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Pricing Friends

Dr. Sebastian Voigt

“Pricing Friends” ist ein Interviewformat, in dem Sebastian Voigt mit führenden Unternehmenslenkern und weiteren spannenden Persönlichkeiten über sein Lieblingsthema “Pricing” spricht. Das sind keine "Fachidiotengespräche" – Sebastian und seine Gäste liefern vielfältige Perspektiven und Anekdoten, um das komplexe Thema Pricing auf eine verständliche und unterhaltsame Weise zu präsentieren. Dem "schweren", analytischen Thema Pricing verleiht er eine gewisse Leichtigkeit und adressiert die Hörer informativ und unterhaltend.

Der “Pricing Friends” Podcast erscheint ab Donnerstag, 11. Januar 2024, immer donnerstags um 5:55 Uhr.

ÜBER DR. SEBASTIAN VOIGT

Dr. Sebastian Voigt ist Partner sowie Mitglied der Geschäftsleitung der hy Consulting Group GmbH und verantwortlich für die Pricing and Sales Business Unit. Sebastian studierte Wirtschaftsinformatik und promovierte an der TU Darmstadt zu Monetarisierungsstrategien von digitalen Marktplätzen. Seit über 15 Jahren entwickelt er profitable digitale Geschäftsmodelle. Er arbeitete u.a. als Director bei der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners, leitete die Projektteams der Investmentholding von Axel Springer und nahm operative Führungspositionen innerhalb von Bertelsmann und ProSiebenSat1 ein.

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  • 137 episodes
  • Updated Thursday

Episodes137

  • Thursday · 51 min

    Wissenschaft und Preismanagement mit Prof. Dr. Martin Fassnacht: Die Marke schafft den Wert, wer schöpft ihn am Ende ab? (#136)

    In dieser Folge spricht Host Dr. Sebastian Voigt mit Prof. Dr. Martin Fassnacht, Direktor des Lehrstuhls für Strategie und Marketing an der WHU und Co-Autor des Standardwerks Preismanagement, über das Zusammenspiel von Marke und Preis. Sein Ausgangspunkt: „Branding ist Value Delivery, Value Generation und Pricing ist Value Capturing." Am Beispiel Mercedes erklärt er, warum eine Repositionierung von Premium zu Luxus scheitern kann. Audi hingegen ist in den 80er-Jahren mit der Quattro-Technologie über fünf bis zehn Jahre erfolgreich von der Mittelpreis- zur Premiumposition aufgestiegen. Die Konsolidierung großer Markenportfolios, wie bei Nestlé von 8.000 auf 2.000 Marken, ordnet Fassnacht als direkte Folge stagnierender Absatzmärkte und wachsenden Preisdrucks ein. Ein Trend, den er vor allem in Europa beobachtet. Mit einem verbreiteten Pricing-Mythos räumt er auch auf: dem Veblen-Effekt. Die Logik, dass ein höherer Preis zu höherer Nachfrage führt, ließ sich in seiner eigenen Forschung nur bei einzelnen Produktkategorien wie Uhren nachweisen, bei Trenchcoats beispielsweise nicht. Ein Defizit sieht Fassnacht in der Strategiephase des Preisprozesses vieler Unternehmen: Sie entscheiden zu wenig bewusst, ob sich ihre Marke im Premium-, Mittel- oder Niedrigpreissegment positionieren soll. KI wird laut Fassnacht die Analysephase bezüglich Kunden- und Transaktionsdaten stark verändern, aber auch die Entscheidungsphase wird dynamischer werden. Über den Gast Prof. Dr. Martin Fassnacht ist seit 2003 Direktor des Lehrstuhls für Strategie und Marketing an der WHU, mit den Schwerpunkten Preismanagement, Markenmanagement sowie Handelsmarketing und Omnichannel Business. Zusammen mit Hermann Simon hat er das Standardwerk Preismanagement geschrieben. Mittlerweile liegt es in fünfter Auflage vor – mit Jun.-Prof. Dr. Anna-Karina Schmitz im Autorenteam. Er promovierte bei Hermann Simon und habilitierte bei Christian Homburg, ist Vorsitzender des Henkel Center for Consumer Goods und als strategischer Berater für Konsumgüter-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen tätig.

  • July 23 · 42 min

    Verlagswesen und Pricing mit Franziska Schiebe: Wie frei ist ein Verlag wirklich beim Buchpreis? (#135)

    In dieser Folge spricht Host Dr. Sebastian Voigt mit Franziska Schiebe, Leitung Marketing und Vertrieb Fachinformationen bei der Beltz Verlagsgruppe, über die Buchpreisbindung, eine gesetzlich vorgeschriebene Preisfestsetzung, die es in kaum einer anderen Branche so gibt. Eine gesetzliche Buchpreisbindung gibt es derzeit in Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Österreich, Portugal und Spanien. In Dänemark, Norwegen und Ungarn bestanden entsprechende Branchenvereinbarungen. Ihr Kernpunkt: „Der erste Preis muss sitzen. Er ist der wichtige strategische Hebel, weil man an ihm im Nachhinein nicht mehr viel drehen kann." Denn der einmal festgelegte Preis lässt sich zwar jederzeit erhöhen, aber frühestens nach 18 Monaten wieder senken. Wie einflussreich diese Bindung für den Buchmarkt ist, zeigt Franziska am Beispiel England: Dort wurde sie 1995 abgeschafft, mitten im Harry-Potter-Boom. Es folgte ein Preiskampf, in dem die Buchhandlungen am Ende deutlich weniger verdienten, als eigentlich möglich gewesen wäre. Bei der Beltz Verlagsgruppe, seit 185 Jahren als Familienunternehmen geführt, prägt das die gesamte Preisstrategie: bewusst hochpreisig positioniert über Fachprogramme wie Psychotherapie und Pädagogik bis zu Kinderbuch-Klassikern wie dem Grüffelo. Das Thema KI sieht Franziska so: um gegen KI-Antwortmaschinen zu bestehen, reicht reiner Content in Buchform oft nicht mehr aus. Die Verlage müssen Produkte schaffen, die einen darüber hinausgehenden Mehrwert bieten. Dazu gehören laut Franziska vor allem Formate mit echten Menschen, wie Webinare oder Präsenzkongresse. Über den Gast Franziska Schiebe ist seit August 2025 Leitung Marketing und Vertrieb Fachinformationen bei der Beltz Verlagsgruppe. Sie ist seit 2013 im Unternehmen, zunächst in der Geschäftsfeldentwicklung E-Business, ab 2018 dann in der Marketingleitung. Zuvor war sie mehrere Jahre als Verkaufsleitung E-Commerce beim Campus Verlag tätig.

