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Lesedusche. Klassiker erfrischend anders

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Ob aus Literatur, Kunst oder Philosophie: auf lesedusche.de verschaffen wir klassischen Texten Gehör! In unserem Podcast widmen wir (Ulrike und Dirk) uns mit Hilfe spannender Momentaufnahmen ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten und teilen mit euch Originaltexte, die wir als besonders anregend empfinden.

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  • 20 episodes
  • Updated July 27

Episodes20

  • July 27

    Nietzsche bei Cosima und Richard Wagner: Jahre der Entscheidung

    "Am Schluß [...] drückte er mir sehr warm die Hand und lud mich sehr freundlich ein, ihn zu besuchen," so beschrieb ein begeisterter Friedrich Nietzsche (1844-1900) Ende 1868 die erste Begegnung mit Richard Wagner (1813-1883). Ein halbes Jahr später kam er der Einladung nach und besuchte den verehrten Künstler und seine hochschwangere Lebenspartnerin Cosima von Bülow in der Villa Tribschen nahe Luzern. Das vielschichtige Beziehungsgeflecht, das sich zwischen diesen drei komplexen Charakteren ent

  • July 16

    Giovanni Boccaccios Decameron: Ein geniales Rezept in Zeiten der Pest

    "Über jedes Ereignis zu lachen und zu spaßen, sei das sicherste Heilmittel für ein solches Übel." so beschreibt Giovanni Boccaccio (1313-1375) in der Einleitung zu seinem "Decamerone" eine der ganz unterschiedlichen Reaktionen in der Bevölkerung auf die apokalyptischen Zustände, die seit 1348 in seiner Heimatstadt Florenz durch die Pest erzeugt wurden. Angesichts der ungeheuren Sterblichkeitsraten gingen die bislang geltenden Moralvorstellungen im Zeitraffer verloren, Verzweiflung und Abstumpfun

  • July 2

    Goethe in Italien: Frische Früchte, neue Kleider und andere Genüsse

    "Wie ist Ihre Gesondheit in diesser hize? Trinken Sie doch des Morgens anstatt gekochte cocolate gefrohrene." Mit diesem Tipp ermahnte der inzwischen in Neapel lebende Johann Wilhelm Tischbein (1751-1829) im Juli 1787 seinen ehemaligen "WG"-Mitbewohner Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), ja nicht von den liebgewonnenen Ritualen der gemeinsam in Rom verbrachten, ausgelassenen Wochen abzulassen. Diese Sorge war allerdings unbegründet: Goethe dachte gar nicht daran, die seit seiner völlig überr

  • June 16

    E.T.A. Hoffmann und Berlin: Das Traumpaar der Romantik?

    "Da setze ich mich hin, dem leichten Spiel meiner Phantasie mich überlassend," lässt E.T.A. Hoffmann (1776-1822) den Erzähler in seinem Werk "Ritter Gluck" über seinen Tagesbeginn in Berlin frohlocken. Diese rasch gewachsene Stadt, die um 1800 ca. 170.000 Einwohner zählte, scheint die Romantiker und damit auch E.T.A. Hoffmann magisch angezogen zu haben. Hier konnten sich ganz verschiedene Menschen in einer aufgeschlossenen geistigen Atmosphäre begegnen dank unzähliger Gesprächzirkel. Hoffmann &

  • June 4

    Franz Liszt und Marie d'Agoult: ein ungleiches Paar

    "Ich sah in ihm ein besonderes Wesen, das allen andern überlegen war." So erinnert sich Comtesse Marie d'Agoult (1805-1876) an Franz Liszt (1811-1886), den sie 1833 in Paris kennen- und bald auch lieben lernte. Das ungleiche Paar brannte 1835 nach Genf durch und verlebte die nächsten Jahre in der Schweiz und in Italien, wo 1837 Cosima, die spätere Ehefrau Richard Wagners, geboren wurde. Doch schon wenig später kriselt es in der Beziehung... War das Scheitern vorprogrammiert? Und welche Auswirkun

  • May 21

    Marquise du Deffand, Madame Geoffrin & Julie de Lespinasse: Die Königinnen der Salons

    "Anscheinend ohne alle Mühe, nur durch ein geschickt eingeworfenes Wort hielt sie die Unterhaltung in Fluß [...]" schwärmte der deutsche Pariskenner Melchior Grimm im Mai 1776 in seinem "Nachruf auf eine Salondame" - nämlich auf die soeben früh verstorbene Mademoisselle Julie de Lespinasse (1732-1776). Sie war die jüngste unserer in der heutigen Episode porträtierten "Drei Damen vom Salon" und stand in enger Beziehung zu den beiden anderen: der Marquise du Deffand (1697-1780), ihrer Tante, und M

