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Artwork for Der Märchendoktor
Kids & FamilyStories for Kids

Der Märchendoktor

Joachim Huber

Wieso macht ein Notarzt nun einen Podcast mit Märchen?

Ganz einfach: schon unsere Kinder waren begeisterte Zuhörer und die oft auch selbst erfundenen Märchen waren so beliebt, dass ich jeden Abend an ihren Bettchen saß und erzählte.

Die Kunst des Geschichtenerzählens habe ich auch auf meinen Reisen in afrikanischen, arabischen und asiatischen Ländern genutzt, um Freunde zu gewinnen, Menschen zu trösten und zu erfreuen.

Märchen als Therapie machen Alt und Jung mutig und gesund!

Durch Märchen werden bei den Zuhörern individuelle Fähigkeiten gestärkt: Zuhören, Empathie und emotionales Erleben, psychische Widerstandskraft, Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauer und Teamgeist, Entdeckerfreude und Fantasie verbessert.

Mir geht es auch darum, bei meinen Zuhörern mit Hilfe von Märchen die eigenen bewussten oder unbewussten inneren Stärken und Schwächen zu erkennen und die „Schwächen“ gezielt zu behandeln.

Märchen sind (das wusste schon Siegmund Freud) ein Spiegelbild unserer Seele - ähnlich wie Träume - Tore zum Unbewussten. Sie erlauben uns auf der symbolischen Ebene innere Wahrheiten zu erkennen und zu erleben.

Märchen, die wir lieben, sagen etwas über unsere Sehnsüchte, Wünsche und Bedürfnisse aus; sie offenbaren uns, mit welchen menschlichen Haltungen wir uns identifizieren, sie weisen uns aber auch darauf hin, welche Probleme wir noch angehen und welche Haltungen wir noch entwickeln müssen.

Ich wünsche meinen Zuhörerinnen und Zuhörern, dass sie staunen, sich ein bisserl gruseln aber, ganz wichtig, Mut bekommen und nicht aufgeben, auch wenn es im echten Leben manchmal sehr schwierig wird.

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  • 23 episodes
  • weekly
  • Avg 16 min
  • German
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  • #90
    Today · 16 min

    Kurzgeschichten aus der Cholmer Weisheitstradition

    Ich hatte die große Freude als Internist und Kardiologe im 2. Wiener Bezirk auch viele Juden betreuen zu dürfen. Von Ihnen stammt so manche hübsche Geschichte! Jiddische Märchen und jüdische Volkserzählungen verbinden osteuropäischen Humor, Weisheit und religiöse Überlieferungen. Sie handeln oft von armen, gottesfürchtigen Menschen, klugen Rabbinern, Engeln, Dämonen oder sprechenden Tieren und spiegeln die Lebenswelt der aschkenasischen Juden wider. Viele Geschichten vermitteln ethische Lehren aus der jüdischen Tradition (Tora, Talmud und Chassidismus). Sie nutzen oft feinen Witz und Selbstironie, um Armut und schwere Zeiten zu ertragen. Der Schlimazel (vom hebräischen masel für Glück und schlim für schlecht) ist ein chronischer Pechvogel, während der Schlemiel der ungeschickte Tollpatsch ist. Berühmte literarische Beispiele verbinden dieses Pech oft mit tiefem jüdischem Humor und Lebensweisheit. In der jiddischen Folklore ist Cholm das fiktive Dorf der Toren und Schlemiels. Die Weisheit dieser Geschichten liegt darin, dass die Dorfbewohner ihre Probleme mit absurder Logik lösen (z. B. versuchen, das Sonnenlicht in Säcken einzufangen, um das Rathaus zu erhellen).. Der Schlemiel (Der ungeschickte Akteur) ist ein gutmütiger, aber extrem ungeschickter Tollpatsch. Er stolpert über seine eigenen Füße, lässt Dinge fallen oder trifft falsche Entscheidungen. Er ist aktiv für das Chaos verantwortlich. Beispiel: Der Schlemiel ist der Kellner, der im Restaurant stolpert und eine heiße Suppe verschüttet.Herkunft von Schlemiel- ist historisch nicht absolut eindeutig geklärt, aber es gibt zwei sehr starke, anerkannte Theorien: a) Die biblische Theorie: Iin der Tora wird ein Stammesfürst namens Schlumiel ben Zurischaddai erwähnt. Laut jüdischer Midrasch (Überlieferung) war er der Einzige, der bei einer Schlacht beinahe ohne Grund oder durch unglückliche Umstände das Leben verlor, während alle anderen gerettet wurden. b) Die hebräische Wortspiel-Theorie): manche Sprachwissenschaftler führen das Wort auf die hebräische Phrase sche-lo-mo'il zurück. Das bedeutet übersetzt „der, der zu nichts nütze ist“, daraus entwickelte sich im Jiddischen der sympathische, aber unfähige Tollpatsch. Das reale Chełm liegt im Osten Polens und war jahrhundertelang ein bedeutendes Zentrum jüdischen Lebens und osteuropäischer Gelehrsamkeit. Da die Stadt für ihre Talmud-Gelehrten und tiefgründigen Logiker bekannt war, entstand im 19. Jahrhundert der humorvolle Mythos. Die Geschichten parodieren liebevoll die typisch talmudische Haarspaltung, bei der logische Argumente soweit auf die Spitze getrieben werden, bis sie jeglichen gesunden Menschenverstand verlieren.

