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#451Thursday · 38 minMarketerTalk mit Mathias Hettich
Das sind die Themen: Marketing und Sales gemeinsam am Scoring arbeiten lassen Das alte Lead Scoring hat das Vertrauen des Vertriebs verloren, viele Leads blieben liegen. Climate Partner baut es deshalb neu, gemeinsam mit Sales: Fünf Vertriebskollegen testen mit, ein Workshop sammelt Feedback, dann geht das Modell global live. Alle zwei Wochen werden die Schwellen nachjustiert. Wer Sales früh einbindet, ersetzt Silo-Denken durch Akzeptanz. Aktivitäts- und Profilscore getrennt bewerten Beide Scores bekommen eigene Schwellen, ein Lead muss bei beiden darüberliegen. Das Profil wird mit dem Ideal Customer Profile abgeglichen, die Aktivität misst Fragen und Verweildauer in Webinaren sowie das Website-Verhalten. Kontaktanfragen laufen über eine Fastlane. Hilfreich sind auch Formularfragen nach dem Grund des Interesses, denn sie liefern Kontext für den Vertrieb. Predictive Scoring braucht saubere Daten Das Predictive Scoring führte als Top-Leads vor allem Kontakte, die ein bestimmter Kollege im CRM importiert hatte. Das Modell las ein Muster aus dem Importprozess, nicht aus dem Kaufinteresse. KI ist kein Wundermittel: Zuerst muss die Datenqualität stimmen. Bis dahin liefert ein klassisches, sauber gepflegtes Scoring mit klaren Schwellen verlässliche Ergebnisse. Account Manager mit Demut und Pilotländern gewinnen Eine zentrale Mail an Bestandskunden war lange ein No-Go. Vertrauen entstand in kleinen Schritten: viel Austausch, doppelte Freigabeschleifen und Pilotländer wie Österreich. Heute laufen Begrüßungsstrecke, NPS-Abfragen und Upselling-Impulse. Opt-out und vier Kontaktstufen schützen laufende Gespräche, denn Mails im Namen der Account Manager brauchen Vorlauf und Feingefühl. KI-Agenten nutzen, Human in the Loop behalten Ein mit Claude gebauter Agent bündelt Kundendaten aus mehreren Systemen in einem Dashboard und zeigt Schmerzpunkte und passende Produkte. Weitere Agenten coachen Sales im Discovery Call oder erklären den Lead-to-Cash-Prozess. Mails schreibt und versendet der Agent noch nicht selbst. Die Entscheidung bleibt beim Menschen, die Systeme sollen ihm zuarbeiten, am besten direkt im CRM.
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#450Wednesday · 27 minMarketerTalk mit Felix van de Sand
Das sind die Themen: Agenten übernehmen den Routineeinkauf Der Traffic durch KI hat sich binnen eines Jahres vervierfacht, KI-Key-Events wie Sign-ups und Käufe haben sich verdreifacht. Alltagskäufe wie Laufschuhe oder Druckerpapier erledigt künftig ein Agent. Inspirationskäufe bleiben beim Menschen. Prüfen Sie, welche Ihrer Produkte zum Purchasing zählen, denn dort verlieren Sie den direkten Kundenkontakt zuerst. Website für Menschen und Agenten aufbereiten Die Website muss weiter Menschen überzeugen, ihre Daten müssen aber auch für Agenten lesbar sein. IKEA macht das vor, erst 6 Prozent der Unternehmen haben eine llms.txt. Agenten holen Empfehlungen bei Reddit, Trustpilot und in vertrauenswürdigen Medien. Pressearbeit und eine Community, die positiv über Sie spricht, werden dadurch deutlich wichtiger. Bestandskunden statt teurer Neukundengewinnung Neukunden zu gewinnen ist teuer, und die Customer Journey wandert in die Agenten. Loyalität und Erlebnisse nach dem Kauf rücken deshalb in den Fokus. Peloton wurde mit einer Community wieder profitabel: Book Clubs, Läufe vor Ort und Trainer als Identifikationsfiguren. Ein Rabattprogramm allein erreicht diese Bindung nicht, sie braucht Zeit und Geduld. Eine App braucht mehr als Punkte Nutzer haben im Schnitt 17 Apps auf dem Handy und nutzen davon sieben. Eine Loyalty-App, die nur Punkte sammelt, bleibt rein transaktional. Fragen Sie sich, welchen Moment oder Ort Ihre Marke besetzen kann. Starbucks macht 60 Prozent des Umsatzes über die App, Rituals verbindet Selfcare mit Meditations-App und smarter Duftkerze, beide bieten also mehr als Rabatte. Gamification mit Maß, Zugehörigkeit mit System Gamification funktioniert, wenn sie eine gesunde Beziehung stützt. Duolingo zeigt mit Streak und weinender Eule, wie das geht, Shein und Temu mit ihrer Abhängigkeit eher nicht. Nicht jede Marke muss eine eigene Community bauen, bestehende lassen sich nutzen. Im Lebensmittelhandel liegt Potenzial bei Gesundheit und Longevity, etwa mit Ernährungstipps zum Warenkorb.
