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Honigraum

Markus Habermehl

Honigraum — Bienen, Fragen, Antworten. Der ehrliche Imker-Podcast für Hobbyimker, die mehr wissen wollen als das, was im Imkerverein erzählt wird. Echte Praxis aus Markus Habermehls Imkerei seit 2025.

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  • 20 episodes
  • Avg 22 min
  • German
  • #48
    Thursday · 1 hr 42 min

    048 Varroaresistenz mit Biotechnik: Thomas Rieck im Gespräch

    "Nicht die Chemie soll die Milbe in Schach halten, sondern das Volk selbst." So bringt Thomas Rieck im Gespräch mit Markus Habermehl auf den Punkt, worum es in dieser Honigraum-Folge geht: Varroaresistenz durch Biotechnik, ganz ohne Säuren oder Reizstoffe. Markus Habermehl lässt sich von Thomas Rieck durch die wichtigsten biotechnischen Verfahren führen, mit denen sich der Varroa gezielt die Vermehrungsgrundlage entziehen lässt: 1. Brutpause und Brutunterbrechung. Weil die Varroa sich ausschließlich in verdeckelter Brut vermehrt, unterbricht eine gezielte Brutpause ihren Reproduktionszyklus spürbar. 2. Bannwabenverfahren. Thomas Rieck rät, früh im Jahr damit zu beginnen, nicht erst im August, wenn der Befallsdruck ohnehin schon hoch ist. 3. Schwarmvorwegnahme. Praktisch eingesetzt, nutzt sie den natürlichen Brutstopp beim Schwärmen gezielt gegen die Milbe. 4. VSH und SMR als Zuchtmerkmale. Völker mit ausgeprägtem Varroa Sensitive Hygiene- und Suppressed Mite Reproduction-Verhalten räumen befallene Brutzellen selbst aus und bremsen die Milbenvermehrung so von innen heraus. 5. Bruthygiene als Auswahlkriterium. Wer seine Königinnen weiterzüchten will, sollte laut Thomas Riek gezielt die Völker mit guter Bruthygiene und geringem Befall bevorzugen, nicht allein den Honigertrag. Regelmäßige Kontrolle bleibt dabei Pflicht: Markus Habermehl und Thomas Rieck sind sich einig, dass Milbenzahlen laufend geprüft werden müssen, etwa per Bodenschieber oder Auswaschprobe. Ohne Zahlen lässt sich nicht beurteilen, ob ein Verfahren wirklich greift. Ein zweiter Schwerpunkt der Folge ist die Überwinterung. Thomas Rieck plädiert für gute Dämmung, insbesondere an der Decke, für eine angepasste Fütterung und diskutiert offen die Streitfrage offener gegen geschlossener Böden. Sein Argument: Wer die Völker warm hält, spart Futter und reduziert Stress, was sich wiederum auf die Widerstandsfähigkeit gegen Varroa auswirkt. Markus Habermehl macht in der Folge auch deutlich, wo er kritisch nachfragt, etwa wenn es um Marketingversprechen rund um Resistenzzucht geht. Am Ende bleibt der gemeinsame Kern: Wer auf Dauer weniger Chemie einsetzen will, kommt an konsequenter Beobachtung, Selektion und sauberer Bruthygiene nicht vorbei. Tags: Varroaresistenz, Biotechnik, Bannwabenverfahren, Brutpause, Schwarmvorwegnahme, Bruthygiene, VSH, SMR, Zuchtauswahl, Überwinterung, Thomas Rieck, Imkerei

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  • #47
    August 29 · 15 min

    047 Sommer-Rückblick: was in dieser Saison funktioniert hat, und was nicht

    Eine Imkersaison nur am Honigertrag zu messen, greift zu kurz. Markus Habermehl zieht in dieser Honigraum-Folge eine ehrliche Bilanz über den ganzen Sommer, mit klarem Blick darauf, was er nächstes Jahr anders macht. Sein Maßstab für eine gute Saison geht deutlich über die Kilozahl hinaus: Volksgesundheit, Varroa-Last, Volksentwicklung, wie gut Ableger und Königinnenzucht gelaufen sind, wie hoch die Verluste waren, und ganz ehrlich auch persönliche Faktoren wie Überforderung oder Freude an der Arbeit. Was gut lief: die Tracht war stark, die Sonnenscheindauer hat mitgespielt, die selbst gebaute Ausrüstung hat sich bewährt, und das Einsammeln von Schwärmen hat gut funktioniert. Mit dem Honigertrag ist Markus zufrieden. Wo es geharkt hat, ist er genauso offen: Schwärme wurden nicht sauber behandelt, und die Schwarmkontrolle war insgesamt nicht zuverlässig genug. Bei der Vermehrung zeigt sich ein klares Bild: Brutwabenableger sind ihm mehrfach gescheitert, während Kunstschwärme mit Multiboxen und zugesetzter Königin verlässlich funktioniert haben. Die Konsequenz für ihn ist eindeutig: Er will künftig nur noch über Kunstschwärme vermehren. Für die nächste Saison nimmt er sich außerdem vor, den Beutenbock zu verbessern, das Futtermanagement systematischer anzugehen und sich auf mehr Völker vorzubereiten. Und er hat ein neues Ziel für das kommende Jahr: den Einstieg in die eigene Königinnenzucht. Tags: Imkersaison Bilanz, Sommer-Rückblick, Honigertrag, Volksgesundheit, Schwarmkontrolle, Kunstschwarm, Brutwabenableger, Königinnenzucht, Futtermanagement, Imkerei

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  • #45
    August 26 · 22 min

