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Woher stammt die "Quarantäne"? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de
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  • 702 episodes
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Episodes702

  • Oct 5, 2023 · 1 min

    Der kann mich mal kreuzweise – woher kommt die Redensart?

    Obszöne Form der Beleidigung "Am Arsch lecken" hieß früher "im Arsch lecken" – eine ganz böse Art und Weise, um jemanden zu beleidigen und herabzusetzen. In vielen Redensarten begnügt man sich nicht damit, immer das Gleiche zu sagen, sondern man möchte es noch steigern. Wenn man also jemanden im Arsch lecken kann, dann will man das noch ein bisschen deutlicher machen: Leck mich fett – das ist durchaus modern geblieben. Auch da geht es darum, dass jemand intensiv den Arsch des anderen zu lecken habe. Beim kreuzweise Lecken handelt es sich um eine Steigerung des ursprünglichen Ausdrucks. Hier kommt möglicherweise, aber das ist nur hypothetisch, in der Kreuzform auch noch eine christliche Komponente hinzu, was besonders widerlich ist. Denn wenn ich schon hier im Arsch bin und das dann auch noch in Form eines Kreuzes tue, dann ist das so was von gotteslästerlich – nicht zu singen und zu sagen.

  • Oct 1, 2023 · 44 sec

    Werden bei Vollmond mehr Kinder geboren?

    Mehr Geburten bei Vollmond sind nur ein Gerücht Das hört man oft – es stimmt aber nicht. Das hat mir der Deutsche Hebammen-Verband bestätigt: Es gibt keine Häufungen zu Vollmond. Häufungen an Freitagen – wegen gezielter Geburtseinleitung Und anders als früher gibt es auch keine Häufungen mehr an Wochenenden; allerdings gibt es Häufungen an Freitagen. Das liegt daran, dass 30 Prozent der Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt kommen oder die Geburten medizinisch gezielt eingeleitet werden. Das passiert überdurchschnittlich häufig an Freitagen: Wenn ein Wochenende ansteht versuchen die Ärzte gerne, das vorher zu erledigen. Denn am Wochenende ist das Personal teurer.

  • Sep 28, 2023 · 1 min

    Die Kurve kratzen – woher kommt der Ausdruck?

    Abkürzung nehmen und andere übertreffen "Die Kurve kratzen" kann man verbinden mit "den Rang ablaufen" – oder den "Rank", wie man eigentlich hätte sagen müssen. Das hat nämlich nichts mit dem Rang im Theater zu tun. In beiden Fällen geht es vielmehr um eine Abkürzung, die man wählt, indem man die Kurve entweder sehr eng nimmt oder sogar innerhalb der Kurve eine Gerade wählt, um vor einem anderen da zu sein. Das ist beim "Rank ablaufen", beim "Rang ablaufen" der Fall. Dann übertrifft, übertölpelt, betrügt man jemanden. Das hat sich so entwickelt. Wenn der Kutscher mal wieder am Bordstein hängen blieb Beim "Kurve kratzen" geht es um etwas Ähnliches. Da wird die Kurve "geschnitten", wie man ja auch sagt. Das hat sich sehr gut dadurch gehalten, dass man früher die Bordsteine sehr klar hören konnte, wenn jemand mit einem Wagen bzw. mit einer Kutsche sehr eng daran vorbeifuhr. Dann gab es schreckliche Kratzgeräusche. Prellsteine an Häusern weisen auch noch darauf. Aber das ist sekundär. Die "Kurve kriegen" hängt auch damit zusammen. Das ist eine Weiterentwicklung. In jedem Fall geht es um die schnelle Entfernung von einem Ort, sich schnell vorwärts bewegen oder etwas geschafft haben, indem man es besonders schnell durch diese Abkürzung erreicht hat.

  • Sep 27, 2023 · 2 min

    Warum zucken wir manchmal mit dem Auge?

    Augenzucken: keine Gefahr, aber ein Warnzeichen Das kann verschiedene Gründe haben, und es ist nicht immer so leicht zu erkennen, woran es genau liegt. Normalerweise zuckt nur das rechte oder linke Auge, und dann auch nur das obere oder untere Augenlid. Auch wenn es für andere oft gar nicht zu sehen ist, kann es sich unangenehm anfühlen. Was können die Ursachen sein? Möglichkeit 1 ist Stress! Wenn wir gestresst sind, dann können unsere Muskeln verkrampfen. Und das Augenlid ist ein besonders empfindlicher Muskel. Wenn es müde ist, dann fängt es an zu zucken. Genauso ist auch der Kiefer angespannt, wenn es uns psychisch nicht so gut geht. Diese Anspannung überträgt sich auf das Augenlid. Wenn wir dann noch zu wenig schlafen, bekommen die Augen keine Pause und sind erschöpft. Das kann auch bei einer unerkannten Sehschwäche so sein oder nach einer Operation an den Augen. Dann sind die Muskeln rund um unser Auge viel stärker belastet als normalerweise und fangen an zu zucken. Zu viel Kaffee und zu wenig Vitamine Die zweite Möglichkeit ist, dass das Zucken am Auge eine Mangelerscheinung ist. Muskelkrämpfe entstehen nämlich durch fehlende Stoffe im Körper. Wenn sich jemand vegan ernährt, kann das zum Beispiel zu einem Vitamin-B12-Mangel führen. Während einer Schwangerschaft benötigt der Körper dagegen mehr Magnesium als sonst. Wenn der Körper zu wenig von einem der beiden Stoffe bekommt, können Muskeln anfangen, unkontrolliert zu zucken. Auch gereizte und trockene Augen bei Allergien oder nach viel Zeit an einem Bildschirm können ein Grund sein. Außerdem sind Menschen, die viel Kaffee trinken oder rauchen, häufiger von Augenzucken betroffen, weil der Körper durch Koffein und Nikotin schlechter durchblutet wird. Muss man sich Sorgen machen, wenn die Augen zucken? Meistens hört das Zucken schnell wieder auf und ist ungefährlich. Nur wenn das Auge sehr häufig zuckt oder sogar entzündet ist, sollte man zum Arzt gehen. Ein möglicher Grund dafür könnte nämlich ein Fremdkörper im Auge sein. Auch wenn ein zuckendes Auge also nicht unbedingt gefährlich ist, kann es vor anderen kleineren Problemen warnen.

  • Sep 25, 2023 · 5 min

    Wie sehen kognitive Landkarten aus? Wie stellen wir uns Landschaften im Kopf vor?

