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Arts

Orte und Worte

Rundfunk Berlin-Brandenburg

Der Bücherpodcast vom rbb. Ein Buch, ein Ort, eine Begegnung: Wir sprechen mit Autorinnen und Autoren über ganz persönliche Themen, ihre aktuellen Bücher, das Schreiben und die kreative Arbeit.
Unsere Hosts Nadine Kreuzahler, Anne-Dore Krohn und Stephan Ozsváth verabreden sich an Orten, die wichtig sind als Schauplatz oder zur Inspiration, mit dem Schwerpunkt in Berlin und Brandenburg.
Alle Tipps, Empfehlungen und Orte findet Ihr in den Beschreibungen und Shownotes der Podcast Folgen.

  • 20 episodes
  • Updated July 2

Episodes20

  • July 2 · 46 min

    Mit Tamara Štajner im Wiener Arnold Schönberg Centrum

    Iva fliegt zur Beerdigung ihres Kindermädchens nach Ohrid in Nordmazedonien. Der slowenische Vater hat hier einst ein jugoslawisches Ferienhotel geleitet, während die Mutter in Slowenien blieb. "Luft nach unten" erzählt von einer Spurensuche - in der eigenen Vergangenheit, in der Vergangenheit Jugoslawiens, und im Inneren der Protagonistin Iva: sie will verzweifelt Mutter sein, aber auch Geliebte. Das eine versucht sie - tragikomisch - mit ihrem Mann und der Hilfe einer Kinderwunschklinik. Das andere bei den sporadischen Treffen mit ihrem Geliebten. Die Protagonistin ist Musikerin wie Tamara Štajner. Stephan Ozsváth hat die Autorin im Wiener Arnold Schönberg Center getroffen. Zwischen Artefakten und am rekonstruierten Arbeitszimmer des Komponisten haben sie über Kinderwunsch, Religion, die jugoslawische Gulag-Insel Goli Otok, Lampenfieber und das Schreiben gesprochen. Das Buch Luft nach unten, Zsolnay, 336 Seiten, 25 Euro. Die Bücher, über die Stephan und Tamara sonst noch sprechen: Tamara empfiehlt: Siri Hustvedt. Ghost Stories. Rowohlt. 400 Seiten. 26 Euro. Stephan empfiehlt: Dana Vowinckl: Anton und Alma. Suhrkamp. 542 Seiten. 26 Seiten. (erscheint Anfang September 2026) Die Autorin Tamara Štajner ist 1987 in Novo Mesto geboren. Von dort stammt auch Melania Trump. Ihr Großvater war Partisan, fiel in Ungnade und wurde in Goli Otok inhaftiert. Zuvor war er bei Berlin als Zwangsarbeiter eingesetzt. Tamara Štajner hat Bratsche in Ljubljana und Wien studiert. Sie schreibt auf Slowenisch und Deutsch, gestaltet auch Performances. "Luft nach unten" gewann 2024 den Kelag-Preis beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt. Im gleichen Jahr wurde die Autorin auch mit dem Lyrik-Preis Meran ausgezeichnet. "Luft nach unten" ist ihr zweiter Roman nach ihrem Debüt "Raupenfell". Tamara Štajner lebt in Wien. Der Ort Das Arnold Schönberg Centrum in Wien

  • June 25 · 48 min

    Mit Valerie Springer im Wienerwald

    Elsie, Anfang Vierzig, schreibt Kalendersprüche - positive, bejahende Botschaften. Dann stirbt ihr Mentor, sie verliert ihren Job. Sie macht sich auf, um sein Vermächtnis zu erfüllen, eine alte Spendenaktion des Verlages. Mit einem Kofferraum voller Plüschtiere für Waisenkinder macht sie sich auf in ein Kriegsgebiet auf dem Balkan – sie kommt vom Weg ab, wird buchstäblich aus der Bahn geworfen, die Plüschtiere landen im Dreck und Elsie in einem Dorf, mit Ziege, ohne Internet – und einem Geheimnis. Sie macht sich auf die Suche nach dem, was unter der Decke des Schweigens liegt – und findet Freunde, sich selbst, einen Sinn. Das Buch Eine Ziege, ein Dorf und kein Internet, Milena, 250 Seiten, 25 Euro. Die Bücher, über die Stephan und Valerie sonst noch sprechen: Valerie empfiehlt Berthold Brecht: Leben des Galilei. Edition Suhrkamp. 161 Seiten, 7 Euro. Ilja Trojanow: Nach der Flucht. S.Fischer, 128 Seiten, 19 Euro. Siri Hustvedt: Was ich liebte. Rowohlt. 480 Seiten, 15 Euro. Stephan empfiehlt Ena Katerina Haler: Die Schuldlosen. Folio. 288 Seiten, 25 Euro. Die Autorin Valerie Springer ist 1958 in München geboren, sie hat britisch-tschechische Wurzeln. Ihre Eltern waren nach der Emigration in Großbritannien 1957 nach Mitteleuropa zurückgekehrt. Die Autorin hat in der Schweiz das Abitur gemacht, Studium in Wien. Sie hat in einer Werbeagentur und als Kulturredakteurin für Zeitschriften gearbeitet. Seit 2000 ist sie freischaffende Autorin. Zahlreiche Veröffentlichungen, auch auf Englisch und Spanisch. “Eine Ziege, ein Dorf und kein Internet” ist ihr zehnter Roman. Sie schreibt auch Lyrik und Kurzprosa. Zahlreiche Reisen und Auslandsaufenthalte. Der Ort Der Garten der Schwiegermutter in Neulengbach (Wienerwald) Podcast-Tipp Buchgefühl – Lesung und Gespräch in ARD Sounds https://www.ardsounds.de/sendung/buchgefuehl-lesung-und-gespraech/urn:ard:show:35ac3473ddd03266/

