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wissensART

Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum

wissensART der Podcast, der Wissenschaft und Kunst vereint

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  • 21 episodes
  • Avg 20 min
  • German
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  • #182
    August 22 · 16 min

    François d´Assise: Mit Vogel- und Engelsgesang ins Paradies 

    Romeo Castellucci, Maxime Pascal und Philippe Sly bescheren Oliver Messiaens Saint François d´Assise einen unvergesslichen Abend in der Salzburger Felsenreitschule. Die drei Künstler erzählen auf wissensART über diese spirituelle Kunsterfahrung, die die Existenz des Menschen zutiefst berührt. Bassbariton Philippe Sly hat sich bei den Franziskanern in Salzburg mit seiner herausfordernden Rolle als heiliger Franziskus auseinandergesetzt und seine Erfahrungen in ein zutiefst berührendes Klangerlebnis umgesetzt. Sein Gesang, die Inszenierung, das Bühnenbild und die Lichtgestaltung von Romeo Castellucci sowie das Dirigat von Maxime Pascal ist eine menschliche Suche ganz nah an der Erde, am Sein und an der Unermesslichkeit, die wir in uns tragen. Beherzt verteidigt Romeo Castellucci die Würde kreatürlicher Erbärmlichkeit. Macht die Überwindung des Ekels vor dem Aussätzigen zu einem erschütternden ästhetischen Erlebnis. Ehe der heilige Franziskus über das geöffnete Dach der Felsenreitschule ins lang ersehnte und lang besungene Paradies aufsteigt, hatte er noch von Gott die Stigmata erbeten, um das Leiden Jesu selbst zu erfahren. Beklemmende Clusterflächen aus dem Chor erheben sich zu dieser beeindruckenden Szene. Die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor hat hier ihre großen Momente, besitzt auch „unsichtbar“ enorme Präsenz. Gott spricht eben aus vielen Stimmen. Am 23. August ist die Oper ab 17h in der Salzburger Felsenreitschule zu sehen. © SF/Monika Rittershaus Weiterführende Links: www.salzburgerfestspiele.at/ www.wissensart.at/

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  • #181
    August 20 · 47 min

    Karin Bergmann: Die tollkühne Intendantin

    Kurz vor ihrem Rückzug aus der Theaterwelt ereilte Karin Bergmann der Anruf aus Salzburg; sie sollte Intendantin der Festspiele werden. Markus Hinterhäuser wurde beurlaubt, der Sommer stand vor der Tür, eines der größten Festivals stand ohne künstlerische Leitung da. Peng. Tollkühn übernahm Karin Bergmann die Gewerke, warf sich mit Verve in das Geschehen. Bis zu diesem Zeitpunkt mit Markus Hinterhäuser befreundet, dachte sie an ein Zusammenspiel in irgendeiner Art und Weise. Jedenfalls wollte sie das Programm, dass der Pianist und Intendant geplant hatte umsetzen; und sie macht das auch bravourös, wenn auch mit negativen Vibes ihres Vorgängers. Nach wie vor verweigert er ein Gespräch mit ihr, meidet jede Begegnung. Zur Freude der Festspielgemeinde spielte Markus Hinterhäuser seine beiden angekündigten Konzerte und erhielt dafür mit Matthias Goerne für das erste und Igor Levit für das zweite, Standing Ovation, Bravorufe und einen Blumenregen auf die Bühne. Karin Bergmann ist erleichtert. Im "Künstlergespräch" erzählt sie über ihren Alltag während der Festspielzeit und die langen Nächte. © SF/Neumayr/Leo

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  • #180
    August 14 · 11 min

    „Unter Tieren“ mit Nicolas Steman, Caroline Peters und Mavie Hörbiger

    Benko und Peter Thiel, das sind die Inspirationsquellen von Elfriede Jelineks neuestem Stück „Unter Tieren“. Regisseur Nicolas Stemann hat Peter Thiel eingeladen und ist sich sicher, dass er in irgendeiner Art und Weise erscheinen wird. Ob gerade dann Zuschauerinnen oder Zuschauer den Saal verlassen werden, um einen Drink zu nehmen und wie lange sie das Geschehen auf der Bühne draußen verfolgen werden, ist ungewiss. Die Inszenierung wird den Charakter einer Aktionsversammlung haben, das Geschehen wird auf Monitore übertragen. Was Nicolas Steman bei der Urlesung im Wiener Burgtheater erprobte, soll nun auch Teil der Inszenierung auf der Perner Insel sein. Ob sich der Raum dafür eignet, wird sich zeigen. Fest steht: Es geht um Kapitalismus und um Korruption. Dafür schlüpfen die Schauspielerinnen und Schauspieler in Tiergestalten. Da machen sich dann Hasen und Schweine über Finanzskandale her, besprechen Wirecarddebakel und Immobiliendesaster. Die KI macht sich dazu ihren Reim und wenn die Menschheit letztlich abgeschafft ist, dann reden die Tiere. Die Uraufführung von Elfriede Jelineks Stück „Unter Tieren“ ist am 16. August 2026 um 19h auf der Halleiner Perner Insel. Und am 18. August führe ich mit Nicolas Stemann und Caroline Peters eine „Künstlergespräch“ der Freunde der Salzburger Festspiele in der Aula der Universität in der Hofstallgasse. © SF/Jan Friese Weiterführende Links: www.salzburgerfestspiele.at/ www.wissensart.at/

