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Artwork for Heiligenschein

Heiligenschein

Der SONNTAG

Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

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  • S1 · E121
    Yesterday · 1 min

    29. Oktober: Maria Restituta Kafka

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Schwester Resoluta – so wird die erste Märtyerin Österreichs genannt: Restituta Kafka, eine Wiener Franziskanerin, die 1943 von den Nazis enthauptet wurde. Maria Restituta: Kindheit und Leben als Krankenschwester Eigentlich hieß sie Helene und kam 1894 in Brünn als sechstes von sieben Kindern eines Schuhmachers zur Welt. Als sie zwei alt war, zogen ihre Eltern nach Wien-Brigittenau. Mit 19 Jahren trat sie mit dem Ordensnamen Maria Restituta bei den Hartmannschwestern ein und wurde Operationsschwester, erst in Lainz, und ab 1919 in Mödling. Dort erhielt sie auch den Spitznamen Resoluta, denn sie war energisch, fröhlich, hilfsbereit, zudem hochkompetent und ein wenig anders. So gönnte sich die beleibte Schwester nach anstrengenden Operationen im Gasthaus ein Gulasch mit einem Krügel Bier. Widerstand gegen den Nationalsozialismus Hitler war für sie ein "Narrischer" und das sagte sie auch. Sie missachtete Anordnungen der Nazis, hängte etwa Kruzifixe nicht ab, behandelte aber alle Patienten gleich sorgfältig. Ein regimekritisches Gedicht, das sie einer Sekretärin diktierte, wurde ihr zum Verhängnis. Sie wurde denunziert. Am Aschermittwoch 1942 wurde sie wegen Vorbereitung zum Hochverrat im Operationssaal verhaftet und später zum Tode verurteilt. Am 30. März 1943 wurde die 49jährige Maria Restituta im Wiener Landesgericht enthauptet. Sie war die einzige Ordensfrau, die von den Nazis in Österreich hingerichtet wurde. Maria Restituta: Seligsprechung und ein ungewöhnliches Denkmal1998 wurde Restituta Kafka seliggesprochen. In Wien und Mödling gibt es mittlerweile nach ihr benannte Gassen, Plätze, einen Gemeindebau und ein Musical. Den Vogel hat aber eine Kirche in Kanada abgeschossen: Auf einem Glasfenster hat man Restituta als Attribut einen Bierkrug gegeben. Na dann Prost. Bernadette Spitzer Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom-Verlag. ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.

  • S1 · E120
    October 21 · 2 min

    21. Oktober: Laura de Montoya

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Sie ist Kolumbiens erste Heilige und Vorbild – "Role Model" nennt man das auf neudeutsch - für südamerikanische Mädchen und Frauen: Laura de Montoya. Eine mutige, unerschrockene Frau, die in ihrem Glauben unbeirrbar ihren Weg ging – gegen die Diskriminierung der indigenen Bevölkerung. Sie selbst war keine.Von der Lehrerin zur Missionarin Sie stammte aus einer Arztfamilie, geboren 1874. Allerdings verlor sie den Vater mit zwei Jahren und lebte fortan in Armut. Dennoch schloss sie mit 18 Jahren ihre Ausbildung zur Lehrerin ab und begann zu arbeiten. In dieser Zeit verspürte sie den Ruf zum Ordensleben. Eigentlich wollte sie bei den Karmelitinnen eintreten, also in eine Art von Kloster eintreten, das man nie verlässt. Doch dann wurde das Bedürfnis immer stärker, zu den Ureinwohnern Kolumbiens zu gehen. Eine erste Reise unternahm Laura mit 34 Jahren. Danach war ihr klar: Sie wollte bei ihnen leben. Nach weiteren Reisen zog sie schließlich mit 39 Jahren, 1914, zu den Indios in der Provinz Araguaia, den Ärmsten des Landes. Sie wollte sich in deren Kultur einfügen und auf diese Weise deren Diskriminierung beenden. Die Indios galten unter der Bevölkerung nämlich als Wilde. Entsprechend groß waren die Vorbehalte in der christlichen Gemeinde. Laura jedoch gründete die Kongregation der Missionare der Unbefleckten Jungfrau Maria und der Heiligen Katharina von Siena, heute Lauritas genannt.Einsatz für die Rechte der Ureinwohner Neben ihrer Missionstätigkeit half sie den Ureinwohnern und verteidigte sie gegen Behörden und Pächter, die sich ihr Land unter den Nagel reißen wollten. Es existieren tausende Briefe dazu, auch an kirchliche Behörden, an Priester, Ordensfrauen und Laien. Außerdem schrieb Laura, die auch Mystikerin war, mehr als 30 Bücher. Das wurde auch staatlich anerkannt, denn1939 erhielt sie den höchsten Orden des Landes. Das Erbe von Laura de Montoya Lauras Kongregation führte ungewollt ein Wanderleben, weil immer wieder ihre Lebensart abgelehnt wurde. Frauen selbstbewusst als Missionarinnen – das war manchen zu viel Emanzipation. Laura de Montoya starb am 21. Oktober 1929 in Medellin und wurde 2013 als erste Kolumbianerin heiliggesprochen. Ihr Gedenktag ist seither in Kolumbien ein Feiertag. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠.

