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1000 Antworten

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Woher stammt die "Quarantäne"? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de
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  • 46 episodes
  • Avg 2 min
  • German
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  • September 17 · 3 min

    Was treibt Hamster ins Hamsterrad?

    Nagetiere laufen sehr viel Kurze Antwort. Der Bewegungsdrang. Wilde Goldhamster müssen in der freien Natur ziemlich viel laufen. Sei es, um Nahrung zu suchen, um vor Feinden wegzulaufen oder auf der Suche nach einem Partner. Das ist auch nicht nur bei Hamstern so, sondern bei praktisch allen Nagetieren. Es gibt auch Laufräder für Meerschweinchen. Dass man trotzdem meistens vom Hamsterrad spricht, liegt vor allem daran, dass Laufräder für andere Nager nicht so verbreitet sind. Das wiederum kommt vor allem daher, dass andere Nagetiere größer sind und größere Laufräder bräuchten. Wenn man ein Meerschweinchen in ein Hamsterrad setzen würde, wäre es dauernd im Hohlkreuz.Das wäre nicht so gesund. Dass der Bewegungsdrang in der Natur der Tiere liegt, kann man auch experimentell zeigen. Wenn man Hamstern eine Laufradattrappe zur Verfügung stellt – ein Rad, das sich gar nicht dreht – dann fangen sie irgendwann an, am Gitter des Laufstalls zu nagen oder versuchen gar, hochzuklettern. Das kann man als Ausbruchsversuch deuten, zumindest aber als ein Zeichen, dass sich das Tier nicht wohlfühlt. Laufen ist kein Suchtverhalten Die Vermutung, das Laufen könnte ein Suchtverhalten sein, ist inzwischen widerlegt. Wäre es ein Suchtverhalten, würden die Tiere zum Beispiel mehr laufen als ihnen guttut – das ist ein typisches Merkmal von Sucht. Das tun sie aber nicht; sie können auch mal aufhören. Nun könnte man sagen: Wenn sie aufhören, dann vielleicht nur deshalb, weil sie schlapp sind und einfach nicht mehr können. Stimmt aber auch nicht. Auch dazu gibt es Versuche. Wenn man nämlich die Tiere stresst, indem man zum Beispiel ein Frettchen in ihrer Sichtweite positioniert – Frettchen sind natürliche Fressfeinde – dann laufen sie besonders viel, wie in der Natur auch. Das heißt aber im Umkehrschluss: Wenn sie mal aus dem Laufrad aussteigen, dann nicht, weil sie nicht mehr können, sondern weil ihr Bewegungsdrang gestillt ist. Ähnlich wie wenn Menschen einen Spaziergang beenden – Spazierengehen macht ja in der Regel auch nicht süchtig. 30.000 Umdrehungen pro Nacht – 20 bis 30 Kilometer Wenn ein Tier in einem Hamsterrad bis zu 30.000 Umdrehungen in der Nacht zurücklegt und man das umrechnet, sind es 20 bis 30 Kilometer. Weibchen laufen während ihres Eisprungs mehr – auch das liegt in ihrer Natur, denn in der freien Wildbahn würden sie sich auf Männersuche begeben. Wenn sie aber Junge haben, interessiert sie das Laufrad gar nicht. In der Natur würden sie sich auch um den Nachwuchs kümmern, statt durch die Landschaft zu laufen. Dank an: Sabine Gebhardt, Universität Bern

  • September 11 · 4 min

    Werden die Tage zwischen Sommer und Winter gleichmäßig kürzer?

    Nein: Die Tage werden am Anfang langsam kürzer, dann schneller, dann wieder langsamer. Am längsten hell ist es zur Sommersonnenwende – also am 21. Juni. Da vergehen von Sonnenaufgang bis Untergang 16 Stunden und 12 Minuten. Das andere Extrem ist die Wintersonnenwende am 21. Dezember, da dauert der Tag 8 Stunden und 13 Minuten. Keine regelmäßige Verkürzung oder Verlängerung Der Unterschied zwischen der Tageslänge im Sommer und im Winter beträgt also etwa 8 Stunden. Wäre dieser Übergang gleichmäßig, würden die Nächte also stetig immer länger, sähe die Rechnung so aus: Das halbe Jahr zwischen Sommer und Winter hat 182 Tage. In diesen 182 Tagen nimmt die Tageslänge um 8 Stunden ab. Würde das gleichmäßig passieren, wären das etwas mehr als 2 ½ Minuten pro Tag. – Und nach dem 21. Dezember würden die Tage dann genauso gemächlich wieder zunehmen. So ist es aber nicht. Tatsächlich ist es wie folgt: Um die Sommer- bzw. Wintersonnenwende herum, also Ende Juni und Ende Dezember, ändern sich die Tageslängen nur langsam, nämlich pro Tag jeweils um etwa 1 Minute. Dagegen kommt in der Zeit um den Herbstanfang herum, also Ende September, die Dunkelheit in schnellen Schritten. Dann werden die Nächte – Nacht für Nacht – knapp 4 Minuten länger. Diese Angaben beziehen sich auf unsere Breiten, also Südwestdeutschland. Weiter im Norden sind die Unterschiede zwischen Sommer und Winter noch ausgeprägter. Aber die Änderungen erfolgen nach dem gleichen Muster: Langsam, schnell, langsam. Erkennbares Muster: langsam, schnell, langsam Dieses Muster – langsam, schnell, langsam – ist wie eine Pendelbewegung. Ein Pendel ist am oberen und unteren Wendepunkt langsam. Und am schnellsten ist seine Bewegung genau in der Mitte zwischen diesen beiden Punkten. Das gleiche Muster finden wir bei einer schwingenden Feder, an der ein Gewicht hängt. Auch hier ist die Bewegung an den Wendepunkten langsam und zwischendurch schnell. Das ist ein typisches Schwingungsmuster – und entsprechend "schwingen auch die Tageslängen", sie pendeln hin und her. Die Tageslängen hängen eng damit zusammen, wie hoch die Sonne am Himmel steht. Im Sommer steht die Sonne mittags steil am Himmel, im Winter flach. Auch diese Veränderung ähnelt einem schwingenden Pendel. Angenommen, man könnte immer mittags um 12 an die Stelle, wo die Sonne dann steht, einen „Punkt am Himmel machen“, und das über die ganze Zeit zwischen Sommer und Winter. Dann würde man sehen, dass die Punkte unmittelbar nach dem 21. Juni sehr dicht beieinander liegen, d.h. Ende Juni, Anfang Juli ändert sich der Sonnenstand nur wenig. Dann aber werden die Abstände immer größer, und besonders groß sind sie zu Herbstanfang am 23. September. Das heißt, um diese Zeit nimmt der Sonnenstand sehr schnell ab, und entsprechend schnell verkürzen sich dann auch die Tage. Mathematisch gesehen entspricht das dem Muster einer Sinuskurve. Kreisbewegung der Erde um die Sonne als Ursache Die Ursache liegt in der Kreisbewegung der Erde um die Sonne. Sommer und Winter entstehen ja, weil die Erdachse geneigt ist; bei der Umkreisung der Sonne wird mal die Nord- und mal die Südhalbkugel stärker angestrahlt. Es ist eine Art Spiel mit Licht und Schatten. Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Sie haben eine Kurbel. Diese Kurbel wird von der Seite angestrahlt, sodass sie einen Schatten an der Wand erzeugt. Die Kurbel bewegt sich gleichförmig im Kreis. Doch der Schatten – die Projektion der Kurbel – bewegt sich wie eine Feder hoch und runter. Auch hier entsteht also dieses Muster. Die Entstehung von Tag und Nacht bzw. Winter und Sommer durch die Drehung um die Sonne ist räumlich ein wenig komplizierter – aber im Grunde ist es dasselbe Spiel von Licht und Schatten im Zusammenhang mit einer Kreisbewegung. Und so entsteht auch hier diese Pendeldynamik.

