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Woher stammt die "Quarantäne"? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de
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Episodes702

  • March 3 · 2 min

    Warum sind Eier mal braun und mal weiß?

    Weiße Eier haben keine Pigmente Das ist eigentlich ganz einfach: Braune Eier haben verschiedene Pigmente, weiße Eier haben keine Pigmente. Eierschalen bestehen hauptsächlich aus Kalk. Kalk ist weiß – das ist die Grundfarbe der Eier. Ob ein Huhn weiße oder pigmentierte Eier legt, ist ausschließlich eine Frage der Gene und damit eine Frage der Hühnerrasse. Faustregel: braune Hühner legen braune Eier, weiße Hühner weiße Eier Als Faustregel stimmt tatsächlich das, was man oft hört, nämlich dass braune Hühner braune Eier und weiße Hühner weiße Eier legen. Es ist nicht durchgehend so; es gibt auch braune Hühner, die weiße Eier legen und umgekehrt. Aber als Faustregel kann man das so stehen lassen. "Wildhuhn" legte gelblich-braune Eier All diese Rassen wiederum sind Zuchtrassen. Das ursprüngliche „Wildhuhn“ hat wie viele Vögel leicht gelblich-braune Eier. Im Lauf der Haustierhaltung wurden dann die Hühner wahlweise auf weiße oder braune Eier hin gezüchtet. Wenn Sie also ein weißes Ei haben, stammt das wahrscheinlich von einem Leghorn-Huhn. Das ist eine Züchtung, die ursprünglich aus Italien kommt. Wenn Sie ein braunes Ei haben, stammt das in der Regel von einer anderen Rasse – da gibt’s verschiedene, die braun pigmentierte Eier legen. Die Eier bekommen ihre Farbe dabei erst sehr spät: Die Entstehung eines Eis im Hühnerleib dauert etwa 24 Stunden, aber erst in den letzten 5 Stunden vor der Ablage bekommt es die Pigmente. Braune Eier sind nicht gesünder Braune Eier sind nicht gesünder und schmecken auch nicht anders. Es ist ein reiner Farbunterschied. Nur sind die braunen Eierschalen etwas dicker und härter. Und sie werden gern verkauft, denn eine Zeit lang, bis in die 1970er-/1980er-Jahre, gab es auf dem Markt fast nur weiße Eier. Etwa zeitgleich mit dem Aufkommen der Bio-Bewegung kamen dann die braunen Eier in Mode. Deswegen ist noch heute bei vielen Verbrauchern die Assoziation da: braun = natürlich = Bio. Aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

  • March 2 · 2 min

    Warum bin ich manchmal elektrisch aufgeladen?

    Physikalisch ist ein Körper geladen, wenn er, vereinfacht gesagt, mehr positive Ladung als negative Ladung hat – oder umgekehrt. Normalerweise sind Atome elektrisch neutral, sie haben genauso viele Protonen – also positive Teilchen – wie Elektronen. Die Protonen sind im Inneren des Atoms, die Elektronen in der Hülle. Warum wir gerade im Winter oft elektrisch aufgeladen sind Nehmen wir aber jetzt an, Sie haben im Auto einen Kunststoffbezug, auf dem Sie die ganze Zeit reiben. Oder ein anderes Beispiel: Sie kämmen Ihre Haare mit einem Plastikkamm. Oder, was im Winter oft passiert: Beim Anziehen eines Fleece-Pullovers oder einer Fleece-Jacke sind die Haare auch elektrisch aufgeladen. Dabei passiert Folgendes: Durch die Reibung werden an der Oberfläche der Haare Elektronen weggerieben und heften sich an die Kunstfasern der Stoffe. An den Haaren bleiben nur die positiven Teilchen zurückbleiben – damit sind wir positiv aufgeladen. Und wenn wir dann zum Beispiel aus dem Auto aussteigen und den Türgriff anfassen, kommt es zu einer plötzlichen Entladung. Wir spüren das in Form eines kleinen Stromschlags. Warum die Haare zu Berge stehen Wenn sich wiederum die Haare aufladen, stehen sie "zu Berge". Denn: Es ist dann jedes einzelne Haar positiv aufgeladen. Und positive Ladungen stoßen einander ab. Das heißt, jedes Haar sucht von seinem Nachbarn den größtmöglichen Abstand. Der ist dann erreicht, wenn sich die Haare weitestmöglich von der Kopfhaut wegstrecken. Schädlich ist das nicht Es ist nicht schädlich. Aber wenn Sie wissen wollen, was man dagegen machen könnte: Beim Auto zum Beispiel gibt es einen Trick: Bevor Sie die Tür aufmachen, sollten Sie zuerst etwas Metallisches anfassen und dann erst den Fuß auf den Boden setzen. Das soll helfen.

  • March 1 · 2 min

    Sterben Spinnen, wenn man sie mit dem Staubsauber aufsaugt?

    Guckt man ins Internet, dann findet man etliche Nutzer, die davon berichten, dass Spinnen wieder aus dem Staubsauger rausgekrabbelt sind. Andere behaupten, das könne gar nicht sein, weil es die Tiere im Staubsaugerschlauch zerreißt bzw. sie spätestens im Staubsaugerbeutel ersticken, weil der viele Staub dort die Atemwege der Spinnen – die Tracheen – verstopft. Mit 100 km/h gegen die Wand Das sind natürlich alles Mutmaßungen von Internetnutzern. Ich habe deswegen bei führenden Staubsaugerherstellern angerufen. Die Antwort war: Im Regelfall werden die Spinnen tatsächlich beim Einsaugen getötet, und zwar vor allem aufgrund der hohen Geschwindigkeiten. Beim normalen Staubsaugen, also mit 1.000 bis 2.000 Watt, fliegen die Tiere mit einer Geschwindigkeit von 100 bis 140 Stundenkilometer durch den Schlauch. Der Schlauch ist gekrümmt und hört irgendwo auf. Das heißt, die Tiere prallen mit einer Geschwindigkeit von über 100 km/h an eine Wand, und das dürften sie kaum überleben. Es sei denn, man saugt vielleicht mal mit ganz kleiner Leistung einen Vorhang ab, an dem eine Spinne dranhängt. Aber bei den normalen Leistungen stehen die Chancen für die Spinnen eher schlecht. Hygieneventil vereitelt jede Chance für die Spinne Neuere Staubsauger haben heute ein Hygieneventil am Ende des Schlauchs. Das heißt, selbst wenn die Spinne oder das Insekt lebend in den Staubsaugerbeutel hineinkommt, kommt sie nicht wieder raus.

  • February 28 · 2 min

    Wie wurden früher Wasserspiele und Fontänen ohne elektrische Pumpen betrieben?