  • July 16 · 46 min

    Managed Services und Pricing mit Daniel Delank: Wie wird aus einem Reseller ein Qualitätsführer mit eigener Preisstrategie? (#134)

    In dieser Folge spricht Host Dr. Sebastian Voigt mit Daniel Delank, CEO der KOMI Group, IT-Systemhaus für den deutschen Mittelstand (ca. 100 Mitarbeitende, vier Standorte). Nach dem Carve-Out aus Konica Minolta im August 2025 übernahm das Management ein Preisgefüge, das über Jahre gewachsen war, statt bewusst gesteuert zu werden. Delanks Befund: "In der Vergangenheit hat man an vielen Stellen Preise gewürfelt, und das war nicht mehr länger tragbar." Der erste Schritt war rein strukturell: den bestehenden Produkt- und Preiskatalog verstehen und vergleichbar machen, teils reichten die Verträge noch bis in die D-Mark-Zeit zurück. Aus dem komplexen Katalog entstand ein vereinfachtes Portfolio, inklusive produktisierter Beratungsleistungen wie einem NIS2-Assessment oder einem Cloud-Readiness-Workshop mit klar bepreisbarem Aufwand statt Neukonzeption pro Kunde. Strategisch entschied sich KOMI bewusst für Qualitätsführerschaft statt Preisführerschaft. Die größte Veränderung lag im Vertrieb, der aus dem klassischen Hardware- und Software-Reselling kommt und Value Selling erst lernen musste. Delank band Vertrieb, Produktinnovation und Delivery früh ein, statt das Projekt top-down durchzusetzen. Der Vertrieb kennt heute die Kostenstruktur hinter jedem Preis und kann ihn entsprechend verteidigen: "Wir sind Überzeugungstäter." Das zeigte sich bei der Neuverhandlung jahrzehntealter Verträge, anfangs als unmöglich eingeschätzt, am Ende erfolgreicher als erwartet. Auch die Rabattlogik wurde umgestellt: weg von pauschalen Prozentstaffeln, hin zu einer Honorierung langfristiger Kundenbeziehungen, mit 15 Jahren durchschnittlicher Vertragslaufzeit und einem Net Promoter Score (NPS) über 80, einem Wert für Kundenzufriedenheit und Weiterempfehlungsbereitschaft, der als sehr hoch gilt. Über den Gast Daniel Delank ist CEO der KOMI Group, einem 2025 aus Konica Minolta ausgegliederten IT-Systemhaus für den deutschen Mittelstand. Zuvor war er rund vier Jahre im Private-Equity-Geschäft tätig, davor bei Capgemini, HPE und in einem Start-up.

  • July 9 · 50 min

    Lernplattform und Pricing mit Daniel Meyer: Wie bepreist man ein Produkt, das die Eltern kaufen und die Kinder lieben sollen? (#133)

    In dieser Folge spricht Host Dr. Sebastian Voigt mit Daniel Meyer, Principal Monetization & Value Creation bei sofatutor, Deutschlands größter Lernplattform für Schulkinder, über das Spannungsfeld zwischen Eltern, die kaufen, Kindern, die nutzen, und Lehrkräften, die Vertrauen stiften. Sofatutor verkauft B2C-Abos zwischen 8 und 20 Euro, differenziert dabei aber bewusst nach Funktionsumfang statt nach Fach oder Klassenstufe. Dynamisches Pricing nach Segmenten bleibt deshalb in absehbarer Zukunft keine Option. Daniel bringt das Prinzip auf den Punkt: „Man muss da auch immer die Balance wahren, zwischen Monetarisierung auf der einen Seite und Fairness auf der anderen Seite." Sprich: Auch eine Fünf in Mathe macht das Abo nicht teurer. Das Schulgeschäft funktioniert strukturell anders als der B2C-Kern, denn Lehrkräfte-Accounts stiften zwar Vertrauen bei Eltern, sind laut Daniel aber kein direkter Sales-Hebel. Bei KI erwartet Daniel, dass sich die Unternehmenslandschaft künftig in zwei Lager spaltet, nämlich in Firmen, die von KI disruptiert werden, und Firmen, die KI nutzen, um ihren Vorteil weiter auszubauen. Entscheidend dafür sind interne Prozesse, kundenseitige KI-Features und vor allem die Distribution. Über den Gast Daniel Meyer ist seit über vier Jahren Principal Monetization & Value Creation bei sofatutor, mit Fokus auf Pricing im B2C-Elterngeschäft und im B2B-Schulgeschäft. Zuvor durchlief er bei Simon-Kucher die Karriereleiter vom Praktikanten bis zum Senior Manager.

  • July 2 · 1 hr 1 min

    Marktplätze und Pricing mit Anne Ringbeck: Wie verändern KI und verändertes Suchverhalten das klassische „Post and Pray“-Modell? (#132)

    Wirtschaftlicher Druck und KI verändern die Monetarisierung von Kleinanzeigen-Plattformen und Marktplätzen. Anne Ringbeck und Dr. Sebastian Voigt kennen die Branche aus erster Hand: Gemeinsam haben sie an mehr als 50 Pricing-Modellen in über 20 Ländern auf vier Kontinenten gearbeitet. Anne Ringbeck, Senior Vice President bei hy, hat gemeinsam mit ihrem Team in Experteninterviews mit Executives von Kleinanzeigen-Portalen und Marktplätzen gesprochen und die Erkenntnisse in der Studie "The Future of Classifieds and Marketplace Monetization" zusammengetragen. Sie diskutieren die wichtigsten Preismodelle, ob “Post and Pray” noch die Zukunft ist und ob KI die Kleinanzeigenbranche zerstört oder zum nächsten Wachstumstreiber wird. Anne sagt, die Studie zeigt: „Pricing wird komplexer, individueller und Daten spielen eine größere Rolle. Die Preisgestaltung ist keine einfache Überarbeitung der Preisliste auf einer Website mehr, sondern eine datenbasierte und strukturierte Angelegenheit." Ihr findet ihre Studie „The Future of Classifieds and Marketplace Monetization" hier: https://bit.ly/4w83enF Über den Gast Anne Ringbeck ist Senior Vice President bei hy und eine echte Pricing-Expertin. Sie hat ihren Master an der WHU Otto Beisheim School of Management gemacht und startete ihre Karriere bei Simon-Kucher im Bereich Pricing und Commercial Excellence. Anschließend leitete sie gemeinsam mit Dr. Sebastian Voigt das Pricing-Monetization-Team bei Axel Springer und beriet Plattformen wie StepStone, ImmoScout24, Immowelt und Idealo. Danach wechselte sie zur Aviv Group, einer Holding von Immobilienplattformen in Europa, und sammelte bei HeyJobs im Bereich HR und Recruiting operative Erfahrung.

