Skip to content
Artwork for SightCity DE

SightCity DE

SightCity

Willkommen beim SightCity Podcast - dem Podcast in deutscher Sprache zur weltgrößten Messe für Blinden- und Sehbehindertenhilfsmittel mit Fachvorträgen, Interviews und Innovationen für mehr Inklusion.

Der SightCity Podcast bringt Ihnen das Beste aus Deutschlands größter Fachmesse für Blinden- und Sehbehindertenhilfsmittel direkt zu Ihnen nach Hause oder unterwegs. Hier finden Sie hochwertige Vortragsmitschnitte von der SightCity, spannende Interviews mit Branchenexperten, Entwicklern und Anwendern sowie exklusive Einblicke in die neuesten Innovationen und Trends.

Von medizinischen Themen über Rehabilitation und Bildung bis hin zu intelligenter Mobilität und Gaming - unser Podcast deckt die gesamte Bandbreite der Hilfsmittelbranche ab. Ob Sie Betroffener, Angehöriger, Fachkraft oder einfach interessiert an inklusiven Technologien sind: Hier finden Sie wertvolle Informationen, praktische Tipps und inspirierende Geschichten.

Moderiert wird der Podcast von Dagmar Krutzki, Geschäftsführerin der SightCity, die Sie mit ihrer langjährigen Branchenerfahrung durch die verschiedenen Themen führt. Freuen Sie sich auf regelmäßige Folgen mit Vortragsmitschnitten, exklusiven Interviews und besonderen Formaten rund um die SightCity und darüber hinaus.

Bleiben Sie auf dem Laufenden über die neuesten Entwicklungen in der Hilfsmittelbranche und lassen Sie sich von den Möglichkeiten moderner Technologien begeistern!

Play
  • 21 episodes
  • Avg 42 min
  • German
Counted on this page — what you have heard stays on this device, so it is not something the list can be paged by.
  • #56
    Friday · 1 hr 15 min

    SightCity Forum 2026: „Netzwerk berufliche Teilhabe – arbeitsmarktnah und innovativ", drei Vorträge in einem Mitschnitt

    Vortrag 1: Von Screenreadern zu smarter Unterstützung (00:00:30)Ein Jahr nach ihrem Vortrag zur digitalen Barrierefreiheit stellen sich die beiden Referenten die Anschlussfrage: Hat KI das Thema erledigt? Vorgestellt wird zunächst, was die einjährige Grundreha überhaupt vermittelt: Brailleschrift, Screenreader-Bedienung (in dem Fall JAWS), Zehnfingerschreiben, Office-Anwendungen, LPF (lebenspraktische Fähigkeiten), Orientierung und Mobilität sowie berufliche Schlüsselqualifikationen. Zielgruppe sind Berufstätige, die nach Erkrankung oder Unfall zurückkehren, sowie Menschen vor einer Umschulung.KI als Querschnittsthema in der Grundreha (00:07:15)Offiziell steht KI in Lehrplan und Verfahrensanweisung noch gar nicht – genutzt wird sie trotzdem, von Ausbildenden wie Teilnehmenden, jeder nach eigenem Ermessen. Die Kernfrage: Inselthema oder Querschnittsthema? Die Grundreha ist bereits vollgepackt, und bis Teilnehmende überhaupt eine gewisse Souveränität in den Grundkompetenzen haben, vergehen drei bis sechs Monate.Wichtige Unterscheidung im Vortrag: KI auf dem Handy als privates Entertainment einerseits – KI als Werkzeug im Job andererseits. Im Beruf geht es um Datenverarbeitung, nicht um Wetterabfragen. Und: Auch die KI-Oberfläche selbst muss barrierefrei sein, sonst nützt das beste Modell nichts.Ein eigenes Kapitel ist der Datenschutz. Das BFW Halle hat dafür eine KI-Richtlinie für die ganze Firma. Im Unterricht werden zwar keine sensiblen Daten verarbeitet – aber niemand kontrolliert, was Teilnehmende privat hochladen.Vier Themenfelder: Prompting, Quellen, Datenschutz, Fehlertoleranz (00:15:55) Prompting – Je besser die KI mit Informationen gefüttert wird, desto besser das Ergebnis. Konkreter Tipp: der KI eine Rolle geben und sie ausdrücklich auffordern, kritisch zu sein. Sonst geht sie einem „um den Bart" und führt in eine Sackgasse. Quellenprüfung – Auch blinde KI-Nutzende müssen Quellen nachverfolgen und prüfen können: Gibt es das überhaupt, oder ist es aus der Luft gegriffen? Datenschutz – Nicht nur die Frage, welche Personendaten man hochlädt, sondern auch: Wo läuft die KI, in welchem Land steht der Server? Fehlertoleranz – Einschätzen können, ob das Ergebnis plausibel ist, und ein Gespür dafür entwickeln, wann die KI anfängt zu spinnen. Fazit der beiden: An der Notwendigkeit von Tastatur-, PC- und Screenreader-Beherrschung hat sich nichts geändert – die Anforderungen an die Grundkompetenzen steigen eher. Praxisbeispiele: Barrierefreies Dokument und Bewerbungstraining (00:23:43)Das erste Beispiel ist ein Eigentor mit Lerneffekt: Ein KI-Modell erzeugte aus einem nicht barrierefreien PDF ein optisch perfektes Dokument mit Überschriften – nur enthielt es beim Prüfen mit JAWS keine einzige echte Überschriftenformatierung. Erst nach einem präzisen Prompt (Überschriftenformatierung, beschriftete Tabellenkopfzeilen, definierte Listen, ARIA-Labels) kam ein wirklich screenreaderfreundliches Dokument heraus. Ohne Grundkompetenz wäre der Fehler unbemerkt geblieben.Das zweite Beispiel: Bewerbungstraining mit KI. Wer nur „ich habe mich als Sachbearbeiter beworben" eingibt, bekommt beliebige Fragen. Erst mit dem Link zur Stellenausschreibung und geschwärzten Lebenslaufdaten wird das Training realistisch. Der zweite Referent berichtet von einem Übungsgespräch mit Gemini in der Rolle einer Arbeitgeberin im öffentlichen Dienst – auf die Vorgabe „sei streng" hin bis zu Notfall- und Recovery-Szenarien, mit anschließendem Feedback: fachlich gut, aber zu ausweichend bei konkreten Beispielen.Empfohlene Werkzeuge aus dem Vortrag: Notebook LM von Google für quellenbasiertes Arbeiten (mit Quellenangabe und Sprung ins Dokument), Moodle in Verbindung mit KI für die Kurserstellung – wobei ausdrücklich nur eigene, verlässliche Quellen hochgeladen werden, sonst kommen etwa Tastenkombinationen für englische Tastatur-Layouts zurück.Wünsche zum Abschluss: KI als Querschnittsthema fest in den Reha-Verlauf einbauen, Ausbilderinnen und Ausbilder schulen – und Arbeitgeber sollten den Datenschutz nicht als pauschales Ausschlusskriterium vorwegschieben, denn es gibt DSGVO-konforme und offline laufende Modelle. Ausblick: KI-Agenten, die Aufgaben selbstständig im Namen der Nutzenden erledigen. Vortrag 2: KI als Taststock der digitalen Welt (00:39:30)Rainer Brell betreut am BFW Würzburg das Projekt NVDA nachhaltig. Er stellt das kostenlose Add-on KI-Assistent Pro vor, das man über den NVDA-Store installiert und mit einem KI-Dienst verbindet (im Beispiel Gemini per API-Schlüssel).Kurzer Marktüberblick: Gemini von Alphabet/Google, Claude von Anthropic, Copilot von Microsoft, Grok – alles US-Anbieter; in Europa Mistral aus Frankreich als derzeit DSGVO-konforme Option.[Demo] Gezeigt wird die Praxissoftware THEORG für Physiotherapie-Praxen und Masseure – in Deutschland weit verbreitet, für Screenreader aber praktisch unzugänglich: Tab und Shift-Tab bewegen nichts, die Anmeldemaske meldet nur „Eingabefeld leer". Das Add-on macht ein Foto eines Bildschirmausschnitts, schickt es an die KI und lässt sich zurückbeschreiben, was dort zu sehen ist – inklusive Hinweisen auf unterlegte Buchstaben als Shortcuts und darauf, was in welches Feld gehört. Die Live-Demo scheitert an der Internetverbindung, der Ablauf wird deshalb verbal erläutert.Wichtige Einordnung des Referenten: Das ist ein Workaround, um über eine Barriere hinwegzukommen – kein Weg, dauerhaft mit einem Programm zu arbeiten. Dafür ist die KI nicht geeignet und sollte nicht zum Einsatz kommen.Zweites Beispiel: die Beschreibung eines YouTube-Musikvideos von Udo Lindenberg, Szene für Szene, mit der Möglichkeit von Folgefragen (bis hin zum Automodell und dessen PS-Zahl). Übertragen auf den Arbeitskontext: Erklärvideos, Imagefilme, E-Learning-Inhalte. Weitere Funktionen des Add-ons: Spracheingabe zu Text, Transkription von Audio-Mitschnitten (etwa Meetings), Übersetzung, Bilderkennung und die Erklärung von PDF-Dokumenten – im Beispiel ein Organigramm der Stadt Würzburg, dessen Zuordnungen die KI sauber auflöste.Vertiefung: Podcast NVDA HAWAI („Hilfsbereite Anwender werden andere intensiv informieren") – dort ist das Add-on ausführlich in zwei Stunden vorgestellt, mit Links in den Shownotes. Vortrag 3: Orientierungs- und Mobilitätstraining (00:55:32)Jürgen Fischer ist seit gut 30 Jahren Lehrkraft am BFW Mainz, wo behinderte und nicht behinderte Menschen seit über 60 Jahren gemeinsam Ausbildungen im Gesundheitsbereich absolvieren, und führt Orientierungs- und Mobilitätstrainings durch.Drei Fachbegriffe erklärt er vorab: Leitlinie (tastbare Bodenstrukturen, auch eine Hauswand oder eine Bordsteinkante), markante Stelle (Litfaßsäule, Brunnen, Ampel mit Signalton) und innere Landkarte (mentales Bild einer räumlichen Situation).Im Interview berichtet ein blinder Auszubildender in der Physiotherapie: Mobilitätstraining gab es zu Beginn der Ausbildung und noch einmal vor dem Praktikum. Entscheidend für ihn ist die mentale Karte im Kopf – dadurch konnte er sich sicherer und selbstständiger bewegen und musste im Praktikum nicht damit beschäftigt sein, wo er hinmuss. Er nutzt eine Mischung aus Leitlinien, Gehör und taktiler Wahrnehmung über Füße und Langstock. Sein Fazit: Ohne Mobilitätstraining wäre es nicht gelaufen – im Praktikum bekam er schon in den ersten Tagen viel Lob für seine Orientierung. Herausforderungen in Kliniken und Praxen – und Fazit (01:07:59)Was den Klinikalltag für blinde Therapeutinnen und Therapeuten schwierig macht: Komplexe Raumstrukturen – gewachsene Bauten mit uneinheitlichen Anbauten, die Physiotherapie oft im Keller mit ganz anders gestalteten Gängen Wechselnde Einsatzorte – Chirurgie, Orthopädie, Gynäkologie, Ambulanz, wechselnde Behandlungskabinen und Patientenzimmer Menschen unterwegs – Personal und Patienten, wobei die Rücksichtnahme beim Therapeuten liegt, nicht bei den Patienten Bewegte Gegenstände – Visitenwagen, Hygienewagen, Lagerungsmaterial, Rollatoren stehen jeden Tag woanders Geräuschkulisse – Störgeräusche machen die akustische Orientierung unzuverlässig Zeitdruck – Zwanzig-Minuten-Takte, Gespräche mit Arzt und Pflegepersonal, gleichzeitige Patientenversorgung Gleichzeitige Kommunikation – im Kontakt bleiben, Platz machen und sich trotzdem weiter orientieren Daraus folgen die Anforderungen an das Mobilitätstraining: Strategien zur Raumerkundung liefern, den Aufbau der inneren Vorstellung unterstützen und Sicherheit für die konkreten Wege schaffen. Fazit: Orientierungs- und Mobilitätstraining ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung und Berufsausübung, fördert Selbstvertrauen und Eigenständigkeit und verbessert die berufliche Handlungskompetenz. Kontakt und Links Podcast NVDA HAWAI (Projekt NVDA nachhaltig, BFW Würzburg) BFW Mainz – integrative Ausbildungen im Gesundheitsbereich Vortragsseite: https://sightcity.net/F031006 SightCity: https://sightcity.net Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #55
    Wednesday · 29 min

    SightCity Forum 2026: Ganzheitliche Versorgungsstützpunkte & interdisziplinäre Diagnostik für Menschen mit Sinnesbehinderungen - Projekt GaVid

