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sozial

ZHAW Soziale Arbeit

Wenn Schüler:innen gemobbt werden. Wenn Senior:innen vereinsamen. Wenn Geflüchtete Fuss fassen wollen. Wenn Konflikte die Teamarbeit lähmen. Kurz: Wenn Einzelne das Leben trifft und Gemeinschaften gefordert sind – dann ist Soziale Arbeit gefragt. Was kann sie leisten? Wovor sollte sie sich hüten? Und warum muss sie sich immer wieder selbst hinterfragen?

Im Podcast «sozial» sprechen Regula Freuler und Dozent Tim Tausendfreund mit Fachpersonen aus Wissenschaft und Praxis über die vielfältigen Aufgaben Sozialer Arbeit.

Produziert vom Departement Soziale Arbeit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Regie und Schnitt: Menno Labruyère. Sounddesign: Soundguybasel.

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  • 20 episodes
  • monthly
  • Avg 31 min
  • German
  • #41
    Tuesday · 19 min

    Evaluation, die

    Ein Nussgipfel, ein Schoggigipfel oder doch lieber etwas Salziges? Schon bei der Auswahl seines Frühstücksgebäcks hat Martin Biebricher evaluiert – zumindest ein bisschen. Denn wer evaluiert, bewertet etwas anhand bestimmter Kriterien. Im professionellen Kontext gehört allerdings noch etwas mehr dazu als Hunger und ein Blick in die Auslage. In dieser Folge von «Sozipedia» spricht der Co-Leiter des ZHAW-Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit mit Host Menno Labruyère darüber, was Evaluation in der Sozialen Arbeit bedeutet. Dabei geht es nicht nur um Projekte, Angebote oder Organisationen, sondern auch um die konkrete Fallarbeit. Gerade dort wird Evaluation anspruchsvoll. Denn sie ist nie völlig frei von unterschiedlichen Perspektiven und subjektiven Wahrnehmungen. Martin plädiert deshalb dafür, auch die Rückmeldungen von Adressat:innen ernst zu nehmen und Evaluation nicht zur Selbstbestätigung zu nutzen. Interessant wird sie vielmehr dort, wo sie empfindliche, kritische Punkte sichtbar macht und Lernen ermöglicht. Dafür braucht es Zeit, klare Fragestellungen und eine Organisationskultur, in der Fehler nicht sanktioniert, sondern für die Weiterentwicklung genutzt werden können. Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören? Dann abonniert diesen Podcast – und am besten auch gleich unseren Newsletter. Wir freuen uns übrigens immer über Feedback und Anregungen für weitere Begriffe, die Martin Biebricher in unserer Audio-Kolumne «Sozipedia» durchleuchten kann. Merci und viel Spass beim Hören.

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  • #40
    August 25 · 49 min

    Gewaltprävention: Vorbereitet sein, bevor es eskaliert

    Was tun, wenn ein Gegenüber immer aggressiver wird? Wie lässt sich eine Eskalation frühzeitig erkennen – und wann ist es Zeit, sich aus einer Situation zurückzuziehen? Tian Wanner, Dozent im CAS Gewaltprävention der ZHAW Soziale Arbeit, erklärt im Gespräch mit Host Regula Freuler, weshalb theoretisches Wissen allein in Hochstresssituationen oft nicht ausreicht. Entscheidend ist, mögliche Situationen zu trainieren, die eigenen «Hot Buttons» zu kennen und sich auf schwierige Momente vorzubereiten – etwa mit Implementation Intentions nach Peter Gollwitzer. Auch beim Gegenüber gilt es, Veränderungen früh wahrzunehmen. Denn Gewalt entsteht meist nicht aus dem Nichts. Je nach Eskalationsphase braucht es unterschiedliche Reaktionen. Methoden wie die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg können hilfreich sein – aber nicht in jeder Situation. Gewaltprävention ist zudem eine Führungsaufgabe. Organisationen müssen klare Abläufe und Grenzen definieren, ihre Mitarbeitenden auf schwierige Situationen vorbereiten und nach Vorfällen für eine gute Nachsorge sorgen – gerade im Sozialbereich, wo Gewalthäufigkeit deutlich häufiger vorkommt als in vielen anderen Branchen. Weiterführende Literatur und Methoden: Ellis Amdur: Words of Power. A Guide for Ordinary People to Calm and De-Escalate Aggressive Individuals. 2018. Implementation Intentions: Strategien zur Selbstregulation nach Peter Gollwitzer. Gewaltfreie Kommunikation: Methode nach Marshall B. Rosenberg. Produktion: Host: Regula Freuler Gast: Tian Wanner, Dozent im CAS Gewaltprävention der ZHAW Soziale Arbeit Aufnahme und Sounddesign: Lukas Fretz Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören? Dann abonniert diesen Podcast – und am besten auch gleich unseren Newsletter. Wir freuen uns übrigens immer über Feedback und Anregungen für weitere Episoden. Merci und viel Spass beim Hören.

