

Schwarzwaldklinik im Leerlauf: Der Hamster hat Bettruhe
Man ist wirklich froh, direkt nach der OP nach Hause zu dürfen. Bleibt man länger im Krankenhaus, nimmt man am Ende womöglich noch ein Haustier aus der Stationsfauna und eine handliche Keimsammlung als Souvenir mit. Zu Hause fühlt es sich dafür an wie eine Neuverfilmung der Schwarzwaldklinik – nur mit kleinerem Budget, weniger dramatischer Musik und mir in der Hauptrolle als Patient mit eingebautem Systemfehler. Das autistische Gehirn möchte natürlich sofort wieder den exakt geplanten Alltag starten. Das Hamsterrad läuft schließlich zuverlässig weiter – nur der Hamster wurde ausgebremst und darf körperlich nicht so, wie er mental längst will. Sehr beruhigend. Nichts macht einen Asperger-Autisten wahnsinniger als ein perfekter Plan, der wegen so etwas Unbedeutendem wie „Heilung“ nicht ausgeführt werden kann. Und plötzlich hat eine Woche ungefähr 38 Tage. Andere müssen alles erledigen, weil man es weder kann noch darf – zwei Wörter, die das Gehirn ungefähr so entspannend findet wie eine dauerhaft blinkende Fehlermeldung. Während um einen herum Termine, Aufgaben und Alltag vorbeirauschen, sitze man auf dem Abstellgleis und darf der Welt beim Funktionieren zusehen. Geduld soll ja eine Tugend sein. Offenbar eine, die noch nicht in unserem System installiert wurde.
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