    046 Vespa velutina Bekämpfung: was rechtlich erlaubt ist

    "Nester überlässt du Profis." Das ist der Satz, auf den in dieser Folge alles hinausläuft, und Markus Habermehl braucht dafür trotzdem eine gute halbe Stunde. Denn bei der Asiatischen Hornisse hängt fast jede Frage daran, in welchem Land du stehst. Deutschland, Österreich und die Schweiz behandeln Vespa velutina rechtlich unterschiedlich, und wer das durcheinanderbringt, macht sich im schlimmsten Fall strafbar. Deshalb trennt Markus die drei Länder in dieser Folge sauber. Zuständigkeiten, Meldewege und was du selbst tun darfst, unterscheiden sich nicht nur zwischen den Staaten, sondern innerhalb Deutschlands auch noch von Bundesland zu Bundesland und in der Schweiz von Kanton zu Kanton. Deutschland. Seit März 2025 gilt die Asiatische Hornisse hier als weit verbreitet. Das klingt nach einer Formalie, ändert aber die ganze Logik dahinter: Der Schwerpunkt liegt nicht mehr auf flächendeckender Beseitigung, sondern auf Management. Wer zuständig ist und wer die Kosten für eine Nestentfernung trägt, hängt vom Bundesland ab. Markus geht in der Folge durch, worauf du dich einstellen solltest, bevor du zum Hörer greifst. Österreich. Hier ist die Art noch nicht etabliert, und genau deshalb ist Melden wichtiger als anderswo. Sichtungen laufen zentral über velutina-melden.at. Von Selbstbekämpfung wird ausdrücklich abgeraten. Schweiz. Eigenes Recht, eigener Meldeweg: asiatischehornisse.ch. Auch dort gilt für Privatpersonen, Nester nicht selbst anzugehen. Ein Punkt zieht sich durch alle drei Länder: das Foto. Eine Meldung ohne Bild ist für die Behörden schwer zu bewerten, eine Meldung mit einem brauchbaren Foto ist sofort einzuordnen. Das ist der kleinste Aufwand mit dem größten Effekt, den du als Imker leisten kannst. Genauso wichtig ist die andere Richtung, und da wird Markus deutlich: Die heimische Hornisse und viele andere Insekten stehen unter Schutz. Sie dürfen nicht ohne Grund getötet, ihre Nester nicht zerstört werden. Verwechslungen passieren häufiger, als man denkt. Und unselektive Fallen, also die klassischen Bier- oder Saftfallen, lehnt er wegen des Beifangs klar ab. Da hängen am Ende mehr Nützlinge drin als Hornissen. Was bleibt, sind drei Regeln, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz gleichermaßen funktionieren: die eigene Beute schützen, jede Sichtung sauber und mit Foto melden, und Nester den Fachleuten überlassen. Alles andere ist Ländersache. Tags: Asiatische Hornisse, Vespa velutina, Vespa velutina bekämpfen, Hornisse melden, velutina-melden.at, asiatischehornisse.ch, Rechtslage Deutschland Österreich Schweiz, Nestentfernung, Naturschutz, Imkerei

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  • #45
    August 26 · 18 min

    045 Mein Wintersitz: wie ich die Beuten vorbereite

    Mein Wintersitz: wie ich die Beuten vorbereite Der Winter entscheidet sich biologisch schon im August, das hat Markus Habermehl in einer früheren Folge erklärt. Diesmal geht es um das Handwerkliche: seinen kompletten Ablauf, wie er die Beuten selbst für den Winter herrichtet, von der Reinigung bis zum Umgang mit schwachen Völkern. Reinigung und saubere Waben im Herbst Bodenschieber und Windeln werden regelmäßig gesäubert, verschmutzte Randwaben sortiert Markus schon bei der letzten Durchsicht aus. Ein Detail, das viele erst im Frühjahr angehen: er schmilzt alte Waben bereits im Herbst aus, damit die Völker auf sauberen Waben überwintern und Winterbienen sowie Futter auf frischem Wabenwerk anlegen können. Trockenheit vor Wärme Beim Stockklima steht für Markus Trockenheit klar vor Wärme. Feuchte Böden und Schimmel vermeidet er unter anderem durch modifizierte Böden und eine Entkopplung der Beute vom Untergrund. Die genaue Umsetzung hängt von System und Standort ab, das Ziel bleibt aber immer dasselbe: trocken und gut belüftet. Mäuseschutz und Fluglochverkleinerung Ein Mäusegitter oder ein mäusesicher verengtes Flugloch muss rechtzeitig ran, aber nicht zu früh, solange noch starker Flugverkehr herrscht. Das verengte Flugloch erschwert gleichzeitig Räuberei und hält Wespen wie Mäuse fern, ein doppelter Nutzen aus einem Handgriff. Schwache Völker: auflösen und neu vereinigen Für schlecht entwickelte Völker hat Markus einen klaren Plan: auflösen, die Bienen als Kunstschwarm neu vereinigen und mit einer Ersatzkönigin versehen, damit das Volk gestärkt in den Winter geht, statt schwach durchzuhalten. Von drei auf zehn bis zwölf Völker Zum Schluss zieht Markus den Vergleich zu seinem ersten Winter: geschützter Standort, Südausrichtung und enge Fluglöcher haben damals bei drei Völkern gut funktioniert. Dieses Jahr geht er dieselbe Vorbereitung systematischer an und für deutlich mehr Völker gleichzeitig, aus Glück im ersten Jahr soll diesmal Plan werden. Tags: Wintersitz, Wintervorbereitung Bienen, Wabenhygiene, Mäuseschutz, Fluglochverkleinerung, Räuberei, Kunstschwarm, Bodenschieber, Beuten Winter, Imkerei

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  • #44
    August 18 · 29 min