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  • #39
    July 16 · 29 min

    Warum Empörung mehr ist als Wut

    Warum empören sich Menschen? Was macht erlebtes Unrecht mit ihnen – und wie können Sozialarbeitende verhindern, dass sich ein «Karussell der Empörung» dreht? Empörung ist mehr als Wut, sagt ZHAW-Dozent Michael Herzig: Sie entsteht dort, wo Menschen sich moralisch im Recht fühlen und Unrecht erfahren. Sarah Maria Lohr, ehemalige Sozialarbeiterin in der wirtschaftlichen Sozialhilfe und wissenschaftliche Mitarbeiterin der ZHAW, sowie Andrea Ben Salah, die viele Jahre in der niederschwelligen Suchtarbeit in der Stadt Zürich tätig war, unter anderem im Alkoholikertreffpunkt t-alk, im Drogeninformationszentrum DIZ und in der aufsuchenden Sozialarbeit, erzählen, wie sie empörten Klient:innen begegnen. Entscheidend sei, Emotionen ernst zu nehmen, ohne jedes Verhalten zu akzeptieren. «Das stärkste Instrument in der Sozialen Arbeit ist das Gespräch, die Kommunikation, die Beziehung», sagt Sarah Maria Lohr. Denn nachhaltige Veränderung entsteht nicht durch Sanktionen, sondern durch Beziehungen, die auch Konflikte aushalten und nach Rückschlägen bestehen bleiben. Gerade in der Sozialhilfe oder der niederschwelligen Suchtarbeit treffen Fachpersonen immer wieder auf Menschen, die Ohnmacht, Ausgrenzung oder Machtmissbrauch erlebt haben. Empörung wird so zum Ausdruck einer biografischen Erfahrung – und kann, wenn sie ernst genommen wird, zum Ausgangspunkt für Veränderung werden. Gleichzeitig erinnern die beiden Gesprächspartnerinnen daran, dass Soziale Arbeit nicht nur den einzelnen Menschen begleitet, sondern auch ungerechte Strukturen sichtbar machen und verändern will. Weiterführende Literatur: Arist von Schlippe: Das Karussell der Empörung. Konflikteskalation verstehen und begrenzen. Vandenhoeck & Ruprecht, 2022. Michael Herzig: Die Kraft der Empörung. Magazin «sozial», Nr. 22, April 2025. Verfügbar in der ZHAW digitalcollection. Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören? Dann abonniert diesen Podcast – und am besten auch gleich unseren Newsletter. Wir freuen uns übrigens immer über Feedback und Anregungen für weitere Episoden. Merci und viel Spass beim Hören.

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  • #38
    June 15 · 35 min

    Inlandsadoptionen in der Schweiz: Was gilt als Kindeswohl?

    Auf dem Tisch im Podcast-Studio liegt ein Buch über Adoptionen in der Schweiz. Auf dem Cover: ein Schwarz-Weiss-Foto mit drei Pflegerinnen, die je ein Kleinkind im Arm halten. Die Szene wirkt ruhig, fast zufrieden. Doch der Titel des Buchs stellt eine unbequeme Frage: «Ungewollt?» In dieser Episode spricht Host Regula Freuler mit der Sozial- und Wirtschaftshistorikerin Susanne Businger über ein Kapitel Schweizer Geschichte, das bislang kaum erforscht wurde: Inlandsadoptionen in der Schweiz zwischen 1920 und 2017. Warum wurden Kinder zur Adoption freigegeben? Welche Rolle spielten Vormundschaftsbehörden, Vermittlungsstellen, Rechtsgrundlagen und gesellschaftliche Normvorstellungen? Und warum wurden vor allem Kinder unverheirateter Mütter adoptiert? Im Gespräch geht es um Kindeswohl im historischen Wandel, um das Adoptionsgeheimnis, um Druck auf leibliche Mütter durch Behörden und um die Frage, was Herkunft und Identität für adoptierte Menschen bedeuten. Susanne Businger zeigt, wie eng Adoptionen mit den damaligen Vorstellungen von Familie, Mutterschaft und Moral verbunden waren – und weshalb die historische Aufarbeitung auch für die Soziale Arbeit heute wichtig ist. Allerlei Wissenswertes, das in dieser Episode erwähnt wird: Aufzählungs-TextBusinger, S., Gabriel, T., Keller, S., Seiterle, N., Seitz, A. & Fritz, L. (2025): Ungewollt? Inlandsadoptionen in der Schweiz, 1920–2017. Zürich: Chronos Verlag. Kostenlos als E-Book verfügbar. Forschungsprojekt «Inlandsadoptionen in der Schweiz» der ZHAW Soziale Arbeit und PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz, gefördert im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP 76 «Fürsorge und Zwang». PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz: Fach- und Beratungsstelle für Pflege-, Adoptiv- und Herkunftsfamilien sowie Betroffene. Hess, E. (1972). Peter und Susi finden eine Familie. Die Geschichte zweier Adoptivkinder. Zürich: Ex Libris. Produktion: Gästin: Susanne Businger, Dozentin und Forscherin, ZHAW Soziale Arbeit Host: Regula Freuler, Leitung Kommunikation und Marketing, ZHAW Soziale Arbeit Aufzeichnung/Schnitt: Menno Labruyère, Digital Campus, ZHAW Soziale Arbeit Mastering: Lukas Fretz, Soundguy Basel Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören? Dann abonniert diesen Podcast – und am besten auch gleich unseren Newsletter. Wir freuen uns übrigens immer über Feedback und Anregungen für weitere Episoden. Merci und viel Spass beim Hören.