  • May 7

    Madame de Tencin erobert heimlich die Macht in Paris

    "Daher das rege, geistige Leben, das Ideen- und Wortgefecht im Salon, dem diese Frau ihre Seele einhauchte [...]", so begeistert schrieben die Brüder Goncourt über Claudine Alexandrine Guérin, Marquise de Tencin (1682-1749), die intelligente Herrscherin der "Hauptstätte des Geistes" in den Jahren vor 1750. Hier konnte man Montesquieu, Fontenelle und Marivaux begegnen, aber auch der jungen Jeanne-Antoinette Poisson (der späteren Madame de Pompadour). Diese Laufbahn hätte sie sich selbst wohl kaum

  • April 23

    Der Geisterseher: Friedrich Schillers ungeliebter Bestseller

    "Dem verfluchten Geisterseher kann ich bis diese Stunde kein Interesse abgewinnen; welcher Dämon hat mir ihn eingegeben!" beklagt sich Friedrich Schiller (1759-1805) Anfang März 1788 gegenüber seinem Freund Christian Gottfried Körner (1756-1831). Dabei waren Rezensenten und Publikum ganz begeistert von diesem (einzigen) Romanversuch des Dichters, den er im Sommer 1786 in Dresden zu schreiben begann. Offenbar hatte Schiller das große öffentliche Interesse an okkulten Praktiken in den gehobenen Kr

  • April 9

    Abaelard & Heloise: Echte Liebesgeschichte oder Legende?

    "Was Dich zu mir getrieben, es war wohl mehr Leidenschaft als Freundschaft", beklagte sich Heloisa (1095-1163) bei ihrem einstigen Geliebten und Ehemann, Petrus Abaelard (1079-1142). Beide, inzwischen als Äbtissin und Abt für verschiedene Klöster zuständig, reflektierten in acht später berühmt gewordenen Briefen sehr intensiv über ihre rund 15 Jahre zurückliegende, intensive Liebesbeziehung. Diese endete dramatisch: Abaelard, der berühmteste Gelehrte seiner Zeit, wurde wie ein gemeiner Verbreche

  • March 23

    Franziska zu Reventlow, der Monte Verità und die Vegetarier

    "[...] aber ich war wenigstens beruhigt, daß es kein Vegetarier mit langen Locken war, davon gibt es hier böse Exemplare.", stellte Franziska Gräfin zu Reventlow (1871-1918) Anfang 1911 fest. Kurz zuvor in Ascona angekommen, hatte sie bewusst darauf verzichtet, sich den Reformern auf dem Monte Verità anzuschließen - obwohl sie gegenüber der freigeistigen, anarchistischen Aufbruchstimmung der Jahre um 1900 durchaus aufgeschlossen war. Was hielt sie vom Mitmachen ab? Hatten sie die anstrengenden J

  • March 12

    Aphra Behn und John Wilmot feiern die individuelle Freiheit

    Heute reisen wir ins London der 1670er Jahre. Die Stadt hat schwere Jahre hinter sich: 1665 raffte die Pest ein Viertel der Bevölkerung hin, 1666 folgte der große Stadtbrand und 1667 der Angriff der Niederländer. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen steht diese Zeit ganz im Zeichen eines unbändigen individuellen Freiheitsdrangs, vom "Merry King" Karl II. (1660-1685) durchaus gern gesehen. In der aufblühenden Theaterszene treffen zwei Ausnahmetalente aufeinander: Aphra Behn (1640-1689) und Joh

  • February 24

    Stress in Versailles: Liselotte, der Bankier und das liebe Geld

    "Ich bin so müde von nichts als Millionen und Actionen zu hören" klagte Liselotte von der Pfalz Ende November 1719 in einem ihrer Briefe. Keine fünf Jahre nach dem Tod des "Sonnenkönigs" Ludwig XIV. (1638-1715) geschieht etwas Ungeheuerliches in seinem Reich: ein ungeahnter, vom Finanzgenie John Law (1671-1729) und Liselottes Sohn Philippe d'Orléans (1674-1723) initiierter Börsenhype nimmt seinen Lauf. Alle, die es sich irgendwie leisten können, wollen dabei sein, als die Aktienkurse immer weite

  • February 11

    Margarete von Navarra schreibt das Heptameron

    "Ich kann mir auch gar nicht erklären, woher das Mädchen die Kühnheit herbezogen hat", wunderte sich Margarete von Navarra (1492-1549) in einem Brief an ihren Bruder, König Franz I., über die strikte Weigerung ihrer eigenen 12jährigen Tochter Johanna (1528-1572), eine für sie arrangierte, rein politisch motivierte Ehe einzugehen. Aber war sie wirklich so entrüstet über diesen Skandal im Sommer 1540, oder stimmte sie Johanna insgeheim sogar zu? Schließlich reifte in den kommenden Jahren der verwe