    Wenn man keine Motoren und keine elektrischen Pumpen hat, braucht man, um eine Fontäne anzulegen, vor allem eines: ein ordentliches Gefälle, also eine Höhendifferenz, sodass das Wasser von irgendwo oben runterrauscht. Und man braucht die entsprechenden Rohre, mit denen das Wasser kanalisiert und unter Druck gesetzt werden kann, sodass es mit ordentlicher Power aus dem Fontänenrohr spritzt. Wilhelmshöhe: Wasser in Höhenlagen in Becken sammeln Das zu lösende Hauptproblem ist also: Wie bekomme ich das Wasser in die Höhe? Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: In ersten Fall ist das Wasser schon oben und man muss es nur runterplätschern lassen – das kann man sehr schön im Schlosspark Wilhelmshöhe in Kassel sehen mit der großen Fontäne. Die Fontäne ist 52 Meter hoch, die höchste natürliche Fontäne Europas, angelegt im 18. Jahrhundert. Wie funktioniert’s? – Der ganze Schlosspark ist an den Hängen des Habichtswalds angelegt. Oben, auf den Höhen des Habichtswalds, befinden sich große Sammelbecken. Dort wird das Wasser über speziell angelegte Kanäle hingeleitet. Die Sammelbecken fassen 40.000 Kubikmeter Wasser. Zu bestimmten Zeiten wird das Wasser ins Tal gelassen – über die Wasserspiele bis zum Fontänenteich. Versailles: Wasserkraft nutzen und Wasser in die Höhe pumpen Wenn man allerdings kein natürliches Gefälle hat wie in Kassel, muss man zur zweiten Variante greifen und das Wasser zunächst auf eine Höhe pumpen. Auch das geht ohne Strom, die Techniken dafür gab’s schon bei den alten Römern. Man kann mithilfe von Wasserkraft Wasserräder betreiben, die das Wasser in die entsprechende Höhe pumpen. Das eindrücklichste Beispiel hierfür wiederum ist Versailles. Da hat sich der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. einen Mordsaufwand geleistet – und das im Jahr 1682. Er hat an der Seine ein wasserkraftbetriebenes Wasserhebewerk errichtet, bestehend aus 14 großen Wasserrädern, die das Wasser über mehrere Stufen auf eine Höhe von 160 Metern befördert haben. Das war ein gigantischer Aufwand, Wälder wurden gerodet, tausende von Kilometern Rohre verbaut. Fast 2.000 Arbeiter haben fünf Jahre lang daran gearbeitet. Und das alles, damit vor Schloss Versailles das Wasser in die Höhe schießt.

  • February 27 · 3 min

    "Chemtrails": Versprühen Flugzeuge Aluminium, um eine weitere Klimaerwärmung zu verhindern?

    Verschwörungstheorie, die sich seit Jahren hält Nein, stimmt nicht. Es ist eine Verschwörungstheorie, die sich seit Jahren hält: Die "bösen Amerikaner" sprühen, damit sie an ihrer Klimapolitik nichts ändern müssen, stattdessen Metalle in die Atmosphäre, sodass die die Sonnenstrahlen reflektieren und sich das Klima auf diese Weise wieder abkühlt ... Man kann mehrere Wege gehen, um das zu überprüfen. Zunächst kann man fragen: Wenn sie das tatsächlich seit Jahren tun würden: Hat es was gebracht? Die Antwort lautet ganz klar: nein! Es kommt heute eher mehr Sonnenstrahlung auf der Erde an als vor zehn Jahren. Man kann außerdem Messungen vornehmen – also die Zusammensetzung der Luft hinter Flugzeugen messen. So was wird standardmäßig immer wieder gemacht. Auch da hat noch niemand erhöhte Aluminium-Konzentrationen nachweisen können. Man kann Experten fragen, die sich damit beschäftigen. Alle sagen – ob Umweltbundesamt, das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt oder der deutsche Wetterdienst: Das ist Blödsinn. Die Kondensstreifen sehen heute noch genauso aus wie vor 30 Jahren. Zwar sehr unterschiedlich, mal kurz und schmal, mal breit und ausfransend, aber das hängt immer von der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und den Windverhältnissen ab. Es kommen aber im Prinzip heute keine Varianten vor, die es früher nicht auch schon gegeben hätte. Urban legend Es ist also eine Verschwörungstheorie. Verschwörungstheoretiker nehmen irgendwelche Halbwahrheiten, die sie aufschnappen, und rühren sich damit ihren eigenen Brei. Wetter kurzfristig beeinflussen – um etwa schweren Hagel zu verhindern Das einzige, was es tatsächlich gibt, aber überhaupt nicht geheim ist, sind Aktionen, um kurzfristig das Wetter zu beeinflussen. Also nicht das langfristige Klima, sondern nur das Wetter. So was machen zum einen die Russen und die Chinesen gern bei Großereignissen – bei der Eröffnung der Olympischen Spiele etwa. Da sind vorher Flieger unterwegs, die künstlichen Regen herbeiführen, damit der Himmel zum Ereignis schön blau ist. Die versprühen aber kein Barium oder Aluminium, sondern Silberjodid, um damit die Kondensation in den Wolken zu beschleunigen. Das gilt in der ausgebrachten Menge als gesundheitlich unbedenklich und hat auch nichts mit Klimaveränderung zu tun, sondern beeinflusst – wenn überhaupt, denn schon das ist wenig belegt – lediglich das kurzfristige Wetter. So was wird auch z.T. bei uns in Südwestdeutschland gemacht, im Stuttgarter Raum mit den sogenannten Hagelfliegern. Die sollen nicht für schönes Wetter sorgen, sondern vor allem größere Hagelschäden verhindern. Das ist überhaupt nicht geheim, sondern läuft ganz offiziell; wir haben darüber auch schon berichtet. Verwschwörungsmythen auf Realisierbarkeit und Plausibilität prüfen Bei solchen Verschwörungsgerüchten denke ich immer als erstes: Wie viele Leute müssten da eigentlich Bescheid wissen und vor allem dann auch dicht halten? Wenn man sich anschaut, welche Skandale bei uns auffliegen, in die vielleicht nur 5 bis 10 Menschen eingeweiht sind, weil irgendjemand doch Skrupel bekommt und was ausplaudert. Wenn man sich dann überlegt – wer müsste bei einer solchen Geheimoperation alles Bescheid wissen? Die komplette US-Regierung, die Spitze des Geheimdienstes, die Spezialabteilungen der Geheimdienste und all die Leute, die die Aktionen praktisch durchführen, die Piloten und Transporteure. Da kommt doch einiges zusammen.

  • February 26 · 3 min

    Trinken Fische das Wasser, in dem sie schwimmen?

