
049 Stille Räuberei erkennen: Was die Kofferwaage beim Einfüttern aufgedeckt hat
Stille Räuberei erkennen: Was die Kofferwaage beim Einfüttern aufgedeckt hat Zwei Völker mit rund 23 Kilo, die Nachbarvölker direkt daneben bei 11 bis 13 Kilo. Diese Zahlen auf dem Klemmbrett haben Markus Habermehl im Oktober klargemacht, was ihm schon im letzten Winter hätte auffallen können: stille Räuberei. Ohne Schlacht vor dem Flugloch, ohne Wabenreste auf dem Boden, einfach leergesaugt. In dieser Honigraum-Folge erzählt Markus, wie ihm das Einfüttern Ende Oktober 2026 nach einem Bombenjahr die Augen geöffnet hat und warum sein Plan für das Frühjahr 2027 jetzt steht. Top-Fütterer raus, Honigeimer rein Die günstigen Top-Fütterer für Zander aus dem Ausland sahen praktisch aus, kamen aber beschädigt an. Dazu kamen Ameisen, die im Flüssigfutter ertranken, Wespen, die vom Geruch des selbst angerührten Futters angelockt wurden, und schiefe Zargen, in denen das Futter in eine Ecke lief und anfing zu gären. Markus ist deshalb auf Futtereimer umgestiegen: normale 5-Liter-Honigeimer mit dicht schließendem Deckel, darin ein Lochkreis aus etwa zwölf bis fünfzehn Löchern mit 2 bis 2,5 Millimeter Durchmesser. Gefüllt bis fast unter den Deckel, Eimer kurz zusammengedrückt, damit beim Umdrehen ein Vakuum entsteht, dann kopfüber auf eine Abdeckfolie mit Loch in der Mitte. Die Bienen nehmen das Futter zügig ab. Futtertaschen mit selbstgebauter Edelstahl-Absteighilfe plant er zusätzlich für die Fütterung von innen im Winter, aber nicht für die Hauptfütterung. Die Waage zeigt, was die Stockwindel verschweigt Wer nur auf eine saubere Stockwindel schaut, übersieht stille Räuberei. Markus hat nach dem Verfüttern jedes Volk mit einer kleinen Kofferwaage gewogen und die Werte in eine Tabelle geschrieben. Die meisten Völker lagen bei 14 bis 17 Kilo. Die Ausreißer nach oben fielen erst im Vergleich mit ihren Nachbarn auf, die auffällig leicht waren. Dieselben Völker, so seine Vermutung, haben schon im Vorjahr geräubert, weshalb er damals im Januar nachfüttern musste. Seine Konsequenzen, ehrlich als Plan formuliert: 1. Futterwaben aus den überfütterten Völkern ziehen und leere Waben aus den schwachen Völkern dagegen tauschen. 2. Die betroffenen Völker im Frühjahr weisellos machen und mit Königinnen aus guten Völkern umweiseln, sobald der erste Bogenschnitt Ende April möglich ist. 3. Schwache Völker früher im Auge behalten: im Januar Futterteig auflegen, ab Februar Eiweißfutterteig. 4. Fluglöcher klein halten und Mäusegitter jetzt anbringen. Den Rat aus dem Imkerverein, räubernde Völker außerhalb des Flugkreises aufzustellen, findet Markus schwierig: Wo sind schon keine Bienen, und wem stellt man sein Problem dann in den Vorgarten? Weitere Herbst-Neuigkeiten Außerdem im Gepäck: Die Stockwindeln gehen wieder rein für die Varroa-Zählung des natürlichen Totenfalls, die gedruckten Bienentunnel sind in ihrem ersten Winter mit stark verengtem Eingang im Einsatz, und in der Umgebung wurden Nester der Asiatischen Hornisse gesichtet. Die heimische Hornisse hat Markus im Herbst im Schwebeflug vor den Völkern beobachtet, ohne einzugreifen. Dazu hat er den Jungimkerkurs live und den Honigkurs des Deutschen Imkerbundes abgeschlossen und darf jetzt im DIB-Glas abfüllen. Zum Schluss stellt Markus zwei Fragen an die Hörer: Welche Erfahrungen habt ihr mit stiller Räuberei gemacht, und was haltet ihr von Baufensterfolie als Abdeckung? Und er sucht Interviewpartner für kommende Folgen, am besten per Facebook melden.
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