

048 Varroaresistenz mit Biotechnik: Thomas Rieck im Gespräch
"Nicht die Chemie soll die Milbe in Schach halten, sondern das Volk selbst." So bringt Thomas Rieck im Gespräch mit Markus Habermehl auf den Punkt, worum es in dieser Honigraum-Folge geht: Varroaresistenz durch Biotechnik, ganz ohne Säuren oder Reizstoffe. Markus Habermehl lässt sich von Thomas Rieck durch die wichtigsten biotechnischen Verfahren führen, mit denen sich der Varroa gezielt die Vermehrungsgrundlage entziehen lässt: 1. Brutpause und Brutunterbrechung. Weil die Varroa sich ausschließlich in verdeckelter Brut vermehrt, unterbricht eine gezielte Brutpause ihren Reproduktionszyklus spürbar. 2. Bannwabenverfahren. Thomas Rieck rät, früh im Jahr damit zu beginnen, nicht erst im August, wenn der Befallsdruck ohnehin schon hoch ist. 3. Schwarmvorwegnahme. Praktisch eingesetzt, nutzt sie den natürlichen Brutstopp beim Schwärmen gezielt gegen die Milbe. 4. VSH und SMR als Zuchtmerkmale. Völker mit ausgeprägtem Varroa Sensitive Hygiene- und Suppressed Mite Reproduction-Verhalten räumen befallene Brutzellen selbst aus und bremsen die Milbenvermehrung so von innen heraus. 5. Bruthygiene als Auswahlkriterium. Wer seine Königinnen weiterzüchten will, sollte laut Thomas Riek gezielt die Völker mit guter Bruthygiene und geringem Befall bevorzugen, nicht allein den Honigertrag. Regelmäßige Kontrolle bleibt dabei Pflicht: Markus Habermehl und Thomas Rieck sind sich einig, dass Milbenzahlen laufend geprüft werden müssen, etwa per Bodenschieber oder Auswaschprobe. Ohne Zahlen lässt sich nicht beurteilen, ob ein Verfahren wirklich greift. Ein zweiter Schwerpunkt der Folge ist die Überwinterung. Thomas Rieck plädiert für gute Dämmung, insbesondere an der Decke, für eine angepasste Fütterung und diskutiert offen die Streitfrage offener gegen geschlossener Böden. Sein Argument: Wer die Völker warm hält, spart Futter und reduziert Stress, was sich wiederum auf die Widerstandsfähigkeit gegen Varroa auswirkt. Markus Habermehl macht in der Folge auch deutlich, wo er kritisch nachfragt, etwa wenn es um Marketingversprechen rund um Resistenzzucht geht. Am Ende bleibt der gemeinsame Kern: Wer auf Dauer weniger Chemie einsetzen will, kommt an konsequenter Beobachtung, Selektion und sauberer Bruthygiene nicht vorbei. Tags: Varroaresistenz, Biotechnik, Bannwabenverfahren, Brutpause, Schwarmvorwegnahme, Bruthygiene, VSH, SMR, Zuchtauswahl, Überwinterung, Thomas Rieck, Imkerei
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