  • September 9 · 3 min

    Bei einer totalen Sonnenfinsternis deckt der Mond genau die Sonne ab – Zufall?

    Ja. Von der Erde aus betrachtet sind Mond- und Sonnen-"Scheibe" fast gleich groß – sodass sich der Mond bei einer Sonnenfinsternis meist gerade so über die Sonne schiebt. Der besondere Effekt dabei ist, dass die Sonne zwar bedeckt ist, dafür aber die Korona der Sonne – also die rötlich leuchtende äußere Atmosphäre der Sonne – erkennbar wird. Die kann man mit guten Kameras beobachten. Aber diese "Deckungsgleichheit" von Mond und Sonne ist Zufall. Es ist auch nicht immer so: Neben den totalen Sonnenfinsternissen gibt es auch ringförmige Sonnenfinsternisse. Dann deckt der Mond die Sonne nicht vollständig ab – selbst, wenn er genau in einer Linie steht – sondern die Sonne scheint rings herum an ihm vorbei und bildet eine Art Feuerkranz. Wieso ist das von Mal zu Mal unterschiedlich? Der Mond kann ja seine Größe nicht plötzlich ändern. Das liegt daran, dass weder der Mond auf einer perfekten Kreisbahn um die Erde kreist, noch die Erde auf einer perfekten Kreisbahn um die Sonne. Die Umlaufbahnen sind Ellipsen. Im Winter zum Beispiel ist die Erde näher an der Sonne als im Sommer. Ebenso ist der Mond mal näher an der Erde und mal etwas weiter weg. Wenn der Mond gerade nahe an der Erde ist, erscheint er aus Sicht eines Beobachters größer und deckt bei einer Sonnenfinsternis mehr von der Sonne ab. Ist er weiter weg und gleichzeitig die Sonne relativ nah, dann überstrahlt die Sonne den Mond und es kommt zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis. Es gibt sogar – wenn auch sehr selten – den Fall, dass beides auf einmal vorkommt: Eine ringförmige Sonnenfinsternis geht dann für ein paar Sekunden in eine totale über. Es sieht dann fast so aus, als würde der Mond einmal tief "ein- und ausatmen". Dass so etwas passieren kann, liegt an der Wölbung der sich drehenden Erdoberfläche. Phobos und Deimos: Monde des Mars sind zu klein für eine totale Sonnenfinsternis Insofern kann man sagen: Die Mondscheibe ist am Himmel nicht immer genauso groß wie die Sonnenscheibe – aber der Mond hat für uns wirklich die perfekte Größe, um diese Vielfalt der Erscheinungen zu ermöglichen. Aber das ist absoluter Zufall. Das kann man sehr schön im Vergleich zum Mars sehen. Der Mars hat ja gleich zwei Monde – Phobos und Deimos – die aber beide viel zu klein sind, um jemals auf dem Mars eine totale Sonnenfinsternis zu erzeugen. Wenn es Marsmenschen gäbe, würden sie immer nur partielle Sonnenfinsternisse sehen.

  • September 1 · 2 min

    In welchem Monat sterben die meisten Menschen?

    Überdurchschnittlich viele Sterbefälle im Winter In Deutschland gibt es die meisten Sterbefälle normalerweise im Winter, zwischen Dezember und März. Ich habe einige Leute raten lassen: Fast alle, die ich gefragt habe, vermuten die Höchstwerte spontan im November – vielleicht, weil sie damit den Totensonntag und Allerheiligen verbinden oder weil der November als besonders trister Monat gilt. Doch der November ist im Großen und Ganzen eher ein durchschnittlicher Monat. Erst danach steigen die Todesfälle an. Die höchste Sterberate verzeichnet der Februar, zumindest im langjährigen Mittel: Da rechnet die Bestattungswirtschaft mit fast 10 Prozent mehr Todesfällen als im Durchschnitt. Sie beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Im Spätsommer dagegen, also im August und September, liegt die Sterberate besonders niedrig: 7 Prozent unter dem Durchschnitt. Verschiebung in den Corona-Wintern Das, wie gesagt, sind die langfristigen Trends. Speziell in den "Corona-Wintern" 2020/21 sowie 2021/22 zeigt sich in den Zahlen allerdings eine leichte Verschiebung nach vorne, da war auch im November schon ein deutlicher Anstieg erkennbar, und die Höchstwerte traten im Dezember und Januar auf. Doch inzwischen sind die Verhältnisse wie vor Corona, mit den meisten Todesfällen im ersten Quartal des Jahres. Körper ist in den Wintermonaten anfälliger Wie erklärt sich die Häufung im Winter? Bei den meisten Todesfällen spielt die Jahreszeit keine Rolle. Die bilden einen Durchschnitt, der das ganze Jahr über gleich ist. Im Winter kommen aber einige Sterbefälle hinzu. Das sind vor allem Menschen, die ohnehin schon angeschlagen sind und denen das Winterwetter dann besonders zu schaffen macht. Es gibt mehr Herzinfarkte, mehr Infektionskrankheiten wie Grippe, mehr Lungenentzündungen. Ärzte gehen davon aus, dass auch psychische Faktoren hinzukommen und gerade älteren depressiven Menschen in den dunklen Tagen der "Lebenswille" verloren geht – auch das kann ja eine Rolle spielen.

  • August 31 · 3 min

    Warum drehen sich Windräder immer im Uhrzeigersinn?