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  • #37
    May 20 · 35 min

    Gesprächsführung – Oder warum Methoden wichtig sind, alleine aber nicht reichen

    Gespräche prägen die Soziale Arbeit, jeden Tag. Doch was macht eigentlich ein gutes Gespräch aus? Und warum reicht es nicht, einfach nur die richtigen Techniken zu kennen? In dieser Episode spricht Host Menno Labruyère mit der Dozentin Daniela Wirz über die immense Bedeutung der eigenen Haltung, wie Beziehungsgestaltung gelingen kann und über die Frage, weshalb Kommunikation einer der wichtigsten Wirkfaktoren Sozialer Arbeit ist. Gemeinsam gehen sie der Bedeutung von Zuhören, Verstehen und Reflexion nach – und diskutieren, wie das eigene Menschenbild, nonverbale Signale (mit der Zunge schnalzen!) und Machtverhältnisse Gespräche beeinflussen können. Es geht um Rollenspiele im Studium (die offenbar unbeliebt sind bei vielen Studierenden) sowie Möglichkeiten und Grenzen von KI in der Gesprächsführung. In dieser Episode wurden folgende Werke erwähnt: Meyer, V. & Chesser, E. S. (1971)._ Verhaltenstherapie in der klinischen Psychiatrie_ (P. Gottwald & H. Heyse, Übers.). Stuttgart: Thieme. (Originalwerk veröffentlicht 1970). Schulz von Thun, F. (2019). Miteinander reden (Bde. 1–4). Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. Watzlawick, P., Beavin, J. H. & Jackson, D. D. (2017). Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxien (13. unveränd. Aufl.). Bern: Hogrefe. (Originalwerk veröffentlicht 1969). Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören? Dann abonniert diesen Podcast – und am besten auch gleich unseren Newsletter. Wir freuen uns übrigens immer über Feedback und Anregungen für weitere Episoden. Merci und viel Spass beim Hören.

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  • #36
    April 14 · 42 min

    Männer und Gefühle: Wie die Manosphere Eltern und Sozialarbeitende herausfordert

    Vier Männer beim Bier. «Schnell eine Runde, wie es jedem geht, sonst kritisiert meine Frau nachher wieder, wir würden nichts voneinander wissen.» Burnout, arbeitslos, betrogen und verlassen, die Schwester tödlich verunglückt… Jeder sagt kaum mehr als einen Satz, bis sie endlich wieder über die «wichtigen» Dinge sprechen dürfen: Fussball. Ganz lebensfern ist diese Szene nicht, findet Host Menno Labruyère, dem dieser genderstereotype Sketch in den Feed gespült wurde. Zu Gast im Podcast-Studio sind diesmal Kambez Nuri und Michael Koger, Gründer der Fachstelle Oh Boy* und beide ZHAW-Absolventen. Wie entstehen Männlichkeitsbilder – und warum erlebt die Vorstellung vom dominanten, muskelbepackten Mann in Internetforen ein Revival?, wollen wir von ihnen wissen. Männlichkeit ist nicht etwas Angeborenes, sondern etwas, das wir lernen, das uns vorgelebt wird, sagt Kambez Nuri. Und was ist euer Bild von Männlichkeit? Allerlei Wissenswertes, das in dieser Episode erwähnt wird: Oh Boy*: von Kambez Nuri und Michael Koger gegründete und geleitete Fachstelle für Schulen, Fachpersonen und Institutionen, die mit Buben, männlichen Jugendlichen und jungen Männern unterwegs sind Andrew G. Thomas: Forscher der Swansea University in England, Mit-Autor der bisher grössten weltweiten empirischen Studie zu Incels. Costello, W., Rolon, V., Thomas, A. G., & Schmitt, D. P. (2023): The mating psychology of incels (involuntary celibates) – Misfortunes, misperceptions, and misrepresentations. In: The Journal of Sex Research. Markus Theunert: Co-Geschäftsleiter von männer.ch, dem Dachverband für Männer- und Väterorganisationen in der Schweiz Matthias Luterbach, Markus Theunert: «Mann sein …!? – Geschlechterreflektiert mit Jungen, Männern und Vätern arbeiten. Ein Orientierungsrahmen für Fachleute.» Beltz Juventa, 2025. Netflix-Serie «Inside the Manosphere» des britischen Filmemachers Louis Theroux SRF-Podcast-Serie «Alpha Boys» manosphere.ch: von der Fachstelle männer.ch geführte Plattform «Vorsicht Manosphere!» mit Präventionsmaterial für Eltern, familiäre Bezugspersonen und Fachkräfte detox-identity.de: Start-up von Fabian Ceska und Tobias Spiegelberg mit Angeboten im Bereich der politischen Jugendbildung für Menschen zwischen 16 und 25 Jahren, Weiterbildungen für pädagogische Fachkräfte und Unternehmen Produktion: Gäste: Kambez Nuri und Michael Koger von der Fachstelle Oh Boy* Host: Menno Labruyère Aufzeichnung/Schnitt: Nicolò Settegrana Mastering: Lukas Fretz, Soundguy Basel Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören? Dann abonniert diesen Podcast – und am besten auch gleich unseren Newsletter. Wir freuen uns übrigens immer über Feedback und Anregungen für weitere Episoden. Merci und viel Spass beim Hören.

