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Chlorgesänge

Ute Zill, Martina Schrey

Wir sind Schwimmerinnen. Wir waren beide mal im Schwimmverein, aber das ist lange her. Bis vor kurzem schwammen wir so wie die meisten – ab und zu, wenn es gerade passt. Doch dann entdeckten wir die Jahreskarte der Berliner Bäderbetriebe – und stellten fest: Berlin hat ja über 60 Schwimmbäder! Schnell stand fest: Die durchschwimmen wir alle! Und zwar in einem Jahr. Gesagt, getan. Was uns beim Bahnen ziehen durch den Kopf geht und warum wir meinen, dass schwimmen nicht nur überlebenswichtig, sondern ein großartiges Abenteuer ist – darum geht es hier!

  • 180 episodes
  • Updated July 29

Episodes180

  • May 31, 2023 · 39 min

    Folge 19: Schwimmen mit Behinderung

    Elena Semechin hat gerade viele Menschen schwer beeindruckt - auch uns. Die 29jährige wurde bei den Deutschen Para-Meisterschaften im Mai 2023 Deutsche Meisterin über 100 Meter Brust. Elena Semechin ist blind, sie hat nur noch eine Sehkraft von 2 Prozent. Und sie hat gerade eine Krebstherapie hinter sich, wurde trotz Chemotherapie 2022 auf Madeira sogar WM-Zweite! Elena ist ohne Zweifel ein Ausnahmetalent mit einer ungeheuren Willenskraft. Doch von Schwimmerinnen und Schwimmern mit einer Behinderung hören wir nur, wenn Para-Wettkämpfe anstehen - und auch dann geht es meist um Ausnahmetalente wie eben Elena Selechin oder Josia Topf, der trotz schwerster körperlicher Beeinträchtigungen (Tar-Syndrom) 2018 einen Weltrekord in 50 Meter Schmetterling aufgestellt hat. In dieser Folge reden wir über etwas, von dem wir - mal ganz ehrlich betrachtet - eigentlich keine Ahnung haben. Denn aus eigener Erfahrung wissen wir nicht, wie es ist, mit einer Behinderung zu schwimmen. Man sieht auch selten Menschen im Freibad oder Hallenbad, die dort mit einem Rollstuhl im Wasser sind oder eine andere erkennbare Behinderung haben. Was aber offensichtlich ist: Diese Menschen sind nicht nur durch eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung behindert - sie werden es auch immer wieder durch die äußeren Umstände. Weil es zu wenig oder gar keine Wasser-Rollstühle in den Bädern gibt. Zu wenig Platz, zu wenig Bahnen, zu wenig Menschen, die ihnen helfen können. Wenn in Brandenburg jeder dritte Fünftklässler nicht schwimmen kann - weil wegen Corona so viel Schwimmunterricht ausgefallen ist und Schwimmlehrer Mangelware sind - wie ist es dann für Menschen, die noch mehr Unterstützung brauchen? Para Schwimmen gehört übrigens zu den ältesten Sportarten im Behindertensport und ist seit 1960 Bestandteil des Wettkampfprogramms der Paralympics. Hier treten Sportler:innen mit nahezu allen Behinderungsarten an. Es gibt eine funktionelle Klassifizierung, d.h. die Einteilung der Wettkampfklassen wird unter Berücksichtigung der Fähigkeiten und Fertigkeiten der Sportler:innen vorgenommen. Diese Vorgehensweise dient dazu, möglichst faire Wettkampfbedingungen zu erreichen. Daneben gibt es aber auch die Special Olympics. Im Fokus steht hier nicht der Wettkampf an sich. Die Teilnahme ist für viele verschiedene Athletinnen und Athleten möglich, weil die meisten Teilnehmer:nnen keine Leistungssportler sind, über einen Nominierungsprozess zu den Spielen fahren dürfen und sich nicht über bestimmte Leistungswerte in den Verbänden qualifizieren müssen, wie es bei den Olympischen Spielen der Fall ist. Hier schwimmen viele Menschen mit, die eine geistige Behinderung haben, aber nicht nur. In Berlin finden in diesem Jahr die Special Olympic World Games statt - nicht nur im Schwimmen. Vom 17. bis 25. Juni 2023 werden rund 7000 Athtlet:innen aus 190 Ländern erwartet. Das Motto: Zusammen unschlagbar. Vielleicht sehen wir uns da? Wir würden uns freuen!