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#449Tuesday · 42 minMarketerTalk mit Timo Schulte
Mit dem Unspektakulären starten Der größte KI-Nutzen steckt oft im Unspektakulären. In der Postproduktion ist ein Editor statt nach acht schon nach sechs Stunden fertig, und es entsteht mehr Content. Noch mehr Wirkung hat Food-Fotografie: Jeder Tag im Hangar kostet eine Airline Geld. Synthetisierte Personas in echten, selbst gedrehten Umfeldern sparen Models, Buyouts und Flugzeugzeit. Erst Datenschutz, dann Tools testen Verbote helfen nicht, denn Schatten-IT wächst von allein. Besser sind Enterprise-Lizenzen mit Datenverarbeitungsverträgen und klare technisch-organisatorische Regeln. Neue Tools laufen zuerst in einer Sandbox mit Dummydaten. So fielen 70 bis 90 Prozent der getesteten Anbieter wieder raus. Die Leitfrage lautet nicht mehr „Kannst du KI?“, sondern „Kannst du KI sicher?“ Kennzeichnen, wo Täuschung beginnt Flauschigere Wolken oder ein anderes Gerät in der Hand? Das ist Bildbearbeitung, keine Täuschung. Synthetisierte Personas, Essen oder echte Menschen an Orten, an denen sie nie waren, sollten Sie dagegen ausweisen. Der EU AI Act lässt beim Thema Deepfake noch Fragen offen. Nutzen Sie bis zu ersten Urteilen Ihre Kundschaft als Kompass: Ab wann fühlt sie sich getäuscht? Innovation und Kampfpreis passen nicht zusammen Ihre Kunden erwarten 30 Prozent Ersparnis, doch KI-Know-how kostet zunächst Geld: Tools, Credits, Experten. Statt von Kampagne zu Kampagne zu denken, bauen Agenturen eine Maschine, die später schnell und günstig Content liefert. Planen Sie deshalb mittelfristig und rechnen Sie Investitionen in Expertise und Tools von Anfang an ein. Beides zugleich, günstig und innovativ, gelingt nicht. Mischwelt statt KI-Totalität Mal passt KI-Content, mal das echte Shooting, so wie Playlist und Schallplatte nebeneinander existieren. Die Entscheidung ist auch eine ökonomische, nicht nur eine künstlerische. Social Media eignet sich zum Testen: Varianten ausspielen, KPIs lesen, per Social Listening nachmessen. Bei KI-Agenten bleibt der Mensch im Prozess, denn volle Automatisierung bedeutet volle Haftung.
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#448Monday · 9 minMarketerTalk mit Daniel Knapp
Das sind die Themen Rendite zählt, nicht der Kanal Werbetreibende denken nicht in Kanälen, sondern in der Rendite ihres Kapitals. Sie wählen Partner, bei denen sich Budget mit wenig Reibung einsetzen lässt und denen sie vertrauen. Ob dahinter eine Blackbox steckt, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Prüfen Sie, wie einfach Ihre Partner Budgetentscheidungen machen, und begründen Sie Ihre Mediaplanung intern konsequent über den Return. Das Open Web braucht den Easy-Button Im Open Web gibt es viele starke Lösungen, aber meist nur Teillösungen. Es fehlt der einfache Weg, Budget über mehrere Anbieter hinweg zu platzieren. Agentic-Protokolle könnten Inselprodukte verbinden, ohne dass der Markt weiter konsolidieren muss. Fragen Sie Ihre Partner im Open Web gezielt nach Schnittstellen und danach, wie sich ihre Produkte zusammen steuern lassen. Plattformen: Mit dem Budget geht auch Wissen Große Plattformen liefern Ergebnisse, aber in einer geschlossenen Logik, die sich extern nicht prüfen lässt. Wer dort fast sein ganzes Budget einsetzt, gibt auch Wissen und Know-how aus der Hand. Behalten Sie deshalb die Source of Truth selbst, etwa über ein Marketing-Mix-Modell. Ein Entweder-oder zwischen Plattform und Open Web bringt Sie bei der Mediaplanung nicht weiter. KI bringt Kreation und Media zusammen KI führt nicht nur zu mehr Effizienz, sondern bringt Kreation und Media zusammen. Diese Trennung stammt aus der Zeit der Holdings, große Plattformen heben sie bereits auf. Kreation war in der Programmatic-Welt lange der am wenigsten gemessene Hebel, das ändert sich gerade. Prüfen Sie, wie Sie Kreation und Mediasteuerung in Ihrem Team und mit Ihren Agenturen enger verzahnen können. Bei Agentic AI schließt sich die Lücke Bei Agentic AI wurde bisher viel angekündigt, aber kaum ein Produkt geliefert. Eine Auswertung großer Branchen-Newsletter zu Themen und Frequenz zeigt: Seit Cannes 2026 rückt die Ankündigung näher an die Umsetzung. Das ist ein gutes Zeichen, aber noch kein Beweis für den breiten Einsatz. Verlangen Sie von Anbietern deshalb einen belegten Proof of Value statt Roadmap-Versprechen.
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#447October 9 · 1 hr 1 minBeyond Targeting: KI, Kreation und Wirkung im Open Web
Wie KI, Creative und Open Web Advertising neu sortieren
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#446October 7 · 12 minMarketerTalk mit Philipp Müller
Das sind die Themen: Qualität schlägt Menge bei Leads Mehr Leads bedeuten nicht automatisch mehr Abschlüsse. Wenn Verkäufer im Handelsnetz fehlen, überlasten zu viele Anfragen den Vertrieb. Nissan hat die Lead-Menge in den letzten Jahren erfolgreich gesteigert und legt den Fokus jetzt auf Qualität. Verkaufssignale steuern die Kampagne Meta optimiert nur so gut, wie die Daten es zulassen. Nissan meldet deshalb Angebot, Probefahrt und Vertragsabschluss aus dem Verkäuferarbeitsplatz zurück an das Buchungstool. Die Kampagnen lernen damit nicht mehr nur auf Klicks oder Formulare, sondern auf echte Verkaufsschritte. Spürbare Effekte gibt es noch nicht, die Schnittstelle steht erst seit wenigen Wochen. WhatsApp-Chatbot statt Callcenter Callcenter qualifizieren Leads langsam und teuer. Nissan schaltet deshalb einen WhatsApp-Chatbot vor den Verkäufer. Er fragt Kaufabsicht, Finanzierung oder Leasing und Modelldetails ab, filtert schwache Anfragen heraus und reichert den Lead an. Gestartet wird bewusst klein: mit einem einfachen Decision Tree, der Erfahrungen liefert, bevor mehr KI dazukommt. Vorqualifizierung dort, wo die Qualität schwächer ist Nicht jeder Kanal braucht einen Chatbot. Nissan setzt die Vorqualifizierung vor allem dort ein, wo die Lead-Qualität deutlich geringer ist. Wer wirklich kaufen will, füllt Formulare ohnehin sorgfältig aus und reichert seinen Lead selbst an. Entscheidend ist die Abwägung zwischen günstigem Einkauf und der Belastung des Vertriebs, die Nissan derzeit in einem Pilotprojekt mit der Europazentrale in mehreren Ländern testet. KI-Agent senkt Lokalisierungskosten Den größten Mehrwert sieht Nissan zuletzt bei der Lokalisierung. Ein KI-Agent, trainiert auf den Nissan Tone of Voice, übernimmt Inhalte für Website, Training und CRM. Das spart sechsstellige Budgets und viele Abstimmungsschleifen mit Agenturen. Ein Mensch prüft die Ergebnisse weiterhin, doch eine Person schafft die Arbeit nun ohne externe Dienstleister deutlich schneller.
