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Science

Hörgang

Springer Medizin Wien/ Martin Krenek-Burger

Medizinische Sendungen gehen in die Tiefe, sind aber nicht unterhaltsam. Dieses Vorurteil zu widerlegen, haben wir uns für den Hörgang vorgenommen. Nun haben wir auf Springer Medizin Österreich einen Podcast ins Leben gerufen, der sowohl aktuell als auch wissensvermittelnd sein, darüber hinaus akustisch etwas hermachen soll. Neben Experten aus Wissenschaft und Praxis werden wir auch unsere Fachredakteure, Kolumnisten und Reporter der „Ärzte Woche“ zu Wort kommen lassen.

  • 319 episodes
  • Updated July 27

Episodes319

  • Jun 17, 2025 · 22 min

    Live, lokal, global: Highlights von der EuroPerio11 in Wien

    Die EuroPerio11 in Wien markierte einen historischen Moment für die Parodontologie. Über 10.000 Teilnehmer aus mehr als 100 Ländern strömten in die Messe Wien, um die neuesten Erkenntnisse zu diskutieren, sich zu vernetzen und eines der absoluten Highlights mitzuerleben: die Live-Operationen. Erstmals wurden Eingriffe direkt aus der Zahnklinik der SFU übertragen – ein logistisches und technisches Meisterstück. Die Nähe zur Kongresshalle ermöglichte es den Operateuren sogar, Minuten später ihre Eingriffe live auf dem Podium zu analysieren. Neben innovativer Chirurgie standen Themen wie personalisierte Zahnmedizin, interdisziplinäre Therapieansätze und das orale Mikrobiom im Fokus. Auch KI in der Diagnostik, Prävention durch Ernährung und der Wunsch nach einer stärkeren Sichtbarkeit der Parodontologie wurden intensiv diskutiert. Hardy Haririan, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Parodontologie, spricht von der „intensivsten Woche seiner Karriere“ – und einer einmaligen Chance, sein Fachgebiet ins Rampenlicht zu rücken. Nach der EuroPerio ist vor der EuroPerio: In drei Jahren trifft sich die Fachwelt in München.

  • Jun 4, 2025 · 26 min

    Medizin, Macht und Moral - Klinische Ethik im Krankenhausalltag

    In dieser Episode tauchen die Intensivmedizinerin Dr. Eva Schaden und die Palliativmedizinerin Prof. Dr. Eva Katharina Masel von der MedUni Wien in ein Thema ein, das im hektischen Krankenhausalltag oft im Verborgenen bleibt – die klinische Ethik. Wie trifft man Entscheidungen an der heiklen Grenze zwischen medizinischem Können und menschlichem Dürfen? Die beiden Ärztinnen verdeutlichen, dass Ethik keine abstrakte Theorie für den Elfenbeinturm ist, sondern eine täglich gelebte Praxis – in intensiven Gesprächen, sorgfältigen Abwägungen und dynamischen Teamprozessen. Besonders auf Intensivstationen, wo technologische Möglichkeiten und Grenzsituationen aufeinandertreffen, ist ethische Reflexion unerlässlich, um individuelle Therapiewege zu finden. Die Medizinerinnen schildern, wie klinische Ethikberatung funktioniert: als strukturierter Raum für interdisziplinären Dialog – nicht als von außen auferlegte Entscheidung, sondern als Unterstützung zur Selbstklärung. In schwierigen Situationen, etwa bei der Änderung von Therapiezielen oder bei Kommunikationsproblemen mit Angehörigen, eröffnet sie neue Perspektiven und entlastet die Teams. Neben Fachwissen sind Haltung, Empathie und Dialogbereitschaft von entscheidender Bedeutung – Ethik als tägliche Verantwortung. Der Wunsch der beiden Expertinnen: Ethikkompetenz soll so selbstverständlich werden wie medizinisches Know-how – und die Beratung irgendwann nur noch für die besonders kniffligen Fälle gebraucht werden. Ein Gespräch über Würde, Verantwortung – und das Menschsein in der modernen Medizin.