  • May 24, 2023 · 36 min

    Folge 18: Schwimmabzeichen sind Gold wert

    Die Schwimmbrille könnt Ihr schon mal vergessen, wenn Ihr oder eins Eurer Kinder das Schwimmabzeichen machen wollen. Das geht nur ohne. Und dann geht es los: Paketsprung, schwimmen über eine bestimmte Distanz und dann auch noch nach einem Gegenstand tauchen - hat alles geklappt, bekommt man nicht nur das Schwimmabzeichen in Bronze, Silber oder Gold, sondern auch den blauen Schwimmpass. Der ist übrigens - wie der gelbe Impfpass - wirklich einzigartig. Hat man ihn einmal verloren, gibt es nichts und niemanden, der tatsächlich beweisen kann, dass Ihr mal ein Schwimmabzeichen gemacht habt! Ute und Martina haben ihren Schwimmpass beide nicht mehr. Aber noch sehr gute Erinnerungen daran, wie das damals vor. Vor allem daran, wie stolz sie waren, als das Abzeichen endlich an ihrem Badeanzug festgenäht war - eine Herausforderung, die Martina bei ihren Kindern mehr schlecht als recht bewältigt hat … Vor Bronze, Silber und Gold steht natürlich das Seepferdchen. Ute weiß noch gut, dass sie es fast nicht bestanden hat, weil sie nicht abtauchen konnte! Aber Vorsicht - das Seepferdchen ist noch lange kein Nachweis, dass man sicher schwimmen kann! Wer „nur“ das Seepferdchen hat, muss auch weiter intensiv beaufsichtigt werden! Übrigens muss man für´s Schwimmabzeichen nicht nur schwimmen - man muss auch die Baderegeln kennen. Hand auf´s Herz: Könnt Ihr die noch? Wir mussten ganz schön überlegen und am Ende dann doch nochmal nachschlagen. Schwimmabzeichen kann man in jedem Alter machen - und fast in allen Bädern. Seepferdchen und Bronze nehmen die Schwimmmeister meist ohne viel Aufhebens ab. Trotzdem lohnt es sich, vorher im Bad der Wahl mal nachzufragen. Auch in den Berliner Sommerbädern ist das möglich - Silber und Gold kann man allerdings nach vorheriger Anmeldung nur in einem Berliner Hallenbad machen.

  • May 17, 2023 · 38 min

    Folge 17: Schwimmen ist gesund. Oder?

    Ja, schwimmen gilt als die gesündeste Sportart überhaupt. Schwimmen korrigiert Fehlhaltungen, trainiert Kraft und Ausdauer - und baut Stress ab! Deswegen gehen ja nicht nur Ute und Martina so gerne schwimmen, mittlerweile sind dank des wärmeren Wetters auch die Freibäder immer besser besucht! Und das besonders Schöne: Beim Schwimmen ist es einfach nicht mehr wichtig, wieviel man wiegt, das Wasser gibt uns Auftrieb und das Herz-Kreislauf-System bringt es auch noch in Schwung! Allerdings: Komplett ohne Risiken ist das Schwimmen nicht. Martina hat es schon selber erlebt. Ein schöner Feierabend-Kraul - und zack! ging in der Schulter plötzlich nichts mehr und der rechte Arm ließ sich nur noch unter großen Schmerzen bewegen. Sie hatte sich das Impingement Syndrom zugezogen, auch bekannt als „Schwimmer-Schulter“. Dahinter stecken meist Sehnenverletzungen oder -entzündungen. Besonders gefährdet sind Menschen, die ansonsten ständig am Schreibtisch hocken: Denn dann verkürzen sich ausgerechnet die Muskeln, die die Hauptarbeit beim Schwimmen leisten. Ebenfalls eine typische Verletzung, auch bei Sportschwimmern: Das Brustschwimmer-Knie. Überlastungsschäden der Knie sind meist Folge fehlerhafter Bewegungsabläufe oder entstehen durch das schnelle Wenden am Beckenrand. Nicht ganz so bekannt ist das so genannte Surfer´s Ear: Der dauerhafte Kontakt mit kaltem und womöglich auch verunreinigtem Wasser kann zu Entzündungen im Gehörgang führen. Also - bei Ohrenbeschwerden unbedingt zum Arzt! Auch Menschen mit Bluthochdruck sollten erstmal mit ihrem Arzt abklären, ob schwimmen für sie wirklich gut ist. Warum das Schwimmen trotzdem bestens für Körper und Seele ist, die Bewegung im Wasser allein aber nicht reicht, um sich umfassend fit zu halten - darum geht es in dieser Folge! Außerdem erfahrt Ihr wie man blöde Wadenkrämpfe während des Schwimmens in den Griff bekommt - manchmal.

