

Wurst- und Durstgeschichten – Der Hanswurst und später
Der Hanswurst ist zu Hause. Allein das ist ungewöhnlich genug. Unter seinem Regal entdeckt er eine alte Umzugskiste. Auf der Seite steht mit schwarzem Filzstift nur ein Wort: SPÄTER. Drei alte Adressaufkleber zeigen, dass der Karton seit Jahren mit ihm von Wohnung zu Wohnung gezogen ist. Darin liegen eine Metzgerschürze, Fotos, ein altes Notizbuch und Dinge, die irgendwann einmal wichtig genug waren, um sie aufzubewahren, aber offenbar nie wichtig genug, um sich wirklich mit ihnen zu beschäftigen. Und plötzlich funktioniert die bewährteste Erklärung für sein Leben nicht mehr ganz so gut. Normalerweise ist der Autor schuld. Doch SPÄTER hat nicht der Autor auf den Karton geschrieben. Eine ruhigere Wurst- und Durstgeschichte über Aufschieben, verpasste Möglichkeiten, Selbsttäuschung und die Frage, wie viel am eigenen Leben tatsächlich von anderen geschrieben wird. Geschrieben von Florian Link Gelesen von Michael Elze


