    044 Die ersten 50 kg Honig: was machst du eigentlich damit?

    Deine erste größere Ernte ist im Eimer, und plötzlich steht die Frage im Raum, an die vorher kaum jemand denkt: was jetzt? Markus Habermehl nimmt sich in dieser Honigraum-Folge genau das vor, mit einer klaren Reihenfolge im Kopf: erst Eigenbedarf, dann Familie und Verwandte, danach Verschenken, und erst zum Schluss Verkaufen. Bevor überhaupt verteilt wird, muss der Honig richtig gelagert werden. Luftdicht, kühl, trocken, dunkel, in sauberen, lebensmittelechten Behältern mit gut schließendem Deckel, Wärme und Feuchtigkeit sind die größten Feinde. Wer schnell kristallisierende Sorten hat, sollte rechtzeitig abfüllen oder cremig rühren, sonst wird der Honig im Eimer steinhart. Bei der Gläserfrage stellt Markus DIB-Gläser mit ihren festen Vorgaben neutralen Twist-Off-Gläsern gegenüber. Wichtiger als die Glasform sind für ihn drei Dinge: einheitliche, saubere Gläser für einen wertigen Gesamteindruck, vollständige Pflichtangaben auf dem Etikett, und direktes Etikettieren nach dem Abfüllen, bevor Kondenswasser die Klebehaftung stört. Bedruckte Deckel sieht er kritisch, einheitliche Farben wirken seriöser. Beim Verkauf rät Markus zu einem einfachen, lokalen Start: Bekannte, Nachbarn, Hofverkauf, persönliche Kontakte. Verschenkte Gläser sind dabei die beste Werbung, aus ihnen werden später zahlende Kunden. Ein auskömmlicher Preis ist ihm wichtiger als Masse, gerade im ersten Jahr geht es vor allem um Erfahrung und Marktgefühl, nicht um Gewinnmaximierung. Zum Schluss zeigt er, wie sich Imker durch persönliche Übergaben an lokale Stellen, Vereine und Betriebe sichtbar machen, und empfiehlt eine Warteliste für Interessenten, falls die Ernte schneller ausverkauft ist, als gedacht. Tags: erste Honigernte, Honig verkaufen Anfänger, Honig lagern, Gläserwahl, DIB-Glas, Twist-Off-Glas, Etikett, Hofverkauf, Warteliste, Imkerei

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  • #43
    August 18 · 26 min

    043 Honig verkaufen rechtlich: was du wirklich wissen musst

    Ein falsches Etikett ist schnell gedruckt und genauso schnell eine Abmahnung wert. Markus Habermehl nimmt sich in dieser Honigraum-Folge die rechtliche Seite des Honigverkaufs vor: was aufs Glas muss, was typische Fehler sind, und eine brandaktuelle Änderung, die seit Juni 2026 gilt. Die Pflichtangaben zuerst: die Verkehrsbezeichnung (Honig oder besser die genaue Sorte), Name und volle Anschrift, die Nettofüllmenge, das Ursprungsland ausdrücklich benannt, das Mindesthaltbarkeitsdatum, bei Bedarf eine Loskennzeichnung, und ein Aufbewahrungshinweis. Klingt nach Formalität, ist aber genau da, wo Markus die häufigsten Fehler sieht: eine falsche Sortenbezeichnung, obwohl die Tracht gar nicht überwiegend von der genannten Pflanze stammt, eine fehlende volle Adresse, oder die Annahme, die eigene Anschrift würde die Herkunftsangabe schon mit abdecken. Tut sie nicht, die Herkunft muss explizit dastehen. Beim Mindesthaltbarkeitsdatum gilt: "Mindestens haltbar bis …" muss ausgeschrieben sein, die Abkürzung MHD reicht nicht. Als Imker legst du das Datum selbst fest, vorausgesetzt Lagerung und Wassergehalt stimmen, der Deutsche Imkerbund empfiehlt zwei Jahre als Richtwert. Genauso wichtig sind die Verbote: keine Heilversprechen, keine krankheitsbezogenen Aussagen, keine irreführenden Angaben wie "zuckerfrei" oder "kaltgeschleudert". Das ist die klassische Abmahnfalle, und Markus zieht hier eine klare Linie, egal wie harmlos eine Formulierung klingt. Und dann die brandaktuelle Änderung: Seit dem 14. Juni 2026 gelten verschärfte Herkunftsregeln für Mischhonig aus mehreren Ländern, alle Anteile müssen jetzt prozentual und sichtbar auf der Vorderseite stehen. Für deinen eigenen deutschen Honig ändert sich dadurch nichts, du gibst weiter einfach "Deutschland" als Ursprung an. Zum Schluss ein praktischer Rat, den viele erst denken, wenn es zu spät ist: Dokumentiere deine Chargen, und teste dein Etikett auf Wasserfestigkeit, bevor du eine ganze Serie druckst. Tags: Honig verkaufen, Honigetikett, Pflichtangaben, MHD Honig, Eichpflicht, Herkunftskennzeichnung, Mischhonig, Lebensmittelrecht Honig, Honigverordnung, Imkerei

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  • #42
    August 10 · 31 min