    Geografische Räume im Kopf abspeichern Mit dem Begriff "kognitive Karte" – englisch "mental map" – wird die Art bezeichnet, wie wir geografische Räume – also Orte, Landschaften, Länder – im Kopf abgespeichert haben – unsere innere Landkarte. Wenn ich mir die Route zu meiner Arbeit oder in meinen Lieblingsurlaubsort vorstelle oder sie aus dem Kopf zeichnen würde, oder die wichtigsten Orte in meinem Landkreis! – Wie sieht das aus? Natürlich bei jedem anders, aber es gibt paar universelle Effekte bei solchen mentalen Landkarten. Verzerrung: vertraute Gebiete nehmen in der Vorstellung mehr Raum ein Der erste ist die Tendenz zur Verzerrung. Eine echte Landkarte hat in der Regel einen ein­heitlichen Maßstab: Gleiche Abstände auf der Karte entsprechen gleichen realen Entfernungen. In kognitiven Karten ist das anders. Vertraute Gebiete nehmen in ihnen einen deutlich größeren Raum ein als fremde. In der kognitiven Karte eines Frankfurters erscheint Frankfurt sehr viel größer als in der kognitiven Karte einer Neapolitanerin. Einfach deshalb, weil der Frankfurter viele Plätze, Straßen und Viertel seiner Stadt kennt und diese Details entsprechend viel Platz in seiner kognitiven Karte beanspruchen. Viele kennen die berühmte Karikatur mit der Überschrift "The New Yorker" des Grafikers Saul Steinberg. Das ist ein Musterbeispiel für eine kognitive Karte: Im Vordergrund sieht man die Straßen von Manhattan, dahinter den Hudson River, dahinter den Rest der USA: Eingegrenzt von kanadischer und mexikanischer Grenze ragen ein paar Berge in die Höhe. Dieser Rest der USA ist etwa so groß dargestellt wie die Häuserblocks zwischen 9th Avenue und Hudson River. Hinter den USA schließlich beginnt, kaum breiter als der Hudson River, der Pazifik. Und am Horizont, gerade noch erkennbar als kleine Flecken: China, Japan und Russland. Begradigung: "krumme" Flüsse werden gerade Auch in diesem Bild sind die Verhältnisse also völlig verzerrt, aber es zeigt noch einen weiteres Merkmal kognitiver Karten, nämlich die Tendenz zur Begradigung von Linien. Zeichnen Sie einmal die wichtigsten Straßen, Täler und Flüsse Ihrer Umgebung aus dem Kopf und vergleichen Sie Ihr Bild mit der Darstellung im Straßenatlas! Oder zeichnen Sie die Umrisse von Europa. – Sie werden feststellen, dass Sie viele Linien "begradigt" haben. Darüber hinaus haben Sie vermutlich etliche dieser geradlinigen Abschnitte "eingenordet", sie also als waagerechte oder senkrechte Linien in Nord-Süd- bzw. Ost-West-Richtung ausgerichtet, obwohl sie vielleicht in Wirklichkeit in Nord-West- oder Süd-Süd-Ost-Richtung verlaufen. Ein schöner Test übrigens: Stellen Sie sich ein Schiff vor, dass durch den Panamakanal vom Pazifik in den Atlantik fährt. Fährt es von Westen nach Osten oder von Osten nach Westen? Für die meisten Menschen ist die Antwort überraschend: Wer vom Pazifik zum Atlantik fährt, bewegt sich im Panamakanal von Osten nach Westen. Das erwarten wir nicht, denn vor unserem geistigen Auge ist der Pazifik links, also im Westen, und der Atlantik ist rechts. Wenn man also im Kanal Mittelamerika durchquert, müsste man doch von links nach rechts fahren. Aber: Mittelamerika ist eben nicht einfach eine gerade Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika, sondern macht in der Höhe von Panama einen Bogen, der genau dort die Verhältnisse umgekehrt. Übergroß: zentrale Punkte ragen heraus Neben diesen zwei Effekten – Verzerrung und Begradigung – haben kognitive Karten noch eine dritte Eigenschaft: Gewisse markante Merkmale einer Gegend sind übergroß repräsentiert. Das, was wir für wesentlich oder "typisch" halten oder auch wichtige Orientierungspunkte, stechen in unseren kognitiven Karten stark hervor. Und wenn wir eine Großstadt bereisen, nehmen in unserer kognitiven Karte die Innenstadt und die zentralen Plätze einen übergroßen Raum ein im Vergleich zur Peripherie der Stadt, die meist um ein Vielfaches größer ist. Interessant ist bei kognitiven Karten, dass wir sie aus zwei Arten von Informationen zusammensetzen. Zum einen unseren persönlichen Erfahrungen, also wie wir eine Gegend selbst buchstäblich er-fahren haben. Zum anderen aus unserem geografischen Wissen, das wir uns vor allem anhand von Landkarten aneignen: Wir haben eine Vorstellung, wie Europa aussieht, Nicht, weil wir persönlich die Küste vermessen hätten, sondern weil wir Europa schon oft auf einer Karte gesehen haben. Kognitive Karte entsteht aus Erfahrungen und Überblickswissen Und wenn wir in einem Zug von Freiburg nach Berlin unterwegs sind, dann besteht diese Reise in unserem Kopf nur zu einem Teil aus dem, was wir entlang der Strecke tatsächlich sehen, den Bahnhöfen, Wäldern, Mülldeponien und Fabrikparkplätzen. Zu einem mindestens ebenso großen Teil fließen unsere geografischen Kenntnisse in die kognitive Karte unserer Reise ein: Wir wissen, dass unsere Reise erst durch die Rheinebene führt, dann an diversen deutschen Mittelgebirgen vorbei ins Norddeutsche Tiefland bis an die Spree. Wir wissen, dass wir von Südwesten nach Nordosten reisen, und zumindest die Älteren von uns werden vielleicht daran denken, dass sie unterwegs die ehemalige deutsch-deutsche Grenze passieren. Unsere kognitive Karte besteht somit aus einer Überlagerung von primären Erfahrungen und sekundär angeeignetem Überblickswissen. Das alles zeichnet kognitive Karten aus.

  • Sep 15, 2023 · 3 min

    Ist Wirtschaftswachstum gleichzusetzen mit Wohlstand?