  • May 21, 2025 · 14 min

    Mind the gut! Wie unser Mikrobiom die Psyche beeinflusst

    Unser Körper beherbergt Milliarden von Mikroorganismen – vor allem unser Darm. Doch was haben diese winzigen Mitbewohner mit unserer Psyche zu tun? In dieser Folge spricht Prof. Dr. Martin Aigner mit Johanna Wolfsberger über das faszinierende Zusammenspiel von Mikrobiom und mentaler Gesundheit. Wie beeinflussen Darmbakterien unsere Stimmung? Können Probiotika helfen, Depressionen zu lindern? Und ist Ernährung vielleicht mehr als nur Nährstoffaufnahme? Eine Reise ins unsichtbare Ökosystem, das vielleicht unser Denken mitbestimmt. Martin Aigner ist ein führender Experte für Psychiatrie. Dr. Johanna Wolfsberger ist Medizinjournalistin bei Springer Wien.

  • May 16, 2025 · 17 min

    Lust und Risiko - Warum wir über Geschlechtskrankheiten reden sollten

    Diese Folge des Hörgangs kommt aus dem Narrenturm im Alten AKH in Wien – einem der faszinierendsten Museen Europas, berühmt für seine Sammlung medizinischer Kuriositäten. Doch heute richten wir unseren Blick weniger auf das Kuriose, sondern auf das Aktuelle – und Alarmierende. Was jahrzehntelang auf dem Rückzug war, ist heute wieder auf dem Vormarsch – sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis, Gonorrhö oder HIV. Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie eng Medizin, Gesellschaft und Sexualmoral miteinander verflochten sind – und welche Lehren wir aus der Vergangenheit ziehen können. Darüber sprechen wir mit der Generaldirektorin des Naturhistorischen Museums, Dr. Katrin Vohland, sowie mit den Kuratoren der Ausstellung „Safe Sex-Comeback der Geschlechtskrankheiten" im Narrenturm im Alten AKH, Eduard Winter und Laura Lick. Dabei erfährt man dann doch allerhand Kurioses, etwa, dass Backenbärte im 19. Jahrhundert bei Männern deshalb so populär waren, um zu zeigen, dass man eben keine Syphilis hat, vor Gesundheit strotzt und Haarausfall kein Thema ist. Die Ausstellung beginnt mit dem Thema Syphilis. Warum eigentlich? Kurator Eduard Winter dazu: „Syphilis kennt eigentlich jeder vom Namen her. Es ist eine der ältesten Geschlechtskrankheiten, die die Menschheit kennt, die sie über Jahrhunderte hin beschäftigt hat und die auch viele Auswirkungen auf die Gesellschaft hatte. Es hat sich angeboten, mit einem Klassiker zu starten." Generaldirektorin Vohland sagt, dass die Ausstellung „Menschen sensibilisieren und ermutigen soll, mit ihren jeweiligen Sexualpartnern und -partnerinnen offen über das sexuell übertragbare Krankheiten zu sprechen". Das Lieblingspräparat in der Ausstellung ist für Kuratorin Laura Lick der „Gebärmutterhalskrebs, weil eben die HPV-Impfung die erste Impfung ist, die auch vor einer Krebsart schützt. Da gibt es auch einen sehr positiven zusätzlichen Aspekt, denn bis Ende 2025 gibt es für unter 30-Jährige die Möglichkeit, die Impfung nachzuholen".