  • S1 · E119
    October 12 · 2 min

    12. Oktober: Carlo Acutis

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Von einem Bild lacht schelmisch ein Jugendlicher mit schwarzem Wuschelhaar. Auf dem anderen liegt er in einem gläsernen Sarg – bestattet in seinem Jogginganzug und, wie es in Italien bei Seligen und Heiligen üblich ist, präpariert, sodass er lebendig aussieht. Der Knabe hieß Carlo Acutis. Carlo Acutis – ein außergewöhnlich gläubiger Bub Das Outfit ist historisch einzigartig. Er ist mit nur 15 Jahren gestorben. Diese wenigen Lebensjahre waren aber ausreichend, ihn in den Kreis der Heiligen aufzunehmen, und das ist immerhin tröstlich. Der Sohn eines italienischen Investmentbankers kam 1991 in London zur Welt, wuchs aber in seiner Heimat Mailand auf. Carlo bestach – im Gegensatz zu seinen Eltern – durch seine Frömmigkeit. Nach seiner Erstkommunion besuchte er täglich die Messe und betete viel. Er nannte die Heilige Eucharistie seine „Autobahn in den Himmel“. Das war außergewöhnlich. Glaube trifft auf Informatik Dazu gesellte sich eine besondere Begabung für Informatik. Schon als Zehnjähriger gestaltete er eigene Webseiten. Mit elf begann er mit der Erstellung eines Online-Verzeichnisses mit 136 eucharistischen Wundern aus der ganzen Welt. Drei Jahre brauchte er dafür. Eine Ausstellung, die nach seinem Tod entwickelt wurde, wurde weltweit in Tausenden Pfarren gezeigt. Carlo Acutis – ein ganz normaler Jugendlicher Carlo war aber weder verschroben fromm noch ein Computernerd. Er war ein lustiger Bub, der gerne Fußball und Playstation spielte, Videos drehte und seine Mitmenschen zum Lachen brachte. Anfang Oktober 2006 erkrankte er plötzlich an Leukämie. Nur wenige Tage später, am 12. Oktober, starb er mit nur 15 Jahren. Zu seiner Seelenmesse kamen auch Obdachlose, die er, auch ohne Wissen seiner Familie, mit Spenden versorgt hatte. 2020 ist er seliggesprochen worden. Er wird von vielen als Schutzpatron des Internets angerufen und als „Influencer Gottes“ oder „Cyberapostel“ bezeichnet. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠.

  • S1 · E118
    October 11 · 1 min

    11. Oktober: Johannes XXIII.

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. „Man kann mit einem Hirtenstab in der Hand heilig werden, aber genauso auch mit einem Besen.“ Nur einer kommt als Autor dieses Zitats in Frage: Papst Johannes XXIII., die berühmte Anekdotenschleuder mit Tiefgang. Das Leben hatte ihn so geformt. Angelo Roncalli – Vom Bauernsohn zum Diplomaten Er wurde 1881 als Angelo Roncalli bei Bergamo in eine große Bauernfamilie geboren und mit 23 Jahren Priester. Er arbeitete unter anderem als Bischofssekretär und am Priesterseminar. Dann aber wurde der liberale Priester für 20 Jahre als Diplomat auf den Balkan abgeschoben. Dort wurde ihm der Dialog mit anderen Konfessionen und Religionen sehr wichtig, und im Krieg rettete er Tausende Juden. Johannes XXIII. – Ein Papst im Aufbruch Schließlich wurde Angelo Roncalli mit 72 Patriarch von Venedig. Als er fünf Jahre später zum Papst gewählt wurde, war klar, dass er aufgrund seines Alters nur ein Übergangspapst werden würde. Was stimmte, denn er markierte den Übergang der Kirche in ein anderes Zeitalter. Als erster Papst seit 1870 verließ er den Vatikan, um Besuche zu machen, beendete in Italien die Exkommunikation der Kommunisten, schaffte den Fußkuss und die drei Verbeugungen bei Privataudienzen ab, gründete das Sekretariat für die Einheit der Christen und suchte Kontakt zu Juden und Muslimen. Johannes XXIII. – Sein Vermächtnis Sein größtes Werk war aber die Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils. Acht Monate nach der Eröffnung, am 3. Juni 1963, starb Johannes XXIII. an Krebs. Das Konzil jedoch ging in seinem Sinn weiter. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠.

