Drogengebraucher. Vor allem CSU-Politiker nannten Infizierte damals als “Aussätzige” oder “Todesbomben” und wollten sie “in speziellen Heimen” konzentrieren. Ende 2021 wussten in Deutschland 82.100 Menschen von ihrer HIV-Infektion, mehr als 96 Prozent von ihnen befanden sich in Behandlung. Sie nehmen Medikamente, die ihre Viruslast unter der Nachweisgrenze halten. Das heißt, sie können HIV damit nicht mehr übertragen und ihre Lebenserwartung ist in der Regel so hoch, als wären sie nicht infiziert. Auch wenn es extreme Einzelfälle gibt: Heilbar ist Aids bis heute nicht. Auch 2021 sind weltweit noch 650.000 Menschen im Zusammenhang mit einer HIV-Infektion gestorben. In Deutschland waren es im selben Jahr 218 Menschen. Heute hat eine Ansteckung mit HIV ihren Schrecken verloren, ihr Stigma jedoch nicht, sagt Josef Wirnshofer aus dem SZ-Reportageteam. Fedor Herbst hat sich vor 25 Jahren angesteckt - und er hatte Glück: Dank medizinischer Entwicklung hat er überlebt. Er sagt: “Ich werde nicht wegen Aids oder HIV sterben, sondern damit." Moderation, Redaktion: Laura Terberl Redaktion: Lars Langenau Produktion: Carolin Lenk, Julia Ongyerth "Das Thema" ist der Recherche-Podcast der Süddeutschen Zeitung. Der Podcast erscheint in der Regel alle zwei Wochen. Sie finden alle Folgen bei sz.de/dasthema. Eine Übersicht über alle unsere Podcasts finden Sie unter www.sz.de/podcast und hier erfahren Sie, wie Sie unsere Podcasts hören können. Wie Sie unseren Podcast abonnieren können, dazu finden Sie alle Informationen unter sz.de/podcast. Wenn Ihnen "Das Thema" gefällt, wenn Sie Anregungen, Ideen oder Kritik für uns haben, dann schreiben Sie uns: podcast@sz.de.

  • May 24, 2023 · 35 min

    Nord-Stream-Anschlag: Spuren in die Ukraine

    Am 26. September 2022 sind Teile von drei von vier der deutsch-russischen Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 explodiert. Ermittler glauben, dass ein staatlicher Akteur hinter den Anschlägen nahe der dänischen Insel Bornholm in 80 Meter Tiefe verantwortlich sein muss. Mehr als zehn Jahre hatte Nord Stream 1 vor allem Deutschland, aber auch weite Teile Westeuropas mit billigem russischem Erdgas versorgt. Wäre Nord Stream 2 in Betrieb gegangen, dann hätten die Pipelines zusammen mehr als 50 Prozent des deutschen Jahresverbrauchs geliefert - und die Menge an billigem russischem Gas für Westeuropa verdoppelt. Und es hätte Europas Abhängigkeit von Russland massiv verstärkt. Russisches Gas war deshalb schon immer ein Politikum. Spätestens nachdem Wladimir Putins Armee Ende Februar 2022 die Ukraine überfiel, floss immer weniger Gas gen Westen. Auch die US-Regierung hat mehrfach klargemacht, dass sie die Pipelines für eine schlechte Idee halten, da sie das Potenzial haben, “die Interessen der Ukraine, Polens und anderer enger Partner und Verbündeter zu untergraben”. Nach dem Überfall befürchtete Washington, dass Länder wie Deutschland zögern könnten, die Ukraine mit Geld und Waffen zu unterstützen. Doch wer hat die Sabotage an dem Milliardenprojekt ausgeübt? "Es gibt eine Mauer des Schweigens", sagt Jörg Schmitt aus dem SZ-Investigativressort. Laut Recherchen von Süddeutscher Zeitung, NDR, WDR sowie der schwedischen Zeitung Expressen, dem polnischen Online-Magazin frontstory.pl und der dänischen Tageszeitung Berlinske führen zwei neue Spuren in Richtung Ukraine: Dabei geht es um eine mutmaßliche Briefkastenfirma in Warschau, die zwei Ukrainern gehört und um einen 26-jährigen Ulkrainer mit möglichen Verbindungen zum ukrainischen Militär. Auch nach Veröffentlichung des SZ-Berichts wollten Bundesanwaltschaft und Bundesregierung nichts dazu sagen. "Die Identität der Täter und deren Tatmotive sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen", teilte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Bruno Kahl, Chef des Bundesnachrichtendienstes, hat am Rande einer Tagung gesagt, dass "kein Land dieser Welt, kein Nachrichtendienst dieser Welt" im Moment dazu in der Lage sei, konkret zu sagen, wer die Täter waren oder wen man ausschließen könne. Moderation, Redaktion: Laura Terberl Redaktion: Lars Langenau Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Tagesschau, C-Span, Europäischer Rat, Deutschlandfunk **Lesen Sie das Transkript zur Folge hier ** "Das Thema" ist der Recherche-Podcast der_ Süddeutschen Zeitung_. Der Podcast erscheint in der Regel alle zwei Wochen. Sie finden alle Folgen bei sz.de/dasthema. Eine Übersicht über alle unsere Podcasts finden Sie unter www.sz.de/podcast und hier erfahren Sie, wie Sie unsere Podcasts hören können. Wie Sie unseren Podcast abonnieren können, dazu finden Sie alle Informationen unter sz.de/podcast. Wenn Ihnen "Das Thema" gefällt, wenn Sie Anregungen, Ideen oder Kritik für uns haben, dann schreiben Sie uns: podcast@sz.de.