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#445October 6 · 34 minMarketerTalk mit Julius Hemingway
Das sind die Themen: Veraltete Seiten verfälschen KI-Antworten Kunden fragen zunehmend ChatGPT oder Claude, statt zu googeln. KI-Crawler lesen dabei deutlich mehr Content als klassische Suchmaschinen, auch Ihre alten Seiten. Nach einer Preisänderung kann die KI so einen falschen Preis nennen, wie Storyblok es selbst erlebt hat. Prüfen Sie deshalb, ob jede Änderung auf allen Seiten Ihrer Website angekommen ist. Content-Schulden haben einen Preis Die Studie beziffert den weltweiten Schaden durch Content-Schulden auf 4,63 Billionen Dollar pro Jahr. Grundlage sind Umfragen unter Unternehmen zu betroffenem Umsatz und Reparaturkosten. 69 Prozent der Befragten sehen darin ein großes Compliance-Risiko. Mit solchen Zahlen begründen Sie intern leichter, warum das Aufräumen von Inhalten Budget und Zeit braucht. Erst Content Audit, dann Aufräumen Ohne Überblick keine Strategie: Klären Sie zuerst, welche Seiten veraltet, ungenau oder nicht compliant sind. Dabei helfen Zugriffszahlen im CMS, auch die von KI-Crawlern, oder spezialisierte Agenturen für Content Audits. Storyblok selbst hat zu Jahresbeginn 569 Seiten gelöscht. Legen Sie außerdem fest, wann Seiten archiviert oder offline genommen werden. Modulare Struktur und FAQs helfen der KI Denken Sie Ihre gesamte Website in wiederverwendbaren Bausteinen. Eine Produktseite hat dann immer Titel, Bild, Preis und Beschreibung. Das schafft Konsistenz und macht Ihre Inhalte für KI besser lesbar. Formulieren Sie Titel als Fragen oder ergänzen Sie FAQ-Abschnitte. Welche Fragen Ihre Kunden tatsächlich stellen, zeigen Umfragen und Monitoring-Tools. Kontext und Leitplanken für KI-Einsatz Eine Vektordatenbank wie Strata erfasst den inhaltlichen Zusammenhang Ihres Contents. Ein britischer Kunde verkürzt damit die Wartezeiten, weil sein Chatbot deutlich genauere Antworten liefert. Genauso wichtig sind klare Grenzen für die KI: Human in the Loop und Guardrails sichern Markenbild und Gesprächsregeln ab. Planen Sie beides von Beginn an fest ein.
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#444October 5 · 20 minMarketerTalk mit Markus Vones
Das sind die Themen: Retail Media ist mehr als Abverkauf Bei Otto zählt Retail Media nicht mehr als Hype, sondern als tragende Säule des Plattformgeschäfts. Der Bereich wächst deutlich schneller als der Markt. Planen Sie den Kanal deshalb nicht nur für den schnellen Abverkauf ein. Er erreicht auch Menschen, die in Ihrer Kategorie shoppen, sich mit Ihrer Marke aber noch gar nicht beschäftigt haben. Das schärft Ihre Zielgruppenansprache. Der Markt fragmentiert: Anbieter genau prüfen Immer mehr Händler steigen ein, selbst McDonald's wird genannt. Das Ergebnis ist ein zersplitterter Markt mit unzähligen Anbietern. Entscheidend sind Datenpool und Technologie, denn Retail Media konkurriert auch mit TV, Out-of-Home und Radio. Fragen Sie bei jedem Partner konkret nach, wie präzise sich Ihre Kampagnen damit aussteuern lassen. So behalten Sie den Überblick. KI-Suche verengt das Relevance Set Wenn Kunden Produkte per Sprache oder Chat suchen, bleiben im Schnitt nur 3,5 bis 4,5 Marken im Gedächtnis. Wer dort nicht auftaucht, wird später nicht gekauft. Das gilt je nach Branche etwas unterschiedlich. Markenbekanntheit wird damit wichtiger denn je. Prüfen Sie, wo Ihre Marke in KI-Antworten vorkommt und ob Ihre Awareness-Maßnahmen dafür heute schon ausreichen. Werbung im KI-Umfeld braucht Mehrwert Die Produktsuche läuft schon spürbar über KI, Käufe dagegen noch kaum. Genau hier entscheidet sich, ob Ihre Marke am Ende gewählt wird. Blind platzierte Werbung wird in Agentic-Commerce-Umgebungen nicht funktionieren. Sie muss Konsumenten im richtigen Moment etwas bringen, sonst verpufft sie schlicht. Überlegen Sie, welchen Nutzen Ihre Botschaft dort stiftet. Self-Service und API: Agenten steuern Kampagnen Otto geht davon aus, dass Agenturen und Werbetreibende Kampagnen bald über eigene Tools und APIs steuern. Die Werbeprodukte sind deshalb seit Jahren auf Self-Service ausgelegt. Prüfen Sie, wie Ihre Systeme und Partner angebunden sind. Wer früh Schnittstellen nutzt, kann die Optimierung automatisieren und behält trotzdem seine Marketingziele im Blick.