  • June 18 · 49 min

    Mit Daniel Zipfel im Donaustrombad Kritzendorf

    Der Roman spielt vor der Kulisse der Flüchtlingskrise 2015. Benjamin Weiß betreut als Jurist das Asylverfahren eines Syrers, dem Kriegsverbrechen vorgeworfen werden. Dabei holt Benjamin Weiß die NS-Vergangenheit seiner eigenen Familie ein. Denn seine Großmutter zieht in das Häuschen am Strombad Kritzendorf ein, versucht dort belastende Dokumente aus der NS-Zeit zu entsorgen. Ein Roman über die Grautöne bei der Bewertung von Tätern und Opfern, die Zeitbomben der Vergangenheit in unseren Familien und die schwierige Suche nach der Wahrheit. Stephan hat sich mit Daniel Zipfel am Donau-Strombad Kritzendorf getroffen, das die Nazis nach dem Anschluss Österreichs "arisierten". Das Buch Daniel Zipfel: "Walküre", Leykam, 256 Seiten, 25,00 Euro. Die Bücher, über die Stephan und Daniel sonst noch sprechen: Daniel empfiehlt Dokupodcast: Deutsche Geister | DIE ZEIT https://www.zeit.de/serie/deutsche-geister Stephan empfiehlt Franco. Der ewige Faschist. Eine Biografie. Beck-Verlag. 376 Seiten. 28,00 Euro. Clara Sánchez:"Lo que esconde tu nombre". Booket. 446 Seiten. Antiquarisch. Auf Deutsch als WDR-Hörspiel in ARD Sounds | Schlechte Gesellschaft - ARD Polit- und Psychokrimis | Was dein Name verbirgt (1/2): KZ-Überlebender jagt NS-Verbrecher https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:e1401ee9f414366c/ Podcast: Gestern ist jetzt – Der Podcast für Familiengeschichte im Nationalsozialismus https://gesternistjetzt.de/ Der Autor Daniel Zipfel. 1983 in Freiburg im Breisgau geboren. Lebt und arbeitet in Wien. Der Jurist ist in der Asylrechtsberatung tätig. Er hat eine Ausbildung am Institut für Narrative Kunst absolviert und ist Mitglied der Grazer Autor*innenvereinigung. "Walküre" ist sein vierter Roman. Zahlreiche Stipendien und Preise. Der Ort Donaustrombad Kritzendorf bei Wien Podcast-Tipp Buchgefühl – Lesung und Gespräch https://www.ardsounds.de/sendung/buchgefuehl-lesung-und-gespraech/urn:ard:show:35ac3473ddd03266/

  • June 11 · 48 min

    Mit Muri Darida im Volkspark Rehberge in Berlin

    Lazi bricht von Berlin nach Ungarn auf, um das Gewehr des verstorbenen Großvaters zu finden. Die Mission: Schießen lernen und Rache üben. Dafür muss Lazi aber erst den Verwandten im Dorf gegenübertreten, die Lazi noch unter anderem Namen mit einem anderen Körper kennen. Muri Daridas Debütroman "King Cobra" erzählt von einer Häutung, von Widerstand und Ich-Werdung zwischen dem Órban-geprägten Ungarn und Deutschland. Muri Darida lebt in Berlin und Budapest, und nimmt Nadine mit an den Ort, wo der eigene Hund immer Fleisch vom Grill mopst und die Seele zwischen alten Bäumen, Wildschweinen und Gewässern durchatmen kann: In den Volkspark Rehberge in Berlin-Wedding. Das Buch Muri Darida: "King Cobra", 288 Seiten, dtv. Die Bücher, über die Nadine und Muri sonst noch sprechen: Muri empfiehlt István Örkény: "Familie Tót", übersetzt von Vera Thies, Henschel Verlag, 141 Seiten, nur noch antiquarisch oder in Bibliotheken. Vailes Shepperd: "A Good Ending for Bad Memories", Bold Story Press, 310 Seiten, nur auf Englisch erhältlich. Nadine empfiehlt Angela Steidele: "Ins Dunkel", 360 Seiten, Suhrkamp. Autor*in Muri Darida lebt in Berlin und Budapest, berichtet für deutsche Medien wie Zeit online, arte, taz über Ungarn, Widerstandsbewegungen und rechtspopulistische Verschwörungserzählungen. Muri Darida hat viele Jahre in der Psychotherapie gedolmetscht und Erzählungen in Literaturzeitschriften veröffentlicht. 2024: taz Publikumspreis beim Open Mike in Berlin. "King Cobra" ist der Debütroman. Der Ort Volkspark Rehberge in Berlin Wedding