    Was GaVid Sinne ist und wer es fördert (00:00:00)GaVid steht für „Ganzheitliche Versorgungsstützpunkte und interdisziplinäre Diagnostik" – ausgesprochen „wie David, nur mit G". Das Projekt läuft von September 2024 bis August 2027 und wird über den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert. Der G-BA ist das Gremium aus Ärzten, Krankenhäusern, Krankenkassen und Patientenvertretungen, das unter anderem entscheidet, welche Leistungen die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen. Der Innovationsfonds fördert gezielt Projekte, die Versorgungslücken schließen und das Potenzial haben, dauerhaft Teil der Regelversorgung zu werden.Das Problem, an dem GaVid ansetzt: Sehen und Hören werden in Diagnostik und Versorgung noch immer getrennt betrachtet. Es gibt Hilfsmittel fürs Hören und Hilfsmittel fürs Sehen – aber Taubblindheit und Hörsehbehinderung sind eine Behinderung eigener Art. Betroffene müssen beides selbst zusammenbringen. Dazu fehlt es an fachlichen Ressourcen, vor allem am Wissen und Können in der Kommunikation mit Menschen mit Beeinträchtigung beider Fernsinne.Die Versorgungslücke: fehlende Diagnostik und Anlaufstellen (00:04:18)Viele Menschen mit komplexen Behinderungen sind noch nie auf Sehen oder Hören untersucht worden. Ohne Diagnostik können Hilfsmittel nicht adäquat verschrieben oder angepasst werden. Es fehlen zudem klare Anlaufstellen, die Orientierung im Medizinsystem geben und systematisch aufklären: Arztbriefe listen ICD-10-Codes und medizinische Begriffe, aber was das für das Leben bedeutet, bleibt oft offen. Medizin und Pädagogik müssen enger verzahnt werden.Projektpartner, Stützpunkte und wissenschaftliche Begleitung (00:05:42)Facheinrichtungen und Universitätskliniken haben sich zusammengeschlossen: Facheinrichtungen: Deutsches Taubblindenwerk (Konsortialführung), Blindeninstitutsstiftung, Nikolauspflege Kliniken: Medizinische Hochschule Hannover, Charité Berlin, Universitätskliniken Würzburg und Tübingen Standorte der Diagnostik- und Versorgungsstützpunkte (DVSP): Hannover, Berlin, Würzburg, Stuttgart Die Stützpunkte sind den Facheinrichtungen zugeordnet und arbeiten unter ärztlicher Verantwortung der jeweiligen Universitätsklinik. Interdisziplinäre Teams führen Vorbefunde zusammen und bereiten Klinik-Termine vor – das nimmt Patientinnen und Patienten Ängste und macht die Termine effizienter.Weitere Partner: die AOK Baden-Württemberg (Modelle für den Übergang in die Regelversorgung), die DAK-Gesundheit, der Selbsthilfeverband Verein Leben mit Usher-Syndrom e. V.; in Planung Kooperationen mit dem Oberlinhaus Potsdam und der Stiftung Sankt Franziskus Heiligenbronn. Ein Projektbeirat aus Selbsthilfe, Pädagogik, Krankenkassen, Eingliederungshilfe und Wissenschaft begleitet das Projekt. Die Evaluation übernimmt das Institut für Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung des Universitätsklinikums Freiburg.Für wen GaVid Sinne da ist (00:10:00)Für alle Altersgruppen – vom Baby bis zum Senior – mit Hörsehbehinderung, Taubblindheit oder entsprechendem Verdacht: also auch, wenn bei bestehender Sehbehinderung das Hören schlechter wird, bei Gehörlosigkeit das Sehen nachlässt oder beides altersbedingt abnimmt. Besonders relevant für Menschen, deren Seh- und Hörvermögen wegen weiterer Beeinträchtigungen nie oder nur unzureichend untersucht wurde – oft aus kommunikativen Gründen.Die Rahmenbedingungen: kein festes Einzugsgebiet (Patienten wählen den Standort selbst), keine ärztliche Überweisung nötig, das Angebot ist kostenfrei. Einzige Voraussetzung ist eine gesetzliche Krankenversicherung.Drei Fallbeispiele (00:12:37) Ein Schüler mit komplexer Behinderung und bestehender Sehbeeinträchtigung zeigt vermehrt autoaggressives Verhalten und reagiert oft nicht auf Ansprache – liegt zusätzlich eine Hörbeeinträchtigung vor? Eine Realschülerin trägt seit Jahren Hörgeräte, stößt sich neuerdings an Türrahmen und Möbeln und kann dem Volleyball nicht mehr folgen – steckt hinter dem Rückzug mehr als die Hörstörung? Eine Erwachsene mit Usher-Syndrom Typ 2 hat gute Ärzte für CI-, Hörgeräteversorgung und Erblindungsprozess, schafft aber die Koordination der vielen Arzttermine nicht mehr. Der Ablauf: von der Anmeldung bis zur Fallbesprechung (00:14:27) Kontakt telefonisch oder per E-Mail (Kontaktdaten auf dem Flyer und auf www.gavid-sinne.de) Erstgespräch telefonisch, digital oder in Präsenz – Anliegen, Fragestellung und Bedarf klären Anmeldeunterlagen plus Informationen zur Evaluationsstudie (Fragebogen vor Beginn und sechs Monate nach der Behandlung; eine zufällig ausgewählte Kontrollgruppe startet erst nach dem zweiten Erhebungszeitpunkt) Gespräch zur Erfassung des Teilhabebedarfs anhand eines am ICF Core Set für Taubblindheit erstellten Fragebogens Wöchentliche interdisziplinäre Fallbesprechung mit den Ärztinnen und Ärzten der örtlichen Augen- und HNO-Klinik – hier wird entschieden, ob es zuerst an den Stützpunkt oder direkt in die Klinik geht. Weil die Unikliniken Projektpartner sind, stehen für GaVid-Patienten zusätzliche zeitliche Ressourcen und damit kürzere Wartezeiten zur Verfügung. Untersuchung am Stützpunkt – immer zwei Mitarbeiterinnen gemeinsam für Sehen und Hören, unter Berücksichtigung der Beeinträchtigung des jeweils anderen Sinnes und der vorhandenen Kommunikationsmöglichkeiten Rückkopplung der Ergebnisse an Patientinnen, Angehörige und Bezugspersonen – und damit beginnt der Kreislauf erneut Eingebettet ist das Ganze in ein Netzwerk aus Beratungsstellen, Hilfsmittelanbietern, Selbsthilfegruppen und Assistenzdiensten. Warum GaVid Sinne wichtig ist (00:20:50)Die Diagnose ist die Grundlage für passgenaue Versorgung und angemessene Förder- und Unterstützungsangebote. Eine an den alltagsrelevanten Auswirkungen orientierte Diagnostik hilft, Verhaltensweisen besser zu verstehen und Fehlinterpretationen von Verhalten zu vermeiden – und kann das Energie- und Belastungsniveau stabilisieren. Auch für Menschen mit bereits bestehenden Diagnosen bietet GaVid Orientierung im Medizinsystem und nimmt sich Zeit, die Bedeutung und Auswirkung von Befunden zu erklären. Gerade bei progredienten Verläufen sind regelmäßige Kontrollen der Seh- und Hörfähigkeit nötig, um Hilfsmittel laufend anzupassen.Hinweis: Zum Zeitpunkt des Vortrags konnten noch bis Ende September Patientinnen und Patienten neu aufgenommen werden – kostenfrei. Fragen aus dem Publikum (00:24:35) Wartezeiten: Die Wartelisten sind sehr kurz. Nach einer Meldung erfolgt der Rückruf meist binnen weniger Tage; ein Kliniktermin dauert etwa zwei bis vier Wochen statt der sonst üblichen fünf bis sechs Monate. Privat Versicherte: Sie können nicht eingeschlossen werden, weil das Projekt über den Innovationsfonds für die gesetzliche Krankenversicherung finanziert wird. Erst wenn GaVid Sinne in die Regelversorgung überführt wird, schließen sich private Versicherer erfahrungsgemäß an. Psychosoziale Beratung: ist Teil des Angebots, im Team arbeiten auch Psychologen – gebunden an die Teilnahme am Projekt. Kontakt und Links Projekt GaVid Sinne: https://www.gavid-sinne.de Standorte: Hannover, Berlin, Würzburg, Stuttgart Vortragsseite: https://sightcity.net/F031005 SightCity: https://sightcity.net Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #54
    Tuesday · 25 min

    SightCity Forum 2026 - TINKA Taubblindeninklusion anstossen - Begleitetes Wohnen für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen in NRW

    Begrüßung und Vorstellung der DGfT (00:00:00)Die Deutsche Gesellschaft für Taubblindheit (DGfT) mit Sitz in Essen, direkt gegenüber vom Hauptbahnhof, bietet Angebote für alle Altersgruppen in Nordrhein-Westfalen an. Ziel ist immer die Verbesserung der aktiven Teilhabe und der Lebensqualität taubblinder und hörsehbehinderter Menschen.Arbeitsschwerpunkte: EUTB, Schul- und Kita-Begleitung, Peer-Akademie (00:02:38) EUTB-Beratungsstellen in Köln und Duisburg. Schul- und Kita-Begleitung: In NRW gibt es kein spezifisches Schulangebot für taubblinde Kinder, sie besuchen Schulen für Hören und Kommunikation oder Schulen für Blinde. Die DGfT stellt Kräfte für die 1:1-Begleitung im Unterricht – aktuell werden acht Kinder begleitet. Peer-Akademie handfest: Hier sind taubblinde und hörsehbehinderte Menschen beschäftigt, die andere taubblinde und hörsehbehinderte Menschen schulen und empowern. Dazu gehören die DeafBlind-Impulsveranstaltungen in Präsenz und online, bei denen Taubblinde selbst ein Thema vorstellen – etwa ein taubblinder Comiczeichner, der zeigte, wie er zeichnet, oder zuletzt das Thema KI. TINKA: Entstehung und Anerkennung als Dienst (00:05:33)Die DGfT hat 25 Mitarbeitende, acht davon im Bereich TINKA; es gibt sie seit 2014. TINKA – „Taubblinden Inklusion anstoßen" – entstand aus einer dreijährigen Start-up-Förderung der Aktion Mensch als spezifischer Dienst für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen. Inzwischen läuft es unter der Bezeichnung ABS, Unterstützung und Begleitung im Wohn- und Sozialraum – der Sache nach das bekannte ambulant begleitete Wohnen. Es ist kein Projekt mehr, sondern ein von den Landschaftsverbänden anerkannter Dienst; über sie läuft auch die Abrechnung.Was TINKA besonders macht: Kommunikation, Mobilität, Hilfsmittel (00:06:32)Der entscheidende Unterschied zu anderen Angeboten des begleiteten Wohnens: Alle Mitarbeitenden beherrschen die taubblindenspezifischen Kommunikationsformen – Lormen und taktile Gebärden – und sind mit den technischen Hilfsmitteln vertraut. Wo Erfahrung fehlt, wird sie über Fort- und Weiterbildungen vermittelt.Die Begleitung findet im eigenen Wohnumfeld statt, ein- bis zweimal pro Woche. Unterstützt wird zum Beispiel beim Verstehen der Post – aber, und das ist der Unterschied zur Taubblindenassistenz, mit pädagogischem Anspruch: Es wird nicht nur mitgeteilt, was im Brief steht, sondern beraten, aufgeklärt und darauf hingearbeitet, selbstständig weiterleben zu können. Mit den Taubblindenassistenzen wird eng und nach Aussage der Referentinnen sehr erfolgreich zusammengearbeitet.Ablauf: Antrag, Ziele, Fortschreibung (00:09:18)Zunächst wird beim Landschaftsverband ein Antrag gestellt – dabei unterstützt die DGfT. Gemeinsam mit den Klientinnen und Klienten wird festgelegt, welche Unterstützung notwendig ist und in welchem Stundenumfang. Nach Bewilligung werden die vereinbarten Ziele gemeinsam umgesetzt – ausdrücklich nicht über den Kopf der Betroffenen hinweg.Die Begleitung wird für einen bestimmten Zeitraum bewilligt, etwa zwei Jahre, danach folgt eine Fortschreibung: Welche Ziele wurden erreicht, welche sind weiterhin erforderlich? Oft werden die Anträge verlängert – etwa weil weiterhin Unterstützung beim Schriftverkehr nötig ist oder weil sich das Sehvermögen verschlechtert und neue Hilfsmittel gesucht werden müssen.Das Team der DGfT im Überblick (00:11:29)Stand Mai 2026: In der Peer-Akademie arbeiten vier taubblinde und hörsehbehinderte Menschen sowie ein gehörloser Mitarbeiter in der Verwaltung. TINKA hat acht Mitarbeitende, die EUTB zwei, die Kita- und Schulbegleitung acht plus eine pädagogische Begleitung, die Verwaltung drei – zusammen 25 Personen.Interview mit einer Klientin (00:13:04)Christina Sato, 42, in Ungarn geboren, mit 17 nach Deutschland gekommen, lebt in NRW und hat einen elfjährigen Sohn. Ihre größten Hürden: deutsche Texte lesen – sie war nicht in Deutschland zur Schule gegangen – und sich ohne Assistenz draußen zu bewegen.Vor TINKA hatte sie eine hörende Betreuungsperson, mit der sie nicht gut kommunizieren konnte: Es wurden Fehler bei Anträgen gemacht, es war „viel Chaos". TINKA erklärt ihr Texte in Leichter Sprache, mit taktilen Gebärden, Lormen oder Gebärdensprache – so weit in die Tiefe, dass sie Anträge selbst versteht. Ihr Fazit: mehr Energie und mehr Zeit für das eigene Leben. Ohne diese Unterstützung, sagt sie, könnte sie sich nicht selbstbestimmt durchs Leben bewegen.Fragen aus dem Publikum (00:18:09)Eine Mitarbeiterin eines Integrationsamts stellt die Frage, die im Raum steht: Wie kann jemand taubblind sein und trotzdem Gebärden sehen? Christina Sato erklärt, dass sich ihr Gesichtsfeld seit der Kindheit stark reduziert hat – im Dunkeln sieht sie gar nichts, Papier ist nicht mehr lesbar, Gebärden nur ganz nah.Daran schließt sich das eigentliche Thema der Fragerunde an: Restsehvermögen und Merkzeichen: Gesetzlich blind ist man bereits ab einem Sehvermögen von einem Fünfzigstel (0,02) – visuelle Wahrnehmung von Konturen oder Gebärden kann trotzdem vorhanden sein. Es gibt das Merkzeichen TBl; wer es bekommt, gehört zur Gruppe der Taubblinden. Taubblind heißt also nicht zwingend vollständig taub und vollständig blind. Fachdienste: In NRW gibt es den Integrationsfachdienst Sehen und den Integrationsfachdienst Hören – ein Integrationsfachdienst Taubblind fehlt und wird von vielen gewünscht. In Hessen ist der IFD auf Hörbehinderte spezialisiert; Fachkräfte für Blinde und Sehbehinderte werden dort seit diesem Jahr aufgebaut. Fortbildung: Angeregt wird eine Sensibilisierungs-Fortbildung für Integrationsämter. Aus dem Publikum kommt der Hinweis, dass Mitarbeitende von Integrationsämtern bereits den Grundkurs Blinden- und Sehbehindertenpädagogik in Marburg besuchen. Gesetzliche Kriterien: Ein taubblinder Berufstätiger aus NRW ergänzt die Schwellenwerte – ein Sehrest von 2 Prozent oder ein Gesichtsfeld von 5 Grad, wobei in diesem engen Winkel durchaus scharf gelesen werden kann; beim Hören gilt ein Hörrest von 20 Prozent bereits als gehörlos. Er selbst hatte bis etwa 2014/2016 Logopädie: Wer ihn sprechen hört, ahnt nicht, dass er nur noch 8 Prozent hört. Kontakt Deutsche Gesellschaft für Taubblindheit (DGfT), Essen – Standort gegenüber dem Hauptbahnhof EUTB-Beratungsstellen der DGfT: Köln und Duisburg Vortragsseite: https://sightcity.net/F031004 SightCity: https://sightcity.net Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #53
    Monday · 33 min

    SightCity Forum 2026 - Soziale Teilhabe mit Taubblindenassistenz (TBA) - von der Antragsstellung bis zur regelmäßigen Unterstützung (F031003)

    Die Beratungsstelle für Taubblindheit und Hörsehbehinderung (00:00:00)Klara Bellinger arbeitet für die Hessische Beratungsstelle für Menschen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung, ein Angebot der Deutschen Blindenstudienanstalt (blista). Die Beratungsräume liegen in Frankfurt-Sachsenhausen, beraten wird aber hessenweit und auch aufsuchend; finanziert wird die Stelle vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales. Es gibt sie seit rund 23 Jahren.Beraten wird persönlich, per E-Mail, Telefon und Videotelefonie – in Lautsprache und in Gebärdensprache, bei Bedarf mit Gebärdensprachdolmetschung. Themenschwerpunkte: Sozialrecht, Eingliederungshilfe, Schwerbehindertenausweis, Pflege und psychosoziale Beratung. Anlaufstelle ist sie für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte gleichermaßen.Was ist Assistenz – und wer ist Kostenträger? (00:03:16)Assistenz ist ein Mittel, um gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Der zuständige Kostenträger hängt vom Kontext ab: im Bereich Arbeit häufig das Integrationsamt, die Rentenversicherung oder die Arbeitsagentur; bei gesundheitlichen Terminen die Krankenkasse; im Bereich der sozialen Teilhabe in Hessen der Landeswohlfahrtsverband (LWV) als Träger der Eingliederungshilfe.Der Antrag beim LWV: Fristen und Untätigkeitsklage (00:04:15)Erster Schritt ist der Antrag – formlos möglich, sinnvoller ist aber der neunseitige Vordruck des LWV, zu dem es online auch eine Ausfüllhilfe gibt. Als Bearbeitungszeit gelten sechs Monate als legitim; in der Praxis dauert es oft länger. Nach Ablauf der sechs Monate kann man nachfragen und, wenn sich nichts bewegt, mit einer Untätigkeitsklage drohen. Bellinger betont aus 23 Jahren Beratungserfahrung: Nachhaken ist nicht nur sinnvoll, sondern notwendig – es gab Fälle, in denen allein die Bedarfsermittlung über ein Jahr auf sich warten ließ.Bedarfsermittlung, Teilhabeplan PIT und Zielvereinbarung (00:06:17)Eine mitarbeitende Person des LWV kommt zur antragstellenden Person nach Hause und erfasst gemeinsam mit ihr den Bedarf: Wo wird Unterstützung gebraucht, in welchem Ausmaß, wie ist die familiäre Situation, wie selbstständig ist die Person? Daraus entsteht der Hilfeplan – in Hessen der personenzentrierte integrierte Teilhabeplan, kurz PIT.Auf dieser Grundlage wird eine Zielvereinbarung zugesandt, die konkrete Ziele enthält (Beispiele aus dem Vortrag: „Frau M. kann ihre Einkäufe selbstständig erledigen", „Herr K. geht seinen Hobbys nach"), dazu die bewilligte Stundenzahl und den Geldbetrag. Wichtig: Gegen die Zielvereinbarung selbst ist kein Widerspruch möglich, gegen den endgültigen Bescheid schon – in der Regel innerhalb eines Monats, und ein Jahr lang, wenn im Bescheid keine Widerspruchsfrist genannt ist.Gesetzliche Grundlage: SGB IX, Paragraphen 113 und 78 (00:09:38)Bellinger liest beide Paragraphen im Wortlaut vor, weil sie überraschend verständlich formuliert sind. § 113 SGB IX regelt die Leistungen zur sozialen Teilhabe allgemein – Ziel ist eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und eine möglichst selbstbestimmte Lebensführung im eigenen Wohnraum und im Sozialraum.§ 78 SGB IX regelt die Assistenzleistungen konkret: allgemeine Erledigungen des Alltags, Haushaltsführung, Gestaltung sozialer Beziehungen, persönliche Lebensplanung, Teilhabe am gemeinschaftlichen und kulturellen Leben, Freizeitgestaltung einschließlich Sport sowie die Sicherstellung der Wirksamkeit ärztlich verordneter Leistungen – und ausdrücklich die Verständigung mit der Umwelt in diesen Bereichen. Genau dieser letzte Punkt ist für die Zielgruppe entscheidend: Assistenz darf auch dafür genutzt werden, Kommunikationsbarrieren zu bewältigen.Persönliches Budget oder Sachleistung (00:13:01)Zwei Wege, die Leistung zu erhalten: Persönliches Budget (Geldleistung nach § 29): Der LWV zahlt direkt an die antragstellende Person, die damit die Rechnungen der Assistenzkräfte begleicht. Zwei Varianten – im Arbeitgebermodell ist man selbst Arbeitgeberin, meldet die Person etwa bei der Minijob-Zentrale an und ist für die Sozialversicherung verantwortlich; im Dienstleistermodell bucht man über einen Träger, ein Unternehmen oder eine selbstständig tätige TBA. Sachleistung: Ein sozialer Träger mit eigenen Beschäftigten rechnet direkt mit dem LWV ab. Weniger Verwaltungsaufwand, aber auch weniger Einfluss darauf, wer kommt und wann. Typische Einsatzfelder von Assistenz im Alltag: Unterstützung beim Einkauf, Freizeit- und Sportaktivitäten, kulturelle Aktivitäten, administrative Angelegenheiten wie Post, Formulare und Telefonate, Begleitung zu Terminen – und dabei häufig die Unterstützung der Kommunikation.Voraussetzungen, Taubblindengeld und Qualifikation (00:16:33)Die Eingliederungshilfe ist einkommens- und vermögensabhängig: Die Vermögensfreigrenze liegt aktuell bei rund 70.000 Euro, die Einkommensgrenze je nach Erwerbssituation ungefähr zwischen 1.700 und 2.300 Euro netto monatlich. Sie ist außerdem nachrangig – in der Regel muss zuerst ein Antrag auf Pflegeleistungen gestellt und eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst durchgeführt werden. Und der Anspruch besteht nur, wenn tatsächlich ein Teilhabebedarf vorliegt, nicht per se.In Hessen gibt es zusätzlich das Taubblindengeld von rund 1.500 Euro. Der LWV rechnet davon üblicherweise 30 Prozent – etwa 500 Euro – auf die Assistenzleistungen an. Das steht so nirgendwo im Gesetz, ist aber gängige Praxis; gegen eine höhere Anrechnung kann man vorgehen, und meistens wird das akzeptiert.Zur Qualifikation: Die berufsbegleitende Weiterbildung zur Taubblindenassistenz dauert ein Jahr und wird an vier Standorten angeboten – Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg und NRW. Vermittelt werden taubblindenspezifische Kenntnisse, Kommunikationsformen, Führtechniken, rechtliche und medizinische Aspekte sowie das Assistenz-Selbstverständnis.Der bundesweite TBA-Verband führt eine nach Bundesländern gegliederte Liste. In Hessen sind dort nur sechs TBA gelistet – in NRW und Baden-Württemberg deutlich mehr. Die Beratungsstelle vermittelt auch Kontakte zwischen Assistenzsuchenden und Assistenzkräften. Daneben gibt es Sehbehinderten- bzw. Hörsehbehindertenassistenzkräfte mit anderer Qualifikation, die meist eher lautsprachlich arbeiten, während TBA häufig gebärdenkompetent sind. Der DBSV führt dazu eine bundesweite Liste (Suchbegriff: „DBSV Liste Hörsehbehindertenassistenz").Aus der Praxis und Fragen aus dem Publikum (00:22:59)Zwei Veranstaltungsbeispiele der Beratungsstelle: ein Trommelkurs im Oktober mit Franco Kratzenstein, der selbst taubblind ist und die über Vibration arbeitenden Trommeln selbst gebaut hat – rund zehn Teilnehmende, viele mit Taubblindenassistenz, die das Erklärte gebärdensprachlich weitergab. Und eine Naturführung an der Nidda in Frankfurt im Frühjahr mit den Wildnisbotinnen, bei der Pflanzen erfühlt und gerochen und ein Modell eines Eisvogels ertastet wurde.Aus der Fragerunde: Kostengünstige Rechtsberatung: Eine Beraterin der EUTB empfiehlt eine Mitgliedschaft beim Blinden- und Sehbehindertenbund oder bei PRO RETINA, um die sehr kostengünstige Rechtsberatung und Rechtsvertretung der rbm (Rechte behinderter Menschen) in Anspruch nehmen zu können. Eigenbeteiligung: Ein Beitrag ergänzt, dass bei einem verlorenen Verfahren eine Eigenbeteiligung anfällt – nach seiner Einschätzung unter 300 Euro – und dass auch eine Rechtsschutzversicherung den Zugang zur Vertretung eröffnen kann, ohne Verbandsmitgliedschaft. Rechtsschutzversicherung und Behinderung: Auf die Frage, ob man beim Abschluss eine Hörsehbehinderung angeben muss, lautet die Antwort: nein – entscheidend ist nur, dass die Vertretung vor dem Sozialgericht im Vertrag enthalten ist. Arbeitsassistenz: Ein Beitrag schildert, wie lange die Bewilligung einer Arbeitsassistenz über das Integrationsamt dauert und welche kommunikativen Probleme im Arbeitsleben dadurch entstehen. Klara Bellinger bestätigt, dass die langen Bearbeitungszeiten bundesland- und kostenträgerunabhängig ein Problem sind. Kontakt Hessische Beratungsstelle für Menschen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung: tbl-beratung@blista.de blista – Deutsche Blindenstudienanstalt e. V.: https://www.blista.de Instagram: blista campus Vortragsseite: https://sightcity.net/F031003 SightCity: https://sightcity.net Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #52
    August 20 · 32 min