  • S1 · E117
    October 1 · 1 min

    1. Oktober: Thérèse von Lisieux

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Es gibt die große Heilige Teresa, und die kleine. Mit der Körpergröße hat das wohl nichts zu tun, eher damit, dass die große, die von Avila, über viele Jahre in ihrem Orden, dem Karmel, wirkte, die kleine, die ebenfalls Karmelitin war, aber nur wenige Jahre und auf anderer Ebene. Thérèse von Lisieux – Kindheit und Familie Thérèse von Lisieux, wie man sie heute nennt, kam 1873 als Marie-Françoise Martin in der Normandie in Frankreich zur Welt. Sie war das neunte Kind einer besonderen Familie: Ihre Eltern wurden 2008 seliggesprochen, und drei ihrer vier Schwestern wurden ebenfalls Karmelitinnen. Mit nur vier Jahren verlor Thérèse ihre Mutter. Vielleicht war das ausschlaggebend für die besondere Liebe, die sie zur Gottesmutter entwickelte. Bereits mit 13 wollte sie in Lisieux in den Karmel eintreten, wo schon zwei ihrer Schwestern lebten. Doch sie war noch zu jung. Nicht einmal der Papst erteilte ihr die Erlaubnis. Sie musste warten, bis sie 15 war. Der „kleine Weg“ Im Kloster nahm sie den Namen ihrer Ordensgründerin Teresa an. Thérèse selbst sprach vom „kleinen Weg“, den sie ging: Gott im Alltag zu lieben. Sie lebte völlig zurückgezogen in Klausur. Thérèse von Lisieux – Eine Heilige für die Welt Thérèse starb mit nur 24 Jahren am 30. September 1897 an Tuberkulose. Berühmt wurde sie erst nach ihrem Tod, als ihre Autobiografie, die sie auf Anordnung ihrer Priorin verfasst hatte, veröffentlicht und in weiterer Folge in über 50 Sprachen übersetzt wurde. 1925 wurde Thérèse heiliggesprochen, 1997 zur Kirchenlehrerin erhoben. Lisieux ist heute nach Lourdes der zweitgrößte Wallfahrtsort Frankreichs mit jährlich fast zwei Millionen Pilgern. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠.

  • S1 · E116
    September 24 · 1 min

    24. September: Rupert von Salzburg

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Salzburg feiert die nächsten 5 Tage den jährlichen Rupertikirtag. Rupert, der Bischof aus dem 8. Jahrhundert, der als Gründer Salzburgs bezeichnet wird, ist der Patron der Stadt und des Landes Salzburg und hat auch in der Erzdiözese Wien Spuren hinterlassen. Über seine Herkunft kann nur spekuliert werden. Jedenfalls war er Bischof von Worms in Rheinland-Pfalz. 696 erhielt er den Auftrag zur Mission in ganz Bayern, und das umfasste damals auch Teile Österreichs. Vom Missionar zum Gründer Salzburgs Rupert fuhr bis an die Grenze des Herrschaftsgebietes, nämlich Lorch und weiter nach Salzburg, das ihm Herzog Theodo schenkte, eine durch die Völkerwanderung weithin verwüstete Ruinenstadt. Außerdem erhielt er Salzquellen in Bad Reichenhall. Die wurden die wirtschaftliche Grundlage für den Neubeginn. Nach diesem Salz wurde auch die Befestigung auf dem Nonnberg und später die gesamte Siedlung benannt - Salzburg. Rupert half der Bevölkerung beim Wiederaufbau der Stadt. Außerdem gründete er das Männerkloster Sankt Peter, wo er Abt wurde und das Frauenkloster am Nonnberg. Beide sind heute die ältesten noch bestehenden im deutschen Sprachraum. Auch die Orte Seekirchen am Wallersee und Bischofshofen gehen auf Rupert zurück. Ruperts Vermächtnis bis heute Rupert starb vermutlich am 27. März 718, wahrscheinlich in Worms. Sein Gedenktag ist aber der 24. September, weil an diesem Tag im Jahr 774 seine Gebeine in den Salzburger Dom überführt wurden. In der Erzdiözese Wien ist Rupert unter anderem die Ruprechtskirche im ersten Bezirk geweiht. Mit Rupert wird heute auch Virgil gefeiert. Über ihn erzähle ich Ihnen mehr an seinem Gedenktag am 27. November. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠⁠⁠⁠⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠⁠⁠⁠⁠.

  • S1 · E119
    September 15 · 2 min

    15. September: Anton Maria Schwartz

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Anton Maria Schwartz ist heute wohl vor allem in Wien noch ein Begriff. 1852 in Baden bei Wien geboren, wurde er 1875 zum Priester geweiht.Anton Maria Schwartz und seine besondere Berufung Zunächst war er Kaplan und später Seelsorger bei den Barmherzigen Schwestern in Wien. Dort fiel ihm etwas auf, das ihn nicht mehr losließ: Die jungen Arbeiter und Lehrlinge hatten kaum jemanden, der sich um sie kümmerte. Das wurde zu seiner besonderen Berufung. Ab 1882 widmete er sich ganz den Lehrlingen. Anton Maria Schwartz und die KalasantinerEr gründete Vereine und Lehrlingsheime, vermittelte Arbeitsstellen und setzte sich für bessere Arbeitsbedingungen, freie Sonntage und Lehrlingsurlaub ein. Ihm ging es dabei nicht nur um den Glauben, sondern um den ganzen Menschen. Schwartz war überzeugt, dass Seelsorge nicht an der Kirchentür enden darf. Wenn ein junger Mensch mit Sorgen, Armut oder schwierigen Arbeitsbedingungen zu kämpfen hatte, gehörte auch das zu seiner Aufgabe. 1889 gründete er die Kalasantiner, eine Ordensgemeinschaft, die sich besonders der Seelsorge an Arbeitern und Jugendlichen widmete. Dabei orientierte er sich am heiligen Josef Calasanz, der sich ebenfalls besonders für die Bildung junger Menschen eingesetzt hatte. Wegen seines großen Einsatzes wurde er später „Apostel der Arbeiter“ genannt. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠⁠⁠⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠⁠⁠⁠.