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#432September 30 · 26 minMarketerTalk mit Miriam Fonfe
Das sind die Themen: GEO funktioniert wie früher SEO GEO beginnt nicht bei null. KI-Systeme bewerten, wie vertrauenswürdig und klar eine Quelle ist, wie viel Content vorliegt und wie eigenständig er wirkt. Das sind dieselben Regeln, die Google seit Jahren für SEO kommuniziert. Ein starkes SEO-Team ist die beste Basis, und ein Blick auf den eigenen Content zeigt schnell, wo er diese Kriterien noch verfehlt. Content für mehrere Algorithmen denken Social Media allein reicht nicht mehr. Content wird künftig von verschiedenen Algorithmen bewertet, auch von KI-Systemen, und muss dafür passend geplant werden. Nutzersignale gewinnen an Gewicht, etwa Diskussionen auf Reddit oder TikTok. Bisher moderiert der Händler Gespräche vor allem auf eigenen Plattformen; auf TikTok steuert er sie seit über zwei Jahren aktiv. Kunden wählen den Touchpoint selbst Manche Kunden lassen sich zu Hause beraten, andere wollen das Gerät anfassen und mit jemandem sprechen. Die Strategie: Jeder Kunde wird dort bedient, wo er möchte. Website, Chatbot, Live-Beratung per Chat oder Telefon und Markt greifen ineinander, ohne Reibung in der Journey. Auch die Haptik zählt bei jedem Kontakt: Tüte oder Geschenkkarte sollen zur Marke passen. KI im Alltag: erst der Nutzen, dann das Tool KI erstellt Texte und Bilder, strukturiert Kampagnen und vertont Spots in mehreren Sprachen, mit einer aus Mitarbeiterstimmen gebauten Markenstimme. Ob KI oder Dreh im Markt, entscheidet der Aufwand im Einzelfall. Ein Beispiel: Bedienungsanleitungen für Eigenmarken lassen sich per KI abfragen. Für seltene Fehler bleibt der Mensch am Telefon die bessere Hilfe. Kundenstimmen nutzen, Grenzen kennen Das Marketing schöpft aus offenen NPS-Antworten, Social-Media-Rückmeldungen und Gesprächen mit dem Vertrieb. Kundenservice-Telefonate auszuwerten, gilt dagegen als heikel, weil dafür meist keine Einwilligung vorliegt. Creator ergänzen diese Quellen mit eigenem Content und viel Reichweite, etwa bei einer Kooperation rund um ein großes Techno-Festival.
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#443September 28 · 19 minMarketerTalk mit Dirk Freytag
Das sind die Themen: Antworten statt Klicks: Der Traffic verschiebt sich Nutzer erhalten Informationen zunehmend direkt von KI-Systemen und klicken seltener weiter. Im Health-Bereich ist das schon deutlich messbar, News-Publisher verlieren bisher nur etwas Traffic. Prüfen Sie, welche Ihrer Inhalte reine Informationsfragen beantworten. Diese Seiten trifft es zuerst. Das digitale Werbegeld wächst weiter, nur die Wege dorthin ändern sich. Wer bezahlt künftig für Content? Noch ist alles offen Wenn KI Inhalte nutzt, ohne dass Nutzer die Quelle besuchen, trägt das Werbemodell nicht mehr. Cloudflare hat das Thema auf die Agenda gebracht, als Dauerlösung wäre der neue Gatekeeper aber ein Problem für Publisher. Content-Marktplätze von Microsoft und Start-ups sind der nächste Ansatz. Beobachten Sie diese Entwicklung, denn in den nächsten 24 Monaten dürfte viel entstehen. Datennutzung braucht Leitplanken statt Verbote Daten aus der Werbung werden auch in ganz anderen Zusammenhängen genutzt, etwa in einer Ausschreibung der US-Behörde ICE. Konsumenten wollen personalisierte Angebote, aber selbst entscheiden, was sie preisgeben. Gesetze hinken immer hinterher. Legen Sie Ihre Datenpraxis deshalb so an, dass Nutzer sie nachvollziehen können und die Balance zwischen Nutzen und Schutz stimmt. Ohne Juniors fehlen später die Experten Viele Unternehmen stellen keine Juniors mehr ein, weil sie deren Aufgaben der KI zutrauen. Dazu kommen Unsicherheit durch die Weltlage und Hürden bei Praktika, etwa beim Mindestlohn. Freytag wünscht sich mehr Mut, heute die Experten von morgen auszubilden. Prüfen Sie, wo Einstiegsstellen in Ihrem Team weiterhin sinnvoll sind, auch wenn KI Routineaufgaben übernimmt. * KI-Agenten: Prozesse neu denken statt nur beschleunigen* Agenten kommen bereits zum Einsatz, meist als verlängerte Werkbank für bestehende Abläufe. Den echten Sprung bringt erst ein neuer Prozess. Dafür müssen alle Prozesse zur Diskussion stehen, und das wird die Branche in nächster Zeit beschäftigen. Nehmen Sie sich einen Ihrer Abläufe vor und denken Sie ihn von null, statt ihn nur zu automatisieren, wo er heute läuft.
