
Mit Tamara Štajner im Wiener Arnold Schönberg Centrum
Iva fliegt zur Beerdigung ihres Kindermädchens nach Ohrid in Nordmazedonien. Der slowenische Vater hat hier einst ein jugoslawisches Ferienhotel geleitet, während die Mutter in Slowenien blieb. "Luft nach unten" erzählt von einer Spurensuche - in der eigenen Vergangenheit, in der Vergangenheit Jugoslawiens, und im Inneren der Protagonistin Iva: sie will verzweifelt Mutter sein, aber auch Geliebte. Das eine versucht sie - tragikomisch - mit ihrem Mann und der Hilfe einer Kinderwunschklinik. Das andere bei den sporadischen Treffen mit ihrem Geliebten. Die Protagonistin ist Musikerin wie Tamara Štajner. Stephan Ozsváth hat die Autorin im Wiener Arnold Schönberg Center getroffen. Zwischen Artefakten und am rekonstruierten Arbeitszimmer des Komponisten haben sie über Kinderwunsch, Religion, die jugoslawische Gulag-Insel Goli Otok, Lampenfieber und das Schreiben gesprochen. Das Buch Luft nach unten, Zsolnay, 336 Seiten, 25 Euro. Die Bücher, über die Stephan und Tamara sonst noch sprechen: Tamara empfiehlt: Siri Hustvedt. Ghost Stories. Rowohlt. 400 Seiten. 26 Euro. Stephan empfiehlt: Dana Vowinckl: Anton und Alma. Suhrkamp. 542 Seiten. 26 Seiten. (erscheint Anfang September 2026) Die Autorin Tamara Štajner ist 1987 in Novo Mesto geboren. Von dort stammt auch Melania Trump. Ihr Großvater war Partisan, fiel in Ungnade und wurde in Goli Otok inhaftiert. Zuvor war er bei Berlin als Zwangsarbeiter eingesetzt. Tamara Štajner hat Bratsche in Ljubljana und Wien studiert. Sie schreibt auf Slowenisch und Deutsch, gestaltet auch Performances. "Luft nach unten" gewann 2024 den Kelag-Preis beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt. Im gleichen Jahr wurde die Autorin auch mit dem Lyrik-Preis Meran ausgezeichnet. "Luft nach unten" ist ihr zweiter Roman nach ihrem Debüt "Raupenfell". Tamara Štajner lebt in Wien. Der Ort Das Arnold Schönberg Centrum in Wien

