  • #89
    August 23 · 12 min

    D’ Sago vom klonno Hirtobüble und am Butz und das Büable und das Meiggele

    Als Vorarlberger erzähle ich Euch heute „a kleale eppas„- etwas über unsere Dialekte. Sie gehören zum alemannischen Sprachraum (ähnlich wie Schweizerdeutsch oder Schwäbisch) und sie unterscheidet sich stark von den bairischen Dialekten im restlichen Österreich. Die Ursprünge unserer Sprache gehen auf die germanische Besiedlung im frühen Mittelalter zurück. Statt des im Hochdeutschen üblichen Wortes „war“ sagt man meist „bin gsi“ (gewesen). Das brachte den Vorarlbergern den scherzhaften Spitznamen Gsi-Berger ein.Fehlende Doppellaute: Aus „Haus“ wird Hus, aus „Kreuz“ wird Krüz und aus „sein“ wird si. Es gibt auch keinen Genetiv, auch das Wort „gi“ findet im Hochdeutschen kein Pendant: „Er goht gi schaffa“ – also „Er geht arbeiten“. Klassische Volksmärchen werden in Vorarlberg meist in regionaler Mundart (z.B. Bregenzerwälderisch oder Montafonerisch) erzählt, wobei jedes Tal eigene Laute hat. Bregenzer Dialekt: alemannischer Ursprung, keine bairische, sondern westlich geprägt mit Wurzeln im Frühmittelalter. Klangfarbe: weiche Vokale und markante Laute, die sich oft von Dorf zu Dorf hörbar unterscheiden. Bregenzerwald ("Wälderisch"): sehr markant, starkes Hochalemannisch, extrem eigenständig; unterscheidet sich stark von Ort zu Ort (z. B. das Wort für Stein wandelt sich von „Schtui“ im vorderen zu „Schtua“ im hinteren Wald). Lechtal / Tannberg (Warth-Schröcken): altwalserische Mundarten. Lustenau: extrem eigenständiger Ortsdialek, sehr markanter, in der Aussprache stark ausgeprägter niederrheinisch/alemannischer Ortsdialekt. Montafon: Eigene Kosenamen und Ausdrücke wie Ahna (Großmutter), gehört zum Höchstalemannischen; enthält durch die historische Besiedlung rund 200 rätoromanische Reliktwörter und spezielle Bergnamen. Rheintal (Bregenz, Dornbirn, Feldkirch): Bodenseealemannisch bzw. osthochalemannisch geprägte Stadt- und Flachlandmundarten. Walsertal: in den ehemaligen Walser Siedlungen (wie im Großes Walsertal, Kleinwalsertal oder Brandnertal) klingen die Mundarten teils deutlich hoch- bis höchstalemannisch.

  • #88
    August 16 · 16 min

    Sfurtuna - Pech

    Sizilianische Geschichten vereinen griechische, arabische, spanische und normannische Einflüsse. Oft treten kluge Frauen, verwunschene Prinzen, mutige Bauern und magische Wesen wie Feen oder Hexen auf. Laura Gonzenbach hat die mündlichen Überlieferungen im 19. Jahrhundert auf Sizilien gesammelt.„Sfortuna“ (auf Deutsch „Pech“ oder „Unglück“) ist ein bekanntes sizilianisches Volksmärchen. Es erzählt die Geschichte eines Königskinds, das vom harten Schicksal geprüft wird. Nach einem verlorenen Krieg verliert die Königsfamilie ihre Macht, und die Königin bleibt mit ihren sieben Töchtern allein zurück. Die jüngste Tochter trägt den Namen Sfortuna (das Unglücklkind). Sie muss das Elternhaus verlassen, da ihr Leben von Prüfungen und scheinbarem Pech begleitet wird. Erst als das Mädchen ihr schweres Los annimmt und ihm mit Liebe begegnet, wendet sich das Blatt und sie findet ihr großes Glück. Das Märchen gilt volkskundlich als klassische Reifeprüfung einer jungen Frau. Die britische Komponistin Judith Weir (*11.05.1954 in Cambridge) nutzte das Stück als direkte Vorlage für ihre Oper Miss Fortune (deutsch Achterbahn), die im Juli 2011 bei den Bregenzer Festspielen uraufgeführt wurde. Danke für Eure Zeit! „Che la fortuna sia con te“, oder zumindest „Fortuna nella sfortuna“ , also Glück im Unglück! Euer Joachim www.märchendoktor.at

