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Woher stammt die "Quarantäne"? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de
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  • Oct 29, 2024 · 3 min

    Kaffee oder Tee – welches Getränk hat die bessere Ökobilanz?

    Flächenverbrauch und Wasserbedarf von Tee vs. Kaffee Man braucht weniger als die Hälfte der Fläche, um ein Kilo Teeblätter zu ernten im Vergleich zu Kaffeebohnen. Beim Tee bleibt mehr übrig: Aus 4 kg frisch gepflückten Teeblättern wird am Ende 1 kg loser Tee. Bei Kaffee schrumpft das Gewicht von der Bohne zum Kaffeepulver auf weniger als ein Sechstel zusammen. Beim Tee rechnet man normalerweise mit 2 bis 3 Gramm pro Tasse, beim Kaffee sind es 6 bis 8 Gramm. Berücksichtigt man all das, unterscheidet sich der Flächenverbrauch von Tee und Kaffee ungefähr um den Faktor 9. Ein weiteres Konzept bei Ökobilanzen ist der Wasser-Verbrauch. Oft liest man, dass für eine Tasse Kaffee 140 Liter Wasser benötigt würden – im Vergleich zu nur 15 Litern für die gleiche Menge Tee. Dies entspricht dem "Faktor 9" beim Flächenverbrauch. Dieses Konzept des "virtuellen Wassers" ist jedoch umstritten: Tee bzw. Kaffee werden in feuchten Regionen angebaut, es handelt sich dort fast ausschließlich um Regenwasser – nicht etwa um Wasser aus künstlicher Bewässerung. Energieeinsatz Ein anderer Aspekt bei Ökobilanzen ist der CO2-Fußabdruck, also die potenziellen Auswirkungen auf das Klima. Hier kommt es auf den Energiebedarf an. Genauer: auf den Bedarf an nicht-erneuerbaren Energien. Auch hier schneidet Tee besser ab: Tee wird nach der Ernte gerollt und mit heißer Luft getrocknet. Die Verarbeitung des Kaffees ist aufwendiger: Trocknen, waschen, rösten, mahlen. Und dann ist da noch die Zubereitung, erklärt Niels Jungbluth. Er ist Geschäftsführer des Schweizer Beratungsunternehmens ESU-services, das sich auf die Erstellung von Ökobilanzen spezialisiert: "Oft wird der Kaffee in einer Maschine erhitzt, mit einer materialaufwendigen elektrischen Apparatur. Das macht das Erhitzen weniger effizient ..." … und kostet somit mehr Energie. Kochen des Tee-Wassers verbraucht am meisten Energie Betrachtet man den gesamten Lebenszyklus des Tees – von der Plantage in Indien bis in die Tassen der Endverbraucher – dann wird der überwiegende Teil der Energie ganz am Ende der Kette benötigt: Das Kochen des Wassers, um den Tee zuzubereiten, macht 80 Prozent des gesamten Energiebedarfs aus. Dieser Vorgang fällt energetisch stärker ins Gewicht als der Anbau und die Verarbeitung in der Teefabrik. Und der Transport von Indien nach Deutschland spielt, anders als man meinen könnte, kaum eine Rolle. "Generell wird der Transport häufig überschätzt", sagt Jungbluth. "Er erfolgt ja meist im Containerschiff. Rechnet man diesen Energieverbrauch auf die Teemenge für eine Tasse herunter, macht das extrem wenig aus." Da Tee in der Regel mit Leitungswasser gekocht wird, ist in diesem Punkt "Transport" der Ökobilanz weitaus besser als die von in Flaschen abgefüllten Getränken. Umweltverschmutzung durch Pestizide und Verpackung Auch beim Tee gibt es Unterschiede: Bio-Tee ist natürlich besser als konventioneller. Und loser Tee aus Großverpackungen ist besser als Beuteltee aus einem in Plastik eingeschweißten Karton. Bei Tee mit Milch sieht alles ganz anders aus Was aber richtig reinhaut, ist Milch. Deren Herstellung verbraucht nämlich pro Liter mehr als fünfmal so viele Ressourcen wie Tee. Selbst ein kleiner Schuss Milch trübt somit nicht nur den Tee, sondern vor allem auch seine ansonsten gute Ökobilanz. Getränke spielen nur eine kleine Rolle in der Ökobilanz Fairerweise muss man aber auch sagen: Was wir trinken, spielt für unsere Gesamt-Ökobilanz nur eine untergeordnete Rolle. Andere Faktoren wie Fleischkonsum, Fernflüge oder Heizgewohnheiten fallen sehr viel stärker ins Gewicht.

  • Oct 29, 2024 · 1 min

    "Jemandem den Schneid abkaufen" – Woher kommt der Ausdruck? Was bedeutet er?

    "Ihr kauft mir den Schneid nicht ab!" Bundesaußenminister Guido Westerwelle (1961 - 2016) verteidigte 2010 mit dieser Formulierung die Auswahl seiner Begleiter aus der Wirtschaft bei seinen Auslandsreisen, z. B. nach Brasilien. Woher kommt der Begriff? Schneid: alter Ausdruck für Mut oder Tapferkeit "Ihr kauft mir den Schneid nicht ab!" Bundesaußenminister Guido Westerwelle (1961 - 2016) verteidigte 2010 mit dieser Formulierung die Auswahl seiner Begleiter aus der Wirtschaft bei seinen Auslandsreisen, z. B. nach Brasilien. Woher kommt der Begriff? Schneid: alter Ausdruck für Mut oder Tapferkeit Warum überhaupt "abkaufen"? Ich kenne einige, die sich über den Satz von Westerwelle gewundert haben und spontan gesagt haben: Wie kommt der darauf, dass ihm jemand was abkauft? – Aber da sieht man schon, dass der Ausdruck "abkaufen" auch in anderen Redewendungen nicht unbedingt bedeutet "Geld für etwas ausgeben", sondern – wie bei "Das kauf ich dir nicht ab" – auch einfach heißen kann: jemandem etwas abnehmen oder jemandem etwas wegnehmen. Der Schneid ist ein altertümlicher Ausdruck für Mut, Tapferkeit, aber auch Draufgängertum. Das Wort klingt nicht zufällig wie die Schneide eines Messers. Daher kommt das nämlich. Wer also Schneid besitzt, ist forsch und entschlossen, besitzt Tatkraft. Westerwelles Satz an die Journalisten bedeutet also übersetzt: Ihr nehmt mir den Mut nicht weg, ihr entmutigt mich nicht. Warum überhaupt "abkaufen"? Ich kenne einige, die sich über den Satz von Westerwelle gewundert haben und spontan gesagt haben: Wie kommt der darauf, dass ihm jemand was abkauft? – Aber da sieht man schon, dass der Ausdruck "abkaufen" auch in anderen Redewendungen nicht unbedingt bedeutet "Geld für etwas ausgeben", sondern – wie bei "Das kauf ich dir nicht ab" – auch einfach heißen kann: jemandem etwas abnehmen oder jemandem etwas wegnehmen. Der Schneid ist ein altertümlicher Ausdruck für Mut, Tapferkeit, aber auch Draufgängertum. Das Wort klingt nicht zufällig wie die Schneide eines Messers. Daher kommt das nämlich. Wer also Schneid besitzt, ist forsch und entschlossen, besitzt Tatkraft. Westerwelles Satz an die Journalisten bedeutet also übersetzt: Ihr nehmt mir den Mut nicht weg, ihr entmutigt mich nicht.