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  • #35
    April 9 · 10 min

    Triage, die

    Als Martin Biebricher in seinen letzten Frankreich-Ferien den Abfall entsorgte, erschrak er. Auf den Eimern prangten Aufkleber mit dem Spruch: «Ici, je trie!» Auf Deutsch: Hier sortiere ich (meinen Müll). «In der Sozialen Arbeit wird der Begriff «Triage» häufig benutzt – vielleicht manchmal zu unbedacht?», dachte der Co-Bachelorstudiengangleiter. In dieser Folge von «Sozipedia» geht er mit Host Menno Labruyère der Wortherkunft von «Triage» nach (Spoiler: Für die Soziale Arbeit nicht gerade eine Entlastung) und überlegt, welche anderen Bezeichnungen passender wären – und warum. Worüber Martin und Menno sich einig sind: Man sollte den Begriff stets von dem abhängig machen, was man konkret tut. Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören? Dann abonniert diesen Podcast – und am besten auch gleich unseren Newsletter. Wir freuen uns übrigens immer über Feedback und Anregungen für weitere Begriffe, die Martin Biebricher in unserer Audio-Kolumne «Sozipedia» durchleuchten kann. Merci und viel Spass beim Hören.

  • #34
    March 16 · 49 min

    Zwischen Verbot und Befähigung – Kinderrechte in der Social‑Media‑Debatte

    Verbieten, begrenzen – oder befähigen? Wer mit Kindern und Jugendlichen über Social Media spricht, landet schnell bei «Screen Time», schlechtem Gewissen und der Sehnsucht nach einer einfachen Regel. In dieser Episode geht Host Menno Labruyère gemeinsam mit Laurent Sedano, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der ZHAW Soziale Arbeit der Frage nach, wie Kinderrechte die Debatte über Social Media prägen und was sich daraus für die Praxis ableiten lässt. Sedano hat am Positionspapier der Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen mitgearbeitet, das im Kontext des australischen Social‑Media‑Gesetzes bis 16 Jahre (Dezember 2025) diskutiert wird. Kernpunkt: Kinder haben Recht auf Schutz und auf Zugang zu Information und Teilhabe. Ein Verbot verschiebt Verantwortung – und ersetzt keine Plattformregulierung. Statt «alles oder nichts» plädieren die beiden für «bewusste Mediennutzung»: Entscheidend ist, warum und in welchem Kontext Medien genutzt werden. Der Blick geht weg von der «Algorithmus‑Allmacht» und hin zu Stress, Lebensbedingungen und fehlenden Freizeit‑Räumen – besonders bei vulnerablen Jugendlichen. Und was kann Soziale Arbeit beitragen? Beziehungsarbeit und Lebensweltorientierung: nicht moralisieren, sondern nachfragen und begleiten. Sedanos Beispiel: ein Workshop, der das Game «Among Us» ins reale «Werwölfchen» in einer Bibliothek überführt. Dazu ein alltagstauglicher Hack gegen belastende Feeds: «algorithmische Hygiene» mit einem zweiten Konto. In dieser Episode erwähnt: Eidgenössische Kommision für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ. (2025). Social Media verbieten? Vermeintliche Lösung für ein komplexes Problem (Ein Positionspapier der Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ)). Bern. Fichter, A. (2023, Juli 5). «Wer dem KI-Hype verfällt, stärkt die Macht der Big-Tech-Chefs». Republik. Fachgruppe Digitale Medien in der OKJA, Sedano, L., Loosli, L., Hüppi, R., Oester, R., Rösch, E., … Freuler, Rafael. (2018). Leitfaden Digitale Medien in der OKJA. Sticca, F., Brauchli, V. & Lannen, P. (2025). Screen on = development off? A systematic scoping review and a developmental psychology perspective on the effects of screen time on early childhood development. Frontiers in Developmental Psychology, 2. Milton, A., Ajmani, L., DeVito, M. A. & Chancellor, S. (2023). “I See Me Here”: Mental Health Content, Community, and Algorithmic Curation on TikTok. In Proceedings of the 2023 CHI Conference on Human Factors in Computing Systems (S. 1–17). Gehalten auf der CHI ’23: CHI Conference on Human Factors in Computing Systems, Hamburg Germany: ACM. Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören? Dann abonniert diesen Podcast – und am besten auch gleich unseren Newsletter. Wir freuen uns übrigens immer über Feedback und Anregungen für weitere Episoden. Merci und viel Spass beim Hören.

  • #33
    February 11 · 21 min

    Generalist:in, der/die

    Was klingt für dich professioneller: Hausärztin oder Hirnchirurgin? Okay, das war eine Fangfrage. Denn der Grad an Professionalität lässt sich natürlich nicht am Unterschied zwischen breitem Fachwissen und höchster Spezialisierung messen. Es kommt – wie immer – auf den Kontext an. Warum das gerade für die Soziale Arbeit gilt, erklärt in dieser Episode von «Sozipedia» unser Co-Bachelorstudiengangleiter Martin Biebricher im Gespräch mit Host Menno Labruyère. In der Sozialen Arbeit zum Beispiel gilt: Die Lebenslagen und -schwierigkeiten von Adressat:innen sind selten eindeutig oder klar abgrenzbar. Im Gegenteil: Sie sind komplex, vernetzt und von unterschiedlichen sozialen, räumlichen und strukturellen Faktoren geprägt – und damit schwer fassbar für Fachspezialist:innen. Eine generalistische Perspektive hingegen ermöglicht es, diese Zusammenhänge als Ganzes wahrzunehmen und professionell zu bearbeiten. Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören? Dann abonniert diesen Podcast – und am besten auch gleich unseren Newsletter. Wir freuen uns übrigens immer über Feedback und Anregungen für weitere Begriffe, die Martin Biebricher in unserer Audio-Kolumne «Sozipedia» durchleuchten kann. Merci und viel Spass beim Hören.