    Es kommt darauf an, ob es sich um Süß- oder Salzwasserfische handelt. Wir wissen von uns selbst: Wenn wir Salzwasser trinken, können wir damit keinen Durst löschen und auch unseren Wasserbedarf nicht stillen, weil wir das ganze Salz wieder rausschwemmen müssen und allein dafür das ganze Wasser schon wieder aufbrauchen. Wie ist das nun mit den Fischen? Maul, Haut, Kiemen, Schleimhäute: Fisch tauscht ständig Wasser aus Ganz banal: Der große Unterschied zwischen uns und den Fischen ist, dass sie im Wasser leben. Das hat zur Folge, dass sie das Wasser nicht nur trinken können, sondern auch auf anderen Wegen aufnehmen. Das heißt, der Fisch als Organismus ist kein abgeschlossener Körper – wie eine Glasflasche, die wasserdicht im Wasser treibt – sondern der Fisch tauscht mit seiner Umgebung ständig Wasser aus. Zum Teil über die Haut, zum Teil über die Kiemen und Schleimhäute und zum Teil durch den Mund, indem er trinkt. Osmose: Wasser drängt zum Salz Aber genau da gibt’s einen Riesenunterschied zwischen Süßwasserfisch und Salzwasserfisch: Der Salzwasserfisch ist von Wasser umgeben, das salziger ist als seine eigene Körperflüssigkeit. Da passiert das Gleiche wie bei einer aufgeschnittenen Tomate, wenn man sie salzt: Sie verliert Wasser. Sie kennen vielleicht den Ausdruck Osmose, genau das passiert da. Osmose heißt: Es gibt eine dünne Membran, die nur Wasser durchlässt, aber keine Salze, weil die Salzmoleküle einfach zu groß sind. Wenn auf beiden Seiten dieser Membran Flüssigkeit ist – auf der einen Salzwasser, auf der anderen Süßwasser – dann drängt das Wasser in dieser Flüssigkeit zum Salz hin. Beim Meerwasserfisch bedeutet das, dass das Wasser vom Gewebe des Fischs ins Meer drängt. Das ist Osmose – ein komplizierter Prozess, aber wenn man an die gesalzene Tomate denkt, ist es das gleiche Prinzip: Das Wasser drängt zum Salz. Der Fisch würde also ständig Wasser verlieren. Mit anderen Worten: Würde er kein Wasser zu sich nehmen, würde er mitten im Meer austrocknen. Deshalb muss er trinken, trinken, trinken, um das ganze Wasser auszugleichen, das er verliert. Salzwasserfisch: Kiemen als Meerwasserentsalzungsanlage Aber das alleine reicht noch nicht, denn er braucht ja auch Wasser, um einen normalen Stoffwechsel in seinen Zellen aufrechtzuerhalten. Deshalb nimmt er zusätzlich Wasser über die Kiemen auf, denn seine Kiemen bestehen auch aus so einer Membran, also einer dünnen Haut, die nur Wasser durchlässt, aber keine Salze. Das heißt, über seine Kiemen atmet er nicht nur; die Kiemen sind gleichzeitig eine kleine Meerwasserentsalzungsanlage. Was über die Kiemen im Fisch ankommt, ist Süßwasser. So funktioniert der Salzwasserfisch. Es gibt ein paar Ausnahmen, aber das ist das grobe Prinzip. Süßwasserfisch muss nicht trinken Beim Süßwasserfisch ist es genau umgekehrt. Nehmen wir eine Forelle im Fluss: Da ist die Salzkonzentration im Fisch größer als die in der Umgebung. Wir erinnern uns: Das Wasser drängt immer dahin, wo es salziger ist – da drängt ständig Wasser aus dem Fluss oder dem See über die Haut in den Fisch hinein. Der Süßwasserfisch muss deshalb gar nichts mehr trinken – er trinkt tatsächlich nicht! Sondern er ist die ganze Zeit damit beschäftigt, das viele Wasser, das von allen Seiten über die Haut in ihn hineindrängt, auszuscheiden. Mit anderen Worten: Der Salzwasserfisch ist ein großer Trinker, der Süßwasserfisch ist ein großer Pinkler.

  • February 25 · 2 min

    Warum schmecken Druckstellen am Obst besonders süß?

    Polyphenole und Sauerstoff reagieren an der beschädigten Stelle miteinander Wir kennen das: Wenn der Apfel ein bisschen braun wird, dann schmeckt der auch süß. Aber das Braune hat mit der Süße nichts zu tun. Das sind vielmehr zwei unterschiedliche Prozessen die hier eine Rolle spielen. Das habe ich mir erklären lassen von Reinhold Kahle von der Uni Hohenheim. Wenn der Apfel runterfällt, wird er beschädigt und die Zellen gehen kaputt. Dabei passiert Folgendes: In den Zellen sind bestimmte Substanzen, die heißen Polyphenole. Und in den Zwischenräumen zwischen den Zellen ist Sauerstoff drin. Das merkt man auch daran, dass ein Apfel schwimmt, wenn man ihn ins Wasser legt. Das liegt am Sauerstoff, der zwischen den Zellen eingelagert ist. Wenn diese Zellen kaputtgehen, reagieren die Polyphenole und der Sauerstoff miteinander. Dadurch sollen Schaderreger abgewehrt werden, die die Zellen befallen können. Und das, was Polyphenolen und dem Sauerstoff entsteht, oxidiert. Dadurch werden die Früchte an der Stelle braun. Gleicher Effekt: angeschnittener Apfel wird braun Auch ein angeschnittener Apfel wird braun. Allerdings kann es auch vorkommen, dass der Apfel innen braun wird, obwohl man außen nichts sieht und die Schale unbeschädigt ist. Süße entsteht durch eine Art Stressreaktion Das Süße ist eine Art Stressreaktion, im Grunde wie eine Wundheilungsreaktion. Der Apfel fängt an, mehr zu atmen. Beim Atmen wird Apfelsäure verbraucht, so wie bei unseren Zellen Zitronensäure. Wir kennen den Zitronensäurezyklus – das funktioniert beim Apfel durch die Apfelsäure. Wenn diese Fruchtsäure aufgebraucht wird, ist sozusagen die Mischung weniger sauer. Sprich: Sie ist mehr süß. Dadurch schmeckt der Apfel an dieser Stelle süßer. Es ist aber nicht mehr Zucker drin, sondern nur das Saure ist weg – und dadurch bleibt mehr Süße übrig.

  • February 23 · 3 min

    Wie entstand das kyrillische Alphabet?