  • S1 · E118
    September 8 · 1 min

    8. September: Friedrich Ozanam

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Ein Professor für Handelsrecht und Literaturwissenschaften, der 9 Sprachen beherrschte und eine Vorreiterorganisation der Caritas gründete, das war Friedrich Ozanam. Friedrich Ozanams Kindheit und prägende Erfahrungen Er kam 1813 als Sohn eines französischen Offiziers und Armenarztes in Mailand zur Welt. Als Mailand durch die Verträge von 1815 an Österreich fiel, kehrte die Familie nach Lyon zurück. Durch den Beruf seines Vaters, der viele Patienten gratis behandelte, und die karitative Tätigkeit seiner Mutter in den Arbeiterquartieren der Textilstadt Lyon lernte er bald das Elend der Arbeiter im Frühkapitalismus kennen. Friedrich Ozanam als Professor und engagierter Helfer 1831 übersiedelte Friedrich nach Paris, wurde Jurist, Literaturwissenschafter und war in beiden Fächern so gut, dass er mit 24 Jahren Professor für Handelsrecht und mit 31 Professor für auswärtige Literatur an der Sorbonne wurde. Dazwischen heiratete er und bekam eine Tochter. Doch das war Friedrich Ozanam nicht genug. Er sah die Ursachen für das Elend der Arbeiter in der Gesellschaftsstruktur. Mit 20 gründete er daher einen karitativ-studentischen Verein, der später den Namen Vinzenz-Konferenz annahm. Er war einer der ersten, der gemeinschaftliche Hilfe für Notleidende organisierte und dessen Verbesserungsvorschläge von der Kirche aufgegriffen wurden. Friedrichs Vermächtnis Wegen seiner schlechten Gesundheit musste Friedrich Ozanam seinen Beruf schon mit 39 Jahren aufgeben. Er starb ein Jahr später am 8. September 1853 in Marseille an einem Nierenleiden und einer Brustfellentzündung. In Österreich gibt es heute über 100 Vinzenzgemeinschaften. Friedrich Ozanam wurde 1997 seliggesprochen. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠⁠⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠⁠⁠.

  • S1 · E117
    September 5 · 1 min

    5. September: Mutter Teresa

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Viele von uns haben sie noch lebhaft vor Augen, die kleine, alte Frau in ihrem weiß-blauen Sari: Mutter Teresa. Sie galt schon zu Lebzeiten als Heilige, und inzwischen sie es offiziell. Verbunden wird sie mit Indien, und doch war sie Europäerin, geboren 1910 im heutigen Mazedonien, damals Osmanisches Reich, in eine albanische katholische Bauunternehmerfamilie. Als solche hätte sie ein ganz anderes Leben führen können. Vom Leben als Ordensfrau zur „Mutter der Armen“Mit 18 trat Agnes, wie sie eigentlich hieß, aber in den Orden der Loretoschwestern ein und nahm den Ordensnamen Teresa an, in Erinnerung an die französische Heilige Therese von Lisieux. Der Orden schickte sie als Lehrerin nach Indien. Nach 17 Jahren zog sie in die Slums von Kalkutta, und ein paar Jahre später, 1950, gründete sie mit ehemaligen Schülerinnen den Orden der Missionarinnen der Nächstenliebe. Ihr Einsatz für Kranke und Obdachlose Der Rest ist Geschichte. Mutter Teresa las Kranke und Sterbende von der Straße auf. Bald konnte sie Krankenhäuser, Hospize, Heime und Schulen bauen. 1979 erhielt der „Engel der Armen“, wie sie genannt wurde, den Friedensnobelpreis. Seit 1985 sind ihre Schwestern auch in Wien und kümmern sich vor allem um Obdachlose.Mutter Teresa – Kritik, Tod und Vermächtnis Mutter Teresas Arbeit ist aber auch umstritten, etwa wegen mangelnder medizinischer Hilfe in ihren Spitälern oder undurchsichtigen Spendenflüssen. Mutter Teresa starb mit 87 am 5. September 1997 in Kalkutta. 2016 wurde sie heilig gesprochen. Auch die profane Welt ehrt ihr Andenken: In Albanien ist der Flughafen Tirana nach ihr benannt und im Weltall ein Asteroid.Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠⁠⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠⁠⁠.