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#436September 23 · 21 minMarketerTalk mit Henriette Kohn
Das sind die Themen: Mobilität braucht keine Zersplitterung Die BVG entwickelt zusammen mit der Hamburger Hochbahn die MAX-App – nicht um noch eine App hinzuzufügen, sondern um Komplexität zu vereinfachen. Während Berlin und Hamburg unterschiedliche Zones, Ringe und Tarife haben, sollen Fahrgäste eine einheitliche Erfahrung bekommen. Das bedeutet konkret: Weniger Apps, bessere Usability, intuitiver Zugang zu allen Mobilitätsangeboten. KI ersetzt Routine – Menschen lösen komplexe Aufgaben Bei der BVG arbeiten Chatbots und Voicebots bereits im First-Level-Support. Sie bearbeiten repetitive Anfragen wie „Was kostet das Deutschland-Ticket?" zuverlässig und schnell. Aber eines ist klar: Kreativität, echte Kundenemathie und innovative Kampagnenideen bleiben eine echte Menschenaufgabe. KI ist hier ein Werkzeug – nicht der Künstler. Automatisierung schafft besseren Service, nicht Jobverluste Die BVG kann ihre Callcenter-Kapazitäten gar nicht vollständig besetzten – aus diesem Grund sind Voicebots und Chatbots nicht Jobkiller, sondern Problemlöser. Sie bearbeiten Anfragen, die Menschen ungerne beantworten müssen, und ermöglichen es überhaupt erst, den gewünschten Service-Level zu halten. Die Mitarbeitenden können sich auf komplexere und persönlichere Kundeninteraktionen konzentrieren. Kundensegmentierung braucht echte Forschung – nicht nur KI Bevor man über synthetische Zielgruppen nachdenkt, braucht es eine solide Basis. Die BVG hat zwei Jahre investiert, um ihre Kundensegmente wirklich zu verstehen: Idealisten, Pragmatiker, verschiedene Nutzungstypen. Jetzt geht es nicht darum, diese mit KI nachzuahmen, sondern sie kontinuierlich weiterzuentwickeln und für personalisierte Kommunikation zu nutzen. Personalisierung funktioniert nur mit Transparenz Kunden akzeptieren Personalisierung – solange sie wissen, woran sie sind. Die BVG sieht das Potenzial: Wenn Du mir sagst, wie viele Tickets du monatlich kaufst oder dass du mit dem Deutschland-Ticket nach Hamburg fährst, kann ich dir relevante Vorschläge machen. Aber nicht penetrant, sondern nahtlos in deine User Journey integriert. Das funktioniert nur mit Einwilligung und klarer Kommunikation.
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#441September 21 · 25 minMarketerTalk mit Erik Snoeijen
Das sind die Themen: Marken-Sichtbarkeit: Das KI-Dilemma der Black Box Während Menschen eine Marke emotional sammeln und intuitiv entscheiden, ist KI ein Blackbox-System: Niemand weiß, woher sie ihre Informationen nimmt oder warum sie eine bestimmte Antwort bevorzugt. Das stellt Marketing vor ein neues Problem – den klassischen Kontrollverlust. Wer auf einer Website Marke gestaltet, hat volle Kontrolle. Wer in LLMs auftaucht, ist dem Algorithmus ausgeliefert. Das Ergebnis: Marktführer können plötzlich unkorrekt eingestuft werden, oder es entstehen völlig neue, falsche Perceptionen im Netz. Pressmitteilungen und Kundenaussagen stärker gewichten Um in KI-Systemen korrekt dargestellt zu werden, braucht es eine bewusste Content-Strategie. Hochwertige Informationen wie offizielle Pressmitteilungen bekommen in LLM-Rankings einen höheren Score als reine Werbebotschaften. Kundenaussagen sind sogar noch wertvoller als Eigenmarketing. Das bedeutet: Investieren Sie strategisch in validierte Unternehmens-Information und bauen Sie Testimonials systematisch auf. So lernt die Maschine, Sie korrekt einzustufen. Datensicherheit ist der neue Wettbewerbsvorteil Während viele Unternehmen bedenkenlos Daten in populäre AI-Tools eingeben – sogar Ärzte teilen Patientendaten in ChatGPT – bewahrt Bosch absolute Kontrolle über sensible Informationen. Das ist kein Hindernis, sondern ein Wettbewerbsvorteil. Maschinendaten und Kundendaten sind wertvoll und gefährlich zugleich. Wer konsequent auf Datensicherheit setzt und Risiken abblockt, nutzt Deutschlands größten Hebel: Vertrauen. Das ist eine Markenpositionierung, die sich zahlt. Im Kernmarkt kein Branding nötig – im Nebenmarkt essentiell Bosch Rexroth beweist einen wichtigen Punkt: Im Kernmarkt Hydraulik ist die Position so dominiert, dass klassisches Branding kaum noch nötig ist. Das Versprechen "We move, you win" reicht aus. Ganz anders in der Factory Automation – dort gibt es kein Marktführer-Image, und genau dort läuft die aggressive Branding-Kampagne. Der Lesson für Marketing-Manager: Differenzieren Sie zwischen etablierten und neuen Märkten. Wo Sie Nummer 1 sind, sparen Sie Ressourcen. Wo Sie aufbauen, investieren Sie gezielt. Bespielen Sie LLMs wie ein strategisches Medium Ein praktisches Experiment zeigt die Macht: Die Frage "Welche fünf Aussteller zur Hannover Messe für Hydraulik?" listete Bosch Rexroth korrekt an Position 1. Dieselbe Frage bei der SPS in Nürnberg (Factory Automation) – top 5 Fehlanzeige. Das bedeutet: LLMs lassen sich bespielen. Konkurrenten können mit guter Content-Strategie Sie überholen, auch ohne echte Marktposition. Dafür ist die Gegenmaßnahme klar – systematisch beobachten, welche Keywords und Themen relevant sind, Content gezielt einsteuern und regelmäßig testen. Wer das ignoriert, verliert Marktposition an digitale Konkurrenz.
