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Völkerrechtspodcast

Völkerrechtsblog

Völkerrecht to go, von den Redaktionsmitgliedern des Völkerrechtsblogs:
Ob Waffenexporte, Menschenrechte oder der Schutz der Demokratie – wir kommen mit denen ins Gespräch, die über Völkerrecht nachdenken. Mit spannenden Gästen aus dem Völkerrecht reden wir über das, was sie und ihr Feld gerade bewegt, immer anhand von aktuellen weltpolitischen Fragen. Gleichzeitig betten wir diese Entwicklungen in die völkerrechtlichen Basics ein, indem wir in einem Grundlagenteil wichtige Urteile, Kontroversen und Prinzipien kurz und schmerzlos aufbereiten – für Einsteiger*innen und Fortgeschrittene.

  • 20 episodes
  • Updated July 3

Episodes20

  • July 3 · 1 hr 1 min

    #58 Don’t Speak? Speech Crimes im Internationalen Strafrecht

    Speech Crimes sollen Situationen erfassen, in denen Menschen zu schweren Menschenrechtsverletzungen aufrufen, diese Verletzungen aber noch nicht erfolgt sind oder versucht wurden. Sie stellen damit ein wichtiges Mittel zur Prävention von schweren Straftaten dar. Ihre Entwicklung von den Nürnberger Prozessen, über die Tribunale für das frühere Jugoslawien und für Ruanda, bis hin zum Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag spiegelt diesen Präventionscharakter aber nicht immer wider. Neben einem Überblick über die verschiedenen Speech Crimes im Internationalen Strafrecht, wollen wir uns im Podcast auch anschauen, wie effektivere Prävention aussehen kann und vor welche Herausforderungen Social Media als Massenmedium die Speech Crimes stellt. Unterhalten haben wir uns dafür mit Wibke Timmermann, deren Forschungsschwerpunkte im Internationalen Strafrecht auf den Speech Crimes liegen. Sie war am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda tätig. Sie ist Co-Herausgeberin des im Juli 2026 erscheinenden Buches „A Philosophical Approach to War Crimes Trials“, das die Perspektive auf das Internationale Strafrecht um eine philosophische Dimension erweitert. Eine automatische Transkription der Folge findest du hier auf dem Völkerrechtsblog. Für die Richtigkeit der automatischen Transkription übernehmen wir keine Gewähr. Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen! Lob, Anmerkungen und Kritik sind herzlich willkommen an ⁠podcast@voelkerrechtsblog.org⁠. Abonniert unseren Podcast ⁠via RSS⁠, über ⁠Spotify⁠ oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns über 5 Sterne! Hintergrundinformationen: Rachel Horan und Jolana Makraiová, Understanding Hate Speech Within the Context of International Criminal Law – Final Report, International Nuremberg Principles Academy (2024). Wibke Kristin Timmermann, Incitement in international criminal law, International Review of the Red Cross, Volume 88, Number 864 (2006). Richard Ashby Wilson und Matthew Gillett, The Hartford Guidelines on Speech Crimes in International Criminal Law, Faculty Articles and Papers 633 (2020). Richard Ashby Wilson, Incitement on Trial: Prosecuting International Speech Crimes, Cambridge University Press (2017). Situation in Afghanistan: ICC Pre-Trial Chamber II issues arrest warrants for Haibatullah Akhundzada and Abdul Hakim Haqqani – Press Release (2025) Verwandte Folgen: Folge 25: Putin vor Gericht: Mit welchen völkerstrafrechtlichen Mitteln? Folge 36: Gender-Based Crimes: Wo steht das Völkerstrafrecht heute? Folge 51: Transitional Justice auf dem Prüfstand Moderation: Manuel Klein & Daniela Rau Grundlagen: Rouven Diekjobst Interview: Dr. Wibke Timmermann, LL.M. (Genf) & Manuel Klein Schnitt: Daniela Rau Credits: Nuremberg Trial Day 218 (1946) Hans Fritzsche Judgment (Lawrence), RobertHJacksonCenter, youtube.com, abgerufen am 26.06.2026, Minute 00:00 – 00:40.

  • June 5 · 56 min

    #57 Fair Play? Sport und Menschenrechte im Konflikt

    „Sport has the power to change the world.“ Von dem Optimismus dieser Worte des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela (1918–2013) scheint inzwischen nur noch wenig übrig zu sein. Bereits bei den Fußballweltmeisterschaften der Männer 2018 in Russland und 2022 in Katar stellte sich die Frage, wie geeignet die jeweiligen Gastgeberländer angesichts der Unterdrückung queerer Menschen sowie der teils katastrophalen Arbeitsbedingungen auf den Stadionbaustellen überhaupt sind. Dies geschieht, obwohl die FIFA sich laut ihren Statuten „zur Einhaltung aller international anerkannten Menschenrechte“ bekennt und „sich für den Schutz dieser Rechte“ einsetzen will (Art. 3 FIFA-Statuten 2024, eigene Übersetzung). Mit Blick auf die anstehende Fußballweltmeisterschaft der Männer, deren Austragung mit den Vereinigten Staaten zumindest eine umstrittene Gastgebernation umfasst, stellen wir uns im Podcast die Frage: In welchem Verhältnis stehen Sport und Menschenrechte zueinander? Dafür haben wir uns mit Björn Schiffbauer unterhalten, der in seiner wissenschaftlichen Karriere die Themenschwerpunkte dieser Folge vereint hat – Völkerrecht, Menschenrechte und Sport. Im Jahr 2025 gab er auch einen Sammelband zu dieser Thematik heraus. Ergänzend beleuchtet Deborah Peters im Grundlagenteil die Rechte von Athlet*innen und stellt Fälle vor dem Internationalen Sportgerichtshof (Court of Arbitration for Sport, CAS) vor. Eine automatische Transkription der Folge findest du hier auf dem Völkerrechtsblog. Für die Richtigkeit der automatischen Transkription übernehmen wir keine Gewähr. Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen! Lob, Anmerkungen und Kritik sind herzlich willkommen an ⁠podcast@voelkerrechtsblog.org⁠. Abonniert unseren Podcast ⁠via RSS⁠, über ⁠Spotify⁠ oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns über 5 Sterne! Hintergrundinformationen: Antoine Duval und Mark James, Is the International Olympic Committee’s Decision to Disqualify Vladyslav Heraskevych Legal?, Verfassungsblog. 12.02.2026. Björn Schiffbauer, Der Wettkampfausschluss von Nationen aus politischen Gründen – Grundzüge einer Ausschlussdogmatik in der Schnittmenge zwischen Völkerrecht und Sportrecht, in: Schiffbauer (Hrsg.), Menschenrechte und Werte im Sport (2025), S. 43-80. Livia Hinz, The ECtHR’s Final Ruling in Semenya v Switzerland: A Missed Opportunity to Uphold Human Rights in Sports?, European Papers Vol. 10, No. 3 (2025), pp. 687-707. James AR Natziger, International Sports Law, Max Planck Encyclopedia of International Law (2015). Paul Ziegler, Game Over Israel: Why UEFA Is Legally Obliged to Suspend the Israel Football Association IFA from Its Competitions, Völkerrechtsblog, 19.01.2026. Sahra Simay Günalp, Reactive justice: how FIFA and CAS co-construct child protection in football: A legal analysis of Article 19 of the FIFA RSTP through CAS jurisprudence, International Journal of Sports Law (2026). Moderation: Marie-Christin Manke & Salman Khan Grundlagen: Deborah Peters Interview: Prof. Dr. Björn Schiffbauer & Salman Khan Schnitt: ⁠Daniela Rau Credits für den O-Ton zu Beginn: https://www.whitehouse.gov/videos/president-donald-j-trump-wins-the-inaugural-2025-fifa-peace-prize/, The White House, abgerufen am 04.06.2026, Minute 00:00-00:21, verwendet unter der CC BY 3.0 US Lizenz, wie in der White House Copyright Policy niedergelegt. Außer des Zuschnitts auf den angegebenen Bereich wurden keine Veränderungen vorgenommen.