    Rotoren sind weltweit gleich gebaut – Uhrzeigersinn hat sich durchgesetzt Das hat sich einfach so ergeben. Es hat also nichts mit der "Hauptwindrichtung" zu tun. Wäre das so, könnte man das Windrad ja einfach andersherum aufstellen und linksherum drehen lassen. Es hat auch nichts mit der "Corioliskraft" zu tun, wie auf manchen Internetseiten steif und fest behauptet wird: Die Corioliskraft ist eine Kraft, die sich durch die Erddrehung ergibt und dafür sorgt, dass sich Hochdruckgebiete auf der Nordhalbkugel rechtsherum drehen. Aber Windräder drehen sich überall rechtsherum, nicht nur auf der Nordhalbkugel. Das liegt einfach daran, dass die Rotoren so gebaut sind. Praktisch für den Windkraftanlagen-Markt: weltweiter Standard Die Drehrichtung ist für die Funktionsweise völlig egal. Es ist nur einfach praktischer, wenn es eine einheitliche Richtung gibt. Der Uhrzeigersinn hat sich durchgesetzt. Früher, in der Zeit der Windmühlen, waren die Traditionen sehr unterschiedlich: Es gab Länder wie Dänemark und Holland, wo sich die meisten Windmühlen linksherum gedreht haben, in Norddeutschland drehten sie sich eher rechtsherum. Bei den modernen Windkraftanlagen war es anfangs auch so. Die frühen Windräder in Dänemark haben sich linksherum gedreht. Diese regionalen Traditionen gibt es bei den Windkraftanlagen nicht mehr, weil das ja einen weltweiten Markt betrifft. Da hat sich die Drehung im Uhrzeigersinn einfach als weltweiter Standard durchgesetzt – auch wenn es dafür keine offizielle Norm gibt. Es ist sinnvoll, weil die Produktion dadurch einfacher ist: Die Rotorblätter der Windräder sind im Längsprofil asymmetrisch geformt – sie haben eine Luv- und eine Leeseite, sodass sie die Windkraft möglichst effizient in eine Drehbewegung umsetzen. Wollte man jetzt neben den rechtsdrehenden auch linksdrehende Windräder bauen, bräuchte man zusätzlich spiegelverkehrt gebaute Rotorblätter. Das wäre technisch kein Problem, würde aber mehr Aufwand bedeuten als wenn man immer nur einen Typ herstellt. Gleichmäßiges Drehen ruft Windkraftgegner nicht zusätzlich auf den Plan Neben diesen praktischen Gründen kommen vielleicht auch noch ästhetische hinzu: Windräder werden ohnehin schon von vielen als eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes wahrgenommen. Wenn sich nun in einem großen Windpark die einen Räder rechtsrum und die anderen linksrum drehen, würde das unter Umständen noch unruhiger wirken als wenn sich alle Räder in die gleiche Richtung drehen. Johannes, Erik und Eriks Frau diskutieren: der Uhrzeigersinn gewinnt Warum aber gerade der Uhrzeigersinn? Dazu gibt es eine Geschichte, die man sich in der dänischen Windindustrie erzählt. Demnach fiel die Entscheidung 1970 in Dänemark. Es gab zwei Brüder, die beide in der Windbranche tätig waren: Erik und Johannes Grove-Nielsen. Diese Brüder waren Konkurrenten. Der eine, Erik, hat nun eines Abends am Küchentisch seine Rotorblätter entworfen und dabei mit seiner Frau auch die Drehrichtung besprochen. Daraufhin meinte die Frau sinngemäß: Die Blätter vom Johannes laufen linksherum, deshalb sollten sich unsere rechtsherum drehen. Und nachdem sich Eriks Firma in den darauf folgenden Jahren zu einem weltweit führenden Rotorblatthersteller entwickelt hat, so die Geschichte, hätten sich die rechtsdrehenden eben durchgesetzt.

  • August 29 · 1 min

    Wie funktioniert ein Weichspüler?

    Weichspüler enthalten Tenside Viele Stoffe werden, wenn sie trocknen, auffallend steif und knittrig. Das liegt zum Teil daran, dass die einzelnen Textilfasern elektrostatisch aufgeladen sind und sich gegenseitig abstoßen. So wie Haare manchmal abstehen, wenn sie elektrisch aufgeladen sind – nur eben im kleineren Maßstab. Weichspüler enthalten eine besondere Art von Tensiden – Tenside sind die Grundsubstanzen von praktisch allen Spül- und Waschmitteln. Positive Ladung "neutralisiert" negative Ladung der Textilfasern Das Besondere speziell der Weichspüler-Tenside ist, dass die Moleküle an einem Ende positiv geladen sind. Diese positive Ladung „legt“ sich auf die negative Ladung der Textilfasern und "neutralisiert" sie. Die Folge ist, dass sich die Fasern gegenseitig nicht mehr abstoßen, dadurch auch nicht mehr so steif sind und nicht mehr so stark aneinander reiben, was den Stoff insgesamt geschmeidiger macht. Und wenn man dann mit dem Bügeleisen drüber geht, wird er auch glatter.

  • August 28 · 1 min

    Was hilft bei Schuppenflechte?

    Schuppenflechte entgegenwirken: Seife reduzieren, fetthaltige Lotionen benutzen Die Schuppenflechte ist eine genetische Veranlagung. Sie kann von leicht bis schwer ausfallen. Es gibt aber ein paar Möglichkeiten, die abseits der ärztlichen Therapie einen positiven Einfluss haben. Zum einen ist es die Hautpflege. Man sollte sich nicht austrocknend einseifen, sondern die großen Flächen nur mit Wasser waschen. Außerdem sollte man die geschundenen, empfindlichen Hautpartien gut eincremen, zum Beispiel mit einer Fettlotion, einer Lipolotion. Die Lotion sollte gut streichfähig sein und Harnstoff enthalten – Urea, 10 Prozent. Die ärztlichen Therapien gehen von der Cremetherapie bis hin zu Spritzen. Es gibt mittlerweile moderne Therapien, die nicht mehr das Immunsystem platthauen, sondern modulieren, also nur den überaktiven Teil abmildern. Aufs Gewicht achten und auf eine gute Ernährung Ansonsten solle man schauen, dass man nicht zu übergewichtig ist. Und man sollte mit dem Alkohol zurückhaltend sein. Man kann gut mit Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel arbeiten und mit Vitamin D. Ich als Ernährungsmedizinerin, das bin ich neben der Dermatologie auch, schaue gerne im Blut nach. Manchen Menschen fehlt Zink und Selen oder sie haben zu wenig B-Vitamine oder Eisen. Auch das kann man über Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel korrigieren. Und das kann den Menschen helfen, abzuheilen. Und wir wissen: Alles, was Entzündungen fördert, fördert auch die Schuppenflechte.

  • August 26 · 2 min

    Überlebt eine Schnecke, wenn man ihr Haus zertritt?

    Eingeweidesack im Schneckenhaus Klare Antwort: Nein. Das Haus einer Schnecke ist kein totes Anhängsel, das einfach so obendrauf liegt, sondern es gehört zum Tier. Nicht nur in dem Sinn, dass das Gehäuse mit ihm verwachsen ist. Sondern die Schnecke besitzt eine Art Ausstülpung, den Eingeweidesack, die sich bis in die Spitze des Gehäuses zieht und an der Hauswand anliegt. Gehäuseschnecken sind fest mit ihrem Haus verwachsen Das Haus einer jungen Schnecke muss noch wachsen. Dazu haben Schnecken einen speziellen Teil in ihrer Haut – den "Mantel" – der in der Lage ist, Kalk zu bilden. Kleine Beschädigungen im Gehäuse können sie damit unter Umständen reparieren, aber nur, wenn der Körper unverletzt bleibt. Wenn man aber drauf tritt, wird zwangsläufig ein Teil des Körpers verletzt, eben weil ein Teil des Körpers sich ins Gehäuse hineinzieht. Bei Verletzungen läuft die Körperflüssigkeit einfach aus Nun haben Weichtiere einen offenen Blutkreislauf. Das bedeutet: Bei einer Verletzung läuft die Körperflüssigkeit einfach aus. Die Schnecke hat in einem solchen Fall keine Überlebenschance. Das gilt nicht nur für Weinbergschnecken, sondern für fast alle Landschnecken – also Schnecken mit Haus. Eine Ausnahme bilden Bernsteinschnecken; das sind Schnecken mit einem relativ dünnen Haus. Wenn die ihr Haus verlieren, können sie ein paar Tage überleben und etwas Gehäuseähnliches wieder aufbauen. Wozu brauchen Schnecken überhaupt ein Haus? Das Schneckenhaus schützt die Tier vor allem vor dem Austrocknen. Bei normalen Landschnecken ist die Unterseite ziemlich schleimig, die Oberseite aber nicht, sodass sie dort Flüssigkeit ausdünstet. Damit sich das in Grenzen hält, hat die Schnecke das Haus, in das sie sich zurückziehen kann. Wo Häuser stören: Nacktschnecken kriechen in Spalten und Erdlöcher Die Nacktschnecken haben sich auf eine andere ökologische Nische spezialisiert als die Gehäuseschnecken: Sie kriechen in Spalten und Löcher in der Erde – dabei stört so ein sperriges Gehäuse. Also haben sie es im Lauf ihrer Evolution immer mehr reduziert. Dafür mussten sich die Nacktschnecken aber anderweitig vor dem Austrocknen schützen. Nämlich einmal dadurch, dass sie am ganzen Körper schleimig sind – deshalb finden viele Menschen Nacktschnecken ja auch ekliger als normale Landschnecken – und zum anderen eben, in dem sie sich in der Tageshitze in der Erde verkriechen und erst nachts oder bei trübem Regenwetter hervorkommen.