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  • #179
    August 11 · 7 min

    Carmen: Der Schrei nach Freiheit

    „Carmen ist bestimmt das dunkelste, das gefährlichste und das grausamste Werk des kommenden Sommers“ prophezeite der mittlerweile beurlaubte Intendant der Salzburger Festspiele Markus Hinterhäuser. Er sollte recht behalten. Gleich zu Beginn zeigt sich, in welch toxischer Machowelt das Stück angesiedelt ist. Karg die Landschaft, dunkel das Bühnenbild, sadistisch manche Soldaten. Gleich zu Beginn verprügeln sie einen Zivilisten, geben Straßenkindern grausamsten Schießunterricht, lehren sie aufeinander zu schießen. Gabriela Carrizo zeichnet für Regie und Choreografie verantwortlich. Sie kommt vom Tanz. In Belgien prägte sie die Tanztheaterkompanie Peeping Tom. Das merkt man dieser Carmen, der Oper von Georges Bizet auch an. Es ist kein Abend der leichtfüßigen E´le´gance; diese Inszenierung zeigt das Schwerblütige, das Überbedeutsame von Carmen, einer Carmen die ein Weltentwurf für eine emanzipierte Frau ist. Asmik Grigorian debütiert in dieser Carmen. Sie gibt die Carmen als erotischen Feuerkopf. Die Naturfrau verteidigt ihre Freiheit mit Attacken von springflutartiger Heftigkeit. Ihr toxisches Gegenüber demütigt sie mit höhnischen Tönen. Bisweilen entstößt sie sich diese im Parlando. Was für eine Stimme! Was für ein Weib. Ihr gegenüber Jonathan Tetelmann. Bei ihm durchdringen einander die Sphären von Gesang, Physis und Aktion. Manchmal wirkt das Piano des Tenors etwas rau und grobkörnig. Lyrisch passt er sich aber Micaela, gesungen von Kristina Mkhitaryan, an. In der Blumenarie wagt er ein Decrescendo auf dem hohen B. und seine heldischen Reserven mobilisiert er Aug in Aug mit seinem Rivalen Escamillo. Ihn gibt Davide Luciano. Teodor Currentzis dirigiert sein Utopia Orchester sowie den Utopia Chor, ebenso den Bachchor Salzburg und den Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor. Wie immer geht er einen eigenwilligen Weg. Der Erfolg gibt ihm recht. Auch mit der Interpretation dieser dunklen Oper. © SF/Thomas Aurin Weiterführende Links: https://www.salzburgerfestspiele.at/ https://wissensart.at/

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  • #178
    August 3 · 10 min

    Jens Harzer, Marina Galic und Jossi Wieler: Peter Handke erspielen

    Er spielte den Tod im "Jedermann" an der Seite von Peter Simonischek und Caliban in Shakespeares "Sturm", er brillierte als verlotterter Raskolnikow in Andrea Breths Dostojewski-Dramatisierung von "Verbrechen und Strafe" und als Kleists Achilles an der Seite von Sandra Hüller. In Peter Handkes vielfach preisgekröntem Familienepos "Immer noch Sturm" verinnerlichte er „mit virtuoser Zerbrechlichkeit“ das Erzähler-Ich. In diesem Festspielsommer ist Jens Harzer wieder zu Gast bei den Salzburger Festspielen: mit dem eindringlichen Monolog De Profundis nach Oscar Wilde – und in der Uraufführung von Peter Handkes Schnee von gestern, Schnee von morgen in der Regie von Jossi Wieler. In diesem Gespräch reißen der Regisseur Jossi Wieler sowie das Schauspielerpaar Jens Harzer und Marina Galic die Erarbeitung an Peter Handkes neuem Stück „Schnee von gestern, Schnee von morgen“ an. Drei Monate lang haben sie den Text des siebzig Seiten starken Büchleins gelernt, nun galt es ihn auf der Bühne umzusetzen. „Das Besondere an der Beschäftigung mit Handke ist, dass er mit seinen Texten vom Theater fordert, Verantwortung zu übernehmen und etwas Eigenes zu finden. Damit lässt sich ein Schatz heben“, sagt Jens Harzer. Er kennt den Dichter seit vielen Jahren und ist ein Kenner seines Werkes geworden. Noch bis 5. August 2026 machen sich Jens Harzer und Marina Galic auf der Bühne des Salzburger Landestheater bravourös daran, als namen- und ruheloser „Kreuz-und-Quer-Gehender“, den Handke’schen Kosmos weiter zu vermessen. Eine Sternstunde der Salzburger Festspiele 2026. Foto Jens Harzer, aufgenommen beim Terrassentalk auf der Presseterrasse in Salzburg © Elisabeth J. Nöstlinger Weiterführende Links: https://www.salzburgerfestspiele.at/ https://wissensart.at/