  • June 4 · 49 min

    Am Neuen See mit Gabriele von Arnim

    Für ihr neues Buch hat die Bestsellerautorin Gabriele von Arnim ein Jahr lang Tagebuch geführt. In "Abschied leben. Tagebuch eines Zeitgefühls" denkt sie über persönliche und politische Abschiede nach: von den Jahreszeiten, von Menschen, von früheren Ichs, von vermeintlichen Gewissheiten, von Kontrolle. Anne-Dore und Gabriele von Arnim treffen sich im Berliner Tiergarten, schauen auf den Neuen See und in die Wolken und sprechen über Vorbilder und Zuversicht, das Älterwerden, die kosmische Waage, und über Gabriele von Arnims These, dass ein geöffnetes Herz der beste Schutz ist. Die Autorin Gabriele von Arnim, 1946 in Hamburg geboren, ist u.a. Autorin, Journalistin, Kritikerin und Essayistin. Von ihr erschienen zuletzt "Liebe Enkel oder Die Kunst der Zuversicht" (2024), "Der Trost der Schönheit. Eine Suche" (2023) und "Das Leben ist ein vorübergehender Zustand" (2021). Das Buch Gabriele von Arnim "Abschied leben. Tagebuch eines Zeitgefühls", Rowohlt Verlag. 272 Seiten, 24,00 Euro. Gabriele von Arnim empfiehlt u.a. Daniel Schreiber "Liebe. Ein Aufruf", Hanser Berlin, 160 Seiten, 22,00 Euro. Timothy Snyder "Über Tyrannei. 20 Lektionen für den Widerstand", Taschenbuch bei C.H. Beck, 127 Seiten, 14,00 Euro. Anne-Dore empfiehlt Mirjam Zadoff: "Wie wir überwintern. Den Lebensmut durch die harten Zeiten retten", Hanser, 136 Seiten, 16,00 Euro.

  • May 28 · 48 min

    Mit Svenja Leiber in der Gedenkstätte NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide

    Ein harmloser Apfelbaum brachte Svenja Leiber auf die Geschichte einer jungen NS-Zwangsarbeiterin. Aus ihren Recherchen ist ihr Roman "Nelka" entstanden. Eine fiktive Geschichte mit erfundenen Figuren, aber tief verwurzelt in der gewaltvollen Historie des 20. Jahrhunderts. Basierend auf dem Schicksal von Millionen zwangsverschleppter Frauen aus Osteuropa während der Nazi-Zeit. Svenja und Nadine besuchen die Gedenkstätte und lassen sich zeigen, unter welchen Bedingungen Zwangsarbeiter in den Baracken leben mussten. Sie reden über Svenjas Recherchen und aktuelle Lieblingsbücher. Das Buch Svenja Leiber: "Nelka", Suhrkamp, 200 Seiten Svenja empfiehlt Lena Gorelik: "Alle meine Mütter", Rowohlt, 272 Seiten Nadine empfiehlt Jaqueline Scheiber: "Schwimmen / Schweben", Leykam, 144 Seiten Die Autorin Svenja Leiber lebt in Berlin. 1975 wurde sie in Hamburg geboren, wuchs in Norddeutschland auf und verbrachte als Kind einige Zeit in Saudi-Arabien. 2005 veröffentlichte sie ihren ersten Erzählungsband: "Büchsenlicht", seit 2010 hat sie fünf Romane veröffentlicht, zuletzt "Staub" (2018), "Kazimira" (2021) und nun "Nelka". Der Ort Dokumentationszentrum und Gedenkstätte NS-Zwangsarbeit in Berlin Schöneweide. https://www.ns-zwangsarbeit.de/

  • May 21 · 49 min

    Mit Johann Reißer auf den Spuren der Berliner Rüstungsindustrie

    Max Duttenhofer hätte die Apotheke des Vaters übernehmen sollen. Aber es kommt anders. Ihn interessiert mehr das Schießpulver. Im Neckartal bei Rottweil baut er eine Pulverfabrik, es ist die Keimzelle zu einem "schwäbischen Kartell" mit Daimler und der Gewehrfabrik Mauser. Johann Reißer erzählt die Geschichte des widersprüchlichen Frauenhelds und weitgereisten, kiffenden Industriellen und Netzwerks, aber er entwirft in seinem Debütroman auch ein Panorama Deutschlands. Vor allem erzählt er, wie die Schießpulverfabrik eine ganze Stadt bestimmt. "Pulver" ist Wimmelbild, Sozialkritik, Industriegeschichte. Stephan Ozsváth ist mit ihm über die Insel Eiswerder in Berlin-Spandau gestreift, einst wichtiges Zentrum preußischer Rüstungsindustrie. Das Buch: Johann Reißer: Pulver, FVA, 480 Seiten, 26,00Euro. Die Bücher, über die Stephan und Johann sonst noch sprechen: Johann empfiehlt Shoshana Zuboff: Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus. Campus Verlag. 727 Seiten, 25 Euro. Olga Tokarczuk: Spiel auf vielen Trommeln. Kampa Verlag, 386 Seiten, 26,00 Euro. Stephan empfiehlt Yaryna Chornohuz: Dasein: Verteidigung der Präsenz. Mauke-Verlag. 104 Seiten. 20,00 Euro. Der Autor Johann Reißer, geboren 1979 in Regensburg. Ausbildung zum Steuerfachangestellten, Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft in Regensburg und Berlin. Er promovierte über Archäologie und Sampling in der deutschen Lyrik nach 1960. Er schreibt Theaterstücke und Performances, seine Auftritte sind oft intermedial. Er lehrt Kreatives Schreiben und Philosophie in Bildungs- und Kultureinrichtungen, moderiert und organisiert Kulturveranstaltungen. 2014 war er Stadtschreiber in Rottweil. "Pulver" ist sein erster Roman. Der Ort Insel Eiswerder, Berlin-Spandau Podcast-Tipp Buchgefühl – Lesung und Gespräch in ARD Sounds https://www.ardsounds.de/sendung/buchgefuehl-lesung-und-gespraech/urn:ard:show:35ac3473ddd03266/