  • May 10, 2023 · 35 min

    Coaching im Paradies: Robert Gladitz' gescheiterte Vision

    Yoga, Strand und tiefgründige Gespräche. Zwischendurch mal arbeiten am Laptop am Pool, bevor am Abend das Lagerfeuer lodert. Träumen Sie auch manchmal davon, als digitaler Nomade der schnöden Realität zu entfliehen? Der Coach Robert Gladitz hat genau das in Aussteigerdörfern in Portugal und auf Bali versprochen. Vor zehn Jahren sprach Gladitz noch über Fitness. Dann darüber, wie man ein Unternehmen zum Erfolg führt. Vor ein paar Jahren startete er ein neues Projekt, die "Thrive Villages". Gladitz wollte "Orte erschaffen, in denen wir so leben können, wie wir wirklich sind". In mehreren Crowdfunding-Kampagnen sammelte Gladitz Hunderttausende Euro ein. Gladitz wollte in den "Thrive Villages" die Menschheit auf die "nächste Stufe" hieven. Doch für viele Aussteiger waren die angemieteten Hotelanlagen nur kurz ein neues Zuhause. Warum der Traum vom Aussteiger-Paradies so schnell wieder geplatzt ist und was man Gladitz dabei vorwerfen kann, hat Kristiana Ludwig aus dem SZ-Investigativteam recherchiert. In einem aktuellen Video äußert sich Gladitz über das Scheitern des Projekts. Er versucht es unter anderem damit zu erklären, dass er die Bodenhaftung verloren habe. Es tue ihm "unfassbar leid", so viele Menschen enttäuscht zu haben. Trotzdem fühlt er sich missverstanden und wirbt dafür, die Idee des "Thrive Villages" nicht sterben zu lassen. Redaktion, Moderation: Laura Terberl Redaktion: Lars Langenau, Kristiana Ludwig Produktion: Julia Ongyerth Audio-Quellen: www.startnext.com/thrivevillages, vimeo.com/591043934/b82b52e81d, www.youtube.com/watch?v=QMT9lrSsv9g, vimeo.com/751628353/63f8f5cee1, www.youtube.com/watch?v=cudA89ngz70