  • May 10, 2023 · 27 min

    Folge 16: Schwimmen im kalten Wasser

    Wir kennen es beide: Ja, das Wasser war kalt, aber eigentlich lief es doch ganz gut. Man muss sich halt bewegen, dann geht es schon. Doch kaum sind wir aus dem Wasser, geduscht und angezogen, geht es richtig los. Der Körper zittert, uns ist kalt und wir werden ewig nicht warm. Gerade im Frühling, wenn die Seen noch kalt und auch die Schwimmbäder noch nicht richtig aufgewärmt sind, ist das keine Seltenheit: Man nennt das Phänomen „After drop“. Um im kalten Wasser die lebenswichtigen Organe im Rumpf zu schützen, limitiert der Körper den Blutfluss in den Armen und Beinen, das Blut zirkuliert also stärker im Rumpf. Ist man wieder an Land, abgetrocknet und angezogen, fließt auch das kalte Blut aus den Extremitäten wieder durch den Körper - und senkt so die Körpertemperatur. Und das führt häufig zu „nachfrieren“. Bei Ute übrigens auch zu Hunger - auch, wenn wir dafür keine wissenschaftliche Erklärung haben. Manchmal spürt man aber auch schon im Wasser, dass es dem Körper reicht: Dann funktionieren Arme und Beine nämlich nicht mehr richtig, das kann sogar bis zum Schwimmversagen führen. Sicher eher ein Phänomen im kalten See oder Meer - kann aber auch im Schwimmbad passieren. Wenn ihr das merkt - nichts wie raus! Denn gesteigerte Bewegung im Wasser ist dann keine gute Idee: Das zieht nur warmes Blut aus dem Rumpf und vergrößert den Wärmeverlust um bis zu 40 Prozent! Martina beugt mit Neoprensocken vor - und berichtet von wärmenden Teilerfogen. Auch so richtig heiß duschen ist, wenn einem nach dem Schwimmen durch und durch kalt ist, nicht wirklich gut. Denn so verlagert sich das kalte Blut aus der Körperschale viel zu schnell in den Körperkern - das kann sogar einen plötzlichen Herztod verursachen! Lieber nur lauwarm, warm anziehen, Mütze, Socken und Handschuhe an! Alles kein Grund, im Frühjahr nicht schwimmen zu gehen. Nur nicht übertreiben! Und wer sich noch zusätzlich abhärten will: Jeden Tag kalt duschen hilft enorm! Eine von uns beiden schafft das übrigens nie. Trotz aller Vorsätze.

  • May 3, 2023 · 38 min

    Folge 15: Extremschwimmen - warum eigentlich?