  • June 25 · 49 min

    Venture Capital und Pricing mit Gülsah Wilke: Wie viel darf schnelles Wachstum kosten? (#131)

    Venture Capital tickt anders als Private Equity. Im PE zählt der Profithebel, in der Frühphase ist Pricing dagegen vor allem ein Wachstumshebel. Genau hier setzt Folge 131 an. Dr. Sebastian Voigt spricht mit Gülsah Wilke, Partnerin und Head of German Office bei DN Capital in Berlin, darüber, wie ein VC-Fonds das Pricing eines Startups bewertet, lange bevor das Geschäftsmodell ausgereift ist. Wilke kennt beide Seiten des Tisches, denn sie leitete vor rund zehn Jahren das Pricing-Team bei Axel Springer und übernahm es dort von Sebastian Voigt selbst. DN Capital investiert seit mehr als 25 Jahren sektoragnostisch und sucht den Einstieg am liebsten in der Series A, sobald ein Startup Product Market Fit und mindestens eine Million ARR zeigt. Bewertet werden dabei drei Größen gemeinsam, der Average Contract Value, das Kundenprofil mit der Frage nach Budget Owner und Nutzer sowie die Länge des Sales Cycle. Heikel wird es, wenn ein Startup seinen eigenen Wert massiv unter Preis verkauft. Wilke beschreibt einen Anbieter für automatisierte SAP-Implementierungen mit einem ACV von rund 30.000 Euro, weit unter dem, was Konzerne sonst für Berater und eigenes Personal zahlen. Für einen VC ist das ein Warnsignal, weil sich ein Preis nicht in ein bis zwei Jahren von 30.000 Euro auf eine halbe Million heben lässt und ein Fonds diese Zeit nicht hat. Den wahren Wert liest Wilke deshalb aus den Opportunity Costs ab. Wie sie es auf den Punkt bringt: „Wenn wir ein massives Pricing Gap oder Underpricing sehen, müssten wir was sagen." Über den Gast Gülsah Wilke ist Partnerin und Head of German Office bei DN Capital in Berlin und betreut dort vor allem Investments in Healthcare, Manufacturing und Industrial AI. Ihre Pricing-Erfahrung stammt aus ihrer Zeit bei Axel Springer, wo sie das Pricing-Team leitete und den Bereich Job Classifieds bis hin zu einem Board-Mandat bei StepStone verantwortete. Anschließend wechselte sie als COO und Geschäftsführerin zu Ada Health und begleitete den Eintritt in den US-Markt. Vor sechs Jahren gründete sie 2hearts, Europas größtes Netzwerk und Angel-Investment-Collective für Tech-Talente mit mehreren kulturellen Wurzeln.

  • June 18 · 47 min

    TextHacks und Pricing mit Anne-Kathrin Gerstlauer: Ein Bild sagt mehr als 1.000 Preise (#130)

    Bei Pricing Friends geht es fast immer um Zahlen. In Folge 130 dreht Dr. Sebastian Voigt den Blick einmal um und fragt, wie stark die Wahrnehmung eines Preises davon abhängt, in welche Worte man ihn packt. Zu Gast ist Anne-Kathrin Gerstlauer, die mit ihrem Newsletter TextHacks rund 20.000 Menschen pro Woche zeigt, wie sie besser schreiben. Schon der Einstieg macht deutlich, dass Preiskommunikation kein Beiwerk ist, sondern mitentscheidet, ob aus Interesse ein Kauf wird. Eine nackte Zahl wirkt im Kopf anders als dieselbe Zahl, die in eine Szene, einen Vergleich oder eine Frage eingebettet ist. Gerstlauer arbeitet mit vier Methoden, die denselben Preis kleiner und greifbarer machen. Bei der Vergleichsmethode stellt sie den Preis neben etwas Alltägliches, allerdings nur, solange der Vergleich neu ist, denn das abgenutzte Bild vom Coffee to go löst im Gehirn längst nichts mehr aus. Mit der Zeitmethode rechnet sie hohe Beträge herunter, sodass aus 3.600 Euro im Jahr rund 10 Euro am Tag werden. Die Kontrastmethode ankert bewusst an einer viel größeren Zahl, während die Fragemethode Kunden über eine gezielte Frage selbst auf den Wert kommen lässt. Über allem steht für sie ein einfaches Prinzip, nämlich konkret zu zeigen statt zu behaupten. Wie Gerstlauer es auf den Punkt bringt: „Tolles Produkt – aber kannst du es nicht fotografieren, wirst du es nicht kaufen". Über den Gast Anne-Kathrin Gerstlauer schreibt den Newsletter TextHacks und zeigt darin jede Woche rund 20.000 Abonnent:innen, wie sie besser schreiben. Zuvor war sie Journalistin, baute bei der Zeit den Bereich Campus Online auf und war stellvertretende Chefredakteurin von Watson.de. Seit rund vier Jahren ist sie selbstständig und gibt Workshops, Keynotes und Beratungen rund um Sprache und KI, längst nicht mehr nur für Medien, sondern auch für Verbände, Politik und Wirtschaft.

  • June 11 · 54 min

    Private Equity und Pricing mit Dr. Stephan Schmid: Warum hebt starkes Pricing nicht nur den direkten Gewinn, sondern auch Multiple und Unternehmenswert? (#129)

