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Woher stammt die "Quarantäne"? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de
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  • Dec 15, 2022 · 4 min

    Was macht die Europäische Zentralbank (EZB)?

    Die Hauptaufgabe der EZB ist es, dafür zu sorgen, dass die Preise in den Euroländern ungefähr gleich bleiben – dass sie also weder total steigen noch fallen. Das heißt: Unser Geld soll morgen ungefähr genauso viel wert sein wie heute. Ein bisschen Inflation ist in Ordnung Das heißt allerdings nicht, dass die Preise gar nicht steigen dürfen. Ein bisschen Inflation darf schon sein, konkret peilt die EZB mittelfristig ein Plus von maximal zwei Prozent pro Jahr an. Das ist eine Art Sicherheitspuffer. Denn angenommen, die EZB würde das Ziel null Prozent Inflation vorgeben, dann werden die Inflationsraten in den verschiedenen Euroländern um diesen Wert schwanken: Die einen wären ein bisschen über Null, die anderen würden aber – und das wäre gefährlich – ins Minus fallen, in die Deflation. Zentrales Ziel der EZB: Preisstabilität Das will die EZB unbedingt verhindern. Sinkende Preise klingen im ersten Moment zwar toll, sie hätten aber Folgen, die keiner will: Denn in so einer Situation warten die meisten Menschen ab, bevor sie sich ein neues Sofa oder Handy kaufen – in der Hoffnung, dass die Sachen günstiger werden. Und dann werden Firmen ihre Produkte nicht los, investieren nicht mehr und müssen vielleicht sogar Leute entlassen. Stabile Preise sind also wichtig, damit die Menschen und auch Unternehmen gut planen können. Und das ist das zentrale Ziel der EZB: Preisstabilität! EZB legt Leitzinsen fest Es gibt mehrere Mittel, um die Zinsen stabil zu halten. Ein ganz wichtiges sind die Leitzinsen, die die EZB festlegt – Zinsen im Plural, denn das sind verschiedene Zinswerte. Wenn pauschal von DEM Leitzins gesprochen wird, dann geht es um die Gebühr, die Banken zahlen müssen, wenn sie sich Geld bei der EZB leihen. Wie hängen Zinsen und Inflation zusammen? Was genau passiert, wenn die EZB den Leitzins erhöht oder senkt? Beispiel: Liegt der Leitzins bei 0, dann können sich die Banken kostenlos Geld von der EZB leihen und dieses Geld auch sehr günstig weiterverleihen. Das heißt: Kredite sind in solchen Zeiten günstig – Firmen und Menschen kommen sehr leicht an Geld, sie geben es aus, erzeugen damit auf den Märkten eine große Nachfrage – und dadurch steigen die Preise. Ein niedriger Leitzins treibt also die Inflation an. Umgekehrt: Wenn die Preise zu krass steigen, also die Inflation deutlich über 2 Prozent liegt, dann will die EZB will sie wieder runterkriegen. Dazu wiederum muss sie den Leitzins hochsetzen. Dann werden Kredite teurer, es wird weniger Geld ausgegeben – das drosselt die Inflation. Welche weiteren Möglichkeiten hat die EZB? Neben dem Festlegen der Leitzinsen kann die EZB dafür sorgen, dass die Geldmenge, die im Umlauf ist, kleiner wird. Das geht zum Beispiel indem sie von den Banken höhere Mindestreserven verlangt. Dieses Geld wird sozusagen eingefroren und kann nicht mehr verliehen werden. Dadurch wird jeder Euro, der im Umlauf ist, wertvoller und auch das drückt die Inflation. Hat die EZB noch andere Aufgaben als für stabile Preise zu sorgen? Ja. Die EZB verwaltet zum Beispiel Währungsreserven der Euroländer und sie hat den Euro als Ganzes im Blick, d.h. sie handelt, wenn sich der Euro ungewollt schlecht entwickelt gegenüber anderen Währungen. Und die EZB beaufsichtigt viele Banken – und zwar große, wichtige Banken für einzelne Euroländer oder die gesamte Union. Wieso werden neben der EZB noch nationale Zentralbanken gebraucht – in Deutschland z.B. die Bundesbank? Die Bundesbank druckt zum Beispiel Euro-Banknoten und gibt Euro-Münzen an die Banken aus. Damit sorgt sie dafür, dass wir Geld am Bankautomaten ziehen können oder dass der Einzelhandel Wechselgeld hat. Das macht die EZB nicht. Die Bundesbank tauscht auch unseren 20-Euro-Schein aus, den wir aus Versehen zerrissen haben oder sie nimmt die frühere Währung D-Mark an und gibt uns Euro dafür. Und sie sichert auch unsere Kartenzahlungen ab. Außerdem überwacht die Bundesbank gemeinsam mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin deutsche Banken und auch Unternehmen, die Geldgeschäfte abwickeln. Das alles könnte die EZB gar nicht leisten. Deshalb gibt sie Aufgaben an nationale Zentralbanken weiter. Aber deren Präsidenten sitzen im EZB-Rat – das bedeutet, sie entscheiden mit über die Geldpolitik im Euroraum und setzen sie dann auch um.

  • Dec 12, 2022 · 1 min

    Welche Vorsorgeuntersuchungen für Schwangere sind sinnvoll?