    SightCity Forum 2026 - Ersetzt Artificial Intelligence (AI) alle Hilfsmittel? (F031002)

    KI drängt in unser Leben (00:00:00)Jede Google-Abfrage, jede Wortvorhersage in WhatsApp, jede Suchmaschinenanfrage ist heute KI-gestützt – man muss sie aktiv abschalten, wenn man sie nicht will. Auf der Messe prallen nach Schrages Beobachtung zwei Welten aufeinander: der klassische Ersatz verlorener Sehleistung durch taktile und audiovisuelle Hilfsmittel und die vollständige Verbalisierung der Umwelt durch Artificial Intelligence. Seine Leitfrage: Werden wir in 20 Jahren noch eine SightCity brauchen, oder sitzen wir alle allein vor unseren Computern?Ersatz ausgefallener Körperfunktionen: direkte und indirekte Kopplung (00:02:42)Der medizinische Weg ist die direkte Ankopplung an den Körper – die Prothese nutzt denselben neuronalen Pfad. Beispiel: das Argus II, bei dem ein Elektroden-Array auf der Netzhaut die Nerven direkt elektrisch anspricht. Ein zerebrales Implantat wurde fünfmal implantiert; alle fünf Patienten starben langfristig an einer Enzephalitis – Proof of Principle, aber keine gute Idee. Der Hilfsmittelweg ist die indirekte Kopplung: vom Sehen auf Audio oder auf Taktiles umsteigen. Das muss adaptiert und gelernt werden, ein langer und zum Teil schmerzhafter Prozess. Neu hinzugekommen ist die AI-gestützte Bild-, Personen-, Text- und Kontexterkennung – für Schrage deshalb besonders spannend, weil daraus für viele Patienten unmittelbar eine Versorgung entsteht.Erwähnte App: Microsoft Seeing AI – kostenfrei, mit Audiodeskription von Situationen und Bildern, Geldschein-Erkennung und Textvorlesefunktion.Hilfsmittel heute: Orientierung, Körperpflege, Ernährung (00:05:14)Ein Durchgang durch das reale Sortiment: Langstock, Taststock und Stützstock, Armbinden und Plaketten, reflektierende Klickbänder. Dosierhilfen für Shampoo und Flüssigseife, sprechende Personenwaage, sprechendes Fieberthermometer, Bügel- und Ärmelbügelhilfe, Wäschefaltbrett und das sprechende Farberkennungsgerät Colorino. In der Küche: sprechende Küchenwaage, Messlöffel-Set, akustische Füllstandsanzeige, Handfolienschneider, Kontrastschälchen, sichere Schneidbretter – und der Zwiebelhalter, den Schrage als „albern" bezeichnet und trotzdem für ein wertvolles Gerät hält, weil man beim Schälen sonst leicht abrutscht.Texterkennung, Bild- und Farberkennung – und das Ende des Papiers (00:07:22)Handleuchtlupen, Standlupen, Lupenleuchten, Teleskope, Einschlaglupen, elektronische Lupen, Bildschirmlesegeräte und Vorlesegeräte, dazu Schreib- und Unterschriftsschablonen, Linienpapier und Stifte in unterschiedlicher Dicke. Schrages These: Weil sich die gesamte Schriftkommunikation ins Digitale verlagert, entfällt langfristig mehr als die Hälfte dieser Geräte. Die digitale Unterschrift hat für blinde und sehbehinderte Menschen sogar einen eigenen Wert – man muss sich beim Schreiben nicht mehr exponieren.Erwähnte App: Be My Eyes – hilft in Situationen, in denen man sich verlaufen hat, über das Smartphone schnell wieder Orientierung zu finden.Mobilität: Der Traum vom selbstfahrenden Auto (00:09:13)Schrages großer Traum: dass ein blinder oder sehbehinderter Mensch selbstständig sagen kann „ich möchte von A nach B", sich ein selbstfahrendes Auto holt, aussteigt und angekommen ist – wie jeder andere auch. Dazu sprechende und taktile Uhren, Vibrationsuhr, Timer mit Piepton. Für den Nahverkehr die App Abfahrt, die ansagt, welcher Zug oder Bus in der Nähe gerade losfährt und wie man dorthin kommt. Google Maps hat brauchbare Sprachausgaben, ist aber nach Schrages Einschätzung weniger sensitiv als Komoot. Beim Neubau seiner Klinik ist die Wegeführung vom Eingang bis zur Behandlung ein großes Thema – Leittechnik und Bodenleitsysteme.Was Hilfsmittel können, was KI nicht kann – und umgekehrt (00:10:59)Der Langstock bleibt: Er erkennt akut kleine Bodenwellen und Hindernisse, die auf keiner Karte der Welt verzeichnet sind, und verhindert Stürze. Reflektoren und Warnmittel, die den Mitmenschen signalisieren, dass hier jemand nicht gut sieht, bleiben ebenso entscheidend – wie auch Faltbügel, Dosierspender, Handarbeit und der Füllstandsanzeiger, denn den Finger in kochende Flüssigkeit zu halten ist keine gute Idee. Umgekehrt kann KI vorlesen, Kontext erkennen und Kontext ergänzen.Die Grenzen: Bei Stromausfall oder ohne Internet ist man abgehängt. Auf dem Land funktioniert das Hilfsmittel plötzlich nicht mehr. Man braucht ein tragfähiges GPS-Signal – ein anderes System gibt es dafür bislang nicht. In Gebäuden hilft nur RFID-Technik und Gebäudeleittechnik.Neue Abhängigkeiten: Datenschutz und Privatsphäre (00:13:49)Wer diese Software nutzt, erlaubt den Herstellern tiefe Einblicke in sein Leben. Schrage verweist auf die Diskussion um OrCam, bei der die Daten auf israelische Server gingen und das Leben der Nutzenden faktisch mitgeschnitten wurde.Aus dem Publikum und von der Moderation kommen mehrere Beiträge: Der Preis der Nutzung ist derzeit die Aufgabe sämtlicher Privatsphäre. Wer sich einen Arztbrief oder einen Befund vorlesen lässt, gibt ihn an den Anbieter weiter. Gefordert werden Wahlmöglichkeit und privatsphärefreundliche Alternativen. Ein Mitglied im Fachausschuss Informationstechnologie des DBSV berichtet von einem Papier zu KI und verweist auf die Entwicklung Richtung Edge – einfache Verarbeitung auf dem eigenen Gerät statt in der Cloud. Zentrale Forderung: ein spezieller Datenschutz für behinderte Menschen, weil sie sich anhand ihrer Daten besonders leicht wiedererkennen lassen. Ein Beitrag fordert, dass man bei ChatGPT und Google Gemini kontrollieren und selbstständig löschen können muss, welche Daten gespeichert sind. Schrage weist auf die Widerspruchsfrist bei Meta hin (31.05. des Jahres) und darauf, dass sich das entsprechende Formular gut versteckt findet. Als datenschutzfreundliche Alternative wird Foxy Vision von Hy-Tech genannt, das ohne Internetverbindung arbeitet. Schrages historische Einordnung: So sei es mit neuen Technologien immer gegangen – die ersten Autos dachten, sie hätten Vorfahrt vor jeder Kutsche, bis man sich auf Verkehrsregeln geeinigt hat. Wir sind Teil dieses Aushandlungsprozesses. Zukunftsvision und Diskussion (00:19:16)Schrages Vision für die nächsten 20 Jahre: eigenständige Mobilität durch autonomes Fahren im Individualverkehr, KI-gestützte Arbeitsassistenz statt flächendeckender persönlicher Assistenz und dadurch mehr Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt.Ausgewählte Fragen und Beiträge aus dem Publikum: Gefahr der Vereinsamung: Wenn alles allein und mit KI funktioniert, geht die gemeinsame Lösungssuche verloren. Schrage empfiehlt dazu die Erzählung „The Machine Stops" von E. M. Forster, die den plötzlichen Abbruch eines internetartigen Systems beschreibt. Meta-Brille und Datenlöschung: Muss man das Unternehmen in den USA direkt und auf Englisch anschreiben? Schrage verweist auf das Widerspruchsformular bei WhatsApp und Instagram. Berufsbilder: Welches Berufsbild würde man einem 20-jährigen Patienten heute raten? Schrage verweist auf die Berufsbildungs- und Berufsförderungswerke – mahnt aber an, dass sich die Berufsbilder gerade wieder verändern. Von Besenbinder, Bürstenmacher und Korbflechter ging es über Brailleschrift und Assistenz ins Büromanagement, und genau dieser Bereich wird jetzt durch Artificial Intelligence streitig gemacht. Gegenposition: Ein Beitrag fordert das Gegenteil – möglichst viel KI nutzen und Daten einbringen, weil behinderte Menschen in den Weltmodellen sonst gar nicht vorkommen. Als Beispiel wird genannt, dass ChatGPT sich geweigert habe, ein Bild einer Person zu erzeugen, die beim Lesen ganz nah herangeht. Flankierend brauche es Sanktionen bei Missbrauch, ähnlich wie beim Vaterschaftstest im genetischen Bereich. Vermittelnde Position: Modelle sollen den Fakt „jemand ist behindert" lernen, aber nicht auf das Individuum heruntergebrochen werden – anonyme Daten statt persönlich identifizierender Merkmale. Abfrage im Raum: Fast alle Anwesenden besitzen und nutzen ein Smartphone. Niemand hält es für möglich, mit KI auf den Blindenlangstock zu verzichten. Auch die Brailleschrift, so das Fazit, wird nicht verschwinden. Kontakt und Links Vortragsseite: https://sightcity.net/F031002 SightCity: https://sightcity.net Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #51
    June 30 · 29 min

    SightCity Ausstellervortrag 2026: feelSpace naviGürtel® – Orientierung spüren und sicher unterwegs sein (O033022)