  • January 26

    Friedrich Hölderlin trifft auf Susette Gontard alias Diotima

    "Es giebt ein Wesen auf der Welt, woran mein Geist Jahrtausende verweilen kann", jubiliert Friedrich Hölderlin (1770-1843) im Juli 1796 an einen Freund. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits in Susette Gontard (1769-1802) verliebt, deren Sohn Henry er seit einem halben Jahr als Hofmeister unterrichtete. Beide erlebten kurz darauf den schönsten Sommer ihres Lebens, und Hölderlin ließ die frischen Sinneseindrücke in sein Hauptwerk "Hyperion" einfließen. In dieser Episode sprechen wir über das Schicks

  • January 15

    Marie-Antoinettes Kammerfrau Mme. Campan erinnert sich

    "Die alte Schwätzerin Madame Campan erzählt in ihren bald honigsüßen, bald tränennassen Memoiren (...)" polterte Stefan Zweig, um dann aber doch gern auf die dort auffindbaren Informationen zurückzugreifen. Und Goethe las sie ebenfalls mit großem Interesse: die im Todesjahr von Henriette Campan (1752-1822) veröffentlichten Erinnerungen an ihre Zeit als Kammerfrau Marie-Antoinettes (1755-1793). Sie enthalten eine Fülle von Details sowohl zum täglichen Hofleben als auch zu den großen, zunehmend br

  • January 1

    Wilhelm Hauff und seine Märchen als Kinderbücher in DDR und BRD

    "Wie ein Wunderthier haben sie mich aufgesucht, angestaunt, bewundert." schrieb ein sichtlich stolzer Wilhelm Hauff (1802-1827) im Jahr 1826. Heute aber werden "Hauffs Märchen" fast immer an zweiter Stelle genannt nach der großen Sammlung der Brüder Grimm. Und was gehört überhaupt dazu? Ach ja ... "Das Kalte Herz". Und: "Der kleine Muck". Und der "Zwerg Nase". Aber "Das Wirtshaus im Spessart" doch auch, oder? Uns interessierte, wie diese bunte Mischung zustande kam. Wie konnte Hauff in seiner ku

  • Dec 18, 2025

    So tafelte Kaiser Franz Joseph I. an Weihnachten 1913

    Weihnachten 1913 in der Donaumonarchie. Überall gärt es, doch am Hof in Wien scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Der inzwischen 83jährige Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916) versucht mit gewohnt strenger Arbeitsdisziplin, den vielfältigen Herausforderungen in seinem Riesenreich gerecht zu werden. Feste wie Weihnachten waren da eher lästige Pflichtveranstaltungen - oder? Wie lief das Weihnachtsfest konkret ab, wer wurde eingeladen und was gab es zu essen? Wir versuchen, unter Zuhilfenahme d

  • Dec 3, 2025

    Jane Austen läuft sich warm für "Stolz und Vorurteil" (in ihren Jugendwerken)

    "Jane ist versponnen und affektiert", so beschreibt eine Verwandte die 12-jährige Jane Austen (1775-1817). Mag sein, aber zu diesem Zeitpunkt schrieb der auch noch als "durchaus nicht hübsch" bezeichnete Teenager bereits außergewöhnliche Texte, die an den gemeinsamen Leseabenden ihrer Familie vorgetragen wurden. Die drei Notizbücher, die sie bis 1793 füllte und die bis ins 20. Jahrhundert unter Verschluss blieben, machten uns neugierig: Unter welchen Bedingungen schrieb die junge Jane Austen? Wo

  • Nov 19, 2025

    Mary Wortley Montagu: Eine abenteuerliche Reise in Briefen

    Großbritannien, Anfang 1716. König Georg I., selbst noch nicht lange auf dem Thron, entsendet einen neuen Botschafter nach Konstantinopel: Edward Wortley Montagu. Mit dabei: seine Ehefrau Lady Mary Wortley Montagu (1689-1762) und deren kleiner Sohn. Sie saugt alle Eindrücke förmlich auf, lernt sehr viel (z.B. über eine frühe Form der Pockenimpfung) und berichtet in ihren ausführlichen "Briefen aus dem Orient" sowohl über die Reise quer durch Europa als auch über das Leben im Zentrum des osmanisc

  • Nov 5, 2025

    Lou Andreas-Salomé studiert bei Sigmund Freud ... Psychoanalyse

    "Freud sagte nicht viel zum Schlußwort und vergab allen ihre Langeweile." notierte Lou Andreas-Salomé (1861-1937) am 6. November 1912 in ihrem Tagebuch, das sie während ihres mehrmonatigen Studienaufenthalts in Wien führte. Hier wollte sie bei niemand Geringerem als Sigmund Freud (1856-1939) alles über das noch ganz neue Fach der Psychoanalyse lernen. In dieser Folge sprechen wir darüber, wie es bei den Veranstaltungen konkret zuging, ob sich die Schülerin mit ihrem Lehrer vertrug und was Rainer