    Mutterpass informiert über alle wichtigen Untersuchungen In Deutschland ist das toll geregelt: Wir haben einen Mutterpass und haben Mutterschaftsrichtlinien. Ohne den Mutterpass sollte die Schwangere nie aus dem Haus gehen, denn da steht alles drin. Alle 4 Wochen, bis zur 32. Schwangerschaftswoche, soll sie zur Frauenärztin gehen. Aber der 32. Woche alle 2 Wochen den Arzt besuchen. Und ab Endtermin alle zwei, drei Tage Kontrolle. Das ist klar geregelt. Es gibt diese Vorsorgeuntersuchungen, bei denen der Blutdruck, der Urin und der Hb-Wert kontrolliert werden. Man macht ein Blutbild um zu sehen, wie der Blutwert der Schwangeren ist. All diese Untersuchungen sind sinnvoll. 3 Ultraschalluntersuchungen reichen bei gesunden Schwangeren Außerdem sind in Deutschland 3 Ultraschalluntersuchungen festgeschrieben. Diese Untersuchungen sind gut und sinnvoll. Allerdings bekommen Schwangere in Deutschland mehr als doppelte so viele Ultraschalluntersuchungen, selbst wenn sie gar keine Risiken hat. Das muss nicht sein; ein Ultraschall bei jedem Arztbesuch ist nicht notwendig.

  • Nov 21, 2022 · 2 min

    Sind Tiere musikalisch?

    Es gibt viele Beobachtungen, die Menschen bei Haustieren machen. Manches kann antrainiert sein. Wenn man z.B. seinem Haustier beim Futtergeben immer eine bestimmte Melodie vorsingt, dann reagiert es irgendwann automatisch auf diese Melodie. Aber es scheint tatsächlich so zu sein, dass Tiere auch einfach so auf Musik reagieren. Auf YouTube gibt es da ganz viele süße Videos, in denen z.B. ein Mädchen an der Kuhweide Ziehharmonika spielt und plötzlich die ganze Herde ankommt. Oder Wellensittiche, die mit dem Kopf zu Flötenmusik mitnicken. Und Elefanten, die mit ihrem Rüssel auf die Klaviertasten hauen. Reagieren die Tiere nur auf Melodien oder auch auf Rhythmus? Dass Tiere auch beim Rhythmus mitwippen, hat man bisher z.B. bei Elefanten und ein paar anderen Tierarten beobachtet. Eine Studie aus Japan hat das aber zum ersten Mal auch methodisch nachgewiesen. Dafür wurden Ratten mit Bewegungs-Trackern ausgestattet. Anschließend wurde ihnen Musik von Mozart, aber auch von beispielsweise Lady Gaga und Queen vorgespielt. Diese Studie zeigt nicht nur, dass Ratten ein angeborenes Taktgefühl haben, sondern auch, dass sie auf ganz ähnliche Rhythmen reagieren wie wir Menschen. Kann man sagen, was für Musik Tiere mögen? Gibt es dazu Forschung? Da gibt es wirklich sehr amüsante Anekdoten. Eine Forscherin hat z.B. mal Vögeln Futterstationen mit verschiedenen Musikrichtungen vorgesetzt. Die meisten Vogelarten blieben wohl bei klassischer Musik am längsten sitzen, z.B. von Debussy. Finken und Spatzen hatten stattdessen eine Vorliebe für Metallica. Außerdem scheinen Kühe langsame Songs wie z.B. von Simon & Garfunkel zu mögen. Forscher haben herausgefunden, dass sie dann sogar 3 Prozent mehr Milch produzieren. Die Beatles kamen dagegen nicht so gut an. Heavy Metal scheint insgesamt sehr unterschiedlich anzukommen. Marienkäfer und Mücken scheinen das gar nicht zu mögen, während weiße Haie die Musik von AC/DC mögen, oder wohl eher die Vibrationen, die das im Wasser erzeugt. Gibt es auch Musik speziell für Tiere? Ja, zum Beispiel für Katzen. Die haben ein viel empfindlicheres Gehör als wir Menschen und mögen wohl die meiste Musik für Menschen nicht. Ein amerikanisches Forschungsteam hat deswegen einmal Musik extra für Katzen komponiert. Da kommen z.B. bestimmte Frequenzen und Geschwindigkeiten vor, die Katzen angeblich besonders gefallen. Ich hab mir die auch mal angehört, auf musicforcats.com – sie hat sehr viel von klassischer Musik und Entspannungsmusik.

  • Nov 21, 2022 · 3 min

    Gibt es bei Tieren Dialekte?