  • May 14 · 49 min

    Mit Matthias Nawrat in der Freien Universität

    Die junge polnische Wissenschaftlerin Wanda bekommt 1983 die Erlaubnis, von Krakau nach Venedig zu reisen, um den Systemtheoretiker Mrugalski für ihre Forschung zu befragen. Aber schon bald wird klar, dass es um mehr geht. Sie scheint eine persönliche Rechnung mit dem Landsmann im Exil offen zu haben, die weit in die brutale europäische Vergangenheit führt, in den Zweiten Weltkrieg, sowjetische Gulags und Foltergefängnisse im sowjetisch kontrollierten Nachkriegs-Krakau und ins westeuropäische Exil. Gleichzeitig spürt Wanda im Polen der 80er Jahre, wie die Politik auch in ihr eigenes Leben eindringt. "Das glückliche Schicksal" stellt Fragen nach Schuld, Moral und Verantwortung. Darüber haben Nadine und Matthias gesprochen, als sie sich an der Freien Universität Berlin getroffen haben. Hier hat Matthias gerade eine Gastprofessur, während bei Nadine Erinnerungen an ihre Studienzeit hochkommen. Das Buch Matthias Nawrat: "Das glückliche Schicksal", Rowohlt, 272 Seiten. Die Bücher, über die Nadine und Matthias sonst noch sprechen: Matthias empfiehlt Anna Maria Ortese: "Neapel liegt nicht am Meer", Friedenauer Presse, 231 Seiten. Nadine empfiehlt Peggy Mädler: "Selbstregulierung des Herzens", Galiani Berlin, 304 Seiten. Der Autor Matthias Nawrat wurde 1979 im polnischen Opole geboren. Im Alter von zehn Jahren emigrierte er mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Biologie in Heidelberg und Freiburg im Breisgau, danach Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel/Bienne und lebt heute in Berlin. Er hat als Wissenschaftsjournalist gearbeitet, Erzählungen und Essays veröffentlicht, er schreibt Romane und Gedichte. Er wurde mit dem Fontane Literaturpreis und mit dem Berliner Literaturpreis ausgezeichnet und war sowohl für den Deutschen Buchpreis als auch für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Der Ort "Rostlaube" der Freien Universität in Berlin Dahlem.

  • May 9 · 48 min

    Mit Sharon Dodua Otoo in Berlin Kreuzberg

    Es beginnt mit einem Mord. Amata Haller hat ihren Chef Heinz Brockhaus umgebracht, bei einem gemeinsamen Roadtrip an die Ostsee. Das ist gleich am Anfang klar. Und: Sie hat keine Reue. Die Spannung in Sharon Dodua Otoos zweitem Roman "So in etwa ist es geschehen" entsteht nicht aus der Frage, ob Amata diesen Mann getötet hat – sondern warum. Eine Geschichte, die Rassismus, Macht und Wut verhandelt – und die Frage stellt, wie tief Diskriminierungserfahrungen sitzen können. Anne-Dore und Sharon treffen sich im Berliner Büro der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) und sprechen über May Ayim, Straßenumbenennungen, Männer wie Brockhaus, produktive Diskussionen und Mikroaggressionen, die sich in etwas viel Größeres verwandeln können. Der Ort Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) https://isdonline.de Die Autorin Sharon Dodua Otoo wurde 1972 in London geboren. 2016 gewann sie den Ingeborg-Bachmann-Preis. 2021 erschien ihr Debütroman "Adas Raum". Sie hat vier Söhne und lebt in Berlin. Das Buch Sharon Dodua Otoo: "So in etwa ist es geschehen", S. Fischer, 144 Seiten, 22,00 Euro. Sharon empfiehlt Jessica Mawuena Lawson: "Kekeli", Verbrecher Verlag, 246 Seiten, 24,00 Euro. Anne-Dore empfiehlt Judith Schalansky: "Marmor, Quecksilber, Nebel. Woraus die Welt gemacht ist", Suhrkamp Verlag, 176 Seiten, 24,00 Euro.