  • Oct 28, 2024 · 1 min

    "Mach keine Fisimatenten!" – Woher kommt der Ausdruck?

    Keine Einladung ins Zelt Viele glauben, er komme aus früheren Zeiten, als französische Soldaten junge Mädchen mit der Aufforderung "Visitez ma tente!" einluden, in ihr Zelt zu kommen. Das stimmt aber nicht. Der Ausdruck stammt bereits aus dem 16. Jahrhundert, als es die "visae patentes" gab. Dabei handelte es sich um Offizierspatente. Diese auszufertigen dauerte sehr lange und war sehr kompliziert. Visamente – ein Begriff aus der Heraldik Außerdem gab es noch ein zweites Wort, das etwa 100 Jahre später dazukam, die Visamente. Der Begriff stammt aus der Wappenkunde, der Heraldik, und bestimmt, wie ein Wappenschild aussieht. Als die Gestaltung immer komplizierter wurde – mit Rocaillen, einem zweiten Wappenschild obendrauf etc. – hat man die "Visamente" und die "visae patentes" zum neuen Wort Fisimatenten zusammengesetzt.

  • Oct 28, 2024 · 51 sec

    Dehnt sich das Universum unendlich aus?

    Früher hatte man die Vorstellung, es würde sich immer weiter ausdehnen, dabei aber zumindest etwas langsamer werden. Das hat sich aber ins Gegenteil verkehrt, denn inzwischen wissen wir, dass es die sogenannte "dunkle Energie" gibt, die diesen Vorgang beschleunigt. Momentan gehen wir davon aus, dass das Universum ein sehr langweiliges Ende nimmt: Es dehnt sich immer weiter aus, die Sterne werden erlöschen und es herrscht einfach nur noch Finsternis. Wie kann man sich das vorstellen – die unendliche Ausdehnung? Das Weltall ist unendlich. Unendlich ist aber keine große Zahl, keine Quantität, wie man so schön sagt, sondern eine Qualität. Wenn Sie unendlich mit 2 multiplizieren, kommt immer noch unendlich raus. Und wenn Sie davon 50 abziehen, ist es immer noch unendlich. Unendlich ist also keine Zahl, die irgendwie festzumachen ist. Das Universum ist schon unendlich groß und dehnt sich in sich selbst aus. Das ist tatsächlich unvorstellbar, aber es ist kein Rand nötig, wohin sich das ausdehnt. Es gibt einfach nur das Universum und das kann sich in sich selbst ausdehnen.

  • Oct 27, 2024 · 3 min

    Wie beeinflusst die Ernährung der Mutter die Entwicklung des Kindes?

    Fetal Programming: Prägung im Mutterleib Das Schlagwort für diese Frage heißt "Prägung im Mutterleib" oder auf Englisch "Fetal Programming". Was steckt dahinter? Wir haben in den letzten Jahren gelernt, dass die Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft einen direkten Einfluss auf die Entwicklung des Kindes in der Gebärmutter hat. Darüber hinaus hat die Ernährung auch Einfluss insbesondere darauf, mit welcher Wahrscheinlichkeit dieses Kind später in seinem Leben bestimmte Erkrankungen haben wird. Wir müssen daher viel Aufklärung betreiben, also präventiv arbeiten, um Eltern diese Information mitzugeben. Die Tatsache, dass viele Kinder in industrialisierten Ländern schon vor dem 12. Lebensjahr unter Fettleibigkeit und Bluthochdruck leiden, also das sogenannte Metabolische Syndrom haben, hat möglicherweise damit zu tun, was die Mutter während der Schwangerschaft zu sich genommen hat. Ernährung der Mutter: Einfluss auf Geburt, Gesundheit und Wohlbefinden des Kindes Ernährung während der Schwangerschaft wird in Zukunft für Frauenärztinnen und Frauenärzte eines der absoluten Hauptthemen sein. Süßigkeiten beispielsweise oder weißes Mehl begünstigen nicht nur Prädispositionen, also gesundheitliche Veranlagungen, sondern wirken sich auf das Wohlbefinden des Kindes und auf die Geburt aus. Der Blutzuckerspiegel hat direkten Einfluss darauf, wie leicht oder schwer die Geburt wird, ob sie pünktlich ist oder nicht, ob sie lange dauert. Gefahren: Alkohol, Nikotin, falsche Ernährung Nikotin ist nach Alkohol die vermutlich gefährlichste Droge für die Schwangerschaft. Schwangere, die während der Schwangerschaft rauchen und sich falsch ernähren, erhöhen das Risiko ihres Kindes um das 20-Fache, dass dieses Kind vor dem 12. Lebensjahr erkranken wird, zum Beispiel am Metabolischen Syndrom. Dazu gehört auch, wenn im Umfeld der Schwangeren geraucht wird. Darum ist es wichtig, Eltern darüber zu informieren, wie sie die Gesundheit ihres Kindes schützen können.

  • Oct 26, 2024 · 3 min

    Woher kommt "den inneren Schweinehund überwinden"?

    Schweinehund: Sauhund für die Jagd und Schimpfwort für gemeine Menschen Was ist ein "Schweinehund"? Es geht nicht, wie man denken könnte, um ein Mischwesen aus Hund und Schwein, sondern "Schweinehund" leitet sich ab von den Sauhunden – also Hunden, die früher bei der Wildschweinjagd eingesetzt wurden. Es waren, wie man sich vorstellen kann, aggressive Hunde. Daher kam zunächst das Schimpfwort Schweinehund für eine gemeinen, aggressiven Menschen. "Schweinehund" gehört bekanntlich zu den Wörtern, die in alten ausländischen Filmen gerne mal den Deutschen in den Mund gelegt werden – Schnitzel, Sauerkraut, Schweinehund und "Jawohl!" – daran erkennt man in alten englischen Filmen die unsympathischen Deutschen. Das war also die erste Etappe der Redensart: Der Schweinehund wird zum Schimpfwort für einen fiesen Zeitgenossen. Der "innere Schweinehund" als Bild für niedere Instinkte In der zweiten Phase wird daraus der innere Schweinehund. Das Bild suggeriert, dass wir alle in uns fiese niedere Instinkte haben. Einer der frühesten Belege für diesen Ausdruck ist eine Rede des SPD-Abgeordneten Kurt Schumacher, nachzuhören im Archivradio des SWR. Am 23. Februar 1932, ein Jahr vor Hitlers Machtergreifung, attackiert Schumacher die Nationalsozialisten. Er wirft ihnen vor, mit ihrer aggressiven Propaganda die niederen Instinkte der Menschen zu bedienen, oder wie er es ausdrückt: Die ganze nationalsozialistische Agitation ist ein dauernder Appell an den inneren Schweinehund im Menschen." Quelle: Kurt Schumacher (SPD), 23.2.1932 Für diesen Satz wird Schumacher von Reichstagspräsident Paul Löbe prompt zur Ordnung gerufen. Im Juni desselben Jahres hört man den Ausdruck in einer Rundfunkansprache von Reichswehrminister Kurt von Schleicher. Schleicher war parteilos, sympathisierte aber mit der SA und war hinsichtlich seiner Vorstellung von der Wehrmacht und ihren Soldaten auf einer Linie mit Hitler. In dieser Ansprache sagt er unter anderem: Mir wird so oft gesagt, dass diese Passion, sich drillen zu lassen […] meiner unwürdig wäre. Darauf kann ich nur antworten, dass Menschen, die dafür kein Verständnis haben, nicht das Hochgefühl von jungen Burschen kennen, die ihrem Körper etwas Außerordentliches abgewonnen und das erste Mal in ihrem Leben ihren inneren Schweinehund ganz besiegt haben. Quelle: Reichswehrminister Kurt von Schleicher, Juni 1932 Der innere Schweinehund muss "besiegt" werden Damit sind wir bei Etappe 3: der Idee, dass der innere Schweinehund in uns "besiegt" oder "überwunden" werden muss. Das Bild passt insofern auch in diese Zeit, als damals die Theorien eines gewissen Sigmund Freud kursierten, wonach wir innere Triebe haben, die im Konflikt stehen können mit unseren höheren Zielen und Werten. Der "innere Schweinehund" nimmt diese Vorstellungen auf, karikiert sie aber auch ein bisschen. So wie eine andere Redensart, die in den 1930er-Jahren auftaucht: Der "innere Reichsparteitag" als Ausdruck dafür, wenn man innerlich über etwas jubelt oder sich diebisch freut. Zur Entstehung des "inneren Reichsparteitags" haben wir hier im Podcast eine eigene Folge. Bleiben wir beim inneren Schweinehund. Den zu besiegen galt zunächst als eine soldatische Tugend. Nach dem Krieg hat sich der Ausdruck "den inneren Schweinehund überwinden" gehalten und aus dem militärischen Kontext gelöst. Der innere Schweinehund ist in unserer heutigen Sprache auch längst nicht mehr fies und aggressiv, sondern liegt eher faul und bequem auf dem Sofa und knabbert ungesundes Zeug.