    Wirtschaftswachstum bedeutet: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) steigt. Wie das gemessen wird, haben wir schon geklärt. Nun misst das Bruttoinlandsprodukt zwar die ökonomische Leistung eines Landes. Aber das heißt nicht, dass ein wachsendes BIP ein Gradmesser dafür ist, wie gut es einer Gesellschaft geht. Denn die Wirtschaftsleistung kann auch durch Katastrophen angekurbelt werden – zum Beispiel, wenn Stürme Häuser zerstören und sie deswegen neu gebaut werden müssen. Auch Kriminalität trägt zu einem wachsenden BIP bei, weil Polizeieinsätze Geld kosten und in die Rechnung einfließen. Und Umweltschützer kritisieren, dass es für das Bruttoinlandsprodukt keinen Unterschied macht, ob durch die Produktion von Waren die Umwelt geschädigt wird. Das BIP ist eine komplexe Rechnung ohne Bewertung von Gut und Böse, wenn man so will. Trotzdem werden die Daten unter anderem von der Politik genutzt, um den Wohlstand einer Nation zu bewerten. Dafür wird das Durchschnittseinkommen pro Kopf genommen, mit dem sich die Situation verschiedener Länder vergleichen lässt. Das BIP sagt allerdings nichts darüber aus, wie gerecht das Einkommen über die Menschen verteilt ist. Zusammengefasst: Es gibt viele Gründe, das Bruttoinlandsprodukt oder die Schlüsse, die manche daraus ziehen, kritisch zu sehen. Warum ist das BIP dann überhaupt eine so wichtige Größe? Das liegt daran, dass wir keine bessere Datengrundlage haben als das Bruttoinlandsprodukt. Zufriedenheit, Sicherheit und andere Faktoren, die beim Thema Wohlstand eine Rolle spielen, lassen sich nicht objektiv messen. Die Konjunkturdaten haben zwar auch einen Unsicherheitsfaktor, aber der ist deutlich geringer. Außerdem werden die Daten für das BIP regelmäßig erhoben, alle drei Monate. Die Politik oder auch Unternehmen können die Quartale miteinander vergleichen, bewerten und handeln. Und die nackten Zahlen spielen eben auch eine wichtige Rolle – zum Beispiel, wenn es darum geht, einzuschätzen, wie viele Schulden ein Land aufnehmen und auch wieder zurückzahlen kann. Wenn man die Nachrichten verfolgt, hat man oft den Eindruck, das Bruttoinlandsprodukt müsste immer weiter wachsen – und wenn das mal nicht klappt, ist die Politik direkt in Alarmstimmung. Aber hier in Deutschland geht es uns doch gut – muss die Wirtschaft dann überhaupt noch wachsen? Würde es nicht reichen, wenn sie stagniert? Rein theoretisch ist eine Volkswirtschaft vorstellbar, in der dauerhaft alles gleichbleibt: Die Menschen in einem Land arbeiten immer gleich viel und stellen gleich viel her. Aber: Zum einen gibt es einen technischen Fortschritt, der es erlaubt, mehr zu produzieren. Auf Wachstum zu verzichten würde also bedeuten, dass wir entweder auf technischen Fortschritt verzichten oder dass die Bevölkerung weniger arbeitet. Jetzt ist Deutschland aber nicht allein auf der Welt und wenn alle anderen Länder auf Wachstum setzen, wir aber nicht, dann würden wir schnell abgehängt werden – zum Beispiel was Forschung und Innovationen angeht. Das würde wiederum Arbeitsplätze und damit auch Wohlstand gefährden. Kommt eine Volkswirtschaft unfreiwillig ins Nullwachstum, dann nennt man das eine statische Wirtschaft. Es gibt aber auch eine Bewegung, die diesen Zustand bewusst herbeiführen will: Das heißt dann Postwachstumsökonomie. Die Befürworter davon räumen aber auch ein: Dafür müssten wir unser Leben ganz schön umkrempeln: Nur noch 20 Stunden arbeiten statt 40 und in der restlichen Zeit selbst Obst und Gemüse anbauen, Gegenstände tauschen und reparieren und auch auf vieles verzichten. Nur, würde das wirklich funktionieren – wenn alle mitmachen? Viele Ökonomen haben daran ihre Zweifel: Wenn die Menschen weniger arbeiten, zahlen sie weniger Steuern – dann hat auch der Staat weniger Geld für Schulen, die Verwaltung und auch für Sozialleistungen und die gesetzliche Rente. Global gesehen kommt dazu: Die Weltbevölkerung wächst und sie kann nur versorgt werden, wenn weltweit mehr Lebensmittel und Waren produziert werden. Deshalb: Auch wenn es in Deutschland Befürworter einer Postwachstumsökonomie gibt – für arme Länder mit starkem Bevölkerungswachstum ist das keine Option.

  • Sep 13, 2023 · 1 min

    Woher kommt der Ausdruck "Hals- und Beinbruch"?

    Keine Herleitung aus dem Jiddischen Ich war lange der Annahme, dass diese Redewendung auf eine aus dem Jiddisch-Hebräisch kommende Formel zurückzuführen sei – "hazlóche un bróche" heißt so viel wie Glück, Erfolg und Segen. Das war der Stand der Forschung vor einigen Jahren. Inzwischen habe ich mit einem Jiddisten, also einem Spezialisten für das Jiddische, gesprochen. Der sagt, dass das ganz undenkbar sei; er sieht da überhaupt keinen Zusammenhang. Viel Glück: Brüche wünschen auch Engländer und Segler In der Tat sagen wir ja schon lange "das ist kein Beinbruch" um auszudrücken: Das ist nicht schlimm. – Und das Brechen des Halses ist als Drohung oder als Problem sprichwörtlich geworden. Insofern brauchen wir den Übergang oder den Umweg über das Jiddisch-Hebräische gar nicht. Im Englischen kennt man "break a leg", wörtlich "Brich dir ein Bein" – ein Ausdruck, mit dem man Glück wünscht und der mit dem Jiddischen gar nichts zu tun hat. Auch beim Segler-Ausdruck "Mast- und Schotbruch" gibt es keine Verbindung zum Jiddischen. Der Ausdruck "Hals- und Beinbruch" kommt also ganz direkt aus deutscher Tradition.

  • Sep 13, 2023 · 1 min

    Spinne am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen – woher kommt das?

    Spinnen war für die meisten Frauen eine Feierabendtätigkeit. Da war es dann auch "erquickend und labend", denn so heißt es weiter: "Spinne am Abend – erquickend und labend." Wer allerdings am Morgen schon spinnen musste, so die Forschungsmeinung bis vor einigen Jahren, der hatte offenbar keine andere Möglichkeit, zu Geld zu kommen. Damit konnte man also nur wenig Geld verdienen, insofern bedeutete das "Kummer und Sorgen". Das ist aber nur eine sekundäre Erklärung, die man sich so zurechtgelegt hat. Aberglaube: Spinne als böses Omen Ursprünglich geht es um Aberglauben. Die Spinne wird als eine Art Omen, als schlechtes Vorzeichen bewertet. Das findet man ähnlich auch in anderen europäischen Sprachen, beispielsweise im Französischen oder auch im Englischen, wo es heißt: A spider in the morning is a sign of sorrow. – Also: Eine Spinne am Morgen ist ein Vorzeichen von Sorgen, von Nöten. Das ist also die eigentliche Erklärung: Der Volksaberglaube, dass eine Spinne ein böses Vorzeichen wäre.

  • Aug 30, 2023 · 4 min

    Warum bewegen sich Wolken manchmal in verschiedene Richtungen?