  • April 23 · 53 min

    Mit Maxim Leo beim Einatmen und Ausatmen in der rbb-Dachlounge

    Marlene Buchholz ist ein "tough cookie", eine erfolgreiche Business-Frau, die zwar effizient ist, aber auch als empathielos gilt. Damit sie die Nachfolge des CEO bei Aviola antreten kann, wird sie zu einem zweiwöchigen Achtsamkeitskurs bei dem erfolgreichen Coach Alex Grow in Brandenburg verdonnert. Sie hat keine Lust, erlebt aber eine Läuterung und trifft wichtige Lebensentscheidungen. Sie begegnet den Menschen um das Schloss herum, aber vor allem sich selbst und den Familientraumata. Ein Buch über vererbte Traumata, Weichenstellungen im Leben, Empathie, Achtsamkeit und die falschen Glücksversprechen einer Wellness- und Coaching-Industrie, die ausgebrannte Leistungsträger wieder fit für das Hamsterrad macht. Das Buch Maxim Leo: "Einatmen – Ausatmen", Kiepenheuer & Witsch, 256 Seiten, 23,00 Euro. Maxim empfiehlt Haruki Murakami: "Die Ermordung des Comendatore", Zwei Bände, zusammen 998 Seiten, Du Mont Verlag, je 23,00 Euro. Der Autor Maxim Leo, 1970 in Ost-Berlin, stammt aus einer Ost-Berliner jüdischen Familie. Seine Mutter ist Journalistin, sein Vater Grafik-Designer. Sein Großvater müttlicherseits hat für die Resistance in Frankreich gekämpft, sein Großvater väterlicherseits war Wehrmachtssoldat und geriet in französische Kriegsgefangenschaft. Über seine Familie hat er mehrere Bücher geschrieben (Wer wir waren. Haltet Euer Herz bereit). Weil er zunächst nicht das Abitur machen durfte, machte Maxim Leo zunächst eine Ausbildung zum Chemie-Laboranten. Zwanzig Jahre arbeitete er für die “Berliner Zeitung”, schrieb mit Jochen Gutsch zusammen Kolumnen. Mit ihm hat er auch einige Bücher verfasst (Frankie u.a.). Maxim Leo ist Bestsellerautor und hat auch das Drehbuch für einen Tatort verfasst. Der Ort Im Studio 14 – DIE rbb-DACHLOUNGE https://www.radiodrei.de/kultursalon Podcast-Tipp Buchgefühl – Lesung und Gespräch in ARD Sounds https://www.ardsounds.de/sendung/buchgefuehl-lesung-und-gespraech/urn:ard:show:35ac3473ddd03266/

  • April 16 · 52 min

    Auf einen Spaziergang mit Lukas Rietzschel

    An einem Roman kommt in diesem Frühjahr scheinbar keiner vorbei: "Sanditz" von Lukas Rietzschel. Direkt nach Erscheinen hat das Buch die Bestsellerlisten gestürmt. Für einige Kritiker ist es sogar das beste des Frühjahrs. Solche Superlative findet Nadine schwierig, aber begeistert ist sie trotzdem. Der lakonisch erzählte Familienroman beleuchtet ostdeutsche Lebenswelten und spannt einen Bogen aus den 70er Jahren der DDR bis in die Pandemiejahre 2021/22. Warum wir uns mit der Corona-Zeit dringend noch mal auseinandersetzen sollten, wieso Lukas in die Ukraine gereist ist und was ein "Kuchen-Sachse" ist, darüber sprechen Nadine und der Autor in dieser Folge. Das Buch Lukas Rietzschel: "Sanditz", dtv, 480 Seiten, 26,00 Euro. Nadine empfiehlt: Sally Lisa Starken: "Wenn der rechte Rand regiert – USA, Italien, Polen: Demokratien am Kipppunkt? Was wir jetzt für unsere Zukunft tun müssen", Heyne, 336 Seiten, 18,00 Euro. Lukas empfiehlt: Armin Schäfer und Michael Zürn: "Die demokratische Regression", Edition Suhrkamp, 247 Seiten, 16,00 Euro. Yade Yasemin Önder: "Anti-Müller", park x ullstein, 240 Seiten, 23,00 Euro. Nils C. Kumkar: "Polarisierung - Die Ordnung der Politik", Edition Suhrkamp, 290 Seiten, 18,00 Euro. Der Autor Lukas Rietzschel, geboren 1994 in Räckelwitz, Sachsen, schreibt mit großem Erfolg Romane und Theaterstücke. Schon sein Debüt "Mit der Faust in die Welt schlagen" (2018) brachte ihm große Aufmerksamkeit ein. Seitdem gilt er als einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller der Nachwendegeneration. Es folgten "Raumfahrer" (2021) und Theaterstücke wie "Das beispielhafte Leben des Samuel W." (2024) und nun sein neuer Roman "Sanditz". Der Ort Spaziergang durch Leipzig, Cafe Riquet, Nikolaikirche, Augustusplatz.

  • April 9 · 46 min

    Mit Tomer Gardi beim Lieferservice

    "Liefern" erzählt die (fiktiven) Leben von sogenannten "Riders", Essenslieferanten, die in einer globalisierten Welt ein neues, migrantisches Proletariat bilden. Sie bewegen sich in globalisierten Städten, auf den Straßen von Neu Delhi, Tel Aviv, Buenos Aires, Istanbul und Berlin, oder sie pflücken Rosen für den Valentinstag in einer kenianischen Rosenfarm. Auch sie sind global miteinander vernetzt, am Handy findet ihr Leben statt. Arm und Reich begegnen sich im globalen Raum, überwacht vom Kunden. Stephan Ozsváth hat mit Tomer Gardi über das globalisierte Prekariat gesprochen, Gamification im Roman und die Rolle des Schriftstellers in der Gesellschaft. Das Buch Tomer Gardi: Liefern. Tropen. 320 Seiten, 25 Euro. Stephan empfiehlt Lavinia Braniste: Null Komma Irgendwas. Mikrotext. 280 Seiten, 25 Euro. Tomer empfiehlt Emmanuel Carrère: D´autres vies que la mienne. Gallimard. 333 Seiten. Der Autor Tomer Gardi ist 1974 im Kibbuz Dan in Galiläa geboren. Er lebt als Schriftsteller in Berlin. Sein Debüt "Stein, Papier" erschien auf Hebräisch und 2013 in deutscher Übersetzung. 2016 erschien sein Roman "Broken German". Für den Roman "Eine runde Sache" erhielt er 2022 den Preis der Leipziger Buchmesse. Seine Arbeiten wurden mehrfach mit renommierten Stipendien gefördert. Der Ort Liefer-HUB in Berlin Kreuzberg

