
"Not a Run Club" – Warum Flo Winter keinen Runclub führen will
Ex-Apotheker, Fitness- und Ernährungscoach, seit über zwei Jahren jeden Sonntag um 8:30 Uhr am Schottentor – über 120 Mal in Folge, kaum eine Ausnahme. Florian "Flo" Winter aus dem Weinviertel hat einen der bekanntesten Laufclubs Wiens aufgebaut. Nur: Ein Laufclub will er gar nicht sein. Sein T-Shirt sagt es: "Not a Run Club." Was er damit meint? Andere Communitys posieren mit teuren Brillen, dem coolsten Outfit, der besten Pace – und vergessen dabei die Menschen. Bei Flo kriegt jede und jeder, die zum ersten Mal kommt, eine Umarmung. Egal ob 50 oder 170 Leute da sind. Entstanden ist das Ganze aus einer 5km-A-Day-Mai-Challenge vor drei Jahren – nie geplant, einfach gewachsen. Aus zehn wurden 30, dann eine WhatsApp-Gruppe mit über 1.000 Mitgliedern, mittlerweile braucht es eine zweite. Kommerz? Klar gibt's mal gesponserte Laufschuhe oder einen Freibier-Run mit 170 Leuten – aber ohne dass Flo selbst je einen Cent dafür sieht. "Was haben meine Leute davon" ist seine einzige Frage an jede Anfrage, nicht "was habe ich davon". Pistazien-Croissant-Läufe, Gelato-Runs quer durch Wien – der Spaß steht vor der Pace. Aus dem Kraftsport kommend, war Laufen für ihn früher "was für Frauen" – bis Panikattacken und ein Paar Laufschuhe alles änderten. Heute predigt er beides: Kraft UND Ausdauer, keine Einbahnstraße. Sportliches Ziel: Beim Vienna City Marathon 2027 soll die Sub-3-Stunden-Marke fallen – aktuell steht eine Halbmarathon-PB von 1:30. Dazu ist er im HYROX mit Sub-60 in der Open-Kategorie unterwegs. Und dann gibt es da einen 70-Kilometer-Ultra, den er selbst organisiert hat – mit Teilnehmenden, die zuvor nie mehr als 10 Kilometer gelaufen sind Mag der Trainingsplan einsam machen, so weiß Winter genau: Community macht den Unterschied.


