  • #87
    August 9 · 21 min

    Peterchens Mondfahrt

    Peterchens Mondfahrt ist ein Märchen für Kinder von Gerdt Bernhard von Bassewitz- Er war, ein deutscher Schriftsteller und Schauspieler, geb.: 1878, verst.: 1923. Sein Vater, Eberhard von Bassewitz war früh als Johanniter-Ritter in Kriegs-Lazaretten tätig. Peterchens Mondfahrt handelt von den Abenteuern des Maikäfers Herrn Sumsemann, der zusammen mit den Menschenkindern Peter und Anneliese zum Mond fliegt, um von dort sein verlorengegangenes sechstes Beinchen zu holen. Am 7. Dezember 1912 wurde Peterchens Mondfahrt als Märchenspiel in sechs Bildern mit Musik von Josef Achtélik und „in Scene gesetzt“ von Paul Prina im Alten Theater Leipzig uraufgeführt. 1915 wurde das Märchen dann als Buch mit Illustrationen von Hans Baluschek veröffentlicht. Es gilt heute als ein Klassiker der deutschen Kinder- und Jugendliteratur. Als Vorbild für die Geschwister Peter und Anneliese sollen die gleichnamigen Kinder des Ärzteehepaars Eva und Oskar Kohnstamm gedient haben, in deren Sanatorium sich Bassewitz im Jahre 1911 zur Kur aufhielt.

  • #86
    August 2 · 24 min

    Das hässliche Entlein

    Das Kunstmärchen „Das hässliche Entlein“ von Hans Christian Andersen wurde am 11. November 1843. Eine Entenmutter brütet sechs Enten aus. Das siebte Ei ist jedoch größer, weshalb es länger dauert, bis das Entlein ausschlüpft. Die anderen sechs Küken waren alle gelb ,das siebte Küken hingegen war grau. Der Nachzügler wirkt tollpatschig und unbeholfen und wird deshalb von den Tieren verspottet und drangsaliert.Weil Alle so bös zu ihm sind, läuft das kleine Entlein traurig davon und überlebt einen harten Winter.Im Frühling bemerkt es im Wasser, dass es kein hässliches Entlein ist, sondern ein wunderschöner Schwan wurde. Das Märchen vermittelt die Hoffnung, dass auch in schwierigen Zeiten ein glückliches Ende möglich ist und dass wahre Schönheit von innen kommt und Geduld erfordert.1869 schrieb Andersen in einem Brief an Georg Brandes, dies Märchen sei eine „Abspielung“ seines eigenen Lebens. Andersen selbst war zeit seines Lebens ein Außenseiter und wurde wegen seines Aussehens häufig abfällig beschrieben. So schrieb Friedrich Hebbel: „Andersen- eine lange, schlottrige, lemurenhafte-eingeknickte Gestalt mit einem ausnehmend hässlichen Gesicht“.

  • #85
    July 26 · 10 min

    3 Geschichten von den Wichtelmännern

    Ein Wichtelmännchen (oder Wichtel) ist eine menschenähnliche Sagengestalt. Als fleißige, kleine Hausgeister helfen sie den Menschen oft unbemerkt bei der Arbeit. Bekannt sind sie vor allem aus nordischen Mythen sowie von den 3 Märchen der Gebrüdern Grimm. Das Erste handelt von einem ehrlichen, aber verarmten Schuhmacher, der unverschuldet in Not gerät. Der Mann hat nur noch so viel Leder übrig, dass er daraus gerade noch ein letztes Paar Schuhe zuschneiden kann. Er legt es am Abend auf die Werkbank, um am nächsten Morgen mit der Arbeit zu beginnen. Als er am nächsten Morgen erwacht, stehen die Schuhe bereits perfekt fertig genäht auf dem Tisch. Ein Käufer bezahlt sie so gut, dass der Schuster Leder für zwei weitere Paar kaufen kann. Dies wiederholt sich tagelang, bis der Schuhmacher und seine Frau sich eines Nachts auf die Lauer legen. Sie entdecken zwei kleine, nackte Wichtelmänner, die im Eiltempo die Schuhe fertigen. Aus Dankbarkeit nähen die Eheleute den Wichtelmännern winzige, warme Kleidungsstücke. ------------------------------------------ Das Zweite handelt von einem armen, fleißigen Dienstmädchen, es findet eine schriftliche Einladung von Wichtelmännern als Taufpatin. Auf Zureden seiner Herrschaft geht es mit drei Wichteln in einen hohlen Berg, wo alles klein und prächtig ist. Auf ihr Bitten bleibt es drei Tage lang in Freude und geht mit den Taschen voll Gold. Daheim ist die Herrschaft schon gestorben, denn es waren sieben Jahre. ------------------------------------------ Das Dritte handelt von einer Mutter deren neugeborenes Kind von Wichtelmännern mit einem Wechselbalg mit dickem Kopf und starren Augen vertauscht wurde. Der Begriff tauchte im 11. Jahrhundert auf und beschreibt den Versuch früherer Gesellschaften, sich unerklärliche Entwicklungsstörungen, Behinderungen, chronische Krankheiten oder das plötzliche Versterben von Säuglingen zu erklären.