    BU Bregal Unternehmerkapital gehört zu den aktivsten Mid-Cap-Investoren im deutschsprachigen Raum und hält aktuell Beteiligungen an rund 30 Unternehmen, davon gut ein Drittel im Software- und Tech-Segment. Was den Ansatz des Hauses prägt, ist die operative Tiefe. Pricing wird nicht als reines Finanzthema behandelt, sondern als Wertsteigerungshebel, und das schon ab dem ersten Tag der Due Diligence. Dr. Stephan Schmid, der die Beteiligungen im Softwareumfeld verantwortet, erklärt, wie BU die Preishistorie, das Preismodell und die Außensicht der Kunden früh in der Prüfung analysiert und daraus noch vor der Vertragsunterschrift einen Value Creation Plan ableitet. Der entscheidende Hebel liegt für ihn oft im Modell, etwa im Wechsel vom einmaligen Lizenzverkauf zur Subscription. Besseres Pricing zahlt dabei nicht nur aufs EBITDA ein, sondern auf alle Treiber des Multiplikators. Wie Schmid es formuliert: „Verbesserte Preismodelle, verbesserte Preissetzung zahlt halt auf jeden Multiplikatortreiber ein“. Wie das konkret im KI-Zeitalter aussieht, zeigt er an Portfoliofällen wie dem Schweizer CRM-Anbieter BSI und dem Legal-Tech-Unternehmen STP. Über den Gast Dr. Stephan Schmid ist seit zehn Jahren bei BU Bregal Unternehmerkapital in München und dort als Partner für die Software-Beteiligungen verantwortlich. Zuvor war er bei BC Partners in Hamburg und bei Goldman Sachs in Frankfurt tätig. Er hat Physik studiert und programmierte früher in C und C++, bevor er ins Beteiligungsgeschäft wechselte. Sein Fokus liegt auf wachstumsstarken Softwareunternehmen im DACH-Raum und auf der Frage, wie operative Hebel wie Pricing und Go-to-Market gezielt zur Wertsteigerung beitragen.

  • June 4 · 57 min

    Industrie-Pricing und Transformation mit Dr. Amadeus Petzke: Wie bringt man 25 Jahre Industrieexpertise und digitale DNA zusammen? (#128)

    Die hy Consulting Group baut sein Pricing-Team weiter aus und Folge 128 ist der offizielle Einstand eines neuen Partners. Dr. Amadeus Petzke startet am 01. Juni 2026 mit fast 25 Jahren Erfahrung in Pricing und Commercial Excellene. Davon war er knapp 20 Jahre bei BCG als Leader Pricing Enablement Center Europe und danach als Partner bei Monitor Deloitte mit Verantwortung für Product & Pricing sowie alle digitalen Pricing-Kooperationen. Was ihn zum perfekten Fit für hy macht, ist die Kombination aus echter Industrieexpertise in Maschinenbau, Chemie, Medizintechnik und Baustoffen auf der einen Seite und dem digitalen Mindset auf der anderen. Viele Industrieunternehmen stehen gerade vor enormen Herausforderungen rund um Geschäftsmodelle, Vertrieb und Pricing und genau dafür ist hy nun künftig noch besser aufgestellt. Das Gespräch liefert Stoff für alle, die tiefer gehen wollen als die Preisliste. Beim Value-based Pricing beschreibt Amadeus ein Muster, das er in fast jedem Projekt wiedersieht: Unternehmen kommen mit dem Narrativ, sie hätten die besten Produkte, der Vertrieb schöpfe nur nicht den richtigen Preis ab. Für ihn greift das zu kurz und klingt dem Kunden gegenüber schlicht unfair. Pricing muss nach vorne gedacht werden, als echtes Win-win bei dem beide Seiten am gemeinsam geschaffenen Mehrwert partizipieren. Beim Thema Sustainability Pricing, sein wie er es nennt zweiter Bildungsweg, hat er eindeutige Erfahrungen gemacht: Green Premiums gibt es im B2B bis auf regulatorisch erzwungene Ausnahmen nicht. Ein Farbenhersteller, der mehr verdient wenn sein Kunde zu viel Farbe verbraucht, hat kein Nachhaltigkeitsproblem sondern ein strukturelles Pricing-Problem. Wie Amadeus es auf den Punkt bringt: „Was mich wirklich differenziert am Markt von meinen Wettbewerbern ist die Fähigkeit, immer den besten Preis zu finden für das Produkt beim Launch, aber auch entlang des Lebenszyklus." Über den Gast Dr. Amadeus Petzke ist seit Juni 2026 Partner im Pricing and Sales Team bei hy Consulting Group. Zuvor war er knapp vier Jahre Partner bei Monitor Deloitte als Market Offering Lead Product & Pricing sowie davor knapp 20 Jahre bei BCG, zuletzt als Partner and Associate Director und Leader des Pricing Enablement Center Europe. Er hat an der HHL Leipzig Graduate School of Management studiert und am Karlsruher Institut für Technologie in Wirtschaftswissenschaften promoviert. Sein Fokus liegt auf Pricing-Transformation in der Industrie, vor allem in Maschinenbau, Chemie, Medizintechnik und Baustoffen, sowie auf der Frage, wie Unternehmen nachhaltige Pricing-Fähigkeiten aufbauen statt sich einmalig zu optimieren.

  • May 28 · 52 min

    AI im Public Sector mit Ina Remmers: Wie bepreist man juristische Logik als Code? (#127)

    Gesetze sind kein Algorithmus. Sie folgen einer juristischen Prüfstruktur aus Wenn-Dann-Oder-Und-Verknüpfungen, die sich in klassische Prozesslogik nicht übersetzen lässt. Gleichzeitig wächst der Druck auf öffentliche Verwaltungen massiv: Hunderttausende Stellen gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand, über eine Million Fälle liegen allein in deutschen Staatsanwaltschaften unbearbeitet, und McKinsey schätzt, dass bis zu 60 Prozent der Arbeitsstunden in der Verwaltung automatisierbar wären. Das Versprechen generativer KI hilft hier nicht weiter, weil eine Behörde keine 95-Prozent-Antwort gebrauchen kann. Sie braucht eine richtige. Ina Remmers, Gründerin und Geschäftsführerin der Rule Mapping Group, hat mit Rule Mapping genau dafür eine Methode entwickelt. Eine Rulemap ist keine Datenbank und kein Chatbot, sondern eine maschinenlesbare Visualisierung eines Gesetzes: Der Entscheidungsbaum liegt offen, jedes Tatbestandsmerkmal schaltet sich auf Rot oder Grün, und das Ergebnis ist immer dasselbe. In Baden-Württemberg hat das dazu geführt, dass eine Vollständigkeitsprüfung für Windkraftanlagen, die bisher bis zu 18 Monate dauerte, auf 5 bis 8 Wochen gesunken ist. Das Geschäftsmodell dahinter ist heute noch Projektgeschäft mit anschließender Softwarelizenz, bepreist nach Anzahl der bearbeiteten Fälle und Anzahl der Nutzer. Ein versteckter Value-based-Ansatz steckt bereits drin: Komplexere Akten werden höher bepreist, weil dort auch mehr Effizienz gehoben wird. Wie Ina Remmers es im Gespräch formuliert: „Wir haben das juristische Denken, also das, was die Juristen optimalerweise im Kopf machen. Mir wurde gesagt, das macht einen guten Juristen aus, wenn er sich diese Prüfstruktur sozusagen im Kopf bauen kann. Und das ist auch der Ursprung des Rule-Mappings, so ist das auch entstanden, dass die Frage war, wie bringt man eigentlich diese Denkweise aus dem Kopf der Juristen eben in eine Software?" Über den Gast Ina Remmers ist Gründerin und Geschäftsführerin der Rule Mapping Group und beschreibt sich selbst als Impact-Unternehmerin. Vor der Rule Mapping Group hat sie acht Jahre lang nebenan.de verantwortet, eine der größten Nachbarschaftsplattformen im deutschsprachigen Raum. Sie hat Psychologie studiert und war zuvor in der Werbung tätig. Die Rule Mapping Group ist auf rulemapping.org zu finden.