    Vögel artikulieren sich regional unterschiedlich Es wird inzwischen bei immer mehr Tierarten nachgewiesen, dass sie sich regional unterschiedlich artikulieren. Schon lange ist es bei Vögeln bekannt, vor allem den Singvögeln. Zum Beispiel klingen die Amseln im Breisgau unter Umständen anders als die im Rhein-Main-Gebiet. "Anders" kann zum Beispiel heißen, dass sich die typischen Melodien unterscheiden. Häufig kommt es auch vor, dass die Melodien zwar ähnlich sind, die Tonart jedoch eine andere ist: In einer Gegend singen die Vögel die gleiche Melodie etwas höher als in einer anderen. Oder schneller. Oder – auch das hat man nachgewiesen – in dicht besiedelten Gebieten singen Vögel lauter, um gegen den Stadtlärm überhaupt noch durchzudringen. In Langzeitstudien hat man auch festgestellt, dass die Gesangsweisen sich über Generationen verändern. Zum Beispiel haben Wissenschaftler in der Nähe vom Yosemite-Nationalpark in Kalifornien seit den 1970er-Jahren Aufnahmen von einer bestimmten Sperlingsart gemacht – der Gesang der Sperlinge hat sich seitdem deutlich verändert. Bei welchen Tieren gibt es noch Dialekte? Bei Walen sind sie nachgewiesen und auch bei Affen – vor allem bei den Gibbon-Affen in Südostasien. Die Gesänge der Gibbons in Vietnam unterscheiden sich von denen in Kambodscha. Englische Forscher wiederum wollen bei Kühen Muh-Unterschiede zwischen verschiedenen Herden nachgewiesen haben. Sie sind von Bauern darauf aufmerksam gemacht worden, haben das Muhen der verschiedenen Kühe dann phonetisch analysiert – und tatsächlich lokale Klangunterschiede festmachen können, die man als Dialekte bezeichnen könnte. Wie ist es bei Hunden? Bellen die in Amerika anders als in Europa? Bei Hunden hat man vor allem gezeigt, dass sich ihr Bellen manchmal der Stimme ihres Herrchens anpasst, vor allem im Tempo und Rhythmus. Das wäre an sich noch kein regionaler Dialekt. Da aber Hundehalter ja nun mal auch eine bestimmte Sprachen sprechen und auch nicht frei sind von regionalen Dialekten, wäre die logische Folge – wenn man davon ausgeht, dass Herrchens und Frauchens Tonlage abfärbt – dass auch die Hunde sich eine Art Dialekt aneignen. Verstehen Hunde und Vögel fremde Dialekte? Sofern man von "verstehen" bei Hunden sprechen kann. Aber man kann wohl davon ausgehen, dass trotz möglicher Dialekte ein Hund "versteht", wenn ein anderer ihn aggressiv anschnauzt. Oder dass ein Amselweibchen am Ende doch "versteht", was das Männchen ihm "sagen" will. Allerdings weiß man auch, dass Vogelweibchen Partner bevorzugen, die so singen, wie die Weibchen es von ihrer Heimat her kennen. Je fremder der Dialekt des Männchens, desto eher lehnen sie es ab. Und es gibt auch Fälle, wo der Dialekt zur endgültigen Trennung geführt hat. Der Ornithologe Claus König hat mir mal ein klassisches Beispiel genannt: Nachtigall und Sprosser. Die Nachtigall kommt mehr in Westeuropa vor, der Sprosser im Osten – sie gehörten einmal zu einer Art. Durch die Eiszeit wurden verschiedene Populationen getrennt und entwickelten in der Isolation jeweils unterschiedliche Gesänge. Als das Eis weg war, sangen sie so unterschiedlich, dass sie sich nicht mehr paarten. Auf diese Weise entstanden aus ursprünglich einer Art zwei Arten.

  • Nov 16, 2022 · 4 min

    Wie viele Menschen haben jemals auf der Erde gelebt?

    Schätzungen gehen von rund 100 Milliarden Menschen aus Genau weiß man das nicht, aber Schätzungen gehen von 90 bis 110 Milliarden Menschen aus. Mitunter stößt man auf das Gerücht, dass wegen der Bevölkerungsexplosion mehr als die Hälfte aller Menschen, die jemals gelebt haben, heute leben. Das stimmt so aber nicht. Wenn man davon ausgeht, dass ungefähr 100 Milliarden Menschen bisher gelebt haben, dann sind die 8 Milliarden heute 8 Prozent davon. Geeigneter Startpunkt für die Zählung: vor 300.000 oder 6 Millionen Jahren? Wann aber fängt man an zu zählen bzw. setzt den Beginn der Menschheit an? Rechnen wir z.B. ab dem Zeitpunkt, wo sich die Evolution von Mensch und Affe entwickelt hat? Oder erst später, in dem Stadium, in dem die Forscher von der Gattung Homo sprechen? Oder erst beim modernen Homo sapiens? Je nachdem redet man über die letzten 6 Millionen Jahre oder nur über die letzten 300.000 Jahre. Da die Evolution ein kontinuierlicher Prozess ist, ist jeder Zeitpunkt, an dem man den Beginn der Menschheit ansetzt, willkürlich gesetzt. Das Interessante ist: Dadurch, dass damals nur sehr wenige menschliche Wesen die Erde bevölkert haben, spielt das in der Gesamtbetrachtung keine allzu große Rolle. Natürlich wären es im einen Fall ein paar Milliarden mehr als im anderen, aber da wir über etwa 100 Milliarden reden, und selbst diese Schätzung sehr grob ist, macht das in der Größenordnung keinen Unterschied. Beginn der Landwirtschaft löst erstes großes Bevölkerungswachstum aus Entscheidend sind vor allem die letzten 10.000 Jahre – nämlich die Zeit nach dem Beginn der Landwirtschaft. Denn die hat zum ersten Mal ein großes Bevölkerungswachstum ausgelöst. Damals lebten um die 5 Millionen Menschen – heute sind es deutlich mehr als tausendmal so viele. Das macht deutlich: Die allermeisten Menschen, die jemals gelebt haben, haben in den letzten 10.000 Jahren gelebt. Wie kann man die Zahlen von früher überhaupt ermitteln? Grundlage der Berechnungen sind vor allem die Zahlen, die zur Verfügung stehen – bereits im Altertum gab es ja schon Volkszählungen; die Bibel berichtet davon. – Und dann rechnet man zurück. Wir wissen, dass heute auf der Erde über 8 Milliarden Menschen leben. Vor 100 Jahren waren es noch keine zwei Milliarden. Bevölkerungswissenschaftler können ungefähr ermitteln, wie groß jeweils das Bevölkerungswachstum war, wie schnell sich die Generationen fortgepflanzt haben, aber sie kennen auch die großen Einbrüche – wie in den Zeiten der Pest – als die Bevölkerungszahlen vorübergehend deutlich geschrumpft sind. Und so kann man abschätzen, dass in der Zeit um Christi Geburt etwa 300 Millionen Menschen lebten. Wenn man diese Zahlen zusammenrechnet, kommt man auf rund 100 Milliarden Menschen. Richtig ist: Heute leben mehr Menschen auf der Erde als jemals zu einem früheren Zeitpunkt. Generationszeit verändert sich Wenn man nur auf die nackten Zahlen guckt, muss man trotzdem sagen: Der "Umsatz" an Menschen war früher viel höher. Die Lebenserwartung war kürzer, damit auch die Dauer einer Generation. Die Frauen haben früher Kinder bekommen, sie haben mehr Kinder zur Welt gebracht – schon allein deshalb, weil die Kindersterblichkeit sehr hoch war. All diese früh verstorbenen Kinder muss man mitzählen, wenn man bestimmen will, wie viele Menschen jemals geboren worden sind. Deshalb fallen auch frühere Jahrtausende ins Gewicht und nicht erst die letzten 200 Jahre, in der die Weltbevölkerung von einer Milliarde auf acht Milliarden Menschen angewachsen ist.

