
Robert Schumann: 2. Sinfonie – Psychotherapie in vier Sätzen
Robert Schumann geht es miserabel: Kopfschmerzen, Depressionen, Angstzustände. Sein Gegenmittel: viel Bach und eine neue Sinfonie. Die fordert nicht nur ihn heraus – sondern treibt auch das Orchester an seine Grenzen. Das Leipziger Uraufführungspublikum hat 1846 seine liebe Mühe mit der Sinfonie. Ein Kritiker empfiehlt Schumann sogar, doch bitte allgemeinverständlicher zu komponieren. Der denkt gar nicht daran. Im Finale holt er die Themen der vorangegangenen Sätze zurück und zitiert Beethovens „An die ferne Geliebte“ – ein musikalischer Gruß an seine Frau Clara. So findet die aufgewühlte Sinfonie doch noch zu einem hymnischen Schluss. Nicht, weil plötzlich alles gut wäre. Sondern weil Schumann sich diesen Triumph hart erarbeitet. Wenn dir die Musik von Robert Schumann gefällt, solltest du unbedingt auch seine „Kinderszenen“ hören – dreizehn Klavierminiaturen, die zeigen, wie viel Schumann in wenigen Takten erzählen kann. Oder Schuberts große C-Dur-Sinfonie: Schumann holte das vergessene Werk ans Licht und übernahm für seine eigene Sinfonie gleich die Tonart und die langsame Einleitung. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds. In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme: Robert Schumann: Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61 WDR Sinfonieorchester Köln Heinz Holliger (Ltg.) (audite) Höre dir hier das Album an. Mehr Meisterstücke? Entdecke unser Archiv: ARD Sounds Fragen oder Vorschläge? Schreib uns: meisterstuecke@wdr.de Team hinter dieser Folge: Autor: Christoph Vratz Host & Redaktion: Michael Lohse Grafik: Marc Trompetter / WDR


