    Extremschwimmen heißt, oft sehr lange Distanzen zu überwinden und das meist auch unter großen Herausforderungen. Weil die Strömungen stark sind, die Wellen hoch, weil für Menschen gefährliche Tiere in den Gewässern unterwegs sind oder starke Winde an den Kräften zehren. Extremschwimmer André Wiersig sagt, dass es ihm dabei nicht um Rekorde gehe, sondern darum, in Einklang mit dem Meer und nicht gegen das Meer zu schwimmen. Der Deutsche ist der erste Schwimmer, der die Oceans Seven alle gleich beim ersten Versuch geschafft hat - sieben herausfordernde Langstrecken für Schwimmer:innen in allen Weltmeeren. Und das, obwohl es alles andere als ein Vergnügen ist: Viele Extremschwimmer berichten, dass sie vom Salszwasser kotzen müssen, dass es unfassbar kalt und ungemütlich ist - und dass sie sich ordentlich Fett anfuttern müssen, damit sie überhaupt eine Chance haben. Es gibt Extemschwimmer, die suchen immer wieder die Herausforderung - wie Lewis Pugh, britischer Umweltschützer und UN-Botschafter der Ozeane. Er gilt als bester Kalt-Wasser-Schwimmer der Welt, der vor allem in gefährdeten Ökogebieten unterwegs ist, um auf deren durch Umweltverschmutzung bedrohte Existenz aufmerksam zu machen. Und es gibt Menschen wie die US-Amerikanerin Diana Nyad, die es einmal wissen wollte - und es geschafft hat, eine der längsten und gefährlichsten Strecken der Welt schwimmend zu überwinden - 166 Kilometer von Kuba nach Florida - und das im Alter von 64! Extremschwimmer wider Willen war dagegen der Isländer Gudlaugur Fridthorsson: Als sein Boot kenterte, schwamm er rund 6 Kilometer bis zur rettenden Insel bei einer Wassertemperatur von 5 Grad. Überlebt hat er das nur, weil seine subkutane Fettschicht so dick ist wie bei Robben - und weil er auf keinen Fall sterben wollte!

  • Apr 26, 2023 · 30 min

    Folge 14: Schwimmen. Endlich. Draußen!

    Es ist soweit - die Freibadsaison beginnt! Die 15 Berliner Sommerbäder eröffnen nach und nach ab dem 29. April, den Anfang macht das Sommerbad Olympiastadion, schon einen Tag später folgt das berühmte Kreuzberger Prinzenbad. Wir können uns gar nicht entscheiden! Müssen wir auch nicht - der Sommer ist lang genug, um überall mal durchzuschwimmen. Auch die meisten Strandbäder bieten ab Mai bereits wieder Sand, Sonne und (Cocktail-)Schirme - von den einen sehnlichst erwartet, die anderen sind mit den Bädern vollends zufrieden und tauschen zwar Kacheln gern mal gegen ein Edelstahlbecken - aber nicht gegen sumpfige Seen und braune Flüsse 😉. Wir schwelgen ein wenig in Erinnerungen ans letzte Jahr, als wir die meisten Bäder zum ersten Mal erlebten: Das über die Grenzen Berlins hinaus verschriene Sommerbad Neukölln, was durchaus liebliche Seiten hat - oder das Sommerbad Pankow, wo das Wasser zwar bereits in der Sonne glitzert, vor Ende Mai aber leider noch nicht warm genug ist. Nicht zu vergessen: Das freundliche Kombibad Spandau Süd, was in dieser Saison leider geschlossen bleiben muss. Und so könnten wir ewig weiterschwelgen, über solarbetrieben Stütztemperaturen oder die Höhe von Sprungtürmen. Allerdings: Die Freibadsaison hat auch eine Kehrseite: Die ersten Schwimmhallen werden bereits Ende April geschlossen.