  • Nov 15, 2022 · 3 min

    Kann man Flugzeugtüren abschließen?

    Türen am Flugzeug können nicht verschlossen werden Wer sich Flugzeuge von außen ansieht, wird schnell feststellen, dass an der Tür kein Schloss ist. Es gibt nur einen Entriegelungshebel, mit dem man von außen die Tür öffnet – aber man braucht dazu keinen Schlüssel. Flugzeugtüren können nicht verschlossen werden, weder von innen noch von außen. Das ist auch gut so, denn die Vorstellung, dass Menschen versehentlich oder gar absichtlich in einem Flugzeug eingeschlossen sind und etwa im Fall eines Unfalls nicht herauskommen, wäre beängstigend. Aber natürlich müssen Flugzeuge auch davor geschützt werden, dass sie jemand Unbefugtes betritt, etwa, wenn sie nachts auf dem Flughafen herumstehen. Kein Zutritt für Unbefugte: Flugzeuge werden per Video überwacht Nach Auskunft der Lufthansa passiert das hauptsächlich durch Überwachung. Zum einen durch Flughafenpersonal, zum anderen durch Videoüberwachungsanlagen, die Alarm schlagen, wenn jemand Unbefugtes sich dem Flugzeug nähert. Man kann Flugzeugtüren auch versiegeln, etwa mit einem Klebestreifen, den man von der Tür zum Rumpf zieht und der zerrissen wird, wenn jemand die Tür heimlich öffnet. Es gibt dafür spezielle Klebestreifen, die eindeutig nummeriert sind, sodass man es merken würde, wenn jemand einen kaputten durch einen neuen Klebestreifen ersetzt. Diese Klebestreifen sind noch auf dem Markt, die Lufthansa verwendet sie aber nach eigener Auskunft nicht mehr, sondern verlässt sich auf das Überwachungspersonal und die Kameras. Sind Passagiere davor sicher, dass ein Verrückter mitten im Flug die Tür öffnet? So etwas ist leider schon vorgekommen, zumindest hat es jemand versucht. Es ist aber nichts passiert; der Mann konnte vorher durch das Flugpersonal überwältigt werden. Und selbst wenn das nicht gelungen wäre, hätte er die Tür kaum aufbekommen. Denn die Tür wird durch den großen Druckunterschied zwischen der Kabine und der Außenluft in eine Sicherungshalterung gepresst – um sie gegen den Druck da herauszulösen, bräuchte man die Kraft von mindestens 100 Menschen.

  • Nov 15, 2022 · 2 min

    Warum ist das Brettspiel Go für einen Computer viel schwerer als Schach?

    Beim Schach war die Sache schon 1997 geklärt, als der IBM-Computer Deep Blue den Weltweister Garri Kasparow besiegte. Mühle, Dame, Scrabble – bei all diesen Spielen hat die künstliche Intelligenz die menschliche in den Schatten gestellt. Doch beim traditionsreichen Spiel Go gelang das erst zwanzig Jahre später. Computer-Ingenieure hatten ein Programm geschrieben, AlphaGo, das den europäischen Go-Meister in einem Turnier mit 5:0 besiegt hat. Das Brettspiel Go wurde vor 2000 Jahren in China erfunden, später in Japan kultiviert. Ziel beim Go ist es, mit den eigenen Steinen möglichst große Felder zu umschließen bzw. dasselbe beim Gegner zu verhindern. Eigentlich sind die Regeln nicht schwer, aber einen Algorithmus zu schreiben, der der jahrelangen Erfahrung eines menschlichen Go-Spielers überlegen ist, war eine Herausforderung. Viele Ähnlichkeiten zwischen Go und Schach, aber Go ist deutlich komplexer Zwar hat das Spiel theoretisch viele Ähnlichkeiten mit Schach: Es ist ein Brettspiel mit zwei Spielern. Es gibt keine verdeckten Informationen, beide Spiele sind vollkommen transparent, d.h. niemand weiß etwas, was der andere nicht weiß. Und es gibt bei beiden Spielen keinen Glücksfaktor, also keine Würfel, Joker oder ähnliches. Es sind beides reine strategische Denkspiele. Der Unterschied liegt in der Komplexität. Es fängt schon beim Spielfeld an. Das Schachbrett besteht aus 64 Feldern. Das Spielfeld bei Go aus 361 Spielpunkten. Beim Schach hat jeder Spieler 16 Figuren. Beim Go ist das Brett am Anfang leer. Nach und nach setzen die Spieler abwechselnd schwarze und weiße Steine irgendwohin auf das Feld. Wenn jeder Spieler einmal gezogen hat, ergeben sich so bereits 130.000 Möglichkeiten – verglichen mit nur 400 beim Schach. Und diese Diskrepanz potenziert sich mit jedem weiteren Spielzug. Das ist einer der Gründe, weshalb Computer sich mit Go lange schwergetan haben.

  • Nov 11, 2022 · 1 min

    Drehen oder Kaiserschnitt: Was muss man bei einer Steißlage beachten?