  • Oct 22, 2024 · 1 min

    Warum sagt man: "Da liegt der Hund begraben"?

    Der Hund ist eines der beliebtesten Tiere in Redensarten und Sprichwörtern. In "Wanders Deutsches Sprichwörter-Lexikon" gibt es 20 Seiten nur mit Hundesprichwörtern und -Redensarten. Insgesamt sind dort 200.000 Redensarten gesammelt. Mit Zauber, Fluch und Wachhund Diebe vom wertvollen Besitz fernhalten Der begrabene Hund ist spannend. Es geht nämlich um Schätze. Vergrabene Schätze hat man früher durch allerlei Flüche und andere Zaubereien versucht davor zu schützen, dass andere sie finden. Angeblich begrub man einen schwarzen Hund an dieser Stelle. Der sollte quasi über den Schatz wachen. Der begrabene Hund gibt Hinweis auf das, was wichtig ist Wenn man nun also wusste, wo der Hund begraben liegt, dann wusste man auch: Da ist der Schatz! Da ist das Wichtige, das Wertvolle. Und so konnte sich das von dieser legendarischen, märchenhaften, zauberischen Sphäre auch auf den Alltag übertragen, wenn man also sagte: Jetzt weiß ich, was wichtig ist an der Sache! Da ist das Problem! Da liegt der Hase im Pfeffer!

  • Oct 20, 2024 · 3 min

    Wie funktioniert der Raketenantrieb im luftleeren Raum?

    Das ist eine sehr interessante Frage, denn sie berührt auch die Geschichte der Physik. Früher war man überzeugt davon, dass ein Antrieb etwas braucht, an dem man sich "abstoßen" kann. Viele Leute glaubten nicht daran, dass man sich im Weltraum fortbewegen kann. Impulserhaltung lässt Rakete fliegen Aber eine Rakete stößt sich gewissermaßen an sich selbst ab. Dazu ist der Treibstoff da. Dieser wird nach hinten ausgestoßen. Das Prinzip der Impulserhaltung sorgt dann dafür, dass die Rakete fliegt. Wenn im Heck der Rakete jemand Ziegelsteine hinauswirft, funktioniert das genauso, nur nicht so effizient. Auch Flugzeuge nutzen diesen Effekt. Bei ihnen kommt jedoch noch der wichtige Effekt dazu, dass die Tragflächen den Unterdruck erzeugen, der das Flugzeug in der Luft hält. Für die Raumfahrt ist es ein großes Problem, dass man immer genug Treibstoff mitführen muss, an dem man sich abstoßen kann. Denn so wird die Geschwindigkeit der Raketen stark limitiert. Wenn die "Enterprise" langsam unterwegs ist, nutzt sie einen solchen Impulsantrieb.

  • Oct 18, 2024 · 3 min

    Die europäischen Eroberer brachten tödliche Seuchen nach Amerika. Gab es das auch umgekehrt?

    Pocken, Grippe, Cholera: katastrophale Auswirkungen auf Ureinwohner Amerikas Die Krankheiten, die die Europäer nach Amerika gebracht haben, hatten katastrophale Auswirkungen auf die Ureinwohner. Die Europäer brachten Krankheitserreger mit, die es vorher auf dem amerikanischen Kontinent nicht gab: Pocken, Grippe, Masern und Cholera. Gerade die Pocken haben die indianische Urbevölkerung dezimiert – es sind weitaus mehr Azteken und Inkas an eingeschleppten Krankheiten gestorben als durch die Waffen der Spanier. Die Krankheitserreger waren neben den Waffen und den Pferden der Europäer ein wichtiger Faktor, der dazu beigetragen hat, dass die zahlenmäßig unterlegenen Europäer die Neue Welt so leicht erobern konnten. "Spanische Grippe" kam wohl aus Amerika Es mag sein, dass es auch in Amerika Erreger gab, die den Europäern zu schaffen machten – es könnte sein, dass zum Beispiel die Syphilis ein Import aus Amerika ist, allerdings gibt es auch da inzwischen Zweifel. Auch die berühmte "Spanische Grippe" hat ihren Ursprung höchstwahrscheinlich in den USA. Aber vorher haben im Großen und Ganzen tatsächlich die Europäer die Amerikaner mit neuen Krankheiten infiziert und nicht umgekehrt. Das liegt daran, dass Europäer eine ganz andere Vorgeschichte hatten: Als Kolumbus nach Amerika kam, hatten die Menschen in Eurasien schon fast 10.000 Jahre Ackerbau und Viehzucht betrieben und schon einige tausend Jahre in Städten auf dichtem Raum zusammengelebt. Das sind die zentralen Brutherde für neue Krankheiten. Welche Rolle spielen Ackerbau und Viehzucht bei der Entstehung von Krankheitserregern? Ein Beispiel aus heutiger Zeit ist die Vogelgrippe – das ist ein Erreger, der aus asiatischen Geflügelfarmen stammt und bei dem die Sorge besteht, dass er früher oder später so mutiert, dass er auch von Mensch zu Mensch übertragbar ist. So war es früher auch: Dort, wo Menschen auf engem Raum und in großer Nähe zu dichten Tierherden zusammenleben, können sich aus harmlosen Viren und Bakterien lebensgefährliche Erreger entwickeln wie eben die Pocken oder die Grippe. Natürlich war die Tierhaltung vor ein paar tausend Jahren noch nicht ganz so intensiv und die Städte bei weitem nicht so groß wie heute, trotzdem: Europäer und Asiaten haben mit diesen Dingen viel früher angefangen als die indianischen Kulturen und hatten deshalb als Nebenprodukt zahllose gefährliche Erreger unfreiwillig herangezüchtet. Masern und Pocken sind vermutlich irgendwann von Rindern auf den Menschen übergegangen, die Grippe von den Schweinen. Und in Europa gab es zudem einen weitverzweigten Handel, der die Ausbreitung solcher Seuchen ebenfalls förderte. Keine großen Tierherden in Südamerika Das alles gab es im vorkolumbianischen Amerika nicht. Zwar hatten die Inkas, die Azteken und andere amerikanische Kulturen auch schon ausgeklügelte landwirtschaftliche Systeme, aber längst nicht so lange. Und gerade was die Tiere angeht, war das alte Amerika kaum mit züchtbaren Tieren gesegnet. Die Europäer hatten Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine und das schon seit Jahrtausenden – in Südamerika dagegen gab es praktisch nur das Lama und in Mexiko den Truthahn, aber beide wurden nicht in großen Herden gehalten. Und es gab auch nicht so weite Handelsnetze. Das alles führte dazu, dass die Europäer nicht nur neue Krankheitserreger im Gepäck hatten, sondern dass sie in ihrer Geschichte schon einige Epidemien durchgemacht hatten – man denke an die Pest im Mittelalter – und als Folge gewisse Abwehrkräfte entwickelt hatten, während die indianische Bevölkerung den eingeschleppten Krankheiten absolut schutzlos ausgeliefert war.