    042 Bienenkrankheiten erkennen: was du selbst diagnostizieren solltest

    Bienenkrankheiten erkennen: was du selbst diagnostizieren solltest "Ist das jetzt ernst, oder bilde ich mir das ein?" Genau diese Frage steht am Anfang dieser Honigraum-Folge, in der Markus Habermehl die wichtigsten Bienenkrankheiten durchgeht und erklärt, wann du selbst Verdacht schöpfen kannst und wann eine fachliche Diagnose nötig wird. Den Anfang macht die Varroose, der Dauerbrenner unter den Bienenkrankheiten. Sichtbare Milben, verkrüppelte Flügel, ein löchriges Brutbild und insgesamt geschwächte Völker sind die Warnsignale, kontrolliert wird über Puderzucker- oder Auswaschmethode. Danach folgt die amerikanische Faulbrut, die gefürchtetste unter ihnen: eingesunkene, durchlöcherte Zelldeckel und eine braune, fadenziehende Masse beim klassischen Streichholztest. Bei Verdacht gilt für Markus eine klare Regel, sofort das Veterinäramt informieren und eine Futterkranzprobe ins Labor schicken. Weiter geht es mit Nosema, Kalkbrut und Sackbrut. Nosema zeigt sich über Kotflecken, matte Bienen und einen schwachen Start ins Frühjahr, sicher diagnostizieren lässt sie sich nur im Labor. Kalkbrut erkennst du an kalkweißen, mumifizierten Larven, meist ein Zeichen für Feuchtigkeit und Volksschwäche statt eine eigenständige Katastrophe. Sackbrut und andere Viren ordnet Markus konsequent als Folge von Varroa oder allgemeiner Schwäche ein, nicht als eigenständige Baustelle. Einen klaren Schwerpunkt legt er auf Vorbeugung: starke Völker führen, Wabenhygiene einhalten, altes Material regelmäßig erneuern, trockene und sonnige Standorte wählen. Ein praktischer Tipp am Rande: Holzbeuten vom Untergrund entkoppeln, damit weniger Feuchtigkeit hochzieht. Sein Fazit bleibt einfach: früh erkennen, sauber reagieren, und im Zweifel Labor und Fachleute einschalten statt selbst herumzudoktern. Die Varroa konsequent im Griff zu halten, nimmt dabei den meisten Folgekrankheiten von vornherein den Nährboden. Tags: Bienenkrankheiten erkennen, Varroose, Amerikanische Faulbrut, Nosema, Kalkbrut, Sackbrut, Brutbild lesen, Futterkranzprobe, Veterinäramt, Imkerei

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  • #41
    August 10 · 26 min

    041 Zweiter Bienenstand: wann er sich wirklich lohnt

    Irgendwann wird der eine Standort zu eng, oder mehr Völker an einem Ort bringen plötzlich nicht mehr Honig. Markus Habermehl erklärt in dieser Honigraum-Folge, wann ein zweiter Bienenstand wirtschaftlich sinnvoll wird, und warum er selbst inzwischen findet, dass die Option auf einen zweiten Platz schon viel früher Sinn ergibt, als die meisten denken. Wenn die Tracht am ersten Standort nicht mehr reicht Stehen zu viele Völker an einem Ort, konkurrieren sie um dieselben Ressourcen, und jedes zusätzliche Volk bringt weniger. Ein zweiter Standort mit eigener Tracht kann dann mehr bringen als ein weiteres Volk am vollen ersten Stand. Dazu kommt: verschiedene Standorte ermöglichen verschiedene Sortenhonige und verteilen das Risiko, wenn an einem Ort die Tracht ausfällt. Der Grund, an den kaum jemand von Anfang an denkt Für Markus persönlich zählt noch etwas anderes, unabhängig von Trachtdruck oder Völkerzahl: die praktische Organisation. Ein eingefangener Schwarm gehört nicht direkt neben die bestehenden Völker, sondern erstmal in Quarantäne. Ein Ableger muss außerhalb des Flugkreises des Hauptstandorts stehen, sonst finden die Flugbienen zurück zum Muttervolk. Und wer langfristig eigene Königinnenzucht betreiben will, profitiert von einem zweiten, belegstellenähnlichen Platz für die Begattung. Diese Gründe haben mit Wachstum nichts zu tun, sie sprechen dafür, sich die Option auf einen zweiten Standort schon früh offen zu halten. Der Aufwand, den man ehrlich einplanen muss Ein zweiter Standort bedeutet auch mehr Arbeit. Jede Kontrolle, jede Behandlung, jede Fütterung braucht zusätzliche Fahrten. Gute Erreichbarkeit und realistische Zeitplanung entscheiden, ob ein zweiter Stand auf Dauer praktikabel bleibt oder zur Belastung wird. Wo überhaupt einen Platz finden Als mögliche Standorte nennt Markus Bahnflächen, Firmengelände, Gemeindeflächen, Forstflächen, Streuobstwiesen und private Grundstücke. Rechtlich braucht es die Zustimmung des Eigentümers, außerdem die Meldung beim Veterinäramt und die Anmeldung bei der Tierseuchenkasse, das gilt für jeden Standort.

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  • #40
    August 3 · 12 min

    040 Bienenflucht einsetzen: bekommt man das ohne Stress hin?

    Muss man vor der Honigernte wirklich jede einzelne Wabe abkehren, um den Honigraum bienenfrei zu bekommen? Markus Habermehl zeigt in dieser Honigraum-Folge, dass es mit der richtigen Bienenflucht deutlich stressfreier geht, für dich und für die Bienen. Die Bienenflucht funktioniert wie eine Einbahnstraße. Sie wird zwischen Honigraum und Brutraum eingebaut, sodass die Bienen über Nacht nach unten in den Brutraum wandern, aber nicht mehr zurückfinden. Am nächsten Morgen lässt sich der Honigraum weitgehend bienenfrei abnehmen, ganz ohne Abkehren jeder Wabe. Markus stellt verschiedene Bauformen vor: sternförmige, rhombische, runde und Eck-Bienenfluchten. Entscheidend ist das Timing. Eingelegt wird meist am Abend vor der Ernte, damit die Bienen über Nacht abwandern können. Zwei Bedingungen müssen stimmen: Der Honig muss reif sein, und im Honigraum darf keine Brut mehr sitzen. Wichtig auch: die Flucht nicht zu lange drinlassen, sonst drohen Wärmestau oder Feuchtigkeitsaufnahme im Honig. Typische Probleme entstehen bei zu hohen Temperaturen, Brut im Honigraum, undicht oder schräg eingelegten Fluchten sowie offenen Honigräumen. Dann funktioniert die Methode nicht sauber, oder es kommt zu Räuberei. Markus setzt deshalb auf die klassische Betriebsweise mit Absperrgitter als Grundlage für einen reibungslosen Ablauf. Wenn die Bienenflucht bei Hitze nicht funktioniert oder nur wenige Waben schnell raus sollen, greift Markus zur Alternative: Abkehren oder Abschütteln, am besten mit einem Perlonbesen mit harten Borsten.