  • #84
    July 19 · 18 min

    Die Tochter des Königs von Vilas (Kroatien)

    Kroatische Volkserzählungen gehören zur südslawischen Tradition und weisen die wesentlichen Merkmale der slawischen Mythologie auf – den Weltenbaum, den freundlichen dreiköpfigen Drachen Zmaj, die Feenwesen namens Vile und den ewigen Kampf zwischen Licht und Dunkelheit, der sich durch die gesamte slawische mündliche Überlieferung zieht. In anderen slawischen Märchen (wie in Kroatien oder Russland) treten oft bösartige, dreiköpfige Drachen auf, die Feuer speien und von Helden besiegt werden müssen. Kroatische Erzählungen sind zudem von der Adriaküste beeinflusst: Meeresgeister, Seemannslegenden und die Mythologie des dalmatinischen Hinterlandes verleihen ihnen ein mediterranes Flair, das den slawischen Traditionen im Landesinneren fehlt. Helden sind oft kluge jüngste Söhne oder findige Mädchen, die übernatürliche Feinde mit Einfallsreichtum statt mit Gewalt besiegen. „Die Tochter des Königs von Vilas“ ist ein klassisches kroatisches Volksmärchen, das vor allem durch die Übersetzungen des britischen Slawisten Albert Henry Wratislaw bekannt wurde. Den König von Vilas gab es nie, die Geschichte Kroatiens kennt verschiedene Königsdynastien, deren bekannteste Herrscher sind die Könige Tomislav (ca. 925–928), Petar Krešimir IV. (1058–1074), Dmitar Zvonimir (1075–1089) und Petar Svačić (1093–1097). Ab 1097 war Kroatien mit dem Königreich Ungarn vereint. Ab 1527 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918 übernahmen die Habsburger (Österreich) die Herrscherkrone Kroatiens.

  • #83
    July 12 · 29 min

    Der Hahnengiggerl

    Der Hahnengiggerl (auch Hahnegiggerl) ist eine dämonische Sagengestalt oder ein Zwerg aus der steirischen Volksüberlieferung und alpenländischen Märchen. Er ist eine Art regionaler Berggeist oder eine lokale Version des "Rumpelstilzchens". Romuald Pramberger schreibt 1946 in seinen Märchen aus der Steiermark: „Dieses Märchen erzählte mir ein altes, holzsammelndes Weiblein Ende August 1904 unweit von Poluderteich bei Neumarkt.“ Begriffe: 1) "hamisch" (oft auch hochdeutsch hämisch) beschreibt eine Person oder deren Verhalten, wenn sie boshaft, schadenfroh, gehässig oder hinterhältig ist.2) "dumper" bedeutet in Altbayern und Teilen Österreichs dunkel, trüb oder dämmrig.3) „Zotten“ sind in der Bekleidung abstehende, buschige Fransen, Wollfäden, Fellbüschel oder zottig herabhängende Stoffstreifen. Auch alte, gebrauchte, meist zerschlissene Kleidung wird so beschrieben.4) "Buckelkorb" ist ein traditioneller, handgeflochtener Rückentragekorb (oft aus Haselnuss, Weide oder Eschenholz), der ergonomisch so geformt ist, dass er bequem auf dem Rücken getragen werden kann. Er besitzt meist eine gerade Rückseite, eine gewölbte Vorderseite und Trageriemen.5) "Kattun" ist ein glattes, relativ dicht gewebtes Textilgewebe aus Baumwolle in klassischer Leinwandbindung. Der Begriff leitet sich vom arabischen Wort quṭūn (Baumwolle) ab, weshalb es sprachlich eng mit dem englischen Wort cotton verwandt ist.6) Ein "Kobelwagen" ist einer der ältesten mittelalterlichen Reisewagen, der bis in das 16. Jahrhundert hinein genutzt wurde. Der Wagen besaß vier gleich große, hohe Räder und einen länglichen Kasten. Anfangs waren die Seitenwände halbhoch und mit Planen (aus Stoff oder Leder) überdacht, was ihm ein Aussehen ähnlich einem späteren Planwagen verlieh.7) Ein "Klafter" (historisches Maß) entspricht in Österreich genau 1,896 mr Ein Klafter Holz entspricht heute meist etwa 3 bis 4 Kubikmeter.8) "Ganggerl" ist ein Kobold, oft Begleiter des Heiligen Nikolaus.9) "Tschüppel" ist ein Büschel (z.B. Stroh oder ein Haarschopf).