  • S1 · E116
    August 25 · 2 min

    25.August: Maria Troncatti

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Ihr Lachen am Foto lässt erahnen, welch heitere Person sie gewesen sein mag oder – wie ein Sturm ein Leben verändern kann. Heute ist Gedenktag der italienischen Don Bosco Schwester und Missionarin Maria Troncatti. Maria Troncatti: Von der Bergbauernfamilie zur Missionarin Geboren wurde sie 1883 als zweites von vierzehn Kindern einer Bergbauernfamilie. Von daher war sie es gewöhnt, sich um andere zu kümmern und zuzupacken. Sie wusste, was sie für sich wollte, denn mit ihrer Volljährigkeit trat sie in den Orden der Don Bosco Schwestern ein. Während des Ersten Weltkriegs machte sie eine Krankenpflegeausbildung und arbeitete in einem Militärkrankenhaus. Im Sommer 1915 fegte ein heftiger Sturm über das Land. Maria bekam Angst und begann, mit der Gottesmutter zu verhandeln: Wenn sie und ihr Bruder den Sturm überlebten, würde sie Missionarin werden. Offenbar gefiel der Gottesmutter die Idee und sie nahm an. Maria als Missionarin im Amazonas 1922 ging die knapp 40 jährige Ordensfrau als Missionarin nach Ecuador. Arbeit hatte sie mehr als genug. Sie begann als Krankenschwester und Apothekerin, bevor sie 1925 mit einigen Mitschwestern in den Amazonas zog, um bei den Shuar-Indigenen zu arbeiten. Die Frauen errichteten im Regenwald des Amazonas mehrere Missionsstationen. Maria war für die Einwohner Krankenschwester, Wundärztin, Orthopädin, Zahnärztin und Anästhesistin. Auch nahm sie mehrere Kinder in ihre Obhut, die mit Missbildungen auf die Welt gekommen waren und sonst keine Überlebenschance gehabt hätten. „La Madrecita“ – Marias Einsatz für Frauen und Versöhnung Besonders kümmerte sie sich um Frauen, und sie setzte sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung ein, aber auch für die Versöhnung zwischen ihnen und der nicht-indigenen Bevölkerung. 44 Jahre lang. Man nannte sie La Madrecita, Mütterchen. Am 25. August 1969 starb Maria Troncatti bei einem Flugzeugabsturz. Sie war 86 Jahre alt. 2025 ist sie heiliggesprochen worden. Und Gedenktag hat heute auch Josef Calasanz, der Gründer der Piaristen. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠⁠.

  • S1 · E115
    August 9 · 1 min

    9. August: Edith Stein

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Heute hat die jüngste Patronin Europas Gedenktag: Edith Stein, eine Intellektuelle und Brückenbauerin zwischen Judentum und Christentum, Opfer der Nazis. Edith Steins Weg zum Glauben Sie kam 1891 in Breslau in Polen in eine wohlhabende jüdische Holzhändlerfamilie zur Welt, wurde aber als Jugendliche Atheistin. Sie studierte dann Psychologie, Philosophie, Germanistik und Geschichte und promovierte summa cum laude. Als Frau und Jüdin durfte sie sich aber nicht habilitieren. Die von ihr so gesuchte Wahrheit fand Edith Stein schließlich bei der Lektüre der Autobiographie der Karmelitin Teresa von Avila. Mit 31 ließ sie sich taufen und wollte Nonne werden, davon wurde ihr aber abgeraten. So arbeitete sie 10 Jahre lang in der Lehrerbildung und hielt zahlreiche Vorträge zu den Themen Pädagogik, Bildung und Schule. Märtyrerin und Patronin Europas Erst 1933 durfte Edith Stein Karmelitin werden. Anlässlich des Anschlusses Österreichs 1938 verriet ihre eigene Priorin den Nazis Edith Steins jüdische Abstammung. Deshalb floh sie 1939 ins Kloster nach Echt in den Niederlanden. 3 Jahre später protestierten die niederländischen Bischöfe gegen Deportationen. Die Antwort der Nazis war die Deportation von Konvertiten, unter ihnen Edith Stein. Sie wurde am 9. August 1942 mit 51 Jahren in Auschwitz ermordet. 1998 wurde sie heiliggesprochen und 1999 gemeinsam mit Birgitta von Schweden und Katharina von Siena Schutzpatronin Europas. Und 2008 wurde Edith Stein in die bayrische Ruhmeshalle Walhalla aufgenommen. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠.

  • S1 · E114
    August 3 · 1 min

    3. August: Lydia von Philippi

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.Sie ist der Tradition nach nicht mehr und nicht weniger als die erste Christin in Europa, die Frau aus Lydien, einer Landschaft im Westen der heutigen Türkei: Lydia. Konkret Lydia von Philippi.Lydia – Purpurhändlerin aus Philippi Von ihr berichtet die Apostelgeschichte. Lydia stammte aus Thyatira in der heutigen Türkei und lebte im griechischen Philippi als Purpurhändlerin. Die Farbe Purpur war damals sehr wertvoll. Um damit handeln zu können, brauchte man Geld. Lydia war demnach wohlhabend. Vielleicht hatte sie sich in Philippi angesiedelt, weil die Stadt auf der Haupthandelsstrasse, der «Via Egnatia», lag, die nach Rom führte. Und dort nannte man die Frau aus Lydien dann eben „die Lydierin“. Möglich ist auch, dass sie Sklavin gewesen war, denn diese wurden oft nach ihrer Herkunftslandschaft benannt. Wie auch immer - Lydia war Hausherrin. Sie war demnach entweder ledig oder verwitwet, jedenfalls alleinstehend. Sie sympathisierte mit dem Judentum, ohne es anzunehmen. Als sie Paulus während seines Aufenthaltes in Philippi kennenlernte und ihn von Christus sprechen hörte, ließ sie sich sofort taufen und alle Angehörigen dazu. Somit wurde sie die erste Christin in Europa. Lydia als Gastgeberin der Gemeinde Nachdem man Paulus in Philippi ins Gefängnis geworfen und am nächsten Morgen wieder frei gelassen hatte, kehrten er und sein Begleiter noch einmal bei ihr ein, um sich zu verabschieden. In ihrem Haus versammelte sich fortan die Christengemeinde von Philippi und unterstützte Paulus finanziell, was wohl auch ihr Verdienst war. Lydia war somit herausragend: als erste Christin Europas, als Gemeindeleiterin und als Mäzenin. Namenstag haben heute auch Benno und Peter. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠⁠.