  • May 21 · 52 min

    SaaSpocalypse - Panel mit Gülsah Wilke, Toni Schmidt, Gordian Braun und Felix Rahlmeyer: Stirbt User-based Pricing durch KI? (#126)

    Seat-based Pricing war jahrelang der Standardvertrag zwischen Softwareunternehmen und ihren Kunden: pro Nutzer, pro Monat, planbar für beide Seiten. KI verändert diese Logik grundlegend, weil Unternehmen Software nicht mehr nach Nutzerzahl, sondern nach Ergebnis bewerten. In Folge 126 lädt Sebastian Voigt live auf dem vierten hy Pricing Summit im Journalistenclub bei Axel Springer in Berlin vier Gäste zum Gespräch, die den Wandel aus genau den richtigen Perspektiven beleuchten: Gülsah Wilke bringt den VC-Blick auf frühe SaaS- und KI-Investments, Dr. Toni Schmidt den PE-Blick auf mittelständische Softwareunternehmen in der Transformation, Gordian Braun die Innenperspektive eines der am schnellsten wachsenden KI-Modellanbieter weltweit und Felix Rahlmeyer die Datenperspektive aus über 10.000 gelisteten Softwareprodukten auf OMR Reviews. Outcome-based Pricing ist für DN Capital längst Pflicht, nicht Kür: Investitionen in Unternehmen ohne ROI-Komponente im Preismodell werden kritisch beäugt. Flex Capital sieht das differenzierter: Für deterministische Prozesse braucht es klassische Software, die keine LLM-Lösung ersetzen kann. ElevenLabs löst die Frage der Token-Kommunikation pragmatisch, indem Credits direkt in Nutzungsminuten übersetzt werden, die teuerste Einheit auf der Agents-Plattform liegt bei rund 8 Cent pro Minute. Und OMR Reviews zeigt, dass Käufer trotz allem Wandel Planungssicherheit einfordern und Flat-Fee-Modelle weiter bevorzugen. Wie Gülsah Wilke es auf den Punkt bringt: „Ich glaube schon, dass in den Zeiten, wo wir Unternehmen sehen, die immer mehr KI-Agenten einsetzen wollen, Seat-based Pricing nicht mehr ganz funktioniert, sondern der Fokus viel, viel stärker auf Outcome, echten ROI oder Revenue-Impact liegt. Trotzdem sehen wir gerne hybride Modelle, wo du eine Art Platform-Fee hast, kombiniert mit einem klaren Revenue oder ROI. Es ist immer ein Outcome-Based-Element dabei, und das kommt auch sehr stark aus dem Kunden-Pull." Über die Gäste Gülsah Wilke ist Partnerin bei DN Capital, einem der ältesten aktiven VCs in Berlin mit einer Milliarde Assets under Management und Investments in Auto1, Mr. Spex, Shazam und zuletzt Cognizy, verkauft mit einem 22x Multiple an die US-amerikanische KI-Firma NICE. Dr. Toni Schmidt ist Partner bei Flex Capital, einem Berliner PE-Haus mit Fokus auf mittelständische B2B-Software- und Technologieunternehmen im DACH-Raum, und war zuvor CEO der AVEX Group, einem vertikalen ERP-Roll-up für Optiker und Akustiker. Gordian Braun leitet das Growth-Geschäft für Europa und Lateinamerika bei ElevenLabs, dem führenden Anbieter für Audio-KI-Modelle mit einer aktuellen Bewertung von 11 Milliarden Dollar und 75 Prozent aller Fortune-500-Unternehmen als Kunden. Zuvor war er als Interim General Manager und Growth Consultant in PE-finanzierten Unternehmen tätig. Felix Rahlmeyer ist Mitgründer von OMR Reviews, einer Vergleichsplattform für über 10.000 Softwareprodukte, und Co-Autor des jährlichen SaaS- und AI-Pricing-Reports gemeinsam mit dem hy Pricing Summit.

  • May 14 · 50 min

    Tankstellen und Pricing mit Steffen Bock: Warum die neue 12-Uhr-Regel nicht für einen günstigen Spritpreis sorgt? (#125)

    Benzinpreise sind politisch aufgeladen, medial präsent und für Millionen Menschen täglich relevant. Seit dem 1. April 2026 gilt in Deutschland die sogenannte Österreich-Regel. Tankstellen dürfen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen, genau um 12 Uhr mittags. Senkungen sind weiterhin jederzeit möglich. Was als Verbraucherschutz vermarktet wird, ist aus Pricing-Sicht ein tiefer Eingriff in ein dynamisches Preissystem, das über Jahrzehnte gewachsen ist. In Folge 125 spricht Sebastian Voigt mit Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken, über die Mechanik hinter Tankstellenpreisen und darüber, warum die neue Regel den Markt ausbremst. Der Tankstellenmarkt folgt einer klaren Oligopollogik. Aral und Shell setzen Preiserhöhungen durch, kleinere Anbieter und Supermarkt-Tankstellen lösen die Senkungen aus. Historisch gab es im Schnitt 22 Preisänderungen pro Tag und Tankstelle, mit ausgeprägten Tief- und Hochpunkten, die Verbrauchern echte Sparmöglichkeiten boten. Seit der neuen Österreich-Regel fällt genau dieses Muster weg. Steffen Bock erklärt es in der Folge so: „Es ist keine Regelung oder keine Hilfe, sondern es ist eine Beruhigungspille." Clever Tanken zieht alle zwei Minuten rund 40.000 Kraftstoffpreise von der Markttransparenzstelle ab und hilft Verbrauchern seit 1999 über clevertanken.de und die App, Benzinpreise zu vergleichen und günstig zu tanken. Aktuell verzeichnet die App bis zu 700.000 Downloads im Monat, mehr als dreimal so viel wie in normalen Phasen. Über den Gast Steffen Bock ist Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken, das er 1999 in Nürnberg als Community-Projekt startete: Er fuhr selbst mit dem Motorrad Tankstellen ab und trug die Preise manuell in eine Datenbank ein. Aus dieser Idee entstand eine der reichweitenstärksten Mobilitäts-Apps in Deutschland. Bock ist Diplomkaufmann und heute gefragter Medienexperte für Kraftstoffpreise, unter anderem regelmäßig bei Stern TV.