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  • #39
    July 31 · 10 min

    039 Wann und womit du die Restentmilbung richtig durchführst

    "Brutfrei, sonst wirkt es nicht." Diesen Satz stellt Markus Habermehl an den Anfang, wenn es um die Restentmilbung geht, die letzte Varroa-Behandlung des Jahres. In dieser Honigraum-Folge erklärt er, warum der Zeitpunkt hier über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Nach den Sommerbehandlungen bleiben oft Restmilben zurück, oder es kommt zu einer Reinvasion aus Nachbarvölkern. Ohne Brut, in der sich die Milben verstecken können, vermehren sie sich im Herbst und Winter munter weiter, wenn niemand eingreift. Genau diesen Restbestand nimmt die Restentmilbung ins Visier, damit die Winterbienen gesund bleiben und das Volk im Frühjahr kraftvoll startet. Der Knackpunkt ist die Brutfreiheit. Oxalsäure wirkt nur auf Milben, die offen auf den Bienen sitzen, nicht auf jene in verdeckelter Brut. Ist das Volk nicht wirklich brutfrei, überleben viele Milben die Behandlung. Spätherbst oder Frühwinter gelten als typisches Zeitfenster, Markus betont aber: Brutfreiheit muss geprüft werden, nicht einfach unterstellt. Bei der Methode unterscheidet er zwei Wege: 1. Das Träufeln mit Oxalsäure in Zuckerwasser, gut geeignet für kleinere Bestände. 2. Das Verdampfen beziehungsweise Sublimieren, praktischer bei mehreren Völkern, aber nur mit zugelassenem Präparat, zugelassenem Gerät und Atemschutz. Schwächere Völker reagieren empfindlicher, deshalb gilt: nach Anleitung dosieren, nicht nach Gefühl. Zum Schluss rät Markus zur Kontrolle über die Bodeneinlage. Ein deutlicher Milbenfall nach der Behandlung zeigt Wirkung, ein anhaltend hoher Fall spricht für starken Befall oder eine unvollständige Behandlung. Die häufigsten Fehler: zu früh behandelt, falsches Wetter, überdosiert, kein Atemschutz, keine Kontrolle danach.

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  • #38
    July 30 · 8 min

    038 Gelée Royale: die teure Spezialnische der Imkerei

    Neben Honig, Wachs und Propolis gibt es ein Bienenprodukt, das kaum ein Hobbyimker je erntet: Gelée Royale, auch Königinnenfuttersaft genannt. Markus Habermehl nimmt sich in dieser Honigraum-Folge die Frage vor, ob sich diese Nische für kleine Imkereien überhaupt lohnt. Biologisch entsteht Gelée Royale in den speziellen Königinnenzellen während der Königinnenzucht und wird nur in winzigen Mengen produziert. Genau das macht die Ernte extrem arbeitsintensiv: viel Handarbeit für sehr wenig Ertrag. Dazu kommen hohe Anforderungen an Kühlung, Lagerung und Hygiene, denn das Produkt ist empfindlich und verdirbt schnell. Ein Punkt, den Markus besonders betont: Gesundheitsbezogene Werbeaussagen beim Verkauf sind rechtlich heikel. Wer Gelée Royale als Nahrungsergänzung mit gesundheitlichem Nutzen bewirbt, bewegt sich schnell auf dünnem Eis. Sein Fazit fällt nüchtern aus. Für die meisten Hobby- und Nebenerwerbsimker bleibt Gelée Royale eher eine Liebhabernische als ein tragfähiges Geschäftsmodell. Der Aufwand steht in keinem guten Verhältnis zum Ertrag, wenn man es nicht im großen Stil betreibt. Am Rande erwähnt er noch Apilanil, ein Spezialprodukt aus Drohnenbrut, das in Deutschland kaum verbreitet und für die meisten Imker eher eine Kuriosität ist. Sein Rat an alle, die mit dem Gedanken spielen: Gelée Royale ist faszinierend, aber für kleine Betriebe kein Hauptstandbein.

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  • #37
    July 27 · 17 min

    037 Buckfast vs. Carnica: meine ehrliche Bilanz

    Buckfast oder Carnica, kaum eine Frage wird unter Imkern so leidenschaftlich diskutiert wie diese, und kaum eine wird laut Markus Habermehl so überbewertet. In dieser Honigraum-Folge zieht er eine nüchterne Bilanz zu beiden Rassen: Herkunft, Eigenschaften, Ertrag, Varroa-Resistenz und die Frage, wie rein "reinrassig" in der Praxis überhaupt ist. Beide sind für Markus Zuchtbienen, gezüchtet auf Sanftmut und Ertrag, mit meist nur graduellen Unterschieden. Carnica, die Kärntner Biene, punktet mit guter Wabenstetigkeit und schneller Frühjahrsentwicklung. Buckfast, eine gezielte Kombinationszucht, zeigt oft geringen Schwarmtrieb, gute Honigleistung und wird häufig als robust beschrieben. Wichtiger als der Rassenname sind für Markus aber die konkrete Linie und die Anpaarung. Beim Honigertrag hält er beide Rassen für potenziell sehr leistungsfähig, ein Volk brachte bei ihm 56 Kilo. Entscheidend seien am Ende Standort, Tracht, Betriebsweise und die einzelne Königin, nicht das Rassenetikett. Bei Varroa, Vitalität und Krankheitsresistenz wird Markus deutlich: Weder Rassewahl noch Zucht auf Resistenz ersetzt eine Varroabehandlung. Die Hoffnung auf eine "Wunderbiene" sieht er kritisch, viele Volksverluste haben andere Ursachen. Zum Schluss räumt er mit einem verbreiteten Irrtum auf: Bei normaler Standbegattung entstehen fast immer Mischungen, echte Reinrassigkeit gibt es nur über kontrollierte Anpaarung. Sein Fazit: Am Ende zählt das einzelne Volk, Sanftmut, Schwarmtrieb, Entwicklung und Leistung, nicht das Etikett auf der Königin.