  • Oct 18, 2024 · 3 min

    Fördert heißer Tee Speiseröhrenkrebs?

    Temperatur spielt eine Rolle, nicht das Getränk Ganz allgemein gesprochen: Ja. Aber, wenn man die Studien genauer liest, stellt sich der Zusammenhang längst nicht so dramatisch dar, wie es teilweise auch im Internet zu lesen ist. Die meisten Teetrinker dürften davon nicht betroffen sein. Das Gleiche gilt übrigens auch für Kaffeetrinker – denn auch wenn die Studien mit Tee durchgeführt wurden, wird der Effekt ausschließlich auf die Temperatur zurückgeführt, nicht auf das Getränk als solches. Bekannt wurde vor einigen Jahren eine Langzeitstudie aus dem Iran, die zu dem Ergebnis kam: Wer täglich mehr als 0,7 Liter heißen Tee mit einer Temperatur von mehr als 60°C trinkt, hat ein fast doppelt so großes Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, als der Rest der Bevölkerung. Genauer geht es um eine bestimmte Form von Speiseröhrenkrebs, das Plattenepithelkarzinom. Es gibt auch noch eine Studie aus Japan, die in eine ähnliche Richtung weist wie die aus dem Iran. Prospektive Studie aus dem Nordosten des Iran bestätigt Zusammenhang Nehmen wir also diese Studie aus dem Iran. Die ist insofern bemerkenswert, als dieser Studie Daten von 50.000 Männern und Frauen zugrunde liegen. Die Studie wurde in der Region Golestan im Nordosten des Iran, am Kaspischen Meer, durchgeführt. Sie gilt auch deshalb als besonders relevant, weil es eine prospektive Studie ist, d.h. man hat erst geschaut, wer trinkt wie heißen Tee – und dann hat man über mehr als zehn Jahre beobachtet, wer Speiseröhrenkrebs bekommt. Dort hat sich also dieser Zusammenhang bestätigt. Aber: Warum wurde gerade die Region ausgesucht? Der Grund war, dass dort überdurchschnittlich viele Menschen an Speiseröhrenkrebs erkranken und gleichzeitig dort traditionell viel Tee getrunken wird und das auch noch heißer als anderswo. Die Forschenden berichten selbst, dass schon während die Studie lief, die Veröffentlichung erster Daten zu einer Aufklärungskampagne geführt hat und dazu, dass die Leute in der Region ihren Tee nicht mehr ganz so heiß trinken und seitdem auch die Zahl der Erkrankungen zurückgegangen ist. Ich habe das selbst getestet. In Deutschland ist es üblich, den Tee wie folgt zu trinken: Man kocht Wasser auf, gießt es in eine Kanne, lässt den Tee mindestens 3 Minuten ziehen und gießt ihn dann in eine Tasse. So hat er unmittelbar nach dem Einschenken tatsächlich eine Temperatur von etwas über 60 Grad. In der Tasse kühlt er aber rasch ab – vor allem an der Oberfläche, wo man den Tee ja normalerweise, wenn er heiß ist, wegschlürft. Und ich muss sagen: Mehr als diese 60 Grad – also die erste Tasse aus der Kanne – wäre mir persönlich auch zu heiß. Und die zweite Tasse ist ja schon kühler. Voraussetzungen werden in Deutschland beim Teetrinken kaum erfüllt Das ist die erste beruhigende Nachricht: Selbst unter den passionierten Tee- und Kaffeetrinkern wird es hierzulande wenige geben, auf die die Voraussetzungen zutreffen, nämlich dass sie täglich mehr als 0,7 Liter trinken, die heißer sind als 60 Grad. Plattenepithelkarzinom ist vergleichsweise selten Die zweite gute Nachricht: Selbst wenn man zu den wenigen gehört, die regelmäßig so viel heißen Tee oder auch Kaffee trinken, muss man die Zahlen ins Verhältnis setzen. Generell ist das Risiko, an einem Plattenepithelkarzinom zu erkranken, relativ gering im Vergleich etwa zu Lungenkrebs, Darmkrebs, Brust- oder Prostatakrebs. Jede einzelne diese anderen Krebsarten kommt mehr als zehnmal häufiger vor. Also auch wenn regelmäßiger heißer Tee-Konsum das Risiko verdoppelt, ist die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, immer noch gering. Speziell, was Speiseröhrenkrebs betrifft, bleiben die Hauptrisikofaktoren nach wie vor Rauchen und regelmäßiger Alkoholkonsum. Heißer Tee spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Trotzdem ist es natürlich sinnvoll, Tee und Kaffee nicht unnötig heiß zu trinken. Aber wenn man einfach darauf achtet, dass man sich nicht den Mund verbrennt, ist man da schon ziemlich auf der sicheren Seite. Wobei Raucher insofern gefährdeter sind, als sie tendenziell im Mundraum weniger hitzeempfindlich sind. Hier haben wir noch viel mehr Tee-Wissen für Euch.

  • Oct 18, 2024 · 1 min

    Was ist die Menopause?