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  • #177
    July 25 · 10 min

    Faust I. Inszeniert von Ulrich Rasche

    In der Figur von Goethes Faust tritt uns der Archetyp des modernen, nach Wissen, Erfahrung und Erfüllung strebenden Menschen entgegen, den Ulrich Rasche in seiner Neuinszenierung auf der Perner-Insel als Manifestationen widerstreitender Kräfte zeichnen will. Seit dem 16. Jahrhundert gehört die Geschichte des Doktor Faust, der seine Seele dem Teufel verschreibt, zum festen Bestand der europäischen Kultur. In den frühen Fassungen fungiert er als warnendes Beispiel menschlicher Hybris: Wer sich über die göttliche Ordnung erhebt, endet in Verdammnis. Am Ende des 18. Jahrhunderts erfährt der Stoff durch Goethe eine radikale Transformation und wird mitten hinein in die Moderne katapultiert. Goethe, der – so der spanische Philosoph Ortega y Gasset – sein Leben damit verbrachte, „sich selbst zu suchen oder zu meiden“, macht aus dem berühmten Sünder des Volksbuchs Historia von D. Johann Fausten einen rastlos und verzweifelt Suchenden – hin- und hergerissen zwischen extremer Selbstbehauptung und drohendem Selbstverlust. „Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust“ – in dem berühmten Satz formuliert sich Fausts Grundkonflikt: seine innere Zerrissenheit zwischen Erkenntnis und Begehren, zwischen Geist und Sinnlichkeit. Was ihn antreibt, ist jedoch nicht der Wunsch nach Ausgleich, sondern nach Überschreitung. Faust treibt die Bewegung des Überschreitens so weit, bis sie sich gegen ihn selbst richtet. Was als Suche nach Erfahrung beginnt, wird zur Entfremdung vom eigenen Leben. Ulrich Rasche verdichtet das Geschehen zu einem zeitgenössischen Kammerspiel. Die Welt zieht sich in einen inneren Raum zurück, in dem die Figuren als Manifestationen widerstreitender Kräfte erscheinen. Mephisto (Valery Tscheplanowa) tritt dabei weniger als äußere Macht hervor, denn als Schatten des Faust (Steven Scharf und Johannes Nussbaum) selbst – als Ausdruck seiner eigenen zerstörerischen Energien. „Mephisto ist der Gegenspieler, die Schattenseite des Faust, die Seite, die ihn immer verfolgt, die immer anwesend ist“, erläutert Ulrich Rasche. „Das ist die Verführung, die Triebstruktur, der Rausch, das Erleben von Welt, das Umarmen im Gegensatz zu dem, was Faust bisher getrieben hat, nämlich die Suche nach Erkenntnis, der Rückzug in die Wissenschaft, in das Studierzimmer.“ Foto: Faust I 2026: Ulrich Rasche (Regie / Bühne), Valery Tscheplanowa (Mephistopheles), Steven Scharf (Faust © SF/Jan Friese Von 25.7.2026 bis 6.8.2026 ausgenommen am 27. Juli Weiterführende Links: https://www.salzburgerfestspiele.at/ https://wissensart.at/

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  • #175
    July 13 · 21 min

