
#33 Stuhldialog: Ich will zur Party. Meine Angst nicht.
In dieser Folge erklärt Meike eine wichtige therapeutische Intervention: den Stuhldialog. Meike erklärt, was das ist, wie man ihn selbst anwenden kann und was eigentlich genau Schematherapie von Verhaltenstherapie unterscheiden. 1. GRUNDLAGEN DER SCHEMATHERAPIE Young, J. E., Klosko, J. S., & Weishaar, M. E. (2003). Schema Therapy: A Practitioner's Guide. Guilford Press. https://www.guilford.com/books/Schema-Therapy/Young-Klosko-Weishaar/9781593853723 Grundlagenwerk zu Schemata, Schemamodi und erlebnisorientierten Interventionen. 2. WIRKSAMKEIT VON STUHLARBEIT Pascual-Leone, A., & Baher, T. (2023). Chairwork in individual psychotherapy: Meta-analyses of intervention effects. Psychotherapy, 60(3), 370–382. https://doi.org/10.1037/pst0000490 Metaanalysen zu emotionaler Verarbeitung und Behandlungseffekten der Stuhlarbeit. Die Ergebnisse sprechen für einen zusätzlichen Nutzen bei wiederholtem Einsatz; die Wirksamkeit ist nicht in jedem Vergleich anderen aktiven Interventionen überlegen. Shahar, B., Carlin, E. R., Engle, D. E., Hegde, J., Szepsenwol, O., & Arkowitz, H. (2012). A pilot investigation of emotion-focused two-chair dialogue intervention for self-criticism. Clinical Psychology & Psychotherapy, 19(6), 496–507. https://doi.org/10.1002/cpp.762 Kleine Pilotstudie (neun Teilnehmende) zu Selbstkritik und Selbstmitgefühl. Vorläufige Befunde, kein belastbarer Nachweis einer allgemeinen Wirksamkeit. 3. EINORDNUNG FÜR DIE PODCASTFOLGE Die Stuhlarbeit hat wichtige historische Wurzeln in der Gestalttherapie und wurde unter anderem in der emotionsfokussierten Therapie und der Schematherapie weiterentwickelt. Die oben genannten Studien untersuchen teils andere Therapieansätze als die Schematherapie; ihre Ergebnisse lassen sich daher nicht ohne Weiteres auf jeden schematherapeutischen Stuhldialog übertragen. Warum Stuhldialoge emotional wirken könnten: Statt Gefühle nur zu beschreiben, sprechen Betroffene aus unterschiedlichen emotionalen Positionen heraus; Konflikte werden konkret und unmittelbar erlebbar. Das ist ein plausibler therapeutischer Erklärungsansatz. Stärkere Emotionen allein beweisen aber keinen besseren Therapieerfolg. Bei sozialer Phobie ist die Party-Situation ein anschauliches Fallbeispiel. Die genannten Studien belegen jedoch nicht speziell die Wirksamkeit dieses einzelnen Stuhldialogs bei sozialer Phobie. Hinweis: Die Quellen dienen der wissenschaftlichen Einordnung und ersetzen keine individuelle therapeutische Bewertung.