  • August 25 · 1 min

    Warum heißt der 90-Grad-Winkel "rechter Winkel"?

    Angulus rectus – aufrechter Winkel Das hat nichts mit rechts oder links zu tun, sondern das "recht" leitet sich ab vom lateinischen "angulus rectus". Das wurde zu Beginn der Neuzeit einfach ins Deutsche übertragen. Das lateinische "rectus" bedeutet dabei so viel wie "aufrecht": Man stellt sich eine horizontale Linie als Basis vor, und eine Linie, die aufrecht auf dieser Basislinie steht, bildet mit ihr einen "angulus rectus". Die Wissenschaft damals hat bis weit in die Neuzeit hinein ihre Texte auf Lateinisch geschrieben – auch bei Descartes taucht der Ausdruck "angulus rectus" auf. Ich habe ein altes Buch aus dem Jahr 1796 gefunden. Es nennt sich "Beiträge zur deutschen Sprachkunde, vorgelesen in der königlichen Akademie der Wissenschaft" und widmet sich der Aufgabe, für lateinische Fachausdrücke die jeweils deutschen Entsprechungen zu benennen. Darin heißt es: Wenn ein Winkel seinem Nebenwinkel gleich ist, so ist es ein rechter Winkel (angulus rectus); ist aber ein Winkel seinem Nebenwinkel nicht gleich, ist es ein schiefer Winkel (angulus obliquus). Quelle: Beiträge zur deutschen Sprachkunde, 1796 Das Wörtchen "recht" findet sich auch in waagerecht oder senkrecht.

  • August 24 · 3 min

    Was hilft gegen starke Akne?

    Männliche Hormone können für Akne sorgen. Es gibt aber auch viele andere Faktoren; das muss man im Einzelfall abprüfen. Manchmal ist es ein Hefepilz, der sich durch Schweiß vermehrt und durch Reibung eingearbeitet wird. Wenn man zu Kopfschuppen neigt, kann die Haarbalgentzündung von einem solchen Hefepilz kommen. Bei Akne meiden: Kuhmilch, Zucker, Weißmehl Allgemein gilt bei Akne für Männer und Frauen, junge und ältere Menschen (denn es gibt auch die Erwachsenenakne), dass man flüssige Kuhmilch maximal reduzieren oder meiden solle. Kuhmilch ist ein starker Akne-Macher; die Talgdrüsen werden dadurch sehr stimuliert. Weglassen sollte man auch Zucker, weißes Mehl, Fastfood, Marihuana, Vitamin-B12-Nahrungsergänzungsmittel, Whey-Protein-Shakes und natürlich Hormontherapie im Fitnesssport, denn all das kann die Akne fördern. Wenn man das alles weglässt, wird man schon eine deutliche Verbesserung der Akne erleben. Kuhmilch mit Cerealien morgens zum Frühstück sind also Gift für die Haut. Gut für die Haut: Omega-3-Fettsäuren, Zink, Selen Man sollte darauf achten, einen guten Spiegel von Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl oder Algenöl zu sich zu nehmen. Am besten die, die nicht ranzig schmecken, bei denen man nicht rülpst. Es gibt gute Hersteller, wo das Öl auf Schwermetall geprüft ist. Außerdem wichtig sind Zink, Selen und Vitamin D in einer täglich kleinen Dosis. Frauen müssen schauen, ob der Eisenspiegel stimmt, also das Speichereisen. Auch die Schilddrüse sollte man überprüfen. Kosmetik und Verhütung auf die Haut abstimmen Und Achtung: Vermeiden sollte man auch zu viel fettige Produkte im Gesicht, denn die verursachen die Kosmetik-Akne. Also kein fettiges Haargel und zu viel Pflegecremes. All das kann Akne machen. Bei Frauen ist noch die zu beachten, dass die falsche Verhütung – die Hormonspirale oder eine unpassende Pille – ebenfalls Akne machen kann. Die Ausnahme sind die Erkrankungen, wo man einen krankhaft erhöhten Hormonspiegel hat, etwa polyzystische Ovarien. Die Erkrankung heißt jetzt anders, aber unter der Bezeichnung kennen es noch die meisten. Auch Stress macht Akne. In seltenen Fällen ist auch das Kopfdrüsenhormon Prolaktin Ursache einer Akne. Wie geht man vor, um die Akne zu heilen? Zuerst würde man alle Faktoren ausschließen und dann ergänzen. Wenn das nicht reicht, könnte man zum Beispiel mit dem Wirkstoff Isotretinoin von innen rangehen. Aber diese Maßnahmen, die ich eben genannt habe, heilen bei sehr vielen Patienten schon ausreichend. Wenn nicht, ist Isotretinoin ein gutes Mittel, um die Akne in Schach zu halten. Man nimmt es entweder niedrig dosiert, 10 Milligramm zweimal in der Woche. Oder man nimmt es höher dosiert über ein halbes Jahr. Ein junger Mann, der 80 kg wiegt, würde 40 Milligramm am Tag nehmen, immer zum Essen. Dann wäre der nach einem halben Jahr geheilt. Isotretinoin ist rezeptpflichtig. Daher sollte man eine hautärztliche Beratung in Anspruch nehmen.

  • August 23 · 2 min

    Wie kommen die Westindischen Inseln zu ihrem Namen?

    Die "Westindischen Inseln" liegen in der Karibik. Sie waren also das erste, was Kolumbus nach seiner Atlantiküberquerung zu Gesicht bekam. In der Logik eines "Indienreisenden" müssten diese Inseln also Indien im Osten vorgelagert sein. Den Namen "westindisch" bekamen die Inseln allerdings nicht von Kolumbus selbst. Sie erhielten ihn erst viele Jahre später, als längst klar war, dass Kolumbus nicht Asien erreicht hat, sondern einen neuen Kontinent namens Amerika. Es war zu dem Zeitpunkt also klar, dass diese Inseln nichts mit Indien zu tun haben. Das Rätsel löst sich, wenn man sich die Kolumbus-Geschichte genauer anschaut. Kolumbus wollte nach Asien, aber nicht explizit nach Indien Entgegen dem weit verbreiteten Mythos hat Kolumbus zu keinem Zeitpunkt geglaubt, Indien erreicht zu haben. Er wollte zwar Asien erreichen, aber nicht explizit Indien. In seinen Aufzeichnungen, auch in seinen Bordbüchern, steht nicht "India", sondern es findet sich immer der Ausdruck "Las Indias". Das ist ein Plural, wörtlich: "Die Indien", als ob es mehrere Länder dieses Namens gäbe. Gemeint waren damit aber im damaligen Sprachgebrauch all die Ländereien in und jenseits von Indien – also der gesamte ostasiatische Raum. Als Kolumbus in der Karibik war, wähnte er sich in der Höhe von Japan. Später glaubte er, China erreicht zu haben – aber nicht Indien. Zwei Gruppen von indischen Inseln Als ein paar Jahre nach Kolumbus' Tod klar war, dass er gar nicht in Asien war, sondern einen neuen Kontinent entdeckt hatte, blieb der Ausdruck "Las Indias" dennoch bestehen – als Ausdruck für eben jene Inseln in der Karibik, die Kolumbus tatsächlich angefahren hat. So gab es aus Sicht der europäischen Seefahrer schließlich zwei Gruppen von "indischen Inseln": Zum einen diejenigen, die buchstäblich in Indien und dahinter liegen – also in Asien – und die anderen vor dem amerikanischen Kontinent. Die einen lagen Richtung Osten, die bezeichnete man als ostindisch – da gab es dann auch die berühmte Ostindien-Handelskompanie. Und die anderen lagen, wieder von Europa aus gesehen, Richtung Westen. Also nannte man sie westindische Inseln. Die Ausdrücke Ost und West beziehen sich also nicht auf die Lage innerhalb eines vermeintlichen Indiens, sondern auf die Perspektive der Seefahrer.