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  • #36
    July 25 · 18 min

    036 Warum manche Bienen sanftmütig sind und andere aggressiv

    Warum bleibt das eine Volk ruhig, wenn du dich näherst, während dich das Nachbarvolk schon von Weitem angreift? Markus Habermehl geht dieser Frage in dieser Honigraum-Folge auf den Grund und zeigt, dass Sanftmut vor allem eine Sache der Genetik ist, aber nicht nur. Der größte Faktor ist für Markus die Vererbung, vor allem über die Königin und ihre Anpaarung. Sanftmut gilt als vererbbares Merkmal und deshalb als eines der wichtigsten Zuchtziele überhaupt. Eine sanftmütige Linie mit guter Anpaarung führt eher zu ruhigen Völkern, eine schlechte Anpaarung eher zu Stechlust. Wetter, Umwelt und Zeitpunkt Auf die Grundveranlagung setzen sich äußere Auslöser drauf: schwüles Wetter, Gewitterstimmung, Wind, Trachtlücken, Räuberei-Druck, Erschütterungen durch Rasenmäher oder Mähroboter, dauernde Störungen am Stand und sogar die Tageszeit. Markus beobachtet, dass viele Völker morgens und bei gutem Flugwetter entspannter sind, abends dagegen eher gereizt. Der Imker als Auslöser Der zweite große Hebel bist du selbst. Hektische Bewegungen, gequetschte Bienen, ein falsch geöffneter Deckel, zu wenig oder gar kein Rauch, dazu Mundgeruch, Parfüm, Schweiß und dunkle, raue Kleidung, all das kann ein Volk zusätzlich reizen. Markus empfiehlt deshalb ruhiges, langsames Arbeiten, gezieltes Smoken und einen möglichst schonenden Umgang mit den Waben. Bleibt ein Volk trotz allem dauerhaft aggressiv, sieht Markus die Lösung in der Umweiselung. Meistens steckt dann ein genetisches Problem dahinter, etwa eine schlechte Anpaarung oder der Verlust der ursprünglichen Königin. Eine neue, sanftmütige Königin macht das Volk langfristig wieder umgänglich, du musst nur den Mut haben, diesen Schnitt zu machen, statt dich Jahr für Jahr mit einem stechigen Volk zu arrangieren.

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  • #35
    July 24 · 10 min

    035 Wintervorbereitung beginnt im August: der Fehler, den fast jeder macht

    Ob ein Bienenvolk den Winter übersteht, entscheidet sich nicht im Winter. Es entscheidet sich im August. Diese These stellt Markus Habermehl an den Anfang dieser Honigraum-Folge, und sie erklärt gleich den häufigsten Fehler in der Wintervorbereitung: zu spät anzufangen. Der Grund liegt in der Biologie. Sommerbienen leben nur wenige Wochen, sammeln und pflegen die Brut, dann sind sie verbraucht. Winterbienen dagegen leben mehrere Monate, tragen das Volk durch die kalte Jahreszeit und haben einen völlig anderen Stoffwechsel mit mehr Reservestoffen. Genau diese Winterbienen werden im Spätsommer und Frühherbst aufgezogen, also im August. Wenn dann die Rahmenbedingungen nicht stimmen, sind die Winterbienen von Anfang an geschwächt, egal was im Oktober noch unternommen wird. Zwei Stellschrauben entscheiden laut Markus über gesunde, langlebige Winterbienen: Die Varroa-Belastung rechtzeitig senken, nicht erst im Herbst. Früh genug füttern, damit das Volk beim Ansetzen der Winterbienen bereits gut versorgt ist. Der typische Fehler: Wintervorbereitung erst im Oktober oder November zu starten. Zu diesem Zeitpunkt sind die Winterbienen längst angelegt und durch eine späte Varroa-Behandlung oder zu spätes Füttern womöglich schon geschädigt. Im Spätherbst bleibt dann nur noch Kontrolle und Restentmilbung übrig, die eigentliche Weichenstellung ist längst gelaufen. Sein eigener Zeitplan: Fütterung spätestens ab dem 1. August, die Varroa-Behandlung jetzt im Spätsommer erledigen. Interessant ist außerdem sein Hinweis auf Studien, die Zuckerwasser gegenüber Invertzuckerfutter im Vorteil sehen, weil die Bienen das Futter dabei selbst umarbeiten.