  • #82
    July 5 · 19 min

    Die verwunschene Alm

    Die Vorauer Schwaig, gelegen auf einer Seehöhe von 1.511 Metern, ist sowohl zu Fuß als auch mit dem Auto über die Mautstraße über Festenburg bei St. Lorenzen am Wechsel erreichbar. Von dort aus gelangt man in etwa einer Stunde zum Gipfel des Hochwechsels. Wanderwege führen von St. Lorenzen, Bruck/Lafnitz und Waldbach/ Mönichwald - Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Steiermark - über Forststraßen oder gekennzeichneten Wegen direkt zur Almhütte. Die Vorauer Schwaig hat ausschließlich im Sommer geöffnet! Die freundliche Bewirtung mit Jause und Getränken wird von Wanderern und Besuchern gerne angenommen. Zum steirischen Dialekt: 1) „Schwaigern“ Sennerin, in der Steiermark oder Brentlerin“ genannt.2) „Felddirn“ (oder Feldmagd) aus der historischen bäuerlichen Arbeitswelt - die erste Magd eines landwirtschaftlichen Betriebs.3) „Kuhdirn“ ein historischer, regionaler Begriff für eine Magd, die in der Landwirtschaft ausschließlich für die Betreuung und das Melken der Kühe zuständig war.4) „Küchendirn“ (Kuchile oder Kuchldirn) ein veralteter, regionaler Begriff für eine weibliche Küchenmagd. Sie war für das Zubereitung von Speisen, das Kochen und die Instandhaltung der Küche zuständig.5) „garstiger Butznigl“ ungezogenes Männlein oder Schimpfwort für geringe Dinge.6) „Kraxen“ - Holzgestell [mit Korb] zum Tragen auf dem Rücken, Rückentraggestell, Rückenkorb.7) „Kemenate“ beheizbares Gemach, meist wohnten dort die Frauen.8) „Urschel“ ein alter, umgangssprachlicher Ausdruck bedeutet meist eine alberne, leichtsinnige oder weniger intelligente Frau.9) „Zinnlichter“ sind einfache Kerzen oder Lampen in einer Halterung aus Zinn. Quelle: aus „Kinder- und Hausmärchen der Steiermark“, 1942, gesammelt von Viktor von Geramb, mit heimatlichen Bildern geschmückt von Emmy Singer-Hießleitner.

  • #81
    June 28 · 13 min

    Der Schmied und der Teufel

    As Märchen stand in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm nur in der 1. Auflage von 1812 an Stelle 81. Varianten der Geschichte finden sich auch in anderen Sprachen, sodass einige Forscher sie auf die Proto-Indoeuropäer zurück führen. Als ein lebhafter und streitbarer Schmied pleite ist und sich im Wald aufhängen will, bietet ihm der Teufel endlosen Reichtum an. Dafür soll der Schmied nach zehn Jahren ihm gehören. Der Schmied nimmt an und erhält vom Teufel zusätzlich einen Sack, aus dem niemand entkommt. Als der Teufel den Schmied nach zehn Jahren abholen will, verlangt dieser, dass sich der Teufel – als Identitätsbeweis wie beim ersten Treffen – zunächst in eine Tanne und dann in eine Maus verwandle. Der Schmied steckt die Maus in den Sack und prügelt solange auf den verwandelten Teufel ein, bis er der Aufhebung des geschlossenen Paktes zustimmt. Nunmehr lebt der Schmied unbehelligt, und als er eines natürlichen Todes stirbt, lässt er sich einen Hammer und zwei Nägel mit in den Sarg legen. Als ihm weder in den Himmel noch in die Hölle Einlass gewährt wird, lärmt er, bis zwei Teufelchen aus der Hölle herausschauen. Diese nagelt er mit den Nägeln am Tor fest. Daraufhin bewirkt der Teufel, dass der Schmied in den Himmel eingelassen wird.

  • #80
    June 21 · 18 min

    Die Geschichte vom Leben des Marcello Martini und vom KZ-Gedenkplatz in der Hinterbrühl

    Mein lieber Freund, der wunderbare Journalist Heinz Nußbaumer, (1943- 2025) und unser Pfarrer, Pater Jakob Mitterhöfer, (1936- 2026) erzählen die bittere und doch wunderbare Geschichte vom Leben des Marcello Martini, einem Menschen, der es geschafft hat, Hass, Gewalt und Rache auszulöschen. Der Schauplatz: der kleine Ort Hinterbrühl, eine Marktgemeinde mit 3895 Einwohnern, südlich von Wien – in unmittelbarer Nähe von Mödling und an der Straße zum Stift Heiligenkreuz. Bereits vor 6000 Jahren war das Gebiet, wie Funde am Kalenderberg und in Wassergspreng beweisen, besiedelt. Wie auch die übrige Umgebung litt die Hinterbrühl unter den beiden Türkenbelagerungen 1529 und 1683. Da ein Großteil der Bevölkerung getötet oder verschleppt wurde, wurde der Ort mit Siedlern aus der Steiermark besiedelt. Unter dem Einfluss von Fürst Johann I. von und zu Liechtenstein erfolgte die Ausgestaltung der ganzen Gegend zu einem romantischen Naturpark mit vielen künstlichen Ruinen von Mödling bis Sparbach. Schon immer war er ein gesuchter Urlaubsort von großen Komponisten, Malern und Entdeckern. In der Biedermeierzeit bis zum ersten Viertel des 20. Jahrhunderts war Hinterbrühl ein beliebter Aufenthaltsort von Künstlern wie Franz Schubert, Ludwig van Beethoven, Ferdinand Raimund, Johann Nestroy, Ferdinand Georg Waldmüller oder Alois Arnegger. Die „Göttliche Brühl“, wie sie Beethoven nannte, war also seit jeher ein Refugium von Kunst und Kreativität und erlebte einen steten Aufschwung zur populären Sommerfrische. Berühmt wurde sie auch durch das SOS-Kinderdorf und durch die Seegrotte, einst ein Gipsbergwerk, heute ein Touristenmagnet – mit Europas größtem unterirdischen See. Meine Familie und ich leben seit fast 50 Jahren in der schönen Brühl und ich darf ein kleines Mosaiksteinchen dieser Geschichte sein. Diese Nacherzählung betrifft ganz schlimme Ereignisse der Nazizeit und ist daher für Menschen ab dem vollendeten 14. Lebensjahr nur mit Erwachsenenbegleitung geeignet!