  • August 21 · 1 min

    Wie lassen sich Altersflecken entfernen und kommen die wieder?

    Es gibt zwei verschiedene Arten von Flecken auf dem Handrücken. Zum einen die braunen, die man nicht tasten kann, wenn man mit geschlossenen Augen darüberfährt. Die anderen sind ein bisschen erhaben, so 3D-mäßig. Die nennt man Stukkokeratosen – wie der Stuck an der Decke. Das sind Verhornungen, die etwas erhaben sind. Mit dem Rubinlaser gegen Altersflecken Zum Entfernen benutzt die Ärztin oder der Arzt verschiedene Verfahren. Für die Flecken, die nicht erhaben sind, nimmt man zum Beispiel den Rubinlaser. Das ist vom Schmerz her gut auszuhalten. Es ist zwar ein Hitzeimpuls, aber man braucht keine Betäubung und es ist schnell vorbei. Der Rubinlaser erhitzt das braune Pigment. Er sieht genau das Braun; die helle Haut wird dadurch nicht beeinträchtigt. Das Pigment wird erhitzt, verändert seine Farbe und wird dann schwarz. An den Händen verabschiedet sich diese Verfärbung nach ungefähr drei Wochen. Dann ist die Stelle im besten Fall hautfarben oder vielleicht noch eine Weile leicht gerötet. Im Gesicht geht das sogar innerhalb einer Woche wieder auf Normalzustand. Stukkokeratose: Behandlung mit Kürette oder Laser Die 3D-Knüppelchen muss man entweder mit einer Kürette abschaben oder mit einem chirurgischen Laser abgetragen. Das geht gut, allerdings hat man dann eine Schürfwunde. Das ist ein bisschen schmerzhafter. Manchmal wird eine Betäubungscreme vorgegeben oder sogar eine Betäubungsspritze. Weil es eine offene Wunde ist, muss man sehr gut aufpassen, dass es sich nicht infiziert und danach nicht nochmal verfärbt. Jeder, der sich die Hände wegen solcher störender Flecken lasern lässt, muss vier Wochen vorher und vier Wochen danach unbedingt darauf achten, die Haut nicht zu bräunen – raus aus der Sonne und Sonnencreme nutzen. Dann hat man gute Chancen, dass die Flecken lange Jahre wegbleiben.

  • August 20 · 5 min

    Sind Tee und Kaffee Kalziumräuber und schlecht für die Knochen?

    Der Ausdruck "gut für die Knochen" bezieht sich auf die Knochendichte. Die wird durch Tee neueren Untersuchungen zufolge sogar eher leicht gestärkt, während sich Kaffee wenig oder allenfalls leicht negativ auswirkt. Gleichzeitig ist das Thema ein schönes Beispiel dafür, wie medizinische Aussagen zustande kommen oder sich mit der Zeit verändern. Osteoporose: Wenn die Knochendichte nachlässt Relevant ist die Frage nach dem Kalzium, weil die Knochendichte vor allem bei Frauen in der Postmenopause oft nachlässt und zu Osteoporose führen kann. Und wie sich ein Nahrungsmittel auf die Knochendichte auswirkt, macht man oft am Kalzium fest. Um Kalzium zu uns zu nehmen, können wir regelmäßig kalziumreiches Wasser trinken, grünes Gemüse essen oder Milchprodukte. Koffein hat Einfluss auf Kalziumaufnahme des Körpers Tee und Kaffee enthalten nun Koffein. Dieses Koffein wirkt sich darauf aus, wie wir das enthaltene Kalzium verarbeiten. Koffein bewirkt, dass wir weniger Kalzium aus dem Darm aufnehmen und dann mehr Kalzium über die Niere wieder ausscheiden. Daher kommt das Image als "Kalziumräuber", das aber inzwischen weitgehend widerlegt ist. Denn der Effekt ist relativ gering im Verhältnis zur sonstigen Ernährung. Durch den regelmäßigen Verzehr von grünem Gemüse oder Milchprodukten könne man den Kalzium-Verlust durch Koffein locker kompensieren, so die einschlägigen Empfehlungen. Das sind ja nur Überlegungen, die sich auf das Kalzium im Körper beziehen. Zwar liegt der Schluss nahe, dass eine hohe Kalziumaufnahme auch der Knochendichte zugutekommt, aber aussagekräftiger sind Untersuchungen, die die Knochendichte direkt messen. Tee ist eher gut für die Knochen Von solchen Untersuchungen gibt es inzwischen einige, und sie zeigen, dass Tee im Zweifel eher gut ist für die Knochen. Es gibt zum Beispiel eine Studie australischer Mediziner von 2025. Die haben die Daten einer umfangreichen Osteoporose-Studie an fast 10.000 Frauen ausgewertet. Die Frauen waren in der zweiten Lebenshälfte, hatten also die Menopause schon hinter sich. In dieser Studie wurde mit Röntgenuntersuchungen mehrmals über einen Zeitraum von zehn Jahren die Knochendichte gemessen, und zwar in den Knochen, die bei Osteoporose besonders anfällig für Frakturen sind: der Oberschenkelhals und die Hüfte. Außerdem haben sie die Frauen nach ihren Tee- bzw. Kaffeetrinkgewohnheiten gefragt. Beides haben sie ins Verhältnis gesetzt. Darüber hinaus wurden weitere Parameter erfasst: Wie ernähren sich die Frauen sonst? Rauchen sie? Trinken sie Alkohol? Und so weiter. Diese Effekte wurden statistisch möglichst rausgerechnet. Bei den Kaffeetrinkerinnen entsprach das Ergebnis den Erwartungen. Geringer Kaffeekonsum hat die Knochendichte kaum messbar verändert. Mehr als fünf Tassen Kaffee täglich erweisen sich als schlecht für die Knochendichte, vor allem dann, wenn die Frauen auch rauchen. Das entspricht dem, was man vom Kalziumhaushalt erwarten würde. Teetrinkerinnen haben etwas höhere Knochendichte Beim Tee war es aber anders. Eigentlich bremst auch das Koffein im Tee die Kalziumaufnahme im Körper. Trotzdem hatten die Teetrinkerinnen eine höhere Knochendichte als Frauen, die weder Tee noch Kaffee trinken. Die Gründe dafür sind nicht klar. Ein möglicher Grund sind andere im Tee enthaltene Inhaltsstoffe, nämlich die Katechine. Es gibt Hinweise, dass die das Knochenwachstum fördern bzw. dem Knochenabbau entgegenwirken. Allerdings funktioniert diese Erklärung nur bei grünem Tee – denn im schwarzen Tee sind durch die Fermentierung kaum noch Katechine enthalten. Auf jeden Fall ist die höhere Knochendichte der Teetrinkerinnen bei den Hüftknochen signifikant messbar. Die Forscher schreiben aber auch: Der Effekt macht nicht so viel aus. Der Unterschied in der Knochendichte zwischen Tee- und Nicht-Tee-Trinkerinnen beträgt gerade mal 0,4 Prozent. Das war jetzt das Ergebnis einer Studie – andere Studien kommen aber zu ähnlichen Ergebnissen. Kalziumreiche Lebensmittel gegen Osteoporose Messen kann man also, dass Tee für eine leicht höhere Knochendichte sorgt und viel Kaffee eher für eine geringere. Für die Entwicklung von Osteoporose scheint das aber nicht der entscheidende Faktor zu sein. Wer vorbeugen will, sollte nicht primär beim Tee- oder Kaffeekonsum anfangen, sondern sich auf andere Dinge konzentrieren: grünes Gemüse, Milchprodukte oder kalziumreiches Mineralwasser.