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  • #34
    July 21 · 18 min

    034 Imker werden: würde ich es wieder so machen?

    "Würde ich wieder anfangen? Sofort." Mit diesem Satz beendet Markus Habermehl die aktuelle Folge des Honigraum-Podcasts, nachdem er ein Jahr Imkerei schonungslos durchleuchtet hat: Was seit dem Start 2025 funktioniert hat, was er heute anders machen würde, und welche Fehler jeder Einsteiger vermeiden kann. Los ging es mit drei Völkern statt einem, und genau das hat sich als klügste Entscheidung erwiesen. Als eines davon fast einging, waren es die beiden anderen, die Markus bei der Stange hielten. Auch der Standort mitten im eigenen Garten war richtig, auch wenn der steile Hang bis heute den Zugang zu den Beuten erschwert. Weniger stolz ist Markus auf seine Einkäufe. Ein schief geratener Beutenbock, zu viele unterschiedliche Beutentypen und Teile von verschiedenen Herstellern, dazu Anschaffungen, die er im Nachhinein für überflüssig hält. Aus dieser Erfahrung heraus plant er eine Checkliste für Anfänger, die nur die wirklich notwendige Grundausstattung auflistet, kein Marketing-Beiwerk. Bei der Varroa-Behandlung bleibt er seiner bisherigen Strategie mit Oxalsäure-Streifen treu, ergänzt sie künftig aber um einen Ameisensäure-Verdunster. Bei der Königinnenzucht hat er sich bewusst gegen komplexe Systeme entschieden: Bannwabe, Bogenschnitt und Eistreifen reichen ihm völlig. Am deutlichsten war sein Learning bei der Futterkontrolle. Künftig will er früher und systematischer wiegen, um das Winterfutter rechtzeitig im Blick zu haben. Und noch etwas betont er ausdrücklich, obwohl er selbst einen Podcast dazu macht: Bücher und Videos ersetzen keinen erfahrenen Imker, der neben dir am offenen Volk steht und dir zeigt, worauf es ankommt. Sein Fazit trotz aller Fehlkäufe und Umwege bleibt eindeutig positiv. Sein Rat an alle, die selbst mit der Imkerei anfangen wollen: klein starten, Verantwortung übernehmen, keine Angst vor Fehlern haben, und sich möglichst jemanden an die Seite holen, der schon weiter ist.

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  • #34
    July 20 · 17 min

    033 Cremiger Honig herstellen

    In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, wie du aus normalem Honig streichzarten Cremehonig machst. Der Schlüssel ist, die Kristallisation gezielt zu steuern, statt sie dem Zufall zu überlassen. So entsteht statt grobem, hartem Honig eine feine, glatte Konsistenz. Was Cremehonig ist Jeder Honig kristallisiert früher oder später. Cremehonig ist nichts Zugesetztes, sondern derselbe Honig mit feiner Kristallstruktur statt grober. Genau diese Struktur lässt sich steuern, und darum geht es in dieser Folge. Impfen mit Impfhonig Der zentrale Schritt ist das Impfen. Markus gibt einen kleinen Anteil sehr fein kristallisierten Impfhonig dazu, der die feine Struktur für die neue Charge vorgibt. Vorhandener Cremehonig lässt sich dafür erneut verwenden. Wichtig ist, dass der Impfhonig wirklich fein kristallisiert ist. Richtig rühren, ohne Luft einzuschlagen Der Honig soll langsam und gründlich bewegt werden, ohne viel Luft einzurühren. Markus empfiehlt Rührspiralen oder spezielle Rührgeräte, bei kleinen Mengen geht auch Handrühren. Robuste Edelstahlwerkzeuge sind geeignet, einfache Akkuschrauber oder Bohrmaschinen dagegen nicht zuverlässig genug. Temperatur und Timing Temperatur ist entscheidend: Honig nie über 40 Grad erhitzen, sonst leidet die Qualität. Das Rühren und Kristallisieren gelingt kühl am besten, oft um 14 Grad. Zu warm bleibt der Honig flüssig, zu kalt wird er schwer rührbar. Abgefüllt wird, wenn die Oberfläche gleichmäßig cremig ist. Qualität vor Menge Zum Schluss betont Markus den Qualitätsanspruch: Cremehonig muss vollständig glatt sein, ohne spürbare Kristalle. Überzeugt das Ergebnis nicht, wird es nicht abgefüllt. Mit einem einfachen Kreislauf aus Planen, Umsetzen, Prüfen und Verbessern wird jede Charge ein Stück besser.

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  • #32
    July 17 · 22 min

    032 Königin zeichnen: Praxis-Tipps, die kein Lehrbuch erklärt

    In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, warum er seine Bienenköniginnen zeichnet und wie das in der Praxis wirklich abläuft. Für ihn hat das Markieren vor allem zwei Gründe: Die Königin lässt sich bei der Durchsicht schneller finden, und über die Farbe erkennst du sofort ihr Alter. Warum Königinnen zeichnen Eine gezeichnete Königin spart Zeit und Stress. Statt jede Wabe minutenlang abzusuchen, findest du den markierten Punkt viel schneller, und das ganze Volk wird dabei weniger gestört. Zusätzlich sagt dir die Farbe auf einen Blick, aus welchem Jahr sie stammt. Der internationale 5-Jahres-Farbcode Für die Markierung gilt ein internationaler Farbcode, der sich alle fünf Jahre wiederholt: Weiß, Gelb, Rot, Grün und Blau. Markus nutzt dafür einen Merkspruch, damit die Reihenfolge sitzt. So erkennst du an der Farbe zuverlässig das Alter der Königin, ohne in Aufzeichnungen blättern zu müssen. Die Königin sicher fangen Beim Fangen setzt Markus auf ruhiges, langsames Arbeiten. Er bevorzugt ein Fangröhrchen statt der Klammer, weil das Risiko sinkt, die Königin zu quetschen. Wichtig ist ein sauberer Ablauf: erst sicher fixieren, dann in Ruhe markieren. Werkzeuge und Markierungsarten Markus beschreibt seine bevorzugten Hilfsmittel: Fangröhrchen, Käfig, Zeichenkolben, Stirnlupe und kleine Leimfläschchen. Zum Markieren nennt er drei Wege: den Lackstift, das aufgeklebte Opalitblättchen und nummerierte Marken, teils mit UV-Kennzeichnung. Der Punkt kommt sauber auf den Thorax, nicht auf Kopf oder Hinterleib. Wenn die Markierung fehlt Ein Praxis-Tipp, den kein Lehrbuch so klar sagt: Ist die Königin plötzlich unmarkiert oder nicht zu finden, prüfe zuerst das Brutbild, bevor du von einem Verlust ausgehst. Frische Eier und junge Larven zeigen, dass eine Königin da ist. Eine fehlende Markierung kann auch an einer stillen Umweiselung liegen, das Volk hat sich unbemerkt eine neue Königin herangezogen.

