
Folge 176: Schwimmbäder im Fokus
Schwimmbäder zu fotografieren - das ist und bleibt die große Leidenschaft von Pia Henkel. Nachdem sie für ihre Masterarbeit vor allem in Berliner Schwimmbädern unterwegs war, zieht es die Fotografin jetzt auch ins Ausland. Fast 100 Folgen ist es her, dass wir mit Pia Henkel zum ersten Mal sprachen. Damals, im Sommer 2024, arbeitete sie noch an ihrem Projekt „no running“, aus dem wenig später eine ganze Ausstellung wurde. Voller Fotos von Berliner Schwimmbädern, aufgenommen am frühen Morgen, wenn alles noch ganz still und menschenleer ist. Und zwar nicht etwa mit einem Handy, sondern mit einer analogen Kamera. Momente des Innehaltens im Kontrast zur gewohnten lärmigen Schwimmbadatmosphäre. Voller Details, die sofort Sehnsucht wecken, bald wieder einzutauchen. Und Lust machen, beim nächsten Schwimmbadbesuch doch noch etwas genauer hinzuschauen. Vor zwei Jahren sprachen wir mit Pia im Kreuzberger Prinzenbad, diesmal treffen wir uns im Kombibad Seestraße - es ist früh am Morgen, aber die ersten Schwimmer:innen sind bereits im Wasser. Kein Motiv für Pia, aber der Blick durch die großen Fensterscheiben direkt in die Halle ist trotzdem beeindruckend. „No running“ gilt auch hier, denn natürlich darf man in keinem Schwimmbad schnell laufen, zu groß ist die Gefahr auszurutschen. Gerade deshalb hat Pia diesen Titel für ihr Projekt und ihre Ausstellung gewählt - auch sie will nicht hudeln, sondern sich Zeit nehmen: Für das richtighe Bad, den richtigen Ausschnitt, das perfekte Licht. Ihre Motive sind überaus beliebt, auch wir beide haben Poster von ihrer Ausstellung bei uns hängen, eine von uns hat sogar ein regelrechtes „Schwimmerzimmer“. Leider kann man die Bilder nicht kaufen, was sehr schade ist. Pia hatte zunächst aber auch gar nicht so große Lust, einen regelrechten Vertrieb aus ihren Bildern zu machen. Sondern wollte nach ihrer Masterarbeit mal was anderes finden, was sie als Fotografin in den Fokus nehmen kann. Aber die Welt der Schwimmbäder lässt sie nicht los. Deshalb macht sie ihr Projekt jetzt international. Weil es in Europa, aber auch weltweit sehr viele schöne Schwimmbäder gibt. Auf Instagram bekommt sie von ihren Followern regelmäßig Tipps, wo es sich lohnt hinzufahren. Ins Stadtbad Chemnitz beispielsweise, ein wirklich besonderes Bad, wie sie findet. Die Form und die Farben haben sie einfach überwältigt, erzählt Pia. Mittlerweile war sie aber auch in Norwegen, in der Slowakei und in Polen, als nächstes geht es nach Finnland. Und wir legen ihr auf jeden Fall Island ans Herz! Pia nimmt sich sehr viel Zeit und ist doch immer etwas nervös, ob aus ihren Bildern auch wirklich was geworden ist, sagt sie. Kann man eben nicht gleich kontrollieren, wenn man mit analoger Kamera morgens zwischen fünf und sechs in den Schwimmhallen unterwegs ist. Aber die Ergebnisse sind großartig, vor allem das Morgenlicht lässt die Bäder nochmal auf ganz besondere Art strahlen. Probleme bei ihren Bäderbesuchen hat Pia nicht, im Gegenteil. Bisher sei es sehr leicht gewesen, in den Bädern Zutritt zu bekommen, niemand habe sich gewundert, dass eine deutsche Fotografin vorbeikomme und Bilder machen will. Dort auch noch zu schwimmen schafft Pia allerdings nicht immer, dafür ist die Zeit dann doch oft zu kurz. Immerhin hat sie jetzt eine Förderung bekommen, damit sie sich die Reisen auch leisten kann, das freut Pia sehr. Verkaufen kann Pia die Bilder allerdings immer noch nicht, es müssen Rechte geklärt werden, außerdem will Pia sie auch noch in Ruhe bearbeiten. Auf Instagram veröffentlich sie im Moment deshalb auch noch keine Fotos, sondern nur Videos der Bäder, die sie bereits besucht hat. Eines Tages wird es aber auch dazu eine Ausstellung geben. Wir gehen auf jeden Fall hin!


