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#442September 17 · 37 minMarketer Talk mit Verena Gründel
Das sind die Themen: KI als Programm-Architekt Das Fundament für das DMEXCO-Programm 2025 sind harte Marktdaten. Die gemeinsame Studie mit BVDW und Horizont zeigt deutlich: Die fünf größten Herausforderungen von Marketing-Managern sind alle KI-Themen — von Suche über Content-Generierung bis hin zu weiteren Anwendungsfällen. Diese Insights fließen unmittelbar in die programmatische Planung ein und prägen das Motto sowie die Themenschwerpunkte. So wird Marktforschung zur unmittelbaren Programm-Basis. Agile Event-Gestaltung statt starrer Pläne Im November Konsens finden, aber im April noch flexibel sein. Das DMEXCO-Team arbeitet nicht nach Wasserfall-Logik, sondern plant Kern-Punkte vor, bleibt aber offen für Chancen, die sich spontan ergeben. Wenn ein Thema plötzlich viral wird oder ein Partner hochrelevante Inhalte mitbringt, kann das Programm angepasst werden — weil die Grundarchitektur sitzt, aber die Ränder flexibel bleiben. Die Grenze zwischen Content und Event Eine Konferenz funktioniert wie eine Redaktion: Man schafft Inhalte, generiert Wissen, bringt Informationen auf den Markt, die Geschäfte besser machen. Das gilt für Fachmagazine wie für Messen gleichermaßen. Diese redaktionelle Haltung ermöglicht Authentizität statt bloßer Platzverkauf — und beeinflusst, wen man auf die Bühne holt und wie die Vielfalt entsteht. Retail Media als Zeitpunkt-Marketing Retail Media verbindet Digital-Out-of-Home und Point-of-Sale-Activation. Der Fokus liegt darauf, Käufer genau in der Einkaufssituation zu erreichen — online bei Amazon oder Rewe, offline in den Läden — wenn die Kaufentscheidung stattfindet. Gleichzeitig entsteht Raum für Non-Endemic Branding, also Werbung von Marken außerhalb der klassischen Kategorie. Das ist das Tor zum nächsten Marketing-Kanal. Konferenz-Vorbereitung mit KI-Unterstützung Die DMEXCO-Plattform nutzt Recommendations, um Besuchern personalisierte Talk-Vorschläge zu machen. Marketer können ihre Themenschwerpunkte vorab angeben und sehen direkt, welche Speaker zu ihren Interessen passen. Die App ermöglicht Bookmarking von Sessions und Ausstellern sowie Netzwerk-Planung. Tipp: 30 Prozent Zeit für Spontanität reservieren — die besten Begegnungen sind oft ungeplant.
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#440September 16 · 20 minMarketerTalk mit Kai Halter
Das sind die Themen: Mitgliederfeedback macht Eventformate stärker Der wichtigste Erfolgsfaktor einer Veranstaltung ist nicht die Idee der Organisatoren, sondern das Zuhören danach. Als Teilnehmende zurückmeldeten, dass kurze Bühnenauftritte zu wenig Tiefe boten, entstand daraus ein eigener Bereich mit Mittagessen an den Ständen der präsentierten Cases. So wird aus Kritik direkt eine bessere nächste Ausgabe, statt sie auf die lange Bank zu schieben. Kuratierte Vorträge schaffen mehr Vertrauen als gekaufte Redner werden über einen Expertenbeirat aus Industrie und Agenturen vorgeschlagen, nicht über Sponsoring-Budgets. Unternehmen und der beteiligte Dienstleister präsentieren ihre Success Story gemeinsam in acht Minuten und stehen danach in vertiefenden Sessions Rede und Antwort. Diese Trennung von Bühne und Verkauf macht die Inhalte für ein Fachpublikum glaubwürdiger. Rein interne Kampagnen wirken oft austauschbar Wer komplett ohne externe Partner arbeitet, läuft Gefahr, generische Ergebnisse zu produzieren: Folien in Standardfarben, ohne erkennbare Markenidentität und ohne wirklich eigenes Logo-Erlebnis. Externe Perspektiven bringen frische Impulse und ein geschultes Auge für Corporate Design ein. Die Konsequenz für Marketing-Teams: Professionalisierung entsteht eher im Austausch als in der reinen Inhouse-Blase. KI lohnt sich zuerst bei klar abgegrenzten Prozessen Statt KI breit auszurollen, startete man mit einem eng gefassten Anwendungsfall: einem Agenten für Produktnamen, der Vorschläge liefert und direkt auf rechtliche Konformität prüft. Der Prototyp entstand zunächst mit einer spezialisierten Agentur und wanderte erst nach erfolgreichem Test ins eigene System. Dieser Weg über kleine, beweisbare Use Cases schafft intern Vertrauen für den nächsten Schritt, etwa die Automatisierung der Messeplanung. Persönliche Netzwerke liefern Trends vor dem Markt Wer die eigene Karriere ausschließlich in einem Unternehmen verbringt, fehlt der Vergleich mit anderen Organisationen. Ein aktives Branchennetzwerk gleicht das aus: Impulse zu neuen Themen wie KI kommen oft zuerst aus dem Austausch mit Netzwerkpartnern, bevor sie zum Massentrend werden. Für Marketing-Verantwortliche lohnt sich deshalb Zeit in Verbänden und Fachkreisen als frühes Warnsystem für die eigene Strategie.