  • May 8 · 41 min

    #56 Demokratie als Menschenrecht? Aktuelle Entwicklungen vor dem IAGMR

    Gibt es ein Menschenrecht­ auf Demokratie? So ungefähr lautet eine der Fragen, die Guatemala im Dezember 2024 dem Inter-Amerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte v­orlegte und über die im März 2026 mündlich verhandelt wurde. Gemeinsam mit Vanessa Vanegas gehen wir in dieser Folge dem Phänomen des Autokratischen Legalismus in Lateinamerika auf den Grund. Wie reagierte der IAGMR in der Vergangenheit auf Prozesse demokratischen Rückschritts? Klar ist: „Democratic Backsliding“ ist ein weltweites Phänomen, wenngleich es in unterschiedlicher Intensität auftritt. Welche Lehren lassen sich aus dem Vorgehen Guatemalas und des IAGMR ziehen? Im Grundlagenteil gibt uns Marie Manke einen Überblick über die Intersektionen von Völkerrecht und Demokratie und erklärt, inwiefern das Völkerrecht die „Blackbox“ der innerstaatlichen Verfasstheit aufbricht.­ Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen! Lob, Anmerkungen und Kritik sind herzlich willkommen an ⁠podcast@voelkerrechtsblog.org⁠. Abonniert unseren Podcast ⁠via RSS⁠, über ⁠Spotify⁠ oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns über 5 Sterne! Hintergrundinformationen: Die aktuelle⁠ Anfrage von Guatemala ⁠⁠OC-33/26 ⁠auf Englisch. Die Rechtsgutachten ⁠OC-26/20⁠ und ⁠OC-28/21⁠ sowie die Fälle ⁠Capriles vs. Venezuela⁠ und ⁠Gadea Mantilla vs. Nicaragua⁠ auf Englisch. Lucas Carlos Lima, ⁠Democracy before the Inter-American Court of Human Rights: From political rights to democratic backsliding⁠, QIL, Zoom-in 114 (2026) 27-50 (ein zusammenfassender Überblick). Rodrigo da Costa Sales, ⁠The Question of Democracy Before the Inter-American Court : Guatemala's Advisory Opinion Request and the Future of Democracy in the Americas⁠, Verfassungsblog, 20.04.2026. Philipp Rothkirch, Protecting Democracy Through International Law: Guatemala’s request for an IACtHR Advisory Opinion on Democracy and Political Rights, Verfassungsblog, 16.03.2026. Verwandte Folgen: ⁠Folge 13⁠: Regionaler Menschenrechtsschutz ⁠Folge 41⁠: Fortschritt durch europäische Menschenrechte? ⁠Folge 33⁠: Advisory Opinions: High Politics vor Internationalen Gerichten Moderation: ⁠⁠⁠Manuel Klein & ⁠⁠Daniela Rau⁠ Grundlagen: ⁠⁠⁠⁠Marie-Christin Manke Interview: ⁠Vanessa Vanegas⁠ & Daniela Rau Schnitt: Daniela Rau Credits: Audiencia Pública de la Opinión Consultiva sobre Democracia y su protección ante el SIDH, Corte Interamericana de Derechos Humanos, ⁠https://www.youtube.com/watch?v=3C1yX8CLqk8⁠ (53:03-53:30).

  • April 17 · 45 min

    #55 Der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz im Humanitären Völkerrecht: Kollateralschäden verbieten?

    Zivilpersonen dürfen in bewaffneten Konflikten nicht das Ziel von Angriffen sein. Das bedeutet aber nicht, dass jeder Angriff, bei dem Zivilpersonen zu Schaden kommen, gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen. Der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz des humanitären Völkerrechts, der in Art. 51(5)(b) des ersten Zusatzprotokolls kodifiziert ist und ausweislich der IKRK-Gewohnheitsrechtsstudie auch völkergewohnheitsrechtlich gilt, beschränkt die völkerrechtliche Zulässigkeit solcher „Kollateralschäden“ an der Zivilbevölkerung auf erwartete Schäden, die nicht außer Verhältnis zum antizipierten konkreten und direkten militärischen Vorteil stehen. Aktuelle bewaffnete Konflikte verdeutlichen, dass die Zivilbevölkerung das Leid bewaffneter Konflikte in besonders starker Weise trägt. Um diese Missstände im Völkerrechtspodcast zu diskutieren, haben wir Valentin Jeutner in den Podcast eingeladen, der in seinem aktuellen Buchprojekt dafür plädiert, den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz des humanitären Völkerrechts zu streichen – Kollateralschäden, so das zentrale Argument, können nicht durch Verhältnismäßigkeitserwägungen gerechtfertigt werden. Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen! Lob, Anmerkungen und Kritik sind herzlich willkommen an ⁠podcast@voelkerrechtsblog.org⁠. Abonniert unseren Podcast ⁠via RSS⁠, über ⁠Spotify⁠ oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns über 5 Sterne! Hintergrundinformationen ICRC Report, The Principle of Proportionality In the Rules Governing the Conduct of Hostilities Under International Humanitarian Law (2016). Wolff Heinschel von Heinegg, Proportionality & Collateral Damage, Max Planck Encyclopedia of International Law (2015). Bundesgerichtshof, Urteil v. 06.10.2016, Az. III ZR 140/15 (Oberst Klein) (2016). Irresolvable Norm Conflicts in International Law, Book Review Symposium, Völkerrechtsblog (2019) Luigi Daniele, Incidentality of the civilian harm in international humanitarian law and its Contra Legem antonyms in recent discourses on the laws of war, Journal of Conflict & Security Law (2024). Völkerrechtspodcast, Folge 50: Eine Disziplin (in) der Krise? (2025) Moderation: ⁠Jasmin Wachau ⁠& ⁠Rouven Diekjobst Grundlagen: ⁠Salman Khan Interview: Dr. Valentin Jeutner & Rouven Diekjobst Schnitt: ⁠Daniela Rau Credits: Agnieszka Brugger, Bundestag, 05.03.2020, gefunden mit der Hilfe von Open Parliament TV.

  • March 7 · 55 min

    #54 Publish, Parent, Perish? Making Space for Mothers in Legal Academia

    Diese Sonderfolge ist Teil des "Women in International Law" Symposiums 2026 und wurde deshalb auf Englisch produziert. Motherhood sits uneasily within the institutional imagination of international legal academia. Academic career paths are still commonly structured around expectations of uninterrupted productivity, geographic mobility, and “always-on” availability – assumptions that collide with pregnancy, postpartum recovery, and the ongoing realities of care. This episode takes that tension seriously, treating motherhood not as a private contingency to be managed individually, but as a question of academic culture and institutional design. In this episode, Sissy Katsoni and Polina Kulish sit down with Michelle Staggs Kelsall, Joyce De Coninck and Tania Ixchel Atilano to discuss the realities of motherhood in modern legal academia, the anxieties many women academics experience when considering whether and when to have children, as well as practical steps needed to make academic legal spaces more inclusive. Before the interview, Céline Chausse introduces the discussion by reflecting on the ‘Women in International Law’ symposium and the importance of bringing mothers’ experiences into conversations about legal academia as a workplace. Rishiti Choudaha then sets the stage with key facts and frameworks on the struggles facing mother and non-mother academics in contemporary legal academia and on how institutional practices continues to fall short. At a moment when many early-career scholars weigh parenthood against professional survival, this episode speaks directly to the anxieties that shape those choices and to the structural changes needed to make legal academia workable for caregivers. This special episode is part of the ‘Women in International Law’ symposium and was therefore produced in English. Have thoughts to share? We’re all ears! Whether it’s applause, reflections, or a dash of helpful critique, reach us anytime at podcast@voelkerrechtsblog.org. Be sure to subscribe via RSS, Spotify, or wherever your favorite podcasts live. And hey, if you love what you hear, a five-star rating goes a long way! Background information (all Open Access): Völkerrechtsblog, Women in International Law Vol. 5 (2026) Lutiana Valadares Fernandes Barbosa, Pandemic, Maternity, and International Lawyers from the Global South: a Call for an Intersectional Approach (2024) Olof Ejermo, Research or Family: How Does Becoming a Parent Affect Academic Productivity? (2024) Christy Ebert Vrtis, If you’re a mother doing a PhD, expect to be ignored and undermined (2022) Karen Ramsay and Gayle Letherby, The Experience of Academic Non-Mothers in the Gendered University (2006) Xiang Zheng, Haimiao Yuan and Chaoqun Ni, How Parenthood Contributes to Gender Gaps in Academia (2022) Moderation: Céline Chausse Interview: Dr. Tania Ixchel Atilano, Dr. Joyce De Coninck, Dr Michelle Staggs Kelsall, Dr. Sissy Katsoni, Polina Kulish Background information: Rishiti Choudaha Cut: Daniela Rau Credits: Opening with Michelle Staggs Kelsall’s quote during the post-episode recording discussion. Background music: ‘Gravity of Tenderness’ created by The Fabler.