    Ausstellervortrag feelSpace | SightCity 2026 | 29. Mai 2026Susan Wache präsentiert den feelSpace-Navigürtel und erklärt, wie er blinden und sehbehinderten Menschen mehr Orientierungssicherheit im Alltag gibt. Einführung: Der feelSpace-NavigürtelDer feelSpace-Navigürtel ist ein schwarzer Gürtel mit 15 Vibrationselementen, die sich ringsum am Bauch verteilen. Eines davon vibriert immer – und zeigt damit kontinuierlich die aktuelle Richtungsinformation an. Bedient wird der Gürtel über ein Kästchen auf der Bauchmitte. Kompassfunktion: Orientierung im AlltagDie Grundfunktion des Gürtels ist der Kompassmodus: Die Vibration zeigt konstant nach Norden. Das gibt beim Gehen auf bekannten Wegen einen stabilen Referenzpunkt. Wer weiß, dass es auf dem Heimweg immer rechts vibrieren soll, merkt sofort, wenn man vom Weg abgekommen ist – auch ohne darüber nachzudenken. Forschungsstudien zeigen, dass das dauerhafte Tragen des Gürtels langfristig das Orientierungsgefühl verbessert. Geradeausfunktion: Sicher unterwegs seinDurch Doppelklick auf die Kompasstaste aktiviert man die Geradeausfunktion: Das Vibrationssignal liegt dann genau auf der Bauchmitte und zeigt an, dass man geradeaus läuft. Dreht man sich versehentlich, wandert das Signal sofort zur Seite. Diese Funktion hilft besonders beim Überqueren von Straßen und Plätzen sowie beim Orientieren auf dem Bahnsteig – um nicht unbeabsichtigt in Richtung Gleiskante zu driften.Bei Hindernissen auf dem Gehweg (Baustellen, E-Scooter, Straßencafés) ermöglicht der Kompassmodus das Wiederaufnehmen der ursprünglichen Laufrichtung nach dem Umgehungsmanöver – ohne langwieriges Neuausrichten. Navigation zu unbekannten Orten mit der AppFür unbekannte Ziele lässt sich der Gürtel per Bluetooth mit der kostenlosen feelSpace-App (iOS und Android) verbinden. Die App navigiert auf Basis von Apple-Karten oder OpenStreetMap. Die Vibration zeigt dabei nicht mehr nach Norden, sondern in Richtung des eingegebenen Ziels – als kontinuierliches, intuitives Signal. Im Vergleich zu reinen Sprachnavigations-Apps hat man so die ganze Zeit eine körperliche Rückmeldung, ob man noch in der richtigen Richtung läuft.Die App bietet außerdem eine Sprachausgabe (optional), ist mit VoiceOver und TalkBack kompatibel und wurde zuletzt durch ein größeres Update barrierefreundlicher gestaltet. Luftliniennavigation & FavoritenFür Orte ohne eingezeichnete Wege (z. B. Supermarktparkplatz, großer Platz) gibt es die Luftliniennavigation: Das Vibrationssignal zeigt direkt auf das Ziel, nicht entlang von Straßen. Beliebige Orte können als Favoriten gespeichert werden – auch punktgenau, z. B. der Seiteneingang eines Gebäudes.Siri-Kurzbefehle: Die App lässt sich direkt per Siri steuern, ohne das Handy herauszuholen. Beispiel: „Hey Siri – feelSpace: Gürtelnavi" und dann die Zieladresse ansagen. Für Favoriten können individuelle Siri-Kurzbefehle hinterlegt werden (z. B. „Sonntagsspaziergang" für die Lieblingspark-Bank). Für wen ist der Navigürtel geeignet?Der Gürtel hilft besonders Menschen, die nicht mehr wahrnehmen, in welche Richtung sie gehen – also bei hochgradiger Sehbehinderung oder Blindheit. Besonders profitieren auch Menschen mit zusätzlicher Höreinschränkung, da der Gürtel keine Ohren beansprucht. Generell gilt: Sobald man das Drehen des eigenen Körpers nicht mehr visuell kontrollieren kann, kann der Navigürtel eine große Hilfe sein. Demo-Gerät, Ausprobieren & KrankenkasseDemo-Gerät: feelSpace schickt ein Leihgerät nach telefonischer Einweisung kostenlos für eine Woche nach Hause. Eine Leih-Vereinbarung wird gemeinsam ausgefüllt.Krankenkasse: Der Gürtel kostet 3.900 € und wird von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel vollständig übernommen. Voraussetzung: Ein Mobilitätstraining mit dem Langstock muss stattgefunden haben. feelSpace übernimmt den gesamten Antragsprozess und hilft bei einem eventuellen Widerspruch. Für Nicht-Blinde reicht ein Rezept vom Augenarzt; gesetzlich Blinde benötigen ein Rezept vom Hausarzt (Musterrezept wird von feelSpace bereitgestellt).Möglich ist auch ein Erprobungstraining mit einem Reha-Lehrer oder einer Reha-Lehrerin, das ebenfalls bei der Krankenkasse beantragt werden kann.Größen: XS, S, M, L; auf Anfrage auch XXS (Kindergröße) und XL als Sonderanfertigung. Der Gürtel ist dehnbar.Akku: Lädt per USB-C in 2–3 Stunden, hält bis zu 12 Stunden. Ladestand ohne App prüfbar: Taste drücken, Signal wandert ringsum – ganz herum = voll, halb herum = halb voll. Weiteres Sortiment bei feelSpace Voxy Vision: Vorlesegerät – umgerüstetes Smartphone mit Ständer, liest alles darunter vor. Mit KI-Funktionen: Handschrifterkennung, Übersetzung, Zusammenfassung. Kostenlose Testausleihe für eine Woche möglich. OrCam: Mobile Kamera an der Brille zum Vorlesen. Ebenfalls im Sortiment und ausleihbar. Langstockhandschuh: Handschuh für den Langstockgriff, ermöglicht normales Stockgefühl auch im Winter. Preis: 59 €. Mobilitätstraining-Beratung: feelSpace vermittelt Reha-Lehrer und stellt Anträge für Mobilitätstraining – auch ohne Hilfsmittel. Kontakt feelSpace: E-Mail: info@feelspace.de Website: www.feelspace.de Vortrag & weitere Informationen: https://sightcity.net/O033022 Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #50
    June 30 · 42 min

    SightCity Ausstellervortrag 2026: Ein Jahr BFSG – digitale Leseangebote des dzb lesen (O033022)

    1 Jahr BFSG: Digitale Leseangebote des dzb lesen Ausstellervortrag auf der SightCity 2026 | 29. Mai 2026 00:00:28 – Begrüßung und ProgrammvorschauJana Lorenz (Kommunikation & Marketing, dzb lesen) begrüßt die Teilnehmenden und stellt das Programm vor: drei Vorträge mit je eigenem Fragenfenster, moderiert als digitale Veranstaltung im Rahmen der SightCity 2026. 00:03:28 – Prof. Dr. Thomas Kahlisch: dzb lesen im WandelProf. Dr. Thomas Kahlisch, Direktor des dzb lesen, gibt einen Überblick über die Institution: Gegründet 1894 als Deutsche Zentralbücherei für Blinde in Leipzig 2019 umbenannt in „Deutsches Zentrum für barrierefreies Lesen" Zielgruppen: blinde, sehbehinderte und lesebehinderte Menschen Angebote: Brailleschriften, Großdruckwerke, Musiknoten in Braille, Relief-Darstellungen, DAISY-Hörbücher auf CD und digital, BRL-Dateien, barrierefreie E-Books Kahlisch beschreibt die Vernetzung im Medibus-Verbund (Mediengemeinschaft für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen), die Zusammenarbeit mit dem DAISY-Konsortium, der IFLA sowie dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Letztere Kooperation entstand im Zusammenhang mit dem European Accessibility Act, der 2019 als Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Deutschland umgesetzt wurde und vor einem Jahr in Kraft trat.Ausblick auf Zukunftsthemen: stärkere digitale Textangebote, mehr Barrierefreiheit im Sach- und Fachbuchbereich, das iBraille-Format (Brailleschrift im E-Book-Format für Braillezeilen), das Lehrprojekt Do-it (barrierefreie Lehrvideos zur Braillenotenschrift). 00:14:32 – Nina-Kathrin Behr: Digitale Ausleihe – Chancen und AngeboteNina-Kathrin Behr, Fachgruppenleiterin der Bibliothek am dzb lesen, stellt die drei digitalen Medienformate im Detail vor:DAISY-Hörbücher Bestand: fast 70.000 Titel (eigene Produktion + Medibus-Partner + kommerzielle Übernahmen). Nutzung per Download oder Streaming: am DAISY-Leser, am Computer, über das Katalogprogramm BIBU, die dzb lesen App oder den Alexa-Skill.BRL-Dateien Druckdateien der Braillebücher für komfortables Lesen auf der Braillezeile – kein schwerer Koffer mehr nötig. Binnen eines Jahres wurden über 2.000 Titel in den Bestand übernommen. Download über Online-Katalog, BIBU und App.Barrierefreie E-Books Derzeit knapp 100 Titel. Entstehen auf Basis kommerzieller EPUBs, sind aber umfassend barrierefrei aufbereitet (semantische Auszeichnung, 200 %-Vergrößerung, Navigation, Tabellenbeschreibungen etc.). Empfohlene Lese-App: EasyReader-App der Firma Dolphin (kostenlos). Lesetipp: „Das Lichtspiel" von Daniel Kehlmann.App-Neuerungen Themenabos (ab Herbst 2026): Vorausgewählte Hörbuch-Themengebiete (z. B. Herzgeschichten, Krimis) direkt in der App abonnieren Sehr einfache Bedienoberfläche (gemeinsam mit Medibus-Bibliotheken): Nur Start/Stopp – immer 5 Titel entliehen, läuft automatisch durch CD-Versand bleibt so lange wie möglich erhalten; dzb lesen unterstützt beim digitalen Umstieg.Kontakt Bibliothek: bibliothek@dzb-lesen.de 00:26:55 – Liane Völlger: dzb lesen App & Team LouisLiane Völlger stellt die dzb lesen App (kostenlos, iOS & Android, Anmeldung mit Nachweis) vor: Inhalte: Hörbücher, Hörfilme, BRL-Dateien, barrierefreie E-Books Normaler Modus: voller Funktionsumfang (Vorspulen, Rückspulen, Navigation, Schlafmodus, Lesezeichen) Sehr einfacher Modus (neu): Nur Titel + Play/Pause-Button; Bücher laufen automatisch durch – ideal für Menschen, die Schwierigkeiten mit der Katalogauswahl haben Team Louis – Technische Beratung Erreichbar bei allen technischen Fragen rund um Medien und Geräte (PC, DAISY-Player, Milestone u. v. m.): Telefon: 109 E-Mail: louis@dzb-lesen.de Veranstaltungen Team Louis: Einsteigerseminar: nächster Termin 19. August 2026 (Anmeldung per E-Mail) Stammtisch: jeden dritten Mittwoch im Monat, virtuell per Zoom oder telefonisch; nächster Termin: 17. Juni 2026 Auf der Website werden zunehmend auch Tutorials zu verschiedenen Formaten und Geräten bereitgestellt. 00:33:26 – Fragerunde & AbschlussFrage: Anmeldungsnachweis Für die Nutzung des dzb lesen ist ein Nachweis erforderlich (Sehbehinderung, Lesebehinderung, Blindheit): ärztliches Attest, Schwerbehindertenmerkzeichen oder Nachteilsausgleich-Bescheinigung. Vorteil: Mehrwertsteuerbefreiung auf Produkte (je nach Gruppe bis zu 20 %).Frage: Zukunft des Versands Noch keine endgültige Entscheidung zu Leihgeräten oder SD-Karten-Versand; andere Medibus-Bibliotheken testen bereits entsprechende Modelle. CD-Versand bleibt bestehen. Telefonbasierte Dienste (TV-/Radioprogramm-Abodienst) werden ebenfalls geprüft. Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #49
    June 30 · 59 min

    SightCity Ausstellervortrag 2026: Non-24 – Schlafrhythmusstörungen bei blinden Menschen Referent (O033011)

    Zum VortragDieser Ausstellervortrag der SightCity 2026 widmet sich einem oft übersehenen Thema: Non-24-Stunden-Schlaf-Wach-Störung, kurz Non-24 – eine schwerwiegende Schlafrhythmusstörung, die vor allem vollständig erblindete Menschen betrifft.Roland Zimmermann, Politikwissenschaftler, Dozent an der Humboldt-Universität zu Berlin und Berater für Vanda Pharmaceuticals, führt durch die Chronobiologie des Schlafs und erklärt, warum blinde Menschen besonders gefährdet sind. Warum schlafen wir?Schlaf ist kein passiver Zustand. Im Gehirn laufen während des Schlafs aktive Verarbeitungsprozesse ab: Eindrücke des Tages werden konsolidiert, das Gehirn regeneriert sich in den Tiefschlafphasen. Roland Zimmermann erklärt die Bedeutung von Schlafzyklen (ca. 90 Minuten), Tiefschlafphasen und den Schaden, den anhaltender schlechter Schlaf anrichten kann. Die innere Uhr: Melatonin & MasterclockJedes Organ des Körpers besitzt eine eigene innere Uhr. Diese richten sich nach der sogenannten Masterclock – einem Areal im Hypothalamus, dem Nucleus suprachiasmaticus. Die Masterclock synchronisiert sich täglich über Lichtsignale, die über die Augen einlaufen. Das Schlafhormon Melatonin wird ausgeschüttet, wenn es dunkel wird; sein Gegenspieler – die Wachhormone – übernehmen bei Licht.Bei vollständiger Erblindung fehlen diese Lichtsignale vollständig. Die innere Uhr läuft frei und verschiebt sich täglich leicht – in einem Rhythmus, der oft etwas länger als 24 Stunden ist. Non-24: Wenn der Schlafrhythmus nie zur Ruhe kommtNon-24 beschreibt genau diesen Zustand: Der Schlaf-Wach-Rhythmus dreht sich langsam durch den kompletten Tages-Nacht-Zyklus. Betroffene schlafen einige Wochen nachts gut, dann verschiebt sich der Rhythmus ins Frühe, dann in den Tag, dann in den Abend – und wieder von vorne. Das macht ein geregeltes Berufs- und Sozialleben nahezu unmöglich.Roland Zimmermann illustriert das mit dem Bild von Ebbe und Flut: Der Rhythmus folgt einem eigenen Takt, unabhängig von der sozialen Umwelt. Er vergleicht es auch mit einem permanenten Jetlag – nur ohne Rückkehr in die eigene Zeitzone. Häufigkeit & DiagnoseStudien schätzen, dass 25 bis 70 Prozent der vollständig erblindeten Menschen an Non-24 leiden – eine enorme Bandbreite, die auf die schwierige Datenlage hinweist. Der TK-Schlafatlas hat Non-24 als relevante Erkrankung erfasst; auch die Schlafmedizin der Uniklinik Münster hat eigene Studien durchgeführt.Zur Diagnose empfiehlt Roland Zimmermann das Führen eines Schlaftagebuchs über mehrere Wochen (ca. 56 Fragen). Ein Blutbild allein gibt keinen zuverlässigen Aufschluss. Wichtig: Die Diagnose liegt beim Arzt – in der Regel Schlafmediziner oder Neurologen. Roland Zimmermann betont, dass Non-24 behandelbar ist und ein Diagnose-Schritt erhebliche Lebensqualität zurückbringen kann. Patientenservice von Vanda PharmaceuticalsÜber die Internetseite www.non24.de bietet Vanda Pharmaceuticals einen unabhängigen Patientenservice an, der: Betroffene durch den gesamten Diagnose- und Therapieprozess begleitet Bei der Führung des Schlaftagebuchs unterstützt und dieses für den Arzt aufbereitet Auf Wunsch des Patienten Kontakt zum behandelnden Arzt aufnimmt, um diesen über Non-24 zu informieren Termine für Online- und Televorträge bereitstellt Unabhängig vom Pharmaunternehmen operiert und keinerlei Zugang zu Patientendaten hat Auf www.non24.de sind alle Informationen, das Kontaktformular und die Telefon-Hotline erreichbar – offen für Betroffene, Angehörige, Fachkräfte und alle Interessierten. Fragen aus dem PublikumFrage: Gibt es Möglichkeiten, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen? Antwort: Roland Zimmermann weist auf eine WhatsApp-Gruppe für Non-24-Betroffene hin. Als Pharma-Angehöriger darf er daran selbst nicht teilnehmen, empfiehlt aber, sich über den Patientenservice zu informieren, der von Vanda Pharmaceuticals unabhängig ist.Frage (aus dem Chat): Kann man die Website und den Patientenservice auch nutzen, wenn man selbst nicht betroffen ist? Antwort: Ja. Die Website www.non24.de und der gesamte Patientenservice sind für alle zugänglich – Betroffene, Angehörige, Fachkräfte und Institutionen, die mit blinden Menschen arbeiten. Kontakt & LinksInformationen zu Non-24, Schlaftagebuch, Patientenservice und Vortragskalender: https://www.non24.deAufzeichnung dieses Ausstellervortrags: https://sightcity.net/O033011 Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #48
    June 25 · 25 min

    SightCity Ausstellervortrag 2026: Neueste Entwicklungen bei Braille-Notetaker und Braillezeilen (O032161)