    Steißlage: Po und Fuß voran Steißlage bedeutet, dass bei der Geburt der Po des Kindes unten ist. Es gibt verschiedene Formen der Steißlage: Nur der Po, mit einem Fuß, mit zwei Füßen – also eine Steiß-Fuß-Lage. Wenn das der Fall ist, kann man das Kind drehen oder eine normale Geburt anstreben. Die normale Entbindung ist in diesen Fällen allerdings etwas aus der Mode gekommen; normalerweise wird in diesen Fällen heute per Kaiserschnitt entbunden. Beim Drehen müssen die Voraussetzungen gegeben sein Wenn man sich dafür entscheidet, das Kind zu wenden, muss man verschiedene Kriterien berücksichtigen: Man muss die Frau sehen, man muss wissen, wie das Fruchtwasser aussieht, wie groß das Kind ist, wie lange liegt das Kind schon so. Wenn man aufgrund dieser Faktoren abwägt, kann man tatsächlich viele Kinder wenden.

  • Nov 2, 2022 · 41 sec

    Müssen Schwangere für zwei essen?

    Schwangere müssen nicht für zwei essen. Das ist so ein gut gemeinte Tipp, dass schwangere Frauen jetzt mal endlich zugreifen dürfen, wo sie doch sonst auf Standard- und Supermodel-Maße achten sollen. Das Kind nimmt sich, was es braucht. Wichtig ist vielmehr die Qualität der Ernährung. Die Schwangere braucht tatsächlich ein bisschen mehr. Aber das rechtfertigt nicht, in der Schwangerschaft für zwei zu essen.

  • Oct 17, 2022 · 2 min

    Wie wichtig ist Körperkontakt für Frühchen?

    Früher hat man Frühchen nach der Geburt der Mutter weggenommen und gleich in den Brutkasten gelegt. Da sie zu früh zur Welt kommen, brauchen sie medizinische Hilfe. In der Perinatalmedizin hat man daher Spezialisten – Kinderärzte, die sich mit Neugeborenenmedizin beschäftigen. Die nehmen dieses Frühgeborene in Empfang. Bonding ist wichtig Heutzutage aber weiß man: Es ist schlimm für die Mutter, wenn sie sieben Tage lang ihr Kind nicht mehr sieht. Und natürlich ist das Bonding für die Bindung von Mutter und Kind etwas ganz Entscheidendes. Heute kommt das Kind noch im Kreißsaal gleich auf die Brust der Mutter oder einer Bezugsperson. Denn falls die Mutter aus irgendwelchen Gründen nicht dazu in der Lage wäre, kann das Kind auch beim Vater sein. Auf der Brust, auf er nackten Haut zu liegen ist das Entscheidende. Känguruhen stellt schon früh Körperkontakt zwischen Kind und Eltern her Bei Frühgeborenen, die im Brutkasten sind, ist es etwas schwierig.Aber auch da gibt es sofort Kontakt. Und dann geht es so bald wie möglich zum Kangarooing, sodass auch Frühgeburten auf der nackten Brust der Mutter oder des Vaters liegen können. In der Neugeborenenmedizin ermöglicht und fördert man heute ganz früh den Kontakt dieser kleinsten Menschlein zu den Eltern. Das ist für beide Seiten wichtig – sowohl fürs Kind als auch die Mutter bzw. die Eltern oder eine andere enge Bezugsperson. Das ist ein entscheidender Faktor.

  • Oct 5, 2022 · 53 sec

    Wie viel Alkohol dürfen Schwangere trinken?

    Schwere Schädigung des Kindes durch Fetales Alkoholsyndrom (FAS) Eine Schwangere sollte keinen Alkohol trinken. Man weiß: Je mehr starker Alkohol in der Schwangerschaft getrunken wird, desto eher ist eine Schädigung des Kindes zu erwarten. Das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) ist eine schwere Schädigung des Kindes; das will man nicht. Allerdings kennt man keine sogenannten Cut-off-Werte. Also dass man zum Beispiel sagt: Ein Glas ist kein Problem, da kann nichts passieren. Aber ab zwei, drei Gläsern oder einer ganzen Flasche geht's los. – Solche Grenzwerte kennt man nicht. Daher sagt man Schwangeren: Hände weg und wirklich keinen Alkohol trinken!

  • Oct 4, 2022 · 1 min

    Welche Impfungen sollten Schwangere bekommen?

    Influenza-, Pertussis- und Covid-19-Impfung für Schwangere Impfung ist sehr wichtig, auch in der Schwangerschaft. Von der STIKO (Ständige Impfkommission) gibt es ganz klare Empfehlungen, allen voran Influenza. Gerade in der Grippesaison ist die Influenza-Impfung für Schwangere klar empfohlen. Schutz für die Mutter und Nestschutz fürs Kind Viele Schwangere, die mit Impfungen sehr zurückhaltend sind, wissen das nicht: Die Impfung dient nicht nur der Schwangeren als Schutz, sondern auch dem Neugeborenen. Noch wichtiger ist es bei Pertussis, also dem Keuchhusten. Diese Impfung ist noch nicht so lange empfohlen, aber ganz klar erwiesen. Man sollte ab der 28. Schwangerschaftswoche impfen. Bei dieser Impfung geht es fast nur um den Nestschutz des Kindes, sodass das Neugeborene nicht schwer krank wird. Ab dem zweiten Trimenon ist außerdem die Covid-19-Impfung für Schwangere empfohlen.

  • Sep 30, 2022 · 2 min

    Geschlechtsvorhersagen in der Schwangerschaft – Mythos oder Fakt?