  • S1 · E113
    July 31 · 1 min

    31. Juli: Heiliger Ignatius von Loyola

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Hätte es im 15. Jahrhundert schon das Internet gegeben, wer weiß, ob wir nicht um diesen großen Heiligen ärmer wären: Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens. Ignatius nimmt die Bibel an sich Er wurde 1491 auf Schloss Loyola im Baskenland geboren. Mit etwa 13 wurde er Page am Hofe des königlichen Schatzmeisters. Er war ein leidenschaftlicher Spieler und liebte schöne Frauen. Mit 26 Jahren trat der ehrgeizige junge Mann in den Dienst des kastilischen Vizekönigs zu Navarra. Doch dann wurde während einer Schlacht sein Bein von einer Kanonenkugel zertrümmert. Ignatius war monatelang ans Bett gefesselt. Aus Langeweile wollte der Dreißigjährige Ritterromanzen lesen, aber im elterlichen Schloss gab es nur ein Buch über das Leben Jesu und Heiligenlegenden. Und eben kein Internet, sonst – tja… So aber las er notgedrungen die Legenden, und die bewirkten in ihm eine allmähliche Änderung seiner Lebenseinstellung. Er wollte nun ein geistliches Leben führen. Ignatius von Loyola: Gründer des Jesuitenordens Es dauerte mehrere Jahre, bis Ignatius die für ihn passende Form fand. Mit 43 gründete er in Paris mit sechs Studienkollegen eine Bruderschaft, die sie später die Gesellschaft Jesu nannten. Neu war, dass sie keine Ordenstracht trugen, keine fixen Gebetszeiten hatten und sich ganz dem Papst und der Mission unterstellten. Das Konzept ging voll auf. Ignatius von Loyola starb mit 64 am 31. Juli 1556 in Rom an einem Magenleiden. Da hatte der Orden bereits 1000 Mitglieder. 1622 wurde er heiliggesprochen. Namenstag haben heute auch Elisabeth und Helena. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠.

  • S1 · E112
    July 14 · 1 min

    14. Juli: Kamillus von Lellis

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Während der Schlacht von Solferino 1859 beobachtete der Schweizer Geschäftsmann Henry Dunant, der zufällig in der Gegend war, dass die einzigen, die sich um die Verletzten kümmerten, Ordensmänner waren, die sich dabei selbst in Todesgefahr begaben. Kamillus von Lellis: Inspiration für Henry Dunant Weithin sichtbar waren auf ihren schwarzen Kutten rote Kreuze. Henry Dunant beschloss, eine Hilfsorganisation zu gründen, und das rote Kreuz der Ordensmänner als Symbol zu wählen. Der Gründer des Ordens war der Italiener Kamillus von Lellis. Der Lebenswandel des Kamillus von Lellis Er kam 1550 Pescara als Sohn eines Offiziers zur Welt. Nach einer Karriere in der Kirche sah es bei ihm lange nicht aus. Er war Soldat, spielsüchtig und cholerisch. Seinen Soldatendienst musste er wegen einer chronischen Wunde am Fuß aufgeben. Seine Spielsucht kostete ihn buchstäblich sein letztes Hemd, und seine Zornausbrüche seine Stelle in einem römischen Krankenhaus. Mit 24 Jahren wurde Kamillus gläubig und änderte seinen Lebensstil radikal. Er wurde Krankenpfleger und Priester. Die herkömmliche Krankenpflege war ihm aber nicht ausreichend. Er gründete daher mit 32 Jahren einen Orden, der heute nach ihm Kamillianer genannt wird. Seine Mitglieder pflegen Kranke auch unter Lebensgefahr. Bernadette Spitzer Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom-Verlag. ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠.