    Kyrillisches Alphabet: auf dem Balkan für slawische Sprachen entwickelt Das kyrillische Alphabet ist bis auf ein paar Ausnahmen die Schrift, in der slawische Sprachen geschrieben werden – von Montenegro bis Russland. Sie wurde extra für diese Sprachen mit ihren Besonderheiten entwickelt, und sie hat ihre Wurzeln auf dem Balkan. Es ist unverkennbar, dass das kyrillische Alphabet Ähnlichkeiten mit dem griechischen hat, aber doch ganz anders ist. Es sind auch ein paar hebräische Schriftzeichen mit eingeflossen und dann gibt es für uns, die wir die lateinische Schrift gewohnt sind, so merkwürdige Buchstaben wie das kyrillische Я (gesprochen ähnlich wie ein deutsches j), das wie ein spiegelverkehrtes R aussieht. Kyrill von Saloniki ging auf Besonderheiten der slawischen Sprachen ein Im Namen "Kyrillisches Alphabet" steckt der Name Kyrill drin: Gemeint ist Kyrill von Saloniki. Das war im 9. Jahrhundert ein bedeutender Missionar. Geboren ist er in Thessaloniki, das heute zu Griechenland gehört. Damals war die Stadt die zweitgrößte im Byzantinischen Reich nach Konstantinopel. Kyrills Muttersprache war Griechisch, er studierte die klassischen Wissenschaften, aber auch viele weitere Sprachen wie Lateinisch, Gotisch und Hebräisch. Er hatte einen Bruder, Method. Die beiden Brüder reisten viel und missionierten. Sie trugen maßgeblich dazu bei, dass die slawischen Völker den christlichen Glauben annahmen; das war das Christentum in seiner griechisch-byzantinischen, also orthodoxen Prägung. In Cherson lernte Kyrill Hebräisch Eine seiner Reisen führte Kyrill ins Reich der Chasaren, dessen Oberschicht zum Judentum konvertiert war. Denn das Chasarenreich erstreckte sich über ein großes Gebiet nordöstlich des Schwarzen Meers, das heute teils zur Ukraine, teils zu Russland gehört. Geographisch war es in einer Zangenposition: Im Westen die byzantinischen Christen, im Süden der expandierende Islam, die Übernahme des Judentums war somit gleichbedeutend mit einem Neutralitätsstatus. Um sich auf seine Mission bei den jüdischen Chasaren vorzubereiten, begab sich Kyrill für mehrere Monate nach Cherson nördlich der Halbinsel Krim (eine der im Ukraine-Krieg 2022 am heftigsten umkämpften Städte) und lernte dort Hebräisch. Arbeit an einer neuen "slawischen" Schrift Nach seiner Rückkehr von den Chasaren (die er nicht bekehren konnte) kehrte er nach Konstantinopel zurück und widmete sich wieder verstärkt der Sprachwissenschaft. Kyrill erkannte, dass die slawischen Sprachen ein paar Eigentümlichkeiten haben, denen weder die griechische noch die lateinische Schrift gerecht wird. So erfand er eine neue. Er wollte aber auch den slawischen Völkern eine eigene Schrift schenken, um deren Besonderheit herauszustellen. Glagolitische Schrift war Vorläufer des kyrillischen Alphabets Diese Schrift war noch nicht das kyrillische Alphabet, wie es heute verwendet wird, sondern ein Vorläufer, die glagolitische Schrift. Die war sehr umfangreich, mit über 40 Buchstaben, teilweise recht verschnörkelt. Diese Schrift wurde zunächst in Teilen des Balkans verwendet bis hin nach Mähren, also ins heutige Tschechien und die Slowakei. Für die Entwicklung der glagolitischen Schrift verwendete Kyrill vor allem griechische Buchstaben. Wo er aber bei den slawischen Lauten nicht weiterkam, mischte er hebräische hinzu sowie einige aus den kaukasischen Schriftsystemen, dem georgischen und armenischen. Die glagolitische Schrift war die Grundlage für die eigentliche kyrillische Schrift, die nach heutigem Stand erst hundert Jahre später entstanden ist, lange nach Kyrills Tod, aber ebenfalls auf dem Balkan, vermutlich in Bulgarien. Das kyrillische Alphabet hat mehr griechische Buchstaben übernommen, aber auch eine ganze Reihe von Buchstaben aus dem glagolitischen Alphabet. Unter dem russischen Kaiser Peter dem Großen wurde die Schrift noch einmal reformiert und etwas vereinfacht. Und einzelne Länder haben dann auch ihrerseits eigene Varianten entwickelt. Diese Geschichte erklärt, warum das Alphabet so aussieht, wie es aussieht, warum es ans griechische erinnert, aber doch ganz anders ist, und warum sich bis heute in der kyrillischen Schrift Buchstaben finden, die aus dem hebräischen Alphabet stammen: nämlich das "Ze" (ц), das aus dem hebräischen "Zade" (צ) stammt oder das "Scha" (ш), das auf das hebräische Schin (ש) zurückgeht. Scheinbar "spiegelverkehrte" Buchstaben sind Zufall Als Westeuropäer fragt man sich auch manchmal, warum manche Buchstaben scheinbar spiegelverkehrt geschrieben werden. Aber das sind Zufälle. Zum Beispiel sieht das russische и (i) aus wie ein umgedrehtes N. Tatsächlich ist es aber im Grunde das alte griechische Eta (H), bei dem der Mittelbalken gekippt wurde. Und das Я, das wie ein spiegelverkehrtes großes R aussieht, hat mit unserem R überhaupt nichts zu tun. Es entstand vielmehr aus zwei altkyrillischen Buchstaben, bei denen ein I und ein A überlagert waren – sozusagen ein A mit drei Beinen. Diesen Buchstaben hat Peter der Große bei seiner Schriftreform vereinfacht zu dem Buchstaben, der für uns aussieht wie ein umgedrehtes R.

  • February 22 · 3 min

    Henne oder Ei – was war zuerst da?

    Das ist eine ebenso alte wie scheinbar knifflige Frage. Früher kam auch noch der liebe Gott ins Spiel: Hat der erst ein Ei erschaffen, aus dem ein Huhn schlüpft? Oder erst ein Huhn, das ein Ei legt? Heute wissen wir, dass sich das Leben auf der Erde allmählich entwickelt hat, und Hühner sind ein Ergebnis der Evolution. Hühner sind Vögel, die Vögel wiederum haben sich aus den Dinosauriern entwickelt, die stammen von den Reptilien ab, die von den Amphibien und die wiederum von den Fischen. Eier gab es, bevor es Hühner gab Insofern könnte ich mir die Antwort leicht machen und sagen: Eier gab es in der Evolution schon viel früher als es Hühner gab. Denn schließlich haben auch die Dinosaurier schon Eier gelegt und vor ihnen die ersten Amphibien, sogar Fische legen ja Eier – wenn die auch keine feste Schale haben. Die Antwort ist einfach: Eier gab es lange, bevor es Hühner gab, nur waren das keine Hühnereier. Aber bei unserer Frage geht es ums Hünerei. Was also war zuerst da: Huhn oder Hühnerei? Auch hier lautet die Antwort: Das Ei. Das wird klarer, wenn ich die Frage umformuliere: Wer hat das Ei gelegt, aus dem das erste Huhn geschlüpft ist? Und dann sind wir doch wieder beim Huhn! Eben nicht! Wenn wir von "Hühnern" sprechen, ist das nur ein Name, den wir Menschen einer bestimmten Gruppe von Vögeln gegeben haben, die so und so aussehen und sich von anderen Vögeln unterscheiden. Hühnerähnliche Vorfahren: Wann ist ein Huhn ein Huhn? In Wirklichkeit haben die sich langsam entwickelt, es gab in diesem Sinne nie ein eindeutig erstes "Huhn", sondern das ist eine willkürliche Bezeichnung. Es gab Vorfahren, die den Hühnern schon ähnelten, aber noch etwas anders aussahen. Aber diese Ur-Hühner haben Kinder bekommen, diese Kinder haben wieder Kinder gezeugt und irgendwann, vor Urzeiten, hat eine Vogelmama mit einem Vogelpapa ein Küken gezeugt, das den heutigen Hühnern so ähnlich war, dass wir oder ein Vogelexperte vielleicht gesagt hätte: Ah, das ist jetzt das erste richtige Huhn! Mutter des ersten Huhns war noch kein Huhn Nun ist dieses erste Huhn logischerweise aus einem Ei geschlüpft, das seine Mutter gelegt hat, die gerade noch kein Huhn war. Jetzt ist die große Frage: War das nun ein Hühnerei oder nicht? Klare Antwort: Es war ein Hühnerei, denn dieses Ei entstand ja dadurch, dass das Vogelmännchen die Eizelle vom Vogelweibchen befruchtet hat. Im Ei reift ja schon das werdende Küken heran, und dieses Küken trägt bereits ein Hühnererbgut. Dieses Ei gehört, wenn man so will, zum Frühstadium des werdenden Huhns, also ist es ein Hühnerei. Und dieses erste Hühnerei existierte, bevor es das erste Huhn gab.

  • February 21 · 4 min

    Relativitätstheorie: Würde bei Lichtgeschwindigkeit die Zeit für mich stehen bleiben?