  • February 13 · 43 min

    #53 Interventionen vor dem IGH: Verfahrensinstrument mit Mehrwert?

    Diese Podcastfolge behandelt einen Aspekt der Verfahrenspraxis des Internationalen Gerichtshofs, der in jüngerer Zeit verstärkt diskutiert wird: die Interventionen von Drittstaaten. Grundsätzlich stehen Staaten zwei Wege der Intervention offen: entweder auf Grundlage von Artikel 62 oder von Artikel 63 des Statuts des IGH. Während Art. 62 des IGH-Statuts Staaten den Beitritt zu einem Verfahren aufgrund eines möglichen „rechtlichen Interesses“ ermöglicht, „das durch die Entscheidung der Sache berührt werden könnte“, regelt Art. 63 des IGH-Statuts die Voraussetzungen einer Intervention bei der Auslegung von Verträgen. Wir analysieren die prozessualen Anforderungen, die an Interventionsgesuche gestellt werden und anhand welcher Kriterien deren Zulässigkeit bestimmt wird. Anschließend gehen wir der Frage nach, welche konkreten Möglichkeiten sich Staaten eröffnen, sofern ihre Intervention als zulässig erachtet wird. Interventionen von Drittstaaten führen in der Praxis durchaus zu Kontroversen, wie sowohl abgeschlossene als auch laufende Verfahren zeigen. Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob die Intervention als verfahrensrechtliches Instrument einen „Mehrwert“ bietet oder vielmehr einen „ungerechtfertigten Verfahrenseingriff“ darstellt, der die bilaterale Streitbeilegung zwischen den Hauptparteien behindert. Vor dem Hintergrund der zuletzt beobachteten „Welle von Interventionen“ stellt sich zudem die Frage, ob diese Entwicklung eventuell zu einer weiteren Politisierung der Verfahren beiträgt. Um sich diesen Diskussionen vertieft zu widmen, hat der Völkerrechtspodcast Jane Hofbauer eingeladen, die den Hörer*innen das Instrument der Intervention näherbringt. Ergänzend beleuchtet Isabel Lischewski im Grundlagenteil die historische Entwicklung der Intervention. Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen! Lob, Anmerkungen und Kritik sind herzlich willkommen an ⁠podcast@voelkerrechtsblog.org⁠. Abonniert unseren Podcast ⁠via RSS⁠, über ⁠Spotify⁠ oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns über 5 Sterne! Hintergrundinformationen Ammar Bustami & Verena Kahl, Intervention auf Irrwegen: Der Fall Südafrika gegen Israel und die problematische Rolle Deutschlands im Hauptverfahren, Verfassungsblog (2024). Khaled El Mahmoud, Measuring with Double Legal Standards Germany’s Intervention in Support of Israel before the ICJ, Verfassungsblog (2024). Jane Hofbauer, Proceedings: Intervention in International Proceedings Expanding the Bilateral Dispute Settlement Model of International, in: Joanna Gomula & Stephan Wittich (Hrsg.), Research Handbook on International Procedural Law (2024), pp. 426-447. Haris Huremagić, Intervening for the community?—The law and politics of third-party intervention before the International Court of Justice, Journal of International Dispute Settlement 17 (2026). Juliette McIntyre, Less a Wave Than a Tsunami Procedural Implications for the ICJ of the Article 63 Interventions in Ukraine v. Russia, Völkerrechtsblog (2022). Penelope Ridings & Antonio José Guzmán Mutis, In Conversation with Dr Penelope Ridings, Völkerrechtsblog (2025). Bruno Simma, When “Community Interest” Intervenes: Article 62 of the ICJ Statute Facing Obligations erga omnes (partes), The Law & Practice of International Courts and Tribunals (2025). Moderation: ⁠Jasmin Wachau ⁠ & ⁠Rouven Diekjobst⁠ Grundlagen: ⁠Dr. Isabel Lischewski⁠ ⁠ Interview: Dr. Jane Hofbauer & Jasmin Wachau Schnitt: ⁠Daniela Rau Credits: United Nations, ICJ: Ukraine v. Russian Federation: Allegations of Genocide | 1st Round of Oral Arguments by Russia, 19 September 2023, https://www.youtube.com/watch?v=VTjit5jmTYU.

  • Dec 12, 2025 · 41 min

    #52 Anerkennung von Regierungen: Zwischen Legitimität und Effektivität

    „Die Bundesregierung erkennt die De-facto-Regierung der Taliban politisch nicht als legitime Regierung Afghanistans an.“ – so steht es etwas kryptisch auf der Webseite des Auswärtigen Amtes zu den bilateralen Beziehungen zwischen Afghanistan und Deutschland. Ob Afghanistan, Syrien oder Venezuela, um nur einige Beispiele zu nennen, die Frage der Anerkennung von Regierungen ist immer wieder ein kontroverses Thema in den außenpolitischen Beziehungen von Staaten. Doch welche völkerrechtlichen Voraussetzungen bestehen für die Anerkennung der Regierungen anderer Länder? Wie relevant ist die Legitimität der Regierung – genügt vielleicht doch die effektive Ausübung von Herrschaftsgewalt in dem Staatsterritorium? Über diese Fragen und aktuelle Reformvorschläge, die eine Zentralisierung der Anerkennung bei den UN fordern, spricht Erik Tuchtfeld in dieser Folge mit Helmut Aust. Im Grundlagenteil erklärt Isabel Lischewski unter anderem, wie es Anfang der 70er Jahre dazu kam, dass eine andere Regierung als Repräsentation des Gründungsmitglieds (und der Veto-Macht) China in den Vereinten Nationen anerkannt wurde. Wir freuen uns über jede Rückmeldung! Wie immer sind natürlich Lob, Anmerkungen und Kritik auch an podcast@voelkerrechtsblog.org herzlich willkommen. Abonniert unseren Podcast via RSS, über Spotify oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns sehr über 5 Sterne! Hintergrundinformationen: Helmut Philipp Aust, Die Anerkennung von Regierungen: Völkerrechtliche Grundlagen und Grenzen im Lichte des Falls Venezuela, ZaöRV 2020, 73–99 Florian Kriener, Gewaltfreie Protestbewegungen als Legitimitätsquelle? Eine Replik, ZaöRV 2020, 881–911 Michelle Burgis-Kasthala, UNSC Resolution 2803, EJIL: Talk! 2025 Kushtrim Istrefi, The Security Council and the Western Sahara: Between Self-Determination and Implicit Recognition of Moroccan Sovereignty, EJIL: Talk! 2025 Lukas Kleinert, Recognition of a Taliban Government?: A Short Overview on the Recognition of Governments in International Law, Völkerrechtsblog 2021 Völkerrechtspodcast, #1 Das Interventionsverbot: Von Nicaragua bis Belarus, 08.01.2021 Völkerrechtspodcast, #7 Völkerrechtssubjektivität: Staat oder nicht Staat, das ist hier die Frage, 02.07.2021 Moderation: Erik Tuchtfeld, LL.M (Glasgow) & Daniela Rau Grundlagen: Dr. Isabel Lischewski Interview: Prof. Helmut Aust & Erik Tuchtfeld, LL.M (Glasgow) Schnitt: Daniela Rau Credits: DW News, What's behind Russia's recognition of the Taliban government?, 05.07.2025 WDR, Mitglied der Taliban leitet afghanisches Generalkonsulat in Bonn, 11.11.2025