  • #32
    January 15 · 31 min

    Zwischen Wäschekorb und Würde – über Vertrauen in der Sozialen Arbeit

    Wie gelingt Sozialarbeiter:innen der Beziehungsaufbau zu Menschen, die niemandem trauen? Was ist Vertrauen überhaupt, wie wird es aufgebaut, wie schnell zerstört? Beziehungsaufbau beginnt zunächst einmal mit Mikrointerventionen, erklärt Anita Nelson: mit einem Blick, mit einer Routine, mit wahrnehmbarer Gleichbehandlung ihrer marginalisierten und ihrer etablierten Kundschaft. Anita Nelson ist Sozialarbeiterin und arbeitet im Waschsalon Niederdorf, wo obdachlose Menschen neben Tourist:innen und Gewerbetreibende ihre Wäsche waschen. Im Gespräch mit ZHAW-Dozent Michael Herzig beschreibt sie, wie sie in diesem unverbindlichen Setting versucht, verschüttetes Vertrauen wieder aufzubauen. «Wenn ich in der Gegenwart positive Erfahrungen ermögliche, verändert dies die Erwartung an künftige Beziehungen», ist sie überzeugt. Zwei Literatur-Tipps von Anita Nelson: Silke Birgitta Gahleitner: Soziale Arbeit als Beziehungsprofession. Bindung, Beziehung und Einbettung professionell ermöglichen. Beltz Juventa, 2017. Katja Nowacki, Silke Birgitta Gahleitner, Yonca Izat, Martin Schröder (Hg.): Professionelle Bindungs- und Beziehungsgestaltung. Grundlagen und Anwendung in der psychosozialen Arbeit. Beltz Juventa, 2023. Und der Link zum Waschsalon Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören? Dann abonniert diesen Podcast – und am besten auch gleich unseren Newsletter. Wir freuen uns übrigens immer über Feedback und Anregungen für weitere Episoden. Merci und viel Spass beim Hören.

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  • #31
    Dec 2, 2025 · 37 min

    Ableismus und Behinderung – oder warum Normalitätsbilder mächtiger sind, als wir denken

    Über vier Milliarden Schweizer Franken fliessen jedes Jahr in Parallelstrukturen für Menschen mit Behinderungen, zum Beispiel in Behindertenheime. «Wir sollten uns fragen, wer von solchen Strukturen wirklich profitiert», findet Brian McGowan, Lehrbeauftragter für Disability Studies – und selbst Rollstuhlfahrer. Gemeinsam mit Sylvie Johner-Kobi, Dozentin an der ZHAW Soziale Arbeit, spricht er darüber, warum ableistische Vorstellungen in der Schweiz so tief verankert sind und weshalb sie oft als letzte gesellschaftlich normalisierte Diskriminierung bestehen bleiben. Im Gespräch mit Host Regula Freuler zeigen die beiden, wie stark Normalitätsbilder Barrieren erzeugen – und weshalb die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention für viele Organisationen eine echte Herausforderung darstellt. Aus ihrer Evaluation des Aktionsplans Behindertenrechten Kanton Zürich berichten sie, wo Fortschritte sichtbar sind und wo Lücken bestehen, besonders beim Einbezug von Menschen mit Behinderungen als Expert:innen in eigener Sache. Gleichzeitig werfen sie einen Blick auf ihren neuen CAS Dis-/Ability: UN-Behindertenrechtskonvention umsetzen, der Fachpersonen dabei unterstützt, vom guten Willen zu konkretem Handeln zu kommen. In dieser Episode erwähnt: CAS Dis-/Ability: UN-Behindertenrechtskonvention umsetzen von der ZHAW Soziale Arbeit Begleitevaluation Aktionsplan Behindertenrechte Kanton Zürich 2022 – 2025 Deutsches Institut für Menschenrechte: Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in der 21. Wahlperiode (2025-2029)

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  • #30
    Nov 4, 2025 · 37 min

    Zwischen Vertrauen und Grenzerfahrung: Arbeiten mit schwer erreichbaren Jugendlichen