    Könnte man, wenn man noch schneller wird, in die Vergangenheit reisen? Das ist eines dieser Missverständnisse, die leicht aufkommen, wenn man sich mit der Relativitätstheorie beschäftigt. Weil sie ja in der Tat sagt: Wie schnell die Zeit vergeht, hängt von der Geschwindigkeit ab. Diesen Satz darf man nicht falsch verstehen, denn eine der Kernaussagen der Relativitätstheorie ist: Ich selber merke überhaupt keinen Unterschied, ob ich nun an Ort und Stelle bleibe oder mich mit welcher Geschwindigkeit auch immer durch den Raum bewege. Wenn ich eine Uhr dabei habe, dann tickt für mich die Uhr immer gleich schnell. Aber diejenigen, die mich von außen beobachten, können im Prinzip einen Unterschied feststellen. Deshalb Relativitätstheorie: Wenn ich mich mit, sagen wir, halber Lichtgeschwindigkeit durchs Weltall bewegen würde und du hättest ein so tolles Teleskop, dass du die ganze Zeit auf meine Uhr gucken könntest, die ich dabeihabe, dann tickt aus deiner Perspektive die Uhr viel langsamer. Wie viel macht das aus – bei halber Lichtgeschwindigkeit? Bei halber Lichtgeschwindigkeit noch nicht mal so viel, ungefähr 13 Prozent. Das heißt, wenn auf deiner Uhr eine Minute vergangen ist und du guckst dann auf meine Uhr, dann zeigt die erst 53 Sekunden an. Aber je mehr sich meine Geschwindigkeit der des Lichts annähern würde, desto extremer wird dieser Effekt. Das Kuriose ist jetzt aber, dass das Gleiche auch umgekehrt gilt, denn wenn ich mich relativ zu dir mit halber Lichtgeschwindigkeit bewege, dann bewegst du dich relativ zu mir ebenfalls mit halber Lichtgeschwindigkeit. Die Relativitätstheorie sagt: Es gibt keinen absoluten Bezugspunkt. Es macht also keinen Sinn zu sagen, ich bewege mich und du bleibst an Ort und Stelle. Entscheidend ist immer nur, wie wir uns relativ zueinander bewegen. Wenn ich also von meinem Hochgeschwindigkeitsraumschiff auf deine Uhr sehen könnte, würde es für mich ebenfalls so aussehen, als ginge die langsamer. Aber das ist ein Widerspruch: Wenn wir uns irgendwann wieder begegnen und unsere Uhren vergleichen, kann man feststellen, welche in Wirklichkeit schneller gelaufen ist. Ja, aber nur, weil irgendeiner zwischendurch nochmal seine Richtung ändern muss, damit wir uns begegnen. Wenn ich mit halber Lichtgeschwindigkeit ins All fliege und wieder zurückkomme, muss ich logischerweise irgendwo umdrehen, und da gelten dann andere Gesetze. Jede Richtungsänderung ist physikalisch eine Beschleunigung. Und ein Gesetz der Relativitätstheorie lautet eben auch: Für beschleunigte Körper geht die Zeit langsamer. Wenn ich im Vergleich zu dir mit halber Lichtgeschwindigkeit durchs All fliege und dann in einem großen Bogen zu dir zurückkomme, werde ich deshalb langsamer gealtert sein als du. Das berühmte Gedankenspiel, das als Zwillingsparadoxon bekannt ist Ein Zwilling fliegt mit annähernder Lichtgeschwindigkeit durchs All, der andere bleibt auf der Erde. Wenn der erste nach 60 Jahren wiederkommt, ist er kaum gealtert, sein Bruder dagegen ein alter Mann. Wenn man alle praktischen Schwierigkeiten wegdenkt – schon die Tatsache, dass ein Raumschiff nie so viel Treibstoff mitnehmen könnte, um sich auf knapp unter Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen – dann steht dieses sogenannte Zwillingsparadoxon völlig in Einklang mit der Relativitätstheorie. Der Hörer wollte noch wissen, was bei Über-Lichtgeschwindigkeit passiert. Würde deine Uhr dann im Verhältnis zu meiner rückwärts laufen – könntest du dann auf die Erde zurückkehren und wärst in der Vergangenheit? Und könnte dann meine eigene Geburt verhindern ...? Über diese Vorstellung haben schon viele nachgedacht, denn das wäre im Prinzip die Konsequenz. Aber genau da sagt die Relativitätstheorie: Stopp! Schneller als Lichtgeschwindigkeit geht einfach nicht. Nicht nur, weil dann solche Unsinnigkeiten herauskommen. Es geht auch mathematisch nicht, weil dann in den Formeln plötzlich die Wurzel aus einer negativen Zahl auftaucht. Und es geht physikalisch nicht, weil laut Einstein überhaupt nur masselose Teilchen Lichtgeschwindigkeit erreichen können, wie zum Beispiel Lichtteilchen. Würde man aber einen Körper auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigen, bräuchte man unendlich viel Energie. Das geht nicht; und darüber hinaus geht es logischerweise erst recht nicht.

  • February 20 · 2 min

    Politisch "links" und "rechts" – woher kommt diese Einteilung?

    Sitzordnung in der Pariser Nationalversammlung Die Begriffe "links" und "rechts" in der Politik kommen ursprünglich aus der Zeit nach 1789, also der französischen Revolution. Damals wurde erstmals ein demokratisches Parlament eingeführt, die Pariser Nationalversammlung. Das war eine Zeit voller Unruhen. Das Volk hatte sich gegen die Herrschaft des Königs aufgelehnt und kämpfte für Gerechtigkeit. Das waren die großen Themen der Zeit, und im Wesentlichen gab es zwei Lager: Das eine saß links im Parlament, das andere rechts. Auf der linken Seite kämpfte man für eine Republik, in der alle Bürger gleiches Recht habe und mitbestimmen können. Die rechte Seite dagegen wollte den französischen König und seine Regierung stützen. Statt gleiches Recht für alle wollten sie die Gesellschaft weiterhin in Klassen teilen. Die Bürger sollten also je nach Reichtum oder Macht unterschiedliche Rechte und Freiheiten haben. Zwei politische Lager: Republikaner saßen links, Konservative rechts Wichtig ist hierbei auch, dass man dabei eben nicht von zwei verschiedenen Parteien gesprochen hat, so wie wir es heute kennen, sondern von zwei großen politischen Strömungen oder auch Lagern: das republikanische Lager und das konservative Lager. Und weil es einfach schneller ging, hat man diese dann nur noch nach ihrer Sitzordnung benannt: "die Linken" und "die Rechten". Interessant: politische Haltung wichtiger als soziale Stellung Interessanterweise hat die Sitzordnung so die gesellschaftlichen Unterschiede gebrochen. Egal, ob jemand reich oder mächtig war – wer links oder rechts saß, hatte nichts mit sozialer Stellung zu tun. Wichtig ist dabei nur der politische Austausch zwischen den beiden unterschiedlichen Meinungen gewesen. Frankfurter Nationalversammlung übernahm die Sitzordnung Im Laufe der Zeit hat sich die Sitzordnung dann immer wieder in Parlamenten durchgesetzt. Ähnlich war es 1848 in der Frankfurter Nationalversammlung in Deutschland: Die sozialistischen Parteien saßen links und die konservativen Parteien rechts. Heute sieht man die gleiche Sitzordnung auch im Bundestag. Politische Meinungen kann man also als ein Spektrum sehen, bei dem sich verschiedene Meinungen und Positionen von ganz rechts bis ganz links ziehen. Einteilung der Parteien in eindeutig links oder rechts heute kaum möglich Ganz so einfach ist die Einteilung der Parteien in politisch links oder rechts heute aber nicht mehr. Das liegt daran, dass sich die Parteien in ihren Inhalten oft verändern und in manchen Punkten sogar ähnlich werden. Vereinfacht gesagt, steht "links" in der Politik oft für soziale Gerechtigkeit und den Kampf für die Rechte aller Menschen. Bei "rechts" geht es oft eher um den Schutz der eigenen Nationen und ihrer Traditionen.

  • February 19 · 2 min

    Wie kam DIN A4 als Standard-Papierformat zustande?