  • Nov 7, 2025 · 51 min

    #51 Transitional Justice auf dem Prüfstand

    Diese Folge nimmt Transitional Justice (TJ) genauer unter die Lupe. Unter TJ versteht man rechtliche und politische Maßnahmen, die darauf abzielen, eine gewaltvolle Vergangenheit aufzuarbeiten und zu einer neuen, gerechteren Ordnung beizutragen. Zu den zentralen Instrumenten zählen die strafrechtliche Verfolgung schwerer Menschenrechtsverletzungen, Wahrheits- und Versöhnungskommissionen, Reparationen, politische Reformen sowie Gedenkinitiativen. Im Grundlagenteil beleuchtet Isabel Lischewski die Arbeit von Wahrheits- und Versöhnungskommissionen im Detail. An TJ-Prozessen sind zahlreiche gesellschaftliche Akteure mit unterschiedlichen Interessen beteiligt, was häufig zu Spannungen führt. Angesichts aktueller Konflikte stellt sich zudem die Frage, welche Erfolge und Grenzen frühere TJ-Prozesse aufweisen und welche Lehren daraus gezogen werden können. Vor diesem Hintergrund stellt Jasmin Wachau gemeinsam mit ihren Interviewpartnerinnen Hannah Franzki und Mariam Salehi Transitional Justice auf den Prüfstand. Dabei bleibt es nicht bei der Theorie: Durch konkrete Praxisbeispiele wird das Thema anschaulich und greifbar gemacht. Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen! Lob, Anmerkungen und Kritik sind herzlich willkommen an podcast@voelkerrechtsblog.org. Abonniert unseren Podcast via RSS, über Spotify oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns über 5 Sterne! Hintergrundinformationen Selbi Durdiyeva, Towards Decolonial Agenda for Transitional Justice: “The Old is Dying and the New Cannot Be Born", in: Thamil Venthan Ananthavinayagan & Amritha Viswanath Shenoy (Hrsg.), The Wretched of the Global South: Critical Approaches to International Human Rights Law (2024). Hannah Franzki, Criminal Trials, Economic Dimensions of State Crime, and the Politics of Time in International Criminal Law: A German-Argentine constellation (2018). Hannah Franzki, Totalitärer Staat und freie Wirtschaft. Zu den Bedingungen von Freiheit in den Nürnberger Industriellenprozessen, Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung 13 (2024). Hannah Franzki & Maria Carolina Olarte, Understanding the political economy of transitional justice: A critical theory perspective, in: Susanne Buckley-Zistel, Theresa Koloma Beck, Christian Braun & Friederike Mieth (Hrsg.), Transitional Justice Theories (2013). Hannah Franzki, Von Staatsstreich und Teufelspakt: Zustände der Ausnahme, in: Andreas Fischer-Lescano, Hannah Franzki & Johan Horst (Hrsg.), Gegenrechte: Recht jenseits des Subjekts (2018). Leena Grover, Transitional Justice, International Law and the United Nations, Nordic Journal of International Law Issue 88 (2019). Anne Menzel, Mariam Salehi, Global Hierarchies and Unequal Pressures in the Report-Making of Truth Commissions, International Studies Review 26 (2024). Rosemary Nagy, Transitional Justice as Global Project: Critical Reflections, Third World Quarterly 29 (2008). Mariam Salehi, Reparationen für eine gerechte Weltwirtschaftsordnung, in: Alex Veit & Daniel Fuchs (Hrsg.), Eine gerechte Weltwirtschaftsordnung? Die »New International Economic Order« und die Zukunft der Süd-Nord-Beziehungen (2023). Mariam Salehi, Transitional Justice in Process. Plans and Politics in Tunisia (2022). Ruti G. Teitel, Transitional Justice Genealogy, Harvard Human Rights Journal 16 (2003). Moderation: Jasmin Wachau & Rouven Diekjobst Grundlagen: Dr. Isabel Lischewski⁠ Interview: Dr. Hannah Franzki, Dr. Mariam Salehi & Jasmin Wachau Schnitt: Daniela Rau Credits: UN Human Rights, Tunisia launches Truth and Dignity Commission, 10 Juni 2014, https://www.youtube.com/watch?v=S1QJz1Pko-o

  • Oct 3, 2025 · 27 min

    #50: Eine Disziplin (in) der Krise?

    Krisennarrative sind im völkerrechtlichen Diskurs aktuell allgegenwärtig, aber: Ist das überhaupt besonders? Ist das Völkerrecht nicht schon länger – oder gar immer – eine Disziplin der Krise? In Folge 50 des Völkerrechtspodcasts gehen wir diesen Fragen auf den Grund. Um ein möglichst breites Meinungsspektrum einzufangen, haben wir eine ganze Reihe von Völkerrechtswissenschaftler:innen am Rande der Annual Conference der European Society of International Law im September 2025 in Berlin interviewt. In den Interviews geht es um individuelle Perspektiven auf das Völkerrecht, eine Einordnung des aktuellen Zustands des Völkerrechts und – orientiert am Thema der ESIL Annual Conference – um eine Rekonstruktion des Völkerrechts. Wir freuen uns über jede Rückmeldung! Wie immer sind natürlich Lob, Anmerkungen und Kritik auch an podcast@voelkerrechtsblog.org herzlich willkommen. Abonniert unseren Podcast via RSS, über Spotify oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns sehr über 5 Sterne! Hintergrundinformationen: Völkerrechtspodcast, Folge 12: Die Vereinten Nationen: UNverantwortlich? Völkerrechtspodcast, Folge 14: Internationaler Flüchtlingsschutz: Pushbacks an den europäischen Außengrenzen Völkerrechtspodcast, Folge 17: Völkerrecht und Öffentlichkeit Völkerrechtspodcast, Folge 30: “Backlash”: Was bleibt von internationaler Rechtsprechung in Zeiten der Krise? Internationaler Gerichtshof, Military and Paramilitary Activities in and Against Nicaragua (Nicaragua v. USA), Urteil v. 27.06.1986, Rn. 186. Hillary Charlesworth, A Discipline of Crisis, 65(3) The Modern Law Review (2002). 377 Ndina Tzouvala, International Law as a Discipline in Crisis, 79(1) Australian Journal of International Affairs (2025), 71 Fuad Zarbiyev, Of Bullshit, Lies, and ‘Demonstrably Rubbish’ Justifications in International Law, Völkerrechtsblog, 18.03.2022 Call for New Editors at Völkerrechtsblog, Völkerrechtsblog, 30.09.2025 Moderation: Daniela Rau & Rouven Diekjobst Interviews: Hannah Birkenkötter, Matthias Goldmann, Valentin Jeutner, Alexandra Kemmerer, Andreas Kulick, Birgit Peters, Dana Schmalz, Pierre Thielbörger & Rouven Diekjobst Schnitt: Daniela Rau