    Wenn Kinder und Jugendliche durch ihr herausforderndes Verhalten immer wieder an Grenzen stossen – in Schulen, Heimen oder Pflegefamilien – werden sie in Deutschland oft als «Systemsprenger» bezeichnet. Viele von ihnen haben schwere Traumata erlebt und durchlaufen eine Odyssee durch verschiedene Einrichtungen, bis schliesslich nur noch eine Form der Hilfe bleibt: die intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung nach § 35 SGB VIII, auch Flexible Einzelfallbetreuung oder kurz «Flex» genannt. In dieser Episode unseres Podcasts begegnen sich drei Generationen von Sozialarbeitenden, die alle Erfahrungen mit der Flex gesammelt haben: Tim Tausendfreund, ZHAW-Dozent und -Forscher, absolvierte in der Jugendhilfe im Jahr 2001 sein erstes Praktikum beim SME e. V. in Hamburg. Michael Merfort arbeitet dort seit über 35 Jahren und gehört zu den Pionieren dieser besonderen Betreuungsform. Ursina Salzgeber sammelte nach ihrem Bachelorstudium an der ZHAW Praxiserfahrungen in derselben Einrichtung. Ein Gespräch über Theorie und Praxis, Beziehungsgestaltung unter extremen Bedingungen – und warum manchmal eine Zigarette der Anfang einer tragfähigen Beziehung sein kann. Für alle, die sich ins Thema Flex vertiefen wollen: «Systemsprenger» (Regie: Nora Fingscheidt, 2019) ist ein intensives Drama über ein Kind, das durch alle Raster fällt. Weitere Informationen und Bonusmaterial: https://www.systemsprenger-film.de Günder, R. & Nowacki, K. (Lambertus-Verlag, 2020): «Praxis und Methoden der Heimerziehung Entwicklungen, Veränderungen und Perspektiven der stationären Erziehungshilfe», Kapitel 11 («Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung»). Ursina Salzgeber berichtet über ihr Praktikum am SME Jugendhilfezentrum im Magazin «sozial» (https://doi.org/10.21256/zhaw-30005) Informationen zum Verein Stadteilbezogene Milieunahe Erziehungshilfen (SME) unter www.sme-jugendhilfezentrum.de

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  • #29
    Oct 9, 2025 · 37 min

    Zerstörungslust – oder: Warum wollen so viele Menschen die Welt brennen sehen?

    In den USA ist ein demokratisch gewählter Präsident daran, die Demokratie aus den Angeln zu heben. In Deutschland erhielt eine Partei, die als «gesichert rechtsextremistisch» eingestuft wird, bei den letzten Wahlen die meisten Zweitstimmen. Wie kommt es, dass immer mehr Menschen eine Politik unterstützen, die auf die Zerstörung zentraler Werte der Demokratie zielt? Eine mögliche Antwort lautet: Weil die liberalen Gesellschaften ihr eigenes Versprechen – Aufstieg, Teilhabe, Emanzipation – nicht mehr einlösen. Ein wachsender Teil der Bevölkerung fühlt sich politisch ohnmächtig, überhört, abgehängt. Diese Diagnose stammt von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey, Soziolog:innen an der Universität Basel und Autor:innen des Buches «Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus». Was hat es mit der Zerstörungslust auf sich? Darüber sprechen Dozent Peter Streckeisen und Wissenschaftsredaktorin Regula Freuler in dieser Episode. Dabei werden folgende Bücher, Namen und Begriffe erwähnt: Carolin Amlinger, Oliver Nachtwey: Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus. Suhrkamp 2025. Horkheimer/Adorno: Die Dialektik der Aufklärung. New York Institute of Social Research 1944. Erhältlich im S. Fischer Verlag, Zusammenfassung z.B. bei getabstract. Pierre Bourdieus soziologische Studie über den Neoliberalismus in Frankreich «Das Elend der Welt», erschienen 1993 im Original «La misère du monde», ist als Interviewband konzipiert. Rund 30 Wissenschaftler:innen haben daran mitgearbeitet. Auf Deutsch gibt es eine gekürzte Studienausgabe bei UTB. Arlie Russel Hochschild ist emeritierte Professorin für Soziologie an der University of California in Berkeley. Sie schrieb unter anderem das Buch «Fremd in ihrem Land. Eine Reise ins Herz der amerikanischen Rechten», auf Deutsch 2017 im Campus-Verlag erschienen. Workfare: ein arbeitsmarktpolitisches Konzept, das in den 1990er-Jahren in den USA entstand und bei dem staatliche Sozialleistungen an eine Arbeitsverpflichtung gekoppelt sind.

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  • #28
    Oct 2, 2025 · 37 min

    okaj – 100 Jahre Kinder- und Jugendförderung im Kanton Zürich

    Happy Birthday! Diesmal haben wir ein Geburtstagskind zu Gast – oder zumindest jemanden in dessen Vertretung, nämlich Livia Lustenberger, die Geschäftsführerin von okaj Zürich. Der Kantonale Dachverband der Offenen verbandlichen und kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit feiert heuer sein 100-jähriges Bestehen. Die beiden Hosts, Martin Biebricher und Menno Labruyère, verbindet vieles mit okaj: Martin ist neben seiner Aufgabe als Co-Studiengangleiter Bachelor an der ZHAW Soziale Arbeit auch Vorstandsmitglied von okaj Zürich, und Menno war früher Jugendarbeiter. Zu dritt schreiten sie durch die Geschichte der Kinder- und Jugendförderung, beginnend mit dem sich hartnäckig haltenden Mythos der «schrecklichen» Jugend, der fast so alt ist wie die Menschheit. Sie sprechen über die Schwierigkeit von Jugendlichen heute, etwas Eigenes zu finden, das noch nicht von den Eltern gekapert worden ist, seien das Räume oder Lebensstile. Es geht um politische Perspektiven, Herausforderungen der Profession und vor allem um den individuellen Blick und die Wertschätzung dieser schwierigen, aber auch sehr schönen Phase des Lebens. Das merkt man auch daran, dass die Hosts einiges aus ihrer eigenen Jugend erzählen. Links: www.okaj.ch www.linkedin.com/company/okaj-zuerich   www.instagram.com/okaj_zuerich Quellen: OKJBericht2022A4DEFweb.pdf PlakatPsychischeGesundheitOKJA.pdf Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören? Dann abonniert diesen Podcast – und am besten auch gleich unseren Newsletter. Wir freuen uns übrigens immer über Feedback und Anregungen für weitere Episoden. Merci und viel Spass beim Hören. 