    297 mm x 210 mm: Wer denkt sich so was aus? Wer ein DIN-A4-Blatt abmisst, erhält ziemlich krumme Zahlen. Es ist 297 mm lang und 210 mm breit – wer denkt sich so was aus? Warum genau diese Längen? Und warum genau dieses Seitenformat? Warum sind die Papierbögen nicht etwas breiter oder etwas länger? Für das Seitenverhältnis gibt es einen triftigen Grund: Wenn man ein DIN-A4-Blatt halbiert, entsteht ein DIN-A5-Blatt. Das hat genau die gleichen Proportionen. Wenn man DIN A5 noch mal teilt, dann haben die daraus entstehenden A6-Blätter wieder genau die gleichen Proportionen. Das ist praktisch, wenn man den gleichen Inhalt auf ein kleineres Blatt drucken will. So bleiben die Proportionen erhalten; es würde sonst nicht passen. Das funktioniert aber nur bei einem ganz bestimmten Seitenverhältnis. Nämlich dann, wenn sich Breite zu Länge verhalten wie 1 zu √2 – also ungefähr 1:1,41. Wenn die Seiten ein anderes Zahlenverhältnis haben, hat die halbierte Seite ein anderes Format. DIN A0: ein Quadratmeter Papier Aber wie kommt es zu den absoluten Zahlen? Warum ist nicht wenigstens eine der beiden Längen eine glatte Zahl? Man hätte ja sagen können, die Länge von DIN A4 ist genau 30 cm und nicht 297 mm. Auch das lässt sich leicht erklären: DIN A4 ist – das steckt ja schon im Namen – nicht der Ausgangspunkt, sondern DIN A4 ist wiederum die Hälfte von DIN A3. Darüber gibt es noch DIN A2, DIN A1 und DIN A0. Ein DIN-A0-Bogen ist 1189 mm lang und 841 mm breit – die Fläche eines Quadratmeters! Das Basisformat DIN A0 wurde also so definiert, dass man dafür einen Quadratmeter Papier benötigt. Und wenn man es halbiert, viertelt und achtelt, behält es immer die gleiche Proportion. Wilhelm Ostwald und das "Weltformat" für Druckerzeugnisse Eingeführt wurde es übrigens vom Chemienobelpreisträger Wilhelm Ostwald. In der Chemie hat der einen großen Namen, aber warum kümmert sich ein Chemiker um Papierformate? Wilhelm Ostwald war Mitbegründer eines Instituts, das sich 1911 zum Ziel gesetzt hat, das gesamte Wissen der Welt zu katalogisieren. Das heißt, einen weltweit einheitlichen Standard zu entwickeln, wie Bibliotheken zum Beispiel ihre Bestände katalogisieren. Gleichzeitig hat dieses Institut ein Weltformat für Druckerzeugnisse propagiert. Vor allem eben die Idee der einheitlichen Proportionen. 11 Jahre später, 1922, hat das Deutsche Institut für Normung das festgeschrieben. Viele andere Länder haben das dann übernommen.

  • February 17 · 2 min

    Warum fällt das Butterbrot immer auf die geschmierte Seite?

    Butterbrot fällt in der Regel nicht zufällig Das erinnert an "Murphy’s Law"– dieses scheinbare Naturgesetz, auf das sich Berufspessimisten berufen: Alles, was schief gehen kann, geht auch schief, und es trifft immer der schlechtest mögliche Fall ein: An der Kasse im Supermarkt landet man grundsätzlich in der langsamsten Schlange. Und das Butter- oder Marmeladenbrot landet beim Herunterfallen immer mit der geschmierten Seite auf dem Boden. Aber ist das wirklich so oder bilden wir uns das nur ein? Bei der Kasse am Supermarkt muss man sagen, ist es Einbildung. Aber das mit dem herunterfallenden Brot stimmt tatsächlich. Das klingt merkwürdig, denn man könnte ja meinen, dass es wie beim Würfeln Zufall ist, wie es fällt. Tatsächlich ist es aber gar nicht so zufällig, denn die normalen Ausgangsbedingungen sind immer ähnlich. Fall von der Tischkante: standardisierte Sturzbedingungen Wir haben einen Esstisch mit einer typischen Höhe von 80 cm, an dem wir sitzen. Dazu ein handliches Butterbrot, das auf der Tisch- oder Tellerkante liegt und irgendwie über den Rand fällt. Unter diesen Standardbedingungen – Fallhöhe 80 cm, Breite des Brotes ca. 10 bis 15 cm – schafft das Brot beim Herunterfallen in der Regel tatsächlich eine halbe Drehung. Vorausgesetzt, wir geben ihm nicht noch zusätzlich eine Drehung mit. Deshalb landet es in der Mehrzahl der Fälle auf der geschmierten Seite. Sie können das übrigens ausprobieren. Vielleicht nicht mit einem Marmeladenbrot, dazu ist der Boden zu schade. Nehmen Sie lieber eine Münze und ein Buch. Legen Sie das Buch flach auf den Boden, die Münze obendrauf und schieben Sie sie langsam über den Rand. Je nachdem, wie dick das Buch ist, wird sie keine, eine oder zwei Umdrehungen machen, aber das immer wieder. Wenn Sie immer das gleiche Buch und die gleiche Münze nehmen, werden Sie fast immer das gleiche Ergebnis bekommen – und so ähnlich ist das auch mit dem Butterbrot.

  • February 16 · 2 min

    Gibt es Wetterfühligkeit wirklich?

    Schwer zu beweisen: Zusammenhang zwischen Wetter und Gesundheit Wetterfühligkeit – das sagt sich so leicht. Oft ist es jedoch schwer, Zusammenhänge zwischen Wetter und Gesundheit wirklich zu beweisen. Manche Leute schwören, dass sie bei Regen öfters Kopfschmerzen bekommen. Man kann nach möglichen Ursachen fahnden: Führt der niedrige Luftdruck zu irgendwelchen Verspannungen? Lässt ein plötzlicher Kälteeinbruch die Blutgefäße verengen? Oder beeinträchtigt die erhöhte Luftfeuchtigkeit die Atemwege? Das kann alles sein, vielleicht ist es aber auch viel banaler. Denn warum sprechen wir bei Dauerregen vom Mistwetter? – Weil wir Sonne lieber mögen. Sonne – das ist schönes Wetter, und schönes Wetter ist gut für die Gesundheit. – Eben weil es schön ist, alles ist entspannter, man geht eher mal raus. Das alles hilft vielleicht auch gegen Kopfschmerzen. Aber ist das schon Wetterfühligkeit? Sonnenlicht hat positiven Einfluss aufs Gemüt Der positive Einfluss von Sonnenlicht aufs Gemüt gehört zu den wenigen Faktoren, für die es wirklich starke Belege gibt. Sonnenlicht hemmt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Deshalb macht es wach und beugt Depressionen vor. Ebenso offensichtlich ist, dass allzu große Hitze nicht guttut und längere Hitzeperioden gerade älteren Menschen zu schaffen macht – Notärzte wissen ein Lied davon zu singen. Und schließlich beeinflusst das Wetter im Frühjahr auch den Pollenflug – für manchen Allergiker kann ein kräftiger Regenschauer deshalb ein Segen sein. Aber damit erschöpfen sich auch schon die Zusammenhänge, die wirklich auf der Hand liegen. Nur statistische Zusammenhänge nachweisbar Wie schwierig die sogenannte Wetterfühligkeit zu beweisen ist, zeigt gerade das Thema Kopfschmerzen. In aufwändigen Untersuchungen fanden Forscher heraus: Ja, unter ganz bestimmten Umständen führt ein Wetterumschwung tatsächlich statistisch zu mehr Kopfschmerzen, aber eben gerade nicht bei einem Kälteeinbruch, sondern im Gegenteil: wenn die Temperaturen steigen. Ein Anstieg von 5 Grad Celsius innerhalb eines Tages erhöht das Kopfschmerzrisiko um etwa 8 Prozent. Wenn es noch wärmer wird, erhöht sich auch das Risiko entsprechend. Keinen Zusammenhang konnten die Wissenschaftler beim Faktor Luftverschmutzung feststellen. Schadstoffe in der Luft sind zwar generell eine Belastung für den Körper, erhöhen aber offenbar nicht das Kopfschmerz-Risiko. Und das sind, wie gesagt, alles nur rein statistische Zusammenhänge.