    Letzte Regelblutung Die Menopause ist die letzte Regelblutung, der ein Jahr lang keine weitere spontane Regelblutung folgt. Das kann man nur retrospektiv festlegen, denn man weiß ja in dem Moment nicht, ob es die letzte Blutung war oder nicht. Ein Jahr nach dieser letzten Regelblutung spricht man von der Postmenopause. Das ist dann die Phase, wo man richtig im Östrogenmangel angekommen ist und die Eierstöcke gar keinen Östrogen mehr bilden oder wirklich nur so wenig, dass es nicht mehr relevant ist. Perimenopause schon ab 40 möglich Die Phase vor dieser letzten Regelblutung ist relativ lang. Die haben viele gar nicht so sehr im Blick, weil alle immer nur denken Postmenopause, Menopause gleich Hitzewallungen. Die Phase davor die Perimenopause. Die kann tatsächlich schon mit 40, 45 anfangen. Sie ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass die hormonelle Aktivität sehr stark schwankt. Der Eierstock arbeitet nicht mehr richtig stabil. Das macht ganz andere Symptome als die Phase danach, die Postmenopause.

  • Oct 18, 2024 · 1 min

    Warum ist etwas "keinen Pfifferling mehr wert"? Warum nicht Champignons?

    Der Pfifferling ist doch ein teurer Pilz? Eigentlich ist das eine merkwürdige Redewendung. Wenn man schon mit Pilzen kommt, warum dann ausgerechnet Pfifferlinge? Das sind ja nun nicht gerade die billigsten unter den Pilzen. Wenn man ausdrücken will, dass etwas überhaupt nichts mehr, nicht einmal mehr das Billigste vom Billigsten wert ist, warum nimmt man dann als Metapher gerade diese teuren Pilze – und nicht Champignons? Früher Massenware, heute unter Artenschutz Der Grund ist: Früher waren Pfifferlinge nichts Besonderes. In unseren Laub- und Mischwäldern wuchsen sie ziemlich üppig, sodass man die Pilze quasi hinterhergeschmissen bekam. Inzwischen sind unsere Wälder deutlich trockener. Darum wachsen hier kaum noch Pfifferlinge, sie gelten in Deutschland sogar als bedrohte Art. Heute werden Pfifferlinge größtenteils importiert, vor allem aus Osteuropa. Und auch dort muss man mühsam im Wald suchen, denn diese Pilze lassen sich nicht einfach im Gewächshaus züchten. Sie wachsen nur in Symbiose mit den Bäumen im Wald. Das macht Pfifferlinge heute vergleichsweise teuer – im Gegenteil zu Champignons, die in Kulturen gezüchtet werden, was natürlich viel weniger Arbeit macht. Früher waren Pfifferlinge also ein Arme-Leute-Gericht – heute sind sie eine kostspielige Delikatesse. Nur dass sich das in der Redewendung bisher nicht niedergeschlagen hat.

  • Oct 17, 2024 · 1 min

    Bleibt Vitamin C beim Erhitzen erhalten?

    Grundsätzlich ist es immer besser, Vitamin C nicht zu erwärmen. Aber das hängt vom pH-Wert, der Säure, ab. Sauerkraut entwickelt z.B. sehr viel Vitamin C; selbst wenn Sie das stundenlang kochen, bleibt aufgrund der Säure das Vitamin C recht gut erhalten. Vitamin C bleibt in Säure besser erhalten Das gilt generell: Wenn Sie saure Zubereitungen haben, baut sich weniger Vitamin C ab als bei weniger sauren Zubereitungen. Je saurer das Gericht, desto besser der Vitamin-C-Gehalt. Ich empfehle aber, die Zitrone oder Orange relativ spät zum Gericht zu geben, sodass mehr Vitamin C erhalten bleibt.

  • Oct 16, 2024 · 3 min

    Schwarz-Rot-Gold: Wie entstand die deutsche Nationalflagge?

    Schwarz-Rot-Gold: eher zufällig entstanden Die Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold entstanden in dieser Kombination vor ungefähr 200 Jahren, und zwar in der Zeit, als sich die verschiedenen deutschen Länder von Napoleon und der französischen Besatzung befreien wollten. Es gab in diesen Befreiungskriegen zwischen 1813 und 1815 eine Freiwilligeneinheit innerhalb des Preußischen Heeres – das sogenannte Lützowsche Freikorps. Lützow war der Name des Heerführers. Schwarz Die Kämpfer trugen eine schwarze Uniform. Das hatte ganz praktische Gründe, denn es waren ja Freiwillige, die ihre Ausrüstung selbst mitbrachten. Dafür haben sie ihre vorhandene Bekleidung eingefärbt – und das geht am einfachsten, wenn am Ende schwarz herauskommen soll. Gold und Rot An der Uniform waren außerdem Messingknöpfe angebracht – die gab’s überall, und die hatten eine goldene Farbe. Rot wiederum war die Abzeichenfarbe – das ist die Farbe, die z.B. an Ärmelaufschlägen sichtbar war; diese war bewusst als Erkennungszeichen gewählt. Während der Befreiungskriege machten sich die Menschen natürlich auch Gedanken: Was kommt danach? – Da reifte vor allem in Preußen die Idee eines deutschen Nationalstaates, vor allem unter Studenten. Diese wiederum vereinigten sich in sogenannten Urburschenschaften. Die Jenaer Urburschenschaft Von denen gab es auch eine in Jena, und viele dieser Studenten haben auch im Lützowschen Freikorps gekämpft und von dort diese Farben Schwarz-Rot-Gold übernommen. Ihre erste Fahne hatte zwei rote und einen schwarzen Streifen, darüber einen goldenen Eichenzweig. In dem Moment wurden tatsächlich die Farben als deutsche Symbole verwendet. Die älteste Erwähnung ist ein Lied des Kieler Studenten August Daniel von Binzer mit dem Text "Stoßt an, Schwarz-Rot-Gold lebe!" Eine offizielle schwarz-rot-gold-gestreifte Flagge hatten offenbar ab ca. 1820 als erstes die Fürstentümer Reuß (ältere Linie und jüngere Linie) im heutigen Thüringen, die beide 1815 Mitglieder des Deutschen Bundes wurden. Nachträglich symbolisch aufgeladen So hatten die Farben also zunächst keine symbolische Bedeutung. Die wurde erst später hinein interpretiert, und zwar auf zwei Weisen. Zum einen wurden die Farben symbolisch aufgeladen. Man hat dann gesagt: Das Schwarz steht für die dunkle Nacht der Besatzungszeit, das Gold für die Morgenröte am Horizont, und das Rot für das Blut, das für die Befreiung vergossen wurde. Aber nach allen Quellen waren die Farben zuerst da, und dann erst wurden sie symbolisch aufgeladen. Bezug zum Heiligen Römischen Reich? Der zweite Bezug, der nachträglich hergestellt wurde, war der zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Auch da gibt es Wappen mit schwarzem Reichsadler auf goldenem Schild mit roten Gliedmaßen – aber das waren keine offiziellen Nationalfarben. Diese alten Wappen waren nicht der Grund dafür, dass sich Urburschen die Farben Schwarz-Rot-Gold zu eigen machten. Sie hatten diese Farben einfach und irgendwann fiel jemandem auf: Diese Farben finden sich schon im alten Kaiserreich – und so wurde eine Tradition hineingedeutet, die gar nicht da war. Deutsche Trikolore Zur deutschen Flagge gehören aber nicht nur die Farben, sondern auch, dass diese in Form von drei Streifen angeordnet sind. Solche Flaggen nennt man Trikolore. Die gibt es schon viele Jahrhunderte, aber durch die Französische Revolution waren sie im 19. Jahrhundert ziemlich populär. Alle möglichen Befreiungsbewegungen gaben sich Flaggen mit drei Streifen. Nun hatten die Franzosen Blau-Weiß-Rot senkrecht, und als Gegenmodell gaben sich die Deutschen Nationalstaatsbefürworter (und später der Deutsche Bund) horizontale Streifen mit ihren Farben Schwarz-Rot-Gold. Bedeutung der Flagge hat sich gewandelt Die Schwarz-Rot-Goldene Flagge war zunächst ein Symbol für die Idee einer national vereinigten Republik, verbunden mit der Idee der Freiheit von ausländischen Besatzern; zwischenzeitlich auch aufgeladen mit völkischen großdeutschen Ideen. Sie war nicht primär ein Symbol für Demokratie oder internationale Offenheit. Dafür stehen die Farben erst heute, nach einer langen wechselvollen Geschichte. Denn die Flaggenfarben waren immer wieder abgeschafft worden, erst vom Kaiserreich 1871 – auf das die Reichskriegsflagge zurückgeht – dann nach dem Ersten Weltkrieg wieder eingeführt in der Weimarer Republik, abgeschafft vom Nationalsozialismus und anschließend wieder eingeführt. Dies übrigens in beiden deutschen Staaten – in dem Punkt waren sie sich einig – trotz des kleinen Unterschieds mit Hammer und Zirkel im Osten.