    Aussteller: IPD Infosystem Produktion und Distribution GmbH Referent: Manfred Jaklin, Geschäftsführer Veranstaltung: SightCity 2026, 28. Mai 2026 Vortrag-ID: O032161 Weitere Infos: https://sightcity.net/O032161 Hinweis zur Aufnahmequalität: Dieser Mitschnitt weist aufgrund technischer Probleme eine eingeschränkte Tonqualität auf (Echo, Hintergrundgeräusche). Manfred Jaklin hat sich dafür im Vortrag entschuldigt. Die Transkription ist entsprechend mit Einschränkungen behaftet. BrailleNote 7 (HumanWare)Die BrailleNote 7 ist der aktuelle Braille-Notetaker von HumanWare. Gegenüber den Vorgängergenerationen gibt es folgende Neuerungen:Kapazitive Braillemodule ermöglichen Fingeraktionen direkt auf den Modulen – ähnlich einem Touchscreen. Mit einem Doppelklick auf einem Modul lässt sich der Cursor an diese Position im Text ziehen. Die Module erkennen, wo der Finger ist, und erlauben es, die Braillezeile durch Wischen weiterzubewegen. Die klassischen Scrolltasten bleiben parallel erhalten, sodass wie gewohnt mit Tasten gelesen werden kann.Auf der rechten Seite gibt es ein Scrollrad, das in zwei Modi betrieben werden kann: zur Regulierung von Lautstärke oder Sprechgeschwindigkeit einerseits, sowie zur Navigation in Texten oder Menüs andererseits.Das Gehäuse hat sich verändert und orientiert sich an der Form des 32-Zellen-Geräts der 5. Generation. Es gibt nun zwei Taschenvarianten: eine für den Solo-Betrieb des 32-Zellen-Geräts ohne Zubehör, und eine zweite für den Betrieb mit Dockingstation.Die Dockingstation enthält einen zusätzlichen Akku, der die Laufzeit von 20 auf 30 Stunden erhöht. Neu und auf vielfachen Kundenwunsch hin eingeführt: An die Dockingstation lässt sich magnetisch eine QWERTY-Tastatur aufstecken, mit der das Gerät wie ein vollwertiger Computer bedient werden kann. Die Tastatur lässt sich jederzeit abnehmen.Das Gerät wird mit 32 und 40 Braillemodulen verfügbar sein. BrailleSense 7 Mini (HIMS)Der BrailleSense 7 Mini ist ein 20-Zellen-Gerät, das im Format des 32-Zellen-Geräts erscheinen wird – nicht kleiner, da die QWERTY-Tastatur-Integration ein bestimmtes Mindestformat erfordert. Geplant ist eine Markteinführung gegen Ende 2026. Focus 40 Blue – 6. Generation (Freedom Scientific / Vispero)Die 6. Generation des Focus 40 Blue bringt mehrere Änderungen:Die Wipp-/Rotationstasten der 4. und 5. Generation (mit denen die Cursorgeschwindigkeit eingestellt wurde) sind durch ein 4-Richtungs-Cursor-Kreuz ersetzt worden – oben, unten, links, rechts. Dieses kann zur Navigation im internen Menü des Geräts sowie zur Steuerung von PC oder Smartphone genutzt werden.Das Gehäuse kehrt zu Kunststoff zurück (die 5. Generation war aus Metall). Die Gummibumper an den Seiten sind dezenter gestaltet, dienen aber weiterhin als Schutz bei Stürzen. Die Brailletasten wurden verschlankt, die bisherigen Selektortasten (Auswahltasten) entfallen; stattdessen gibt es links und rechts der Leertaste zwei neue Shift-Tasten. Verbindungsoptionen entsprechen denen der 5. Generation.Ob es 14- und 80-Zellen-Varianten der 6. Generation geben wird, war zum Zeitpunkt des Vortrags noch nicht entschieden. Ally von EnvisionDie Ally-Brille von Envision (ehemals als Envision Glasses bekannt) basierte ursprünglich auf der Google Glass Enterprise Edition, deren Produktion vor ca. zwei Jahren eingestellt wurde. Envision ist seither auf der Suche nach einer neuen Hardware-Basis.IPD hat sich bewusst dagegen entschieden, reine KI-Brillen (d. h. Brillen, die Bildinhalte nur durch KI-Beschreibung zugänglich machen) zu vertreiben – wegen der Halluzinationsproblematik, die für vollblinde Menschen ein ernstes Verlässlichkeitsproblem darstellt. Die Ally-Brille setzt stattdessen auf OCR (optische Zeichenerkennung), die tatsächlich vorhandenen Text liest, statt ihn zu interpretieren. Manfred Jaklin nutzt die Brille selbst im Alltag und beschreibt sie als verlässliches Werkzeug für genau diese Anwendungsfälle.Von der aktuellen Hardware-Generation sind nur noch Restbestände verfügbar. Das Produkt ist End-of-Life; eine Nachfolgegeneration mit neuer Hardware ist in Planung, aber noch nicht angekündigt. Marktlage BraillezeilenIm Q&A gibt Manfred Jaklin einen Einblick in die Marktlage: Die Nachfrage nach 80-Zellen-Braillezeilen ist in Deutschland, England und Frankreich zu gering, um eigenständige Entwicklungen zu rechtfertigen. HumanWare hat die 80-Zellen-Linie eingestellt. Die Focus 14 Blue (5. Generation) ist noch lieferbar, wie lange ist unbekannt. Die Zukunft kleinerer Braillezeilen in der 6. Generation ist noch offen. Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #47
    June 25 · 59 min

    SightCity Ausstellervortrag 2026: Einführung in barrierefreies Programmieren mit Go (O032141)

    Aussteller: Quikstep GmbH Referent: Ralf Voßeler, Fachberater und Kursleiter, selbst blind Assistent: David Schmied Veranstaltung: SightCity 2026, 28. Mai 2026 Vortrag-ID: O032141 Website: https://www.quikstep.eu Weitere Infos: https://sightcity.net/O032141 Hintergrund: Quikstep und Ralf VoßelerDie Quikstep GmbH bietet Schulungen für Menschen mit Sehverlust oder Erblindung an, mit dem Ziel, die Teilhabe im Arbeitsleben und soziale Teilhabe zu sichern. Ralf Voßeler ist dort als Fachberater für Integration tätig und führt diese Schulungen selbst durch. Er ist blind und hat bereits seit der Zeit der Heimcomputer Erfahrung mit Programmierung.Der Vortrag ist jedoch kein Schulungsangebot im klassischen Sinne, sondern stellt ein neues Kursformat vor, das sich noch in der Planungsphase befindet: ein barrierefreier Programmierkurs in der Sprache Go, speziell für blinde und sehbehinderte Menschen. Warum programmieren?Programmieren bedeutet, Probleme selbst lösen zu können. Ralf Voßeler nennt zwei Hauptmotive: erstens das Interesse an Computern und daran zu verstehen, wie Programme funktionieren; zweitens den Wunsch nach einem ganz bestimmten Programm, das es so noch nicht gibt oder das eine Aufgabe genau so erledigt, wie man es sich vorstellt. GitHub und ähnliche Plattformen zeigen, wie viele Menschen eigene Programme veröffentlichen – und warum. Das könnte genauso für blinde oder sehbehinderte Menschen gelten. Warum Go?Go ist eine von Google entwickelte Programmiersprache, die ursprünglich für große verteilte Systeme konzipiert wurde. Für den Einstieg spricht: nur 26 Schlüsselwörter, klare und lesbare Syntax, direkt ausführbare Programme ohne aufwendige Abhängigkeiten. Ein fertiges Go-Programm kann als einzelne ausführbare Datei weitergegeben werden – keine Installation, kein Einrichten auf dem Zielrechner.Go eignet sich damit gut für niederschwellige Einstiegsprojekte: ein Vokabeltrainer, ein Zahlenratespiel, ein Sortierprogramm – alles mit einer einzigen Sprache und wenig Vorwissen umsetzbar. Wie wird programmiert? Editor und WerkzeugeStatt einer vollständigen Entwicklungsumgebung (wie Visual Studio Code oder Microsoft Visual C++) kommt im geplanten Kurs der kostenlos verfügbare Texteditor Notepad++ zum Einsatz – angepasst, sodass er für Screenreader-Nutzung optimiert ist. Mit wenigen Tastenkombinationen lässt sich ein Go-Programm übersetzen, ausführen und die Ausgabe direkt im Editor lesen. Das senkt die Einstiegshürde erheblich.Alle Programme im Kurs sind Konsolenanwendungen: Sie haben eine Eingabe und eine Ausgabe, keine grafische Oberfläche. Das ist kein Kompromiss, sondern eine bewusste Entscheidung – es geht ums Programmieren lernen, nicht ums Interface-Design. Kursaufbau (geplant)Der Kurs würde folgende Themen umfassen: Grundlagen der Computerarchitektur (kurz, kein vertieftes Wissen nötig) Grunddatentypen und Variablen Kontrollstrukturen (Bedingungen, Schleifen) Funktionen und eigene Datentypen (Structs) Daten lesen und schreiben (Dateien) Besonderheiten von Go: Nebenläufigkeit (Goroutines) und Channels Abschlussprojekte Alle Inhalte werden mit der Konsole realisiert, begleitet von kommentierten Codebeispielen und Übungen, die zu Hause nachvollzogen werden können. Zu jedem Kapitel gibt es downloadbare Unterlagen. Live-Demo: Hörbare ProgrammierungIm Vortrag führt Ralf Voßeler mehrere Go-Programme live vor – mit Sprachausgabe, die jeden Schritt kommentiert. Zu sehen und zu hören sind: Ein erstes einfaches Programm mit Textausgabe Variablen, Typen und einfache Berechnungen Schleifen und Bedingungen Funktionen und ihre Rückgabewerte Ein Sortierprogramm: eine Million Zufallszahlen werden erzeugt und sortiert – Erzeugung in ca. 14 ms, Sortierung in ca. 69 ms. Anschließend prüft das Programm, ob die Daten korrekt sortiert sind (Ergebnis: true). Ausblick auf ein Zahlenrateprogramm und das geplante Hangman-Spiel als Kursabschluss Status und KontaktDer Kurs befindet sich in der Planungsphase. Wer Interesse hat, kann sich auf der Quikstep-Website melden oder direkt per E-Mail. Sobald der Kurs angeboten wird, werden Interessierte informiert.Installationsprogramm, Demo und Kursunterlagen zum Download: https://sightcity.net/O032141 Kontakt: https://www.quikstep.eu Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #46
    June 24 · 26 min

    SightCity Ausstellervortrag 2026: Erfolgreich Studieren mit Erblindung und Sehbehinderung an der THM (O032111)

    Aussteller: THM BliZ – Beratungs- und Informationszentrum für Blinde und Sehbehinderte Studierende, Technische Hochschule Mittelhessen Referenten: Andreas Deitmer (stellvertretender BliZ-Leiter, selbst blind) und David Smida (Berater, Erasmus+) Veranstaltung: SightCity 2026, 28. Mai 2026 Vortrag-ID: O032111 Kontakt: beratung@bliz.thm.de Folien (barrierefrei): https://go.thm.de/bliz-sightcity Weitere Infos: https://sightcity.net/O032111 Die THM und das BliZDie Technische Hochschule Mittelhessen (THM) ist eine Hochschule der angewandten Wissenschaften mit Hauptcampus in Gießen sowie weiteren Standorten in Friedberg und Wetzlar. Mit rund 79 Studiengängen ist sie breit aufgestellt: Informatik (und viele Spezialisierungen wie Medizin-, Medien- und Wirtschaftsinformatik), BWL, Gesundheit, Architektur, Bauingenieurwesen, Logistik und weitere.Das BliZ besteht seit vielen Jahren und begleitet Studierende mit Sehbehinderung oder Erblindung über den gesamten Studiumszeitraum – von der ersten Beratung vor der Immatrikulation bis zur Vermittlung in Praktika und Jobs nach dem Abschluss.Ein Praxissemester ist an der THM für alle Studierende verpflichtend. Das BliZ sieht darin einen besonderen Vorteil: Arbeitgeber können Betroffene im Arbeitsalltag kennenlernen und sind danach oft bereit, sie zu übernehmen. Unterstützungsangebote des BliZDas BliZ bietet unter anderem: Studienberatung und Orientierungsgespräche bereits vor Beginn des Studiums, auch für Schülerinnen und Schüler (Schülerpraktika möglich) Unterstützung bei der Wohnungssuche in Zusammenarbeit mit dem Gießener Studierendenwerk, auch für barrierefreie Wohnungen Literaturumsetzungsdienst: ein Kollege ist ausschließlich für barrierefreie Aufbereitung von Vorlesungsskripten und Lehrmaterialien zuständig (PDF, 3D-Druck, Braillepad-Ausgabe) Hilfsmittelausleihe: Braillezeilen, Bildschirmlesegeräte und weitere Geräte können überbrückend ausgeliehen werden, solange eigene Anträge noch in Bearbeitung sind Eigene Arbeitsräume für konzentriertes Arbeiten und Klausuren Klausurenmanagement: barrierefreie Aufbereitung, Zeitverlängerung, Durchführung in den BliZ-Räumen Vernetzung mit Unternehmen und Behörden für Praktika und Berufseinstieg Beratung von Unternehmen zur Hilfsmittelausstattung und digitalen Barrierefreiheit NachteilsausgleichJede Studierende und jeder Studierende, die oder der eine gesundheitliche Einschränkung oder Schwerbehinderung nachweisen kann, hat das Recht auf einen Nachteilsausgleich. Im Hochschulbereich gibt es dabei erheblich mehr Gestaltungsspielraum als in der Schule.Möglichkeiten sind unter anderem: Zeitverlängerung bei Prüfungen, Änderung der Prüfungsform (z. B. Hausarbeit statt mündlicher Prüfung bei Hörbehinderung), Nutzung eigener Hilfsmittel, angepasste Prüfungsräume. Voraussetzung ist ein ärztliches Attest und ein entsprechender Antrag.Das BliZ empfiehlt, sich so früh wie möglich zu melden – idealerweise noch vor Beginn des Studiums, da Bewilligungsverfahren für Hilfsmittel mehrere Monate dauern können. Forschung und TechnologieDas BliZ forscht aktiv zur Unterstützung seiner Studierenden. Eigene Entwicklungen umfassen: Punktbilder-Software: Konvertiert gängige Grafiken in eine Form, die auf dem Braillepad dargestellt, in 3D gedruckt oder als Braille-Ausdruck ausgegeben werden kann. KI-Projekte: Aktuell in Entwicklung, auf dem Messestand (Stand 1.O09) vorgestellt. Das BliZ ist als inklusives Kompetenzzentrum zertifiziert, war hessenweit im Innovationsforum Barrierefreiheit aktiv und berät neben der eigenen Hochschule auch andere Hochschulen, Universitäten, Städte, Gemeinden und Industrieunternehmen zur digitalen Barrierefreiheit.Andreas Deitmer ist Lehrbeauftragter für digitale Barrierefreiheit an der Dualen Hochschule Stuttgart und promoviert an der Universität Lissabon zum Thema digitale Barrierefreiheit in multinationalen Unternehmen mit Fokus auf die Pharmaindustrie. Auslandsstudium mit DAAD-FörderungDavid Smida stellt das Auslandsstudienprogramm des BliZ vor: In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) werden Studierende mit Behinderung für Auslandssemester gefördert.Förderumfang: Monatliche Zuschüsse von 200 bis 600 Euro Bis zu 30.000 Euro pro Jahr (15.000 Euro pro Semester) für Mehrkosten durch die Behinderung Abgedeckt werden: Anreise, Reisekosten, Studienassistenz, barrierefreie Aufbereitung von Lehrmaterialien, assistive Hilfsmittel, barrierefreie Wohnungen Das BliZ begleitet Studierende persönlich – David Smida reist selbst mit Betroffenen an Partnerhochschulen (u. a. Brasilien, Estland, Lissabon), um die Bedingungen vor Ort zu prüfen und den Start zu erleichtern. Vorbereitungsreisen zur Hochschulauswahl sind ebenfalls möglich. Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #45
    June 24 · 36 min

    SightCity Ausstellervortrag 2026: Nutzen und Funktionen von Apple Intelligence (O032061)