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#439September 14 · 10 minMarketer Talk mit Erik Siekmann
Das sind die Themen: Reichweite ist beim B2B-Podcast der falsche Maßstab Account-based Marketing bedeutet nicht, möglichst viele Hörer zu gewinnen, sondern genau die Entscheider zu erreichen, die ein Thema verstehen müssen. Für Marketing-Verantwortliche zählt deshalb nicht die Gesamt-Audience, sondern die Passgenauigkeit der Zielgruppe. Wer diesen Maßstab anlegt, bewertet Podcast-Erfolg an Qualität statt an Downloadzahlen. Video holt ab, Audio bindet Kurze Videoclips auf LinkedIn übernehmen die Discovery-Phase, weil sich die Zielgruppe darüber präzise targetieren lässt. Wer sich mit einem Thema bereits beschäftigt hat, wechselt anschließend in den längeren Audio-Podcast und wird zum treuen Hörer. Für die Content-Planung heißt das: Video und Audio brauchen unterschiedliche Rollen im Funnel, nicht denselben Inhalt in zwei Formaten. Podcasts wirken bei erklärungsbedürftigen Produkten Je komplexer ein Produkt und je höher der Kundenwert, desto eher lassen sich Interessenten auf lange, tiefgehende Inhalte ein. Das passt zur Auswahl eines ERP- oder CRM-Systems deutlich besser als zum Kauf von Kosmetik oder anderen schnelldrehenden Konsumgütern. Marketing-Verantwortliche in B2B-nahen Branchen sollten Podcasts deshalb gezielter einsetzen als reine Konsumgütermarken. Klassisches SEO verliert an Steuerbarkeit KI-Antworten ersetzen zunehmend den klassischen Klick über Google, Marken werden zitiert statt verlinkt. Damit verschwinden die bekannten, deterministischen Wirkmodelle im Performance-Marketing, an ihre Stelle treten Wahrscheinlichkeiten. Wer bislang die Hälfte seiner Kaufentscheidungen und Akquisitionskosten über Suche gesteuert hat, muss diese Steuerung neu denken. Persönlichkeit schlägt Austauschbarkeit als Markenkern Weil KI Inhalte beliebig generieren kann, gewinnen Authentizität und erkennbare Gesichter an Bedeutung, vom CEO bis zur Mitarbeiterin im Handel. Personenmarken schaffen zudem Communities, die Themen aus eigenem Antrieb weitertragen. Für Marketing-Verantwortliche lohnt es sich, gezielt Menschen aus dem Unternehmen sichtbar zu machen statt ausschließlich auf Unternehmensmarken zu setzen.
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#438September 9 · 15 minMarketerTalk mit Janine Strenge
Das sind die Themen: Der Preisalarm ist mehr als ein Feature, er ist die CRM-Strategie Kunden legen selbst fest, bei welchem Preis sie informiert werden möchten, die Kommunikation ist damit vollständig gewollt und triggerbasiert. Eine Farbskala zeigt schon beim Einrichten, wie realistisch das Wunschpreisziel ist. Nicht ausgelöste Alarme werden nach einem Jahr automatisch gelöscht. Reaktivierung braucht branchenspezifische Zyklen statt starrer Regeln Ein Auto kauft man nicht monatlich, ein Konsumgut schon eher, deshalb unterscheidet sich Inaktivität von Produkt zu Produkt. In Q4, wenn Prime Day, Black Friday und Weihnachtsgeschäft aufeinandertreffen, lohnt sich statt reflexbasierter eher eventbasierte Kampagnenansprache. Permissionbasiertes Marketing zahlt sich aus, auch wenn es Reichweite kostet Klicks und Nutzung werden nur mit Einwilligung über ein Consent-Management-System gespeichert, ohne Zustimmung fließen keine Daten ein. Wer sich abmeldet, verschwindet konsequent von der Liste. Diese Klarheit schafft Vertrauen und hält die Datenbasis sauber. Ein neuer CRM-Stack mit Customer-Lifecycle-Logik ersetzt gerade das über zehn Jahre gewachsene Setup Der technische Backbone und das Auslieferungstool werden gleichzeitig umgestellt, damit künftig auch bislang unbediente Kanäle angesprochen werden können. Solche Migrationen sind aufwendig, schaffen aber die Basis für skalierbare Personalisierung. Eine eigene App in ChatGPT bringt das Produktwissen zu den Kunden, statt es der Maschine zu überlassen ChatGPT selbst kennt die Produktdaten nicht, das Vergleichswissen bleibt im eigenen System. Die Prompts der Nutzer liefern schon jetzt wertvolle Einblicke in fehlende Filter und neue Trends, eine Verknüpfung mit einzelnen Personen gibt es bislang nicht.
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#437September 7 · 37 minMarketerTalk mit Valentina Kerst
Das sind die Themen: KI-Agenten kennen keinen Datenschutz Anders als bei Mitarbeitenden gelten für KI-Agenten keine Vorschriften zum Schutz personenbezogener Daten, weil keine Personendaten involviert sind. Das eröffnet die Möglichkeit, Skills und Wissen systematisch zu erfassen und weiterzuentwickeln, etwa im Hinblick auf den demografischen Wandel und drohenden Wissensverlust beim Ausscheiden erfahrener Mitarbeitender. Die einfachsten Use Cases fehlen noch in der Breite Statt eines Agenten, der ein ganzes Unternehmen steuert, geht es meist um niedrigschwellige Aufgaben wie die Terminfindung mit Bewerbern oder automatisierte Event-Erinnerungen. Genau diese kleinen, konkreten Anwendungen bringen den größten Alltagsnutzen, sind aber vielerorts noch nicht umgesetzt. Governance bremst mehr als die Technik Ein Agent scheitert oft nicht an der Idee, sondern am fehlenden Zugriff auf die richtigen Datenpools. Bevor Teams eigene Agenten bauen, muss deshalb erst geklärt werden, wer welche Daten besitzt und wer darauf überhaupt zugreifen darf. Diese Vorarbeit entscheidet darüber, ob eine gute Idee auch im Arbeitsalltag ankommt. Deutscher Maschinenbau kann von KI-Daten profitieren, wie ein Fallbeispiel zeigt Ein Unternehmen aus Siegen optimierte gemeinsam mit einem Industriepartner die Legierung von Stahl, sodass Materialverbrauch gleichmäßiger und die Einsparung sechsstellig wurde. Wer sein Anwendungswissen den Maschinen mitgibt, sichert sich einen Vorsprung gegenüber internationaler Konkurrenz. Agenten für Marketing sind noch Mangelware Anbieter wie N8N oder Neuland.ai liefern Baukästen für Agenten, ein fertiger SEO-Agent, der eine Website analysiert und URL-basiert startet, ist bisher kaum am Markt zu finden. Wer diese Lücke schließt, bedient einen klaren Bedarf bei Marketingverantwortlichen, die Tools in gewohnter Bequemlichkeit nutzen wollen.
