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Weiterdenken · July 29 · 1 hr 4 min

Trivialisierte Psychokonzepte und die Folgen

Warum wir mehr innere Erwachsene brauchen Prominenz und Kompetenz gehen keineswegs immer Hand in Hand. Das zeigt sich nirgends deutlicher als in der Psychoindustrie - dem Geschäft mit trivialisierten Psychokonzepten wie dem “inneren Kind”, das angeblich ein Zuhause braucht. Und langsam regt sich auch in den sozialen Medien Kritik an solchen Vereinfachungen. Das Geschäft mit der Psyche bewegt mich seit längeren auch aus der Coaching-Perspektive. Doch auch der therapeutische Raum ist keineswegs frei von Auswüchsen: Auch hier geht es immer öfter vor allem auch um Geld. Das sich mit einfachen Konzepten und linearen Versprechungen wie “mach das, dann passiert jenes” leichter verdienen lässt. Über das Geschäft mit der Psyche habe ich mit Dr. Diana Pflichthofer gesprochen. Ihre Bücher überzeugen, etwa weil sie nachweist, was andere nur behaupten: dass zitierte Studien teils gar nicht existieren – oder in Wahrheit eine Nullaussage treffen. Das “innere Kind” steht stellvertretend für ein größeres Muster. Ich selbst habe mir an anderer Stelle die in Unternehmen beliebte “psychologische Sicherheit” vorgenommen – dieselbe Mechanik, nur im Organisationskontext. Pflichthofer nennt das Kind beim Namen: Psychoindustrie, so der Titel ihres Buchs. Sie grenzt sie von berechtigtem Psychotainment ab. Die Industrie entsteht ihrer Meinung nach dort, wo eine Grenze überschritten wird und das Geldverdienen wichtiger ist als der Mensch. Gedeckt wird sie auch von Medien, die an der Prominenz von Psycholog:innen und Coachs kräftig mitverdienen – und deshalb wenig Interesse an Aufklärung haben. Aufklärung kann dabei niemals schwarzweiß sein, niemals eindeutig. Genau das macht sie zu einem Fall für Differenzierung und systemische Einordnung – eben Weiterdenken. Inhalte Was ist Psychoindustrie? Wo liegt der Unterschied zu Psychotainment Wissenschaftliche Psychotherapie und populäre Angebote Die Rolle der Medien bei der Verbreitung von Psychokonzepten Das Konzept des inneren Kindes: Was wirklich darin steckt Warum wir den inneren Erwachsenen brauchen Weiterlesen Vertiefende Beiträge auf der Website von Diana Pflichthofer Diana Pflichthofer (2024): Die Psychoindustrie. Wie das Geschäft mit unserer Psyche funktioniert und was es so gefährlich macht. Goldegg Diana Pflichthofer (2026): Ewig Kind. Wenn der innere Erwachsene noch immer sein Zuhause sucht. Chancen innerer Entwicklung. Goldegg Svenja Hofert (2025): Die Coachingfalle. Wie der Coaching-Boom Psyche und Wirtschaft gefährdet. Haufe

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Warum wir mehr innere Erwachsene brauchen

Prominenz und Kompetenz gehen keineswegs immer Hand in Hand. Das zeigt sich nirgends deutlicher als in der Psychoindustrie - dem Geschäft mit trivialisierten Psychokonzepten wie dem “inneren Kind”, das angeblich ein Zuhause braucht. Und langsam regt sich auch in den sozialen Medien Kritik an solchen Vereinfachungen.

Das Geschäft mit der Psyche bewegt mich seit längeren auch aus der Coaching-Perspektive. Doch auch der therapeutische Raum ist keineswegs frei von Auswüchsen: Auch hier geht es immer öfter vor allem auch um Geld. Das sich mit einfachen Konzepten und linearen Versprechungen wie “mach das, dann passiert jenes” leichter verdienen lässt.

Über das Geschäft mit der Psyche habe ich mit Dr. Diana Pflichthofer gesprochen. Ihre Bücher überzeugen, etwa weil sie nachweist, was andere nur behaupten: dass zitierte Studien teils gar nicht existieren – oder in Wahrheit eine Nullaussage treffen.

Das “innere Kind” steht stellvertretend für ein größeres Muster. Ich selbst habe mir an anderer Stelle die in Unternehmen beliebte “psychologische Sicherheit” vorgenommen – dieselbe Mechanik, nur im Organisationskontext. Pflichthofer nennt das Kind beim Namen: Psychoindustrie, so der Titel ihres Buchs. Sie grenzt sie von berechtigtem Psychotainment ab. Die Industrie entsteht ihrer Meinung nach dort, wo eine Grenze überschritten wird und das Geldverdienen wichtiger ist als der Mensch.

Gedeckt wird sie auch von Medien, die an der Prominenz von Psycholog:innen und Coachs kräftig mitverdienen – und deshalb wenig Interesse an Aufklärung haben.

Aufklärung kann dabei niemals schwarzweiß sein, niemals eindeutig. Genau das macht sie zu einem Fall für Differenzierung und systemische Einordnung – eben Weiterdenken.

Inhalte

Was ist Psychoindustrie? Wo liegt der Unterschied zu Psychotainment Wissenschaftliche Psychotherapie und populäre Angebote Die Rolle der Medien bei der Verbreitung von Psychokonzepten Das Konzept des inneren Kindes: Was wirklich darin steckt Warum wir den inneren Erwachsenen brauchen Weiterlesen

Vertiefende Beiträge auf der Website von Diana Pflichthofer Diana Pflichthofer (2024): Die Psychoindustrie. Wie das Geschäft mit unserer Psyche funktioniert und was es so gefährlich macht. Goldegg Diana Pflichthofer (2026): Ewig Kind. Wenn der innere Erwachsene noch immer sein Zuhause sucht. Chancen innerer Entwicklung. Goldegg Svenja Hofert (2025): Die Coachingfalle. Wie der Coaching-Boom Psyche und Wirtschaft gefährdet. Haufe