  • May 3, 2023 · 53 min

    Türkei-Wahl (II): Wie Erdoğan das Land gespalten hat

    Das hier ist der zweite Teil einer Doppelfolge von "Das Thema". Hören Sie am besten erst den ersten in Ihrem Feed. Die Themen hier: Die Gezi-Proteste, der Putschversuch 2016, die Kommunalwahlen 2019 als die Opposition Erdoğan schockte und einen Ausblick auf die aktuelle Wahl. Recep Tayyip Erdoğan regiert die Türkei seit 20 Jahren. Er hat die Republik stark umgebaut und geprägt, mit zunehmend autoritären Mitteln - vieles im System ist auf seine Person ausgerichtet. Doch das könnte sich ändern. Am 14. Mai sind Parlaments- und Präsidentschaftswahlen und noch nie hatte die Opposition so gute Chancen ihn abzulösen. Damit könnte nicht nur innenpolitisch eine Ära enden, in der es weitreichende Verfassungsänderungen gab, niedergeschlagene Proteste und einen Putschversuch. Außenpolitisch Erdogan hat es wie kein anderer verstanden, die Türkei auf der Weltbühne zu positionieren: in der Nato, im Ukraine-Krieg, im Syrien-Krieg, gegenüber der EU. Doch wie konnte Erdoğan eigentlich zu dem werden, der er heute ist? Wieso wurde er von einem populären Hoffnungsträger zu einem immer autoritäreren Staatschef? Wie hat er dabei einen großen Teil der Bevölkerung verloren? Und was könnte passieren, wenn er die Wahl im Mai wirklich verliert? Darüber sprechen bei "Das Thema" Raphael Geiger, SZ-Korrespondent in Istanbul, und Christiane Schlötzer, die seit 2001 über viele Jahre für die SZ aus der Türkei berichtet hat. Teil I von "Das Thema" zur Türkei finden Sie hier. Redaktion: Ayça Balcı Produktion: Carlo Sarsky Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb

  • Apr 26, 2023 · 47 min

    Türkei-Wahl (I): Erdoğans Weg an die Macht

    Diese Folge ist der erste Teil einer Doppelfolge von "Das Thema". Hören Sie Teil 2 am 3. Mai 2023. Die Themen hier: Die Folgen des Erdbebens in der Türkei, Erdoğans Aufstieg zum Premier, seine Reformen und seine Enttäuschung über den gescheiterten EU-Beitritt. Recep Tayyip Erdoğan regiert die Türkei jetzt schon seit 20 Jahren. Er hat das Land stark umgebaut und geprägt, mit zunehmend autoritären Mitteln - vieles im System ist inzwischen auf seine Person ausgerichtet. Doch das könnte sich ändern. Am 14. Mai sind Parlaments- und Präsidentschaftswahlen und seit Erdoğan regiert, seit 2003, hatte die Opposition noch nie so gute Chancen, ihn aus dem Amt zu vertreiben. Damit könnte nicht nur innenpolitisch eine Ära enden, in der es weitreichende Verfassungsänderungen gab, Proteste, die niedergeschlagen wurden, und einen Putschversuch des Militärs gegen Erdoğan. Auch außenpolitisch könnte sich für die Türkei einiges verändern, weil Erdoğan es in den letzten Jahrzehnten wie kein anderer verstanden hat, die Türkei auf der Weltbühne zu positionieren. Doch wie konnte Erdoğan über all diese Jahre eigentlich zu dem werden, der er heute ist? Wieso wurde er von einem populären Hoffnungsträger zu einem immer autoritäreren Staatschef? Wie hat er dann auch die Bevölkerung in großen Teilen verloren? Und was würde passieren, wenn er die Wahl im Mai wirklich verliert? Darüber sprechen in dieser und der nächsten Folge von "Das Thema" Raphael Geiger, aktueller SZ-Korrespondent in Istanbul, und Christiane Schlötzer, die seit 2001 über viele Jahre für die SZ aus der Türkei berichtet hat. Redaktion: Ayça Balcı Produktion: Carlo Sarsky Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb

  • Apr 19, 2023 · 39 min

    "Nichts wie weg" - Folge 1 von "German Angst - Die neue Lust am Untergang"