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  • #31
    July 16 · 8 min

    031 Bienenstöcke transportieren: Tipps aus der Praxis

    Honigraum — Bienen, Fragen, Antworten. Der ehrliche Imker-Podcast für Hobbyimker, Bienenliebhaber und alle, die mehr wissen wollen als das, was im Imkerverein erzählt wird. Markus Habermehl ist seit 2025 Imker und nimmt dich mit auf seinen Weg — vom Anfänger zum selbstdenkenden Imker, mit allen Erkenntnissen, Fehlern und Aha-Effekten dazwischen. Hier hörst du keine abgelesenen Lehrbuch-Antworten zur Bienenhaltung, sondern echte Praxis. Mindestens zwei bis drei konkrete Learnings pro Episode — über Königinnenzucht und Bienenkönigin, Varroa und Varroamilbe, Schwarmkontrolle und Bienenschwarm, Honigernte und Honig schleudern, Bienenwachs und Propolis, Wintervorbereitung und die Asiatische Hornisse (Vespa velutina). Neue Folgen wöchentlich. Mehr in der internationalen Imker-Community: imkergruppe.com

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  • #30
    July 15 · 11 min

    030 Räuberei verhindern: was am Bienenstand wirklich funktioniert

    In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, wie Räuberei am Bienenstand entsteht, woran du sie am Flugloch erkennst und welche Maßnahmen wirklich helfen. Aus leicht erhöhtem Flugverkehr kann in kurzer Zeit ein ernstes Problem werden, das schwache Völker ausräumt und sich über den ganzen Stand ausbreitet. Wie Räuberei entsteht Räuberei passiert, wenn Bienen aus einem meist starken Volk in ein schwächeres eindringen und dessen Vorräte plündern. Besonders in trachtarmen Zeiten steigt der Druck. Typische Auslöser sind Trachtlücken, schlecht geschützte oder weisellose Völker, und, das betont Markus deutlich, der Imker selbst: offenes Füttern, herumstehender Honig und langes Arbeiten am offenen Volk. Woran du Räuberei erkennst Die Warnzeichen am Flugloch: hektisches Treiben, Kämpfe, tote Bienen, suchende Räuberbienen, aufgebrochene Wachsdeckel und leergeräumte Zellen. Der Unterschied zu normalen Sammlerinnen: Die kommen zielstrebig und beladen von der Tracht zurück, während Räuberbienen suchend und nervös am Stock herumkontrollieren. Die wichtigste Sofortmaßnahme Wird ein Volk beräubert, zählt für Markus vor allem eins: das Flugloch deutlich verengen, damit die Wächterinnen den Eingang wieder verteidigen können. Dazu die Arbeit am Stand sofort einstellen, nichts Süßes offen stehen lassen und das betroffene Volk in Ruhe lassen. So beugst du vor Am besten lässt du Räuberei gar nicht erst entstehen. Markus rät zu engen Fluglöchern in trachtarmen Zeiten, geschlossenem und spätem Füttern, sauberem Arbeiten ohne offene Süße und dem gezielten Schutz schwacher Völker. Vorbeugung ist hier deutlich einfacher als das Löschen eines Brandes, der schon lodert.

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  • #29
    July 14 · 16 min

    029 Imkerbedarf: warum ich nicht mehr alles kaufe, was die Versender empfehlen

    In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, wie Marketing im Imkerbedarf funktioniert und warum er heute deutlich kritischer einkauft. Markus kommt aus dem Online-Marketing und weiß, wie über ein Problem erst ein Bedürfnis erzeugt wird, um dir die passende Lösung zu verkaufen. Genau diesen Blick legt er auf Kataloge, Shops und Starter-Sets. Wie Kataloge und Shops Bedürfnisse erzeugen Autorität und sozialer Beweis wirken: „Testsieger", „von Imkern empfohlen" oder ein günstig wirkendes Bundle klingen überzeugend. Für Markus sagt das aber nichts darüber aus, ob ein Artikel für dich persönlich wirklich nötig ist. Viele Starter-Sets enthalten Geräte, die im Alltag kaum benutzt werden. Welche Artikel Anfänger oft nicht brauchen Markus beschreibt typische Fehlkäufe: Spezialwerkzeug, das ein einfaches Grundwerkzeug genauso erledigt, und Zubehör, das nach dem ersten Jahr im Schrank liegt. Sein Maßstab ist nicht der Preis, sondern die Frage, wie oft du etwas wirklich in die Hand nimmst. Seine drei Kaufregeln 1. Kaufe erst, wenn das Problem wirklich da ist, nicht weil ein Katalog es dir einredet. 2. Investiere nur in die wenigen Dinge, die du oft nutzt und lange behältst. 3. Prüfe, ob du das Teil selbst bauen kannst, statt es fertig zu kaufen. Wofür sich Qualität lohnt Bei manchen Anschaffungen rät Markus klar zu Qualität: gute Beuten, ein Refraktometer, ordentliche Schutzkleidung, solides Werkzeug und ein guter Smoker. Genauso wichtig ist für ihn die Investition in Wissen, über Bücher, Schulungen und den Austausch mit erfahrenen Imkern. Lieber selber bauen Zum Schluss zeigt Markus, wie viel sich selbst bauen lässt: Fluglochkeile, Ablegerkästen oder Beutenböcke muss man selten kaufen. Bei Gittern und Zubehör lohnt sich vor allem der Blick auf die Passgenauigkeit.

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