
Paul Hindemith: Streichquartett Op. 16 – Neustart nach dem Krieg
Lieblingskomponist Hindemith? Hört man selten. Sein Streichquartett op. 16 zeigt, wie ungerecht das ist: ein rebellisches Frühwerk voller Energie – und mit einem langsamen Satz, der unter die Haut geht. 1921 soll Paul Hindemiths Streichquartett op. 16 bei den ersten Donaueschinger Musiktagen uraufgeführt werden. Doch das vorgesehene Ensemble kneift: zu kompliziert, zu viel Probenarbeit. Also übernimmt Hindemith selbst die Bratsche, sein Bruder das Cello, zwei Geiger werden kurzfristig organisiert. Acht Tage später gelingt ein „donnernder Erfolg“ – und Hindemith schafft den Durchbruch. Das Quartett ist schroff, energiegeladen und hochexpressiv. Vor allem der langsame Satz räumt mit dem Vorurteil vom emotionslosen Hindemith gründlich auf. Wenn dir die Musik von Paul Hindemith gefällt, solltest du unbedingt auch Leoš Janáčeks Streichquartett „Kreutzersonate“ hören – ein fast zeitgleiches Werk. Oder Beethovens Streichquartett op. 132, dessen langsamer Satz zeigt, welche emotionale Wucht vier Instrumente entfalten können. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds. In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme: Paul Hindemith Streichquartett op. 16 Kreuzberger Streichquartett (Telefunken, 1976) Leider ist diese Einspielung derzeit nicht auf Spotify verfügbar. Dort könnt ihr das Werk aber in einer starken Aufnahme mit dem Amar Quartett hören – jenem Ensemble, das den Namen von Hindemiths legendärer Quartettformation weiterträgt. Ihr findet das Album hier. Mehr Meisterstücke? Entdecke unser Archiv: ARD Sounds Fragen oder Vorschläge? Schreib uns: meisterstuecke@wdr.de Team hinter dieser Folge: Autor & Host: Michael Lohse Grafik: Marc Trompetter / WDR



