  • Aug 8, 2025 · 43 min

    #49 Reproduktive Rechte: Von Gewalt zu Gerechtigkeit

    Reproduktive Rechte sind zurzeit vor allem im Hinblick auf die Frage nach dem legalen Schwangerschaftsabbruch medial präsent. Dabei umfasst das breite Konzept der reproduktiven Rechte weit mehr als das. Wie wird die reproduktive Autonomie völkerrechtlich geschützt? Eva-Maria Bredler gibt uns Einblicke in ihre Dissertation zur menschenrechtlichen Analyse von geburtshilflicher Gewalt – einem rechtlich bislang nur wenig beleuchteten, global relevanten Phänomen. Im Grundlagenteil wechselt Isabel Lischewski die Perspektive und erläutert die kollektive Dimension von Reproduktion im Völkerrecht: Welche Rolle spielten und spielen auch heute noch staatliche Maßnahmen zur Bevölkerungssteuerung und Geburtenkontrolle oder das Narrativ der „Bevölkerungsexplosion“? Wir freuen uns über jede Rückmeldung! Wie immer sind natürlich Lob, Anmerkungen und Kritik auch an podcast@voelkerrechtsblog.org herzlich willkommen. Abonniert unseren Podcast via RSS, über Spotify oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns sehr über 5 Sterne! Hintergrundinformationen: Zum Interview: CEDAW-Spruchpraxis: N.A.E. v. Spain, CEDAW/C/82/D/149/201, 27. Juni 2022; S.F.M. v. Spain, CEDAW/C/75/D/138/2018, 28. Februar 2020. UN Bericht: A human rights-based approach to mistreatment and violence against women in reproductive health services with a focus on childbirth and obstetric violence : note / by the Secretary-General, A/74/137, 11 Juli 2019 Allgemein zu reproduktiven Rechten: Laura Anna Klein, Reproduktive Freiheiten (Open Access), 2023; KJ-Schwerpunktheft 2023/01. Zu reproduktiver Gerechtigkeit: kitchen politics (Hg.), Mehr als Selbstbestimmung! Kämpfe für reproduktive Gerechtigkeit, 2023. Weiterführend zum Thema des Grundlagenteils: Schmalz, D. (2024). Das Bevölkerungsargument: Wie mit der Angst vor zu vielen Menschen Politik gemacht wird. Schmalz, D. (2025). The population growth discourse in the first decades of the United Nations: Interpretations of global economic inequality and the struggles for a just international legal order. Leiden Journal of International Law (Open Access). https://doi.org/10.1017/S0922156524000621 Verwandte Folgen: Völkerrechtspodcast, Folge 36: Gender-Based Crimes: Wo steht das Völkerstrafrecht heute? Völkerrechtspodcast, Folge 28: Menschenrechtsausschüsse: Allgemeine Bemerkungen und Rechtserzeugung Moderation: Erik Tuchtfeld, LL.M (Glasgow) & Daniela Rau Grundlagen: Dr. Isabel Lischewski Interview: Eva-Maria Bredler & Daniela Rau Schnitt: Daniela Rau Credits: Geneva – World Population Report, UN Audiovisual Library, 17. April 2024, Minute 0:06-0:30

  • Jul 4, 2025 · 1 hr

    #48: Geschichten des Völkerrechts: Von Grotius zu kritischen Ansätzen

    1625, also vor exakt 400 Jahren, veröffentlichte Hugo Grotius sein wichtigstes Werk, De Iure Belli ac Pacis libri tres, zu Deutsch: Drei Bücher über das Recht des Krieges und des Friedens. Das Buch gilt bis heute als Meisterwerk der Völkerrechtsgeschichte – und Grotius für viele als „Vater des modernen Völkerrechts“. Aber: Es mehren sich kritische Stimmen zu Grotius. Diese Debatten nehmen wir zum Anlass, um in dieser Folge einmal grundsätzlich zu fragen: Warum sollten wir uns mit Geschichten des Völkerrechts auseinandersetzen? Welche Ansätze und Perspektiven darauf gibt es? Und wie lässt sich Grotius heute beurteilen? Die Folge hat zwei Interviews: Im ersten Interview spricht Hendrik Simon mit Miloš Vec von der Universität Wien grundlegend über die Wissenschaftsgeschichte des Völkerrechts, die Entwicklung dieser Disziplin, glokale Perspektiven auf das Recht, und die Frage, was wir aus der Vergangenheit lernen können. Letztere Frage greift Hendrik Simon auch im zweiten Interview mit Sué González Hauck von der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg auf, um den Blick auf kritische, u.a. de-koloniale und materialistische, Ansätze zur Völkerrechtsgeschichte im Allgemeinen und zu Hugo Grotius‘ Werk im Speziellen zu werfen. Bitte nehmt an der Umfrage von Wi4Impact teil, einem Forschungsprojekt zu Wissenschaftspodcasts: https://www.soscisurvey.de/wissenschaftspodcast/?act=WVh0snpZYL3IFBN3jRtoV2Zq&podcast=dervoelkerrechtspodcast (Die Umfrage ist absichtlich im Pretest-Modus) Wir freuen uns über Lob, Anmerkungen und Kritik an podcast@voelkerrechtsblog.org. Abonniert unseren Podcast via RSS, über Spotify oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns sehr über 5 Sterne! Kapitelmarken: (00:34) Begrüßung und Einführung (03:22) Interview mit Miloš Vec: Völkerrechtsgeschichten im Wandel der Zeit (03:44) Warum Völkerrechtsgeschichte(n) heute? (06:01) Glokale Perspektiven auf die Völkerrechtsgeschichte (09:58) Kann man aus der Völkerrechtsgeschichte lernen? (12:17) Alte und neue Quellen (14:55) Völkerrechtsgeschichte und Politik (20:47) Ausblick: Deutsche und globale Völkerrechtsgeschichte (27:58) Moderation (28:55) Interview mit Sué González Hauck: Kritische Völkerrechtsgeschichten (29:30) Mythos Hugo Grotius (33:52) Braucht es „Väter“ des modernen Völkerrechts? Und „Mütter“?! (39:57) TWAIL: Koloniale Wurzeln des Völkerrechts (43:19) Periodisierungen und Wendepunkte (47:07) Krise, Fortschritt, Widerstand (51:45) Ausblick: Neue kritische Perspektiven (56:19) Diskussion und Abmoderation Hintergrundinformationen: Miloš Vec, “Eine leuchtende Spur. Zum Tod des Frankfurter Juristen und Völkerrechtshistorikers Michael Stolleis (20. Juli 1941–18. März 2021)”, Journal of the History of International Law / Revue d'histoire du droit international (2021). Sué González Hauck, “History of International Law.”, in: Sué González Hauck, Raffaela Kunz & Max (Hrsg.), Public International Law. Routledge 2024. Alexandra Kemmerer, “Völkerrechtsgeschichten”, Völkerrechtsblog, 3. September 2014. Anne Peters, Raphael Schäfer & Hendrik Simon, “Völkerrechtsgeschichte (schreiben) – Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln?: Ein Interview mit Anne Peters und Raphael Schäfer”, Völkerrechtsblog, 17. September 2021. Edward Jones Corredera, Mark Somos & Hendrik Simon, “The Politics of Reception: 400 Years of Hugo Grotius’ De Iure Belli Ac Pacis. An Interview with Edward Jones Corredera and Mark Somos”, Völkerrechtsblog, 24.06.2025. Moderation: Erik Tuchtfeld, LL.M (Glasgow) & Dr. Hendrik Simon Interview 1: Prof. Dr. Miloš Vec & Dr. Hendrik Simon Interview 2. Dr. Sué González Hauck & Dr. Hendrik Simon Schnitt: Daniela Rau Credits: Hugo Grotius flieht in einer Kiste aus der Haft, Bayerischer Rundfunk (BR), Archiv, Stand: 22.03.2019

  • Jun 6, 2025 · 50 min

    #47 Hungersnot: Belagerungen und Blockaden im Lichte des humanitären Völkerrechts

    Die ohnehin prekäre humanitäre Situation im Gazastreifen hat sich seit Anfang März 2025 noch einmal verschärft. Israel sah sich bereits seit Oktober 2023 mehrfach dem Vorwurf ausgesetzt, durch die Blockade von Hilfsgütern die Zivilbevölkerung auszuhungern. Dieser Vorwurf liegt auch den im November 2024 vom Internationalen Strafgerichtshof ausgestellten Haftbefehlen gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant zugrunde. Aus diesem Anlass widmet sich Rouven Diekjobst im Interview mit Rosa-Lena Lauterbach dem humanitären Völkerrecht. Welche Regelungen bestehen für die Einfuhr von Hilfslieferungen oder deren Blockade und wie stehen diese im Zusammenhang mit dem Kriegsverbrechen des Aushungerns der Zivilbevölkerung? Auch im Sudan stellt die Integrated Food Security Phase Classification (IPC) eine Hungersnot fest. Deshalb geht es im Interview auch darum, inwiefern das Aushungern der Zivilbevölkerung auch in innerstaatlichen Konflikten völkerstrafrechtlich verfolgt werden kann. Im Grundlagenteil führt Isabel Lischewski in die Funktion und Arbeit der United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East (UNRWA) ein. Wir freuen uns über jede Rückmeldung! Wie immer sind natürlich Lob, Anmerkungen und Kritik auch an ⁠podcast@voelkerrechtsblog.org⁠ herzlich willkommen. Abonniert unseren Podcast ⁠via RSS⁠, über ⁠Spotify⁠ oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns sehr über 5 Sterne! Hintergrundinformationen: ⁠Integrated Food Security Phase Classification⁠ ⁠Lauterbach, Humanitäre Hilfen als Faustpfand: Zur Rechtswidrigkeit der Verweigerung lebensnotwendiger Hilfslieferungen an die Zivilbevölkerung des Gazastreifens nach dem humanitären Völkerrecht, Verfassungsblog, 12.04.2025⁠ Lauterbach, Eine Lücke im Haftbefehl gegen mutmaßliche Kriegsverbrecher? Kriminalpolitische Zeitung, Heft 2/2025, S. 96⁠ Lauterbach, Israel - Hamas 2023 Symposium - A "Complete Siege" of Gaza in Accordance with International Humanitarian Law, Articles of War Blog, 16.10.2023⁠ Dannenbaum, Encirclement, Deprivation, and Humanity: Revising the San Remo Manual Provisions on Blockade, 97 International Law Studies 307 (2021) ⁠ Dannenbaum, Nuts & Bolts of the International criminal Court Arrest Warrants in the ‘Situation in Palestine’, Just Security, 22.11.2024⁠ Völkerrechtspodcast, Folge 40: IGH-Gutachten zu den rechtlichen Folgen von Israels Besatzungspolitik⁠ Völkerrechtspodcast, Folge 33: Advisory Opinions: High Politics vor internationalen Gerichten⁠ Völkerrechtspodcast, Folge 32: Kriegsvölkerrecht: Gaza Moderation: Daniela Rau & ⁠Rouven Diekjobst, MJur (Oxford)⁠ Grundlagen: ⁠Dr. Isabel Lischewski⁠ Interview: ⁠Rosa-Lena Lauterbach⁠ & ⁠Rouven Diekjobst, MJur (Oxford)⁠ Schnitt: Daniela Rau Credits: ⁠Derya Türk-Neubauer, Bundestag, 14.05.2025⁠, gefunden mit Hilfe von ⁠Open Parliament TV