    Mit Gefühl und Empathie: Tania Singer im Gespräch

    Es könnte einem das Herz brechen, wenn man erfährt, dass Empathie und Mitgefühl eine Angelegenheit des Gehirns und nicht der Seele sind. Genauso ist es mit der negativen Seite der Gefühle, dem Hass. Tania Singer die Neurowissenschaftlerin und Psychologin leitet innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin die Forschungsgruppe soziale Neurowissenschaften. Dort beschäftigt sie sich seit vielen Jahren mit Emotionen, Empathie und Mitgefühl und schaut sich an, wie aus Hass Fürsorge werden kann. Leidenschaftlich baut sie Brücken zwischen jenen Bereichen, die normalerweise nicht miteinander interagieren. Besonderes Augenmerk legt Professorin Dr.in Tania Singer dabei auf die hormonellen, neuronalen und entwicklungsbedingten Grundlagen menschlichen Sozialverhaltens. Dazu gehören auch negative Emotionen wie Hass und Wut. Durch eine der bislang größten Studien über soziales Verhalten hat sie festgestellt, dass Empathie, Mitgefühl und Fairness durch mentales Training formbar sind. Auch der Umgang mit Hass und Wut. Dafür hat Tania Singer das Dyaden Gespräch entwickelt. Dabei sitzen zwei einander fremde Menschen gegenüber und hören einander achtsam zu. Dabei wird auch das Körpergefühl in der jeweiligen Gefühlswelt angesprochen. Nach fünf Minuten erklingt ein Gong und die Rollen werden getauscht. Nun hört der andere Partner achtsam und empathisch zu, ohne zu unterbrechen. Man könnte das als Meditation zu zweit betrachten, meint Tania Singer. Wie effektiv diese Übung ist, um das empathische Zuhören, aber auch das Wahrnehmen und Ausdrücken der eigenen Gefühle und den Umgang mit schwierigen Emotionen wie Stress zu verbessern, zeigt sich im Gehirn. Es zeigt sich auch, wo Empathie und Mitgefühl verortet sind. Um den Unterschied zwischen Empathie und Mitgefühl herauszufinden, hat Tania Singer, einen buddhistischen Mönch in den Scanner gelegt. Schon vorher hat sie die große „Mind and Life“ Konferenz mit dem Dalai Lama mitorganisiert und die daraus erzielten Erfahrungen in ihre Studie miteinfließen lassen. Mehr über den Unterschied zwischen Empathie und Mitgefühl sowie über das Dyadenprogramm und die Anwendung in der Medizin aber auch bei Friedensprozessen, erzählt Tania Singer bei den diesjährigen Disputationes im Rahmen der Ouvertüre Spirituelle zum Auftakt der Salzburger Festspiele am 22. Juli 2026, von 15.00 bis 18.00, in der Festspielkulisse in der Hofstallgasse in Salzburg. Anmeldungen sind erbeten unter schmidthahn@disputationes.at Das Gespräch über das Dyadenprogramm habe ich mit Tania Singer bei den diesjährigen Goldegger Dialogen geführt und sie auch gefragt, ob sie selbst noch das Dyadentraining macht. Hören Sie rein, denn Tania Singer macht das Training auch selbst. ©Max-Planck-Gesellschaft Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify. Weiterführende Links: https://wissensart.at/ https://www.social.mpg.de/tania-singer www.taniasinger.de Auskunft: schmidthahn@disputationes.at wissensart@wissensart.at/

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  • #172
    June 17 · 26 min