    3 "Stockwerke": Wolken sind in unterschiedlichen Höhen unterwegs Das passiert meist dann, wenn sich Wolken in unterschiedlichen Höhen befinden, es also sowohl tiefhängende Wolken gibt als auch welche in höheren Luftschichten. Denn die Windrichtung ändert sich mit der Höhe. Ganz grob kann man dabei in der Atmosphäre drei "Stockwerke" unterscheiden. Ich fange mal im "Dachgeschoss" an, das befindet sich 9 bis 12 Kilometer über der Erde. Dort sind vor allem Cirruswolken unterwegs. Das sind die feinen Federwolken vor meist blauem Himmel, also die typischen Schönwetterwolken. Diese Wolken bewegen sich etwa in der Höhe, in der auch Flugzeuge fliegen und ihre Kondensstreifen hinterlassen. In dieser Höhe weht in unseren Breiten ein sehr starker Wind, der sogenannte Jetstream; er weht relativ kontinuierlich von West oder Nordwest. Entsprechend bewegen sich Cirruswolken und Kondensstreifen ebenfalls meist in diese Richtung. Nordhalbkugel: Winde wehen tendenziell von West nach Ost Dass der Jetstream grob Richtung Osten weht, hängt mit der Erddrehung zusammen. Ganz grob gesagt: Eigentlich "will" der Wind vom warmen Äquator zum kalten Nordpol, also von Süden nach Norden. Aber wegen der Erddrehung werden alle Wind auf der Nordhalbkugel nach rechts abgelenkt. Deshalb weht der Jetstream am Ende von West nach Ost. Wie das genau zusammenhängt, habe ich in einer anderen 1000-Antworten-Folge erklärt: "Warum weht der Wind überwiegend aus dem Westen? Hoch- oder Tiefdruckgebiet? – Winde wehen in verschiedene Richtungen Zurück zum Jetstream auf 9.000 bis 12.000 Metern Höhe. Darunter befindet sich ein relativ ausgedehntes Stockwerk. Das ist das, wo sich die Dynamik des Wetters hauptsächlich abspielt. Dort bewegen sich nämlich die Hoch- und Tiefdruckgebiete, die wir von den Wetterkarten als kreisförmige Gebilde kennen. Sie erscheinen deshalb kreisförmig, weil sich hier der Wind tatsächlich kreisförmig um sie herumweht. Um Hochdruckgebiete weht er dabei im Uhrzeigersinn, um Tiefdruckgebiete gegen den Uhrzeigersinn – zumindest auf der Nordhalbkugel der Erde. Entsprechend bewegen sich auch da die Wolken. Oft weht der Wind auch hier aus Westen, oft aber auch aus anderen Richtungen – je nachdem, wie die Hoch- und Tiefdruckgebiete gerade unterwegs sind und wo sich in dieser Gemengelage gerade mein Standort befindet. Wenn wir jetzt eine Situation haben, in der es Wolken in beiden Stockwerken gibt, also zum Beispiel Cirruswolken oben in Flughöhe und Haufenwolken darunter, dann kann es sein, dass die Winde in den verschiedenen Höhen in unterschiedliche Richtungen wehen und entsprechend auch die Wolken sich in unterschiedliche, vielleicht sogar entgegengesetzte Richtungen bewegen. Aber es gibt noch ein weiteres Stockwerk. Das ist das, was uns am nächsten ist – nämlich die ersten 1.000 bis 1.500 Meter über der Erdoberfläche. Das ist das "Erdgeschoss" der Atmosphäre. Diese Schicht ist dadurch gekennzeichnet, dass die Winde sich an der Erdoberfläche reiben und dadurch abgebremst werden. Ich hatte gesagt, dass die Winde auf der Nordhalbkugel wegen der Erddrehung immer nach rechts abgelenkt werden – dieser Effekt wird auch als Corioliskraft bezeichnet – und der ist umso größer, je schneller der Wind weht. Wird der Wind in Bodennähe also abgebremst, wird er nicht mehr so stark abgelenkt. Im Vergleich zu dem Stockwerk darüber weht der Wind deshalb weiter nach links, und das kann als Winkel bis zu 45° aus machen. Genau das machen sich Ballonfahrer zunutze, denn das ist eine der wenigen Möglichkeiten, wie ein Heißluftballon zumindest ein bisschen navigieren kann: Will ich weiter nach rechts, werfe ich Ballast ab, sodass ich in Schichten aufsteige, in denen der Wind weiter nach rechts weht. Wenn ich weiter nach links will, lasse ich Gas ab, sodass ich sinke. Unterschiedliche Windverhältnisse lassen Wolken in verschiedene Richtungen driften Betrachten wir jetzt nochmal unsere Wolken: Im Erdgeschoss der Atmosphäre weht der Wind bis zu 45° schräg im Vergleich zum Wind im ersten Geschoss. Und im Dachgeschoss kann er nochmal ganz anders wehen. Deshalb können die Wolken in den verschiedenen Luftschichten in unterschiedliche Richtungen driften.

  • Aug 27, 2023 · 3 min

    Wie entsteht ein Akku-Brand?

    Hohe Energiedichte Lithium-Ionen-Akkus haben eine hohe Energiedichte, deshalb sind sie so gut geeignet für leistungsstarke Geräte wie E-Bikes, Notebooks oder auch für selbstfahrende Rasenmäher. Die hohe Energiedichte hat jedoch eine Schattenseite, und das ist die zwar statistisch geringe, aber eben doch vorhandene Brand- und Explosionsgefahr, wenn im Akku die Dinge außer Kontrolle geraten, es zu einem Kurzschluss kommt und sich die viele Energie sozusagen auf einen Schlag entlädt. Bei Beschädigung droht Kurzschluss Dabei passiert Folgendes: Wie jede normale Batterie hat ein Akku zwei Kammern, eine auf der Anoden- eine auf der Kathodenseite. Zwischen diesen beiden Kammern strömen die Ladungsträger – in dem Fall die Lithium-Ionen – hin- und her, in die eine oder in die andere Richtung, je nachdem, ob der Akku gerade genutzt oder wieder aufgeladen wird. Damit das kontrolliert passiert, befindet sich zwischen den Kammern der sogenannte Separator, eine halbdurchlässige Trennwand. Halbdurchlässig bedeutet, die Ladungsträger im Akku – also die Lithium-Ionen – können den Separator durchdringen, aber nur langsam und wohldosiert. Wenn der Separator beschädigt ist – sei es durch übermäßige Hitze, sei es, weil er auf einen harten Boden gefallen oder einfach durch einen Produktionsfehler –, wird diese Trennwand für die Lithium-Ionen durchlässiger als sie sein sollte. Das heißt im Klartext: Es gibt einen Kurzschluss. Der führt dazu, dass die Lithium-Ionen sehr schnell durch den Akku wandern und es sehr schnell zu chemischen Reaktionen kommt, bei denen in kurzer Zeit sehr viel Energie freigesetzt wird. Das führt zu einer Kettenreaktionen: Je heißer der Akku wird, desto eher geht erstens der Separator noch mehr kaputt und desto schneller laufen zweitens die Reaktionen ab, sodass durchaus Temperaturen von über 1.000 °C entstehen können. Man muss sagen: Das Risiko, dass ein Akku Feuer fängt, ist insgesamt gering, kleiner als 1:1.000.000. Aber dadurch, dass es inzwischen viele Millionen Lithium-Ionen-Akkus gibt, kommt es eben immer mal wieder vor. Wie kann man Akku-Brände vermeiden? Es gibt ein paar Vorsichtsmaßnahmen, mit denen sich das Risiko verringern lässt. Dazu gehört, Akkus immer mit den Geräten zu laden, die dafür vorgesehen sind. Und zwar bei Temperaturen zwischen 10 °C und 30 °C. Ist es zu kalt oder zu warm, erhöht sich die Kurzschluss-Gefahr. Wenn Lithium-Ionen-Akkus länger nicht genutzt werden – also etwa beim E-Bike in der Winterpause – den Akku vom Gerät entfernen und einigermaßen kühl lagern, und zwar am besten, wenn er halb voll geladen ist. Ist der Akku zu leer, besteht bei längerer Lagerung die Gefahr einer Tiefentladung – auch das erhöht beim Wiederaufladen die Brandgefahr. Wird der Akku aus einer kalten Garage geholt, lässt man ihn am besten bei Zimmertemperatur sich aufwärmen. Und beim ersten Wiederaufladen empfiehlt es sich, in der Nähe zu bleiben und immer mal wieder gucken, ob alles in Ordnung ist. Wie löscht man einen Akku-Brand? Hat der Akku jedoch einmal Feuer gefangen, lautet die Regel: Nicht versuchen, ihn mit Wasser zu löschen! Denn das kann die eigentliche Explosion erst auslösen. Wegen der großen Hitze können sich nämlich Wassermoleküle in Wasserstoff und Sauerstoff spalten. Und freier Wasserstoff ist hochgefährlich, dann kommt es zur Knallgasreaktion. Besser geeignet ist Löschpulver, was in guten Feuerlöschern auch enthalten ist. Und am besten gleich die Feuerwehr rufen.