  • May 9, 2025 · 43 min

    #46 Internet für Alle? Debatten über den Internetzugang als Menschenrecht

    In den letzten Jahren ist die Zahl der Internetnutzer:innen weltweit kontinuierlich gewachsen, während vielen Menschen der Zugang zum Netz nach wie vor verwehrt bleibt. Gleichzeitig berichten zahlreiche Regionen von sogenannten Internet-Shutdowns. Im Lichte dieser Entwicklungen betonte Volker Türk, der UN-Hochkommissar für Menschenrechte: „Es sollte an der Zeit sein, den universellen Zugang zum Internet als Menschenrecht und nicht nur als Privileg zu stärken.“ Diese Umstände heizen die Debatte über den Internetzugang als Menschenrecht weiter an. Zu diesem Anlass interviewt Jasmin Wachau den Internetrechtexperten Matthias Kettemann. Im Gespräch wird zunächst die völkerrechtliche Begründung dieses Rechts sowie dessen zwei zentrale Dimensionen ergründet: die Infrastruktur- und die Inhaltsdimension. Daraus ergeben sich spannende Fragen, insbesondere im Hinblick auf die Rolle von Staaten und privaten Akteur:innen in diesem Kontext. Gleichzeitig wird ein kritischer Blick auf den Status quo geworfen: Fußen die derzeitigen Bestrebungen darauf, den Internetzugang weltweit auszubauen, wirklich auf menschenrechtlichen Beweggründen, oder beobachten wir die Auswüchse eines digitalen Kolonialismus? Um uns in das spannende Themengebiet einzuführen, erklärt Isabel Lischewski im Grundlagenteil die wesentlichen Aspekte der Internet Governance. Sie geht dabei näher auf die Rolle der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers ein. Wir freuen uns über jede Rückmeldung! Wie immer sind natürlich Lob, Anmerkungen und Kritik auch an podcast@voelkerrechtsblog.org herzlich willkommen. Abonniert unseren Podcast via RSS, über Spotify oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns sehr über 5 Sterne! Hintergrundinformationen: Kettemann, Das Internetgrundrecht zwischen Völkerrecht, Staatsrecht und Europarecht (I) Kettemann, Das Internetgrundrecht zwischen Völkerrecht, Staatsrecht und Europarecht (II) Report of the Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights (A/HRC/50/55), Internet shutdowns: trends, causes, legal implications and impacts on a range of human rights Resolution adopted by the Human Rights Council on 1 July 2016 (A/HRC/RES/32/13) The promotion, protection and enjoyment of human rights on the Internet UN Achieving universal connectivity by 2030 Völkerrechtspodcast, Folge 45: Ohne Schutz? Die Integrität von Wahlen und ausländische Einflusskampagnen Moderation: Jasmin Wachau & Rouven Diekjobst Grundlagen: Dr. Isabel Lischewski Interview: Univ.-Prof. Mag. Dr. Matthias C. Kettemann, LL.M. (Harvard) & Jasmin Wachau Schnitt: Daniela Rau Credits: Tagesschau 24 Video, Amazon schickt Satelliten ins All: Aufbau eigener Internetverbindungen, Stand 29.04.2025 12:39 Uhr

  • Apr 11, 2025 · 50 min

    #45 Ohne Schutz? Die Integrität von Wahlen und ausländische Einflusskampagnen

    Im Dezember letzten Jahres hat mit dem rumänischen Verfassungsgericht erstmalig ein Gericht eine Wahl aufgrund einer ausländischen Einflusskampagne in sozialen Netzwerken annulliert. Die Debatte über den Schutz von Wahlen vor ausländischer Einflussnahme ist alt und wurde schon zu Zeiten des Kalten Kriegs geführt, doch hat mit der zunehmenden Bedeutung globaler Kommunikationsplattformen spätestens seit dem Brexit und der Wahl von Donald Trump im Jahr 2016 neue Fahrt aufgenommen. Immer wieder wird aktuell betont, dass aktuelle geopolitische Konflikte „hybrid“ ausgetragen werden und dass Kriegsführung auch im Informationsraum stattfindet. Aus diesem Anlass spricht Erik Tuchtfeld in dieser Folge mit Henning Lahmann über den völkerrechtlichen Schutz der Integrität von Wahlen, der Zurechenbarkeit nicht-staatlichen Handelns zu Staaten und den Kausalitätsproblemen, die sich bei rein kognitiven Maßnahmen ergeben. Diese Herausforderungen nimmt Isabel Lischewski zum Anlass, die Draft Articles on Responsibility of States for Internationally Wrongful Acts (ASR) sowie die Arbeit der International Law Commission, die sie entworfen hat, im Grundlagenteil vorzustellen. Wir freuen uns über jede Rückmeldung! Wie immer sind natürlich Lob, Anmerkungen und Kritik auch an podcast@voelkerrechtsblog.org herzlich willkommen. Abonniert unseren Podcast via RSS, über Spotify oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns sehr über 5 Sterne! Hintergrundinformationen: Lahmann, Information Operations and the Question of Illegitimate Interference under International Law, Israel Law Review 2020, 189 Lahmann, Infecting the Mind: Establishing Responsibility for Transboundary Disinformation, European Journal of International Law 2022, 411 Lahmann, European Security and the Threat of “Cognitive Warfare”’, Verfassungsblog, 3. November 2024 Milanovic, Revisiting Coercion as an Element of Prohibited Intervention in International Law, American Journal of International Law 2023, 601 Völkerrechtspodcast, Folge 1: Das Interventionsverbot: Von Nicaragua bis Belarus Völkerrechtspodcast, Folge 6: (Des-)information: Wahrheit und Fake News im Völkerrecht Moderation: Erik Tuchtfeld, LL.M (Glasgow) & Rouven Diekjobst, MJur (Oxford) Grundlagen: Dr. Isabel Lischewski Interview: Prof. Henning Lahmann & Erik Tuchtfeld, LL.M (Glasgow) Schnitt: Daniela Rau Credits: Renate Künast, Bundestag, Aktuelle Stunde: Schutz der Bundestagswahl vor ausländischer Einflussnahme, 30. Januar 2025, gefunden mit Hilfe von Open Parliament TV

  • Mar 7, 2025 · 32 min

    #44 Feminist Resistance in Armed Conflicts: Beyond Victimhood, Toward Justice (Special Episode)