  • Apr 19, 2023 · 38 min

    Folge 13: Schwimmen im Denkmal

    Das lichtdurchflutete Stadtbad Mitte ist wohl eins der beeindruckendstes Bäder Berlins. Als wir das erste Mal dort waren, kamen wir vor Staunen kaum zum Schwimmen. Drei Etagen Fenster auf jeder Seite, die Decke aus Glasbausteinen - und mittendrin ein 50-Meter-Becken! 1930 galt es als modernstes Bad Europas, voller Licht, Luft und Sonne. Aber dieses Architekturwunder ist längst nicht das älteste Bad Berlins. Das ist das Stadtbad Charlottenburg - Alte Halle. Das größte Bad Europas - natürlich - war bei seiner Eröffnung 1938 die Schwimmhalle an der Finckensteinallee. Hier ertüchtigten sich bis in die 1990er Jahre vor allem Soldaten - erst die SS-Leibstandarte von Adolf Hitler, später die Amerikaner. Mittlerweile ist das Bad liebevoll instand gesetzt, saniert und offen für alle - doch wer hier vor der Sanierung mal war, weiß, was Schwimmbad-Superlative ist! Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts war die Blütezeit der Schwimmbad-Architektur. Anders als die heutigen Kombi- und Typbauten stecken sie voller liebevoller und verschwenderischer Details, die man heute nur staunend genießen kann. Das Stadtbad Neukölln beeindruckt mit Säulen und Wandelgängen nach dem Vorbild einer antiken Therme. In den damals entstandenen Bädern ging es nicht nur ums Schwimmen: Die meisten Berliner konnten Anfang des 20. Jahrhunderts in ihren Wohnungen weder baden noch duschen. Also sollten alle Berliner eine Bade- und Waschmöglichkeit in der Nähe haben. In Spandau Nord allerdings - was von außen eher aussieht wie ein gründerzeitliches Finanzamt - sollten sich die zukünftigen preußischen Turnlehrer fit machen. Wer sich heute dort regelmäßig die Knie aufschrappt - das Becken ist an der einen Seite nur 60 Zentimeter tief - kann sich das allerdings kaum noch vorstellen.

  • Apr 12, 2023 · 31 min

    Folge 12: Schwimmen um zu überleben

    Schwimmen ist nicht nur ein großer Spaß - mitunter muss man schwimmen können, um zu überleben. So wie Peter Döbler, der 45 Kilometer in der Ostsee von Kühlungsborn nach Fehmarn schwamm, um aus der DDR zu fliehen. Er war einer von über 5000 DDR-Bürgern, die nach dem Mauerbau einen Fluchtversuch über die Ostsee wagten. Für 174 endete die Flucht tödlich. Für viele Flüchtlinge ist auch heute noch das Meer der einzige Weg, sich in Sicherheit zu bringen. Die beiden jungen syrischen Schwimmerinnen Yusra und Sara Mardini machten auf sich aufmerksam, weil sie ein Schlauchboot mit 20 Menschen an Bord auf dem Weg von der Türkei nach Griechenland dreieinhalb Kilometer bis an die Küste von Lesbos zogen, der Motor war ausgefallen. Die Geschichte wurde sogar auf Netflix verfilmt. Aber: Während Yusra heute UNHCR-Botschafterin ist und zweimal an den Olympischen Spielen teilnahm, drohen ihrer Schwester Sara über 20 Jahre Haft: Sie war von Berlin nach Lesbos zurückgekehrt, um dort Flüchtlinge sicher ans Ufer zu holen. Mehr als 26.000 Menschen sind seit 2014 im Mittelmeer ertrunken. Sara Mardini sagt: "Solidarität ist kein Verbrechen" - man könne nicht wegschauen, wenn Menschen Hilfe brauchen.

  • Apr 5, 2023 · 32 min

    Folge 11: Schwimmbad, See oder Meer?

    An dieser Frage scheiden sich die Geister: Lieber im Schwimmbad schwimmen - oder ist es im See oder im Meer nicht viel schöner? Leidenschaftliche Seeschwimmer verspotten Schwimmende in Bädern oft als "Kachelzähler". Die wiederum schätzen dort die Klarheit und die Sicherheit, die sie in offenen Gewässern nicht wahrnehmen. Manche Bäder-Fans leiden sogar unter einer regelrechten Thalassophobie - sie lieben zwar das Wasser, haben aber mitunter panische Angst vor unbekannten Tiefen und vor dem, was darin herumschwimmt. Und das ist nicht etwa reine Hysterie, sondern einer der Urängste des Menschen. Wer davon nicht betroffen ist, sollte trotzdem nicht blauäugig in jeden See springen - es empfiehlt sich, sich vorher schlau zu machen, ob es da wirklich sicher ist. Bei Ute und Martina ist jedenfalls klar, für was ihr Herz schlägt - auch wenn sie nicht immer einer Meinung sind!