  • February 13 · 3 min

    Wie können Vögel so laut und ohne Unterbrechung singen?

    Vogellunge besitzt Luftsäcke Die Lerche singt kontinuierlich, scheinbar ohne Luft zu holen. Das kann sie deshalb, weil sie völlig anders singt, als wir Menschen das tun. Vögel besitzen eine Lunge mit sogenannten Luftsäcken. Das sind sackartige Ausstülpungen, etwa wie Blasebalge, die zwischen größeren Muskelpaketen – beim Vogel zum Beispiel den Brustmuskeln – liegen, aber sich auch in hohle Knochen erstrecken können. Die Knochen von Vögeln sind ja hohl. Das heißt, die atmen völlig anders. Die Lunge dehnt sich nicht aus, sondern die Luft geht immer in die Blasebalge, diese Luftsäcke hinein. Die Vögel haben also zusätzlich zur Lunge Luftsäcke. Das heißt, sie können unabhängig voneinander atmen und singen. Sie können Luft durch die Nasenöffnungen in die Lunge saugen und gleichzeitig singen, indem sie die Luft aus den Luftsäcken rauslassen und durch ihren Stimmkopf pressen. Vielleicht kann man es sich vorstellen wie bei einem Dudelsackspieler, der ja auch immer den Ton aus dem Instrument rausbekommt, auch wenn er zwischendurch mal Luft holt. So ähnlich ist es bei den Vögeln. Die Frage ist: Wie kriegen die die Luft raus? Nicht, indem sie ausatmen, sondern indem sie praktisch pumpen. Die Muskelbewegungen beim Fliegen pumpen sozusagen die Luft raus, die dann den Ton erzeugt. Kleine Vögel können laut sein: Lautstärke hängt vom Druck ab Die Lautstärke hängt gar nicht so sehr von der Körpergröße ab, sondern vor allem von dem Druck, mit dem die Luft durch den Stimmkopf gepresst wird. Das ist wie beim Luftballon: Wenn der Luftballon prall gefüllt ist und man lässt ihn quietschen, dann ist das relativ laut, weil viel Druck dahinter ist. Die Vögel können diesen starken Druck aufbauen, weil sie ständig Luft nachholen können. Die Größe des Vogels hängt damit nicht zusammen; die Größe des Vogels bestimmt eher die Tonhöhe. Deswegen singen Vögel viel höher als wir. Aber die Lautstärke hängt allein von dem Druck ab, mit dem die Luft durch den Stimmkopf gepresst wird.

  • February 12 · 1 min

    Warum kann man sich nicht selbst kitzeln?

    Gehirn nimmt eigene Bewegungen und Berührungen vorweg Das liegt daran, dass unser Gehirn unsere Bewegungen und Berührungen vorwegnimmt. Wenn wir wissen, dass wir uns gleich an einer bestimmten Körperstelle berühren, dann stellt sich unser Gehirn darauf ein und dämpft die Empfindung. Deswegen sind wir dann unempfindlich gegenüber unserem eigenen Kitzeln. Diesen Effekt gibt es übrigens genauso bei Berührungen, die normalerweise Schmerz hervorrufen: Wenn wir uns selbst schlagen, tut es normalerweise auch nicht so weh, weil auch hier das Gehirn die Empfindung automatisch dämpft. Körper vermeidet unnötige Alarmsignale Der Grund ist offenbar, dass das Gehirn auf diese Weise vermeidet, dass wir unnötig auf Schmerz reagieren. Schmerz ist ja ein Alarmsignal. Wenn wir plötzlich Schmerz empfinden, reagieren wir unwillkürlich: Wir ziehen die Hand von der Herdplatte weg oder weichen dem Angreifer aus, der uns schlägt. Bei Berührungen, die wir uns selbst zuführen, kann das Gehirn aber im Normalfall davon ausgehen, dass diese Berührungen erwünscht sind und kein Anlass besteht, ihnen aus dem Weg zu gehen. Also will es seine Energie nicht damit verschwenden und dämpft deshalb vorneweg die Empfindung. Genauso ist es beim Kitzeln. Wenn wir uns selbst kitzeln, dämpft unser Gehirn einfach die sensorischen Empfindungen an dieser Stelle. Deswegen spüren wir da so gut wie nichts und es passiert so gut wie nichts. Ein Gegenbeispiel: Wenn Sie sich versehentlich mit dem Hammer schlagen, tut es sehr wohl weh, weil das Gehirn diese Berührung nicht vorwegnimmt. Vorsicht, wenn man andere schlägt! Übrigens: Wenn man jemanden schlägt, hat man selbst manchmal das Gefühl, dass das doch gar nicht so schlimm war. Dem anderen tut es aber sehr weh und er beschwert sich, dass er so fest geschlagen wird. Das ist genau das Gleiche: Unsere Gehirn weiß, dass unsere Hand gleich zuschlägt und dämpft bei uns selbst dann wiederum die Empfindungen – beim anderen jedoch nicht. Deswegen entsteht zum Beispiel der Streit zwischen Kindern nach dem Motto: "Du hast mich doch viel fester gehauen als ich dich!" Vor einigen Jahren konnte man diesen Effekt tatsächlich nachweisen; das findet im Gehirn so statt.

  • February 11 · 2 min

    Wofür stehen die Farben der olympischen Ringe?

    Rassistische Klischees? Die Erklärung, die ich aus meiner Kindheit kenne und die mir damals sehr einleuchtete lautet: Die Farben sind bestimmten Kontinenten zugeordnet: Der schwarze Ring steht für Afrika, der rote Ring für Amerika, der gelbe für Asien, der grüne für Australien und der blaue Ring für Europa – angeblich, weil es in Europa so viele Menschen mit blauen Augen gibt. Später dachte ich: Das kann ja nicht sein, da hat mir jemand dummes Zeug erzählt. Denn wenn das wirklich die Erklärung wäre, hätte vermutlich längst eine breite Diskussion eingesetzt, ob die Farben noch zeitgemäß sind. Die Erklärung strotzt ja nur so von rassistischen Klischees: rote Indianer, gelbe Asiaten, schwarzes Afrika, blauäugige Europäer … Ringe-Idee von Pierre de Coubertin Dann habe ich aber heraus gefunden, dass die Farben tatsächlich bis 1951 im offiziellen Handbuch der Olympischen Spiele so erklärt wurden. Doch es ist völlig unklar, wie diese Farbenlehre da reingekommen ist. Denn als das Symbol der olympischen Ringe vor 100 Jahren erfunden wurde, war davon noch überhaupt keine Rede. Die Idee zu den Ringen hatte der Begründer der modernen Olympischen Spiele, Pierre de Coubertin. Er sagte zwar, dass die Ringe für die 5 Kontinente stehen und hat auch die Farben der Ringe festgelegt – er hat aber die einzelnen Farben nicht bestimmten Kontinenten zugeordnet. Seine Idee war vielmehr eine ganz andere. 6 Olympia-Farben: mindestens einmal in jeder Nationalflagge enthalten Dazu muss man wissen, dass offiziell nicht nur die Farben der Ringe festgelegt sind, sondern auch die Hintergrund-"Farbe" Weiß. Das Motiv besteht somit nicht aus fünf, sondern aus sechs Farben. Und die Idee war damals, dass das Motiv der olympischen Ringe mindestens eine Farbe von jeder Nationalflagge der Welt enthält. Die deutsche Flagge etwa enthält die "Ringfarben" Schwarz und Rot, die brasilianische Flagge enthält Gelb, Grün und Blau. Jedes Land sollte sich in den Ringen sozusagen wiederfinden – das war die ursprüngliche Idee, und sie war offenbar völlig frei von rassistischen Schablonen. Wie und warum die Zuordnung von Farben zu Erdteilen ins Handbuch gekommen ist, ist bis heute unklar: Auf jeden Fall aber hat das Olympische Komitee diese merkwürdige Passage 1951 auch wieder aus dem Handbuch gestrichen.