  • #79
    June 14 · 17 min

    König Laurin und sein Rosengarten

    König Laurin ist eine der bekanntesten Sagenfiguren aus dem Alpenraum, er war der mächtige König eines Zwergenvolkes, das im Inneren der Dolomiten (speziell im Gebiet des heutigen Rosengartens in Südtirol) über unterirdische Kristallpaläste herrschte. Laurin besaß zwei mächtige Zaubergegenstände: einen Gürtel, der ihm die Kraft von zwölf Männern verlieh, und eine Tarnkappe, die ihn unsichtbar machte. Sein ganzer Stolz war ein prächtiger Garten vor seinem unterirdischen Palast, der von einem dünnen, goldenen Seidenfaden geschützt wurde. Das Betreten und Pflücken der Rosen war strengstens verboten. Laurin entführte die Königstochter Similde in seinen Rosengarten. Daraufhin zogen die Recken um den berühmten Helden Dietrich von Bern in die Berge, um die Prinzessin zu befreien. Sie zerrissen den seidenen Faden und zerstörten den Rosengarten. Dietrich von Bern, die berühmteste Sagengestalt der deutschen Heldendichtung, entspricht historisch dem Ostgotenkönig Theoderich dem Großen (ca. 455–526 n. Chr.). Der Beiname „von Bern“ leitet sich vom mittelhochdeutschen Namen für Verona ab. Im Nibelungenlied ist Dietrich ein edler, aber oft tragischer Recke und Diplomat. Begleitet wird er von seinem treuen Waffenmeister Hildebrand. Ihm werden fantastische Fähigkeiten zugeschrieben: er soll Drachen und Zwerge bekämpft haben und in der Lage gewesen sein, bei Wut Feuer aus dem Mund zu speien. Trotz seiner magischen Hilfsmittel wurde König Laurin von Dietrich von Bern im Zweikampf besiegt, gefangen genommen und sein Zwergenreich fiel. Laurin belegte den verlorenen Garten mit einem Fluch. Er verzauberte ihn so, dass er weder bei Tag noch bei Nacht von Menschen gesehen werden kann. Da er aber den Sonnenuntergang vergaß, erstrahlen die Felsen der Dolomiten heute noch an klaren Abenden in einem atemberaubenden Rot – die sogenannte Enrosadira (das Alpenglühen). Das Wort stammt vom Ladinischen "rosadüra" ab und bedeutet "sich rosa verfärben".

  • #78
    June 7 · 20 min

    Weitere Geschichten vom Pfeifer Huisele

    Liebe Märchen- und Sagenfreunde, unser Großvater Karl Huber (der Ehemann von Luise Huber), stammte aus einer Vorarlberger Beamtenfamilie geb.1884 in Dornbirn - gest. 1929 bei einem Schiunfall. Nach dem Studium des Bauingenieurwesens in Graz und seiner Graduierung zum Diplomingenieur wurde DI Karl Huber Baurat in der k. u. k. Straßen-verwaltung. Er wurde zum k. k. Statthalter von Trient bestellt.Unsere Großmutter Luise wurde 1885 in Feldkirch geboren, ihre Eltern waren Johann „Hans“ Drexel (Oberlehrer in Lingenau im Bregenzerwald. Karl und Luise, heirateten 1912 in Bregenz, sie hatten zusammen 2 Kinder: Leni, und Fritz, also unser Vater, er ist 2017 in Bozen auf die Welt gekommen.Oma Luise hat mir öfters mal Sagen und Märchen aus Südtirol erzählt. Darunter auch die Geschichten vom Pfeifer. Quellen: Ignaz Vinzenz Zingerle "Sagen aus Tirol", 1859 und Hermann Holzmann, Innsbruck 1953. Huisele ist die tirolerische Verkleinerungsform des Vornamens Matthäus (Häusl/Huisel). Der echte historische Kern der Sage wird als Matthäus Hägele identifiziert, der um 1620 in Flading geboren wurde.Die Bezeichnung „Pfeifer“ stammt vermutlich von seinem Herkunftshof. Er stammte aus dem Pfeifer-Hof in Flading im Ratschingstal. Der Pfeifer Huisile war bisher fast unbekannt in der Tiroler Sagenforschung, ein Schalk wie Till Eulenspiegel, der große Verwandlungskünstler, ein moderner Flugkünstler, ein Wasser Beherrscher und Wetterbeschwörer, er war dem Schwarzen Schutzengel verschrieben, wurde von der Mutter Gottes wie Faust bald erlöst.Die Gnade missachtet, vom Teufel geholt und das seltsamste: Er hat wirklich gelebt, gestorben 1680 in Meran findest Du seine Spuren und Geschichten überall in Südtirol.