    Aussteller: Papenmeier GmbH & Co. KG Referent: Karl Matthias Schäfer, IT-Trainer, selbst blind Veranstaltung: SightCity 2026, 29. Mai 2026 Vortrag-ID: O032061 Handout: k.schaefer@papenmeier.de Weitere Infos: https://sightcity.net/O032061Hinweis: Dieser Vortrag wurde zweimal gehalten. Veröffentlicht wird der Mitschnitt vom zweiten Tag. Hintergrund: Apple Intelligence und iOS 27Als der Vortrag eingereicht wurde, war noch erwartet worden, dass iOS 26 bereits den neuen Sprachassistenten mitbringt. Das hat sich nicht bewahrheitet. Stattdessen wird iOS 27 – erwartet ab September 2026 – die entscheidenden Schritte bringen. Am 8. Juni 2026 beginnt die Worldwide Developers Conference (WWDC), auf der iOS 27 und die neue KI vorgestellt werden. Danach folgt die Betaphase.Apple plant außerdem, von ChatGPT auf Google Gemini umzusteigen – in einer speziell für Apple entwickelten Version, bei der möglichst viele Berechnungen direkt auf dem Gerät stattfinden, ohne Server zu verlassen. GerätevoraussetzungenApple Intelligence funktioniert ab iPhone 15 Pro (und 15 Pro Max), da dafür leistungsfähigere Chips notwendig sind. Ab iPhone 16 – einschließlich der SE-Variante – ist die volle Unterstützung gegeben. Die gesamte 17er-Reihe unterstützt alle Funktionen. Auch aktuelle iPads (einschließlich iPad mini der neuesten Generation) sind kompatibel. Ältere Geräte (iPhone 12/13) können einzelne Live-Erkennungsfunktionen eingeschränkt nutzen, da die Rechenleistung nicht ausreicht. ChatGPT-Integration und DatenschutzIn den Einstellungen unter Apple Intelligence findet sich ein Button für ChatGPT. Ist dieser aktiviert, kann der Sprachassistent ("Iris" im Vortrag genannt) bei Anfragen, die das Gerät nicht lokal beantworten kann, auf ChatGPT zurückgreifen. Dabei wird explizit gefragt, ob ChatGPT genutzt werden darf – die Daten verlassen dann den europäischen Datenschutzbereich. Für den normalen Alltagsgebrauch reicht die kostenlose ChatGPT-Version aus. Bildbeschreibungen und FotobibliothekDie bisherigen Bildbeschreibungen auf dem iPhone sind im Vergleich zu Apps wie Seeing AI oder BeMyEyes noch weniger detailliert. Das soll sich mit iOS 27 deutlich verbessern. Bereits jetzt lässt sich die Fotobibliothek per natürlicher Sprache durchsuchen: "Zeige mir alle Bilder mit Hunden" funktioniert direkt über Apple Intelligence. Live-Erkennung (VoiceOver-Rotor)Die Live-Erkennung lässt sich über den VoiceOver-Rotor aktivieren (Einstellungen > Bedienungshilfen > Rotorfunktion). Verfügbare Modi: Text: Liest jeden Text vor, der vor die Kamera kommt – praktisch zum Sortieren von Post. Türen: Erkennt Türen, nennt Entfernung, Griffart (Klinke/Knauf), ob offen oder geschlossen, und liest Türschilder vor. Szenen: Beschreibt Gegenstände im Kamerabild (Stuhl, Tisch, Pflanze, Kopfhörer usw.). Möbel: Erkennt Sitzmöbel und ob sie frei sind. Personen: Nennt Anzahl und Entfernung von Personen im Bild. Zeigen und Sprechen: Der Zeigefinger in der Kamera markiert Bereiche, deren Text vorgelesen wird – nützlich etwa bei Spülmaschinenknöpfen oder Schildern. Visual Intelligence (ab iPhone 15 Pro)Über die belegbare Action-Taste (früher Kippschalter für Stummschaltung) lässt sich Visual Intelligence direkt aufrufen. Die Kamera ist dann aktiv, ein Foto kann gemacht und entweder per Texteingabe oder über den Sprachassistenten beschrieben und befragt werden.Praxisbeispiele aus dem Vortrag: Die Kamera erkannte von der Festung Würzburg aus die Stadt und konnte auf Nachfrage Informationen liefern. In Hamburg wurde der Michel automatisch identifiziert und auf Folgefragen detailliert beantwortet – eine selbst zusammengestellte Stadtführung per Kamera. SchreibtoolsDie Schreibtools sind nach Einschätzung des Referenten eine der wichtigsten Apple-Intelligence-Funktionen für blinde und sehbehinderte Menschen. Sie sind überall dort verfügbar, wo ein Schreibfeld existiert – in Notizen, Pages, Word und anderen Apps.Bedienung über VoiceOver: Rotor auf "Bearbeiten" drehen, Text markieren ("Alles markieren"), dann zu "Schreibtools" wischen und doppeltippen.Verfügbare Funktionen (Auswahl): Korrigieren: Fehlerhafte Texte werden automatisch bereinigt – unabhängig davon, ob sie diktiert, getippt, per Bluetooth-Tastatur oder Braille-Eingabe entstanden sind. Umschreiben: Ton und Stil eines Textes anpassen (freundlicher, formeller, prägnanter). Zusammenfassen: Längere Texte auf das Wesentliche kürzen. Verfassen: Auf Basis eines Stichpunkts oder Prompts einen neuen Text erstellen lassen. BildgenerierungMit der App Image Playground lassen sich KI-generierte Bilder erstellen, die auf eigenen Fotos basieren. Der Referent nennt als Beispiel: Foto von sich selbst hochgeladen, Prompt "Diese Person krault einen Tiger hinter den Ohren" – das Ergebnis war ein illustrationsartiges Dschungelbild. Einsatzmöglichkeit für blinde Menschen: eigene Bilder für Präsentationen erstellen, ohne auf Bildrechte Dritter angewiesen zu sein. Wichtig: Ergebnis immer von einer sehenden Person kontrollieren lassen. Ausgewählte Fragen aus dem Publikum Funktionieren die Schreibtools auch auf dem iPad? (Ja, besonders komfortabel mit physischer Tastatur) Wo genau findet man Schreibtools in Word auf dem iPad? (Rotor auf "Bearbeiten", dann zu Schreibtools wischen) Gelten die Live-Erkennungsfunktionen auch für das iPhone 17 (nicht Pro)? (Ja, ab iPhone 16 auch für alle Nicht-Pro-Geräte) Funktioniert das auf dem iPad mini der neuesten Generation? (Ja) Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #44
    June 24 · 50 min

    SightCity Ausstellervortrag 2026: MyWay Pro: App-Vorstellung (O032031)

    Aussteller: Schweizerischer Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV) Referenten: Matthias Wüst und Yannick Grüfenacht, Technologie- und Innovationsteam SBV Veranstaltung: SightCity 2026, 28. Mai 2026 Vortrag-ID: O032031 Kontakt: matthias.wuest@sbv-fsa.ch Weitere Infos: https://sightcity.net/O032031 Was ist MyWay Pro?MyWay Pro ist eine Navigations-App des Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverbands, entwickelt für blinde und sehbehinderte Menschen, die sich selbstständig im öffentlichen Raum bewegen möchten. Die App ist vergleichbar mit Google Maps oder Komoot – aber von Grund auf für Screenreader-Nutzung und sprachgesteuerte Bedienung konzipiert.Die App steht für iOS und Android zur Verfügung und kann im App Store oder Play Store heruntergeladen werden. RoutenplanungMyWay Pro bietet zwei Arten von Routen: Automatisch generierte Routen werden anhand einer Start- und Zieladresse berechnet, basierend auf Apple Karten. Das Ergebnis ist eine Liste von Navigationspunkten mit Distanz, Himmelsrichtung und einem Wegbeschrieb für jeden Abschnitt – ähnlich einem Navigationsgerät, das schrittweise Instruktionen gibt. Eigene Routen können Nutzende selbst erstellen, indem sie einen Weg einmalig vor Ort abgehen und dabei Wegpunkte mit individuellen Beschreibungen setzen. Eigene Routen lassen sich speichern, bearbeiten, favorisieren und mit anderen teilen. Auch automatisch generierte Routen können als persönliche Route gespeichert und verfeinert werden – etwa durch Hinzufügen von Orientierungsmerkmalen wie einem Geländer oder einem zu umgehenden Hindernis. Externe Routen stellt der SBV für die Schweiz zur Verfügung: speziell aufbereitete Wanderwege und Stadtführungen mit sehr genauen Wegbeschrieben, zum Teil ergänzt durch Beacons – Bluetooth-Geräte, die an bestimmten Punkten zusätzliche akustische Informationen liefern. Live-NavigationWährend der Navigation zeigt MyWay Pro eine Liste der Wegpunkte mit Distanz zum Ziel und Anzahl der verbleibenden Punkte. Der aktuelle Punkt wird hervorgehoben und per Text-to-Speech wiederholt ausgegeben – zeitgesteuert oder distanzbasiert. Das Smartphone kann dabei in der Tasche bleiben; die App wechselt automatisch zum nächsten Punkt, sobald man nah genug herangekommen ist.Wichtig: MyWay Pro ist keine metergenau geführte Navigation. Es geht um grobe Wegführung zwischen größeren Distanzen – nicht um Objekterkennung auf dem Gehweg. Für Menschen mit Restsehvermögen steht zusätzlich eine Kartenansicht zur Verfügung. Umschau-ModusDer Umschau-Modus zeigt interessante Orte in der Nähe des aktuellen Standorts – sortiert nach Kategorien wie Cafés, Geschäfte oder öffentliche Einrichtungen. Grundlage sind OpenStreetMap-Daten. Zu jedem Ort gibt es Informationen über Entfernung, Richtung, Öffnungszeiten und weitere verfügbare Details. Von dort aus kann direkt eine Navigation gestartet werden. Preise und ZugangMyWay Pro ist kostenpflichtig, aber moderat bepreist: Monatlich: 1 CHF / 1 EUR Jährlich: 10 EUR Einmalig (lebenslang): 30 EUR Der erste Monat ist kostenlos Für besonders engagierte Nutzende besteht die Möglichkeit, Teil der SBV-Testgruppe zu werden: früherer Zugang zu Testversionen, direkter Austausch mit dem Entwicklerteam über eine Chatgruppe. Interessierte können sich direkt beim SBV melden. Roadmap und geplante FeaturesAktuell präsentiert wird Version 2.0 auf iOS mit überarbeitetem UI, das die Einstiegshürde senken soll. Bis Ende 2026 soll auf Basis des Feedbacks weiter verfeinert werden.Für 2027 geplante Features (Ideen, noch nicht bestätigt): Anreicherung automatisch generierter Routen mit OpenStreetMap-Daten (z. B. Zebrastreifen, Points of Interest) Kameraintegration zum Auffinden von Eingängen am Zielort Anzeige von Navigationsdaten auf dem Sperrbildschirm und der Apple Watch MyWay Community: Plattform zum Teilen von Routen zwischen Nutzenden Ausgewählte Fragen aus dem Publikum Wie genau ist die GPS-Navigation von MyWay? (Nicht metergenau; grobe Wegführung zwischen Punkten – bewusst so designt) Ist ein GPX-Import möglich? (Grundsätzlich ja, wenn das Format bekannt ist; Komoot-Routen z. B. könnten integriert werden) Gibt es eine Routenoption für den sichersten statt kürzesten Weg? (In Planung als Einstellung für automatisch generierte Routen) Ist OsmAnd als Referenz bekannt? (Dem Team nicht bekannt; wird geprüft) Kann MyWay mit anderen Objekterkennungssystemen kombiniert werden? (Denkbar und wird als Zukunftsidee mitgenommen) Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #43
    June 23 · 48 min

    SightCity Ausstellervortrag 2026: JAWS und KI: Was kommt als nächstes für barrierefreie Technologie? (O032012)

    Aussteller: Freedom Scientific / Vispero Referentin: Roxana Fischer, Product Manager Blind and Low Vision Technology Veranstaltung: SightCity 2026, 28. Mai 2026 Vortrag-ID: O032012 Weitere Infos: https://sightcity.net/O032012 Was heute schon in JAWS stecktDie KI-Integration in JAWS ist keine Zukunftsvision mehr – sie ist bereits im Einsatz. Roxana Fischer gibt einen Überblick über die bestehenden Funktionen: KI-Bildbeschreibung: Nicht barrierefreie Bilder werden durch KI beschrieben; Nutzende können Folgefragen stellen, z. B. zu Diagramminhalten. AI Labeler: Elemente, die zwar Fokus erhalten, aber keine Bezeichnung oder Statusinformation haben, werden durch KI für den Screenreader lesbar gemacht. JAWS Companion: Ein KI-Assistent, der in natürlicher Sprache bei JAWS-Einstellungen, Tastenkombinationen und der Bedienung von Office-Anwendungen hilft. Page Explorer: Beim Öffnen einer Website erhalten Nutzende automatisch einen strukturierten Überblick über Inhalt, Funktionen und Navigationsmöglichkeiten. Das nächste große Thema: Aktionen ausführenBisher hat JAWS vor allem Informationen zugänglich gemacht. Der nächste Schritt ist die Ausführung von Aktionen – genau dort, wo digitale Barrieren bislang unüberwindbar scheinen.Das konkrete Problem: Viele Websites und Anwendungen sind nicht ausreichend barrierefrei entwickelt – nicht weil die Firmen es nicht wollen, sondern weil die visuelle Oberfläche oft Priorität hat. Screenreader-Nutzende stoßen dann an Grenzen: schlecht beschriftete Formularfelder, fehlerhafte Date-Picker, Elemente ohne Statusangaben.Der JAWS AI Agent setzt genau hier an. Er analysiert sowohl die Barrierefreiheitsinformationen als auch das visuelle Bild der Seite, versteht die Absicht des Nutzers und führt die notwendigen Schritte aus – mit kontinuierlichem Sprach-Feedback zu jedem einzelnen Schritt. Wie der Agent funktioniertDer Nutzer gibt seinen Wunsch entweder per Sprache oder Tastatureingabe ein. Der Agent interpretiert die Absicht, analysiert den aktuellen Bildschirmzustand und führt die Aktion schrittweise aus – mit laufender Rückmeldung darüber, was gerade passiert.Jederzeit kann der Nutzer mit Escape abbrechen. Die bis dahin ausgeführten Schritte bleiben erhalten; der Nutzer kann von dort selbst übernehmen oder den Auftrag neu definieren. Der Agent läuft ausschließlich auf expliziten Wunsch des Nutzers – keine automatische Hintergrundanalyse. Live-Demo: TischreservierungDie Demo zeigt den Agenten beim Abschluss einer Tischreservierung auf einer Website mit schlecht zugänglichem Date-Picker. Der Agent navigiert eigenständig, wählt Datum, Uhrzeit und Personenzahl aus und liest die Zusammenfassung nochmals vor – bevor er auf Bestätigung des Nutzers wartet und erst dann absendet. Vertrauen, Sicherheit und Phishing-SchutzEin zentrales Thema des Vortrags ist die Frage, wie viel Kontrolle der Agent übernehmen darf. Freedom Scientific hat hier bewusst restriktiv designt: In Bereichen, in denen Täuschung oder rechtliche Risiken erkennbar sind – etwa auf Phishing-Websites – verweigert der Agent die Ausführung und erklärt warum. Ist das Risiko geringer, warnt er und fragt nach. Kann der Nutzer die Kontrolle dennoch übernehmen wollen, übergibt der Agent zurück an JAWS.Auf die häufig gestellte Frage nach Halluzinationsrisiken antwortet das Team mit einem schrittweisen Bestätigungsprinzip: Jede wichtige Aktion wird vor der Ausführung nochmals vorgelesen und vom Nutzer bestätigt. Warum der Screenreader bleibtRoxana Fischer legt ausdrücklich dar, warum JAWS und der KI-Agent keine Konkurrenten sind, sondern Ergänzungen: Für präzise, bekannte Aufgaben (z. B. Tastenkombinationen) ist der Screenreader schneller und zuverlässiger. KI-Modelle haben eine höhere Informationsdichte als natürlichsprachliche Agenten – der Screenreader liefert mehr Information in kürzerer Zeit. Für kritische Aufgaben, bei denen keine KI im Spiel sein soll, bleibt JAWS die direkte Steuerzentrale. Verfügbarkeit und VersionenDer JAWS AI Agent wird mit der Version JAWS 2027 veröffentlicht und schrittweise ausgerollt. Für Europa ist ein Release voraussichtlich ab Oktober 2026, möglicherweise Anfang 2027. Die Funktion steht sowohl für die Professional- als auch für die Home-Version zur Verfügung, allerdings mit unterschiedlichen Nutzungskontingenten. Ältere Versionen (JAWS 2025, 2026) erhalten kein Update.In der ersten Version wird der Agent als Online-Lösung verfügbar sein. Eine lokale bzw. selbst gehostete Variante für den Business-Einsatz ist in Planung, jedoch nicht für die Erstveröffentlichung vorgesehen. Ausgewählte Fragen aus dem Publikum Läuft der Agent lokal oder online? (Online in Version 1; lokale Lösung für Business in Planung) Für welche JAWS-Versionen ist der Agent verfügbar? (Professional und Home, ab JAWS 2027) Wie wird mit Halluzinationen umgegangen? (Schrittweises Bestätigungsprinzip) Wie sicher sind sensible Daten wie Kreditkarteninformationen? (Keine eigene Speicherung; Passwortmanager-Integration in Prüfung) Ist der Agent in einer Server-Client-Konfiguration nutzbar? (Aktuell noch nicht; JAWS kommuniziert mit Vispero-Server) Welche KI-Modelle werden eingesetzt? (Anthropic und OpenAI werden evaluiert; Entscheidung nach Performance) Gibt es Preisinformationen? (Noch in Abstimmung mit Partnern, keine Angaben möglich) Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #42
    June 23 · 42 min

    SightCity Ausstellervortrag 2026: Ein Tap genügt – wie SenseTAP Informationen hörbar macht (O032011)