    ++ Diese Folge ist Teil des 'Women in International Law' Symposiums auf dem Völkerrechtsblog und wurde deshalb auf Englisch produziert. ++ Women play diverse and complex roles in armed conflicts – whether as combatants, peacebuilders, community organizers, or as those directly impacted by war, including through gender-based violence. Yet, international law has long struggled to fully acknowledge their agency and provide meaningful protections. In this episode, Polina Kulish and Rishiti Choudaha sit down with Kateryna Demerza and Vladyslava Vorobiova from Vitsche e.V., a Berlin-based NGO that amplifies Ukrainian voices in Europe. Together, they discuss the realities of women’s resistance in wartime contexts, feminist activism’s role in challenging silences of international law, and the broader struggles against disinformation. Before the interview, Céline Chausse introduces the discussion by reflecting on the ‘Women in International Law’ symposium and the importance of centering women’s voices in conversations about conflict and justice. Sissy Katsoni then provides a legal overview, setting the stage with key facts and frameworks on how international humanitarian and human rights law seek to protect women in conflict – and where these frameworks continue to fall short. With armed conflicts around the world continuing to impact millions of women, this discussion provides a timely reflection on solidarity, activism, and the future of feminist engagement in international law. This special episode is part of the ‘Women in International Law’ symposium and was therefore produced in English. Have thoughts to share? We’re all ears! Whether it’s applause, reflections, or a dash of helpful critique, reach us anytime at podcast@voelkerrechtsblog.org. Be sure to subscribe via RSS, Spotify, or wherever your favorite podcasts live. And hey, if you love what you hear, a five-star rating goes a long way! Background information (all Open Access): Völkerrechtsblog, Women in International Law Vol. 4 (2025) Ruta Association for Central, South-Eastern, and Eastern European, Baltic, Caucasus, Central and Northern Asian Studies in Global Conversation Bohachevsky-Chomiak M, Feminists Despite Themselves: Women in Ukrainian Community Life, 1884-1939 (Canadian institute of Ukrainian studies, University of Alberta 1988) Yuliia Mieriemova, How Ukrainian servicewomen’s stories of war matter (2025). Maryna Shevtsova (ed.), Feminist Perspective on Russia’s War in Ukraine: Hear Our Voices (2024) UN Women, Gender alert: Scarcity and fear: A gender analysis of the impact of the war in Gaza on vital services essential to women’s and girls’ health, safety, and dignity – Water, sanitation, and hygiene (2024). Moderation: Céline Chausse Interview: Polina Kulish, Rishiti Choudaha, and Sissy Katsoni Background information: Sissy Katsoni Cut: Daniela Rau Credits: Georgetown Institute for Women, Peace & Security, “A Message from Oleksandra Matviichuk“ on YouTube (1:00-1:36)

  • Feb 7, 2025 · 44 min

    #43 Weltraumrecht: Alles andere als Rocket Science

    In Vorlesungen ist für das vermeintliche „Nischen-Thema“ Weltraumrecht oft nur eine Randnotiz übrig. Auch wenn das Weltall schon jetzt kein rechtliches Vakuum ist, eröffnen die jüngsten Entwicklungen spannende rechtliche Forschungsperspektiven: immer mehr private Akteure dringen in den Orbit, der Mars-Tourismus steht in den Startlöchern, und Weltraumschrott stellt zunehmend eine Gefahr für Satelliten dar. Maximilian Bertamini zeigt im Interview eindrücklich, welche grundlegenden völkerrechtlichen Fragestellungen im Weltraumrecht verhandelt werden und inwiefern irdische Konflikte und Machtgefälle auch im Weltraum fortwirken. Im Grundlagenteil führt uns Isabel Lischewski in den Weltraumvertrag von 1967 ein. Wir freuen uns über jede Rückmeldung! Wie immer sind natürlich Lob, Anmerkungen und Kritik auch anpodcast@voelkerrechtsblog.org herzlich willkommen. Abonniert unseren Podcastvia RSS, über Spotify oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns sehr über 5 Sterne! Hintergrundinformationen (alle Open Access): Bartóki-Gönczy & Sulyok (Hrsg.): The New Space Age: Legal and Policy Perspectives (2024) Blount & Robinson, One Small Step: the Impact of the U.S. Commercial Space Launch Competitiveness Act of 2015 on the Exploration of Resources in Outer Space (2016) van Eijk, Unstealing the Sky: Third World Equity in the Orbital Commons (2021) Bertamini,The Most Exciting Field of International Law: What to Look Out for in the Law of Outer Space (2023) van Eijk,Sorry, Elon: Mars is not a legal vacuum – and it’s not yours, either (2020) Moderation: Daniela Rau & Jasmin Wachau Grundlagen: Dr. Isabel Lischewski Interview: Maximilian Bertamini & Daniela Rau Schnitt: Daniela Rau Credits: tagesschau 20:00 Uhr, 17.01.2025 von Minute 12:54 bis Minute 13:30

  • Dec 13, 2024 · 47 min

    #42 Mehr als nur Freiheit: Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte

    Menschenrechtliche Diskurse drehen sich oft primär um die sogenannten politischen und bürgerlichen Rechte: Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und Privatsphärenschutz stehen (primär) als Abwehrrechte für die Begrenzung staatlicher Gewalt. Insbesondere im internationalen Menschenrechtsschutz sind darüber hinaus aber auch wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte fest etabliert. Erik Tuchtfeld spricht in dieser Folge mit Ibrahim Kanalan über die Kritik an ihrer Rechtsqualität, ihre Einklagbarkeit und ihre Wirkung im nationalen Recht. Im Grundlagenteil stellt Isabel Lischewski den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (UN-Sozialpakt) vor und erklärt, dass auch gegen europäische Länder immer wieder erfolgreiche Individualbeschwerden vorgebracht werden. Wir freuen uns über jede Rückmeldung! Wie immer sind natürlich Lob, Anmerkungen und Kritik auch an podcast@voelkerrechtsblog.org herzlich willkommen. Abonniert unseren Podcast via RSS, über Spotify oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns sehr über 5 Sterne! Hintergrundinformationen: Kanalan, Die universelle Durchsetzung des Rechts auf Nahrung gegen transnationale Unternehmen, 2015. Pinto, International Covenant on Economic, Social and Cultural Rights, in: United Nations: Audiovisual Library of International Law, 2020. Deutsches Institut für Menschenrechte, Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte Djazia/Bellili v. Spain (Right to Adequate Housing), Committee on Economic, Social and Cultural Rights, Views adopted under the Optional Protocol to the International Covenant on Economic, Social and Cultural Rights with regard to communication No. 5/2015, UN Doc: E/C.12/61/D/5/2015. Moderation: Erik Tuchtfeld, LL.M (Glasgow) & Philipp Eschenhagen Grundlagen: Dr. Isabel Lischewski Interview: PD Dr. iur. Ibrahim Kanalan & Erik Tuchtfeld, LL.M (Glasgow) Schnitt: Daniela Rau Credits: Stephan Harbarth, Urteilsverkündung des Bundesverfassungsgerichts, tagesschau: 20:00 Uhr, 05.11.2019

  • Nov 1, 2024 · 32 min

    #41 Fortschritt durch europäische Menschenrechte?