  • May 7 · 46 min

    HRtech und Pricing mit Jenny Podewils: Warum KI bei Leapsome kein eigenes Preisschild bekommt (#124)

    Der HRtech-Markt ist 150 bis 180 Milliarden US-Dollar groß und wächst. Leapsome hat den Konsolidierungstrend früh antizipiert: Das Unternehmen startete als Talent-Management-Lösung, sammelte 60 Millionen Dollar mit US-Investor Inside Partners ein und ist heute mit rund 2.000 Kunden eine vollständige HR-Plattform, die in den USA mittlerweile schneller wächst als in Europa. Sebastian Voigt spricht mit Co-Founderin und Co-CEO Jenny Podewils über den Weg dorthin und die Pricing-Entscheidungen dahinter. Im Gespräch geht es um das modulare Per-User-Pricing von Leapsome, die bewusste Entscheidung KI tief in bestehende Module zu integrieren statt sie separat zu bepreisen, und warum Outcome-based Pricing perspektivisch interessant aber aktuell keine Priorität ist. Außerdem: Warum Engagement-Daten als Frühwarnsystem für Retention funktionieren und der Pricing Fail der Woche, Token-basiertes Pricing für KI-Präsentationstools. Über den Gast Jenny Podewils ist Co-Founderin und Co-CEO von Leapsome, einer HR-Plattform mit rund 2.000 Kunden weltweit. Sie gründete Leapsome vor fast zehn Jahren gemeinsam mit Kajetan Armansperg, lebt seit drei Jahren in New York und verantwortet von dort das US-Geschäft. Wer Interesse an Leapsome hat oder eine Stelle sucht, findet Jenny auf LinkedIn.

  • April 30 · 54 min

    Software-M&A und Pricing mit Mark Miller: Was entscheidet über den Preis einer SaaS-Company beim Exit? (#123)

    Der Software-M&A-Markt hat sich in den letzten Jahren deutlich ausdifferenziert. Während die Multiples nach dem Covid-Hype wieder auf das Niveau von 2014/15 zurückgekehrt sind, entscheidet heute nicht mehr nur Wachstum über die Bewertung, sondern zunehmend auch Effizienz, Churn-Kohorten und KI-Strategie. Sebastian Voigt spricht mit Mark Miller, Gründer und Managing Partner bei Carlsquare, über die Mechanismen hinter erfolgreichen Exit-Prozessen und was Unternehmer heute wirklich vorbereiten müssen. Im Gespräch geht es darum, warum Pricing eine der wirkungsvollsten Stellschrauben vor einem Exit ist, wie Investoren zwischen ARR-Multiples und EBITDA-Betrachtung abwägen und warum transactional-based Pricing gerade zum neuen Lieblingskind der Käuferseite wird. Und wie Mark bestätigt: „Wenn du einen Prozess machst ohne richtige Auktion, geht der Preis eher runter. Wenn du einen Prozess mit einer richtig gestalteten Auktion machst, dann geht er eher hoch." Außerdem in der Folge: Warum Preiserhöhungen besser im eigenen P&L stehen als im Information Memorandum. Wie ein progressives Erfolgshonorar Berater und Verkäufer auf dasselbe Ziel einzahlt. Und warum eine fehlende KI-Strategie heute zum echten Bewertungsrisiko wird. Über den Gast Mark Miller ist Gründer und Managing Partner bei Carlsquare, einer spezialisierten M&A-Beratung für Software- und Technologieunternehmen mit rund 200 Mitarbeitenden an zwölf Standorten in acht Ländern. Er begleitet seit über 25 Jahren Inhaber-geführte Unternehmen auf der Verkäuferseite durch komplexe Transaktionsprozesse. Erreichbar ist Mark am besten per LinkedIn oder E-Mail.

  • April 23 · 59 min

    Sparfochs und Pricing mit Frank Ochse: Was sind die besten Tricks des Sparprofis? (#122)

    Der deutsche Einzelhandel operiert in einem harten Verdrängungswettbewerb, in dem psychologische Preisschwellen und Intransparenz oft die Oberhand gewinnen. Während die Inflation offiziell sinkt, erleben Verbraucher an der Kasse durch „Shrinkflation“ oder dynamische Preisanpassungen oft eine andere Realität. Sebastian Voigt spricht mit Frank Ochse, dem Sparfochs von Bild, über seine Rolle als selbsternannter Anwalt der Leser. Mit einer Millionenreichweite deckt er unter anderem auf, wie Anbieter mit Preislogiken, Rabatten und Intransparenz arbeiten. Im Gespräch geht es darum, warum die Eigenmarken der Discounter oft die preisstabilere Alternative zu Markenprodukten sind. Außerdem erklärt Frank, weshalb transparente Kommunikation bei Preisänderungen häufig besser funktioniert als viele Unternehmen denken und wie Verbraucher mit den richtigen Routinen jedes Jahr spürbar sparen können. Über den Gast Frank Ochse alias der „Sparfochs“ ist einer der bekanntesten Verbraucherjournalisten Deutschlands. Er schreibt auf bild.de, in Newslettern und in Spiegel-Bestsellern über Schnäppchen, Verbraucherfallen und Preistricks. Er ist seit 2003 bei Axel Springer, war zunächst im Aufbau von Bild.de aktiv, später unter anderem Polizeireporter und ist heute Ressortleiter Sparfochs & Leserdialog bei BILD, Moderator und Autor. Und wer einen Preis-Fail, eine Verbraucherfalle oder einen starken Spartipp entdeckt hat, kann Frank gerne per Mail schreiben: sparfochs@bild.de

  • April 22 · 49 min

    Sonderfolge: Der hy MBO - mit Sebastian Herzog und Heike Löffler (#121).