  • February 11 · 2 min

    Warum schrumpfen wir im Alter?

    Man will es vielleicht nicht wahrhaben, aber ab dem 30. Lebensjahr beginnen wir zu schrumpfen, und zwar ausnahmslos wir alle, egal ob Mann oder Frau, krank oder gesund. Der Schrumpfungsprozess verläuft über Jahre hinweg, aber er zeigt sich auch im Tagesverlauf. Doch woran liegt das eigentlich? Bandscheiben brauchen Wasser, um elastisch zu bleiben Das Schrumpfen hängt mit unseren Bandscheiben zusammen. Sie liegen zwischen unseren Wirbeln und dämpfen alle Stöße ab, die unser Rücken am Tag aushalten muss. Sie sind quasi die optimale Federung, der biologische Stoßdämpfer. Damit die Bandscheiben elastisch bleiben und die Federung optimal funktioniert, müssen sie sich mit Wasser vollsaugen. Wenn wir uns tagsüber viel bewegen und die Wirbelsäule belasten, verlieren die Bandscheiben zunehmend an Flüssigkeit. Selbst wenn sie jeweils nur ca. 1 Millimeter an Dicke verlieren, kann es dadurch zu Größenverlusten von bis zu drei Zentimetern kommen, je nachdem wie stark man seinen Rücken belastet und wie groß man ist. Dieser Flüssigkeitsverlust ist aber kein Problem. Wenn wir uns abends hinlegen und den Rücken entlasten, füllen sich die Bandscheiben über Nacht wieder mit Wasser. Am Tag schrumpfen wir ein wenig, nachts wird das wieder repariert – und am nächsten Morgen stehen wir wieder mit unserer maximalen Größe auf. Das Schrumpfen beginnt schon mit 30 Jahren Im Alter nimmt allerdings der Flüssigkeitsgehalt unseres Körpers ab, wodurch die Bandscheiben an Elastizität verlieren und sich nicht mehr so gut mit Wasser füllen können. Dadurch werden sie allgemein dünner und der Mensch schrumpft. Auf diese Art verlieren wir ab dem 30 Lebensjahr alle 10 Jahre ca. 1 cm. Wer also mit 30 noch stolze 1,80 m misst, wird mit 70 Jahren nur noch 1,76 m groß sein. Verformungen der Wirbelsäule durch Osteoporose und schlechte Haltung Ein besonders starker Größenverlust kann aber auch auf Krankheiten wie Osteoporose hindeuten. Dieser Knochenschwund tritt verstärkt bei Frauen ab den Wechseljahren auf. Auch die Haltung kann einen Einfluss auf die Körpergröße haben. Sitzen wir zum Beispiel jahrelang gekrümmt vor unserem Rechner, kann das zu Verformungen der Wirbelsäule führen, auch das macht uns kleiner. Stoppen können wir das Schrumpfen zwar nicht, aber wir können vorbeugen, indem wir in unserem Alltag auf eine gesunde Sitzhaltung achten, uns ausreichend bewegen und gezieltes Training für den Rücken machen. Auch wenn wir im Alter sukzessive an Größe verlieren: Einige Körperteile schrumpfen nicht. Unsere Nase und unsere Ohren wachsen ein Leben lang weiter. Und wahrscheinlich ist das alles andere als ein Trost?!

  • February 10 · 2 min

    Ist Bronze ein Edelmetall?

    Bronze ist eine Legierung Nein. Bronze besitzt zwar eine wichtige Edelmetall-Eigenschaft: Sie ist sehr korrosionsbeständig, oxidiert also kaum. Aber als Edelmetalle gelten nur reine Metalle – Bronze dagegen ist eine Legierung. Sie besteht zu mindestens 60 Prozent aus Kupfer; das ist immerhin ein Halb-Edelmetall. Der Rest sind andere Nicht-Edelmetalle wie Zinn, Aluminium oder Blei. Damit ist die Bronze per Definition kein Edelmetall. Sie ist übrigens auch nicht annähernd so wertvoll wie Gold oder auch Silber. Zum Vergleich: Wäre eine Goldmedaille aus reinem Gold (was sie nicht ist), würde sie 80-mal mehr kosten als eine entsprechende Silbermedaille und 2400-mal so viel wie eine Bronzemedaille. Aber der Preis ist für den Begriff "edel" nicht das entscheidende Kriterium, sondern die chemischen Eigenschaften. Kupfer statt Bronze für den 3. Platz? "Echte" Edelmetalle sind: Silber, Gold, Rhodium, Ruthenium, Palladium, Osmium, Iridium, Platin. Auch Quecksilber wird meist dazu gezählt. Es steht im Periodensystem direkt neben dem Gold, ist aber schon reaktionsfreudiger und schon deshalb ein untypisches Edelmetall. Wenn man sich das Periodensystem der Elemente ansieht, wäre eigentlich eine "Kupfermedaille" als "dritter Platz" konsequenter, denn: Gold, Silber, Kupfer – diese drei Metalle stehen direkt übereinander. Kupfer ist aber bekanntlich relativ weich und biegsam – nicht das, was man von einer stabilen Medaille erwartet. Waffentaugliche Bronze Das ist auch der Grund, weshalb in der Frühgeschichte Bronze so bedeutsam wurde: Diese Legierung aus Kupfer und Zinn ist viel härter und somit waffentauglicher als das reine Kupfer, das man schon vorher kannte.

  • February 9 · 1 min

    Warum klingen in einem warmen Raum Saiteninstrumente tiefer, aber Blasinstrumente höher?

    Schlaffe Saiten, tiefe Töne Bei Streichinstrumente klingen die Saiten. Wenn es wärmer wird, werden die Saiten etwas schlaffer und verlieren die Anspannung, da sich das Material ausdehnt. Dadurch wird der Ton generell tiefer. Schwingende Luftsäule in der Flöte: höherer Ton bei Wärme Bei den Blasinstrumenten wie etwa der Flöte passiert das Gegenteil. Dort wird der Raum, also die Luftsäule im Instrument, zum Schwingen und somit zum Klingen gebracht. In warmer Luft breitet sich der Schall schneller aus als in kalter – dadurch wird der Ton höher. So kommt es zu dem Phänomen: Wenn ein Orchester aus dem Kalten ins Warme kommt, werden die Streicher tiefer, die Bläser höher – bis sich dann alles eingestimmt hat und die Bläser ihr Instrument warmgespielt haben. Dann kann man noch mal ordentlich stimmen – aber es braucht eine Weile, bis man sauber gestimmt ins Konzert geht.