    Aussteller: NFC21 GmbH, Mülheim an der Ruhr Referent: Tarek Moussa, Gründer und Geschäftsführer Veranstaltung: SightCity 2026, 28. Mai 2026 Vortrag-ID: O032011 Kontakt: kontakt@sensetab.de Weitere Infos: https://sightcity.net/o032011 Über NFC21 und SenseTABDie NFC21 GmbH beschäftigt sich seit 15 Jahren mit NFC-Technologie und entwickelt neben klassischen NFC-Produkten gezielt Lösungen mit sozialem Mehrwert. Dazu gehören unter anderem ein digitaler SOS-Check für herzkranke Kinder sowie eine barrierefreie digitale Speisekarte, die gemeinsam mit dem Blinden- und Sehbehindertenverein Mülheim entwickelt wurde.SenseTAB ist das jüngste Produkt dieser Reihe. Der Anstoß kam von Kundenanfragen: Menschen, die NFC nutzen wollten, um ganz konkrete Alltagsprobleme zu lösen. Das ProblemWer sehbehindert oder blind ist, steht vor alltäglichen Fragen, die für Sehende trivial wirken: Welche Farbe hat dieses T-Shirt? Halte ich Zucker oder Salz in der Hand? Welches Medikament ist das – und ist es das für heute? Ist das der Mietvertrag oder meine Versicherungspolice?Besonders für Menschen, die erst im Laufe des Lebens erblinden, kommt hinzu: Sie erlernen häufig keine Brailleschrift mehr und sind auf digitale Alternativen angewiesen, um ihren Alltag selbstständig zu meistern. Die Lösung: SenseTABSenseTAB besteht aus zwei Komponenten: einem NFC-Sticker, der auf einen beliebigen Gegenstand geklebt wird, und einer Smartphone-App, die per einfachem Antippen des Stickers die hinterlegte Beschreibung vorliest.Das Besondere: Die Sticker sind haptisch erkennbar – das SenseTAB-Logo hat eine tastbare Erhebung, sodass Nutzende die Scanposition ertasten können. Kein Kamera-Einrichten wie bei QR-Codes – nur Telefon dranhalten, fertig.Je nach Einsatzbereich gibt es unterschiedliche Sticker-Varianten: waschfest für Kleidung, stabile Varianten für Küche und Haushalt, und größere Formate bis hin zu Türschildgröße. 3-Schritte-Prinzip: SenseTAB-Sticker auf den Gegenstand kleben In der App eine Beschreibung für diesen Sticker hinterlegen (Titel, Beschreibung, optional Mindesthaltbarkeitsdatum) Gegenstand antippen – App liest die Information vor Das ÖkosystemSenseTAB besteht aus drei Komponenten: NFC-Produkte: Sticker in verschiedenen Ausführungen, optimiert für unterschiedliche Einsatzzwecke, ca. 1 Euro pro Stück (Einmalkauf) App (iOS und Android): Kostenlos bis 25 verwaltete Gegenstände; darüber hinaus 5,90 Euro pro Monat für unbegrenzte Tags. Launch in 6–8 Wochen nach dem Vortrag geplant. Webportal: Für Institutionen wie Seniorenheime oder Unternehmen, damit Personal die Beschriftung von Gegenständen zentral und ohne App-Bedienung verwalten kann. Datenschutz und FernbetreuungIm Vortrag wurde gezielt auf Datenschutzfragen eingegangen: Die Informationen liegen auf NFC21-Servern und werden lokal in der App verarbeitet. Die Texte gehören den Nutzenden und werden nur für die Funktion der App verwendet. Eine Fernbetreuungsfunktion ist geplant: Angehörige oder Betreuer sollen über das Webportal die Beschreibungen eines NFC-Tags für eine andere Person einrichten und aktualisieren können. ZielgruppePrimäre Zielgruppe sind blinde und sehbehinderte Menschen. Darüber hinaus adressiert SenseTAB Angehörige und pflegende Personen im sozialen Umfeld sowie Einrichtungen wie Seniorenheime und soziale Organisationen. PilotphaseNFC21 verschickt kostenlose Test-Kits mit 5 Stickern. Die Testphase ist zeitlich unbegrenzt. Interessierte können sich per E-Mail melden: kontakt@sensetab.de Ausgewählte Fragen aus dem Publikum Datenspeicherung: Wo liegen die Daten, wer hat Zugriff? Fernbetreuung: Kann ich als Angehöriger Tags für eine andere Person einrichten? Gebäudeorientierung: Ist SenseTAB für Türschilder und Raumorientierung geeignet? Mehrsprachigkeit: Ist die App auch in anderen Sprachen verfügbar? (Aktuell Deutsch und Englisch; weitere Sprachen in Planung) Starterkit: Wie sind die verschiedenen Sticker-Typen im Lieferumfang identifizierbar? Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #41
    June 22 · 36 min

    SightCity Ausstellervortrag 2026: BRAILLEX Flow+ 40 und darüber hinaus: Einblicke und Austausch (O031141)

    Karl Matthias Schäfer, IT-Trainer bei Papenmeier RehaTechnik und Moderator des Reha-Stammtisch-Podcasts, präsentiert die neue Braillezeile BRAILLEX Flow+, das Nachfolgegerät der BRAILLEX Live. Die 40-Zellen-Zeile verfügt als Besonderheit über eine integrierte Braille-Tastatur (Perkins-Tastatur mit 8 Braillepunkten) und hat dadurch ihren Namen bekommen. Dieser Vortrag stammt aus der ersten Aufnahme vom 27.05.2026; veröffentlicht wird die bessere Aufnahme. Physischer Aufbau: Die Rückseite und linke Seite des Geräts sind leer; der frühere separate Akkuschalter der BRAILLEX Live entfällt. Auf der rechten Seite befinden sich von oben nach unten ein Kensington Lock zum Arretieren am Schreibtisch, ein USB-C-Anschluss (per neuem Standard vorgeschrieben) und ein Einschaltknopf, der zwei Sekunden gehalten wird. Der integrierte Akku hält bis zu 20 Stunden; bei USB-Verbindung bezieht die Zeile Strom vom Computer. Verbindungsmöglichkeiten: eine USB-C-Verbindung und zwei Bluetooth-Geräte gleichzeitig. Vorderseite: Die für Papenmeier typische Navigationsleiste ist leicht nach oben gebogen worden für bessere Ergonomie. Sie hat in jede Richtung zwei Druckstufen, wobei die zweite Ebene durch gleichzeitiges Halten einer Routing-Taste erreicht wird. Über der Navigationsleiste befinden sich drei Tasten: links und rechts je eine Funktionstaste, in der Mitte eine Leertaste (statt der zwei Leertasten der BRAILLEX Live 40). Darüber die 40 Braillemodule, wahlweise konvex oder plan, mit Routing-Tasten darüber. Links und rechts der Braillemodule befinden sich je drei Funktionstasten (T1–T3 links, T4–T6 rechts), damit sechs statt früher vier. Über dem Plateau liegt die Brailletastatur (Perkins-Tastatur). Internes Menü: Erreichbar über Leertaste + Punkt 7 + Punkt 8. Derzeit enthält es Verbindungsauswahl (BT1/BT2/USB), Uhrzeit und ein Einstellungsmenü. Akkuanzeige und weitere Funktionen kommen noch. Gerätewechsel ist auch über die beiden Funktionstasten über der Navigationsleiste + Punkte 7 und 8 möglich.Interner Editor: Erreichbar über die beiden äußeren Funktionstasten + alle 8 Braillepunkte. Unterstützt das Erstellen und Öffnen von TXT-Dateien, Textmarkierung mit Strg+T, Kopieren (Strg+C), Ausschneiden (Strg+V), Speichern (Strg+S), neue Datei (Strg+N), Öffnen (Strg+O). Dateien können per Netzlaufwerk zwischen PC und Zeile ausgetauscht werden. RTF-, PDF- und Word-Dateien werden derzeit nicht unterstützt; ob das künftig kommt, hängt von Krankenkassenfinanzierungsanforderungen ab. Ein Kalender ist für spätere Firmware-Versionen geplant. Der Editor ermöglicht vollständig offline-fähige Nutzung als Notizgerät.Screenreader-Unterstützung: Mit Apple-Geräten (iPhone, iPad, Mac) und Android-Geräten verbindbar. Unter VoiceOver können alle Tastenkombinationen individuell angepasst werden; rund 80 Befehle sind noch nicht belegt und frei belegbar. Für Mac-Nutzer können fertige Konfigurationsdateien per E-Mail zugeschickt und importiert werden. NVDA-Unterstützung ist in Entwicklung; eigene Tastenbefehle können hinzugefügt werden.JAWS-Treiber mit Tastenfunktionssystem T1–T6: In dem implementierten System sind die sechs Einzeltasten T1–T6 und ihre Kombinationen untereinander sowie mit der Navigationsleiste belegt. Beispiele: T1 = Sprachausgabe an/aus; T2 = Textattribute und Markierungen; T3 = Braille-Einstellungen (6-Punkt, 8-Punkt, Kurzschrift, Zeilenmodus, strukturierter Modus); T5 = Arbeitsmodi (PC-Modus, Navigationsmodus, kombinierter Modus). T1+T4 = alles lesen; T1+T5 = lesen ab Cursor; T1+T6 = Dialogbox lesen; T1+Navigationsleiste = Lautstärke und Geschwindigkeit von JAWS regeln; T2+T6 = Statuszellen ein/aus; T3+T4 = Tastaturhilfe; T3+T5 = bildschirmabhängige Hilfe; T3+Navigationsleiste = Fenstertitel, Statusleiste, Fensterliste, Infoleiste. PC-Tastenfunktionen: T1+T3 = Umschalt+Tab; T4+T6 = Tab; T1+T3+T4+T6 = Alt+F4. T4 + Navigationsleiste = Überschriftenliste, Linkliste, Formularliste, HTML-Gesamtliste. T4 und T6 sind noch frei für eigene Belegung. Verfügbarkeit: Die BRAILLEX Flow+ ist ab sofort bestellbar, Auslieferung voraussichtlich ab September 2026. Frage aus dem Publikum zum Speicherformat des Editors: Derzeit nur TXT. Frage aus dem Publikum zu den Daumentasten neben der Leertaste: Die BRAILLEX Flow+ hat eine Leertaste statt der zwei der BRAILLEX Live 40; Punkte 7 und 8 übernehmen Schaltvorgänge zwischen Verbindungen. Frage aus dem Publikum zur Offline-Nutzung des Editors: Ja, die Zeile kann vollständig ohne PC als Notizgerät genutzt werden; Texte können per TXT-Datei auf die Zeile gezogen werden. Frage aus dem Publikum zur Dateiübertragung auf das iPhone: Karl Matthias Schäfer erklärt, dass er dies noch nicht ausprobiert hat – er hat die Zeile erst am Dienstag vor dem Vortrag erhalten. Er kündigt an, dies beim nächsten Reha-Stammtisch zu berichten. Frage aus dem Publikum zu Alt-Tastenkombinationen: Es gibt keine generelle Alt-Taste; stattdessen sind häufig benötigte Kombinationen wie Alt+F4 (T1+T3+T4+T6) fest implementiert. Sonderkombinationen für Spezialanwendungen am Arbeitsplatz müssen weiterhin über die PC-Tastatur eingegeben werden. Kontakt Reha-Stammtisch: k.schaefer@papenmeier.de Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #40
    June 17 · 54 min

    SightCity Ausstellervortrag 2026: ACCESS@KIT erleben: Zugänge schaffen durch Service und Forschung (O031111)

    Dr. Karin Müller ist stellvertretende Leiterin des ACCESS@KIT, des Zentrums für digitale Barrierefreiheit und assistive Technologien am Karlsruher Institut für Technologie. Sie stellt die Geschichte, den Service und die Forschung des Zentrums vor. Das ACCESS@KIT geht zurück auf einen Modellversuch für das Informatikstudium Sehgeschädigter an der Uni Karlsruhe im Jahr 1987, aus dem das Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS) entstand. 2011 kam eine Professur für Informatiksysteme für sehgeschädigte Studierende hinzu, 2016 ein Accessibility-Labor für Hardware- und Softwaretests, 2020 das Reallabor Barrierefreiheit am KIT. 2022 erhielt das Zentrum seinen heutigen Namen ACCESS@KIT. Seit 2023 betreibt es ein neues barrierefreies Gebäude mit Drucklabor, Elektroniklabor und eigenem Studierendenarbeitsraum. Das Zentrum wird geleitet von Professor Stiefelhagen und Dr. Karin Müller und umfasst inzwischen 18 Mitarbeitende. Im Servicebereich unterstützt das ACCESS@KIT blinde und sehbeeinträchtigte Studierende in allen am KIT angebotenen Fächern, mit Schwerpunkt auf MINT-Fächern. Die Angebote umfassen barrierefreie Aufbereitung von Studienmaterialien, Beratung bei Zugänglichkeitsproblemen in Lehrveranstaltungen und Prüfungen, Schulungen für Studierende und Dozierende, einen Leihpool mit Hilfsmitteln, Unterstützung bei Praktika und Auslandsstudium sowie ein mobiles Blindenleitsystem für Veranstaltungen. Prüfungen können mit Nachteilsausgleich im ACCESS@KIT abgelegt werden. Das Zentrum kooperiert mit dem KVV für barrierefreien Campuszugang. Für Studieninteressierte bietet das ACCESS@KIT drei wiederkehrende Veranstaltungen an: Mini-Workshops zu barrierefreier Mathematik im MINT-Studium (www.mavip.de), eine bundesweite Orientierungsveranstaltung im November für Studieninteressierte mit Sehbeeinträchtigung zu Themen wie Wohnen, Hilfsmitteln, rechtlichen Fragen und Mobilität sowie ein Bewerbungstraining "Mein Profil" (voraussichtlich 09/2027) für Studierende kurz vor dem Abschluss. Im Forschungsbereich stellt Dr. Müller mehrere laufende Projekte vor. Das MaVIP-Projekt verbessert in Kooperation mit der Universität Marburg den Zugang zu mathematischen Inhalten für Studierende, Lehrende und Assistenzen, unter anderem zum Einsatz von NVDA und JAWS mit Mathematik. Das SonnenGraf-Projekt, ein Erasmus-Plus-Projekt mit Partnern aus Italien, Spanien, Rumänien und Tschechien, macht mathematische Graphen durch Sonifikation hörbar und ist bereits online nutzbar. Ein weiteres Projekt untersucht den Einsatz taktiler 2D-Displays, damit Studierende eigene Abschlussarbeiten und Grafiken erkunden können. Aufbauend auf dem AccessibleMaps-Projekt wird in Zusammenarbeit mit Elli Design aus Dresden eine App zur Barrierefreiheitsinformation für KIT-Gebäude entwickelt, mit Fokus auf Seh- und Mobilitätsbeeinträchtigungen, unter Nutzung von OpenStreetMap-Daten. Das Projekt InkludOx BW, gefördert vom Land Baden-Württemberg, entwickelt eine KI-gestützte Plattform zur barrierefreien Aufbereitung von Lehrmaterialien für Studierende aller Hochschulen in Baden-Württemberg.Das ACCESS@KIT ist eingebunden in das Netzwerk der Graduiertenschule KATeI, gefördert vom Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg, mit Promotionsthemen zu KI-Methoden für assistive Technologien, KI in der Rehabilitation und gesellschaftlichen Implikationen von KI. Das Reallabor Barrierefreiheit am KIT koordiniert seit 2022 mehrere Professuren mit dem Ziel, Forschungsergebnisse in die Gesellschaft zu tragen und gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen. Den Hauptteil des Vortrags widmet Dr. Müller dem Forschungsprojekt Inclusive VR at Work (www.inclusive-vr.de), gefördert vom Ausgleichsfonds des BMAS und bis Ende Juni 2026 laufend. Ziel ist eine individualisierbare kollaborative Arbeitsumgebung in Virtueller Realität für Menschen mit und ohne Sehbehinderung, nach dem Prinzip: VR passt sich an Menschen an, nicht umgekehrt. Im Projekt wurden Maus- und Tastatursteuerung sowie optional Controller integriert, Monitore in Größe, Position und Biegung anpassbar gemacht, Farbschemata und Vergrößerung individuell einstellbar, eine mitwandernde Lupe integriert und Hilfszonen zur Auffindung von Mauskursor und Textmarker entwickelt. Für die kollaborative Nutzung wurden räumliches Audio, Anwendungsfenster-Teilen, ein geteilter Mauskursor für Zeigegesten und vereinfachte, kontraststarke Avatare entwickelt. Emojis wurden für Menschen mit Sehbehinderung optimiert, mit reduzierten 3D-Effekten und erhöhten Kontrasten. Aus dem Projekt entstand außerdem eine Masterarbeit zur VR-Unterstützung beim Spielen von Tasteninstrumenten: Noten werden in individuell einstellbarer Größe als durchlaufendes Band eingeblendet und können per Handgeste gestoppt oder fortgesetzt werden. In einer Studie wurde gezeigt, dass die Freude am Musizieren bei Teilnehmenden dadurch zurückkehren konnte. Frage aus dem Publikum zu Mac- und Linux-Unterstützung neben Windows, JAWS und NVDA: Das ACCESS@KIT unterstützt Studierende auch bei Mac mit VoiceOver sowie Linux mit Orca. Frage aus dem Publikum, ob Vortragsfolien bereitgestellt werden: Dr. Müller sagt dies grundsätzlich zu, in Absprache mit den Organisatoren. Frage aus dem Publikum zur Skalierbarkeit von InkludOx und überregionaler Verfügbarkeit: Das Projekt ist aktuell auf Baden-Württemberg ausgelegt und wird schrittweise erweitert, wobei urheberrechtliche Fragen noch zu klären sind. Frage aus dem Publikum, ob Studieninteressierte einen Probetag erleben können: Dr. Müller empfiehlt die Orientierungsveranstaltung im November als erste Anlaufstelle. Kontakt: info@access.kit.edu Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #39
    June 16 · 56 min

    SightCity Ausstellervortrag 2026: Ihr Weg zum Hilfsmittel (O031101)