  • August 20 · 1 min

    Warum hat der Mond keine Atmosphäre?

    Der Mond ist zu klein und zu leicht Der Mond ist schlicht zu klein und zu leicht, um eine Atmosphäre zu haben. Damit ein Himmelskörper eine Atmosphäre hat, braucht er eine gewisse Masse, um Gasmoleküle durch seine Gravitationskraft bei sich zu halten. Der Mond ist 80-mal leichter als die Erde. Damit ist seine Anziehungskraft einfach zu schwach. Um eine Atmosphäre an sich zu binden, müssen Himmelskörper schon etwas größer sein. Auch auf das Magnetfeld kommt es an Man sieht das gut im Vergleich von Mars und Venus. Der Mars hat auch nur eine sehr dünne Atmosphäre, denn er ist viel kleiner als die Erde – seine Masse beträgt lediglich ein Neuntel der Erdmasse. Es gibt Hinweise, dass der Mars früher eine dichtere Atmosphäre hatte, dass die sich aber verflüchtigt hat. Nicht nur, weil der Mars so klein ist, sondern auch, weil er kein Magnetfeld hat. Die Erde hat ein Magnetfeld. Das schützt sie unter anderem vor dem sogenannten Sonnenwind – also geladenen Teilchen, die von der Sonne kommen. Weil aber der Mars kein Magnetfeld hat, ist er dem Sonnenwind schutzlos ausgesetzt; seine einst etwas mächtigere Atmosphäre wurde davongetragen. Venus hat dichte Atmosphäre Ganz anders dagegen sieht es auf der Venus aus; die hat eine sehr dichte Atmosphäre – die Venus ist ja auch fast so groß wie die Erde. Verschiedene Faktoren entscheiden also über das Vorhandensein einer Atmosphäre. Vor allem die Größe, aber auch Faktoren wie das Magnetfeld.

  • August 18 · 2 min

    Ab wann und wie oft sollte man zum Hautkrebs-Screening gehen?

    Hautkrebs-Screening ab 18 Jahren Ich halte das Screening immer für sinnvoll, aber vor allem ab 18 Jahren. Da steigt das Risiko, dass sich ein schwarzer Hautkrebs entwickeln kann. Bei der Hautkrebsvorsorge schauen wir Hautärzte den ganzen Körper an: die Kopfhaut, den Bereich hinter den Ohren, die Mundschleimhaut. Es geht also nicht nur um die Haut, sondern auch um einsehbare Schleimhäute. Wir schauen zwischen die Zehen und im Intimbereich. Wir schauen dabei Leberflecken an und neu entstandene Pigmente. Wir nutzen gern das Auflichtmikroskop, um die genauere Struktur zu beurteilen. Aber wir schauen auch auf andere Hautveränderungen. Manchmal ist es zum Beispiel eine Vorstufe von weißem Hautkrebs. Oder Sonnenschäden, wo man sieht: Das geht jetzt in eine falsche Richtung, hier muss man besser aufpassen. ABCDE-Regel: Worauf jeder selbst achten kann Aber jeder kann auch selbst zu Hause gucken. Wir sollten unseren Körper kennen. Ich sage immer: bei der Liebe das Licht anlassen. Man sollte also den Partner mal bei hellem Licht inspizieren, denn auf dem Rücken oder an intimer Stelle sieht man sich ja selbst schlecht. Eine Regel, die jeder kennen sollte, ist die ABCDE-Regel: A: Ein Fleck ist asymmetrisch in ein oder zwei Ebenen B: Der Fleck ist unscharf und unregelmäßig begrenzt C: Die Coloration geht in Richtung schwarz, dunkel, scheckig, grau, helle Areale D: Der Durchmesser ist über einen halben Zentimeter E: Es hat sich eine Erhabenheit entwickelt Das sind Alarmzeichen, die einem helfen können zu entscheiden: Ja, jetzt muss ich wirklich mal zum Hautarzt gehen. Das heißt nicht immer, dass es Krebs ist. Aber so kann man schauen, in welche Richtung so ein Fleck geht. Auch neue Flecken sind manchmal Vorstufen oder schon Melanome. Die entwickeln sich nämlich gar nicht so oft aus Leberflecken, sondern häufig einfach auf der normalen Haut. Wie oft sollte man zum Screening beim Hautarzt gehen? Ich finde, dass man jährlich zum Hautkrebs-Screening kommen sollte, auch wenn die Krankenkassen bisher nur alle zwei Jahre bezahlt haben und es eventuell sogar abgeschafft werden soll. Am besten macht man beim Arzt gleich den Termin fürs nächste Jahr. Wichtig ist auch, schon einen guten Hautarzt zu haben, bevor ein Verdacht besteht. Der Hausarzt kann bei der Vermittlung helfen. Viele Hausärzte bieten mittlerweile auch selbst das Screening an.

  • August 16 · 3 min

    Wie bestimmt man das Alter von Sternen?