    Die letzten Wochen waren bei hy vor allem eines: Management Buyout (MBO). Zwölf Monate Verhandlung, unzählige Fragen von Kunden, Partnern und dem Netzwerk, und jetzt, wo der Staub sich legt, nehmen sich Sebastian Herzog und Dr. Sebastian Voigt endlich die Zeit, den ganzen Prozess einmal offen zu erzählen. Diese Folge erscheint als Sonderfolge bei Pricing Friends und gleichzeitig bei unseren Kolleginnen von Return on Innovation. Und weil Sebastian Voigt bei Pricing Friends normalerweise selbst moderiert, dreht sich heute der Spieß um: Er sitzt gemeinsam mit Sebastian Herzog auf der anderen Seite des Mikros, bei Heike Löffler von Return on Innovation. Im Gespräch nehmen die beiden Geschäftsführer die Hörerinnen und Hörer mit durch zwölf Monate Verhandlung, erklären wie die Loslösung vom bisherigen Mehrheitseigentümer Axel Springer strategisch und operativ ablief, welche Rolle ein professioneller M&A-Partner dabei spielte und wo es wirklich heikel wurde. An konkreten Beispielen wie neuen Joint-Venture-Modellen und erfolgsbasierter Vergütung wird deutlich, was "Skin in the Game" für hy in der Praxis bedeutet. Und sie machen klar, warum dieser MBO für sie kein Exit ist, sondern ein Entry in eine neue Wachstumsphase, in der Internationalisierung, Verdopplung der Unternehmensgröße und der Erhalt der Firmenkultur gleichzeitig auf dem Spiel stehen. Über die Gäste Sebastian Herzog und Dr. Sebastian Voigt sind Geschäftsführer der Unternehmensberatung hy Consulting Group GmbH. Sebastian Herzog verantwortet, unter anderem mit Erfahrung aus der Lufthansa-Transformation, das Feld Strategie und Innovation, während der ehemalige Springer-Manager Sebastian Voigt den Bereich Pricing und Commercial Excellence leitet. Als partnergeführte Unternehmensberatung mit Sitz in Berlin arbeitet hy mit einem über 60-köpfigen Team an Wachstum, Skalierung und der Monetarisierung datengetriebener Geschäftsmodelle.

  • April 16 · 51 min

    Voice AI und Pricing mit Yanek Brinkmann: Wer tippt denn noch auf einer Tastatur? (#120)

    Die Welt der Audio-KI erlebt einen beispiellosen Boom. ElevenLabs hat innerhalb von nur einem Jahr den Sprung von einer auf elf Milliarden US-Dollar Bewertung geschafft, der Umsatz (ARR) ist in fünf Monaten von 200 auf 300 Millionen US-Dollar gestiegen. In dieser Folge spricht Sebastian Voigt mit Yanek Brinkmann, Go-To-Market Director DACH von ElevenLabs, über ein Unternehmen, das eigene Foundation-Modelle für Speech-to-Text, Text-to-Speech, Soundeffekte, Musik – und alles, was mit Audio zu tun hat – entwickelt. Während prominente Creators wie MrBeast oder Lex Fridman die Technologie nutzen, um Content vollautomatisiert in Dutzende Sprachen zu übersetzen, integrieren Konzerne wie die Deutsche Telekom oder Klarna die KI-Agenten in ihren Kundensupport. Im Gespräch geht es um das Preis-und Geschäftsmodell, das aus einer Credit- und Preis-pro-Minute-Logik besteht und ähnlich wie eine „In-Game-Currency“ funktioniert. Zudem erklärt Yanek, was es mit dem „Iconic Marketplace“ auf sich hat und wie Ihr James Dean oder Judy Garland für Eure nächsten Werbekampagne buchen könnt. Außerdem in der Folge: Wie ein Inkasso-Dienstleister durch automatisierte Outbound-Calls 30 Millionen Euro Zusatzumsatz generierte und wieso Yaneks Teamkollegen nur noch mit ihren Laptops sprechen, anstatt zu tippen. Und wer einen Preis-Fail, eine Verbraucherfalle oder einen starken Spartipp entdeckt hat, kann Frank gerne per Mail schreiben: sparfochs@bild.de . Über den Gast Yanek Brinkmann ist Go-To-Market Director DACH bei ElevenLabs und verantwortet den Ausbau des KI-Unternehmens im deutschsprachigen Raum. Zuvor war er bei Amazon Web Services im Startup-Team tätig und begleitete heutige Unicorns wie N26 oder Delivery Hero. Er sammelte zudem eigene Gründungserfahrung und war bei einem Corporate Venture Builder tätig.

  • April 9 · 47 min

    Sales, AI und Pricing mit Veronika Wax: Was passiert mit dem Seat-based Pricing, wenn KI-Agenten die Arbeit übernehmen? (#119)

    Die SaaS-Welt steht vor einem Umbruch, da KI-Agenten zunehmend Aufgaben übernehmen, die früher klassische Play-User Unternehmenssoftware waren. Sebastian Voigt spricht mit Veronika Wax, CEO von Demodesk, über die Herausforderungen neuer Nutzungsmodelle und wie das Unternehmen gerade live sein Pricing umbaut. Im Gespräch geht es um das klassische Seat-based Modell von Demodesk, für 49 Euro pro User pro Monat, und warum es zwar für den Kern des Produkts nach wie vor Sinn ergibt, aber das Modell für selbst gebaute KI-Agenten anders bepreist werden muss. Veronika erklärt auch, warum Outcome-based Pricing für sie kein Thema ist. Außerdem in der Folge: Warum Demodesk erst auf Real-Time-Coaching verzichtet hat, es jetzt aber wieder auf die Roadmap nimmt. Wie der KI-Coach aus aggregierten Call-Daten lernt und es ermöglicht, dass Kollegen voneinander lernen. Und was Veronika an einem ganz bestimmten Pricing-Modell wirklich nervt. Über den Gast Veronika Wax ist Co-Founderin und CEO von Demodesk, einer Sales-Intelligence-Plattform mit Sitz in München. Sie verfügt selbst über langjährige Erfahrung in der Sales- und Customer-Strategy. Unter anderem war sie als Case Team Leader bei Bain & Company. Sie studierte am Center for Digital Technology and Management (CDTM), einem Zentrum das für seine hohe Dichte an erfolgreichen Startup-Gründungen bekannt ist, bevor sie mit ihrem Team am Y Combinator im Silicon Valley teilnahm.