  • Mar 29, 2023 · 32 min

    Folge 10: Warum der Schweinehund kein Fisch ist

    Schwimmen ist großartig. In kaum einer anderen Situation fühlt man sich so gut - vor allem danach! Aber auch der Gedanke ans Schwimmen ist extrem elektrisierend. Voller Freude wird die Tasche gepackt, mitunter schon am Abend vorher, der Tag geplant, damit der Besuch im Schwimmbad auch wirklich reinpasst, nachgeschaut ob auch Kleingeld für Fön und Schrank bereit liegt - und dann kommt der Moment, in dem man eigentlich los muss. Und irgendwie zwickt es in der Schulter. Oder für die Arbeit muss noch was gemacht werden. Der Geschirrspüler ausgeräumt. Draußen sieht es auf einmal unangenehm nach Regen aus. Und juckt es nicht auch in der Nase? Kurzum: Das, worauf man sich noch wenige Stunden vorher total gefreut hat, wird plötzlich eine ganz schwierige Angelegenheit. Schon der Gedanke, dass man sich da ja umziehen muss ... die Dusche immer so nass ist ... und dann zieht es da ja immer ... kurz und krumm: Der Schweinehund hat zugeschlagen. Und gewonnen. Er ist eben kein Fisch. Sondern liegt lieber auf dem Sofa. Schlimm!

  • Mar 22, 2023 · 37 min

    Folge 9: Warum wir Bretter und Nudeln brauchen

    „Amalie geht mit nem Gummikavalier“, heißt es in einem Schlager der 1920er Jahre - und auch heute noch kann jeder vierte Erwachsene in Deutschland nicht schwimmen. Schwimmflügel oder Schwimmreifen bringen ihnen das auch garantiert nicht bei. Denn die sind so ziemlich das letzte Hilfsmittel, um schwimmen zu lernen, egal ob groß oder klein. Viel besser sind da Nudeln oder Kissen, die für Auftrieb und eine gewisse Sicherheit sorgen. Aber auch Könner kommen ohne Hilfsmittel nicht aus: Bretter, Pullbuoys und Paddles unterstützen beim gezielten Training und im Wasser kommt manchmal sogar ein Fallschirm zum Einsatz! Widerstandshosen sind keine Erfindung von Utes Vater (hätten es aber sein können) und Martina liebäugelt mit einem neuen Gadget: Dem Powerbreather. Beide allerdings würden ohne ihre Schwimmbrille nie mehr ins Wasser gehen - dabei gibt es die erst seit den 1960er Jahren.

  • Mar 15, 2023 · 28 min

    Folge 8: Warum „oben ohne“ KEIN Problem ist!

    In Berlin sorgte es für Schlagzeilen - Anfang März räumten die Berliner Bäderbetriebe ein, dass ihre Badeordnung auch Frauen das Schwimmen nur mit Badehose erlaubt. Erreicht hatte das die Berlinerin Lotte Mies. Ende Dezember war sie in Kaulsdorf noch der Schwimmhalle verwiesen worden, weil sie oben ohne schwimmen wollte. Dagegen legte sie Beschwerde ein - und bekam Recht. Der Fall sorgte für Aufsehen: Lotte Mies erhielt viel Zuspruch - aber auch Drohungen. Sie verdiene es, vergewaltigt zu werden. Oder gar ermordet. Uns hat das sehr entsetzt. Deshalb hier eine ganz aktuelle Folge: Über die Initiative „Gleiche Brust für alle“. Darüber, dass es in anderen deutschen Städten längst selbstverständlich ist, in öffentlichen Bädern oben ohne schwimmen zu dürfen. Über das Grundgesetz. Und die erotische Anziehungskraft von männlichen Brustwarzen. Nicht zu vergessen, eine der deutschesten aller Kulturen: den Nudismus! Der war nämlich schon vor über 100 Jahren sehr beliebt.