  • S1 · E111
    July 6 · 2 min

    6. Juli: Selige Maria Theresia Gräfin Ledochowska

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Im Heiligenlexikon steht unterhalb des Namens der heutigen Seligen: Deckname Alexander Halka. Diesen brauchte sie, weil sie Autorin und Verlegerin war und als Frau zu ihrer Zeit nicht ernst genommen worden wäre. Und einen Orden hat sie nebenbei auch gegründet. Mutter Afrikas: Maria Theresia Gräfin Ledochowska brennt für Afrika Ihr richtiger Name war Maria Theresia Gräfin Ledochowska. Die Schriften, die sie verfasste und in ihrem eigenen Verlag herausgab, hatten alle ein Thema: Afrika. Ledochowska brannte für Afrika und die Abschaffung der Sklaverei und hat den Beinamen „Mutter Afrikas“ erhalten. Wie kam es dazu, dass die österreichische Adelige mit polnischen Wurzeln aus Loosdorf bei Melk diesen internationalen Titel erhielt? Maria Theresia Ledochowska: Von der Hofdame zur Ordensgründerin Ledochwska kam 1863 zur Welt. Mit 22 Jahren trat sie in den Dienst der Großherzogin Alice von Toskana in Salzburg. Kurz darauf hörte sie von Kardinal Charles Lavigerie, der sich gegen die Sklaverei einsetzte, und verließ den Hof, um sich dem Fundraising für die Mission zu widmen. Sie sammelte Mitarbeiterinnen um sich. Daraus entstand eine Vereinigung zum Kampf gegen die Sklaverei in Afrika, aus der der Orden der Missionsschwestern vom heiligen Petrus Claver wurde; deren Aufgabe war die finanzielle Unterstützung der Missionare, und die Herausgabe religiöser Bücher in afrikanischen Sprachen; dafür wurde im Missionshaus Maria Sorg in Bergheim bei Salzburg eine eigene Druckerei errichtet. Mit Medien gegen die Sklaverei Maria Theresia Ledochowska war ein Marketinggenie. 1899 verfasste sie das Drama: „Zaida“, in dem sie die Folgen der Sklaverei vor allem für Frauen thematisierte. Sie gab Zeitschriften heraus und kuratierte Wanderausstellungen, um über das Leben in Afrika und vor allem über die Sklaverei zu informieren. Sie organisierte mehrtätige Informationsveranstaltungen und hielt Vorträge, was für eine Frau ihrer Zeit sehr ungewöhnlich war. Doch auch nach Afrika gingen Schriften, denn Maria Theresia gab Schulbücher in Hunderten afrikanischen Sprachen heraus. Die Zeitschrift „Echo aus Afrika“ erscheint seit 1920. Und so wurde aus der Gräfin und Missionsnärrin auch noch die „Mutter Afrikas“, die selbst nie in Afrika war. Maria Theresia Ledochowska starb mit 59 am 6. Juli 1922 in Rom und wurde 1975 seliggesprochen. Ihre Schwester Ursula ist übrigens eine Heilige. Aber das ist eine andere Geschichte, nämlich die vom 29. Mai. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠.

  • S1 · E110
    June 29 · 1 min

    29. Juni: Seliger Ramon Lull

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Ramon Llull wollte im 13. Jahrhundert mithilfe einer Maschine die Existenz Gottes beweisen. Im 20. Jahrhundert übersetzten Programmierer seine Regeln in Computersprache und stellten fest, dass sie funktionierten. Ramon Llull war ein um 1232 in Palma de Mallorca geborener Adeliger, der auf dem königlichen Hof lebte, sich der Dichtkunst widmete, Ehemann und Vater zweier Kinder war. Ramon richtete sein Leben neu aus Mit 31 Jahren kam die Wende: Vier Christusvisionen ließen Ramon sein Leben neu ausrichten und den Weg der Mission einschlagen. Er wurde Laienmitglied der Franziskaner, studierte Arabisch, Philosophie, Medizin und Theologie. Darüber hinaus verfasste er fast 300 Werke, darunter viele Dichtungen und das meist in seiner Muttersprache katalanisch. Ramon und der erste Computer Mit seinem Hauptwerk, der Ars Magna, wollte er zur Bekehrung mithilfe der Vernunft beitragen. Die von ihm konstruierte Maschine bestand aus sieben Scheiben, die verschiedene religiöse Begriffe oder Zahlen trugen. Das Drehen der Scheiben ergab immer wieder andere Verknüpfungen und wird als erster Computer eingestuft. Er starb mit etwa 83, wurde zunächst als Ketzer verurteilt und 1847 schließlich seliggesprochen. Bernadette Spitzer Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom-Verlag. ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.

  • S1 · E108
    June 19 · 1 min

    19. Juni: Heilige Juliana Falconieri

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Juliana Falconieri wurde um das Jahr 1270 in Florenz geboren. Sie war vermutlich eine Nichte des heiligen Alexius Falconieri, eines der sieben Gründerväter des Servitenordens. Juliana entscheidet sich früh für Gott und den Dienst an den Bedürftigen Im Alter von 14 Jahren verlor Juliana ihren Vater. Sie blieb bei ihrer Mutter, um sich liebevoll um sie zu kümmern, und weihte zugleich ihr eigenes Leben Gott. Sie lebte nach den evangelischen Räten, nahm am Gebetsleben der Serviten teil und widmete sich mit großem Einsatz den Armen. Bald schlossen sich ihr Gleichgesinnte an. Die jungen Frauen erhielten für ihren Dienst ein eigenes Gewand, woraus sich später die Bezeichnung „Mantellatinnen“ entwickelte. Nach dem Verlust der Mutter gründet Juliana ein Kloster Erst nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1305 gründete sie ein Kloster zur Pflege der Kranken. Aus den Mantellatinnen gingen die Dienerinnen Mariä hervor, heute als Servitinnen bekannt, die sich auch der Erziehung zuwandten. Der Überlieferung nach wollte sie auf dem Sterbebett noch die Eucharistie empfangen, konnte die Hostie jedoch nicht mehr schlucken. Man legte sie ihr daher auf die Brust, wo sie sogleich verschwand und Juliana zugleich starb. In Österreich leben Servitinnen heute in Wien-Mauer. Bernadette Spitzer Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom-Verlag. ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.

