
Das Mario-Debakel – Wie ein Film-Flop Nintendo für 30 Jahre traumatisierte
Stell dir vor: Ein Filmset, auf dem sich Hauptdarsteller betrinken, einer dem anderen die Hand in der Schiebetür einklemmt, ein Schauspieler die Regisseure drei Stunden lang anschreit und neun Drehbuchautoren gegeneinander arbeiten – ohne dass am Ende jemand weiß, welche Skript-Version überhaupt gilt. Klingt nach Hollywood-Wahnsinn? Ist es auch. Und es ist die wahre Entstehungsgeschichte eines der berühmtesten Videospiel-Filme aller Zeiten. In dieser Folge von Warp Zone tauchen wir ein in das absolute Chaos hinter den Kulissen des Super Mario Bros.-Realfilms von 1993. Wir erzählen, wie ein Produzent mit Tee-Zeremonien und einem Versprechen die Filmrechte für nur 2 Millionen Dollar ergatterte, während andere Studios 10 Millionen boten – und wie Nintendo daraufhin fast vollständig die kreative Kontrolle abgab. Das Ergebnis: Ein düsterer Cyberpunk-Film mit Dinosaurier-Diktatoren, einer Parallelwelt namens "Dinohattan" und kaum einer Verbindung zum fröhlichen Pilzkönigreich aus dem Spiel. Bob Hoskins und John Leguizamo tranken am Set aus Frust Alkohol, Dennis Hopper schrie die Regisseure zusammen, und das Budget explodierte auf über 48 Millionen Dollar – bei einem weltweiten Einspielergebnis von nur 39 Millionen. Doch die eigentliche Geschichte beginnt erst nach dem Flop. Denn dieser eine Film führte dazu, dass Nintendo fast 30 Jahre lang keine einzige große Verfilmung seiner Figuren mehr zuließ. Shigeru Miyamoto, der Schöpfer von Mario und Zelda, war so traumatisiert von dem Kontrollverlust, dass er lieber gar nichts machte, als noch einmal das Vertrauen der Fans zu riskieren. Erst als Miyamoto 2016 den Illumination-Gründer Chris Meledandri traf und eine enge kreative Partnerschaft entstand, wagte Nintendo einen neuen Anlauf. Der animierte Super Mario Bros. Film von 2023 spielte daraufhin über 900 Millionen Dollar ein – und wurde zum größten Videospiel-Film aller Zeiten. Diese Folge ist die Geschichte eines der größten Film-Flops der 90er, einer 30-jährigen kreativen Blockade und eines triumphalen Comebacks. Eine Lektion darüber, warum Marken nur dann in neuen Medien funktionieren, wenn ihre Schöpfer eng eingebunden bleiben – und wie aus einem Desaster am Ende der größte Erfolg werden kann. Hör rein – es lohnt sich, denn die Geschichte ist wirklich verrückt.
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