  • Aug 13, 2023 · 3 min

    Wie wird das Wirtschaftswachstum gemessen?

    Um das Wirtschaftswachstum auszurechnen, muss erstmal das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ermittelt werden – denn das ist die Definition: Das Wirtschaftswachstum beschreibt, wie stark das Bruttoinlandsprodukt gewachsen ist – zum Beispiel innerhalb eines Quartals im Vergleich zum Vorquartal. Das BIP kann natürlich auch schrumpfen. Wie aber rechnet man das Bruttoinlandsprodukt aus? Unter das BIP fällt alles, was in unserer Volkswirtschaft innerhalb dieses Zeitraums an Waren und Dienstleistungen produziert wurde. Genauer gesagt, der geschaffene Mehrwert. Das bedeutet: Wenn ein Brötchen verkauft wird, dann werden davon unter anderem die Kosten für das eingekaufte Mehl und andere Zutaten abgezogen. Damit nicht doppelt gezählt wird. Die Wertschöpfung der einzelnen Wirtschaftsbereiche wird zusammengerechnet und dann kann man vergleichen, wie sich die Wirtschaftsleistung verändert hat. Wichtig: Natürlich wird wegen der Inflation alles teurer, also auf dem Papier auch "mehr wert". Aber Preissteigerungen werden beim Wirtschaftswachstum rausgerechnet. Ist die Summe der Werte aller Waren und Dienstleistungen gestiegen, zeigt sich, um wie viel Prozent – und das ist dann das Wirtschaftswachstum. Das klingt relativ einfach – aber es ist in der Praxis ein ganz schöner Aufwand: Und den betreibt das Statistische Bundesamt: Es erstellt hunderte amtliche Statistiken, auch mit Hilfe der Statistischen Landesämter. Dafür werden zum Beispiel Unternehmen regelmäßig aufgefordert, Zahlen zu melden. Welche Firmen das konkret sind, wechselt und es ist geheim. Aber die Statistikämter stellen nach eigenen Angaben sicher, dass die Auswahl repräsentativ ist. Sagen wir mal, es wäre eine Firma dabei, die Baumaschinen herstellt. Dann geht es bei den Daten zum Beispiel darum, wie viel Umsatz mit den hergestellten Maschinen gemacht wurde und welche Kosten dabei angefallen sind. Das Bruttoinlandsprodukt wird aber auch von anderer Seite her nochmal gemessen: Und zwar: Wie wurden die Waren und Dienstleistungen verwendet – für den Konsum, als Investition in einem Unternehmen oder als Exportartikel. Nehmen wir einen Laptop: Der kann für den privaten Gebrauch gekauft werden, als gewerblich genutztes Gerät oder er könnte ins Ausland exportiert werden. Das ist wichtig, wenn man wissen will, worauf ein Wirtschaftswachstum konkret zurückgeht. Am Ende werden diese beiden Rechenwege miteinander abgeglichen – also, was wird in der Summe an Waren und Dienstleistungen produziert und: wie werden sie verwendet. Das hilft, um das Bruttoinlandsprodukt so genau wie möglich zu berechnen. Die erste Berechnung für das BIP wird immer 30 Tage nachdem ein Quartal abgelaufen ist veröffentlicht. Das Ergebnis hören, sehen oder lesen wir dann in den Nachrichten. Was viele aber nicht wissen: Danach wird mehrfach neu gerechnet – einfach, weil viele amtliche Statistiken erst später vorliegen. Übrigens: In das BIP fließen hauptsächlich die Werte an Waren und Dienstleistungen ein, die auch auf dem Markt gehandelt werden. Das heißt, wenn jemand zu Hause seine Eltern oder Kinder betreut, statt eine Betreuungseinrichtung zu nutzen, dann fließt diese Leistung nicht in das Bruttoinlandsprodukt ein. Wohl aber staatliche Leistungen wie Polizei, Justiz oder Verwaltung. Der Wert dieser Dienstleistungen wird vor allem über die Personalkosten im Bruttoinlandsprodukt berücksichtigt.

  • Jul 28, 2023 · 3 min

    Welchen Sinn haben im Sand eingegrabene Autoreifen?

    Kostengünstige Randmarkierung für Felder Ich habe das Foto dem Mitarbeiter einer Umweltorganisation in Dakar geschickt, den ich einmal kennengelernt habe. Er kennt die Stelle, die das Foto zeigt, und sagt: Die Reifen dienen dort zur Begrenzung eines Sportplatzes. Sie stellen einfach die Randmarkierung dar. In trockenen Ländern wie Senegal sind eingegrabene alte Autoreifen eine relativ kostengünstige und gleichzeitig stabile Möglichkeit, um auf einer sandigen Fläche ein Feld abzugrenzen. Kostengünstig deshalb, weil an ausgedienten Autoreifen meist kein Mangel herrscht. Autoreifen bieten Schutz gegen Erosion Gäbe es Alternativen? Aufgrund der Wasserknappheit spricht vieles dafür, keinen Rasen anzulegen, den man aufwändig bewässern müsste. Bei uns würde man um den Sportplatz vielleicht einen Zaun bauen, aber solche Sportplatzzäune müssen ja einiges aushalten: Fußbälle, die gegen sie prallen, oder Jugendliche, die drüber klettern. Auch solche Zäune sind teuer. Außerdem ist in trockenen Gegenden der Boden verstärkt der Erosion ausgesetzt – auch da bieten die eingegrabenen Autoreifen einen guten Schutz. Zwar halten sie nicht ewig – die Autoreifen haben die Neigung, sich im Laufe der Zeit nach oben zu arbeiten und irgendwann ganz aus dem Boden herauszukommen – aber dann kann man sie ja relativ einfach wieder einbuddeln. Wenn Sie also vor allem in südlichen Ländern solche Reihen von eingegrabenen Autoreifen sehen, dienen diese fast immer zur Abgrenzung von Flächen – seien es Fußballfelder oder Grundstücke. Auf Spielplätzen in Deutschland anzutreffen Bei uns sieht man solche Reifen allerdings auch manchmal: Nämlich auf Spielplätzen – da dienen sie zum Abfedern einer Wippe oder auch als eigenständige Spielelemente, sodass Kinder z.B. von einem eingegrabenen Reifen zum nächsten hüpfen können.

  • Jul 21, 2023 · 2 min

    Kornkammer Europas: Warum wächst in der Ukraine so viel Getreide?