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#435September 2 · 25 minMarketerTalk mit Dr. Benedikt Köhler
Das sind die Themen: Agenten sind nicht Chatbots – sie arbeiten selbstständig Die Unterscheidung ist entscheidend: Während Chatbots auf eine Frage eine Antwort geben, arbeiten KI-Agenten proaktiv und eigenständig. Sie führen komplexe Aufgaben durch, indem sie mehrere Datenquellen kombinieren – von CRM-Systemen bis zu Datenbanken – und die Ergebnisse automatisch aufbereiten. Das ermöglicht Marketing-Managern, ihre Zeit auf strategische Aufgaben zu konzentrieren statt auf manuelle Datenabfragen. Evaluationen sind der kritische Erfolgsfaktor Ein häufiger Fehler ist das unrealistische Vertrauen in KI-Systeme: Sie funktionieren beim Prototyp, scheitern dann aber bei einfachen Aufgaben. Die Lösung liegt in systematischen Evaluationen – standardisierten Tests, die prüfen, ob der Agent konsistent die erwarteten Ergebnisse liefert, auch wenn sich Datenquellen oder Modelle ändern. So lässt sich Zuverlässigkeit bereits im Betrieb nachweisen. Spezialisierte Agenten mit vordefinierten Skills sparen Zeit Statt ein System bei Null anzufangen, nutzen spezialisierte Agenten ein standardisiertes Skill-Format – präpariert mit Domain-Wissen wie Marktforschung oder Vertrieb. Diese virtuellen Kollegen bringen konkrete Fähigkeiten mit: Sie wissen, wie eine Umfrage konzipiert wird, wo man eine Befragungsplattform findet und wie Daten interpretiert werden. Marketing-Manager sparen sich lange Onboarding-Phasen und arbeiten sofort mit produktiven Systemen. Datensouveränität ist das Vertrauen-Fundament Unternehmen können Agenten on-premise auf eigenen Servern betreiben – auf einem Mac Mini oder Laptop – und garantieren damit, dass Geschäftsdaten nie in die Cloud gehen. Kleine, spezialisierte Sprachmodelle ermöglichen genau das: Sie bearbeiten operative Aufgaben lokal, sind schnell und vertrauenswürdig. Das macht KI-Agenten für sensible Marketing-Daten und Kundeninformationen tatsächlich praktikabel. Memory ist das nächste große Problem – und Chance Die heißeste Frage im Feld ist, was Agenten sich merken sollen: Triviale Vorlieben wie Kaffeegeschmack oder wertvolle Erkenntnisse, welcher Lösungsweg beim letzten Problem funktioniert hat? Dieses Memory führt zu echtem Lernen – der Agent wird schneller, sparsamer mit Tokens, intelligenter. Es schafft aber auch eine Wechselbarriere: Mit jedem Projekt wird der Agent wertvoller, bleibt bei der Plattform und beim Unternehmen. Viele Ansätze konkurrieren, das richtig zu lösen.
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#434August 31 · 45 minMarketer Talk mit Michael Stenzel
Das sind die Themen: LLM-Sichtbarkeit über YouTube und Blog Vitbikes betreibt seinen YouTube-Kanal mit knapp 190.000 Abonnenten und über 1.500 Videos konsequent als Sichtbarkeitshebel für LLMs. Titel und Beschreibungen werden gezielt so angepasst, dass Sprachmodelle die Inhalte aufgreifen. Aus denselben Videos entsteht zusätzlich, fast vollautomatisiert, ein Blog mit FAQs und Ratgebertexten für alle, die lieber lesen als schauen. Mitarbeitende als Markengesicht Nicht das Headquarter, sondern die Mitarbeitenden in den Läden liefern den Content. Über Coachings zu Kamera, Reels und Hooks entstehen mittlerweile drei kurze Videos täglich aus rund 13 Standorten. Entscheidend für die Motivation waren konkrete Erfolgsgeschichten: Kunden, die gezielt wegen eines TikTok-Videos in den Laden kamen und den Mitarbeiter gleich erkannten. Vom Vibe-Coding zum eigenen Cockpit Statt eine zentrale App zu kaufen, ließ der Gründer an einem Wochenende per Vibe-Coding einen ersten Klickdummy für ein eigenes CRM entstehen. Daraus wächst gerade ein zentrales Cockpit, das Termine, Kundendaten und Kommunikation über alle Standorte hinweg bündelt, unabhängig von den bisherigen IT-Systemen der einzelnen Läden. KI-Tools im täglichen Einsatz Alle Mitarbeitenden im Headquarter arbeiten mit Claude, Copilot und ChatGPT, gesteuert über die IT-Abteilung, aber mit Freiraum für jedes Team. Reportings und Newsletter-Entwürfe entstehen im Marketing inzwischen praktisch vollständig mit KI-Unterstützung. Agentic AI wird bewusst noch nicht überstürzt eingeführt, sondern gezielt für konkrete Use Cases evaluiert. Die Summe vieler kleiner Bausteine Für die Sichtbarkeit in KI-Suchzusammenfassungen zählt die Summe vieler kleiner Bausteine: strukturierte Produktdaten, ein sauber aufgesetzter Onlineshop und einheitliche Kontaktdaten über alle Standorte hinweg. Ergänzt wird das durch externe Partner, die gezielt beim Aufbau von GEO-Maßnahmen und beim Monitoring der eigenen Markensichtbarkeit unterstützen.
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