  • Oct 15, 2024 · 1 min

    Schadet es, den Urin einzuhalten, um die Blase zu "trainieren"?

    Blasenkapazität vergrößert sich durch zu viel Urin Ja, indirekt schadet das. Das lange Anhalten vom Urin führt langfristig dazu, dass sich die Blasenkapazität vergrößert. Normalerweise liegt die zwischen 300 und 550 Milliliter. Wenn man den Harn länger anhält, wird die Kapazität größer. Das führt dazu, dass man seltener auf die Toilette geht, um die Blase zu entleeren. In extremen Fällen, kann es, wenn man länger anhält, passieren, dass sich der Urin bis hoch in die Nieren staut. Daraus kann eventuell eine Druckbelastung der Nieren resultieren, was langfristig die Nierenfunktion einschränkt. Blase kann ausleiern, Restharn kann zu Infektionen führen Wenn man das länger trainiert hat, "leiert" die Blase ein bisschen aus. Sie hat dadurch nicht mehr die Kraft, sich zusammenzuziehen und ganz zu entleeren. Dann entsteht Restharn. Den kann man sich vorstellen wie eine Pfütze Urin, die immer wieder dort stehen bleibt. Dadurch können Infekte entstehen und es können sich Giftstoffe ansammeln; sie werden nicht so gut durchgespült. Dr. Frank Becker, Urologe aus Neunkirchen

  • Oct 15, 2024 · 4 min

    Gab es Zusagen an Moskau, die NATO nicht nach Osten zu erweitern?

    Von Putin behauptet, aber historisch nicht korrekt Das wurde vom russischen Präsidenten Wladimir Putin immer wieder behauptet, ist aber historisch so nicht richtig. Die Behauptung bezieht sich auf die sogenannten Zwei-plus-Vier-Verhandlungen 1990. Bei diesen Gesprächen ging es um die deutsche Wiedervereinigung nach dem Fall der Mauer. Beteiligt waren: Die beiden deutschen Staaten Bundesrepublik und DDR sowie die vier Siegermächte: USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion. Angeblich, so lautet die Behauptung, gab es bei diesen Gesprächen eine Zusicherung des Westens, die NATO nicht über Deutschland hinaus auszudehnen. Unverbindliche Formulierung spiegelt Genschers persönliche Haltung Einer der zentralen Belege für diese Behauptung ist die folgende Äußerung des damaligen Bundesaußenministers Hans-Dietrich Genscher vom Februar 1990, nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen James Baker in Washington. Wir waren uns einig, dass nicht die Absicht besteht, das NATO-Verteidigungsgebiet auszudehnen nach Osten. Das gilt übrigens nicht nur in Bezug auf die DDR, die wir nicht einverleiben wollen, sondern das gilt ganz generell. Quelle: Bundesaußenministers Hans-Dietrich Genscher, Februar 1990 Das hat Genscher tatsächlich so gesagt. Zur Wahrheit gehört aber auch: Genscher gibt tatsächlich nur seine persönliche Haltung wieder. Eine andere, vielzitierte Äußerung stammte von US-Außenminister James Baker selbst. Die NATO werde ihre Zuständigkeit "not one inch" (nicht einen Zoll) nach Osten ausdehnen, erklärte Baker. Auch diese Äußerung fällt Anfang Februar 1990 in einem Gespräch zwischen Baker und Gorbatschow. Liest man das Protokoll, wird der Zusammenhang klar: Zentrales Thema war, ob Deutschland in der NATO bleibt und was das für das Gebiet der noch existierenden DDR bedeutet. Denn das war ja das akute Dilemma, das gelöst werden musste: In der DDR waren noch sowjetische Truppen im Rahmen des Warschauer Pakts stationiert - wie soll das gehen, wenn das DDR-Gebiet plötzlich zur NATO gehören würde? Äußerungen fielen außerhalb der Verhandlungen Beide Äußerungen, die von Genscher und die von Baker fielen im Februar 1990. Die Zwei-plus-Vier-Verhandlungen hatten damals noch gar nicht begonnen, es wurden gerade erst die Modalitäten dieser Verhandlungen besprochen. Schon deshalb waren die Äußerungen keine verbindlichen Zusagen in Verhandlungen, sondern allenfalls Signale, worüber man zu reden bereit ist. Deshalb auch diese eher unverbindliche Formulierung: Dass "nicht die Absicht besteht, die Nato auszudehnen" war zu dem Zeitpunkt eine zutreffende Feststellung, denn an eine Osterweiterung war damals noch gar nicht zu denken. In der DDR waren ja noch sowjetische Truppen stationiert, die DDR gehörte, ebenso wie die osteuropäischen Staaten, noch immer dem Warschauer Pakt an. Bundesaußenminister Genscher konnte nicht für die NATO sprechen Genscher war zudem als bundesdeutscher Außenminister gar nicht in der Position, für die NATO zu sprechen. In jedem Fall waren diese Äußerungen nur ein kurzfristiger Gesprächsstand vor Beginn der Verhandlungen, der aber am Ende nicht in die eigentlichen Gespräche oder gar den Vertrag einfloss. Mag sein, dass Genscher das im Februar 1990 ernst gemeint hat, aber die USA gingen ebenso auf Distanz zu dieser Haltung wie Bundeskanzler Helmut Kohl. Und das war auch in den Verhandlungen kein Geheimnis. Worüber sprachen Kohl und Gorbatschow? Einige Monate nach den Genscher- und Baker-Äußerungen konkretisieren sich die Gespräche. Im Mai 1990 beginnen die eigentliche Zwei-plus-Vier-Verhandlungen. Im Juli spricht Kohl mit Gorbatschow. In diesem Gespräch diskutieren die beiden ausschließlich über die NATO im Zusammenhang mit dem vereinigten Deutschland. Auch Gorbatschows Forderungen beziehen sich laut Protokoll ausschließlich darauf: De facto, after the unification, NATO troops should not be on the territory of the present-day GDR. This is during the transition period, then the issue will begin to lose its acuteness. There will be a transitional state, during which Germany will legally be a NATO member, but its eastern part will remain within the scope of the Warsaw Treaty. Thereby, we will resolve the issue of Germany’s membership in NATO. Quelle: Michael Gorbatschow im Juli 1990 Das Helsinki-Protokoll Von all dem abgesehen: Weder die USA noch die Bundesrepublik kann darüber entscheiden, welchem Bündnis ein unabhängiger Staat beitreten möchte. Das haben die Vertragsstaaten der OSZE-Schlussakte von Helsinki 1975 festgehalten. Es ging um die Frage, ob beide Teile Deutschlands zur NATO gehören sollen Alle an den Gesprächen Beteiligten – auch der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow – erklärten später, eine mögliche NATO-Osterweiterung war in den weiteren Gesprächen überhaupt kein Thema. Worum es lediglich ging, war erstmal überhaupt die Frage: Wird ganz Deutschland künftig zur NATO gehören? Dem stimmte die Sowjetunion zu – vor allem, nachdem der Westen ihr eine Finanzspritze von fünf Milliarden Mark versprochen hat. Kein Aufeinandertreffen von NATO und sowjetischen Truppen Nächste Frage: Wenn Deutschland zur NATO gehört, wird die NATO dann künftig auch in Ostdeutschland operieren und sich sozusagen mit den noch immer stationierten sowjetischen Truppen das Gelände teilen? Dies, so die Zusage, werde nicht passieren – und ist auch nicht passiert, bis die sowjetischen Streitkräfte 1994 aus Ostdeutschland abgezogen wurden. Kurz: Ja, über eine künftige Osterweiterung der NATO wurde laut nachgedacht, aber es gab keine Versprechen oder Zusagen im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung. NATO-Russland-Grundakte wird 1997 unterzeichnet Selbst wenn irgendjemand das falsch verstanden haben sollte, ging die Geschichte ja weiter: 1997 unterzeichneten beide Seiten die NATO-Russland-Grundakte. Darin erkennt Russland erkennt an, dass es kein Vetorecht gegen die NATO-Mitgliedschaft anderer Länder hat. Spätestens damit macht Moskau den Weg frei für die Aufnahme weiterer osteuropäischer Staaten ins Natobündnis. Moskau bekam dafür auch etwas, nämlich zum einen weitere wirtschaftliche Unterstützung, zum anderen auch eine Zusicherung, über die sich der damalige russische Präsident Boris Jelzin auch ausdrücklich freute, als er über künftige neue NATO-Staaten sagte: Es wird keine Atomwaffen in den neuen Mitgliedsländern geben. Es handelt sich um eine feste und verbindliche Zusage der Unterzeichnerstaaten. Quelle: Boris Jelzin, russicher Präsident, 1997 NATO darf sich nach Osten ausweiten, aber dort keine Atomwaffen stationieren Diese Ausssage von Boris Jelzin stammt aus einem Radiobericht von 1997, der im Podcast des Archivradios zu hören ist. Er belegt, was damals verhandelt wurde: Die NATO darf sich nach Osten ausweiten, aber dort keine Atomwaffen stationieren. Daran hat sie sich bis heute gehalten.