  • Mar 8, 2023 · 31 min

    Folge 7: Warum es am Beckenrand so schön ist

    Nicht jeder geht ins Schwimmbad, um zu schwimmen. Manche wollen auch einfach nur ihre tollen Muskeln zeigen. Oder am Beckenrand eine neue Partnerin kennenlernen. Dort kann man dann auch Menschen beobachten, die ihre persönlichen Schwimmrekorde aufstellen. Oder sich abstoßen und einfach mitmachen. Mitunter gibt es auch Leute, die einen großen Teil ihres Lebens am Beckenrand verbringen - weil sie nach ihrer Jugend keine Lust oder keine Zeit mehr haben, um zu schwimmen. Es dann aber wieder entdecken. Weil sie fit werden wollen. Oder abnehmen. Oder mit Freundinnen quatschen. Im Wasser ist fast alles erlaubt: Die Windmühlentechnik - der Korken - und gern auch ein bisschen Show.

  • Mar 1, 2023 · 38 min

    Folge 6: Warum wir Badeanzug tragen

    Ja, trainieren ist wichtig, um gut zu schwimmen. Fast genauso wichtig aber ist, was wir dabei anhaben. In den 2000er Jahren kamen Ganzkörperanzüge im Wettkampf zum Einsatz, die Zeiten ermöglichten, die danach nie wieder erreicht wurden. Denn mittlerweile sind diese Anzüge verboten. Und das nicht nur, weil man mindestens 20 Minuten brauchte, um sie überhaupt anzuziehen! Aber auch beim Training kommt es auf die richtige Bekleidung an. Egal, ob Muscleback, Crossback oder Superfly - UNSERE Badeanzüge müssen gekreuzte Bänder auf dem Rücken haben! Tiefer Rücken geht gar nicht - das ist ja schließlich kein Abendkleid! Trotzdem will man sich auch beim Schwimmen gut angezogen fühlen - die einen stehen auf farbige Einsätze an den Seiten, die anderen auf durchgehend schwarz. Und dann gibt es natürlich auch noch Bikinis oder Tankinis oder Badehosen oder ... im Schwimmbad sind längst nicht alle gleich. Allerdings: Seit Neuestem dürfen in allen Berliner Bädern Männer UND Frauen oben ohne schwimmen. Und nicht nur Burkinis sondern auch Neoprenanzüge sind erlaubt. Um die anzuziehen, braucht es keine 20 Minuten. Manchmal kriegt man sie aber nur mit Hilfe wieder aus!

  • Feb 22, 2023 · 36 min

    Folge 5: Warum wir schwimmen, wie wir schwimmen

    Brustschwimmen lernen wir in Deutschland meist als Erstes. Deswegen können es auch so viele. Wobei: Brustschwimmen ist nicht gleich Brustschwimmen. Die einen halten den Kopf dabei die ganze Zeit hoch, damit ja das Gesicht nicht nass wird. Andere tauchen bei jedem Zug mit Wonne ein - und prustend wieder auf. Brustschwimmen kann man auf und unter Wasser, abgeguckt haben wir uns das wohl von den Fröschen. Allerdings: Brustschwimmen ist neben Delphin die anstrengendste Sportart - und sie ist sehr, sehr deutsch. Denn fast überall sonst auf der Welt lernen die Kinder zuerst Rücken- oder Kraulschwimmen. Was dem natürlichen Verhalten von Menschen im Wasser viel eher entspricht. Ist Brustschwimmen wirklich so gesund? Und warum kann man kraulend viel längere Strecken zurücklegen, obwohl man viel weniger Luft kriegt? So oder so: Brust- und Kraulschwimmer:innen trennen Welten. Daran können auch Delphine nichts ändern.