    Katja Köhn und Silke Maethner vom Landeshilfsmittelzentrum des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Sachsen (BSVS) geben in diesem Vortrag einen umfassenden Überblick über die Hilfsmittelversorgung für blinde und sehbehinderte Menschen. Das Landeshilfsmittelzentrum bietet Beratung schwerpunktmäßig per Telefon, per E-Mail und auf Veranstaltungen, führt Schulungen in Schulen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern durch und verkauft Hilfsmittel deutschlandweit und auf der SightCity. Ergänzende Beratungsangebote im Haus sind die Low-Vision-Beratung, die EUTB-Beratung sowie die Kooperation mit Blickpunkt Auge. Im ersten Teil erklärt Silke Maethner, was Hilfsmittel im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung sind: medizinische Sachleistungen, die eine Krankenbehandlung unterstützen, einer drohenden Behinderung vorbeugen oder eine bestehende Behinderung ausgleichen sollen. Klassische Beispiele sind Langstöcke, Bildschirmlesegeräte, Farberkennungsgeräte und Lupen. Gebrauchsgegenstände des täglichen Bedarfs wie sprechende Uhren oder Personenwaagen fallen hingegen nicht darunter. Zur Finanzierung unterscheidet der Vortrag zwischen beruflicher und privater Nutzung. Bei beruflicher Nutzung kommen die Deutsche Rentenversicherung, das Integrationsamt, die Agentur für Arbeit, das Jobcenter oder die Berufsgenossenschaft als Kostenträger in Betracht. Die Webseite rehadat-hilfsmittel.de bietet weitere Informationen dazu. Bei privater Nutzung übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten in der Regel auf Basis eines ärztlichen Rezepts, private Krankenversicherungen auf Basis eines Angebots oder einer Rechnung.Für die Beantragung über die gesetzliche Krankenkasse empfiehlt das Landeshilfsmittelzentrum, ein Rezept vom Augenarzt ausstellen zu lassen, auf dem das Hilfsmittel (zum Beispiel DAISY-Player, Farberkennungsgerät oder Langstock), die Augendiagnose und bei Langstöcken die Anzahl der Stöcke und Rollspitzen vermerkt sind. Das Rezept wird per Post im Original nach Dresden geschickt, dort erfolgt dann ein telefonisches Beratungsgespräch. Das Landeshilfsmittelzentrum reicht anschließend einen Kostenvoranschlag bei der Krankenkasse ein. Die Krankenkasse hat drei Monate Zeit zur Bearbeitung. Bei vollständiger Genehmigung wird das Hilfsmittel zugeschickt. Bei Teilgenehmigung oder Ablehnung berät das Landeshilfsmittelzentrum aus Erfahrung, ob ein Widerspruch sinnvoll ist. Für den Widerspruch empfiehlt der Vortrag, zunächst ein formloses Widerspruchsschreiben innerhalb der Frist von vier Wochen zu senden, die Begründung dann nachzuliefern, und sich mit dem BSVS zu beraten. Die gesetzliche Zuzahlung beträgt maximal 10 Euro. Im zweiten Teil stellt Katja Köhn konkrete Hilfsmittel vor. Zum Thema DAISY-Player erklärt sie das DAISY-Format, das gegenüber der herkömmlichen CD Vorteile wie deutlich längere Laufzeiten, Navigation nach Überschriften und eine Wiederaufnahmefunktion bietet. Vorgestellt werden der Victor Stratus 4M als einfaches Tischgerät mit Abdeckschablone für Einsteiger, der Stratus 12M mit zusätzlicher Kopierfunktion von CD auf SD-Karte sowie der Stratus 12M WiFi mit direktem WLAN-Zugang zu medibus-angeschlossenen Hörbüchereien. Als mobile Geräte werden der Victor Stream mit Zehner-Tastatur, Diktierfunktion und Podcast-Empfang sowie der kompaktere Milestone vorgestellt, der unter anderem eine Wetterfunktion und Webradio bietet, aber keine Podcasts verwalten kann. Da die CD bei Büchereien voraussichtlich um 2030 abgeschafft wird, empfiehlt der Vortrag, sich frühzeitig mit dem Online-Zugang zu Büchereien vertraut zu machen. Silke Maethner stellt anschließend die drei Kategorien von Langstöcken vor: den reinen Teleskopstock (zum Beispiel der Firma Kellerer), den Faltstock (durch Gummiband verbundene Segmente) und den Tele-Faltstock als Kombination beider Bauweisen. Zum Thema Rollspitzen erklärt sie die unterschiedlichen Aufhängungssysteme der Hersteller Ambutech, Swarovski, Kellerer und Komme sowie die verschiedenen Kugeln: Keramikspitzen für die Tipptechnik, Kunststoff-Rollspitzen, die Jumbo-Rollspitze in drei Ausführungen inklusive der Long Life-Variante und die Pathfinder-Kugel für 360-Grad-Beweglichkeit. Der iWALKING wird als preisintensiver Spezialstock mit ergonomisch gebogenem Griff für Links- und Rechtshänder und speziellen Soundvarianten der Rollspitzen vorgestellt, für den ein Teststock organisiert werden kann. Katja Köhn schließt mit einem Überblick über Farberkennungsgeräte: das Colorino als einfachstes Gerät für Grundfarben, das Fame und Fame Plus der Firma wisst für genauere Farbrichtungsangaben sowie den kompakteren Color Star. Neu im Sortiment ist das Icon von der Firma Wireless Sinks, das die Oberfläche bei der Messung berücksichtigt. Ergänzend werden Stockmännchen-Accessoires vorgestellt, die internationale Sichtbarkeit ermöglichen, ohne offizielle Kennzeichnung zu sein: ein Rucksack in Royalblau, eine Basecap und Anstecker mit dem Stockmännchen-Symbol und Text in Deutsch und Englisch. Kontakt und Beratung: Telefon 0351 809 0624 (Hilfsmittelberatung) oder 0351 809 0613 (Krankenkasseneinreichung). Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #38
    June 15 · 47 min

    SightCity Ausstellervortrag 2026: Fitness zum Hören (O031091)

    Layla von Bewegte Inklusion berichtet in diesem Vortrag von der Gründungsgeschichte des Startups. Den Ausgangspunkt bildete eine persönliche Erfahrung ihrer Mutter Lydia, die als blinde Person bei der Anmeldung in einem Fitnessstudio eine diskriminierende Zusatzklausel im Vertrag unterschreiben sollte. Aus dem Frust über fehlende passende Angebote entstand die App Fitness zum Hören, gegründet von zwei blinden Eltern und ihrer sehenden Tochter aus dem Fitness- und Physiotherapiebereich. Mehrere Teilnehmende schildern eigene Erfahrungen, sowohl positive als auch negative, etwa mit fehlendem Verständnis von Trainern für die Bedürfnisse blinder Sportlerinnen und Sportler.Layla erklärt die Grundpfeiler des Angebots: vollständig auditive Anleitung mit verständlichen Formulierungen, sodass Übungen über das reine Zuhören korrekt ausgeführt werden können. Das Angebot ist als gemeinnütziges Startup konzipiert und richtet sich nicht für, sondern mit blinden und sehbehinderten Menschen.Die App Fitness zum Hören kombiniert maximale Flexibilität, jederzeit nutzbare Audiokurse, mit Live-Kursen über Zoom, die von Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftlern begleitet werden und zusätzliche Sicherheit bieten. Das Angebot umfasst Kraft, Dehnung, Ausdauer und Entspannung sowie spezielle Formate wie kurze Büropausen-Audios. Zukünftig sind Programme für den Athletikbereich geplant, etwa für Showdown oder Tanzsport. Ein zentrales Thema ist der erste zertifizierte auditive Präventionskurs, ein achtwöchiges Programm mit wöchentlichen 45-minütigen Einheiten, das von den gesetzlichen Krankenkassen zu mindestens 75 Prozent, häufig vollständig, erstattet wird. Der Kurs kostet 129 Euro, mit Sozialpreis (29,90 Euro) und Unterstützerpreis (49,90 Euro) für die App auf Vertrauensbasis. Während der SightCity gibt es ein Special: Beim Kauf des Präventionskurses erhalten Teilnehmende eine Goodie-Bag im Wert von rund 160 Euro mit Fitnessbändern, einer Edelstahl-Trinkflasche, einer Bio-Baumwolltasche und einem dreimonatigen kostenlosen App-Zugang.Im offenen Frage-und-Antwort-Teil beantwortet Layla unter anderem folgende Themen:Frage aus dem Publikum zu Audioangeboten für blinde Menschen allgemein und wie man die App im App Store findet.Frage aus dem Publikum zu speziellen Audiokursen für Sturzprophylaxe. Layla erklärt, dass es dafür aktuell noch kein dediziertes Angebot gibt, der Wunsch aber als Kurswunsch aufgenommen wurde, und verweist auf den bestehenden Balance-Kurs und den Koordinationskurs.Frage aus dem Publikum zur Abrechnung des Präventionskurses mit der Krankenkasse. Layla erläutert den Ablauf: Vorkasse von 129 Euro, anschließend Teilnahmebescheinigung per E-Mail nach Abschluss, die bei der Krankenkasse eingereicht wird und meist innerhalb von zwei bis drei Tagen erstattet wird.Frage aus dem Publikum, ob der Präventionskurs in den vorgesehenen acht Wochen abgeschlossen werden muss. Layla erklärt, dass insgesamt zwölf Wochen Zeit zur Verfügung stehen und bei Bedarf individuelle Lösungen per E-Mail möglich sind.Frage aus dem Publikum, ob der Präventionskurs Teil der App ist oder eine eigene Plattform nutzt. Layla erklärt, dass der Kurs auf einer separaten, barrierefreien Webanwendung (Appify) läuft, da eine Integration in die App aus Zertifizierungsgründen nicht möglich war.Frage aus dem Publikum zur Kamera-Nutzung in den Live-Kursen über Zoom. Layla bestätigt, dass die Kamera freiwillig ist und Teilnehmende auch ohne Kamerabild teilnehmen können.Frage aus dem Publikum zu den benötigten Materialien für das Training, etwa Fitnessmatte oder Isomatte. Layla erklärt, dass auch Alltagsgegenstände wie Teppiche, Handtücher oder ein Rucksack mit Gewichten als Alternativen funktionieren.Frage aus dem Publikum zur Erstattungshöhe bei der Barmer. Layla recherchiert live und nennt eine aktuelle Erstattung von 100 Euro, womit ein Eigenanteil von 29 Euro verbleibt, mit Hinweis auf mögliche Kulanzregelungen.Frage aus dem Publikum, ob es bei Bewegte Inklusion einen Podcast gibt. Layla erklärt, dass es einen inzwischen inaktiven Podcast mit wenigen Folgen gibt, der weiterhin online verfügbar ist.Frage aus dem Publikum mit dem Wunsch nach einem Kurs ohne Sprungübungen für Mietwohnungen. Layla nimmt den Wunsch für künftige Kursplanungen auf. Am Ende bedankt sich Layla bei allen Teilnehmenden und verweist auf die Kontaktmöglichkeiten per E-Mail an info@bewegte-inklusion.de sowie die Webseite bewegte-inklusion.de für weitere Informationen zu App und Präventionskurs. Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
  • #37
    June 11 · 37 min

    SightCity Ausstellervortrag 2026: Vergrößernde Softwarelösungen (O031092/O032021)

    Supernova und ZoomText im Vergleich Ausstellervortrag Papenmeier RehaTechnik | SightCity 2026, 28. Mai 2026 Referent: Sascha Franzoleth, IT-Trainer, Papenmeier RehaTechnikDieser Vortrag wurde am zweiten Tag der SightCity 2026 in Frankfurt am Main als Online-Session gehalten. Sascha Franzoleth stellt die beiden marktführenden Vergrößerungssoftwares Supernova (Dolphin) und ZoomText (Vispero) live vor und vergleicht sie anhand ihrer Grundfunktionen und Unterschiede. Was ist Vergrößerungssoftware?Vergrößerungssoftware hilft Menschen mit Sehbehinderung, Bildschirminhalte besser wahrzunehmen. Beide Programme vergrößern den Bildschirminhalt, passen Farben und Kontraste an und bieten zusätzlich eine Sprachausgabe. Sie können per Maus, Tastatur und Tastenkombinationen bedient werden. Supernova: GrundfunktionenVergrößerungsmodi: Vollbildmodus (am häufigsten genutzt, mehr als 90 % der Anwender), statisches Fenster (fest positioniertes Vergrößerungsfenster), Lupenfunktion (Ausschnitt folgt dem Mauscursor), Übersichtsmodus (Desktop in Originalgröße, gezielte Positionsauswahl vor dem Einsprung) sowie horizontale und vertikale Bildschirmteilung.Farbanpassung: Invertierte Helligkeit als Standard (dunkle Bereiche werden hell, helle dunkel, Farben werden möglichst originalgetreu belassen), invertierte Farben, Graustufen und benutzerdefinierte Schemata mit Reglern für Helligkeit, Kontrast und Tönung. Vordefinierte Schemata stehen ebenfalls zur Auswahl.Mauscursor: Individuelle Anpassung in Form, Farbe und Größe. Empfehlung: zweidimensionale Cursor verwenden, da bei dreidimensionalen die Trefferfläche bei größeren Cursorn ungenauer wird. Fadenkreuz-Unterstützung per Tastendrück oder dauerhaft bei Mausbewegung.Hervorhebung: Ein farbiger Kasten (standardmäßig rot) markiert das aktive Element und folgt der Tastaturnavigation. Wichtige Unterstützung beim Arbeiten ohne Maus.Sprachausgabe: Optional zuschaltbar. Liest Navigation und Texte vor. Steuerungstaste als Stummschalttaste. Vorlesefunktion per Tastenkombination auch ohne aktive Sprachausgabe nutzbar. Escape-Taste beendet den Vorlesemodus. ZoomText: Grundfunktionen und BesonderheitenVergrößerungsmodi: Weitgehend identisch zu Supernova. Vollbild, statisches Fenster, Lupenfunktion und Übersichtsmodus. Zusätzlich gibt es den Zeilenmodus: Der Desktop wird in Originalgröße angezeigt, aber die aktive Textzeile wird vergrößert hervorgehoben. Besonders hilfreich beim Lesen in Dokumenten.Farbanpassung: Gleiche Grundfunktionen wie bei Supernova. Komplementärfarben (Farben werden durch ihre Gegenteilfarben ersetzt) und individuell konfigurierbare Schemata mit Reglern.Mauscursor: Gleiche Anpassungsmöglichkeiten. Zusätzlich Mausecho: Liest automatisch vor, was sich unter dem Mauscursor befindet. Einstellbar auf sofortige Ausgabe oder mit Verzögerung (erst nach kurzem Verweilen).Infofenster: ZoomText zeigt beim Überfahren oder kurzen Verweilen auf einer Schaltfläche ein kleines Infofenster mit Erklärung und empfohlener Tastenkombination. Dieses Feature fehlt bei Supernova.AppReader: Erweiterte Vorlesefunktion für vollständige Dokumente. Aufruf per Tastenkombination (z. B. Feststelltaste + Alt + A), ohne vorher in ZoomText selbst wechseln zu müssen.Verbindung mit JAWS (Fusion): Da ZoomText und JAWS vom selben Hersteller Vispero stammen, gibt es die kombinierte Version Fusion, die beide Programme in einem vereint. Wer zu einem späteren Zeitpunkt einen leistungsstarken Screenreader benötigt, kann nahtlos dazu wechseln. Direktvergleich und EntscheidungshilfeVorteile ZoomText: Etwas bessere Bildqualität bei hohen Vergrößerungsfaktoren durch stärkere Kantenglättung. Breitere Farb- und Kontrastanpassung besonders für blendempfindliche Augen. Zeilenmodus, Mausecho und Infofenster als alleinige Features. Direktintegration mit JAWS über Fusion.Vorteile Supernova: Lupenfunktion auf mehreren unabhängigen Monitoren gleichzeitig (ZoomText unterstützt das nicht). Bessere und zuverlässigere Unterstützung bei Remote-Verbindungen über Citrix und ähnliche Systeme. Geringerer Ressourcenverbrauch, schnellerer Start. Modularer Aufbau: stufenweise Erweiterung von reiner Vergrößerung bis zu vollständigem Screenreader mit Braillezeilen-Unterstützung möglich.Wer ZoomText wählen sollte: Personen, die eine bessere visuelle Darstellung bei hohen Vergröfferungsfaktoren wünschen, blendempfindlich sind, den Zeilenmodus oder das Mausecho benötigen oder die Integration mit JAWS planen.Wer Supernova wählen sollte: Personen, die mit zwei oder mehr Monitoren und Lupenfunktion arbeiten, Remote-Verbindungen über Citrix nutzen, einen ressourcenschonenden Betrieb benötigen oder eine stufenweise Erweiterung bis zum Screenreader planen.Wenn keiner dieser Punkte zutrifft, unterscheiden sich beide Programme im Alltag kaum. Die Entscheidung kann dann nach Vorkenntnissen oder persönlicher Präferenz getroffen werden. Weiterführendessightcity.net/O031092 www.papenmeier.de Außendienstmitarbeiter von Papenmeier sind in allen Bundesländern verfügbar. Über die SightCityDie SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net SightCity Kontakt (Allgemein) E-Mail: info@sightcity.net Website: https://www.sightcity.net Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp

    • Transcript
    • Chapters
Showing 1–20 of 21 episodes