  • #27
    Sep 9, 2025 · 40 min

    Warum Soziologie politisch ist – und darum wichtig für die Soziale Arbeit

    «Soziologie ist ein Kampfsport», beschrieb der Soziologe Pierre Bourdieu einmal sein Selbstverständnis als Wissenschaftler. Was er damit meinte: Mit ihr werden vorherrschende Meinungen hinterfragt, wird Stellung bezogen, es findet Einmischung in Debatten statt. Und wie sehen das Peter Streckeisen und Garabet Gül, die an der ZHAW Soziale Arbeit die Studierenden in Soziologie unterrichten? Ihr Gespräch klingt weniger nach einer Kampfansage als nach einer leidenschaftlichen Einladung in ein Fach, das Sozialarbeitenden viel nützen kann. Wie das geht: Soziologie untersucht, wie soziale Probleme entstanden sind, welche die Soziale Arbeit lösen will. Oder sie dient Sozialarbeitenden als kritischer Spiegel zum Nachdenken über die eigene Praxis. Diese Episode haben wir anlässlich des Semesterstarts aufgezeichnet. Aber auch Fortgeschrittene dürften hier einige Anregungen finden. Welchen Stellenwert hat Soziologie in eurem (beruflichen) Alltag? Schreibt es in die Kommentare. In dieser Episode erwähnt: Kathrin Aghamiri, Anja Reinecke-Terner, Rebekka Streck & Ursula Unterkofler (Hg.). 2018. Doing Social Work. Ethnografische Forschung als Theoriebildung. Verlag Barbara Budrich Friederike Alm, Aranka Benazha, Vicente Pons Marti & Markus Rudolfi. Was ist eigentlich Public Sociology? Talk Social Science to Me (11.02.2022). Podcast mit Stephan Lessenich Ulrich Bröckling, Susanne Krasmann & Thomas Lemke. 2024. Glossar der Gegenwart 2.0. Suhrkamp Verlag. Pierre Carles. 2008. Soziologie ist ein Kampfsport: Pierre Bourdieu im Porträt. Suhrkamp Verlag. DVD-Video & Booklet. Stefan Lessenich. 2008. Die Neuerfindung des Sozialen: der Sozialstaatz im flexiblen Kapitalismus. Verlag Transcript. Dorothy E. Smith & Alison Griffith. 2022. Simply Instititional Ethnography: Creating a Sociology for People. University of Toronto Press. Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören? Dann abonniert diesen Podcast – und am besten auch gleich unseren Newsletter. Merci und viel Spass beim Hören.

  • #26
    Aug 28, 2025 · 16 min

    Mandat, das

    In dieser Folge sind Co-Bachelorstudiengangleiter Martin Biebricher und Host Menno Labruyère wieder einmal im Lateinischen unterwegs und werden dabei philosophisch. Diesmal geht es um den Begriff «Mandat, das», ein in der Sozialen Arbeit sehr häufig verwendeter Ausdruck. In «Mandat» stecken gleich zwei lateinische Wörter: «manus» (die Hand) und «dare» (geben). Aber: Wer gibt nun wem etwas in die Hand? Um das zu klären, macht Martin zunächst einen kurzen Exkurs zu den in der Sozialen Arbeit vielfach geläufigen Begriffen des Doppel- oder Triple-Mandats: Hilfe, Kontrolle und professionelle Ethik gelten als klassische Mandate in der Sozialen Arbeit. Dass diese Begriffe aber oft abstrakt bleiben und zu kurz greifen, wird in der dann folgenden Diskussion deutlich: Letztendlich ist die Soziale Arbeit immer bestimmt von einer Vielzahl an Mandaten, die an sie aus ganz unterschiedlichen Interessenslagen herangetragen werden. Was dies für die alltägliche Fallarbeit bedeutet, warum es dabei auch um professionelle Handlungs- und Entscheidungskompetenz geht und weshalb Soziale Arbeit manchmal mit einem Triangel in einem Symphonieorchester verglichen werden kann, erfahrt ihr in dieser Episode. Der Begriff «Mandat» war der Wunsch einer Hörerin. Hast auch du einen? Dann schreibe an kommunikation.sozialearbeit@zhaw.ch oder direkt an martin.biebricher@zhaw.ch.

  • #25
    Jul 10, 2025 · 29 min

    Herausforderung Rückfallprävention - oder: Wie begegnet man Menschen, die schwere Straftaten begingen?