  • S1 · E107
    June 11 · 1 min

    11. Juni: Selige Hildegard Burjan

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Hildegard Burjan wurde 1883 in Görlitz in Sachsen geboren und wuchs als liberale Jüdin auf. Nach einem langen Aufenthalt in einem Ordensspital trat sie im Alter von 26 Jahren zum katholischen Glauben über. Hildegard und ihr selbstbestimmtes Leben Als eine der ersten Frauen studierte sie Philosophie und Sozialwissenschaften und heiratete den Ungarn Alexander Burjan. Ihre einzige Tochter brachte sie gegen den Rat der Ärzte zur Welt, die ihr aus medizinischen Gründen zu einer Abtreibung geraten hatten. Aufgrund der beruflichen Position ihres Mannes lebte Hildegard wohlhabend, beschränkte sich jedoch nicht auf die traditionellen Rollen von Ehefrau, Mutter und Hausfrau mit gesellschaftlichen Verpflichtungen. Soziales Engagement und politischer Einsatz von Hildegard Stattdessen engagierte sie sich aktiv für Frauenrechte und Gleichbehandlung. Im Jahr 1919 wurde sie Abgeordnete der Christlichsozialen Partei und erlangte später den Beinamen „Gewissen des Parlaments“. Im selben Jahr gründete sie die Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis. Heute sind die Schwestern vor allem für ihre Arbeit im Hospizbereich bekannt. Hildegard starb im Alter von 50 Jahren an einer langjährigen Nierenerkrankung und wurde 2012 seliggesprochen. Bernadette Spitzer Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom-Verlag. ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.

  • S1 · E106
    June 3 · 1 min

    3. Juni: Heiliger Kevin von Wicklow

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Der Name Kevin wird aufgrund eines Filmes aus dem Jahr 1990 mit einem frechen Kinderhelden verbunden. Dabei ist Kevin tatsächlich ein alter königlicher irischer Name und heißt „der schön Geborene“. Kevin und sein Weg in die Einsamkeit Der heilige Kevin von Wicklow wurde um 475 in eine königliche Familie geboren und erhielt eine religiöse Ausbildung. Um das Jahr 500 zog sich Kevin in die Einsamkeit des heutigen Glendalough zurück. Schon bald sammelten sich zahlreiche Schüler um ihn, sodass er im Jahr 549 ein Kloster gründete. Dieses leitete er als erster Abt und wirkte zugleich als Bischof, während sich das Kloster zu einer der bedeutendsten Schulen irischer Frömmigkeit entwickelte. Kevin erhielt den Titel „Führer vieler tausender Seelen“, da sich viele Menschen von ihm zum asketischen Leben anleiten ließen. Die bleibende Spur des Klosters von Kevin Er selbst lebte meist zurückgezogen im Wald und am Ufer des Sees, die Fundamente seiner „Zelle“ im Wald und die Höhle, in der er angeblich schlief, sind bis heute erhalten. Er starb um das Jahr 618. Das Kloster wurde 1539 unter König Heinrich VIII. aufgelöst, erstand im 19. Jahrhundert jedoch neu und gilt heute mit seinen sieben Kirchen als gut erhaltener Kulturschatz. Bernadette Spitzer Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom-Verlag. ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.

  • S1 · E105
    May 30 · 2 min

    30. Mai: Heilige Johanna von Orléans

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Johanna von Orléans gehört zu den bekanntesten historischen Figuren Frankreichs und bleibt doch bis heute ein Rätsel. Die junge Frau, die vor rund 600 Jahren lebte und nicht einmal 20 Jahre alt wurde, ist bis heute Gegenstand von Literatur, Filmen und Diskussionen. Welche ihrer Geschichten tatsächlich wahr sind, lässt sich kaum klären. Johanna folgt göttlichen Visionen Geboren wurde Johanna 1412 als Tochter eines wohlhabenden Bauern mitten im Hundertjährigen Krieg zwischen Frankreich und England. Mit 17 Jahren hatte sie mehrere Erscheinungen des Erzengels Michael und der heiligen Katharina und Margareta. Sie beauftragten den Teenager damit, ins benachbarte Frankreich zu gehen und Orléans vor den einfallenden Engländern zu retten. Trotz ihres jungen Alters überzeugte sie König Karl VII. von ihrer göttlichen Mission und führte Truppen nach Orléans, wo sie die Engländer vertrieb, jedoch nicht aus ganz Frankreich. Gefangennahme und Urteil prägen das weitere Leben von Johanna Kurz darauf wurde sie gefangen genommen, an die Engländer ausgeliefert und vor ein kirchliches Gericht gestellt. Man klagte sie wegen rund 70 Vergehen an. Am 30. Mai 1431 wurde sie als Ketzerin verbrannt. Jahre später hob man das Urteil auf, auch um den Ruf Karls VII. zu schützen. Im Jahr 1920 wurde sie heiliggesprochen. Bernadette Spitzer Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom-Verlag. ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.

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