    Immer mehr Menschen in Deutschland wollen vorbereitet sein, wenn eine Katastrophe kommt. So weit, so vernünftig. Doch es gibt auch Menschen, die beim preppen das Maß verlieren. Solche, die versuchen, mit Ängsten anderer Wählerstimmen zu fangen oder Geld zu verdienen, indem sie alles mögliche verkaufen: von Wasserfiltern und Kurbelradios bis hin zu Pfeffersprays, Armbrüsten und Schreckschusspistolen. Und dann gibt es Extremisten, die einen Tag X, der alles verändern könnte, sogar selbst durch Anschläge herbeiführen wollen. Eine Podcast-Recherche, die von den Wäldern vor Cottbus in den Bundestag führt. Zu Rechtsradikalen, die hinter Survival-Tipps ihre politischen Botschaften verbergen. Und zu Menschen, die sich in die mutmaßliche Terrorgruppe „Vereinte Patrioten“ eingeschleust haben. Hören Sie die erste Folge hier kostenlos – alle weiteren mit SZ Plus unter sz.de/german-angst. Es gibt auch ein kostenloses Probeabo.

  • Apr 12, 2023 · 32 min

    Chirurgen für die Front: Wie die Bundeswehr ukrainische Ärzte ausbildet

    Eine Woche lang dauert das „Training Einsatzchirurgie“ der Bundeswehr. Die Schulung gehört zu den teuersten Ausbildungen des Sanitätsdienstes. Und jetzt wurde sie erstmals speziell für 16 Teilnehmende aus der Ukraine angeboten. Geübt wird vor allem, wie die Chirurgen in der Nähe der Frontlinie schnell und sicher unter Stress Verwundete so versorgen können, dass sie es überhaupt lebend in Krankenhäuser schaffen. „Das ganze muss mit sehr begrenzten Ressourcen passieren“, erzählt Georg Mascolo, der den Kurs für die SZ begleitet hat. Warum auch solche Hilfen für die Ukraine enorm wichtig sind, habe ihm jemand vor Ort so beschrieben: „Für die Motivation des Soldaten spielt es eine große Rolle, ob er weiß, dass er in einer Armee dient, die alles tun wird, um sein Überleben zu sichern und zu retten“. Wie läuft diese Spezialfortbildung im Detail ab? Was lernen die Teilnehmenden? Und wieso ist das Angebot der Bundeswehr auch nicht ganz uneigennützig? Darum geht es in dieser Folge. Den Text von Georg Mascolo können Sie hier nachlesen. Die neue Podcast-Serie "German Angst - Die neue Lust am Untergang" finden Sie unter sz.de/german-angst. Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Wanda Silberhorn Produktion: Carlo Sarsky

  • Mar 30, 2023 · 43 min

    Vulkan Files: Aus dem Inneren des russischen Cyberkriegs

    Ende Februar 2022. Wenigen Tage, nachdem die ersten russischen Panzer über die Grenze der Ukraine gerollt sind, meldet sich eine anonyme Quelle bei der Süddeutschen Zeitung. Sie sei wütend über die Invasion, schreibt die Person. Über die schrecklichen Dinge, die dort geschehen. Und die Quelle schreibt auch: “Ich hoffe, dass Sie diese Informationen nutzen können, um zu zeigen, was hinter verschlossenen Türen geschieht“. “Diese Informationen”, damit meint die Quelle das, was sie damals noch schickt: Hunderte interne Mails, Verträge und Design-Handbücher. Alle aus dem Inneren einer russischen Cyber-Firma. Oder wie sich bald herausstellt: Aus dem Inneren des russischen Cyberkriegs. Denn die Dokumente führen zu Systemen, die als Überwachungs- und Spionagemaschinen eingesetzt werden könnten. Was die sogenannten “Vulkan Files” zeigen und wie Russland seinen Cyber-Krieg führt, das hat die SZ mit mehreren nationalen und internationalen Medienpartnern seither ausgewertet und die Hintergründe recherchiert. In dieser Folge von „Das Thema“ sprechen Lea Weinmann und Natalie Sablowski aus dem SZ-Rechercheteam darüber. Alle Inhalte zum Leak und die Rechere zum Nachlesen, finden Sie unter: sz.de/vulkanfiles Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carlo Sarsky