    Schwarzerde-Böden gehören zu den weltbesten Ackerböden Das liegt vor allem an den Schwarzerde-Böden, die zu den besten Ackerböden der Welt gehören. Sie sind locker, schön krümelig, humusreich, kalkhaltig, oft sehr tiefgründig – und in der Ukraine weit verbreitet. Mehrere günstige Umstände kommen hierfür zusammen: Die natürliche Landschaft weiter Teile der Ukraine besteht aus Steppe, denn die Ukraine liegt weit weg vom Ozean, hinter den Karpaten. Es regnet viel weniger als in Mitteleuropa, und im Winter ist es ziemlich kalt. Außerdem ist die Ukraine bis auf die Karpaten ganz im Westen weitgehend flach. Auf diesen Flächen wurde noch in der letzten Eiszeit viel Löss abgelagert. Löss kennen wir auch aus weiten Teilen Deutschlands: Es ist ein kalkhaltiges, relativ lockeres Sediment, nicht zu lehmig, nicht zu sandig. Das ist schon mal ein gutes Ausgangsmaterial. Unter Steppenbedingungen entwickelten sich aus diesem Löss die für die Ukraine so typischen sehr humusreichen Schwarzerde-Böden. Der viele Humus kommt daher, dass die Gräser und die andere Steppenvegetation, die im Frühjahr wächst, sich im Sommer, Herbst und Winter nur teilweise zersetzt und abgebaut wird: Im Sommer ist es oft zu trocken, im Winter zu kalt. Dadurch reicherte sich über die Jahrtausende organischer Humus im Boden an. Hinzu kommt ein äußerst aktives Bodenleben. Denn gerade wegen der starken jahreszeitlichen Schwankungen gibt es eine Reihe von Tieren, die immer wieder zwischen Oberfläche und Untergrund pendeln und den Boden durchmischen und durchwühlen. Das sind nicht nur Würmer, sondern auch Murmeltiere oder Feldhamster. Fruchtbare Böden führen zu hohen Getreideernten All diese Faktoren führen zu diesen extrem fruchtbaren Böden, die hohe Getreideernten ermöglichen. Deshalb haben sich auf diesen Böden schon vor tausenden von Jahren Menschen niedergelassen, um Ackerbau zu treiben. Sie haben dafür auch Brände gelegt; das hat an vielen Stellen den Boden zusätzlich mit Asche und Nährstoffen angereichert. Die Ukraine ist zwar nicht das einzige Land mit solchen Böden, in Europa findet man größere Flächen auch in der ungarischen Puszta und in Rumänien, aber die Ukraine hat innerhalb Europas flächenmäßig die größte Schwarzerde-Fläche. Und nach Osten geht dieser Steppengürtel noch viel weiter. Er zieht sich über Kasachstan und Teile Russlands bis in die Mongolei. Die Ukraine bildet aber das westliche, europäische Ende dieses weitgestreckten Gürtels und ist gerade deshalb innerhalb Europas die Kornkammer schlechthin.

  • Jun 3, 2023 · 2 min

    Warum gibt es so viele Insektenarten?

    Insekten: 500 Millionen Jahre Zeit zur Entwicklung Das sind allerdings Hochrechnungen, gerade in den Tropen sind viele noch gar nicht bekannt. Wissenschaftlich beschrieben sind nur knapp eine Million Insektenarten. Doch warum gibt es gerade bei den Insekten eine so unglaubliche Vielfalt? Forscher haben dafür mehrere Erklärungen – die sich vermutlich ergänzen. Zum einen gibt es Insekten schon sehr lange. Es gab sie schon vor mehr als 500 Millionen Jahren – lange bevor es Fische, Saurier oder Säugetiere gab. Und weil es sie schon so lange gibt, hatten sie viel Zeit, sich in der Evolution auseinanderzuentwickeln und in viele Arten aufzuspalten. Kurzes Leben – schnelle Generationenabfolge: Evolution schreitet rasch voran Begünstigt wurde das auch dadurch, dass Insekten verglichen mit anderen Tieren nur ein kurzes Leben haben. Die Generationsabfolge ist somit viel schneller, es gibt oft mehrere Generationen im Jahr und mit jeder Generation kann es zu kleinen genetischen Veränderungen kommen. Die Evolution der Insekten kann deshalb sehr viel schneller voranschreiten als die der Säugetiere. Hox-Gene: kleine Änderungen im Erbgut ordnen Körperbauteile neu Es gibt noch einen weiteren Grund für die vielen Insektenarten: Das ist der Körperbau. Insekten sind Gliederfüßer, sie haben somit – technisch gesprochen – einen modularen Aufbau aus Kopf, Beinen, Flügeln, Antennen. Der grundlegende Aufbau ist bei allen Insekten ähnlich. Welche Extremität sich wo genau entwickelt, wie lang sie wird und wozu sie genau genutzt wird – das ist von Insekt zu Insekt jedoch unterschiedlich. Grundsätzlich lässt aber dieser modulare Körperbau unglaubliche viele Variationen zu. Der Körperbau wird dabei von einer bestimmten Gruppe von Genen – sogenannten "Hox-Genen" – gesteuert. Hier führen schon kleine Veränderungen im Erbgut zu neuen Anordnung der Körperbauteile. So können immer wieder neue Körperbaupläne entstehen und somit neue Insektenarten, die sich dann auf neue ökologische Nischen spezialisieren und auseinanderentwickeln können. In diesem Punkt – dem modularen Körperbau – unterscheiden sich Insekten von Quallen oder Würmern, die zwar auch evolutionär schon sehr alt sind, von denen es aber nicht so viele Arten gibt. Das sind also die drei wichtigsten Faktoren, die Forscher für die große Zahl an Insektenarten verantwortlich machen: Es gab sie schon recht früh in der Evolution Die Generationenfolge ist sehr schnell Schon kleine genetische Veränderungen führen zu immer neuen Varianten in ihrem Körperbau.

  • May 26, 2023 · 3 min

    Wie lüftet man richtig?

    "Richtig lüften" heißt vor allem: Stoßlüften. Dazu macht man das Fenster weit auf; das ist besser als das gekippte Fenster. Davor warnen Umweltamt und Verbraucherzentrale, weil dabei die Wände rund um das Fenster abkühlen und sich Kondenswasser bilden kann. Wie lange soll man lüften? Das Ziel beim Lüften ist ein möglichst umfassender Luftaustausch, ohne die Wände abzukühlen. Im Winter reichen dafür drei bis fünf Minuten. Im Sommer dauert es länger, nämlich bis 20 Minuten, bis die Luft komplett ausgetauscht ist. Denn es gilt: Je geringer der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen ist, desto länger dauert der Luftwechsel. Deswegen lüftet man im Sommer am besten morgens und abends, wenn die Luft noch kühler ist. Wie oft sollte man lüften? Das hängt von den Umständen ab: Wenn die Wohnung tagsüber leer steht, reicht es, morgens und abends zu lüften. Ist man aber tagsüber zu Hause, produziert man sehr viel Luftfeuchtigkeit, den man atmet, schwitz, duscht vielleicht auch – in diesem Fall ist ein Luftaustausch drei bis viermal am Tag sinnvoll. Gelten für verschiedene Räume unterschiedliche Lüftungsempfehlungen? Ja, Räume haben verschiedene Lüftungsbedürfnisse. Im Badezimmer entsteht durch Duschen eine hohe Luftfeuchtigkeit, die in den Wänden und den Handtüchern steckt. Diese Feuchtigkeit sollte am besten direkt rausgelüftet werden. Die Badezimmertür bleibt dabei besser geschlossen, damit die feuchte Luft nicht in den Rest der Wohnung gelangt. Ähnlich ist das in der Küche. Im Schlafzimmer gilt ebenfalls eine besondere Lüftungssituation, denn während wir schlafen atmen und schwitzen wir eine große Menge Feuchtigkeit aus und Decke und Matratze speichern die Feuchtigkeit. Ein weiterer Trick für weniger Feuchtigkeit in der Wohnung ist, Handtücher draußen zu trocknen. Das funktioniert auch im Winter, es dauert dann lediglich länger. Welche Richtwerte gibt es für die Luftfeuchtigkeit in Räumen? 60 Prozent Luftfeuchtigkeit sollte man nicht überschreiten. Ein guter Richtwert liegt zwischen 40 und 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit bei einer Temperatur zwischen 18 und 22 Grad Celsius. Messen lassen sich die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur mit einem Hygrometer. Dabei sollte man darauf achten, nicht nur in der Mitte des Raumes zu messen, sondern auch die Außenwände zu kontrollieren. Werte im Bereich von 70 bis 80 Prozent sind hier kritisch, weil sich dann Schimmelpilze bilden können.