    50:50-Chance bei Geschlechtsvorhersage per Mythos Es gibt sehr viele Mythen oder Ammenmärchen in Bezug auf die Schwangerschaft. Viele davon beschäftigen sich mit der Prädiktion, also mit der Vorhersage des Geschlechts. Das wurde aus älteren Zeiten überliefert, als man noch keinen Ultraschall hatte und es einfach nicht so genau wusste. Die Leute, die diese Mythen verbreitet haben, lagen zu 50 Prozent richtig. Deswegen haben die sich auch weiterverbreitet, da man immer mal richtig lag. Es gibt viele Mythen. Die Bauchform etwa, aber auch Umweltfaktoren: In Jahren mit vielen Walnüssen gibt es auch viele Jungs. Und: spitzer Bauch, dann wird's ein Mädchen – oder umgekehrt. Allerdings: Die meisten dieser Mythen stimmen nicht; dazu gibt es Untersuchungen. Auch die Wahrnehmung von Frauen, die mehrfach gebären, stimmt nur zu 50 Prozent. Ultraschall: Nur noch wenige Schwangere wollen sich heute überraschen lassen Heutzutage wissen fast alle Frauen schon vor der Geburt das Geschlecht ihres Kindes; nur noch wenige lassen sich überraschen. In diesen Fällen frage ich immer, was sie denken, dass es wird. Manche sagen dann ganz ehrlich, dass sie es überhaupt nicht einschätzen können. Eine Schwangere neulich war sich auch bei der dritten Schwangerschaft nicht sicher, äußerte aber ihre Vermutung und ließ sich dann überraschen. Sie lag tatsächlich richtig.

  • Sep 14, 2022 · 1 min

    Wie wichtig ist das Stillen für Kind und Mutter?

    Früher, etwa in den 1970er-Jahren, war Stillen nicht so en vogue. Viele Kinder wurden damals nur vier oder sechs Wochen gestillt. Stillen braucht aber Geduld. Gerade am Anfang muss man verschiedene Dinge probieren. Oft klappt das Stillen in der Klinik noch nicht. Hier spielt die Hebamme eine entscheidende Rolle. Die Mutter braucht Ruhe, Geduld und muss ihr Kind erst mal kennenlernen. Heute weiß man, dass Stillen unheimlich wichtig ist. Das Stillen ist stark im Fokus, weil man die positiven Effekte kennt – für Mutter und Kind.

  • Sep 1, 2022 · 3 min

    Warum kommt es nach einer Dürre oft zu Hochwasser?

    Benetzungshemmung: trockener Boden kann weniger Wasser aufnehmen Das hängt mit den Böden zusammen. Wenn es nach einer längeren Dürre plötzlich wieder stärker regnet, können die Böden nicht so viel Wasser auf einmal aufnehmen und es auch nicht speichern. Die Folge ist, dass bei einem Starkregen das Wasser schnell an der Oberfläche abfließt. Das klingt widersprüchlich. Man sollte meinen, dass ausgetrocknete Böden regelrecht nach Wasser dürsten und jeden Tropfen, der von oben kommt, bereitwillig aufnehmen. Aber das Gegenteil ist der Fall: Obwohl der Boden so trocken ist, steht das Wasser trotzdem in Pfützen und versickert nicht oder nur langsam. Ein trockener Boden hat eine sogenannte "Benetzungshemmung". Er nimmt weniger leicht Wasser auf als ein Boden, der schon etwas feucht ist. Dahinter steckt ein ähnliches Phänomen wie bei einem Schwamm oder einem Wischlappen: Die nehmen Wasser auch besser auf, wenn sie schon ein bisschen feucht sind. Beim Kapillareffekt wirken Molekularkräfte Beim Boden ist die Situation etwas anders. Der Boden – also Erde – besteht aus lauter kleinen Körnern – groben Sandkörnern oder auch feineren Körnern. Wenn Wasser in den Boden sickert, verteilt es sich in den Zwischenräumen, also zwischen diesen Körnern. Das flüssige Wasser fällt aber nicht einfach so durch die Schwerkraft in diese Zwischenräume hinein, sondern es wird eher hineingezogen – und zwar durch den Kapillareffekt. Im Kleinen passiert Folgendes: Wassermoleküle heften sich an die Körner (der Fachausdruck ist Adhäsion) und ziehen dann andere Tropfen nach. Das nachströmende Wasser "erobert" neue Körner und so schiebt sich die "Wasserfront" immer weiter hinein. Das benetzt den Boden und das würde auch umgekehrt funktionieren – also von unten nach oben. Aber genau dieses Benetzen geht viel besser, wenn der Boden schon feucht ist, denn Wassermoleküle heften sich viel leichter an andere Wassermoleküle als an Mineralkörner. Wenn man sich nun eine kleine Pfütze vorstellt oder einen großen Tropfen auf dem Boden, dann ist auch dort die Verbindung zwischen den Wassermolekülen sehr stark (Fachausdruck: Kohäsion). Das Wasser bleibt dann eher als Wasserkörper auf dem Boden liegen, als dass es sich davon herauslöst und in den Boden sickert – als hätte der Tropfen oder die Pfütze eine Haut, die die Wassermoleküle zusammenhält. Diesen Effekt nennt man auch die Oberflächenspannung des Wassers. Sie führt dazu, dass ein Tropfen eher auf den Körnern liegen bleibt, statt sich aufzulösen und in den Boden einzudringen. Wenn der Boden aber feucht ist, also schon ein bisschen Wasser drin ist, zieht dieses Wasser das andere Wasser nach. Einen ähnlichen Effekt kennt man von Mehl: Hat man eine Schüssel mit Mehl, kann man in dem trockenen Mehl eine Kuhle machen und dort Milch oder Wasser hineinschütten, ohne dass es ins Mehl einsickert. So ähnlich ist es beim Boden auch. Auch Pflanzenreste machen Boden wasserabweisend Es gibt noch ein zweites Phänomen, das diesen Effekt beim Boden verstärkt. Der Boden enthält viele Pflanzenreste. Wenn es trocken ist, lösen sich aus diesen organischen Resten Fette und wachsartige Substanzen heraus, die sich an die Bodenkörner heften. Auch die machen den Boden wasserabweisend. Das ist das, was auf der Mikroebene passiert. Im Großen bedeutet das: Wenn es nach einer längeren Dürre plötzlich stark regnet, können die Böden das Wasser nicht aufnehmen. Es fließt deshalb oberflächlich ab in Bäche und Flüsse und lässt die Pegel schnell ansteigen.

  • Aug 30, 2022 · 1 min

    Wie lüftet man richtig mit Fußbodenheizung?

    Stoßlüften tauscht die Luft komplett aus, Wärme bleibt im Haus Lüften Sie so, wie es Ihnen empfohlen wurde: durch Stoßlüftung. Die Fußbodenheizung können Sie ja nicht herunterdrehen; das geht gar nicht. Wenn Sie zweimal eine Viertelstunde lüften, wird die gesamte Luft ausgetauscht; das ist wichtig. Nicht übertreiben: Wände dürfen nicht komplett auskühlen Die Wärme einer Fußbodenheizung ist Strahlungswärme. Die geht nicht weg, sondern die Luft erwärmt sich in einem solchen Raum relativ schnell wieder. Ein Problem entsteht nur, wenn die Wände auskühlen. Wenn sie also im Winter so lange alles öffnen, dass die Wände auskühlen und der Boden richtig Kälte von oben her aufnimmt. Von unten arbeitet die Anlage und heizt ordentlich dagegen – so verlieren Sie viel Energie. Stoßlüften ist so gedacht: Die Luft austauschen, aber die Wärme im Raum, im Boden und in den Wänden behalten. Fenster nicht dauerhaft kippen Viele machen den Fehler einer "halben" Lüftung, indem sie den ganzen Tag das Fenster ein bisschen auf Kipp lassen – sie meinen, es wird dann schon irgendwie Luft reinkommen. Damit aber kühlen sie mindestens den Bereich ums Fenster herum richtig aus, und das ist völlig kontraproduktiv.

  • Aug 26, 2022 · 2 min

    Wozu brauchen wir grünen Wasserstoff?

    Grüner Wasserstoff kann in der Stahlindustrie Koks ersetzen – und CO2 sparen Man kann mit diesem Wasserstoff zum Beispiel "grünen" Stahl erzeugen. In der Stahlerzeugung wird sehr viel Koks verbraucht. Das ist bislang nicht zu verändern. Das kann man aber auch mit Wasserstoff machen. Wenn man grünen Wasserstoff verwendet, ist das klimaneutral. Das ist wichtig in Deutschland und es sind viele weitere industrielle Anwendungen auf der Basis von Wasserstoff denkbar. Chemische Industrie: grüner Wasserstoff ist als Rohstoff einsetzbar Aus Wasserstoff kann man außerdem prinzipiell auch Erdgas "basteln", also ein künstliches grünes Erdgas daraus machen. Das kann in der chemischen Industrie als Rohstoff eingesetzt werden. Grünen Wasserstoff werden wir in Deutschland und in jedem Industriestaat als Rohstoff in größeren Mengen brauchen – also nicht zum Verheizen, sondern als Rohstoff. Deswegen hat die Bundesregierung eine Wasserstoffstrategie entwickelt. Da stehen wir aber ganz am Anfang. Denn das große Problem, das viele nicht im Visier haben: Kohle, Öl und Gas kann man ausbuddeln und verbrennen. Fertig ist der Lack. Wasserstoff-Herstellung verbraucht viel Energie – die muss also nachhaltig sein Wasserstoff muss man herstellen, der ist nicht da. Wasserstoff kann man nicht abbauen, sondern man braucht sehr viel Energie, um aus dem Wasser den Wasserstoff abzutrennen. Das erfordert eine enorme Anstrengung. Wenn man dazu irgendwelche fossilen Energien nimmt, ist das einfach aberwitzig und bringt niemanden weiter. Man kann das also eigentlich nur machen, indem man Solar- und Windenergie in Massen erzeugt, um Wasserstoff zu erzeugen. Der Vorteil: Man kann den Wasserstoff viel besser lagern; es ist auch eine Form von Energiespeicherung. Und man kann ihn transportieren, was mit Strom nicht so ohne weiteres möglich ist. Wasserstoff lässt sich bedingt transportieren. Aber man kann Ammoniak draus machen oder Methan – das lässt sich besser transportieren. Wasserstoff: zu schade zum Verbrennen Man hat den Wasserstoff oft als "Champagner der Energiewende" bezeichnet. Aber Champagner ist nicht für alle und Wasserstoffs ist eigentlich zu schade zum Verbrennen. Die Industrie hat Angst, dass sich die Automobilbranche und die Autofahrer durchsetzen und man versucht, Brennstoffzellen in Autos einzubauen. Denn dann würde der schöne Wasserstoff zum Autofahren verbrannt. Fürs Auto haben wir aber bessere Lösungen, nämlich batterieelektrische Systeme, die viel effizienter sind und viel weniger Ressourcen verbrauchen als die Wasserstoffherstellung.

  • Aug 17, 2022 · 2 min

    CO2 ist schwerer als Luft – Wie kann es dann aufsteigen und als Treibhausgas wirken?

    Reines CO2 ist schwerer als das Gasgemisch "Luft" Richtig ist: CO2 ist schwerer als Luft. Luft ist ein Gasgemisch. Sie besteht nur zu einem winzigen Bruchteil aus Kohlendioxid, zu 99 Prozent dagegen aus Stickstoff und Sauerstoff, die beide wesentlich leichter sind als CO2. Wenn man Luft als Gasgemisch betrachtet und es mit reinem CO2 vergleicht, dann ist tatsächlich das CO2 ungefähr 50 Prozent schwerer oder physikalisch korrekt: dichter. Sinkt das CO2 also zu Boden? Nein. Das würde nur dann passieren, wenn die Luft eine stehende Masse wäre, in der die schweren CO2-Moleküle gemütlich nach unten sinken würden. Dann allerdings hätten wir auch ein großes Problem. Denn wenn die Luft eine stehende Masse wäre, würden wir in Abgasen ersticken. Und wenn das ganze CO2 aus der Atmosphäre zu Boden sinken würde, erst recht. Aber so ist es ja nicht. Sondern die Luft bewegt sich auf und ab. Es gibt Wind und Turbulenzen. Warme Luft erwärmt sich am Boden und steigt auf. Das passiert jeden Tag. CO2 reichert sich nicht am Boden an Die vielen CO2-Teilchen in der Luft haben überhaupt keine Zeit, sich langsam abzusetzen und am Erdboden anzureichern, weil die Luftmassen durch Wind und Wetter ständig aufgewirbelt werden und sich so über die Atmosphäre verteilen. Das ist auch schon oft gemessen werden und das Ergebnis ist: Der Anteil der CO2-Moleküle in der Luft ist bis in eine Höhe von fast 100 Kilometern nahezu konstant. Es gibt keine "Anreicherung" am Boden, auch wenn es sich noch so einleuchtend anhört. Treibhauseffekt beginnt oft schon über der Erdoberfläche Falsch ist aber auch schon die Annahme, dass CO2 aufsteigen muss, um den Treibhauseffekt zu entfalten. Da führt vielleicht der Begriff "Treibhauseffekt" in die Irre. Das klingt so, als würde das CO2 irgendwo über uns eine Art Dach bilden – wie das Glasdach in einem Treibhaus. In der oberen Atmosphäre entfaltet CO2 eine zusätzliche Wirkung Aber der Treibhauseffekt beginnt teilweise schon unmittelbar über der Erdoberfläche, indem einfach Gase wie CO2, Methan und Wasserdampf die Wärmestrahlung von der Erde absorbieren und einen Teil diese Wärme wieder zurück zur Erdoberfläche abstrahlen. Um diesen Effekt zu entfalten, müsste das CO2 gar nicht in die Höhe aufsteigen. Trotzdem gelangt es in die obere Atmosphäre und dort entfaltet es eine zusätzliche Wirkung.

  • Aug 3, 2022 · 1 min

    Wie kann man einen Hörtest bei Dementen machen?

    Wir haben einmal versucht, bei einer Untersuchung Kinderhörtests für Demente zu verwenden. Das hat aber nicht gut so gut funktioniert. Die dementen Menschen sollten Tierstimmen hören und dann auf einem Touchpad auf das Tier drücken, das sie erkannt hatten: Beim Bellen der Hund, beim "Muh" die Kuh etc. Das hat aber nicht gut funktioniert. Objektive Tests erfordern keine aktive Mitarbeit der dementen Patienten Es gibt aber in der Zwischenzeit Verfahren, die man sehr gut bei betagten und dementen Personen verwenden kann. Das sind objektive Tests, bei denen man keine weitere Mitarbeit der Patientinnen und Patienten braucht. Demente Person sollte idealerweise eine halbe Stunde ruhig liegen können Was allerdings eine Herausforderung sein kann: Die Menschen müssten möglichst für eine halbe Stunde ruhig liegen. Aber Patienten, die dement sind, haben damit Schwierigkeiten. Ich gebe ungern etwas zur Sedierung, denn das kann bei dementen Patienten genau das Gegenteil bewirken, sodass sie erst richtig aufgeregt werden. Deswegen ist das manchmal eine Herausforderung. Aber man kann heute mit objektiven Methoden schon sehr viel erreichen.

  • Aug 2, 2022 · 1 min

    Ist Geräuschempfindlichkeit ein Zeichen von Schwerhörigkeit?

    Man muss zunächst verstehen, wie das Ohr funktioniert. Wir überspringen zwei Stationen, nämlich das äußere Ohren und das Mittelohr. Diese beiden Stationen sind zwar auch wichtig, denn sie sind ein bisschen zuständig für die Verstärkung. Haarzellen verstärken leise Geräusche und dämpfen laute Im Innenohr haben wir die sogenannten Haarzellen. Diese Haarzellen, insbesondere die äußeren Haarzellen, haben zwei Funktionen: Sie verstärken sehr leise Geräusche und sie dämpfen laute Geräusche. Wenn in bestimmten Frequenzbereichen, insbesondere in den hohen Frequenzen, diese Haarzellen nicht mehr richtig funktionieren, dann hört man die leisen Pegel nicht mehr so gut – also ein Sssssssssss, ein Ffffffffffffff, ein Schschschsch. Aber die lauten Pegel werden sehr schnell unangenehm. Hörsysteme müssen korrekt eingestellt werden Genau hier liegt die Verantwortung des Hörakustikers oder der Hörakustikerin. Die müssen die Hörsysteme so einstellen, dass es nicht mehr zu laut ist, denn diese Geräuschempfindlichkeit sollte nicht mehr auftreten. Daher muss vorher sehr sorgfältig gemessen werden und dann müssen die Hörsysteme genau darauf abgestimmt werden. Hier kann man also tatsächlich sehr gut helfen.