    13,6 Milliarden alter Stern enthält kein Eisen Es gibt verschiedene Methoden, das Alter von Sternen zu berechnen. Das kann man gut an einem Stern festmachen, von dem es heißt, er sei der älteste bisher bekannte Stern überhaupt. Dieser Stern ist, astronomisch gesehen, gar nicht weit weg von uns. "Nur" 6.000 Lichtjahre entfernt befindet er sich in unserer Galaxie – ist also Teil der Milchstraße. Dieser Stern wird auf ein Alter von 13,6 Milliarden Jahren geschätzt. Das würde bedeuten, er wäre 200 Millionen Jahre nach dem Urknall entstanden – das war ein ziemlich frühes Stadium der Sternentstehung. Das heißt auch: Der Stern ist entstanden, bevor sich unsere Galaxie gebildet hat. Dass er so alt ist, schließen die Wissenschaftler daraus, dass er – das kann man aus den Spektrallinien entnehmen – kein Eisen enthält. Was hat das Eisen mit dem Alter der Sterne zu tun? Die chemischen Elemente haben sich erst mit der Zeit gebildet. Am Anfang gab es nur leichte Elemente: Wasserstoff, Helium, Lithium. Die erste Sternengeneration kann nur aus diesen Elementen bestanden haben. Alle schweren Elemente – Kohlenstoff, Magnesium, Eisen – sind aus den leichten "zusammengebacken". Dafür sind extrem hoher Druck und Temperaturen notwendig, wie es sie nur im Inneren von Sternen gibt, bzw. unter den Bedingungen einer Supernova – also wenn ein Stern am Ende seines Daseins explodiert. Einen Stern aus der ersten Generation hat man noch nicht gefunden, aber oben genannte stammt offenbar aus der zweiten Generation. Denn er enthält zwar Kohlenstoff und Magnesium – also schon einige schwere Elemente – aber offenbar noch keinerlei Eisen. Für diese frühen Sterne ist also der Eisengehalt ein wichtiges Kriterium, um das Alter zu bestimmen. Größe und Farbe des Leuchtens helfen bei der Altersbestimmung Ein wichtiger Anhaltspunkt zur Altersbestimmung ist die Größe und die Farbe, in der ein Stern leuchtet. Sterne leuchten, weil sie Wasserstoffatome zu Helium verschmelzen und dabei Energie frei wird. Die Größe ist deshalb wichtig, weil große Sterne schneller "alt" werden. Sie haben nämlich einen großen Energieumsatz, der Wasserstoff ist viel schneller aufgebraucht. Während das passiert, verändert sich auch die Farbe des Lichts. Im Jungstadium sind Sterne eher bläulich. Je älter sie werden, desto mehr verschiebt sich die Farbe ins Rötliche. Wenn Astronomen einen Stern beobachten, können sie die Helligkeit messen – und da gilt die einfache Regel: je heller ein Stern, desto größer ist er. Sie können auch das Farbspektrum analysieren und daraus ableiten, welches Reifestadium der Stern hat. Aus diesen beiden Informationen – Größe und Reifestadium – lässt sich das Alter auch einigermaßen abschätzen.

  • August 15 · 3 min

    Beruht die Strandung der Arche Noah am Berg Ararat auf Fakten?

    Meeresspiegel reichte nicht bis zum Berg Ararat Nein. Der Berg Ararat, der an der türkisch-armenischen Grenze steht, ist über 5.000 Meter hoch. Dort auf geologisch nachvollziehbare Weise einen Meeresspiegel hinzubekommen, ist schlichtweg unmöglich – wenn man davon ausgeht, dass es sich dabei um eine historische Tatsache handelt. Man könnte natürlich auch sagen: "Arche Noah am Ararat gestrandet" muss ja nicht heißen, dass die Arche gleich auf 5.000 Metern Höhe gestrandet ist. Sie könnte ja auch weiter unten gestrandet sein, etwa bei 1.000 oder auch 2.000 Metern. Aber auch das ist geologisch eigentlich völlig ausgeschlossen. Denn selbst wenn man annimmt, dass alles Eis auf der Erde einmal schmelzen würde, dann hätte man noch einen Anstieg von einigen 10 Metern, aber das war es dann auch. Im Vergleich: In der letzten Eiszeit, als sehr viel mehr Eis gebunden war und als es sehr viel mehr Gletscher gab, war der Meeresspiegel 100 bis 120 Meter tiefer als heute. Wenn man das ganze Eis schmelzen lassen würde, wäre er vielleicht noch einmal etwa 80 bis 100 Meter höher. Das würde aber nicht reichen, um eine "Arche Noah" am Ararat stranden zu lassen. Deswegen ist es für mich auch kein Wunder, dass man dort nichts gefunden hat. Man hat Steinbögen gefunden. Da hat man vermutet, dass das fossile bzw. versteinerte Überreste der "Arche Noah" sein könnten. Aber das hat sich alles nicht als Wahrheit oder tatsächliche Sensation herausgestellt. Gigantische Flutung am Schwarzen Meer vor 7.500 Jahren? Es gibt Informationen darüber – das hat mit dem Ararat allerdings weniger zu tun – dass es vor 7.500 Jahren am Schwarzen Meer zu einer gigantischen Flutung gekommen sein könnte. Das heißt, das Schwarze Meer war auch während der Eiszeiten 100 bis 120 Meter tiefer als heute. Das war ein Süßwassersee. Und dann – so die Theorie – ist nach der Eiszeit durch das Schmelzen von Gletschern der Meeresspiegel gestiegen, das Mittelmeer ist gestiegen. Irgendwann hat es dann auch den Bosporus überschwemmt. Und dann kam jede Menge Wasser den Bosporus herunter: 20-mal stärker als der Niagarafall, so heißt es. Dadurch wurde das Schwarze Meer erstens salzig und zweitens ist der Meeresspiegel gestiegen. Aber nicht wesentlich höher als er heute ist. Das ist die andere Theorie, für die es einige Belege gibt, aber da ist noch vieles unsicher. Die Suche am Ararat hat aber mit diesen neueren Erkenntnissen nichts zu tun. Flutung: möglicherweise Einfluss auf das Gilgamesch-Epos Wenn es diese Überschwemmung tatsächlich gegeben hat vor 7.500 Jahren, dann, so eine Überlegung, könnte dieses Ereignis möglicherweise das Gilgameschepos im Zweistromland ausgelöst haben. Aus diesem Epos wäre dann später die Geschichte der "Arche Noah" entstanden. Der Haken: Wenn es die große Sturzflut am Schwarzen Meer wirklich gab, hätte hat das Ereignis 5500 v. Chr. stattgefunden. Das Gilgamesch-Epos selbst ist aber erst 2.000 Jahre später entstanden. Das heißt, diese 2.000 Jahre hätten durch mündliche Überlieferung überbrückt werden müssen. Und ob das so sein kann oder nicht, ist schwer zu beantworten.

  • August 14 · 2 min

    Ist jedes Bier isotonisch oder nur alkoholfreies?

    Selbst wenn normales Bier isotonisch wäre, dürften die Bierbrauer nicht damit werben, weil alkoholische Getränke generell nicht mit nährstoffbezogenen Hinweisen werben dürfen. Aber normales Vollbier ist auch nicht isotonisch, sondern wegen des zusätzlichen Alkohols hypertonisch. Isotonisch: so viele Nährstoffe und Mineralien wie unser Blut Isotonisch sind Getränke dann, wenn sie genauso viele Nährstoffe und Mineralien bzw. genauso viele gelöste Teilchen enthalten wie unser Blut. Dann nämlich, sagen Ernährungsphysiologen, kann der Körper zumindest bei sportlicher Anstrengung die Flüssigkeit und die Mineralien am besten und schnellsten aufnehmen. Wenn eine Flüssigkeit zu viele Nährstoffe enthält – zum Beispiel ein unverdünnter Fruchtsaft – dann entziehen sie dem Körper eher Flüssigkeit. Ähnlich ist es beim Vollbier. Es ist nicht so nährstoffreich wie zum Beispiel purer Orangensaft. Aber Bier ist im Hinblick auf den Nährstoffgehalt "dicker" als das Blut. Deshalb ist es nicht isotonisch ("iso" bedeutet "gleich"), sondern hypertonisch ("hyper" bedeutet "über"). Mineralien werden beim Alkoholabbau ausgeschieden Gut zu wissen: Mineralien aus dem Bier, die beim Alkoholabbau in der Leber zum Teil gleich wieder ausgeschieden werden, kommen dem Körper nicht zugute. Die Vorstellung, normales Bier und alkoholfreies Bier unterscheiden sich nur darin, dass man sich mit alkoholhaltigem Bier betrinken kann, ist also falsch. Auch beim alkoholfreien Bier gibt es Ausnahmen: Die Stiftung Warentest hat das vor ein paar Jahren untersucht und festgestellt, dass viele alkoholfreie Weizen nicht isotonisch sind, obwohl sie zum Teil dafür werben. Sie sind vielmehr hypotonisch, also "dünner" als Blut. Letztlich aber sind das Unterschiede, um die sich der normale Breitensportler nicht allzu sehr den Kopf zerbrechen sollte – erst bei stundenlangem Ausdauersport, das entspricht der Kategorie "Marathonläufer", wird das interessant. Aber auch dann muss es kein spezieller Fitness-Drink sein – eine Apfelsaftschorle ist genauso isotonisch.