  • Apr 16, 2025 · 24 min

    Neue Geschichten aus der Psychiatrie

    Herwig Oberlerchner: Einblicke. Geschichten aus der Psychiatrie. 240 S., Drava 2025, Softcover 24,00 Euro, ISBN: 978-3-99138-107-5

  • Apr 1, 2025 · 18 min

    Wahrheit im Nebel - Nikotinsüchtig durch E-Zigaretten und Snus

    Ob durch glühende Kohlen oder fruchtige Liquids – Nikotin bleibt Nikotin. Wer glaubt, mit der E-Zigarette dem Gesundheitsrisiko zu entkommen, irrt. Neue Produkte wirken weniger schädlich, haben aber ihre Tücken. Und halten vor allem die Sucht aufrecht. In dieser Folge spricht Ärzte Woche-Chefredakteur Raoul Mazhar dazu mit Dr. Lukasz Antoniewicz, Oberarzt der pulmologischen Abteilung am Universitätsklinikum AKH Wien, Leiter des Schlaflabors und der pulmonalen Funktionsdiagnostik. Darin beschreibt der Experte u.a., wie schwer es für ihn selber war, von dem heftigen Verlangen nach Nikotin wegzukommen, unpackbar schwer sei das gewesen, die Finger von Snus zu lassen. Moderator Raoul Mazhar wiederum schildert seine Versuche, das Shisha-Rauchen einzusstellen.

  • Mar 28, 2025 · 27 min

    Zwangssterilisationen an der Wiener Frauenheilkunde

    Die Wiener Medizinische Schule ist stolz auf ihre glänzenden Leistungen. Doch es gab im Lauf ihrer Geschichte auch Entgleisungen. So ein tiefer Einschnitt sind die Jahre von 1938 bis 1945. Medizinhistoriker Herwig Czech befasst sich in dieser Episode mit den Folgen, welche die Ideologie der Nationalsozialisten speziell für die Frauenheilkunde an der heutigen MedUni Wien hatte. „Alle Fächer der Medizin weisen eine Geschichte im Nationalsozialismus auf. Manche Phänomene haben sie gemeinsam, andere betreffen spezifische Verstrickungen. Bei der Frauenheilkunde ist es insbesondere die Beteiligung an der nationalsozialistischen Geburten- und Bevölkerungspolitik und hier ganz konkret die Durchführung der Zwangsrealisationen." Basis für diese unfreiwilligen Eingriffe war das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses", das 1940 in der damals sogenannten „Ostmark" eingeführt wurde. Ziel war ein „rassenreiner" Volkskörper. Die beiden Wiener Universitätsfrauenkliniken spielten eine wichtige praktische Rolle. 230 Frauen mussten sich hier einer Zwangssterilisation unterziehen. Zentral verantwortlich für die Organisation der Eingriffe waren die Gesundheitsämter der Stadt. Czech dazu: „Es gab ausgedehnte Meldepflichten für Ärzte, Hebammen und andere. Wenn ein Kind mit einer Behinderung auf die Welt kam, musste das an das Gesundheitsamt gemeldet werden." Im Interview mit Martin Krenek-Burger geht es aber auch um die Rolle, welche die damals leitenden Ärzte an der Wiener Frauenheilkunde spielten, und um den Umgang mit den Opfern nach 1945. Zuletzt wird die Frage beantwortet, warum die Beschäftigung mit dieser dunklen Periode der Wiener Medizin auch 80 Jahre nach Kriegsende anhält und wichtig ist.

  • Mar 26, 2025 · 7 min

    Geht die Impf-Ära zu Ende?

    Die Österreicher sind impfskeptisch oder impfmüde, wie immer man diesen Umstand bezeichnen mag. In dieser Episode wird diskutiert, wie die Durchimpfungsraten wieder gesteigert werden können. Egal ob Keuchhusten, Masern oder Influenza – viele Krankheiten sind aufgrund von Impflücken auf dem Vormarsch. Sogar die Diphtherie ist wieder da. Und selbst bei FSME sinkt die Impfquote. Für die Präsidentin des Impfstoffhersteller-Verbandes, Renee Gallo-Daniel, ist das ein Dilemma. Die Schutzimpfungen seien Opfer ihres Erfolges. Vor Krankheiten, die man nicht mehr sehe, schütze man sich eben nicht. Und? Wie kommen wir da wieder raus? Das erfahrt ihr in dieser Episode. Die Fragen stellt Martin Krenek-Burger, stv. Chefredakteur der Ärzte Woche.