  • May 22, 2023 · 4 min

    Wie sinnvoll sind Triggerwarnungen?

    Helfen Triggerwarnungen Menschen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, wirklich? Das Wort "Triggern" wird umgangssprachlich oft gleichbedeutend verwendet mit "es nervt". Psychologisch ist das aber klarer definiert. Es bedeutet, dass traumatische Erfahrungen wieder wachgerufen werden. Ich habe mir das von einem Traumaexperten erklären lassen. Dr. Christian Lüdke ist Kinder- und Jugendpsychotherapeut und behandelt seit vielen Jahren Verbrechensopfer, die Terroranschläge, Amokläufe oder Geiselnahmen miterlebt haben. Er sagt: Traumatisierte Menschen können an sogenannten Flashbacks leiden, bei denen sie sich plötzlich an das traumatische Ereignis erinnern und die Situation wieder durchleben. Diese Flashbacks werden durch unbewusste Reize ausgelöst. Diese Reize, die zum Auslöser für Flashbacks werden, nennt man Trigger. Diese sind immer unbewusst. Sie sind nicht im Ereignis selbst gespeichert, sondern im Nervensystem. Kleine Reize können Trigger werden: Der Geruch eines bestimmten Parfums, ein Geräusch oder eine bestimmte Umgebung. In vielen Fällen ist das also sehr individuell – so individuell, dass die Medien darauf letztlich keine Rücksicht nehmen können. Wir wissen ja nicht, welche Musik bei welchen Menschen einen Flashback triggert. Aber natürlich gibt es auch Fälle, in denen der Auslöser sehr viel Ähnlichkeiten hat mit der traumatisierten Erfahrung. Etwa wenn ein Vergewaltigungsopfer eine Vergewaltigung in einem Film sieht – deshalb liegt der Gedanke nahe zu sagen: Diese Menschen schützt man, wenn man vorher darauf hinweist, dass sie in einem Film mit Beschreibungen einer Vergewaltigung konfrontiert werden und ihnen so die Gelegenheit gibt, auszuschalten. Schützen Triggerwarnungen davor, dass Menschen die traumatischen Situationen innerlich wieder durchleben müssen? Das Problem ist: Eine Triggerwarnung kann auch das Gegenteil auslösen. Christian Lüdke hat mir erklärt, dass bei Triggerwarnungen ein Nocebo Effekt entstehen kann. Das ist wie bei einer Placebo-Pille, nur umgekehrt. Bei Placebo denken wir, etwas hilft – und dann hilft es auch. Bei einer Triggerwarnung kann es passieren, dass ich Angst bekomme, weil mir die Warnung ankündigt, dass ich Angst bekommen könnte. Die Triggerwarnung weckt eine negative Erwartung, die zur selbsterfüllenden Prophezeiung wird. Gerade Wörter wie "Achtung" oder "Warnung" können selbst Ängste auslösen. Christian Lüdke rät deswegen, eine Triggerwarnung möglichst wegzulassen und dafür den Titel präzise zu formulieren. Beispiel: Es gibt im Podcast SWR2 Wissen eine Folge über "Sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe". Hier ist der Titel schon so aussagekräftig, dass eine zusätzliche Triggerwarnung nicht nötig gewesen wäre. Wer diese Folge anklickt, ist sich bewusst, was kommen kann. Auch Triggerwarnungen bei Inhalten mit Spinnen oder Spritzen hält er für übertrieben. Solche Warnungen sollten nicht inflationär eingesetzt werden. Einen Hinweis braucht es nur, wenn der Inhalt überrascht. Der Hinweis sollte nicht als Warnung formuliert werden, sondern einfach neutral über den Inhalt informieren. Wörter wie "Achtung", "Warnung" oder "Angst" lässt man lieber weg. Zum Beispiel: "Hinweis, in dieser Sendung geht es um …“ Bestärken funktioniert besser als warnen Menschen funktionieren laut dem Psychotherapeuten Christian Lüdke eher durch positive Erwartungen als durch Warnungen. Es ist psychologisch gesehen wirksamer zu bestärken, als zu warnen. Deswegen ist ein Hinweis sinnvoll. Ein Beispiel hierfür ist die Triggerwarnung, die beim Podcast "Ein Mensch verschwindet – Daniel Küblböck" eingesetzt wird. Dort heißt es: "Bevor wir beginnen, möchte ich euch auf Folgendes hinweisen: Es werden in dieser und anderen Folgen Suizid, psychische Erkrankungen, Homophobie, Gewalt und Transfeindlichkeit thematisiert. Falls ihr auf diese Themen sensibel reagiert, hört den Podcast vielleicht lieber mit einer vertrauten Person, mit der ihr die Folgen auch unterbrechen könnt, um euch über das Gehörte zu unterhalten." Dieser Hinweis regt dazu an, nicht direkt abzuschalten, sondern ermutigt den Hörenden, eine Situation zu schaffen, in der er die Sendung hören kann.

  • May 9, 2023 · 1 min

    Warum verschwinden Socken in der Waschmaschine?

    Es ist kein schwarzes Loch, aber es gibt einen kleinen Spalt zwischen Gummidichtung und Trommel – in den werden einzelne Socken beim Schleudern manchmal reingedrückt. Der mysteriöse Sockenschwund beim Waschen war sogar schon Gegenstand der Forschung: 2016 wurden 2.000 Briten nach ihren Erfahrungen gefragt – im Schnitt gingen pro Person 15 Socken im Jahr verloren. Was kann man gegen den Sockenschwund tun? Wie oft Socken verschwinden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Menge der Wäsche: Wer so viel wie möglich in die Maschine stopft, erhöht damit die Wahrscheinlichkeit, am Ende nur noch Solo-Socken in der Trommel zu finden. Der Tipp, die Maschine nur zu Dreiviertel zu beladen, schützt zwar vor Sockenverlust, erhöht aber die Stromrechnung – in Zeiten explodierender Energiepreise leider keine gute Idee. Grundsätzlich neigen alte Waschmaschinen häufiger zum Sockenfressen als neuere Modelle – wer mit einem Oldtimer wäscht, muss also besonders vorsichtig sein. Eine simple Schutzmethode ist es, die Socken einfach in ein Wäschenetz zu stecken, dann kann keine abhandenkommen. Oder man klammert Paare am Bund zusammen. Es gibt sogar schon Socken mit Druckknopf, die man zusammengeheftet in die Maschine geben kann. Wem das zu umständlich ist, der kann einfach nur noch Socken in derselben Farbe tragen – wenn da mal eine verloren geht, fällt es wenigstens nicht auf.