  • Feb 15, 2023 · 36 min

    Folge 4: Warum Männer anders sind. Und Frauen auch.

    Frauen schwimmen gern zu zweit oder zu dritt nebeneinander - und reden. Für viele Männer ein Graus. Sie wollen Strecke machen - und auf keinen Fall jemanden vorlassen! Egal, in welchem Bad. Nervig. Aber irgendwie auch lustig. Ist Selbstüberschätzung der Grund für so viel Kraftmeierei? Oder die pure Ignoranz? Zum Beispiel, wenn es einen gemächlichen Rückenschwimmer (männlich!) mal wieder auf die Sportlerbahn verschlägt - zu besichtigen nahezu jeden Tag in jedem Bad Berlins. Und wahrscheinlich woanders auch. Frauen dagegen sind ja von Natur aus langsamer - oder etwa nicht? Auf jeden Fall haben sie mehr Auftrieb im Wasser - und behaupten gern, dass sie schöner schwimmen! Aber auch im Wettkampf gibt es Unterschiede. Frauen durften nicht, als Männer längst Rekorde aufstellten. Diskriminiert werden im Schwimmsport aber nicht nur Frauen - auch Männer dürfen nicht alles!

  • Feb 8, 2023 · 40 min

    Folge 3: Warum wir immer müssen müssen

    Immer das gleiche - nach dem Schwimmen müssen wir. Spätestens danach. Woran liegt das bloß? Läuft das ganze Wasser beim Schwimmen in uns rein - und muss dann dringend wieder raus? Sind wir porös? Nicht ganz dicht? Nein - das Elend hat einen Namen und es trifft jeden und jede: Der Gauer Henry Reflex. Und wenn er zuschlägt, wird´s dringend. Und dann - schnell pinkeln unter der Dusche? Oder sogar - wenn es richtig pressiert - im Becken? Was wohl los wäre, wenn das alle machen! In Folge 3 haben wir die Antworten auf all diese Fragen, die wir viel zu selten zu stellen wagen. Kurzer Spoiler - wenn Euch Eure Eltern früher drohten: „… das Wasser verfärbt sich wenn Du rein machst!“ Alles schwarze Pädagogik. Das stimmt nicht. Was allerdings stimmt - im Wasser „müssen" wir viel schneller als an Land. Und in manchen Berliner Bädern ist die Toilettensituation für diese Not geradezu ideal!

  • Feb 1, 2023 · 40 min

    Folge 2: Warum wir schwimmen

    Mal ehrlich – mitunter ist es ganz schön anstrengend: Schwimmsachen mitnehmen, ausziehen, anziehen, feucht, kalt und nass ist es auch und doch … dabei und danach gibt es nichts Besseres! Denn es geht nicht nur darum, sich über Wasser zu halten - es macht einfach riesigen Spaß. Doch hinter allem, man glaubt es nicht, steckt ein Plan - nicht etwa nur zu überleben. Nein, der Goldene Plan: Jeder und jede soll schwimmen lernen. Was Deutschland in den 1960er Jahren für sich entdeckte, wussten allerdings schon die alten Griechen. Laut Platon muss ein Mensch lesen, schreiben und schwimmen können. Sonst geht er unter.

  • Jan 25, 2023 · 35 min

    Folge 1: Warum wir in Berlin ins Schwimmen kamen

    Am Anfang war da erstmal nur die vergünstigte Jahreskarte der Berliner Bäderbetriebe. Und die Erkenntnis: Wow - Berlin hat über 60 öffentliche Bäder! Aus dem vorletzen Jahrhundert genauso wie Volksschwimmhallen aus der DDR, Kombibäder und edle Hallen aus der Weimarer Republik. Schnell stand fest: Die durchschwimmen wir alle! Und zwar in einem Jahr. Gesagt, getan. Und dann wurde daraus schnell eine Challenge. Nicht gleich auf Leben und Tod, aber … wir sind ganz schön abgetaucht!