  • Mar 22, 2023 · 34 min

    Neckarwestheim: Wie der Atomausstieg einen Ort verändert

    Ein Atomkraftwerk (AKW) hat das Dorf Neckarwestheim in Baden-Württemberg reich gemacht. Das AKW ist eines der letzten drei aktiven Kraftwerke in Deutschland. Am 15. April sollen auch sie endgültig abgeschaltet werden. Doch was wird aus Neckarwestheim ohne die Atomkraft? SZ-Redakteur Max Ferstl hat die Gemeinde besucht. In dieser Folge von „Das Thema“ erzählt er, wie das Kernkraftwerk Neckarwestheim verändert hat und wie die Bewohner auf den Atomausstieg blicken. Außerdem geht es darum, was das Ende der Atomkraft für ganz Deutschland bedeutet. Ist die Energieversorgung weiter gesichert? Und wie kann die Energiewende in Zeiten der Energiekrise klappen? Darüber spricht Michael Bauchmüller, Experte für Energie- und Umweltpolitik bei der SZ in Berlin. Redaktion: Laura Terberl, Ann-Marlen Hoolt Produktion: Julia Ongyerth

  • Mar 8, 2023 · 26 min

    Die weltweiten Geschäfte der Holz-Mafia

    Wir verbrauchen zu viel Holz: Schon heute liegt der weltweite Holzverbrauch gut 50 Prozent über dem, was wir nachhaltig wieder aufforsten können. So eine Schätzung der Umweltorganisation WWF. Und die Nachfrage steigt weiter, was Wälder auf der ganzen Welt gefährdet. Für die internationale Recherchekooperation "Deforestation Inc." haben 40 Medien aus 27 Ländern untersucht, wie die wertvolle Ressource Holz durch illegalen Holzeinschlag, weltweit steigende Nachfrage und fragwürdige Zertifizierungen bedroht wird. Für diese Folge spricht Christoph Cadenbach über seine Recherche in Rumänien: Hier werden mit illegal geschlagenen Bäumen jährlich Millionen verdient. Wie das System funktioniert und wer davon profitiert, erklärt er im Podcast. Produktion: Julia Ongyerth Moderation, Redaktion: Laura Terberl

  • Feb 22, 2023 · 43 min

    Krieg in der Ukraine: Wie unvorbereitet war Deutschland?

    Als am 24. Februar 2022 der Krieg in der Ukraine ausbricht, ist die deutsche Politik überrascht. Bis zuletzt wollte man nicht an einen Angriff Putins glauben. Dabei gab es mehr als nur einen Hinweis: Die amerikanischen Geheimdienste hatten beispielsweise über Monate hinweg immer wieder vor einem Angriff gewarnt. Warum hat man diese Warnungen bis zuletzt nicht ernstgenommen? Warum hat der deutsche Nachrichtendienst die Situation so anders eingeschätzt - schließlich war der Chef des BND zu Kriegsbeginn noch in Kiew und musste am Morgen des 24. Februar evakuiert werden. Warum war Deutschland so unvorbereitet? Darum geht es in dieser Folge von "Das Thema", für die Redakteure des SZ-Parlamentsbüro mit vielen Regierungsmitgliedern und hochrangigen Beamten gesprochen haben. Die ganze Recherche von Michael Bauchmüller, Daniel Brössler, Boris Herrmann, Claus Hulverscheidt, Georg Ismar, Paul-Anton Krüger, Georg Mascolo, Nicolas Richter, Henrike Roßbach, Robert Roßmann und Mike Szymanski lesen Sie unter diesem Link: https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/ukraine-krieg-russland-bundesregierung-ueberraschung-e723639/ Produktion: Carlo Sarsky Moderation, Redaktion: Laura Terberl Audiomaterial von Phoenix, ARD, Reuters.