  • Apr 12, 2023 · 1 min

    Sollten Küche und Bad möglichst keimfrei sein?

    Menschen brauchen verschiedene Mikroorganismen Man würde es nie schaffen, in einem modernen Haushalt irgendetwas wirklich steril zu bekommen. Das macht auch keinen Sinn und wäre energetisch viel zu aufwendig. Manche Mikroben machen krank – vor denen muss man sich schützen Der Mensch braucht viele verschiedene Mikroorganismen, um gesund zu leben. Die Kunst ist, die guten Mikroorganismen bzw. die, die für den Menschen gesundheitsförderlich sind, zuzulassen. Aber die Krankheitserreger muss man ausschließen und unter Kontrolle haben. Das ist manchmal nicht so einfach. Müssen wir über gute und schlechte Keime reden? "Gut" und "böse" mag ich eigentlich nicht, denn die Mikrobe ist weder gut noch böse. Man kann eher sagen: Es gibt Mikroben, die unter bestimmten Bedingungen für den Menschen förderlich sind. Und andere sind Krankheitserreger

  • Apr 5, 2023 · 2 min

    Was ist bei der Ernährung von Nagetieren wichtig?

    Trockenfutter allein reicht nicht für Kaninchen und Meerschweinchen Kaninchen und Meerschweinchen haben einen ganz anderen Stoffwechsel und Magen-Darm-Trakt auch als Hund, Katze oder Mensch. Er ist so komplex, dass die sehr darauf angewiesen sind, eine korrekte Futterzusammensetzungen zu bekommen. Fertigfuttermittel, die es im Laden zu kaufen gibt, sind in der Regel Trockenfutter. Das besteht aus verschiedenen Pellets und ist überhaupt nicht ausreichend für Kaninchen oder Meerschweinchen, denn die brauchen einen gewissen Rohfaseranteil. Das heißt Heu, das sie immer zur Verfügung haben müssen. Und sie brauchen Frischfutter wie Gurke, Salat oder Möhre, die Vitamine etc. enthalten. Einfach nur Körnerfutter zu füttern ist also komplett falsch. Das darf man auf gar keinen Fall machen. Man wird ein bisschen in die Irre geleitet, weil das Trockenfutter im Tierfutterhandel so zur Verfügung steht. Aber es ist eben nur ein Teil. Man kann gerne ergänzend mal eine Handvoll Trockenfutter dazu füttern, aber der größte Teil des Futters sollte aus dem frischen Futter bestehen. Zähne der Nager müssen sich am Futter abreiben können Die Zähne wachsen bei Kaninchen und auch bei Meerschweinchen kontinuierlich, sodass die sich immer zu einem gewissen Grad abreiben müssen. Sonst kommt es zu dramatischen Fehlstellungen. Das passiert aber automatisch, wenn die Tiere immer Heu in ausreichender Menge zur Verfügung haben. Wobei es aber auch eine Erkrankung ist, wenn der Zahn-Abrieb nicht adäquat erfolgt oder es zu Fehlstellung kommt. So kommt es relativ häufig zu komplizierten Schiefstellungen, ein Zahn wächst auf einmal ganz lang oder in die falsche Richtung. Daher sollte man die Maulhöhle seines Kaninchens oder Meerschweinchens regelmäßig anschauen und beobachten, sodass einem gleich auffällt, wenn da ein Zahn schief und krumm steht. Denn die anderen Zähne werden automatisch in Mitleidenschaft gezogen und das muss man korrigieren,

  • Apr 5, 2023 · 2 min

    Sind Nagetiere als Haustier für Kinder geeignet?

    Meerschweinchen und Kaninchen sind anspruchsvoll in der Haltung Aus tierärztlicher Sicht sind Kaninchen und Meerschweinchen für Kinder eher weniger geeignet. Allerdings können Kinder so lernen, Verantwortung für ein Tier zu übernehmen. Da ist es praktisch, dass diese Kleintiere auf relativ kleinem Raum gehalten werden können. Allerdings zählen diese Nager von den Haltungsbedingungen und dem Aufwand her zu den kompliziertesten Tierarten. Zwar muss das Kaninchen im Gegensatz zum Hund nicht viermal täglich Gassi geführt werden. Aber es braucht eine adäquate Haltung und Auslauf. Man muss sich mit dem Futter auseinandersetzen, damit das Tier gut ernährt wird. Damit das Kaninchen zahm wird, braucht es viel intensiven Kontakt; die Kinder müssen also auch die Gelegenheit haben, das Kaninchen zu streicheln. Außerdem muss man das Tier regelmäßig durchchecken, nach den Zähnen und den Krallen schauen, damit einem da nichts entgeht. Wenn man ein nur halb zahmes Tier hat, das nicht zu einem kommt und sich nicht anfassen lässt, entgeht einem schnell, wenn an den Pfoten, den Krallen oder in der Maulhöhle irgendetwas ist. Erwachsene tragen die Verantwortung für das Wohl der Tiere Keinesfalls darf man den Kindern Kaninchen schenken und dann sich selbst überlassen. Den Erwachsenen muss klar sein, dass sie die komplette Verantwortung für die Tiere haben – auch wenn die Kinder die Verantwortung im Umgang mit den Tieren lernen sollen. Die Tiere, sowohl Meerschweinchen als auch Kaninchen, sollte man auch nie alleine halten. Da muss man schauen, dass die Tiere gut harmonieren. Es kann zu Problemen führen, wen man zwei Böckchen oder zwei Kaninchenmänner zusammen hält. Gerade, wenn noch ein weibliches Tier im Rudel ist, führt das häufig zu Revierkämpfen. Nager brauchen Auslauf Der Käfig darf auch nicht zu klein sein, daher sollte man keinen kleinen Käfig aus der Zoohandlung kaufen. Die Tiere brauchen Auslauf; Kaninchen noch mehr als Meerschweinchen. Das muss nicht zwingend im Garten sein, wenn man keinen zur Verfügung hat. Das geht auch im Kinderzimmer, wenn der Raum dreimal täglich zum Meerschweinchen-Lauf-Zimmer wird. Die Tiere sind relativ sauber und lernen recht schnell, immer an die gleiche Stelle zu kötteln, sodass man nur an einer Stelle eine Zeitung hinlegen muss, um das hinterher wieder weg zu räumen. Es ist aber nicht so, dass sie das ganze Zimmer verwüsten. Man muss sich allerdings bewusst sein, dass die Tiere Arbeit machen und wenn man sie im Haus hält, auch ziemlich viel Schmutz