  • #77
    May 31 · 15 min

    Geschichten über den Pfeifer Huisile aus Südtirol

    Liebe Märchen- und Sagenfreunde, unser Großvater Karl Huber (der Ehemann von Luise Huber), stammte aus einer Vorarlberger Beamtenfamilie geb.1884 in Dornbirn - gest. 1929 bei einem Schiunfall. Nach dem Studium des Bauingenieurwesens in Graz und seiner Graduierung zum Diplomingenieur wurde DI Karl Huber Baurat in der k. u. k. Straßen-verwaltung. Er wurde zum k. k. Statthalter von Trient bestellt.Unsere Großmutter Luise wurde 1885 in Feldkirch geboren, ihre Eltern waren Johann „Hans“ Drexel (Oberlehrer in Lingenau im Bregenzerwald. Karl und Luise, heirateten 1912 in Bregenz, sie hatten zusammen 2 Kinder: Leni, und Fritz, also unser Vater, er ist 2017 in Bozen auf die Welt gekommen.Oma Luise hat mir öfters mal Sagen und Märchen aus Südtirol erzählt. Darunter auch die Geschichten vom Pfeifer. Quellen: Ignaz Vinzenz Zingerle "Sagen aus Tirol", 1859 und Hermann Holzmann, Innsbruck 1953. Huisele ist die tirolerische Verkleinerungsform des Vornamens Matthäus (Häusl/Huisel). Der echte historische Kern der Sage wird als Matthäus Hägele identifiziert, der um 1620 in Flading geboren wurde.Die Bezeichnung „Pfeifer“ stammt vermutlich von seinem Herkunftshof. Er stammte aus dem Pfeifer-Hof in Flading im Ratschingstal. Der Pfeifer Huisile war bisher fast unbekannt in der Tiroler Sagenforschung, ein Schalk wie Till Eulenspiegel, der große Verwandlungskünstler, ein moderner Flugkünstler, ein Wasser Beherrscher und Wetterbeschwörer, er war dem Schwarzen Schutzengel verschrieben, wurde von der Mutter Gottes wie Faust bald erlöst.Die Gnade missachtet, vom Teufel geholt und das seltsamste: Er hat wirklich gelebt, gestorben 1680 in Meran findest Du seine Spuren und Geschichten überall in Südtirol.

  • #76
    May 24 · 20 min

    Sagen aus dem Bregenzerwald

    Heute erzähle ich Euch von sagenhaften Ereignissen aus meiner Heimat Vorarlberg. Quelle: Die Sagen Vorarlbergs, Franz Josef Vonbun, * 1824 in Laz am Muttersberg, + im 46. Lj. 1870 in Schruns.Als sechstes Kind von Franz Josef und Katharina Vonbun, wurde er mit 4 Jahren in die Obhut seines Vetters Johann Martin in Raggal gegeben. Dort besuchte er die Dorfschule und lernte Latein beim Pfarrer Johann Baptist Rinder. Dieser veranlasste auch die Aufnahme in das Gymnasium in Feldkirch im Herbst 1836. 1842 bezog er das Lyzeum in Innsbruck, um sich der Philosophie zu widmen. 1844 ging er an nach Wien, um dort Medizin zu studieren, wechselte 1848 an die Universität München und kehrte 1849 wieder nach Wien zurück, wo er promovierte. Er ließ sich kurzzeitig in Feldkirch als Arzt nieder, zog aber 1850 wegen fehlender Praxis nach Schruns um.Dr. Vonbun war eine bedeutende Persönlichkeit für Vorarlberg und Liechtenstein. Er machte sich vor allem durch seine reichhaltige schriftstellerische Tätigkeit einen Namen. Er wurde der erste und wichtigste Sammler und Herausgeber von Sagen aus Vorarlberg. von großer, kultureller Bedeutung. Zudem war er auch als Mundartdichter und Reiseschriftsteller tätig. Seinem Schaffen verdanken wir zahlreiche Werke zu den Sagen Vorarlbergs. Ohne seine Sagenforschung wäre sicher ein wertvoller Teil schriftlichen und mündlichen Kulturguts nicht überliefert worden.

  • #75
    May 17 · 19 min

    Das Märchen von den sieben Schwaben

    Ein lustiges Märchen, in dem es um die Abenteuer von sieben, etwas ungeschickten Schwaben geht. Das Herzogtum Schwaben -es wurde bis Mitte des 11. Jahrhunderts überwiegend als Herzogtum Alamannien bezeichnet. Der Name Alemannia leitet sich von „Menschen/Männer insgesamt“ ab. Es war neben Bayern, Franken, Lothringen und Sachsen eines der fünf jüngeren Stammesherzogtümer im ostfränkischen Reich. Es umfasste ein deutlich größeres Gebiet als das heutige „Schwaben“ im Südwesten Deutschlands. Es bestand etwa 350 Jahre, vom Jahr 911 bis 1250 und reichte im Osten über den Lech hinaus bis zum Ammersee, grenzte im Westen an die Vogesen, im Norden ungefähr bis Straßburg und im Süden, bis in die gesamte heutige Ostschweiz (inklusive Zürich) sowie Vorarlberg. Höhepunkt ist der Kampf mit einem Untier, das sich als Hase herausstellt. In Ludwig Bechsteins Märchenbuch steht das Märchen ab 1845 als Nr. 3, In der Märchensammlung der Gebrüder Grimm steht der Dummenschwank ab der 2. Auflage von 1819 an Stelle 119.