  • April 2 · 49 min

    Mit Christoph Peters in der rbb Dachlounge

    Christoph Peters neuer Roman ist ein tiefer Einblick in das Denken und Fühlen eines Kreativen. In "Entzug" erzählt der Berliner Schriftsteller vom Trinken und vor allem: vom Nicht-Trinken. Während der erste Teil in den Irsinn im Kopf eines Alkoholikers eintaucht, beschreibt der zweite, längere Teil des Buches den Entzug in einer Suchtklinik, die Mitinsassen, das Nüchternwerden und vor allem: das Neuverorten. Mit Anne-Dore hat Christoph Peters in der rbb Dachlounge gesprochen: über die autobiographischen Züge, die sein Roman trägt, das Finden der Tonlagen, trinkende künstlerische Identifikationsfiguren und über die Alltäglichkeit von Schnapspralinen, Begrüßungsschnaps und Frühschoppen. Das Buch Christoph Peters: "Entzug", Luchterhand Verlag, 398 Seiten, 24,00 Euro. Der Autor Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar am Niederrhein geboren. Er hat zahlreiche Bücher geschrieben, u.a. "Stadt, Land, Fluß", "Wir in Kahlenbeck", "Mitsukos Restaurant", "Dorfroman" und zuletzt die Trilogie "Der Sandkasten", "Krähen im Park" und "Innerstädtischer Tod", angelehnt an Wolfgang Koeppens Nachkriegstrilogie. Peters lebt mit seiner Frau, der Schriftstellerin Veronika Peters, in Berlin. Der Ort Studio 14 im rbb: https://www.studio14-dierbbdachlounge.de

  • March 26 · 50 min

    Mit Shelly Kupferberg auf der "Roten Insel" in Berlin Schöneberg

    In "Isidor" ist Shelly Kupferberg der Geschichte ihres jüdischen Wiener Ur-Großonkels nachgegangen. Für ihren zweiten Roman "Stunden wie Tage" hat sie Berliner Kiezgeschichte recherchiert. Ein Wohnhaus im Laufe der Zeit kurz vor und nach Hitlers Machtübernahme. Aber auch in dieses Buch hat die Autorin, Kulturjournalistin und Moderatorin wieder eigene Familiengeschichte und -geschichten einfließen lassen. "Das ist das einzige Erbe, wenn man so will, was ich von meinen Vorfahren habe bekommen können", sagt sie. Sie sieht sich als so genannte dritte Generation nach dem Holocaust als "Zweitzeugin" und möchte diese Geschichten bewahren und weitergeben. Darüber spricht Shelly Kupferberg mit Nadine bei einem Spaziergang auf der Schöneberger "Roten Insel", einem einstigen Arbeiterviertel. Das Buch: Shelly Kupferberg: "Stunden wie Tage", 272 Seiten, Diogenes Nadine empfiehlt: Siri Hustvedt: "Ghost Stories. Ein Buch der Erinnerung", aus dem Englischen übersetzt von Uli Aumüller und Grete Osterwald, 400 Seiten, Rowohlt. Shelly empfiehlt: Thierry Paquot: "Die Kunst des Mittagsschlafs", aus dem Französischen übersetzt von Melanie Heusel und Sabine Dzuck, 96 Seiten, Steidl Verlag. Die Autorin Shelly Kupferberg lebt in Berlin, sie ist Kulturjournalistin und Moderatorin für radio3 vom rbb und Deutschlandfunk Kultur. Sie wurde 1974 in Tel Aviv geboren und ist in West-Berlin aufgewachsen. Ihr erster Roman "Isidor" wurde 2026 als Theaterstück am Burgtheater Wien aufgeführt. "Stunden wie Tage" ist ihr zweiter Roman. Der Ort Kiezspaziergang durch die Leberstraße über den Gustav-Müller-Platz zur Naumannstraße und zum Cheruskerpark. Podcast-Tipp: Buchgefühl – Lesung und Gespräch https://www.ardsounds.de/sendung/buchgefuehl-lesung-und-gespraech/urn:ard:show:35ac3473ddd03266/

  • March 20 · 35 min

    Mit Lilli Tollkien auf der Literaturbühne in Leipzig

    Selten bekommt ein Debüt so viel Aufmerksamkeit wie Lilli Tollkiens "Mit beiden Händen den Himmel stützen". Ein fesselnder, sprachlich und formal herausragender Roman über das Mädchen Lale, das in den 80er Jahren in einer Berliner Männer-WG aufwächst und einen Halt sucht, u.a. in der Kunst und im Erzählen. Auf der Leipziger Buchmesse hat sich Lilli Tollkien mit Anne-Dore auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3Sat getroffen. Sie erzählt, wie sie zu der eindrücklichen Kinderperspektive gefunden hat und warum sie den Roman mit der Sicht eines Embryos beginnt; spricht über Grenzen, Resilienz und Selbstermächtigung. Das Buch Lilli Tollkien: Mit beiden Händen den Himmel stützen. Aufbau Verlag 2026, 255 Seiten, 24 Euro Der Ort Leipziger Buchmesse https://www.leipziger-buchmesse.de Die Autorin Lilli Tollkien wurde 1980 in Berlin geboren und lebt in Leipzig. Sie hat in verschiedenen Berufen gearbeitet, u.a. als Jobcoach, Suchtberaterin und Ausstatterin. Sie fotografiert und hat in Anthologien veröffentlicht. „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ ist ihr erster Roman.