    „Die ganze Welt ist Bühne“ Fotograf:Innen zeigen sie

    „Die ganze Welt ist Bühne“: Fotograf:innen bilden sie ab. Beziehungen halten die Welt am Laufen. Die beiden Preisträger des Wolf Suschitzky-Preises lichten sie ab. Der taiwanesische Künstler Jeremy Chih-Hao Chuang, der in Taipeh und London lebt, lädt in seine Serie „Ephemeral Intimacy“ die Betrachter ein, die Welt des modernen Datings als Bühne zu betrachten. Dort, wo sich persönliche und universelle Dramen entfalten, setzt er auch sich selbst in Szene, dokumentiert die flüchtigen und intimen Momente von Männern, die er über Online-Dating-Apps in London kennengelernt hat. Als Südostasiat, der mit den Zwängen einer konservativen Erziehung zu kämpfen hatte, wandte sich Chuang Dating-Apps zu, um seine eigene Identität jenseits traditioneller heteronormativer Erwartungen zu erkunden. Indem er Männer fotografierte, die er über diese Plattformen kennenlernte, dokumentierte er ihre persönlichen Räume und intimen Momente und enthüllte sowohl ihre Verletzlichkeit als auch die Komplexität des zeitgenössischen Begehrens. Während Suschitzkys Linse die Schönheit im Alltäglichen und im Tiefgründigen enthüllte, zielen Chuangs Fotografien darauf ab, die nuancierten Darstellungen von Individuen in ihrem privaten und öffentlichen Leben zu beleuchten. Jedes Bild dient als Momentaufnahme der menschlichen Erfahrung und fängt die Essenz unserer Rollen auf der sich ständig verändernden Bühne moderner Beziehungen in London ein. Andrej Polukord lebt in Vilnius und in Wien. Er tritt mit der Natur in Beziehung. Malerei, Installation, Performance, Fotografie und Videokunst sind sein Metier. Mit Humor, sinnlichen Aktionen und erzählerischen Mitteln thematisiert er den Alltag, die Ökologie und das Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Der Künstler schafft instabile Umgebungen und absurde Situationen, die unvorhersehbaren Folgen, Doppeldeutigkeiten und Mehrdeutigkeiten erzeugen. Ganz anders Anna Jocham. Sie hat einen künstlerischen Zugang zur Fotografie, dekonstruiert ihre Fotos mit einem Scanner und anderen technischen Mitteln. Im „Kunst im Gespräch“ erzählt sie darüber. Wolf Suschitzky, von Freund/innen und Kolleg/innen meist „Su“ genannt, wird 1912 in Wien geboren. Er studiert an der Höheren Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt Fotografie. 1934 verlässt er Österreich unter dem Eindruck des Austrofaschismus und beginnt, mit seiner älteren Schwester Edith, die nach England geheiratet hat, in deren Porträtstudio zu arbeiten. Während in Wien Buchhandlung und Verlag der Eltern „arisiert“ werden, fotografiert Suschitzky in London die Straße der Buchläden: Heute gilt seine „Charing Cross Road Series“ als Meilenstein der britischen Reportagefotografie – 1938 ebnet sie ihm den Weg, um das Genre zu wechseln und beim Film anzufangen. Die Arbeiten der Preisträger und jene der Nominierten sind in der Galerie Fotohof in Salzburg bis 30. Juli 2026 zu sehen. Foto: © Helena Kalleitner In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden. Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify. Weiterführende Links: https://fotohof.at/ www.austriakulturinternational.at/ https://www.bmeia.gv.at/ https://wissensart.at/ Auskunft: wissensart@wissensart.at/

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  • #171
    May 29 · 28 min

    Honey & Bunny: Saubermann und Putzfrau

    Der Ausgangspunkt war Ebensee. Im Rahmen eines Kulturfestivals putzten sich das Duo Honey & Bunny durch den Ort am Traunsee. Herausgekommen ist dabei ein Buch über die „Kulturtechnik des Putzens“. Der Bildband liegt seit geraumer Zeit in deutscher Sprache vor. Die englische Ausgabe wird Ende Juni 2026 im Kulturforum London präsentiert. Das Buch erzählt mehr als die Geschichte über die Drecksarbeit in fremden Haushalten; es veranschaulicht Sauberkeit als einen essenziellen Bestandteil von Zivilisation. Gesellschaftspolitischen Themen wie Schmutz und Sauberkeit, Familie, Feminismus und Patriarchat, Migration, Konsum und Kapitalismus, Umweltschutz und Nachhaltigkeit werden abgebildet und teilweise wissenschaftlich hinterfragt. Ebenso zeigt das Duo auf, wie Hygiene zur Triebfeder für die Entwicklung neuer Wohnideen und natürlich für die Putzmittelindustrie wurde. „Licht, Luft und Sonne“ lautete das Diktat der Stunde. Realisiert wurde es im Rahmen gewaltiger Bau- und Designanstrengungen. Oberflächen und Gebrauchsgegenstände, die einfach zu reinigen waren wurden produziert, fließendes Wasser, Abwassersysteme und Abfallbeseitigung wurden bis ins Detail geplant und umgesetzt. Bis heute ist diese gestalterische Meisterleistung der Moderne Maßstab für zeitgenössische Architektur. Für das Architektenduo Martin Hablesreiter und Sonja Stummerer war Japan ein Sehnsuchtsland, um ihre Karriere zu starten. Auch davon erzählt Martin Hablesreiter im „Kunst im Gespräch“. Putzen:Eine Kulturtechnik: Martin Hablesreiter und Sonja Stummerer, Bohlau-Verlag Cleaning: a cultural technique: Sona Stummerer, Martin Hablesreiter, Böhlau. Deutscher Kunstverlag Foto: © honey & bunny und Daisuke Akita In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden. Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify. Weiterführende Links: www.austriakulturinternational.at/ https://www.bmeia.gv.at/ https://wissensart.at / https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/verlage/boehlau/srsltid=AfmBOoqCL2_6verm1lVdSaT63nK5Ntwob7zA-vXpVgWsYZMew9e3zbJO Auskunft: wissensart@wissensart.at

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  • #170
    May 15 · 25 min