  • #74
    May 10 · 16 min

    Knut, der Regenwurm

    Die Geschichten von Knut dem Regenwurm habe ich ab 1978 schon unseren Kindern erzählt.Heute sind beide längst erwachsen und ich erzähle die Geschichte unseren beiden Enkelkindern, natürlich auch Euch allen, liebe Märchenfreunde!Im Laufe der Jahre entstanden viele Geschichten über das Leben der Regenwürmer, hier seien einige erzählerische Ansätze genannt:Fridolin der Regenwurm: Eine Abenteuerreise, auf der er das „Regenwurm-Schlaraffenland“ sucht, neue Freunde findet und von seinem Leben unter der Erde berichtet.Ronny der Regenwurm: Ein Regenwurm mit grüner Mütze, der mutig Blätter holt, dem Vogel entkommt und die Schnecke Erna trifft.Der nasse Regenwurm: Eine Geschichte über einen Regenwurm, der es leid ist, im Regen zu laufen, und versucht, einen Regenschirm zu kaufen.Viel Spaß beim ZuhörenEuerJoachim der Märchendoktor!

  • #73
    May 3 · 9 min

    Burgenland: Die Geschichte vom Waasensteffel

    Die dritte Geschichte ist die bekannteste von den Sagenfiguren um den See, es ist die tragische Gestalt des „Hany Istok“ oder Waasensteffel. Die Figur des Hany Istók gilt als Symbol für die unberührte Natur des Seewinkels und das tragische Schicksal eines Wesens zwischen zwei Welten. Das Märchen vom Waasensteffel kennt jedes Kind im Burgenland und in Westungarn. Quelle: Adolf Parr und Ernst Löger, Sagen aus dem Burgenland, 1931

  • #72
    April 26 · 8 min

    Burgenland: Der Neusiedler See & die verhexten Kühe

    Die erste Geschichte erzählt vom Burgherr von Forchtenstein, er verirrte sich bei der Jagd, kam nach Mädchenthal und verliebte sich dort in Maria, das schönste Mädchen des Dorfes. Die Geschichte wird in der Region um den Neusiedler See oft im Zusammenhang mit der Volkskultur rund um den Neusiedler See erwähnt. Der Neusiedler See – das Meer der Wiener, (ungar. Fertő tó, fertő bedeutet wörtlich „Sumpf“) ist, wie der Plattensee, einer der wenigen Steppenseen in Europa und der größte ohne natürlichen Abfluss ausgestattete See in Mitteleuropa. Er liegt flächenmäßig überwiegend auf österreichischem und zu einem weit geringeren Teil auf ungarischem Staatsgebiet. Der See zeichnet sich durch seinen Schilfgürtel, seine geringe Tiefe und sein mildes, aber windiges Klima aus. Noch vor rund 150 Jahren gehörte die Fischerei in den Ortschaften um den See zum Haupterwerb der Bevölkerung, doch bald nach 1910 sollte ihre Bedeutung zugunsten von Viehzucht, Ackerbau und Weinbau schwinden. =========================== Die zweite Geschichte erzählt von einem Hirtenbuben namens Resch Schurl, der nahe der Burg Forchtenstein Kühe hütete. Er hatte große Probleme, da ihm ständig Kühe davonliefen, was auf einen bösen Zauber zurückgeführt wurde. Märchen und Sagen aus dem Burgenland spiegeln die reiche pannonische Kultur wider, oft geprägt von der Grenzlage und der Vielfalt der Volksgruppen. Bekannte Sammlungen umfassen Erzählungen über Naturgeister, Hexen, Teufel sowie spezifische Geschichten der Burgenland-Kroaten, Roma und der Hianzen. Hianzen (auch Heanzen) bezeichnet die mittelbairische Mundart im österreichischen Bundesland Burgenland und angrenzenden Gebieten. Charakteristisch ist der sogenannte „Ui-Dialekt“ (z.B. „drei“ wird zu „drui“). Ursprünglich als Spottname für Bewohner, die „hiaz“ (jetzt) sagten, entstanden, ist es heute ein kulturelles Identitätsmerkmal. Quelle: 1. Die schönsten Sagen aus Österreich, 1954 2. Adolf Parr und Ernst Löger, Sagen aus dem Burgenland, 1931

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    April 19 · 18 min

    Fischlein kleb an

    Das ist ein Märchen aus dem tirolischen Unterinntal, es gehört zur regionalen Erzähltradition. handelt sich um eine Geschichte, in der oft drei Knaben von ihrer herben Stiefmutter schlecht behandelt werden. Der Titel ähnelt bekannten Motiven wie "Die goldene Gans", wird aber spezifisch als Tiroler Variante aufgeführt Quelle: Zingerle, Ignaz Vinc. und Josef: Kinder- und Hausmärchen aus Tirol. Innsbruck: Verlag Heinrich Schwick, 1911

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