  • March 12 · 46 min

    Mit Lena Gorelik in der Alten Feuerwache Mannheim

    Über Mütter und Nicht-Mütter, Frauen, die Mütter "müssensollendürfenkönnewollen" oder eben gerade nicht, denkt Lena Gorelik in ihrem neuen Buch nach. "Alle meine Mütter" ist also ganz klar: ein Buch für alle. Lena Gorelik hat Geschichten gesammelt rund um Mütter- und Nichtmütter. Es geht um Mutterliebe, Erwartungen, Rollenmuster, Entscheidungen für oder gegen Kinder, um eine kranke Mutter, Alleinerziehende und moderne Familien mit mehreren Müttern. Am Tage ihrer Vorabpremiere auf dem Lesefestival "lesen.hören" sitzt sie mit Anne-Dore auf der Bühne der Alten Feuerwache in Mannheim, für Orte & Worte noch vor dem leerem Saal. Sie sprechen über den Preis der Literaturhäuser, den Lena Gorelik dieses Jahr erhalten hat, über Sprache, xy und Kinderhaben und entdecken ihre gemeinsame Liebe für Beppo den Straßenfeger aus "Momo". Das Buch Lena Gorelik: „Alle meine Mütter“, Rowohlt, 272 Seiten, 24 Euro. Die Autorin Lena Gorelik, 1981 geboren in Leningrad (jetzt Sankt Petersburg) kam 1992 mit ihrer Familie nach Deutschland. Von ihr erschienen u.a. "Meine weißen Nächte" (2004), "Die Listensammlerin" (2013) und "Wer wir sind" (2021). 2026 erhält sie den Preis der Literaturhäuser. Lena Gorelik empfiehlt: Svenja Leiber "Nelka", Suhrkamp, 200 Seiten, 24,00 Euro Anne-Dore Krohn empfiehlt: Navid Kermani: "Sommer 24", Hanser, 130 Seiten, 23,00 Euro.

  • March 5 · 52 min

    Mit Helene Bukowski in der ehemaligen DDR-Spezialschule für Musik in Berlin Mitte

    Eine Kiste voll mit Fotos, Briefen, Notizen und Kassetten war der Ausgangspunkt für Helene Bukowski ihren neuen Roman zu schreiben. „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ erzählt die Geschichte der jungen Pianistin Christina, die als Wunderkind erst an der Spezialschule für Musik in Ost-Berlin und dann am Konservatorium in Moskau ausgebildet wird. Aber mit nur 24 Jahren nimmt sie sich das Leben. Wer war die junge Frau? Und wie nähert man sich der Biografie einer Fremden? Wie kann und darf man sie erzählen? Dafür hat Helene Bukowski eine ganz eigene Form gefunden und ist damit für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Nadine trifft sich mit ihr in den Räumen der ehemaligen Spezialschule für Musik in Berlin Mitte, wo heute am "Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach" immer noch Talente gefördert werden. Das Buch Helene Bukowski: "Wer möchte nicht im Leben bleiben", Claassen, 384 Seiten, 24,00 Euro Die Autorin Helene Bukowski, geboren 1993 in Berlin und dort auch aufgewachsen, hat in Hildesheim Kreatives Schreiben studiert und bisher drei Romane veröffentlicht: "Milchzähne" (2019) war für viele Preise nominiert und wurde verfilmt. 2022 folgte "Die Kriegerin". Und nun "Wer möchte nicht im Leben bleiben". Die Bücher über die Nadine und Helene sonst noch sprechen. Helene empfiehlt: Ines Geipel: "Das Heft", Transit Verlag, 1999, nur noch antiquarisch/ gebraucht/ in Bibliotheken. Nadine empfiehlt: Ulli Lust: "Die Frau als Mensch 2: Schamaninnen", Reprodukt, 304 Seiten, 29,00 Euro Der Ort Das Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach, ehemalige Spezialschule für Musik der DDR

