Z00264 Baso und die hundert Verneinungen. (Sesshin 08.03.2026)
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Im 73. Fall des Hekiganroku bittet ein Mönch Zenmeister Baso um die endgültige Erklärung zur Bedeutung von Bodhidharmas Kommen aus dem Westen, die über die vier Lehrsätze und die hundert Verneinungen der buddhistischen Philosophie hinausgeht. Doch statt einer Antwort begegnen ihm Müdigkeit, Kopfschmerz und schließlich ein schlichtes Eingeständnis des Nichtwissens. Am Ende bleibt nur ein einfacher Satz: »Shisos Kopf ist weiß, Kais Kopf ist schwarz.«
In diesem Teisho führt Christoph Rei Ho Hatlapa durch die philosophischen Hintergründe des buddhistischen Tetralemmas und der Lehre Nagarjunas vom Mittleren Weg und verbindet sie mit Einsichten aus dem Daoismus. Dabei wird deutlich, dass Zen die Wahrheit nicht in immer feineren philosophischen Unterscheidungen sucht. Vielmehr führt der Weg zurück zur unmittelbaren Wirklichkeit des Lebens selbst. Die Gedanken über Sein und Nichtsein, über Recht und Unrecht, über Ja und Nein verlieren ihre zwingende Macht, wenn wir den Drehpunkt des Dao entdecken. Jenen Ort, an dem sich die Gegensätze auflösen und wir die Welt wieder direkt sehen, so wie sie ist: vielfältig, verbunden und von stiller Güte durchzogen.
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