  • Oct 10, 2024 · 2 min

    Wolken aus Kraftwerken – beeinflussen sie das Wetter bzw. Klima?

    Wasserdampf-Wolken sind Zeichen für Temperaturgefälle Bei einem Kraftwerk kommen alle möglichen Dinge aus dem Schornstein. Die Wolken, die sich aus dem Wasserdampf bilden, sind zwar am deutlichsten sichtbar, spielen aber die kleinste Rolle. Die Wolken über den Schornsteinen sind kein Zeichen dafür, dass dort unheimlich viel Wasser ist, sondern dafür, dass dort ein starkes Temperaturgefälle besteht. Grundsätzlich entstehen Wolken dann, wenn sich feuchte Luftmassen abkühlen – genau das passiert über einem Kraftwerk. Was aus dem Schornstein kommt, ist warme Luft mit einem hohen Dampfanteil. Wenn diese Luft abkühlt, kondensiert der Dampf zu Tröpfchen, aber mengenmäßig fällt dieses Wasser gemessen am Wasserdampf in der umgebenden Atmosphäre nicht ins Gewicht. Ultrafeinstaub ist das eigentliche Problem Einen viel stärkeren Einfluss haben die Teilchen, die man mit bloßem Auge nicht sieht. Staubemissionen zum Beispiel. Die Abgase aus deutschen Kraftwerken sind in Bezug auf Staub und Ruß insgesamt relativ sauber. Sie stoßen wenig Feinstaub aus, dafür aber sehr hohe Konzentrationen von Ultrafeinstaub – das sind ganz feine Teilchen – kleiner als 100 nm, die die herkömmlichen Abluftfilter nicht abfangen können. Staubpartikel fördern Wolkenbildung – und beeinflussen so das Wetter Staubpartikel beeinflussen das Wetter, da sie als Kondensationskerne die Wolkenbildung fördern. Die Verschiebung hin zu immer kleineren Staubteilchen hat in den letzten Jahrzehnten zunächst zu kleineren Wolkentröpfchen geführt und damit zu einer Verzögerung bei Niederschlägen. Das bedeutet in der Folge nicht unbedingt mehr oder weniger Regen, dafür aber Veränderungen bei der Verteilung. Die Verzögerungen führen nach Beobachtung von Forschern, auch am KIT in Karlsruhe, dazu, dass es seltener regnet, dafür dann aber heftiger. Zumindest statistisch – das hängt auch von vielen anderen Vorgängen ab. Und schließlich kommt auch das Treibhausgas CO2 aus den Schornsteinen – auch das ist ja ein unsichtbares Gas, das bekanntlich das Klima beeinflusst. Allerdings ist da weniger das einzelne Kraftwerk entscheidend als die Summe aller Kraftwerke und sonstiger Treibhausgasemissionen.

  • Oct 9, 2024 · 1 min

    Bei welchen Krankheiten muss ich auf die Augen achten?

    Viele Erkrankungen kann man dem Auge ansehen oder sie wirken sich im Auge aus. Zwei wichtige Krankheiten: Diabetes führt zu Gefäßveränderungen im Auge Die Blutzucker-Erkrankung, also zu hoher Blutzucker, führt zu einer Veränderung der kleinen Gefäße – und die im Auge sind die allerkleinsten Gefäße, die wir haben. Deshalb sieht man dort die Auswirkungen der Blutzucker-Erkrankung sehr früh. Wenn der Augenarzt hineinschaut ins Auge, dann sieht er, dass Gefäße unregelmäßig sind, zu klein sind, sich ausbuchten, zum Teil verschlossen sind, dass es Blutungen gibt und Ausstülpungen der Gefäße. Das kann tatsächlich das Sehen sehr stark beeinträchtigen. Deshalb muss jemand, der eine bekannte Blutzucker-Erkrankung hat, vom Augenarzt kontrolliert werden. In einer großen Studie mit 15.000 Menschen haben wir alle an den Augen untersucht. Bei knapp zehn Prozent haben wir gesehen, dass dort solche Veränderungen von Blutzucker-Erkrankungen zu sehen waren, ohne dass die Diabetes-, also die Blutzucker-Erkrankung, den Patienten bekannt war. Oft ist es also so, dass der Augenarzt die Erkrankung findet. Bluthochdruck kann vom Augenarzt frühzeitig erkannt werden Dasselbe gilt auch für Veränderungen des Bluthochdrucks. Das spürt man selber nicht unbedingt. Man fühlt sich vielleicht nicht gut, aber man merkt nicht, dass der Blutdruck hoch ist Es gibt nichts, woran man das gut ablesen kann. Und der Augenarzt ist manchmal der, der als allererstes die Veränderung am Augenhintergrund sieht.