  • February 26 · 51 min

    Mit Vernesa Berbo bei Wein und Gesang in der Galerie Subject-Object

    Es sind zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Dijana und Dada. Die eine ist burschikos, geht an die Front, der Vater nennt sie “Sohn”. Die andere: Hypersensibel, Tabletten- und Alkoholsüchtig, vergewaltigt von UN-Soldaten. Vernesa Berbo beschreibt die Belagerung von Sarajevo aus der Perspektive der Frauen. Das unterscheidet dieses Debut von vielen anderen Büchern zum Thema. Sie verblendet das Trauma einer jungen Bosnierin mit der Kriegserfahrung einer deutschen Seniorin, die sie in Berlin kennenlernt. Ein Abend mit gemeinsamem Singen und Reden über Kriege, Theaterspielen in einer belagerten Stadt, die Kraft der Kultur, die Musik der Roma, wie Schreiben hilft, nicht verrückt zu werden und den Traum von Jugoslawien. Das Buch Vernesa Berbo: Der Sohn und das Schneeflöckchen, Frankfurter Verlagsanstalt, 26 Euro, 448 Seiten. Stephan Ozsváth empfiehlt Ena Katerina Haler: Die Schuldlosen. Folio Verlag.256 Seiten. 25 Euro. Vernesa Berbo empfiehlt Marica Bodrozic: Das Herzflorett, Luchterhand Verlag, 288 Seiten, 24 Euro Sasa Stanisic: Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird, Luchterhand, 160 Seiten, 22 Euro. Der Ort Galerie Subject Object, Berlin Schöneberg Die Autorin Vernesa Berbo ist in Priboj geboren, in Sarajevo hat sie Schauspiel studiert. Während der Belagerung der bosnischen Hauptstadt hat sie die “Hexe” in einem Unicef-Theater verkörpert, das Kinder mit Entspannung und Lunchpaketen versorgte. Sie ist Schauspielerin, Drehbuchautorin und Musikerin. Mit den “Balkan Boys” tourt sie. Am liebsten ist sie Mutter, sagt sie. 1994 kam sie als Kriegsflüchtling nach Berlin. “Der Sohn und das Schneeflöckchen” ist ihr erster Roman.

  • February 19 · 49 min

    Mit Peggy Mädler im Rechenzentrum Potsdam

    "Selbstregulierung des Herzens" heißt der neue Roman von Peggy Mädler. Noch ein letztes Mal, so sagt die Schriftstellerin, wollte sie zurückblicken auf die DDR und die Wendezeit. Sie erzählt vier Jahrzehnte im Leben einiger Freunde und Pärchen. Die einen träumen von Wirtschaftsreformen und intelligenten Rechenmaschinen, die anderen von Kunst ohne staatliche Kontrolle. Es geht um Rückzugsräume und Datschenträume, um Kybernetik, selbst lernende Systeme, die Liebe, Kunst und den Alltag zwischen Selbstregulierung und Staatsüberwachung. Peggy und Nadine reden im ehemaligen Rechenzentrum Potsdam über die Entstehung des Romans, Peggys Datsche, den Zusammenhang von Kybernetik und Politik, und über den Blick auf Ostdeutschland heute. Das Buch Peggy Mädler: "Selbstregulierung des Herzens", Galiani Berlin, 304 Seiten, 23 Euro Nadine empfiehlt Christoph Hein: "Das Narrenschiff", 751 Seiten, Suhrkamp Peggy empfiehlt Jina Khayyer: "Im Herzen der Katze", Suhrkamp, 253 Seiten, 25 Euro Heike Geißler: "Verzweiflungen", Essay, Edition Suhrkamp, 221 Seiten, 18 Euro Der Ort Rechenzentrum Potsdam mit dem Mosaik-Wandbild von Fritz Eisel Die Autorin Peggy Mädler wurde 1976 in Dresden geboren und lebt als Theater-Dramaturgin und freie Autorin in Berlin. Sie arbeitet bundesweit mit verschiedenen Performancegruppen, Theatern und Regisseur*innen zusammen. Für ihren Roman "Wohnin wir gehen" (2019) erhielt sie den Fontane-Literaturpreis der Fontanestadt Neuruppin und des Landes Brandenburg. 2024 erschien "Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat" mit Annett Gröschner und Wenke Seemann.

  • February 12 · 46 min

    Eine Zeitreise in Berlin-Schöneberg mit Michael Wildenhain

    Westberlin im Jahr 1969: Kriegsruinen und eine traumatisierte Elterngeneration, politische Umbrüche und die oft harten Gesetze der Straße. In seinem neuen Roman „Das Ende vom Lied“ erzählt der Berliner Schriftsteller Michael Wildenhain von einem Jungen an der Schwelle zum Erwachsenwerden, der sich buchstäblich durchboxen muss – und die erste Liebe erlebt. Anne-Dore trifft Michael Wildenhain am Heinrich-Lassen-Park in Berlin-Schöneberg, wo der Roman spielt. Gemeinsam laufen sie die Schauplätze ab, u.a. geht es zum Friedhof und zum alten Straßenbahndepot. Ein literarischer Winterspaziergang, der streckenweise zur Zeitreise in die 60er Jahre wird. Das Buch Michael Wildenhain „Das Ende vom Lied“, Klett-Cotta-Verlag, 416 Seiten, 26 Euro. Der Autor Michael Wildenhain, 1958 in Berlin geboren, hat zahlreiche Romane, Erzählungen, Gedichte und Jugendbücher geschrieben, u.a. "Die kalte Haut der Stadt", "Russisch Brot", "Das Singen der Sirenen" oder "Die Erfindung der Null". Er war u.a. für den Deutschen Buchpreis nominiert und Stipendiat der Villa Massimo. Podcast-Tipp: Bei "Die großen Fragen in 10 Minuten" von MDR Wissen gibt es aktuell Sonderfolgen zur Artemis II Mission zum Mond: https://1.ard.de/DGF_Artemis