  • Feb 8, 2023 · 29 min

    Das sind die #RussianCensorFiles

    Eine Hackergruppe hat im vergangenen Jahr Millionen interner Dokumente einer russischen Behörde erbeutet. Die Dokumente zeigen, wie der russische Staat das Internet überwacht und zensiert. Auf eigenen, russischen Plattformen funktioniert das schon sehr gut, die Behörde stellt aber auch gezielt Löschanfragen, damit unliebsame Kommentare (z.B. auf Youtube) entfernt werden. Marie-Louise Timcke leitet bei der SZ das Datenteam, das zusammen mit anderen Medien die Dokumente auswerten konnte. Im Podcast erklärt sie, wie der russische Zensurapparat genau funktioniert - und wie die russische Regierung künstliche Intelligenz einsetzen will, um in Zukunft das Internet noch besser überwachen zu können. Die ganze Recherche können Sie mit SZ Plus hier lesen: [Datenleck im Herzen der russischen Zensur] (https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/wirtschaft/russian-censor-files-das-leak-e795034) [Im Maschinenraum der russischen Zensur] (https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/wirtschaft/russian-censor-files-im-maschinenraum-der-russischen-zensur-e370678/) [Putins weiße Weste] (https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/wirtschaft/russian-censor-files-putins-weisse-weste-e522869/) Rechercheteam: Yannik Achternbosch, Alexandra Ketterer, Natalie Sablowski. Redaktion, Produktion: Carolin Lenk Redaktion, Moderation: Laura Terberl

  • Feb 1, 2023 · 37 min

    Iran: Wie das Regime Demonstranten foltert

    Tritte und Peitschenhiebe, Elektroschocks und Vergewaltigungen: In iranischen Gefängnissen geht das Regime brutal gegen die eigenen Bürger vor. Das Ziel ist offenbar, die Menschen zu brechen und von weiteren Protesten abzuhalten. Proteste, die vor einigen Monaten nach dem Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini begonnen hatten - die kurz zuvor von der iranischen Sittenpolizei verhaftet wurde. Seitdem wurden mehr als 500 Menschen bei Protesten getötet, mindestens 19 000 wurden inhaftiert. Doch was passiert mit den Menschen, wenn sie verhaftet wurden? Um das herauszufinden, haben Journalistinnen und Journalisten der SZ, von NDR und WDR Videos verifiziert, mit entlassenen Inhaftierten und mit einem mittlerweile geflüchteten iranischen Gefängniswärter gesprochen. Im Podcast erzählen Kristiana Ludwig und Carim Soliman von der Recherche. Die ganze Recherche der Kolleginnen und Kollegen können Sie mit einem SZ-Plus-Abo hier lesen: https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/folter-proteste-folter-evin-mahsa-amini-e812382/ Mehr Infos zu den iranischen Geheimdiensten finden sich in dieser Recherche von "The Intercept": https://theintercept.com/series/iran-cables/ Im Podcast geht es auch um Videos, die im vergangenen Jahr aus dem Evin-Gefängnis geleakt wurden. Den Report von Amnesty International dazu lesen Sie hier: https://www.amnesty.org/en/latest/news/2021/08/iran-leaked-video-footage-from-evin-prison-offers-rare-glimpse-of-cruelty-against-prisoners/ Redaktion: Laura Terberl, Sabrina Höbel Produktion: Carolin Lenk

  • Jan 18, 2023 · 37 min

    Panzer für die Ukraine: Das große Zögern

    Die Ukraine fordert Kampfpanzer, auch von Deutschland. Doch die Regierung will sich bisher nicht festlegen. Wie wichtig wären die Panzer für den Krieg in der Ukraine - und könnte Deutschland überhaupt liefern? Zuletzt hat die Bundeswehr eher Schlagzeilen damit gemacht, dass viele Geräte veraltet und nicht einsatzfähig sind. Auch der moderne Puma-Panzer hat technische Mängel. Könnte der Rücktritt von Christine Lambrecht die Kehrtwende im Verteidigungsministerium einläuten? Darüber spricht in dieser Folge Joachim Käppner, SZ Redakteur mit dem Schwerpunkt Sicherheit. Er erklärt, warum das Thema Verteidigung so lange von der Regierung vernachlässigt wurde - und was sich jetzt ändern muss. Mehr zu Boris Pistorius lesen Sie unter diesem Link. Redaktion: Laura Terberl, Sabrina Höbel Produktion: Carolin Lenk