  • Oct 9, 2024 · 3 min

    Führt der Klimawandel zu mehr Erdbeben?

    Kurzfristig nein, langfristig möglicherweise. Die Überlegung ist völlig berechtigt. Was passiert denn, wenn zum Beispiel auf Grönland die schweren Gletscher schmelzen? Die haben ein Gewicht von Tausenden von Milliarden Tonnen. Das Gleiche trifft für die Antarktis zu oder – im kleineren Umfang – auch auf die Gletscher in den Alpen oder auf Island. Wenn diese Gletscher abschmelzen, werden die darunterliegenden Landmassen entlastet. Nun ist es ja so: Die Kontinentalplatten kann man sich tatsächlich als Platten vorstellen, die auf einer zähflüssigen heißen Gesteinsmasse schwimmen. Wenn sie von oben durch das Eis zusätzlich belastet werden, passiert das Gleiche wie bei einer kleinen Eisscholle, wenn sich ein Eisbär draufsetzt: Es drückt die Scholle nach unten. Wenn der Eisbär runtergeht von der Scholle, steigt sie wieder auf. Und so ist es mit den Kontinentalplatten: Wenn die Eismassen schmelzen, steigen sie auf. Das geht allerdings sehr langsam. Letzte große Eiszeit endete vor 10.000 Jahren, Platten steigen noch heute Seitdem sind schon viele Gletscher geschmolzen. Als Reaktion auf diese Entlastung steigen heute noch die entsprechenden Landmassen auf. Skandinavien, Schottland und Dänemark zum Beispiel heben sich noch heute um bis zu einen Meter in 100 Jahren. Das ist eine ganz langsame kontinuierliche Landhebung; es bedeutet noch nicht zwangsläufig, dass es zu Erdbeben kommt. Man kann sich aber vorstellen, dass es durchaus zu Erdbeben führen kann, wenn die Erdkruste durch die Entlastung erst mal in Bewegung gerät. Zwar gibt es bislang dafür kaum Anzeichen. Es gab aber vor wenigen Jahren eine Untersuchung von Geophysikern aus Münster und Bern, die Hinweise auf einen solchen Zusammenhang in Amerika gefunden haben. Auch da lagen in der Eiszeit mächtige Gletscher und es sieht so aus, als habe die große Gletscherschmelze am Ende tatsächlich dazu geführt, dass an einigen geologischen Störungen gehäuft kleinere Erdbeben stattfanden. Jetzt kommt aber die Einschränkung: Das ist nicht von jetzt auf gleich passiert, sondern diese Reaktion kommt mit Jahrtausenden Verzögerung. Und es passiert dort, wo vorher die Gletscher lagen und nicht irgendwo anders auf der Welt. Man kann also nicht – was Sie in Ihrer Frage vermutet haben – die Beben in Haiti oder Chile oder den Vulkanausbruch auf Island auf den aktuellen Klimawandel zurückführen. Wir erleben zwar seit einigen Jahrzehnten einen schnellen Klimawandel; die Gletscher schmelzen. Aber das hat bisher noch nicht dazu geführt, dass wir jetzt insgesamt auf der Welt mehr Erdbeben hätten als im Mittelalter oder in der Antike.

  • Oct 7, 2024 · 3 min

    Werden wir durch Protein-Shakes stärker?

    So einfach ist das nicht. Stärker werden wir nur durch Training, bei dem wir unsere Muskeln beanspruchen – durch Liegestütze, Kniebeugen oder Hanteltraining. Dabei kommt es nämlich in den Muskeln zu kleinen Faserrissen. Der Körper repariert die Risse und macht die Muskeln bei der Gelegenheit ein bisschen kräftiger. Dafür braucht er Proteine, denn die sind der Baustoff für neue Muskelfasern. Deshalb müssen wir also regelmäßig Proteine zu uns nehmen. Wie viele Proteine braucht man am Tag? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, dass wir am Tag 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu uns nehmen sollen. Wenn wir aber viel Sport machen, darf es auch etwas mehr sein. Für Menschen etwa, die mehr als fünf Stunden in der Woche Sport machen, liegt die empfohlene Menge ein Drittel höher. Und bei bestimmten Sportarten wie dem Kraftsport kann die empfohlene Menge sogar doppelt so hoch sein. Was bedeutet das für die Ernährung? Bei einer nicht ausgeprägt sportlichen Person, die 70 Kilogramm wiegt, läge der Tagesbedarf bei 56 Gramm Protein. Das ist z.B. ein Stück Lachs von 170 Gramm und eine Handvoll Walnüsse. Da könnte man jetzt natürlich denken: Der Körper braucht Proteine, um Muskeln aufzubauen? Na, dann trinke ich nach dem Sport einen Protein-Shake oder esse einen Protein-Riegel. Das ist aber nicht nötig. Denn mit der richtigen Ernährung nehmen wie über unsere Nahrung ausreichend Proteine zu uns. Beispielsweise sind in Hülsenfrüchten, Magerquark, Hüttenkäse, Vollkornbrot oder Lachs von Natur aus viele Proteine enthalten. Im Supermarkt gibt es High-Protein-Drinks, Joghurts oder Desserts. Sind die besonders proteinreich und empfehlenswert? Wenn auf einem Produkt "High-Protein" steht, bedeutete das nur, dass in dem Lebensmittel mindestens 20 Prozent Proteine enthalten sind. Es sagt aber nichts darüber aus, ob die Proteine von Natur aus enthalten sind, wie es beispielsweise bei Magerquark der Fall ist, oder ob sie während der Herstellung hinzugefügt wurden. Das macht am Ende für den Muskelaufbau auch keinen Unterschied. Das "Problem" ist: Viele dieser Produkte, die mit dem Label "High-Protein" angeboten werden, enthalten eine Reihe an Zusatzstoffen wie Verdickungsmittel, Emulgatoren, künstliche Aromen oder Süßungsmittel. Es sind also hochverarbeitete Lebensmittel. Mit gesunder Ernährung hat das nichts zu tun. Durch sie wird unsere sportlichen Leistungen auch nicht besser. Außerdem sind sie im Schnitt dreimal so teuer wie vergleichbare Nicht-High-Protein Produkte. In der Regel sind sie also nicht nötig. Es kann aber Ausnahme-Situationen geben, z. B. wenn es nach dem Sport mal schnell gehen muss oder ich keine Zeit zum Essen habe. Dann kann so ein Protein-Shake eine sinnvolle Ergänzung sein. Und ein High-Protein-Joghurt als Nachtisch ist auch völlig in Ordnung. Wir müssen uns nur bewusst sein, dass Protein-Shakes oder High-Protein-Produkte keine ausgewogene Ernährung ersetzen.