    In dieser Episode vertiefen sich Host Menno Labruyère und sein Gast Klaus Mayer, Psychotherapeut und Dozent an der ZHAW, über rückfallpräventive Soziale Arbeit im Strafvollzug. Mayer erzählt von seinen Erfahrungen in der Psychiatrie und Justiz, wo er rückfallpräventive Trainingsprogramme entwickelte und was er von den Adressat:innen lernen konnte. Es geht um die Bedeutung des Verständnisses und der Empathie im Umgang mit straffälligen Personen und wie man durch persönliche Gespräche und gezielte Massnahmen Wiederholungstaten vorbeugen kann. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Verzahnung von deliktorientierter und sozialintegrativer Arbeit, um die Klient:innen dabei zu unterstützen, ihre Lebensziele zu erreichen und ein deliktfreies Leben zu führen. Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören und lesen? Wir informieren euch über News aus Forschung, Studium und Weiterbildung in unserem Newsletter – jetzt abonnieren. 

  • #22
    Jun 12, 2025 · 17 min

    Intervention, die

    Wenn er den Begriff «Intervention» hört,  gehen bei Menno Labruyère gleich die Alarmglocken an. Denn salopp übersetzt bedeutet der Begriff so viel wie: Da funkt jemand dazwischen. Aber in diesem Podcast geht es um Soziale Arbeit, und deshalb sind die Zwischentöne wichtig – es steckt nämlich viel mehr hinter dem Begriff, als es auf den ersten Blick scheint. In dieser Episode graben sich Host Menno Labruyère und «Sozipedia»-Erfinder Martin Biebricher, Co-Leiter des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit an der ZHAW, tief in den Begriff der Intervention ein. Nicht immer bedeutet Intervention, dass ein machtvoller Eingriff in die Lebenswelt der Adressat:innen Sozialer Arbeit erfolgt, sondern es geht immer auch um das Schaffen tragfähiger Angebote sowie um das gemeinsame Handeln mit den Adressat:innen. Ausserdem beleuchten Menno Labruyère und Martin Biebricher die Rolle von Macht sowie die Notwendigkeit, Interventionen so zu gestalten, dass die Selbstbestimmung der Adressat:innen respektiert und sie zur Kooperation eingeladen werden. Und was löst der Begriff «Intervention» bei euch aus? Schreibt es uns in einer Mail an kommunikation.sozialearbeit@zhaw.ch. Übrigens: Diese Episode wurde im neuen Media Lab der ZHAW im Toni-Areal aufgenommen – hört man einen Unterschied? Wir finden: definitiv!

  • #24
    May 12, 2025 · 17 min

    Geschichte der Sozialen Arbeit in der Schweiz, Folge 2

    In der zweiten Episode zur Geschichte der Sozialen Arbeit in der Schweiz im 20. Jahrhundert geht es um die Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg: Die Politisierung der Anliegen und Arbeiten auf Augenhöhe mit den Adressat:innen rücken in den Vordergrund. Diesmal diskutieren Nadja Ramsauer, Professorin für Soziale Arbeit, und Wissenschaftsredaktorin Regula Freuler über die wirtschaftliche Situation der Schweiz, den Einfluss ausländischer Arbeitskräfte auf die Sozialpolitik, die Rolle der 68er-Bewegung, und die Einführung neuer Methoden und Paradigmen ab den 1970er-Jahren. Sie beleuchten auch die Herausforderungen bei der Institutionalisierung Sozialer Arbeit und die Kontinuität alter Traditionen in ländlichen Gebieten. Warum ist es für Sozialarbeitende heute so wichtig, die Geschichte der Sozialen Arbeit zu kennen? Nadja Ramsauer nennt gute Gründe dafür – hört rein! Informationsplattformen, die in dieser Episode erwähnt werden: https://fuersorge-zwang.ch/app/ - ein Online-Bildungsmedium zur Schweizer Geschichte Nationales Forschungsprojekt «Fürsorge und Zwang – Geschichte, Gegenwart, Zukunft»

  • #23
    Apr 7, 2025 · 21 min

    Geschichte der Sozialen Arbeit in der Schweiz, Folge 1

    Diesmal geht es um die Anfänge der Sozialen Arbeit in der Schweiz. Wie haben sich diese gestaltet zu Beginn des 20. Jahrhunderts? Es geht um paternalistische Haltungen und Behörden, die moralisch rigoros unterschieden zwischen richtiger und falscher Lebensart. Gerne schickten sie die Fürsorgerinnen direkt vor dem Zmittag in die Familien, und wenn das Essen nicht pünktlich auf dem Tisch stand, wurde das als Verstoss gegen die bürgerliche Norm gewertet. Dozentin Nadja Ramsauer erzählt im Gespräch mit Regula Freuler, wie sich die Armenfürsorge anfing zu einer Profession - zunächst nur für Frauen – zu entwickeln. Und wie es trotz rigider Moralvorstellungen auch immer wieder Sozialarbeiterinnen gab, die «out of the box» dachten, zum Beispiel Mentona Moser. Erwähnte Literatur: Mentona Moser: Die weibliche Jugend der oberen Stände. Betrachtungen und Vorschläge. Zürich, Schulthess, 1903. www.geschichtedersozialensicherheit.ch Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören und lesen? Wir informieren euch über News aus Forschung, Studium und Weiterbildung in unserem Newsletter – jetzt abonnieren.

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