    Sandeep Kumar: „Der Woody Allen von Wien“

    Farbenfroh ist die Unterhaltung, dramatisch die Handlung. Darüber streut der Autor, Filmemacher, Schauspieler, Regisseur und Maler Sandeep Kumar einen Hauch Humor. 2010 begründete er mit seinem ersten Spielfilm „Kesariya Balamdas“ das Genre „Austro-Bollywood“. Seither hat er acht Filme gedreht. Sie spiegeln gesellschaftliche Aspekte wider; sei es die der Frauen in Indien oder jene der Zeitungskolporteure in Wien. Dafür hat Sandeep Kumar zahlreiche Preise erhalten. In seinem letzten Film „Happy“ mit Lilian Klebow, Roland Düringer und Sahidur Rhamanan thematisiert er eine besondere Beziehung zwischen Vater und Tochter. Obwohl die drohende Abschiebung des Vaters in naher Zukunft ansteht, versucht er, seiner Tochter ein normales Leben vorzutäuschen. Dieser Film wurde kürzlich beim österreichischen Filmpreis 2026 in den Kategorien bester Hauptdarsteller und beste Musik nominiert. Die Preisverleihung der höchsten Auszeichnung, die in Österreich für einen Film vergeben wird, ist im Juni 2026. In der Zwischenzeit stellt der „Vertreter des österreichischen Films in Indien“ seinen aktuellen Film fertig, der in New York gedreht wurde. Vielleicht schaut er bald wieder im österreichischen Kulturinstitut in New York vorbei. In jenem in New Delhi ist der Österreicher mit indischen Wurzeln bestens bekannt. ©Sandeep Kumar In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden. Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify. Weiterführende Links: www.austriakulturinternational.at https://www.bmeia.gv.at https://wissensart.at Auskunft: wissensart@wissensart.at https://sandeepkumarfilms.at/

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  • #167
    April 13 · 28 min

    Marie Gamillschegg: Die preisgekrönte Autorin

    Die Reise ins Austrian Cultural Forum New York beginnt bäuchlings auf dem Bett liegend und einer Spritze in den Popo. Was dann geschieht, ist eine Reise in ein unbekanntes Land mit vielen Eindrücken und Erlebnissen. Irgendwann werden sie zu Papier gebracht, fließen die Gedanken in einen neuen Roman ein. Früh hat Marie In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Gamillschegg zu schreiben begonnen, war bereits in der Volksschule Mitglied der Jugend-Literaturwerkstatt-Graz, studierte nach der Matura Transkulturelle Kommunikation mit den Sprachen Französisch und Russisch an der Karl-Franzens-Universität Graz und ging anschließend nach Berlin, um an der Freien Universität ein Masterstudium für Osteuropastudien zu absolvieren. Gleichzeitig arbeitete sie als Journalistin beim Standard, bei der Süddeutschen Zeitung und der Zeit. Genauer gesagt für die Jugendausgabe Zeit Campus. Schnell stellte sich der Erfolg ihres literarischen Schreibens ein. Sie nahm 2016 am 20. Klagenfurter Literaturkurs im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Preises teil und veröffentlichte ihre Literarische Arbeiten in den Zeitschriften manuskripte, Lichtungen und Edit. Mehrere Arbeiten wurden mit renommierten Buchpreisen ausgezeichnet. So zum Beispiel ihr Debütroman „Alles was glänzt“ mit dem Depütpreis des Österreichischen Buchpreises 2018 und für den aspekte-Literaturpreis nominiert. „Alles was glänzt“ sollte als Theaterproduktion aufgeführt werden und ihr Roman „Aufruhr der Meerestiere“ schaffte es 2022 auf den zweiten Platz der ORF-Bestenliste und wurde im August für den Deutschen Buchpreis nominiert. Inspiriert wurde Marie Gamillschegg für ihre Bücher auf ihren Reisen und Lesungen in den österreichischen Kulturforen. Nun wendet sie sich Mythen zu. Darum geht es in ihrem neuen Buch. Ein bisschen was verrät sie davon im „Kunst im Gespräch“. ©Marie Gamillschegg In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden. Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify. https://www.bmeia.gv.at https://wissensart.at http://www.luchterhand.de/

  • #166
    April 7 · 9 min

    Karin Bergmann: Die begehrte Theaterfachfrau

    Karin Bergmann leitet seit 2022 das Schauspiel bei den Salzkammergut Festwochen. Gut vernetzt in der Theaterwelt bringt sie Jahr für Jahr große Schauspieler und Schauspielerinnen an den Traunsee, macht ein Programm, das den Vergleich mit anderen Festspielen nicht zu scheuen braucht. Über 20 Jahre hat sie am Burgtheater in verschiedenen Funktionen gearbeitet, zuletzt als Direktorin. 5 Jahre lang hat sie das in Schieflage gekommene Haus wieder aufgerichtet. Das wusste auch Markus Hinterhäuser, der langjährige Intendant der Salzburger Festspiele. Für das Sommerprogramm 2026 tauschte er sich mit seiner „lieben Freundin“ Karin aus, wollte sie für die Salzburger Festspiele als Leiterin des Schauspiels gewinnen. Die Geschichte nahm kein gutes Ende, wir wissen es. Markus Hinterhäuser scheiterte, räumte bereits sein Büro. Sein Programm steht. Wie wird es umgesetzt? Wer spricht mit den Künstlerinnen und Künstlern, wer entscheidend anstehende Problemstellungen? Karin Bergmann hat während der Tumulte um die Salzburger Festspiele nie ein Wort über die Ereignisse verloren. Jedenfalls nicht öffentlich. Aber vielleicht wird sie jetzt gefragt, im Sommer das Theaterprogramm zu übernehmen, um erneut ein Haus aus der Bredouille zu ziehen. Dass sie es kann, hat sie bereits andernorts bewiesen. Vielleicht würde ihr Markus Hinterhäuser aus der Ferne sogar wohlwollend zusehen, wir wissen es nicht. Was wir wissen, ist, was Karin Bergmann im Sommer bei den Salzkammergut Festwochen vorhat. So viel vorweg: Schauspielerinnen und Schauspieler, die bei den Salzburger Festspielen auftreten, sind auch am Traunsee zu sehen. Der ehemalige Intendant Sven-Eric Bechtolf wird Rudolf Herrenstein in Elisabeth II. Keine Komödie in Thomas Bernhards gleichnamigen Stück geben. Man darf sich auf das Thomas Bernhard.Fest, das Bachmann.Fest und auf die Stars der Zukunft freuen. © SF/Marco Riebler / Markus Hinterhäuser © Rudi Gigler/ Karin Bergmann Weiterführende Links: https://salzburgerfestspiele.at https://www.festwochen-gmunden.at https://wissensart.at/ Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify.

  • #165
    April 2 · 8 min

    Georg Baselitz Jetzt

    „Licht aus, aus, aus“ heißt ein Werk von Georg Baselitz gleich neben dem Eingang des zweiten Stockwerkes im Museum der Moderne am Mönchsberg in Salzburg. Dort ist dem Gegenwartskünstler anlässlich seines 88. Geburtstages eine Ausstellung gewidmet. Gezeigt werden Werke aus den Jahren 2015 bis heute. Mit Öl und Gold hat der Wahlsalzburger 2019 das Werk mit dem Titel „Licht aus, aus, aus“ geschaffen. Seine beiden Figuren sind auf den Kopf gestellt. Das macht Georg Baselitz seit den 1960er Jahren. Damals stellte er mit mehreren „Manifesten“ die Kunstwelt der Nachkriegszeit auf den Kopf. Es sind beeindruckende Doppelporträts oder Pendant-Bilder, die in zwei Sälen im Museum der Moderne gezeigt werden. Sie reflektieren Themen wie Alter, Schwäche und Vergänglichkeit – und nicht zuletzt die eigene Biografie des Künstlers und die seiner Frau Elke. Mit ihr ist er seit 1965 verheiratet. Sie ist meist an seiner Seite, dokumentiert den Fortgang seiner Arbeit mit der Pocketkamera und fungiert als erste Kritikerin ihres Mannes. „Ich kann nicht Sex“ heißt ein Riesenformat, das gleich links neben der Eingangstüre der Ausstellung im Museum der Moderne am Mönchsberg hängt. Es zeigt einen Adler mit dem Kopf nach unten. Mit dem Direktor des Museums der Moderne Harald Krejci kuratierte Tina Teufel die Ausstellung. Sie meint zu diesem Gemälde, dass es jede Assoziation mit dem Wappentier verweigere und verweist auf das filigran-durchsichtige Gefieder. Am Ende der Ausstellung zeigt ein Bild zwei Figuren, Skelette. Sie halten einander an der Hand. „Displaced Persons“ heißt das Doppelporträt in denen Baselitz seine Frau Elke und sich darstellt. Es ist 2020 in fast „röntgenartiger Qualität“ entstanden ist, wie Harald Krejci bemerkt. Schade, dass der große Künstler beim Presserundgang an einem Virus erkrankt war und zu diesem Werk nicht befragt werden konnte. 2025 wohnte er im Rollstuhl der Premiere der Strawinsky Oper „Die Geschichte vom Soldaten“ bei. Er hatte dafür die Marionetten entworfen. Auf wissensART ist dazu ein Podcast zu hören. Der Titel: „Georg Baselitz: Große Kunst an feinen Fäden“. ©Martin Müller Weiterführende Links: https://salzburgerfestspiele.at https://ropac.net https://wissensart.at www.museumdermoderne.at Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify.

  • #164
    March 30 · 13 min

    Fastentücher von Arnulf Rainer, Erwin Wurm und Peter Baldinger

    Überlegungen zu künstlerischen Fastentüchern von Erwin Wurm, Peter Baldinger und den Kreuzen von Arnulf Rainer im Wiener Stephansdom. 77 Kreuze des Künstlers Arnulf Rainer sind während der Fastenzeit im Wiener Stephansdom zu sehen. Es sind sieben Kreuze auf Holz sowie 70 Kreuz-Kaltnadelradierungen, die der Künstler von 1956 bis 2014 geschaffen hat. Die Werke im Stephansdom stammen aus der Sammlung Werner Trenker. Arnulf Rainer hatte kurz vor seinem Tod die Hängung seiner Kreuze im Wiener Stephansdom verboten. Sie hätten keinen religiösen Zusammenhang meinte der international bekannte Künstler. „Gerade in Zeiten großer gesellschaftlicher und politischer Herausforderungen soll das Kreuz als Symbol an die Kernbotschaften des Christentums – Liebe, Mitgefühl, Vergebung und den unerschütterlichen Glauben an das Gute – erinnern, hieß es in einer Presseaussendung. Das Kreuz sei dabei auch als Symbol der bleibenden Werte des Christentums zu verstehen, das seit Jahrhunderten Orientierung, Trost und Hoffnung spendet. In der 77, so heißt es weiter, spiegle sich die Zahl ‚Sieben‘ als Symbol für Vollendung, Glaube und geistige Ordnung wider, die sich als zentrales Motiv leitend durch die Präsentation im Stephansdom ziehen soll.“ Arnulf Rainer, der als Vorläufer und Wegbegleiter des Wiener Aktionismus zählte, starb im Dezember 2025. Es konnte mit ihm kein Interview über die Hängung seiner Kreuze geführt werden. Seine Werke werden weiter gezeigt, hängen in Sammlungen. Auskunft dazu gerne via E-Mail wissensart@wissensart.at Im Podcast erinnere ich auch an das Fastentuch von Peter Baldinger und an jenes von Erwin Wurm. Erinnern sie sich an die Steine, die im Jahr 2019 im Wiener Stephansdom von der Decke fielen, das Mittelschiff der Kirche ausfüllten? Es war das Ergebnis der zweiten Einladung, die der Künstler Peter Baldinger von Dompfarrer Toni Faber und Dombaumeister Wolfgang Zehetner erhielt, das Fastentuch zu gestalten. Darüber hinaus sollte er die Liturgie vom Aschermittwoch bis zu Pfingsten künstlerisch begleiten. 1.332 Papierobjekte schwebten während dieser Zeit in sieben Meter Höhe über den Köpfen der Besucher. Violett während der Fastenzeit, rot zu Ostern und weiß zu Pfingsten. In diesen drei Lichtstimmungen verwies die Installation „Sky of Stones“ auf die vielen Steinsymbole in der Heiligen Schrift und auf den Steinigungstod des Märtyrers Stephanus. Zeitgenössische Kunst paarte sich mit dem gotischen Bauwerk, ergänzte den Blick aus heutiger Sicht auf den sakralen Ort. Über die Herausforderung das gotische Langhaus des Doms zu gestalten, erzählt Peter Baldinger in diesem Podcast. Kunst und Glaube, diese Beziehung steht während der Fastenzeit in vielen österreichischen Kirchen im Mittelpunkt. Oder sagen wir: zur Diskussion. Regt an oder regt auf, wie seinerzeit die überdimensionierte Wärmeflasche von Erwin Wurm. An liebende und wärmende Zuwendung soll dieses 4 m große, orange Kunstwerk auf der Südseite des Doms erinnern. Drinnen verhüllte ein 80 m² großer violetter Strickpulli den Hochaltar. Erwin Wurm sah in diesem Werk eine Verbindung mit der Schutzmantelmadonna und meinte, dass uns auch ein Pullover umhülle und wärmt. Im Podcast spricht er vom Zweifel des Künstlers. Musikalisch wird der Podcast von Angaangag begleitet, dem Eskimo, der auf seine Art und Weise gegen die Klimaerwärmung kämpft, die von der Eisschmelze begleitet wird. Er hat Anhänger und Gegner. Aber er kämpft für seine Überzeugung, der eine Spiritualität zugrunde liegt. Das erinnert an den Mann von Nazareth und an den Mythos von Ostern.: Arnulf Rainer, Kreuz, Kaltnadelradierung, 30 x 40 cm, re.un. sign. Nr. 4/35 Weiterführende Links: https://wissensart.at

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