  • April 2 · 50 min

    Dienstrad-Leasing und Pricing mit Benedikt Kollmar: Wie berechnet sich eigentlich eine Leasingrate? (#118)

    Der deutsche Fahrradmarkt liegt stabil bei rund vier Milliarden Euro Jahresumsatz, und das, obwohl die Produktion rückläufig ist. Seit Corona sind es vor allem teurere Räder, die nachgefragt werden: E-Bikes, Lastenräder, Gravelbikes. Und ein Großteil davon wird nicht mehr gekauft, sondern geleast. Benedikt Kollmar ist Chief Commercial Officer bei Company Bike und mein-dienstrad.de, den beiden größten Bikeleasing-Anbietern Deutschlands. Sebastian Voigt spricht mit ihm über ein Geschäftsmodell, das nach außen simpel wirkt und bei näherer Betrachtung eines der komplexesten Pricing-Konstrukte im deutschen Konsummarkt ist: Arbeitgeber, Leasingbank, Versicherung, Händler und Arbeitnehmer spielen alle gleichzeitig eine Rolle bei der Preisfindung. Im Gespräch geht es um das Direktmodell von Company Bike, bei dem das Fahrrad ohne klassischen Händler-Verkaufspreis direkt vom Hersteller zur Leasingbank wandert, warum die monatliche Zahlung über die Gehaltsumwandlung dazu führt, dass sich Arbeitnehmer tendenziell teurere Räder holen als beim Direktkauf und wieso quasi 100 Prozent der Kunden das Rad am Ende der Laufzeit zum Restwert übernehmen. Benedikt erklärt, was das für den entstehenden Gebrauchtmarkt bedeutet und wie Restwert, Leasingrate, Saisonalität und Zinsentwicklung zusammen den Preis bestimmen, und warum Pricing im Bikeleasing-Markt lange kein Thema war. Außerdem in dieser Folge: Warum volle Lager bei Händlern gerade den Preiskampf befeuern und wann sich das wieder normalisiert. Wie saisonales Pricing zwischen Frühjahrsansturm, Black Bike Month und Zinsentwicklung funktioniert. Und welches neue Produkt innerhalb von 48 Stunden Soloselbständige aufs Rad bringt. Über den Gast Benedikt Kollmar ist Chief Commercial Officer bei Company Bike und mein-dienstrad.de, zwei der führenden Bikeleasing-Anbieter in Deutschland unter dem Dach der Green Mobility Holding. Den Einstieg fand er über seinen Marketinghintergrund und kann heute Hobby und Beruf vereinen. Für den täglichen Arbeitsweg nutzt er sein Dienstrad, fürs Wochenende ein Gravelbike. Eine Alpenüberquerung mit seinem Bruder hat er ebenfalls schon gemeistert.

  • March 26 · 51 min

    Ping Pong und Pricing mit Waldemar Zeiler und Kian Pariwar: Wie verkauft man etwas, das jeder für umsonst hält? (#117)

    Über 70 Prozent der Deutschen haben schon einmal Tischtennis gespielt, es gibt mehr als 15.000 Platten im Land und trotzdem kaum ein überdachtes, kommerzielles Angebot in der Innenstadt. Waldemar Zeiler und Kian Pariwar haben mit Ding Dong Ping Pong in Berlin genau diese Lücke besetzt: ein personalloser Tischtennis-Club, der über eine App gesteuert wird, ab 25 Prozent Auslastung profitabel ist und im Februar bei 53 Prozent lag. In dieser Videofolge trifft Sebastian Voigt seine Gäste direkt an der Tischtennisplatte und spricht mit den beiden Gründern über ein Geschäftsmodell, das zwischen Billard und Padel positioniert ist, und über die vielleicht ungewöhnlichste Pricing-Herausforderung im Sport: „Ich glaube, der Ankerpreis ist 0 Euro bei den Leuten in den Köpfen, wenn du gehst raus an die Platte." Der Club in Berlin-Prenzlauer Allee funktioniert ohne Personal vor Ort. Licht, Zugang, Punktezählung und Videoaufzeichnung laufen über App, Bildschirme und Sensoren unter dem Tisch. Das Preismodell ist klar zweigeteilt: 15 Euro pro Stunde in der Off-Peak-Zeit, 20 Euro abends und am Wochenende, eine Membership für 59 Euro im Monat inklusive Gast und 50 Prozent Rabatt außerhalb der Happy Hour. Dazu ein Video-Download der gespielten Stunde für 15 Euro. Warum kein Café, kein Personal, keine Gastronomie? Waldemars Antwort ist knapp: „Gastro ist gleich Personal, ist gleich Pain." Dass das Modell skaliert, zeigt der erste Franchise-Standort in Essen, intern „Friend-Chise" genannt, mit weiteren Standorten in Hamburg und Berlin in Planung. Außerdem in dieser Folge: Wie eine Spezialkamera am Center Court den Spin des Balls misst, Profis kommen auf 160 Rotationen pro Sekunde, Hobbyspieler auf 40 bis 50, und was das für Coaching-Angebote bedeutet. Wie ein KI-System erkennt, wenn jemand oberkörperfrei spielt, und automatisch per Sound und Licht eingreift. Warum eine One-Point-Challenge mit 65 Teilnehmern à 10 Euro finanziell ein Minus war, aber marketingtechnisch ein klarer Gewinn. Und wie ein Repost von Timothée Chalamet auf Instagram einem kleinen Berliner Club millionenfache Reichweite bescherte. Über die Gäste Waldemar Zeiler ist Mitgründer von Ding Dong Ping Pong und verantwortet Marke, Marketing und Design. Um das Geschäftsmodell zu prüfen, flog er nach New York, mietete sich direkt neben dem dortigen Tischtennis-Club ein und beobachtete das Treiben mit Jetlag quasi rund um die Uhr. Er sieht Tischtennis als IRL-Gegenbewegung zur Digitalisierung: echte Begegnungen, echter Sport, echter Ort. Nebenbei investiert er nach eigener Aussage 100 Prozent des Profits in seine eigenen Tischtennis-Skills. Kian Pariwar ist Mitgründer von Ding Dong Ping Pong und verantwortet Technologie, Finanzen und operative Prozesse. Der gebürtige Essener hat für das Projekt sogar die Starterausbildung zum Tischtennis-Trainer absolviert und berechnet den Break-Even per Bottom-up-Kalkulation auf Basis aller Kostenblöcke. Da er direkt um die Ecke des Clubs wohnt, erklärt er regelmäßig Neugierigen, die durchs Fenster schauen, wie das Konzept funktioniert. Dass der erste Franchise-Standort in seiner Heimatstadt Essen eröffnet, freut ihn besonders.