    Im April 2024 sorgte die erfolgreiche Klimaklage des Vereins KlimaSeniorinnen gegen die Schweiz vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) für ein großes Medienecho. Doch bei all der Freude über diese Entscheidung und andere Errungenschaften aus der Rechtsprechung des EGMR wollen wir auch einen kritischen Blick auf den europäischen Menschenrechtsschutz werfen. Im Interview beleuchtet Jens Theilen koloniale Kontinuitäten in der Europäischen Menschenrechtskonvention, die Doppelgesichtigkeit des Europäischen Konsensus im Minderheitenschutz, und wie Fortschritt und Stagnation mit der Rolle des EGMR und der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Menschenrechten verknüpft sind. Im Grundlagenteil stellt Isabel Lischewski das Urteil der KlimaSeniorinnen sowie die zwei parallelen Beschwerden Carême gegen Frankreich und Duarte Agostinho und andere gegen Portugal und 32 weitere Staaten vor. Wir freuen uns wie immer über euer Feedback! Sendet uns Lob, Anmerkungen und Kritik gerne an podcast@voelkerrechtsblog.org. Abonniert unseren Podcast über RSS, auf Spotify oder überall, wo ihr eure Podcasts hört. Über eine 5-Sterne-Bewertung freuen wir uns sehr! Verwandte Folgen: #13 Regionaler Menschenrechtsschutz #30 “Backlash”: Was bleibt von internationaler Rechtsprechung in Zeiten der Krise? Hintergrundinformationen zum Interview und erwähnte Quellen: Annalisa Ciampi et al., International Human Rights Law, in: Public International Law: A Multi-Perspective Approach (Hrsg. Sué González Hauck, Raffaela Kunz & Max Milas). Jens T. Theilen, The Future of Sexual Orientation and Gender Identity in Human Rights: Where Will European Consensus Take Us?, Völkerrechtsblog, 09.02.2023. Lys Kulamadayil, Between Activism and Complacency: International Law Perspectives on European Climate Litigation, ESIL Reflections 10:5 (2021). Jens T. Theilen, The Inflation of Human Rights: A Deconstruction, Leiden Journal of International Law 34, no. 4 (2021): 831–54. Claerwen O’Hara, Consensus, Difference and Sexuality: Que(e)rying the European Court of Human Rights’ Concept of ‘European Consensus’. Law Critique 32, 91–114 (2021). Silvana Tapia Tapia, Human Rights Penality and Violence Against Women: The Coloniality of Disembodied Justice. Law Critique (2023). Natasa Mavronicola, The Case Against Human Rights Penality, Oxford Journal of Legal Studies, Volume 44, Issue 3, Autumn 2024, Pages 535–562. Quellen zum Grundlagenteil: Dina Lupin, Maria Antonia Tigre & Natalia Urzola Gutiérrez, KlimaSeniorinnen and Gender, Verfassungsblog, 09.05.2024. djbZ Zeitschrift des Deutschen Juristinnenbundes 2/2023 Corina Heri, Too Big to Remedy? What Climate Cases Tell Us About the Remedial Role of Human Rights, European Convention on Human Rights Law Review, The 5, 3 (2024): 400-422. Corina Heri, Climate Change before the European Court of Human Rights: Capturing Risk, Ill-Treatment and Vulnerability, European Journal of International Law, Volume 33, Issue 3, August 2022, Pages 925–951. Kilian Schayani, No Global Climate Justice from this Court: A Critical Analysis on How the ECtHR’s Rulings in the Climate Change Cases Exclude the Most Affected People and Areas from Access to Climate Change Litigation, Völkerrechtsblog, 15.04.2024. Joel Bella, Klimaklagen: EGMR stimmt Völkerrechtsblog zu, Völkerrechtsblog, 06.05.2024. Moderation: Erik Tuchtfeld, LL.M (Glasgow) & Daniela Rau Grundlagen: Dr. Isabel Lischewski Interview: Dr. Jens Theilen & Daniela Rau Schnitt: Daniela Rau Credits: Tagesschau vom 09.04.2024, 20:00 Uhr

  • Oct 11, 2024 · 41 min

    #40 IGH-Gutachten zu den rechtlichen Folgen von Israels Besatzungspolitik

    +++ Bitte nimm an unserer ⁠Hörer:innen-Umfrage⁠ teil! +++ In dieser Folge geht es um das jüngste Gutachten des Internationalen Gerichtshofs zu den rechtlichen Folgen der Politik Israels in den besetzten palästinensischen Gebieten. Im Interview beleuchtet Ammar Bustami, um welche Praktiken Israels es in dem Gutachten eigentlich ging und welche Völkerrechtsverstöße der Gerichtshof genau festgestellt hat. Schließlich blicken wir auch auf die Folgen des Gutachtens für die internationale Staatengemeinschaft. Isabel Lischewski blickt im Grundlagenteil noch einmal zurück auf das Mauergutachten des IGH von 2004, das durch das neue Gutachten erneut in den Fokus rückt. Nach gut dreieinhalb Jahren Völkerrechtspodcast möchten wir gerne von Euch erfahren, wie wir noch besser werden können und haben deshalb eine kleine Umfrage vorbereitet. Wir freuen uns über jede Rückmeldung! Wie immer sind natürlich Lob, Anmerkungen und Kritik auch an podcast@voelkerrechtsblog.org herzlich willkommen. Abonniert unseren Podcast via RSS, über Spotify oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns sehr über 5 Sterne! Verwandte Folgen im Völkerrechtspodcast: #32 Kriegsvölkerrecht: Gaza #33 Advisory Opinions: High Politics vor Internationalen Gerichten #37 Waffenexporte vor Gericht Hintergrundinformationen: ICJ, Legal Consequences arising from the Policies and Practices of Israel in the Occupied Palestinian Territory, including East Jerusalem, Advisory Opinion, 19 July 2024 ICJ, Legal Consequences of the Construction of a Wall in the Occupied Palestinian Territory, Advisory Opinion, 9 July 2004 Bustami, Funk, Power to the People: Zur wirtschaftlichen Selbstbestimmung Palästinas nach dem Gutachten des IGH vom 19. Juli 2024, Verfassungsblog, 13.08.2024 UN News, UN General Assembly demands Israel end ‘unlawful presence’ in Occupied Palestinian Territory, 18.09.2024 Auswärtiges Amt, Erklärung anlässlich der Resolution der UN-Generalversammlung über das IGH-Gutachten zu den rechtlichen Folgen von Israels Besatzungspolitik, 19.09.2024 Kreß, Bei Gaza zu weit gegangen, LTO, 24.07.2024 Moderation: Daniela Rau & Philipp Eschenhagen Grundlagen: Dr. Isabel Lischewski Interview: Ammar Bustami & Philipp Eschenhagen Schnitt: Daniela Rau Credits: Tagesschau, Was aus dem Gutachten des IGH folgt, 19.07.2024

  • Sep 6, 2024 · 39 min

    #39 Targeted Killings: Von Tiergarten bis Teheran

    +++ Bitte nimm an unserer Hörer:innen-Umfrage teil! +++ In den letzten Monaten häufen sich Berichten von targeted killings hochrangiger militärischer und politischer Führungspersonen außerhalb unmittelbarer Kampfgebiete, wie die Tötung von Fuad Schukr, einem Hisbollah-Kommandeur, in Beirut oder von Ismail Haniyya, einem politischen Führer der Hamas, in Teheran. Dabei handelt es sich aber nicht um ein neues Phänomen, ältere Beispiele sind der Berliner Tiergarten-Mord oder auch die Tötung von Osama bin Laden. Welche verschiedenen Gebiete des Völkerrechts bei diesen Tötungen betroffen sind und unter welchen engen Voraussetzungen sie ausnahmsweise zulässig sein können, hat Erik Tuchtfeld mit Kai Ambos besprochen. Im Grundlagenteil konzentriert sich Isabel Lischewski auf das Menschenrecht auf Leben und stellt es in seinen vielfältigen Facetten dar. Wir freuen uns über jede Rückmeldung! Wie immer sind natürlich Lob, Anmerkungen und Kritik auch an podcast@voelkerrechtsblog.org herzlich willkommen. Abonniert unseren Podcast via RSS, über Spotify oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns sehr über 5 Sterne! Hintergrundinformationen: Ambos/Alkatout, Has ‘Justice Been Done’? The Legality of Bin Laden’s Killing Under International Law, Israel Law Review 2012, 341–366. UN OHCHR, Press Release: Independent experts condemn escalating violence in the Middle East, urge ceasefire and accountability, 2024. Rudolf/Schaller, »Targeted Killing« - Zur völkerrechtlichen, ethischen und strategischen Problematik gezielten Tötens in der Terrorismus- und Aufstandsbekämpfung, 2012. Melzer, Targeted killing in international law, 2008. Eser, Tötung im Krieg: Rückfragen an das Staats- und Völkerrecht, in: Appel/Hermes/Schönberger (Hrsg.), Öffentliches Recht im offenen Staat: Festschrift für Rainer Wahl zum 70. Geburtstag, 2011. Moderation: Erik Tuchtfeld, LL.M (Glasgow) & Daniela Rau Grundlagen: Dr. Isabel Lischewski Interview: Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Kai Ambos & Erik Tuchtfeld, LL.M (Glasgow) Schnitt: Daniela Rau Credits: The Obama White House, President Obama on Death of Osama bin Laden, 02.05.2011