  • Jan 4, 2023 · 39 min

    Wer ist Joni? - Meine Suche nach einem Phantom

    Weil wir derzeit eine kurze Weihnachtspause machen, wollen wir Sie auf eine Audio-Serie aufmerksam machen, die wir vor kurzem exklusiv bei SZ Plus veröffentlicht haben: "Wer ist Joni? Meine Suche nach einem Phantom". Und darum geht es: Die SZ-Journalistin Christiane Lutz erhält eine Mail von einem 12-jährigen Mädchen. Schnell wird klar: Joni ist kein gewöhnliches Kind. Sie hat Schreckliches erlebt und niemand scheint sich um sie zu kümmern. Bis auf eine Professorin, die Joni nur aus dem Internet kennt. Für Christiane Lutz ist klar: Sie muss Joni helfen! Hier im Feed hören sie die erste Folge, alle weiteren können Sie mit SZ Plus hören unter sz.de/joni. Die nächste reguläre Folge von "Das Thema" erscheint am 18. Januar 2023.

  • Dec 28, 2022 · 36 min

    Who the f*** is Alice: Eine Frau ist ein Mensch

    Weil wir derzeit eine kurze Weihnachtspause machen, wollen wir Sie auf eine Audio-Serie aufmerksam machen, die wir vor kurzem exklusiv bei SZ Plus veröffentlicht haben. „Who the f*** is Alice?“ handelt von Deutschlands bekanntester Frauenrechtlerin Alice Schwarzer, die Anfang Dezember 80 Jahre alt geworden ist. Deren Lebenswerk inzwischen aber schwer angekratzt ist. Heute ist die Feministin umstrittener denn je. Wie konnte es soweit kommen? Darüber sprechen die SZ-Magazin Redakteurinnen Susan Djahangard und Gabi Herpell, zwei Frauen aus zwei Generationen, in insgesamt sechs Episoden. Hier im Feed hören sie die erste Folge, alle weiteren können Sie mit SZ Plus hören unter sz.de/alice-schwarzer Die nächste reguläre Folge von "Das Thema" erscheint am 18. Januar 2023.

  • Dec 14, 2022 · 54 min

    Nach Ibiza und der Ära Kurz: Ändert sich etwas in Österreich? (Live-Aufzeichnung)

    Anfang Dezember 2021 zog sich Sebastian Kurz aus der Politik zurück. Ein Jahr später ist seine Partei, die ÖVP, aber immer noch mit den Folgen seiner Zeit an der Parteispitze beschäftigt. Aus der Ibiza-Affäre wurde die inzwischen noch größere Chat-Affäre. Und inzwischen gibt es sogar einen Untersuchungsausschuss im österreichischen Parlament, der ausschließlich zu Korruption bei der Kanzlerpartei ÖVP ermittelt. Trotzdem sind ehemalige Kurz-Vertraute weiter in der Politik aktiv. Die politischen Debatten im Land bleiben dadurch weiter aufgeregt, die Politikverdrossenheit nimmt zu. Hat sich seit der Ibiza-Affäre also nichts im Land geändert? Oder anders gefragt: Was müsste dringend anders werden, damit Menschen wieder mehr Vertrauen in die Politik in Österreich haben? Damit beschäftigt sich diese Folge von Das Thema, diesmal mit einer Live-Aufzeichnung von der Wiener Buchmesse. Das Gespräch wurde dort am 27. November geführt. Mit dabei waren Cathrin Kahlweit, Wien Korrespondentin der SZ, Leila Al-Serori, stellvertretende Nachrichtenchefin der SZ und Peter Filzmaier, Politologe, bekannt für seine unterhaltsamen und scharfen Analysen österreichischer Innenpolitik im ORF. Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb