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Woher stammt die "Quarantäne"? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de
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  • Dec 19, 2023 · 2 min

    Warum werden Haare grau?

    Melanin wird in speziellen Zellen der Haarwurzel gebildet. Mit zunehmendem Alter produziert die Haarwurzel immer weniger davon und irgendwann stell sie die Melaninproduktion ganz ein. In welchem Alter das passiert, ist stark genetisch bedingt. Wodurch entsteht die graue oder weiße Haarfarbe, wenn keine Farbpigmente mehr in den Haaren enthalten sind? Graue Haare sind tatsächlich nur eine optische Täuschung. Einzelne graue Haare gibt es an sich gar nicht, denn sobald die Haarwurzel keine Pigmente mehr produziert, sind Haare farblos und erscheinen weiß. Anstelle der Pigmente werden nämlich winzige Sauerstoffbläschen im Haar eingelagert. Diese Bläschen streuen das Licht; dadurch sehen Haare weiß aus. Wenn aber zwischen den weißen Haaren noch farbige Haare auf dem Kopf sind und durchscheinen, wirkt das Haar in seiner Gesamtheit grau oder silbrig. Der Mythos vom "grauen Haar über Nacht" Der Mythos "graue Haare über Nacht" durch ganz viel Stress stimmt nicht. Zum einen passiert das nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach, Zelle für Zelle. Und selbst wenn Haarzellen plötzlich die Farbstoffproduktion einstellen, dauert es ja Monate, bis die dann farblosen Haare rausgewachsen sind. Es gibt aber tatsächlich Forschung dazu, inwiefern Stress und graue Haare zusammenhängen. In einer kleinen US-amerikanischen Studie wurde gezeigt, dass graue Haare, die während einer stressigen Phase entstanden sind, bei Entspannung wieder zu ihrer ursprünglichen Farbe zurückkehren können. Wir können uns das bildlich an einem Haar vorstellen, das unten ein paar Zentimeter braun ist, dann einige Zentimeter grau und am Ansatz wieder farbig. Derzeit ist es nicht möglich, komplett zu verhindern, dass Zellen altern. Das sagt auch die Forschung: Ein 70-Jähriger bekommt durch Entspannung nicht plötzlich wieder die alte Haarfarbe. Früher oder später werden alle Haare grau und dieser Prozess lässt sich dann – nach jetzigem Kenntnisstand – auch nicht mehr umkehren. Gibt es Ideen, wie man das umkehren könnte? Dazu gibt es Forschung aus den USA. Ein Forschungsteam hat z. B. die Vermutung, dass die Haare nicht deshalb ausbleichen, weil die Farbzellen keinen Farbstoff mehr produzieren, sondern weil gar keine Farbzellen an sich da sind. Die müssen nämlich erstmal aus sogenannten Stammzellen entstehen und in die Haarwurzel wandern. Und das funktioniert irgendwann wohl nicht mehr so gut. Wenn man diese Bewegung wieder anregen könnte, wäre es vielleicht möglich, das Ergrauen rückgängig zu machen. Damit das aber wirklich funktioniert, ist noch eine Menge Forschung nötig.

  • Dec 19, 2023 · 1 min

    Warum bekommt man im Alter noch Locken oder Wellen?

    Haarfollikel verändern sich im Alter Die Struktur unserer Haare kann sich im Lauf des Lebens verändern: Glatte Haare können mit der Zeit lockig werden und umgekehrt. Die Struktur des Haars wird maßgeblich in den Haarfollikeln bestimmt, und die verändern sich mit dem Alter. Diese Veränderungen sind erblich bedingt. Sie können aber auch von inneren oder äußeren Faktoren beeinflusst sein: Kopfhauttinkturen oder ein neues Shampoo können beeinflussen, wie sich Haare auf dem Kopf legen. Auch Hormone spielen eine Rolle. Das merkt man daran, dass manchen Menschen ihre Locken erst in der Pubertät bekommen. Außerdem können im Alter Hormonpräparate einen Einfluss haben. Das hat uns der Hautarzt Frank-Matthias Schaart verraten. Wirbel und Locken sind Zeichen für kräftiges Haar Generell liegen dünnere Haare eher an der Kopfhaut an, während Haarwirbel und Locken ein Zeichen für kräftigeres Haar sind. Bekommt man also mit zunehmendem Alter welliges Haar, ist das nichts Schlimmes – eher im Gegenteil.

  • Dec 19, 2023 · 1 min

    Ist Tee immer handgepflückt oder kommen auch Erntemaschinen zum Einsatz?

    Tee wird meist von Hand gepflückt Der meiste Tee auf der Welt wird per Hand gepflückt. Und zwar deshalb, weil man beim Tee an jedem Zweig nicht mehr als zwei bis drei Blätter abpflückt. Das können professionelle Pflückerinnen und Pflücker sehr gut, während es sehr schwer ist, diese Feinheiten einer Maschine beizubringen – welche Blätter gepflückt werden müssen, ohne gleich den ganzen Zweig abzuschneiden. Japan setzt auf Maschinen – dort sind Arbeitskräfte zu teuer Aber vor allem in Japan erfolgt die Teeernte tatsächlich weitgehend maschinell. Deshalb sehen die Sträucher auf einer japanischen Teeplantage meist auch so akkurat geschnitten aus, im Gegensatz zu den handgepflückten Teesträuchern etwa in Indien oder China. Wenn man das so sieht, könnte man denken, dass dieses Akkurate der japanischen Ästhetik entspricht, aber der Grund ist ein ganz anderer: Arbeitskräfte sind dort im Verhältnis einfach viel teurer als in China, Indien oder den meisten anderen Teeanbaugebieten. Würden die japanischen Teeplantagen die Blätter von japanischen Arbeitskräften pflücken lassen, wäre der Tee so viel teurer, dass er auf dem Markt kaum eine Chance hätte. Deshalb wird der meiste Tee in Japan mit Maschinen geerntet. Spezielle Züchtung der Teepflanzen macht Maschinenernte möglich Aber wie lösen die jetzt das Problem, dass diese Maschinen wirklich nur die äußersten Blätter jedes Zweigs pflücken? Das geht, weil die Teepflanzen so gezüchtet sind, dass die Zweige gerade nach oben wachsen und nicht wie bei einem normalen Strauch in alle Richtungen. So kann die Erntemaschine millimetergenau eingestellt werden, sodass sie die obersten Blätter gerade gut erwischt. Tee-Erntemaschinen werden auch im inzwischen größten Tee-Exportland Kenia eingesetzt. Allerdings wird auch dort noch der meiste Tee per Hand gepflückt.

  • Dec 17, 2023 · 1 min

    Welche Rolle spielt die Ernährung für die Augen?

    Wenn der Körper nicht gesund ist, ist auch das Auge nicht gesund. Das Auge braucht ein Großteil des Gehirns, um gut zu funktionieren. Und wenn der Körper krank ist, dann ist auch immer ein wenig das Auge krank. Allerdings jetzt kommen die Karotten. Haben Sie schon mal einen Hasen mit Brille gesehen? Nein; die essen Karotten … Vitamin-Mangel kann schwere Störungen am Auge hervorrufen Vitamin-A-Mangel und andere Vitamin-Störungen können schwere Störungen am Auge hervorrufen. Deshalb muss man genügend von diesen Vitaminen zu sich nehmen. Andersherum: Mehr Vitamine machen das Sehen nicht besser. Wenn wir uns normal mitteleuropäisch ernähren, vor allem ab und zu Gemüse essen, also "bunt" essen – grün, rot, gelb – dann ist das in der Tat ausreichend. Schutz vor Makuladegeneration: ausgewogene Ernährung ist hilfreich Wir sprachen bereits über die Makuladegeneration. Man weiß, dass eine ausgewogene Ernährung davor in gewisser Weise schützen kann. Gute Ernährung, frische Sachen, viel Gemüse – rot, grün, gelb essen. Das schützt zumindest zum Teil vor dieser Makuladegeneration und wahrscheinlich auch vor anderen Augenerkrankungen.

  • Dec 12, 2023 · 3 min

    Ist grüner Tee "natürlicher" als schwarzer?

    Grüner und schwarzer Tee stammen beide von "Camelia sinensis" Das kann man so nicht sagen. Erstmal vorweg: Viele Leute glauben noch, bei grünem und schwarzem Tee handelt es sich um unterschiedliche Pflanzen. Das haben tatsächlich auch früher die europäischen Botaniker geglaubt, bis ein schottischer Spion, Robert Fortune, der Mitte des 19. Jahrhunderts in China unterwegs war, die Wahrheit ans Licht brachte: dass nämlich grüner und schwarzer Tee aus derselben Pflanze gewonnen werden ("Camellia sinensis") und sich ausschließlich in der Verarbeitung unterscheiden. Heute wird oft gesagt, schwarzer Tee sei im Gegensatz zum Grünen "fermentiert", und daraus schließen manche, dass grüner Tee ursprünglicher oder eben "natürlicher" wäre. Das ist aber ein Trugschluss. Grüner Tee enthält noch viele Catechine Richtig ist: Grüner Tee hat noch die Farbe der grünen Blätter und er enthält noch viele der im Teeblatt enthaltenen Catechine – das sind die Substanzen, die für viele angeblich gesundheitsfördernde Wirkungen des Grünen Tees verantwortlich gemacht werden. Ich sage "angeblich", weil in den meisten Fällen die wissenschaftlichen Belege fehlen – dieser Frage widmen wir uns hier ausführlich: Beim Schwarzen Tee wiederum haben sich diese Catechine in andere Substanzen verwandelt, der Tee wird dadurch braun. Schwarztee: rohe Teeblätter trocknen und oxidieren Doch auch wenn das oft so bezeichnet wird, handelt es sich bei diesem Vorgang nicht um eine echte Fermentierung. Das wäre nur dann der Fall, wenn Mikroorganimen im Spiel wären, die man extra hinzugibt, wie etwa bei der Herstellung von Käse oder Sauerkraut. Das passiert beim schwarzen Tee gerade nicht. Der entsteht vielmehr von selbst, indem man die rohen Teeblätter bis zu einem gewissen Grad trocknen lässt, dann oxidieren die von selbst und werden braun – ähnlich wie ein angeschnittener Apfel, der der Luft ausgesetzt ist. Dieses Oxidieren ist also auch ein "natürlicher" Vorgang, wenn so will. Beim grünen Tee wird das Oxidieren verhindert Will man dagegen grünen Tee erhalten, muss man einen zusätzlichen Zwischenschritt einbauen, um das Oxidieren zu verhindern. Das macht man, indem man die Blätter nach dem ersten Welken bei hohen Temperaturen dämpft oder röstet. Dieser Schritt deaktiviert die Enzyme, die andernfalls das Oxidieren einleiten. Insofern ist es Ansichtssache. Man kann sagen: Der grüne Tee ist "natürlicher", weil er in seiner Zusammensetzung mehr dem des ursprünglichen Blatts entspricht. Aber, um ihn zu erhalten, muss man die Blätter einem zusätzlichen Verarbeitungsschritt unterziehen. Man könnte also auch umgekehrt sagen: Der schwarze Tee ist auf eine "natürliche" Weise oxidiert, die beim grünen Tee verhindert wird. Das ist letztlich Wortklauberei. Pu-Erh-Tee wird fermentiert Es gibt auch Tee, der wirklich fermentiert ist – wo also Mikroorganismen mit im Spiel sind. Das ist der berühmte Pu-Erh-Tee. Bei ihm werden die Teeblätter in Form gepresst und getrocknet. So bleibt der Tee jahrelang haltbar und bekommt durch die Mikroorganismen – vor allem Pilze sind hier beteiligt – im Laufe der Zeit eine eigene Geschmacksnote, die den Tee ganz anders schmecken lässt als Grüntee oder Schwarztee.

  • Dec 7, 2023 · 1 min

    Kann man im Winter Vitamin D durch Tageslicht tanken?

    Im Winter weniger UV-Licht Das ist ganz einfach: Vitamin D bildet unser Körper vor allem aus UVB-Strahlen – und davon kommen im Winter nur kleine Mengen bei uns an. Zwischen Oktober und März landen die Sonnenstrahlen bei uns in Nordeuropa in einem viel flacheren Winkel als im Sommer – der Weg durch die Ozonschicht ist länger, deshalb wird im Winter mehr UV-Licht rausgefiltert. 45 bis 180 Minuten auf 500 m Höhe mit freiem Gesicht, Armen und Händen ... Eine Untersuchung aus der Schweiz hat berechnet, dass Menschen mit mittelheller Haut im Februar mindestens eine Dreiviertelstunde in die pralle Mittagssonne gehen müssten, um zumindest einen Teil ihres Tagesbedarfs damit zu decken. Das gilt aber nur auf 500 m Höhe und wenn Gesicht, Arme und Hände unbedeckt sind – also kein Programm für Frostbeulen. Je nach Alter können auch zweieinhalb Stunden nötig sein – denn je älter man ist, desto schlechter klappt die Vitamin-D-Produktion. Vitamin-D-Spiegel im Zweifelsfall vom Arzt untersuchen lassen Wer bei sich einen Mangel vermutet, kann einfach einen Bluttest beim Arzt machen lassen – dann weiß man, ob es sinnvoll ist, Vitamin-D-Pillen zu schlucken oder nicht. Für gesunde Menschen ist es ganz normal, dass die Werte im Winter niedriger sind – wenn man im Sommer viel draußen ist, füllen sich die Vitamin-D-Speicher von selbst wieder auf.

  • Nov 27, 2023 · 1 min

    Was ist das Münchhausen-Syndrom?

    Münchhausen-Syndrom: Ärztehopping mit erfundenen Leiden Wer krank ist, tut normalerweise alles dafür, schnell wieder gesund zu werden. Bei Menschen mit dem Münchhausen-Syndrom ist es genau umgekehrt: Sie wollen krank sein und ziehen mit erfundenen Leiden durch die Arztpraxen. Um glaubwürdig zu wirken, verletzen sie sich auch selbst; schlucken giftige Substanzen oder sorgen dafür, dass Wunden sich immer wieder infizieren. Sie haben also echte, teils bedrohliche Symptome – und werden daher oft mit großem medizinischem Aufwand behandelt; bis hin zu komplizierten Operationen. Für Ärztinnen und Ärzte ist es kaum möglich, diese Krankheits-Hochstapler zu erkennen. Denn körperlich geht es ihnen ja tatsächlich schlecht. Und wenn doch mal jemand Verdacht schöpft, verschwinden Patienten mit Münchhausen-Syndrom und bitten einfach anderswo um Behandlung. Ständiges Ärztehopping gehört zum Krankheitsbild. Unterschied zu Simulanten: Finanzielle Vorteile sind nicht das Ziel Es gibt einen wichtigen Unterschied zu Simulanten: Die täuschen auch Krankheiten vor. Aber Simulanten tun es nur, weil sie sich davon zum Beispiel finanzielle Vorteile versprechen. Psychisch sind sie gesund. Schwere psychische Störung mit zwanghaftem Lügen Das Münchhausen-Syndrom ist dagegen eine schwere psychische Störung. Betroffen sind überwiegend Männer. Sie leiden oft auch unter Narzissmus oder Borderline-Störungen und sind unfähig zu engen Bindungen. Zwanghaftes Lügen gehört für sie in allen Bereichen zum Alltag. Psychotherapie könnte helfen, aber dazu sind Betroffene fast nie bereit.

  • Nov 20, 2023 · 1 min

    Wie kann man vom Knochenfragment auf den ganzen Dinosaurier schließen?

    Knochenfragmente erleichtern den Blick ins Innere Man zieht möglichst mehrere komplette Fossilien zusammen. Wenn man aber nur fragmentierte Stücke hat, erkennt man an den Fragmenten oft mehr als an einem vollständigen Skelett. Der Grund: Wenn das Skelett zerfällt, kann man die Knochen von Seiten erkennen, die man bei einem vollständigen Skelett so nicht erkennen könnte. Bei einem Schädel zum Beispiel, der komplett ist, kann ich ja nicht reinsehen. Wenn der aber zerfallen ist, sehe ich auch die Knochen, die innen liegen. Modelle mithilfe bildgebender Verfahren erstellen Mit modernen bildgebenden Verfahren kann ich diese Knochen dreidimensional rekonstruieren und im Computer zusammenbauen. Das sieht richtig toll aus und man erkennt, wie dieser Schädel einmal ausgesehen hat. Man kann dort auch nachkorrigieren, sodass alles passt. Das Schönste ist: Man kann das Modell bewegen und die Muskulatur drumherum rekonstruieren. Paläontologie erfordert auch Fantasie Wenn man die nackte Kontur hat – Muskeln und Haut ohne Quaddeln – bekommt man zumindest eine Vorstellung von der Form und der Größe eines solchen Tiers. Das macht die Paläontologie so schön: Man hat nicht alles – und wenn man Rekonstruieren will, braucht man ein bisschen Fantasie.

  • Nov 18, 2023 · 1 min

    Waschlappen und Handtücher: Wie oft wechseln und wie heiß waschen?

    Handtücher alle zwei bis drei Tage wechseln Alles, was direkt mit der Haut des Menschen in Kontakt kommt – also etwa Handtücher und Waschlappen – muss regelmäßig gereinigt werden. Das heißt, dass zu Hause bei normalem Gebrauch ein Handtuch alle zwei, drei Tage in die Wäsche gehört. Es kommt aber auch darauf an, ob jemand Sportler ist, sehr aktiv ist und zwei oder dreimal am Tag duscht. Handtücher sind feucht, haben direkten Kontakt mit der Haut und da können sich Mikroorganismen durchaus vermehren. Bei Hautkrankheiten auf Hygiene achten Einen gesunden Menschen haut es nicht um, wenn er sich eine Woche mit demselben Handtuch abtrocknet; das kennt man auch vom Camping. Schwierig wird es aber, wenn man Hauterkrankungen hat, gereizte Haut oder Neurodermitis. Da muss man stärker auf Sauberkeit achten. Baumwollhandtücher bei 60°C mit Pulver-Vollwaschmittel waschen In der Regel sind die Handtücher aus Baumwolle. Die wäscht man bei 60°C. Wichtig ist, dass man Vollwaschmittel in Pulverform verwendet. Dann ist eigentlich alles tot. Nur Vollwaschmittel enthält Bleiche. Also kein Colorwaschmittel nehmen. Waschlappeneinsatz "unterhalb der Hüfte": nach jeder Benutzung waschen Das gilt letztlich auch für Waschlappen. Wenn man den Waschlappen oberhalb der Hüfte benutzt, ist es nicht ganz so kritisch. Waschen Sie sich allerdings unterhalb der Hüfte mit dem Waschlappen, sollten Sie ihn nach jeder Benutzung waschen.

  • Nov 13, 2023 · 3 min

    Wie misst man "Schärfe" und warum sind Chilis "anders" scharf als Senf oder Wasabi?

    Tatsächlich gibt unterschiedliche Arten von "Schärfe". Bei den paprikaverwandten Gewächsen wie Chili, Peperoni oder Cayenne-Pfeffer gibt es seit knapp 100 Jahren eine Maßeinheit für Schärfe. Das sind die sogenannten Scoville-Einheiten, benannt nach dem amerikanischen Chemiker Wilbur Scoville. Scharf wird die Chili durch bestimmte chemische Stoffe – Capsaicine. Beim Kontakt mit der Schleimhaut im Mund täuschen sie dem Nervensystem eine Verletzung vor; deswegen haben wir das Gefühl, dass es "brennt". Wie scharf eine Chili ist, hängt deshalb von der Capsaicin-Konzentration im Fruchtfleisch ab. Zu den schärfsten Chili-Sorten gehört die Habanero; da ist die Capsaicin-Konzentration am stärksten. In der konventionellen Gemüsepaprika dagegen sind gar keine Scharfmacher mehr enthalten – die wurden rausgezüchtet. Wie kann man Schärfe messen? Wilbur Scoville hat aus der Capsaicin-Konzentration eine Maßeinheit gemacht, und zwar mithilfe von Testpersonen. Dazu hat er Chilis püriert und dann so lange mit Zuckerwasser verdünnt, bis die Versuchsperson nichts Scharfes mehr geschmeckt hat. Je mehr Capsaicin in der Probe war, desto mehr musste er verdünnen. Auf diese Weise erhielt er eine Skala von 0 bis 16 Millionen. 16 Millionen wäre reines Capsaicin. Das heißt, wenn man ein Gramm reines Capsaicin hat, müsste man 16 Millionen Gramm – 16.000 Liter – Wasser dazugeben, damit man die Schärfe nicht mehr schmeckt. Allerdings ist es ein bisschen unpraktisch, im Alltag eine Skala zu verwenden, die von 1 bis 16 Millionen reicht. Deshalb wurden diese 16 Millionen Scoville-Einheiten bald in einer Skala von 0 bis 10 zusammengefasst. In dem Fall ist also Gemüsepaprika auf der Stufe 0 und besagte Habanero-Chilies liegen in der Scoville-Skala bei 10. Wie scharf eine Chili ist, hängt doch auch vom subjektiven Empfinden ab – die einen vertragen mehr, die anderen weniger …? Das ist der andere Grund, warum das ursprüngliche Messverfahren unpraktisch war. Bei manchen Versuchspersonen musste mehr verdünnt werden als bei anderen, bis sie die Schärfe nicht mehr schmeckten. Deshalb war das ungenau. Heute haben die Chemiker objektivere analytische Methoden, um die Konzentration von Capsaicin genau zu bestimmen. Bei der Schärfe von Senf oder Meerrettich geht das nicht Komplett anders ist es zum Beispiel bei Senf. Hier ist nicht Capsaicin, sondern Senföl für die Schärfe verantwortlich. Dieses Senföl kommt nicht nur im Senf vor, sondern auch in Radieschen, Meerrettich oder Kresse. Da schmeckt man ja auch, dass das eine ganz andere Art von Schärfe ist als bei Chili. Die Senföl-Schärfe kommt von den ätherischen Ölen, die im Senföl enthalten sind. Der Haken dabei ist: Ätherische Öle sind flüchtig; die Schärfe lässt mit der Zeit nach, weil die Öle verdampfen. Daher verliert Meerrettich nach einer Weile an Würze und schmeckt lasch. Im Gegensatz zum Chili, der scharf bleibt, auch wenn er lange an der Luft hängt und trocknet. Bei den paprikaverwandten Gewächsen lässt sich deshalb der Schärfegrad leichter bestimmten als beim Senf oder bei Radieschen.

  • Nov 13, 2023 · 2 min

    Was hilft Brustkrebs-Patientinnen in den Wechseljahren?

    Brustkrebsmedikamente können große Beschwerden hervorrufen Wir sehen sehr viele Frauen mit Brustkrebs, die erhebliche Beschwerden haben, zum Teil ausgelöst durch Tamoxifen oder das andere wichtige Medikament, das eingesetzt wird: der Aromatasehemmer. Beide haben das Ziel, dass möglichst wenig Östrogen da ist, um einen hormonabhängigen Tumor in seinem Wachstum zu fördern bzw. um sicherzustellen, dass sie möglichst kein Rezidiv ihrer Erkrankung bekommen. Ein typisches Problemen von Frauen, die diese Medikamente bekommen ist, dass sie starke Hitzewallungen, klimakterische Symptome bekommen. In so einer Situation kann man zum Beispiel bestimmte Antidepressiva einsetzen. Man kann auch bestimmte Antiepileptika oder Verhaltenstherapie einsetzen. Damit habe ich selbst aber nicht viel Erfahrung, ich bin Hormondoktorin. Aber mit den anderen Sachen habe ich viel Erfahrung. Fezolinetant — der erhoffte Gamechanger? Es gibt jetzt etwas tolles Neues, eine spannende neue Substanz. Wir sind frohgemut, dass die wahrscheinlich demnächst, im Verlauf der nächsten Monate, in Deutschland auf den Markt kommen wird. Die Substanz heißt Fezolinetant – ein sogenannter NK3-Inhibitor. Die Substanz verhindert direkt im Gehirn das Entstehen von Hitzewallungen. Das ist, als würde ein Traum wahr. Wir benutzen in der Gynäkologie dauernd den Begriff Gamechanger, aber das verändert wirklich ganz viel. Zehn Prozent aller Frauen in Deutschland bekommen Brustkrebs. Die können keine Hormone nehmen. Aber die haben natürlich auch Beschwerden. Und diesen Frauen werden wir demnächst was anbieten können und auch allen anderen, die aus irgendwelchen Gründen keine Hormone nehmen können oder wollen. Die Substanz ist schon von der EMA geprüft und die haben gesagt: jawohl, ist alles prima. – Jetzt muss das noch in Deutschland zu Ende verhandelt werden. Aber sieht extrem gut aus. Und ich freue mich wirklich sehr, dass wir demnächst in der Lage sein werden, Patientinnen etwas effektiv Wirksames anbieten zu können. Das ist eine wirklich gute Nachricht. Stand: Oktober 2023

  • Nov 9, 2023 · 2 min

    Warum müssen manche Menschen niesen, wenn sie in die Sonne schauen?

    Photischer Niesreflex: Ein Viertel der Menschen sind Sonnennieser Photischer Niesreflex heißt diese Eigenschaft in der Fachsprache. Es ist nur eine Minderheit – etwa ein Viertel aller Menschen – die davon betroffen ist. Ob man dazugehört, ist offenbar sehr stark genetisch bedingt. Vor einigen Jahren haben US-Forscher gezeigt, dass es zwei Genvarianten gibt, die darüber entscheiden, ob man ein Sonnennieser ist oder nicht. Das ist eine Eigenschaft ähnlich wie die Fähigkeit, Spargelgeruch im Urin zu riechen – auch dafür sind bestimmte Gene notwendig. Wenn man die nicht hat, riecht der Urin nach einem Spargelessen nicht anders als sonst. Das Sonnen-Niesen scheint ebenfalls so eine Eigenschaft zu sein, die man, genetisch bedingt, entweder hat oder nicht. Was passiert in der Nase, wenn man dieses Gen hat und in die Sonne guckt? Ganz genau ist das nicht geklärt, aber die vorherrschende Lehrmeinung ist, dass bei diesen Menschen zwei Nerven sehr nah beinander verlaufen, nämlich der Sehnerv und der Trigeminus – "Drillingsnerv". Dieser Drillingsnerv hat mehrere Äste, darunter einen, der zum Augapfel führt und einen anderen, der zum Oberkiefer führt und beim Niesen eine wichtige Rolle spielt. Eine Hypothese sagt, dass es bei Sonnenniesern zu einer Art Kurzschluss kommt: Wenn die Augen-Nerven stark gereizt werden, springen diese Signale auf den Oberkieferast des Trigeminus über und dadurch wird der Niesreflex ausgelöst. Eine andere Möglichkeit ist, dass Sonnennieser per se lichtempfindlicher sind – auch dafür gibt es Hinweise. Auf jeden Fall tritt der Reflex fast immer nur dann auf, wenn die Betroffenen unvermittelt starkem Licht ausgesetzt sind – sobald das Auge reagiert und z.B. die Pupille sich verengt, hört das Niesen wieder auf. Kann die Kettenreaktion zwischen Auge und Nase auch gefährlich werden? An sich nicht. Ein evolutionärer Sinn ist zwar nicht zu erkennen, aber offenbar gehen auch keine Gesundheitsgefahren davon aus. Es ist eher eine harmlose genetische Anomalie. Gefährlich wird es allenfalls z.B. für Kampfpiloten; für die könnte ein solcher Reflex zumindest problematisch sein. Normale Piloten dagegen schauen selten spontan in die Sonne und fliegen normalerweise auch keine Manöver, bei denen ein kurzes Niesen gefährlich sein könnte.

  • Nov 9, 2023 · 1 min

    Woher kommt das Wort "Putsch"?

    Schweizer Wort für "Stoß" oder "Vorstoß" Das Wort stammt Aus der Schweiz: Im Schweizer Dialekt bedeutet "Putsch" das, wonach es klingt: "Stoß" oder "Zusammenprall". Als Ausdruck für einen schnellen militärischen Vorstoß wurde das Wort schon im 16. Jahrhundert verwendet, aber auch allgemein im Sinne von "Vorstoß" – durchaus also auch im positiven Sinn: Wenn jemand mit einem Unternehmen oder einer Initiative vorpreschte, bezeichnete man das als Putsch, und dann eben auch im politischen Sinne von "Volksauflauf" oder "Revolte". Züriputsch 1839 sorgt für internationale Verbreitung Die ersten politischen Putsche (der original Schweizer Plural lautet übrigens: Pütsch), die als solche bezeichnet wurden, fanden auch in der Schweiz statt. So gab es 1830 den Freiämter Putsch, 1856 den Neuenburger Putsch und dazwischen 1839 den Züriputsch – durch den hat sich das Wort über die Schweiz hinaus verbreitete: Die französischen Zeitungen berichteten von "le putsch" und die englischen von "the putsch".

  • Nov 1, 2023 · 2 min

    Was passiert beim Niesen im Körper?

    Niesen ist ein Reflex Das Niesen ist physiologisch ein explosives Atmen – es sind also die gleichen Körperpartien beteiligt wie beim normalen Atmen auch: das Zwerchfell, die Atemmuskeln in Bauch und Brust. Mit zwei wesentlichen Unterschieden: Das Atmen können wir zumindest teilweise kontrollieren und die Luft zumindest vorübergehend anhalten – beim Niesen geht das kaum; es ist ein Reflex. Zweiter Unterschied: Die normale Atmung ist ruhig, das Niesen geschieht explosionsartig. Physiologisch passiert Folgendes: Es beginnt damit, dass die Nervenzellen in der Nasenschleimhaut irgendeinen Reiz empfangen. Das können Allergene sein, Pollen, Katzenhaare, die Exkremente von Hausstaubmilben. Die Schleimhaut kann durch eine Erkältung gereizt sein oder auch einfach durch Sonnenlicht – manche Menschen müssen ja niesen, wenn sie in die Sonne gucken. "Nieszentrum" im Gehirn gibt die Kommandos Die Nerven leiten diese Reizinformation ins Gehirn weiter. Im Übergang vom Hirnstamm zum Rückenmark gibt es ein Areal, von dem man ausgeht, dass das die Niessteuerung übernimmt – deshalb bezeichnet man es auch als "Nieszentrum". Das gibt dann seine Kommandos. Erstes Kommando: Einatmen! Meist denken wir beim Niesen nur an das große "Hatschi!" – aber dem geht immer ein kräftiges Einatmen voraus. Dabei wird zugleich ein Druck aufgebaut. Als nächstes folgt ein Kommando an die Ausatemmuskeln. Die ziehen sich dann schlagartig zusammen und katapultieren die eingeatmete Luft nach draußen – und zwar mit orkanartigen Geschwindigkeiten von 160 km/h. Gleichzeitig bekommen meist auch die Augen noch das Kommando: Schließen! Warum wir die Augen beim Niesen schließen, ist nicht ganz klar, vermutlich wird auf diese Weise verhindert, dass Krankheitserreger in die Augen gelangen. Niesen dient dem Reinigen der Nase Der Niesreflex insgesamt dient somit vor allem der Reinigung der Nase: Wir befreien sie damit von Partikeln und Erregern, die wir mit dem normalen Atmen nicht loswerden.

  • Oct 29, 2023 · 3 min

    Wie kriegen Waschmittel den Dreck aus der Wäsche?

    Die wichtigsten Bestandteile in Waschmitteln sind Tenside. Das sind die Stoffe, die den Schmutz lösen und die Wäsche sauber machen. Mit Tensiden gegen Grenzflächenspannung des Wassers Tenside tun das, indem sie die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen. Wasser hat an der Oberfläche tatsächlich eine Spannung. Die zeigt sich zum Beispiel darin, dass manche Insekten übers Wasser laufen können. Diese Grenzflächenspannung führt aber auch dazu, dass Wasser in die Feinstrukturen von Gewebe nicht immer richtig eindringt. Wenn Tenside sich im Wasser lösen, setzen sie diese Grenzflächenspannung herab. Dadurch dringt das Wasser leichter in das Gewebe ein und die Fasern werden besser mit der Waschlösung benetzt. Tenside sind im Wasser löslich und können Fett binden Diese Fähigkeit verdanken Tenside ihrem chemischen Aufbau. Ihre Moleküle sind ähnlich aufgebaut wie die von Seifen. Sie bestehen aus einem polaren und einem unpolaren Ende. Polar heißt, dass ein Ende des Moleküls elektrisch positiv oder negativ geladen ist. Ein unpolares Ende dagegen ist elektrisch neutral. Und das Tensidmolekül besitzt eben beides, elektrisch geladene und neutrale Enden. Genau deshalb können sie die Flecken aus unseren Klamotten rauslösen. Der polare Teil des Tensids sorgt nämlich dafür, dass das Tensid im Wasser löslich ist. Er ist wasserliebend. Denn Wassermoleküle sind ebenfalls polar. Wasser kann aber kein Fett lösen, denn Fettmoleküle sind unpolar. Mit Wasser können wir deshalb kein Fett aus Textilien herauswaschen. Mit Tensiden geht das aber, denn Tenside haben ja auch einen unpolaren Teil. Der wiederum kann Fett binden. Schmutz in Mizellen: Abtransport per Wasser Mehrere Tensidmoleküle zusammen können so den Schmutzpartikel wie eine Kapsel umschließen und "einpacken". Dabei entsteht eine sogenannte Mizelle – eben ein Schmutzteilchen, das von Tensiden umhüllt ist. Sie kann vom Wasser leicht abtransportiert werden. Bleichmittel erforderlich, wo Tenside an ihre Grenzen stoßen Aber nicht alle Flecken können von Tensiden entfernt werden. Bei Obst-, Gemüse- oder Kaffeeflecken wird es schon schwieriger. Manchen Waschmitteln werden deswegen Bleichmittel zugefügt. Die zerfallen in wässriger Lösung und setzen atomaren Sauerstoff frei. Der zerstört die Farbstoffe aufgrund seiner stark oxidierenden Wirkung. Empfindliche Fasern können allerdings auch angegriffen werden. Fein- und Buntwaschmittel enthalten deshalb in der Regel keine Bleichmittel. Enzyme gegen Eiweiß, Fett und Stärke Und es gibt noch einen dritten Player im Waschmittel-Game: die Enzyme. Die entfernen Schmutzstoffe wie Eiweiß, Fett und Stärke, indem sie diese spalten und abbauen. Die Wäschepflege wurde durch die Enzyme sehr viel umweltschonender, weil sie eine niedrigere Waschtemperatur brauchen. Temperaturen über 60 °C zerstören die Enzyme nämlich. Dank Waschenzymen wird also viel Energie gespart.

  • Oct 23, 2023 · 1 min

    Warum kann eine Reizblase in den Wechseljahren auftreten?

    Östrogen regelt das Funktionieren von Scheide und Blase Man muss sich vorstellen, dass sowohl die Scheide als auch die Blase abhängig sind vom Hormon. Östradiol ist gut für die Scheide, aber es ist auch sehr gut für die Blase. Das Funktionieren von Scheide und Blase, der Schutz vor Infektionen, der Schutz vor diesem Reizgefühl geht eigentlich nur, wenn genug Östradiol da ist bzw. Östrogene da sind, um genau zu sein. Es muss gar nicht Östradiol sein, es kann auch Östriol sein. Es muss einfach genug Östrogen da sein. 80 Prozent der Frauen bekommen Beschwerden Das Dramatische ist: Dieses Problem haben 100 Prozent aller Frauen. Also nicht alle Frauen kriegen eine Reizblase, aber alle haben diesen niedrigen Östradiolspiegel, diese niedrigen Östrogene, die sich dann auswirken. Und ungefähr 80 Prozent haben Beschwerden. Aber es wird nur ein ganz kleiner Teil der Frauen behandelt.

  • Oct 18, 2023 · 1 min

    Sind die Hormone bei einer Hormonersatztherapie pflanzlich oder chemisch?

    Pharmaindustrie setzt Grundstoffe aus der Natur ein Die sind auf jeden Fall erst einmal pharmazeutisch hergestellt. Was viele Leute gar nicht wissen: Die Pharmaindustrie bedient sich in vielen Fällen eines Tricks. Sie nimmt nämlich Grundstoffe aus der Natur. Dann muss man keine Vollsynthese machen. Wenn ich zum Beispiel Rotklee nehme oder Traubensilberkerze, dann ist das kein Östradiol; es hat eine chemisch andere Struktur. Aber es kann auch mit dem Östrogenrezeptor in Interaktion treten. Yamswurzel ersetzt keinesfalls Progesteron Eine kleine Anekdote: Ich hatte mal die Gelegenheit, Carl Djerassi (1923 - 2015) kennenzulernen, den Erfinder der Pille,. Dem verdanken wir eigentlich auch die Hormontherapie. Ich habe ihn gefragt, warum so viele Menschen Yamswurzel nehmen. Da wurde er ganz aufgeregt, nahm einen Zettel heraus und kritzelte wild Strukturformeln darauf. Dann sagte er: "Wissen Sie, wenn Sie Yamswurzel mögen, dann können Sie die essen. Aber Progesteron wird da ganz sicher nicht draus. Das kann Ihr Körper nicht. Dafür brauchen Sie die pharmazeutische Industrie." – Das fand ich ungemein lehrreich. Bestimmte pflanzliche Präparate haben also eine schwache östrogenartige Wirkung. Aber die Yamswurzel ersetzt auf keinen Fall Progesteron.

  • Oct 18, 2023 · 54 sec

    Wie wirkt sich der Östrogen-Mangel in den Wechseljahren aus?

    Hitzewallungen und Nachtschweiß Das sind die klassischen Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche, aber auch Gelenkbeschwerden. Viele Frauen stehen morgen auf und stellen fest, dass es in den Gelenken zwickt und sie sich nicht mehr so bewegen können wie bisher. Das kann am Hormonmangel liegen. Wir wissen, dass die Hitzewallungen und der Nachtscheiß hervorragend auf eine Hormontherapie ansprechen. Das steht gar nicht mehr zur Diskussion. Vorsicht Osteoporose: Knochen brauchen Östrogene Was viele nicht wissen: Auch der Knochen braucht Östrogene. Wenn die abfallen, besteht die Gefahr, dass man im Verlauf des weiteren Lebens eine Osteoporose entwickelt. Damit verbunden ist die Gefahr von Knochenbrüchen. Auch da kann die Hormonersatztherapie viel Gutes bewirken.

  • Oct 18, 2023 · 2 min

    Woher kommt der Ausdruck "unter die Haube kommen"?

    Giordano Bruno sagte einmal: "Se non è vero, è ben trovato." Also: "Ist es auch nicht wahr, so ist es doch gut erfunden." – Und diese Geschichte mit der Jagd scheint doch auch ein bisschen weit hergeholt. Viele Gästeführer reagieren enttäuscht und fürchten, ihre Geschichten nicht mehr weitererzählen zu können. Aber das sollen sie meiner Meinung nach ruhig tun. Sie sollten allerdings dazu den Status der Wahrhaftigkeit oder Wahrscheinlichkeit angeben. Nur verheiratete Frauen durften Hauben tragen Es ist im späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit völlig üblich, dass unverheiratete bürgerliche Frauen keine Brautkronen oder Brauthauben tragen durften – etwa in Franken, wo ich zu Hause bin. Die Haube war die Zier einer verheirateten Frau und nur durch den Akt der Verheiratung war die Frau berechtigt, die Haube zu tragen.

  • Oct 8, 2023 · 4 min

    Was war das Stanford-Prison-Experiment?

    Wie intelligente, geistig gesunde Menschen zu Sadisten werden Hierzulande ist das Stanford-Prison-Experiment vor allem durch den Film "Das Experiment" mit Moritz Bleibtreu bekannt geworden. Das Stanford-Prison-Experiment hat gezeigt, wie auch intelligente und zuvor als geistig völlig gesund eingestufte Menschen sich Rollen aneignen und zu Unmenschen werden können. Und so ging es los: Männliche Studenten für eine psychologische Untersuchung des Gefängnislebens gesucht. Tagesverdienst 15 $. Quelle: Zeitungsanzeige So stand es in einer Lokalanzeige im kalifornischen Palo Alto 1971. 70 junge Männer meldeten sich; es waren Studierende der Elite-Uni Stanford. Nach einem Losverfahren wurden sie aufgeteilt. Die eine Hälfte wurde zu "Gefangenen" erklärt, die andere zu "Wärtern". Um diese Rollen so realistisch wie möglich auszufüllen, wurden die sogenannten "Gefangenen" zu Hause verhaftet und dann in ein nachgebautes Gefängnis in der Uni gebracht. "Wärter" sollen im "Gefängnis" für Ordnung sorgen, die Situation eskaliert Die Gefangenen wurden behandelt, wie es damals in den USA üblich war. Sie gaben ihre Kleider ab, wurden entlaust, ihnen wurden Nummern zugewiesen. Den Wärtern wurde die Aufgabe gegeben, diese Gefangenen zu bewachen und für Ordnung zu sorgen. Doch genau das Gegenteil trat ein. Die Situation eskalierte rasch. Schon am ersten Tag war zu beobachten, dass die Wärter die Gefangenen Liegestützen machen ließen und dabei ihren Fuß auf den Rücken der Gefangenen stellten. Die Aggressionen auf beiden Seiten waren schon am ersten Tag deutlich spürbar. Deindividuation: Menschen ihrer Individualität berauben Auslöser für die Eskalation war das, was Sozialpsychologen Deindividuation nennen, erklärt die Mannheimer Professorin Dagmar Stahlberg. Die Teilnehmer werden durch die Situation ihrer Individualität beraubt. Nur noch die Rolle zählt. Dagmar Stahlberg: "Das heißt, die Wärter haben diese Uniform an. Die Gefangenen in dem Experiment mussten von vornherein alle individuellen Kleidungsstücke, alles abgeben, wie es im richtigen Gefängnis ist. Dadurch verliert man dieses persönliche Verantwortungsgefühl. Das führt dann in solchen Situationen ganz stark dazu, dass soziale Normen, die normalerweise unser Verhalten kontrollieren, außer Kraft gesetzt werden." Aufstand an Tag 2: harte Strafen oder Vorzugsbehandlung Am Morgen des zweiten Tags kam es zu einem Aufstand unter den Gefangenen, auf den die Wärter wiederum mit harten, sadistischen Strafmaßnahmen reagierten. Sie spritzten Trockeneis in die Zellen der Gefangenen, zogen sie nackt aus oder ließen sie Kloschüsseln mit den bloßen Händen putzen. Anderen Gefangenen billigten sie eine Vorzugsbehandlung zu. Ein bisschen besseres Essen, wobei Vorzug auch einfach heißen konnte: Sie durften sich waschen, Zähne putzen und, wann sie wollten, aufs Klo gehen. Dies sollte auch dazu dienen, die Gefangenen untereinander zu spalten. Experimentleiter Zimbardo wird selbst mitgerissen und bricht nach 6 Tagen ab Zwei Wochen sollte der Versuch dauern, nach sechs Tagen jedoch sah sich Phil Zimbardo dazu gezwungen, ihn abzubrechen. Der Grund war nicht nur die Eskalation. Zimbardo begann vielmehr zu spüren, dass er selbst seine Neutralität verlor. Dagmar Stahlberg: "Er musste dieses Experiment abbrechen, weil er gemerkt hat, dass die Macht der Situation so groß ist, dass bei ihm selbst auch diese Gefühle entwickelt worden sind. Also das Gefühl, man muss die jetzt in ihre Schranken weisen, man muss die fertig machen, diese Gefangenen, die ungehorsam sind und sich nicht den Regeln unterwerfen." Stanford-Prison-Experiment wird heute kritisch gesehen Die Aussagekraft des Experiments wird heute in der Fachwelt infrage gestellt. Da der Versuchsleiter selbst Teil des Rollenspiels war, habe er möglicherweise darauf Einfluss genommen, wie die Versuchspersonen ihre Rollen ausübten. Spätere Interviews mit Beteiligten ergaben auch, dass Zimbardo den "Wärtern" Vorgaben gemacht und ihnen schon im Vorfeld erklärt hat, was das Experiment am Ende beweisen soll. Das ergaben Recherchen des französischen Filmemachers und Buchautors Thibault Le Texier. Gesellschaftliche Diskussion und Veränderungen als Folge des Experiments Später wurde es nur noch selten wiederholt, und dabei kam es teilweise zu abweichenden Ergebnissen. Trotzdem hatte das Experiment reale Folgen. In den USA setzte eine Diskussion ein, die Gefängnisse anders zu gestalten und Gefangene weniger ihrer Persönlichkeit zu berauben, um die Gefahr solcher Eskalationen zu mindern. Gruppenverhalten und Situationszwänge: Wie sich Sadismus entwickeln kann Die allgemeine Erkenntnis, wie sehr Gruppenverhalten und Situationszwänge normale Menschen zu Sadisten machen können, hat auch zu Veränderungen bei uns geführt. Sie werden etwa bei der Offiziersausbildung der Bundeswehr berücksichtigt, um die angehenden Befehlshaber zu sensibilisieren. Der deutsche Film "Das Experiment" übertreibt übrigens: Ganz so drastisch, wie dort dargestellt, war es in Wirklichkeit nicht. Philip Zimbardo selbst hat juristisch sogar durchgesetzt, dass der Film nicht beanspruchen darf, von einer "wahren Begebenheit" zu handeln. SWR 2021