  • August 13 · 1 min

    Welche Ernährung hilft bei Neurodermitis?

    Proteine für die Reparatur der Haut Die Haut ist Teil des gesamten Organismus. Daher sollte man bei jeder Hauterkrankung auf die Ernährung achten. Antientzündliche Ernährung ist eine pflanzenbetonte Kost. Wir brauchen aber immer auch genug Proteine, weil die Hautreparatur über Eiweiß gelingt. Wenn jemand eine schuppende Hauterkrankung hat, verliert er eine ganze Menge Eiweiß. Wenn das Immunsystem in Wallung ist, wie bei einer Neurodermitis, braucht es genug Proteine. Außerdem Vitamin D, Zink, Selen, Omega-3-Fettsäuren. Reichlich Ballaststoffe für eine gesunde Darmflora Eins meiner Lieblingsthemen ist außerdem die Darmflora, da gibt es schon viele gute Untersuchungen. Wir brauchen unbedingt 30 Gramm Ballaststoffe am Tag. Das lässt sich mit kostenlosen Apps im Handy tracken. Besonders gut geeignet für eine vielfältige und hautgesundheitsförderliche Darmflora sind zum Beispiel Akazienfasern, aber auch Flohsamenschalen, Leinsamen und viele andere lösliche Ballaststoffquellen, zum Beispiel aus bitteren Salaten und Wurzelgemüsen. Fermentierte Lebensmittel unterstützen Hilfreich ist auch lebendige Nahrung. Es gibt Hersteller, die Pülverchen empfehlen, denen Milchsäurebakterien zugeführt werden, Bifidobakterien. Aber das geht auch zum Beispiel mit frischem Sauerkraut, das man selbst fermentiert hat oder von der Frischetheke kauft. Es darf nicht erhitzt sein, damit die Bakterien leben. Wenn man Milchprodukte verträgt, geht auch Kefir. Auch Kimchi vom Koreaner oder sogenannte effektive Mikroorganismen. Und Salat aus dem Garten. All das reichert die eigene Darmflora an und kann von innen die Anti-Entzündung unterstützen.

  • August 12 · 4 min

    Gibt es eine globale Verdunkelung?

    Aerosole: Sonneneinstrahlung ist heute geringer als vor 50 Jahren Grundsätzlich ja. Mit globaler Verdunkelung (engl. Global Dimming) ist gemeint, dass im weltweiten Durchschnitt heute ein paar Prozent weniger Sonneneinstrahlung auf der Erde ankommt als etwa 1960. Der Hauptgrund dafür ist die Luftverschmutzung. Beim Verbrennen von Kohle, Öl und Gas, aber auch Holz gelangen kleinste Partikel – sogenannte Aerosole – in die Atmosphäre. Diese Aerosole verdunkeln zum einen selbst den Himmel, zum anderen sind es Kondensationskeime für Wassertröpfchen. Sie führen damit zu einer verstärkten Wolkenbildung. Und Wolken verdunkeln den Himmel ebenfalls. Sie reflektieren Sonnenstrahlen. Warum erwärmt sich die Erde trotz verminderter Sonneneinstrahlung? Wenn heute weniger Sonnenstrahlen auf die Erde kommen als 1960, müsste es doch eigentlich kühler werden – doch alle seriösen Klimaforscher sagen, es wird wärmer. Wie passt das zusammen? Zum einen liegt es daran, dass die globale Erwärmung durch den Treibhauseffekt stärker ist. Beim Treibhauseffekt geht es darum, dass Energie, die über Sonnenstrahlen zur Erde gelangt, stärker als früher in der Atmosphäre bleibt. Dieser Effekt ist unterm Strich stärker als der Verdunkelungseffekt. Viele Klimaforscher vermuten sogar, ohne den Verdunkelungseffekt durch die Luftverschmutzung wäre das Klima heute noch wärmer als es ohnehin schon ist. Außerdem hat die Verschmutzung selbst neben einem kühlenden auch einen wärmenden Effekt. Denn ein Teil der Aerosole liegt in Form von Ruß vor – und Ruß hat wiederum eine Treibhauswirkung, weil er Wärme absorbiert. Noch etwas kommt bei der Betrachtung hinzu: Der Vergleich zwischen der Situation heute und 1960 ist etwas unpräzise, denn die Entwicklung ist längst wieder rückläufig: Seit den 1980er-Jahren geht vor allem in den westlichen Industrieländern die Luftverschmutzung zurück – wohlgemerkt: Damit sind Schmutzpartikel gemeint, nicht der Ausstoß von Treibhausgasen! Die Atmosphäre wird also wieder klarer und der Verdunkelungseffekt lässt inzwischen schon wieder nach. Es ist aber von Region zu Region unterschiedlich: Über Ländern, die erst in den letzten Jahrzehnten industriell aufgeholt haben und auch noch stark auf Kohle setzen – so wie China – ist die Verdunkelung noch stärker ausgeprägt als bei uns, wo der Himmel schon wieder messbar "heller" ist als 1980. Wie passt das Problem der Lichtverschmutzung dazu? Bei der Lichtverschmutzung geht es nicht um Sonnenlicht, sondern um das künstliche Licht. Darum, dass wir vor lauter künstlicher Beleuchtung in den Städten den Himmel nicht mehr sehen. Aber indirekt trägt das auch dazu bei, dass der globalen Verdunkelung über vielen Städten eine lokale Erhellung des Himmels entgegensteht. Denn wenn es bewölkt ist, reflektieren die Wolken die Lichter der Großstadt. Das hat Konsequenzen: Früher war der Himmel in klaren Nächten heller als wenn es bewölkt ist. Bei wolkenverhangenem Himmel war der Nachthimmel pechschwarz, während in klaren Nächten immerhin noch der Mond sowie die Summe der Sterne etwas Licht zur Erde warfen. Heute ist es, vor allem über den großen Städten, umgekehrt: Da reflektieren die Wolken so viel Licht von den Städten, dass der Himmel heller ist als in klaren Nächten. Berliner Forscher haben sogar herausgefunden, dass es bei den verschiedenen Lichtanteilen Unterschiede gibt. Die roten Anteile des Lichts werden von den Wolken besonders stark reflektiert – man könnte übertrieben formulieren: Der Himmel wird zur Rotlichtzone. Es gibt also den Effekt einer Globalen Verdunkelung – bezogen auf das Tageslicht. Aber erstens geht der schon wieder zurück. Und zweitens gibt es gleichzeitig vielerorts den Effekt einer Aufhellung des Himmels nachts.

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